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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Jti 109.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeil» »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag. 11. Mai 1897.

.Aus dieser Auslassung der »Nordd. Allg. Zeitung" ergiebt sich zur Genüge, daß di- Regierung ganz genau weiß, wo eigentlich die Leute sitzen, denen jede ruhige Ent­wickelung unserer politischen Verhältnisse unbequem ist. Sie gruppireu sich um den Bund der Landwirthe mit seinen verschiedenen konservativen, antisemitischen und fanatisch - bismarckischen Anhängseln. Das find die Ele­mente, die Hetzen, intriguiien und Verwirrung zu stiften suchen. Die Freisinnigen aber machen, das sollte nachgerade alle Welt wiflen, offen und ehrlich Opposition, wenn ihnen etwas bedenklich vorkommt."

Anzeigen nimmt entgegen di» Expedition dies« Blatt»«, sowie bi« Anuoncrn-Bureaux von Haasenstein A Bögler in _____

Frankfurt a. M., Taflel, Magdeburg urü> Wien; Rudolf XXXII. Makira Moss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.

Daube A 4e. in Frankfurt o. M., Berlin, Hauuov»», Pari«.

Die Beunruhigung durch Krisengerüchte.

Die „Kreuzzeitung" bemerkte kürzlich:

,W«r hat denn die so naive von der „Bofl. Ztg." be- gugtt „Unruhe" und „Wühlerei" ins Volk getragen? Doch nur sie selbst und ihre Freunde, denen jj, Erfüllung ihrer Wünsche nicht schnell genug gehen konnte tu» denen jede ruhige Entwickelung unserer polit scheu Vei- Mitffe eben unbequem ist. Daher dir st e t e n grisengerüchte, da« heftige Drängen au" ,ese Vorlagen, während genug der alten der Er- stdiguog noch harren."

Diese Bemerkung ist so berechtigt, daß es einer besonderen Kühnheit oder großer Unbelesenheit bedarf, fie zu bestreiten. Es muß daher überraschen, daß die „Nord. Allgem. Ztg." sich dazu berufen fühlt, die freisinnige Presse in Schutz zu nehmen. Wir wollen keineswegs in Abrede stellen, daß Blätter Wderer Richtung, wie die von der „Nordd. Allgem. Ztg." nahmhaft gemachten: „Tägliche Rundschau" .Staatsbürgerzeitung", „Leipziger Neueste Nach- Wen" die freisinnigen Zeilungen in der Verbreitung ieLr Erfindungen noch weit übertreffen. Allein wenn jene in unserem politischen Leben doch ziemlich Äflußlosen Blätter für ihre Tartarennachrichten über- hwpt ein Publikum finden konnten, so geschah dar, weil ihnen die freisinnige Presse durch ihre Artikel über „Schleichende Krisis" und dergl. den Buben vorher bereitet hatte.

Wir wollen zum Beweise einer solchen Bodenbe- ikitung nur folgende Liste aufstellen: Die .Vossische Zeitung" brachte am 3. ds. Ms. einen Artikel über «Unerquickliche Zustände", am 5. ds. Ms. einen solchen über „Schleichende Ärisis". Das „Berliner Tageblatt" schrieb am 2. d. M.: „Vor einiger Zeit (!) wiesen wir darauf hin, daß wir uns in einer schleich enden RegierungskrisiS (vondem Mosie'schen Blatte durch fetten Druck hervorgchoben) befinden. ..." Am 5. d. M. brachte dasselbe frei- Mige Organ eine Korrespondenz des Herrn Eugen Achter an die freisinnige Provinzialprefle zum Ab­druck, welche mit folgenden Worten anhebt: „Fürst Hohenlohe hängt nicht an seinem Portefeuille, Frhr. von Marschall ebensowenig. Beide Ahlen sich schon seit längerer Zeit nicht mehr jicher in ihren Positionen".

Diese kleine Blüthenlese dürfte genügen, um die »Nordd. Allgem. Ztg." zu belehren und die treffende Lemerkung der „Kreuzzeitung" zu rechtfert-gen. Venn nun gar das „Beil. Tagebl." die Stirn hat, agefichts seiner eigenen Krisenrreibereien zu schreiben:

so ist das ein starkes Stück. Von konservativer Seite ist schon wiederholt auf die Unzulässigkeit der „In­formationen" gewisser „parteiloser" oder antisemitischer Blätter namentlich mit Bezug auf Vorgänge im konservativen Lager aufmerksam gemacht worden. Wir haben dadurch nicht allein vor den aus angeblich „sicheren" Quellen stammenden Mittheilungen jener Blätter überhaupt gewarnt, sondern namentlich auch festgestellt, daß dieselben Gegner der konservativen Partei sind. Es gehört die ganze Unehrlichkeit des Mosse'schen „Berliner Tageblatts" dazu, ttotzdem die Anheftung jener Organe an die Schöße der konser­vativen Partei — wenn auch auf dem beliebten Um­wege „agrarisch-antisemitisch-konservativ" — zu ver­suchen.

Uebrigens wollen wir nicht zu erwähnen unter­lassen, daß auch die „Kölnische Volkszeitung" redlich das ihrige dazu b'igettagen hat, durch „Krisen"- Leitartikel die Bevölkerung für die bekannten Tar­tarennachrichten von Leckerts Nachfolgern empfänglich zu machen. Das rheinische Centrumsblatt schrieb in der letzten Zeit folgende „Krisen-Leiter": am 3. Mai: „Innere Krisis", am 5. Mai „Latente Krisis", am 6. Mai: „Wie stehrs mit der Krisis?" Daß einem so bereiteten Boden Erfindungen L la Leckert ent­sprießen müßten, konnte füglich jedem einiger­maßen weitblickenden Politiker nicht verborgen bleiben.

Umschau.

In Paris hat am Sonnabend der Trauer­gottesdienst in der Notre-Dame-Kirche für die bei dem Brande des Wohlt-ätigkeitsbazars Verunglückten Vormittags unter großer Betheiligung stattgefunden. Das mittelste Eingangsi hör der Kirche war schwarz ausgeschlagen und von einem großen, die Jniria en R. F. tragenden Schilde überragt. Im Mittelpunkte der Kirche war ein großer Katafalk errichtet, auf dem die Särge der Gräfin Jalli» und der Frau Jullien aufgestellt waren. $ie§ waren die beiden einzigen Leichen, die in die Kirche gebracht worden waren; die Angehörigen der übrigen Verun­

glückten hatten die Einladung, die Leichen der Opfer des Brandes in die Kirche zu schaffen, nicht befolgt. Der Katafalk war mit zahlreichen Kränzen, darunter denen des deutschen Kaiserpaares, bedeckt. Auf der Esterade zur Linken des Katafalks befand sich Prä- fident Faure, umgeben von den Angehörigen der bei der Katastrophe Verunglückten. Die Mitglieder der Regierung, die Mitglieder des diplomattschen Corps und andere hervorragende Persönlichkeiten waren eben­falls anwesend. Nach der vom Doyen des Metto- politankapitels Msgr. de l'Escaille celebrirten Toten­messe hielt der Dominicanerpater Ollivier eine An­sprache, der er den Text zu Grunde legte: „Selig sind, die da wohl thnn." Der weite Raum der Kirche war mit Andächttgen gefüllt. — Von dem Testament des Herzogs von Aumale verlautet in Paris folgendes: Philipp, der Chef des Hauses Orleans, erbt die Schlösser Aumale und Zucco, die Herzogin von Aosta das Schloß in Palermo, die Familie Chartres das Landgut Guise; das englische Besitzthum New-Northon dürfte der Akademie zufallen, welche großer Mittel bedarf, um Schloß Chantilly in Stand zu hatten. DaS Baarvermögen des Her­zogs soll stark geschmolzen fein. General Galliset veröffentlicht den Inhalt eines Briefes des Herzogs von Aumale, den dieser während Boulangers Glanz- epoche an ihn richtete. Darin wird mit Enttüstung der Gedanke zurückgewiesen, daß das Königthum einem disziplinlosen Offizier die Wiederherstellung verdanken wolle. Ferner erzählt Gallifet, daß der Herzog von Aumale, nach dem Sturze Thiers zu einem Staats­streich aufgefordert, rundweg ablehnte. Damals sagte der Herzog von Döcazes: „Sie würden anders sprechen, wen» ste statt drei Millionen Jahres- reute sechs Millionen Schulden hätte», wie ich."

Wie die „Köln. Zeitung" aus Larissa meldet, haben die Türken Sonnabend früh Volo ein­genommen. Nach Konstantinopel hatte Edhem Pascha einer amtlichen Mitiheilung zufolge ftüh 6 Uhr aus Velestino eine Depesche gesandt, in der es heißt, der englische und ftanzösische Konsul seien im Namen des Konsularkorps mit Marinemannschaften, die ihnen mit Fahnen voranmarschirten, nach Velestino gekommen. Sie hätten erklärt, daß Volo geräumt sei und daß die Griechen die Sträflinge fteigelassen hätten. Um zu verhindern, daß diese in der Stadt plünderten, hätten die Konsuln als provisorische Maßnahme Marinesoldaten landen lassen. Sie bäten darum, die Konsulate und Nicderlaffungen der Ausländer durch türkische Truppen zu schützen. Er, Edhem, habe

ihnen zustimmend geantwortet. In der Depesche heißt es sodann Wetter, der Oberst im Generalstabe, Ebner Pascha, marschtte mit 10 Bataillonen auf Volo. Er habe Befehl erhalten, mit 6 Bataillonen die die Stadt beherrschenden Höhen zu besetzen, mit 4 Bataillonen in Volo selbst einzurücken und Un­ordnungen zu verhindern. So ist'S auch geschehen. Eine Depesche des Blattes „Sabah" vom 7. d. M. meldete, nachdem die Divisionen Hamdi und Memduh nach hartnäckigem Kampfe die Pharsala dominirenden Positionen besetzt hatten, nahmen am nächsten Tag die Brigade Hassan der Division Hamdi Pharsala ein. DieganzeBagagedesKronprinzen Konstantin, 6 Gebirgsgeschütze und viel Kriegs­material wurden erbeutet. Ferner wttd die Einahme aller Befestigungen bei Pilaf-Tepe und die panikarttge Flucht der griechischen Truppen gemeldet. Von Velestino flüchteten die griechischen Truppen theils nach HermioS, theils nach Kanali. 1500 Mann flüchteten von Kapurna, 250 Mann von Kerasin nach Volo, 100 Einwohner in Jcnidsche legten die Waffen nieder und unterwarfen sich. Aus Athen wird dem „Temps" gemeldet, die Leitung der griechischen Armee fei entschloffen, in Domokos dem Feind bis zum Aeußersten Widerstand zu leisten. Türkische Truppen seien schon eine Stunde vor Domokos bemerkt worden. Der Feldzug? plan der Türken gehe zunächst dahin, die Vereinigung der Armee des Kronprinzen mit der Brigade Smolenski zu verhindern und ohne Verzug gegen DornokoS vor­zurücken.

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Mai. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind in Begleitung der Prinzen Adalbert, August und Oskar, der Prinzessin Vtttoria Luise, der Prinzessin Feodora zu Schleswig-Holstein und dem ganzen Gefolge mittels Sonder.uges geftent Nachmittag um 51/» Uhr von der Wildparkslation nach Urville abgereist. Auch der Militärattache! der deutschen Botschaft, Oberst von Schwartzkoppen, begiebt sich heute von Paris nach Urville zu Sr. Majestät dem Kaiser. Einer Einladung Lr. Majestät folgend begiebt sich der Kaiserliche Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg mit Gemahlin heute Mittag nach Schloß Urville, um an der Kaiserlichen Tafel Theil zu nehmen. Der Fürst und die Fürstin werden voraussichtlich Abends nach Sttaßburg zurückkehren.

— Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich will, wie mehrfach gemeldet wird, am 19. Juni zum

• (Nachdruck verboten.)

Schwester Ilse. Roman von Clariffa Lahde.

(Fortsetzung.)

18.

3lse nimmt den Mantel nicht ab, sondern ttüt Naus auf den Balkon und schaut lange starren «uges auf das vom Mondlicht umstradtte herrliche Panorama, das sie oft entzückt hat. Wie von Silber ^rgoffen ruht das Meer, auf deffen wallendem Eigel die klassischen Formen und Linien der Berge M züterndes Bild werfen. Die Schneegipfel von ^üuz schimmern leuchtend herüber, Schaaren Rhlicher Menschen schreien über den Platz. Alles ^ glücklich und fröhlich. Nur in ihr sieht es dunkel $$ traurig aus wie »och nie. O, wäre sie blind ^isen in der Kirche, hätte sie nicht sehen muffen, 7^ sie gesehen hat! Nicht einmal geachtet hatten

den geweihten Raum, die heilige Handlung! E. wenn sie auch einer anderen Glaubensgemein- W* angehörten, als dieses naive Volk, das noch lehr am Aeußeren hängt, so viel Heidnisches mit Men christlichen Gottesdienst herübergenommen hat, ^ihren sie nicht Alle denselben Gott, denselben ^l°d s Und ist nicht jede Form ehrwürdig, in 5 Gott angebetet wird? Ilses fromme Seele

der fremdartigen Ceremouie eben so andächttg EEwohnt als sonst daheim in ihrem Kirchlein zu Alheim dem Ostergottesdienste. Er aber, Wolf, )°nst so vornehme Mann, hatte sich in seiner Seilschaft so wett vergessen, in ihrer Gegenwart retten einer andächtigen Menge, im feierlichen Tsenblicfe der Verkündigung der Auferstehung des

feine Lippen in sündigem Verlangen auf das

Haupt eines schönen, koketten Weibes zu preffen, das gleich ihm nichts achtete, nach nichts fragte, als nach Befriedigung der eigenen Wünsche und Be­gierden. Sie fühlt, sie ist an der Grenze ihrer Kraft angelangt. Weiter geht eS nicht, sie muß ein Ende machen, ein rasches Ende, will sie nicht selbst zu Grunde gehen.

Mit festem Schritt wendet sie sich dem Zimmer wieder zu. Wolf hat eben noch einige Briefschaften geordnet und faßt nach der Glocke, um Georg herbei­zurufen und sich zur Ruhe zu begeben. Aber ihre rasch hervorgestoßenen Worte: „Bitte, gönne mir noch einen Augenblick," hatten die schon gehobene Hand zurück.

Erstaunt blickt er »ach ihr hin; dem sonst auf ihr Aussehen wenig Achtende» fällt die Bläffe ihrer Wangen, das seltsame Feuer in ihren Augen etwas auf.

„Du wünschest?" fragt er und rückt ihr höflich einen Stuhl an seine Sette. Eine Ahnung steigt n ihm auf, daß sie in der Kirche irgend etwas be­merkt habe, und er ist sofort entschloffen, nichts zu leugnen.

Noch pulfirt das Blut in Erinnerung an die letzt mrchlebte Stunde wild in seinen Adern und nimmt 'hm etwas von seiner sonstigen vornehm ruhigen Haltung.

Einen Augenblick athmet sie hefttg auf, dann beginnt sie, den Blick fest auf fein Antlitz heftend:

„Es ist der Moment gekommen, in dem es klar zwischen uns werden muß, Wolf!"

Er sieht sie befrembet an.

»Ich verstehe Dich nicht."

„Tu wirst mich verstehen," fährt sie fort und -arm es nun doch nicht verhindern, daß ihre Lippe nervös zu zittern beginnt, „wenn ich jetzt die Bitte

an Dich richte, mich morgen mit dem Lloyddampfer allein abreifen und nach der Heimath zurückkehren zu lasien."

Er erschrickt sichtlich, verfärbt sich.

„Warum diese Umwege," fährt er ungeduldig auf. „Sage es lieber gleich, Du hast mtt Miß Graham wegen Vorwürfe zu machen, und ich gestehe Dir, ich habe sie verdient."

„Du liebst sie —"

Wie traurig und doch wie überzeugt zugleich sie das sagt!

Unruhig rückt er ans feinem Stuhle hin und her. Soll er hier vielleicht die Rolle eines Angeklagten spielen, der vor seinem Richter steht? Nein, dazu wird er sich nimmermehr hergeben.

„Weshalb soll ich es leugnen ?" entgegnete er daher, ohne die Augen »iederzuschlage». „Ja, ich liebe Miß Graham, liebte sie, ehe ich Dich gesehen hatte."

„Dann thatest Du ein Unrecht daran, mit dieser Liebe im Herzen mich zu heirathen."

„Du weist, unter welchen Umständen das ge­schah. Ich habe, als ich um Dich warb, nicht von Liebe gesprochen."

„Aber von Zuneigung und Achtung."

„Die ich Dir gegenüber auch niemals aus den Augen gesetzt zu haben glaube."

„Ich meine doch," erwidert sie leise, sich von ihm abwendend. „Es gab heut' einen Moment in dem ich mich Deiner geschämt habe."

Wie von einem Dolchstich getroffen, fährt er hoch empor. Nur mühsam vermag er die ansprechende Heftigkeit zu zügeln! aber in seinem Auge blitzt etwas Kaltes, Feindseliges auf, das ihr ftemd an ihm ist.

„Mache es kurz," kommt es zornig bebend von

seinen Lippen, „und wenn es Dir möglich ist, suche Beleidigungen meiner Person ferner zu vermeiden. Was verlangst Du von mir?"

Auch sie ist aufgestanden und begegnet seinem Blick ohne jegliches Zagen 1

»3ch sagte es ja vorhin schon: Trennung unserer Ehe, die auf so ungesunder Grundlage aufgebaut ist. AIS ich damals Deinem Wunsche nachgab, mich Dir zu vermählen, war es in der sicheren Hoffnung, wenn Gott Dir die Gesundheit wiederschenken sollte, mir auch Deine Liebe gewinnen zu können. Ich sehe jetzt ei», daß mir das nicht gelungen ist, nie­mals gelingen wttd. Schon als wir von Gatters­berg abreisten, stand der Entschluß in mir fest, so­bald ich diese Ueberzeugung gewonnen hätte, ein Band, daS unter diesen Umständen nur zu einer drückenden Fessel werden kau», wieder zn lösen."

„Die Freiheü, die mein Tod Dir gegeben hätte, wäre Dir aber sicher erwünschter gewesen," stoßt er jetzt bitter, seiner selbst gar nicht mehr mächtig hervor.

„Wolf!"

Ihr Auge flammt auf, sie ist nicht mehr die liebevolle Gattin, die hingebende selbstlose Pflegerin, nein, bas seiner Würde, seines Werthes sich voll be­wußte Weib.

„Tas — das geht zu wett," ftammelt sie ganz außer sich. „Du zwingst mich, Dir zu sage», was onst nie über meine Lippen gekommen wäre. Wolf, ich weiß Alles. Ich kenne die Gründe, die Dich zu dem Wunsche, mich zu heirathen, bewogen haben, lernte sie leider zu späl kennen."

(Fortsetzung folgt)