Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllnftrirtes Sonntagsblatt.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnscrtionSgebühr für die gespaltene Zeile •btt deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 9. Mai 1897.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie di« Annoncen-Bureanx von Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. D«rb« & 60. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
XXXIL Jahrg.
Zweites Blatt.
Das Verkoppelungsverfahren in Altenhaßlau.
(Schluß.)
Erfolgt gegen die Ausweisung der neuen Plan- gfiit kein Wiederspruch, so können die neuen Plan- stücke nach erfolgter Abtretung im Herbst auf die men Eigenthümer übergehen. Damit dabei Will küilichkeiten und Streitigkeiten nach Kräften vermieden werden, erläßt btr Spezialkommissar im Einverständniß mit der Ausfuhrungskornmisston und .den Depulirten llebeigangsbestimmungen, wann die Besitznahme bei amen Lanbabfindungen erfolgen kann. In Altenhaßlau würbe folgenbeS festgesetzt:
1. Die Betheiligten treten in be» Besitz ihrer neuen Abfinbunge», sobalb bie baraufstehenden Früchte bet früheren Besitzer abgeerntet sinb.
3. AlS spätester Termin für bie Uebergabe bei Grundstücke werden folgende festgesetzt:
a. für die mit Wintergetreide, Hülsenfrüchten, Oel- und Gespinnstpflanzen, sowie Sommergetreide bestandenen Aecker der 10. Oktober, b. für Wiesen ebenfalls der 10. Oktober.
c. für die mit Kartoffeln und Futterrüben bestandenen Aecker, sowie
für die Krautländereien der 20. Oktober, d. für die mit Zuckerrüben bestandenen Aecker, sowie für die Gemüseländereien und Garten gruudstücke der 1. November.
Die auf den neuen Plänen stehenden Obstbäume gehen nach der Aberntung, spätestens am 1. November auf den neuen Eigenthümer über. Noch verpflanzbare kann der frühere Besitzer bis zum 1. Dezember sich herausnehmen. Eine Entschädigung für den Düngungszustand fand nicht statt.
Die alten Wege müssen noch so lange zur Benutzung liegen bleiben, bis die neuen Wege ferttgge- stellt sind, deren Ausführung nunmehr seitens der Ausführungskommission und des Landmessers kräftig gefördert werden muß, damit jeder bald Zu- und Abfuhrweg zu seinen neuen Plänen benutze» kann.
Ich will hier noch nachtragen, daß im vorletzten Jahre vor der Ueberweisung der neuen Planstücke eine Aufnahme und Taxation der vorhandenen Oostbäume durch zwei vereidigte Sachverständige erfolgt. Die Herren Obergärtner Krost-Meerholz und Nix-Gelnhausen haben in Begleitung zweier Einheimischer Baumkundiger diese Arbeit durchgeführt.
Marburg an der Lahn.
So oft auf meinen häufige» Reisen von Frank- )rrt a. M. nach Cassel oder umgekehrt der Eisen- 'ahnzug die Stationen Niederweimar oder Kölbe ^ssirt hatte, machte sich bei meinen Mitreisenden ms eine gewisse Unruhe bemerkbar. Alle verließen Ae Sitze und eilten an die Fenster, um die Stadt Marburg liegen zu sehen. — „Jetzt kommt Mar- hieß es. „Da ist eSl Dort daS Schloß! Das dort ist die Elifabethkirche! DaS sind die neuen Blniken! Das weiße schöne Gebäude ist das Uni Msitärsgebäude! Welch' herrliche Lage! Die reizen Mr Billen! bie schönen Gärten!" — So unb ähn- schwirrten bie Ausrufe ber Bewunderung und des ^staunens bunt durcheinander. — Ich selbst hatte öfteren in diesen Lobgesang mit eingestimmt und 'ch kam eines Tages, „als ich gerade Zeit hatte", V den gesunden (Anfall, mich einmal davon zu ^erzeugen, daß das alte Marburg nicht bloß schön interessant ist, wenn man mit ber Eisenbahn *®ün vorüberfährt. Ich stieg an einem herrlichen ^ommcrmorgen Station Marburg aus, um mir die fcfabt nebst Umgebung einmal gründlich anzuschauen;
sollte es nicht bereuen. Daß, wo und wie ich logiert, gegessen unb getrunken — davon ein ^dermal: nur bas eine: An guten,.nicht zu teuer» Hotels, Gasthöfen nnb Privatpensioneu ist fein ~ baf“r schune» schon bie ca. 1000 Studenten zu sorgen, bie hier ihren Studie» obliege». . Nun muß ich eins vorausschicke». — Nur bem, 80 ,m Wechsel sowohl ber Formen als der Farben,
Bei bieser Taxation ber Obstbäume war zu be- rüsichtigen, baß bei ber Bonitirung ber Aecker ber Beschattung ber Obstbäume nicht Rechnung getragen war, ferner baß Bäume leicht burch schäbliche Winter, Blitz, Sturm, thierische Feinde früher absterben können, und aus diesen Gründen die Sätze nicht so hoch genommen werden können wie bei Verkauf von Grund stücken. Der Preis mußte vielmehr so angenommen werden, daß der zur Uebernahme verpflichtete Planbesitzer den Werth auch anerkenne, und daß Härten zu vermeiden seien. Trotz der mäßigen Taxsätze wurde der Werth des Altenhaßlauer Obstbaumbestandes doch auf 57 000 Mark geschätzt.
Jeder Interessent erhielt dann auch einen Auszug seines alten Obstbaumbestandes und WertheS zur An- erkenutniß, welche wie auch bei allen anderen Vorlagen, ohne Wideispmch erfolgten, sowie nach Ueberweisung der neuen Planstücke ein Verzeichniß der neuen Obstbäume mit deren Taxwerth.
Die Differenz zwischen beiden Obstbaumwerthen wurde durch Vermittelung der Nebenkostenkasse in Geld ausgeglichen.
Im September 1890 wurde mit der Bonitirung begonnen, im Oktober 1894 erfolgte die Uebergabe der neuen Planstücke und wurde der Ausbau des Wege- und Graben-Netzes sofort energisch in Angriff genommen und bis zum Frühjahr 1895 zum größten Theil fertiggestellt, lieber den Hassel- und Breulsbach mußten 5 größere Brücken gebaut werden, welche reichlich 5000 Mk. kosteten, eine noch etwas größere Summe kostete eine nur oberflächliche Regulirung der Bachufer. An gesummten Ausgaben für Neben- und Baukosten sind im Ganzen 49 000 Mk. entstanden, wovon 42 000 von der Landeskreditkasse als Darlehen genommen sind und bis zum Jahre 1915 durch halbjährige Ratenzahlungen getilgt werden. Der Rest wurde direkt in 6 kleineren Raten erhoben.
Die Nebenkosten haben sich in Alten haßlau allerdings verhältnißmäßig hoch belaufen, da eine Reihe ungünstiger Faktoren mitwirkten. Zunächst waren die Arbeitslöhne sehr hohe, auch die Gespannkoste» in Folge mangelnder Konkurrenz. Hätten all diejenigen Interessenten, welche nicht vollständig in der eigenen Wirthschaft zu thun Hutten, sich an den Arbeiten be- theiligt, so wäre es nicht nörhig gewesen, daß bei den Erdarbeiter!, als Abböschen der Wege, Ausheben der Gräben ein Mann im Durchschnitt ca. 3 Mark verdiente trotz der kurzen Herbst- und Wintertage. Auch an Gespannkosten hätte bei etwas größerer Konkurrenz erheblich gespart werden können.
n@o mußte z. B. für Anfuhr von Sandsteinen zum Brückenbau auf eine durchschnittliche Entfernung von circa 1500—2000 Meter vom Steinbruch bis zur Verwendungsstelle pro Meter 2 Mk. für RollirungS- fteine bei circa 1000 Meter Entfernung und festem
daS Lebendige, und in der Mannigfaltigkeit das Malerische findet; nur d.r, welcher die Schönheit einer Stadt »ach Schnur und Winkelmaß und nach der Zahl der prunkenden Paläste, als nach Lage unb Umgebung beuriheilt; nur ber, welcher! ein Herz mitbringt, noch empfänglich für unverkünstelte Natur, unb bie Berge nicht scheut, bie ihm biefe entfalten, nur bem wirb bas alte Marburg gefallen. Die Neustabt nft ihren mobernen Straßenanlagen kommt hier zunächst nicht in Betracht, fie kann aber bas verwöhnte Auge eines Grotzstädters beliebigen.
Das Innere Alt-Marburgs ist freilich mehr an» ziehenb wie schön. An einem steilen Berg hingeworfen unb benfeiben mit ihren weiten Armen um» fchlingenb, besitzt bie Stadt nur wenige geebnete, geradlinige Straßen; das geht es nur aufwärts unb abwärts, bem Fuhrwerk häufig unzugänglich, bem Wanberer oft nur mittelst Treppen ersteigbar. Die Häuser finb vielfach alterthümlich unb bieten durch ihre Bauart für Laien und Fachmann des Interessanten viel, besonders ist dieses auch bei den Monumentalbauten, der Elisabethkirche, dem Schloß, dem Unioersiiätsgebäude, dem Rathaus 2t. rc. in ganz hervorragender Weise der Fall. — Aber um Marburg zu s-heu, muß man hinaustreten in's Freie, wo das große Gemälde sich entrollt, in welchem dir Stadt de» Mittelpunkt bildet. Stehst du auf einer Anhöhe des linken Lahnufers, dann schlängelt sich zu deinen Füßen der Fluß wie ein breites, silbernes Band durch grüne Wiesenflächen und reichtragend Felder; im Frühling umschlingt ein duftiger Blüten- kranz bie wie an den Abhang bes Schloßberges ge
trogenen Weg 1,70 Mk. bezahlt werden, während z. B. Mebergrünbauer Bauern für 2 Mk. ben Meter Sandsteine aus Gelnhäuser Brüchen bis unterhalb Riebergrünbau zu einer zu erbauenben Brücke über öen Gründaubach in den Wiesen fuhren, also gewiß 3—4fache Entfernung.
Die 5 Brücken unb Abböschung ber Bahnufer kostete allein über 10 000 Mk., welche wohl in ben meisten Gemarkungen wegfallen würben.
Von ben ganzen Nebenkosten von 49 000 Mk. 'st ber größte Theil, circa 30000 Mk., von Alten- haßlauern selbst üerbient worben, nur circa 19000 Mk. finb an auswärtige Unternehmer auSgezahlt worden.
Vermischtes.
Die Frühjahrs-Weinversteigerungen, bie am 2. Mai ihr Ende erreichten, haben bett alten Ruf des Trierer Weinmarktes von Neuem bewährt. Die Werthschätzung ber Gewächse, wie > ber sonnendurchglühte Schieferboden ber Mosel unb ©aar reift, ber ihnen das wunderbare Aroma verleiht, ergreift immer weitere Kreise. Dieses Jahr erschienen hauptsächlich die edlen Gewächse des 1895er Jahrgangs auf dem Plane. Im Ganze» wurden, der „Köln. Ztg." zufolge, 1005 Fuder dieses Jahrganges zu 2 828 790 Mk. ober 2814 Mk. das Fuder versteigert. Davon entfallen auf bie Mosel 597 Fuder zu J 487 340 Mk. ober 2490 bas Fnber durchschnittlich, auf bie Saar 274 Fuder zu 951880 Mk. ober 3401 Mk. das Fuder durchschniitlich, auf bie Ruwer 133Vz Fuder zu 389 570 Mk. ober 2829 Mk. das Fuder burchschnittlich. Es würben in bett betben vorausgegangenen Jahren für bie versteigerten 1893er erzftlt: für 1567 V, Fuber 5 004250 Mk. ober int Durchschnitt 3195 Mk. Der 1895er ist also thatsächlich nur um ein Geringes hinter bem Durchschnittspreis bes bielge« rühmte» 1893er zurückgeblieben. ’ Mehr als 40 Fuber stiegen int Preise auf unb über 5000 Mk., ber höchste Preis war 9000 Mk. Auch in diesem Jahre hat also die Saar wiederum den Vogel abgeschossen und die alte Erfahrung bestätigt, daß in guten Weinjahren der rassige und charaktervolle Saarwein mit seiner ungemein lieblichen Blume unb süßen Würze ben Moselwein noch überflügelt. Das äußere Aussehen bes Hauptversteigerungssaales gewinnt in jedem Jahre mit ber wachsenben Bebrütung des Trierer Weinmarktes an Lebhaftigkeit. Weinkommissionäre aus allen Gaueu, Vertreter ber hervorragendsten Weinfirmen unb Gasthöfe Deutschlands unb über Deuischlanb hinaus geben sich während ber Apriltage in Trier zu bem friedlichen Kampfe um bie kostbaren Tropfen ein Stelldichein.
hefteten Häuser, unb bas Schloß, ein Zeuge lange bahingeschwunbener Zeiten, blickt majestätisch zu btr herüber. Unb nun gar seine reizenben Umgebungen. Ich war längere Zeit in Heibelberg ber „feinen", und auch Freiburg im Breisgau, das vielgenannte, ist mir hinlänglich bekannt, aber das kann ich sagen, eine solche Abwechslung und Mannigfaltigkeit, wie sie Marburg in seinen Spaziergängen unb Ausflügen bietet, fanb ich sonst nirgends. — Auch habe ich bes öfteren von Stubirenben, bie Heidelberg und Freiburg genau kannten, ben Ausspruch gehört, daß, waS Gemüthlichkeit angehe, .Marburg ben genannten ©tobten „über* fei. — Auch haben bie meisten ber vielen — an dreißig — Ausflugspunkte die Eigenthümlichkeit, daß sie auf verschiedenen, theils bequemeren, theils schwierigeren Wegen, zu Fuß und zu Wagen zu erreichen find. So z. B. in das vielbesuchte Marbachthal ein ganzes Dutzend weist sehr gangbare Wege zum Theil mit reizenden „Durchblicken". In dieser Beziehung kann sich mit dem weltberühmte» Durchblick von der „Hohen Sonne" auf bie Wartburg, was Lieblichkeit betrifft, sehr gut messen, ber überraschend schöne Blick, den man vom Dommelsberg, Rordseite links, auf das Schweizerthal mit ber Marbach, rechts ans bie Ketzerbach mit ber Elisabethkirche bat. — Welche liebliche Rundficht hat man vom Schloß unb besonders vom Schloßthurrn aus! Und nun erst bie Fernsicht vorn Kaiser Wilhelmsthunn auf Spiegelslust! Welche anbere Stadt hat in nächster Nähe einen Wald mit einem so mächtigen Eichenbeftand tote ben Dammelsberg unb solchen üppigen Buchenwald wie den Stadtwald? Und solchen
Beim Aufhängen-Spielen den Tod gt* funben hat Mittwoch Nachmiltag in Serif» be1 7t/z jährige Sohn Georg des Arbeiters Paul Wilke aus ber Prinzen-Allee Nr. 14. Wilke unb Frau waren auf Arbeit weggegangen unb hatten ihre brei Kinber allein zu Hause gelassen. Diese spülten nun in ber Stube „Aufhängen". Dabei nahmen zwei ben Georg unb knüpften ihn mit einer Schnur am Bettpfosten auf. Als sie sahen, daß ber Knabe sich verfärbte, liefen sie, anstatt die Schlinge zu lösen, aus Angst davon. Bei ihrer Rückkehr fanden die Eltern den Knaven als Leiche wieder. Die Wiederbelebungsversuche eines Arztes blieben erfolglos. Die Leiche wurde um 5 Uhr »ach dem Schauhause gebracht.
Vergnügungslmzeiger.
Rep»rtoir-Enlw urs der Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Sonnabend, den 8 Mai, „Die Reg'rnentstochter", „Sohn des Peliden". Sonntag, den 9. Mai, „Der Pfeifer von Hardt".
Schauspielhaus.
Sonnabend, den 8. Mai, „Die ve-sunkene Glocke". Sonntag, den 9. Mai, „Die versunkene Glocke".
Frankfurter Stadttheater.
Dem sehr zahlreichen Anfragen «nigegenzukommen, sieht sich die Intendanz veranlaßt mitzutheilen, daß eine Verlängerung des Gastspiels Tamagno's, über die zwei für nächste Woche angekündigten Vorstellungen, ganz ausgeschlossen ist, weil der Künstler nur eine kurze Tournee unternommen hat und sich eine Reihe von Theatern für bestimmte Tage verpflichtet hat.
Königliche» Theater zu Cassel.
Sonntag, den 9. Mai, „Die Afr kanerin". Montag, den 10. Mai, „Der König hat's gesagt". Dienstag, den 11. Mai, „Hasemann's Töchter". Mittwoch, den 12 Mai. »Der Obersteiger". Donnerstag, den 13. Mai, „Hans Helling". Freitag, den 14. Mai, „1812". Sonnabend, den 15. Mat, „Der König hat's gesagt". Sonntag, den 16. Mai, „Tannhäuser".
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stillen Stätten, geschaffen zum weltvergessenen Träumen und Dichten wie die „Dreyersquelle", der Forstgarten, das Marienhäuschen? Dazu kommen die Lichteküppel, die Augustenruhe mit dem bezaubernden Blick auf Elisabethkirche und Steinweg, die Hansehäuser, der Götzenhain und die neuen Anlagen aus dem Schloßberge, dem Stadtpark, — von entfernter liegenden Ausflugspunkten, wie Frauenberg, Amöneburg, Rauschenberger Schloßberg u. A. ganz zu schweigen. In dieser Abwechselung und Mannigfaltigkeit der Spaziergänge und Ausflugspunkte ist Marburg einzig in seiner Art. Man kann 4 Wochen hier zubringen und in diesen 28 Tage» jeden Tag einen neuen Spaziergang „entdecken".
Rechnet man zu diesen äußeren Vorzügen Marburgs und den Schätzen, die sein Inneres an hervorragenden Baudenkmälern birgt, noch die günstigen klimatischen Verhältnisse, die gesunde, reine Berg- und Waldluft, das vorzügliche Trinkwasser, die guten Schulen jeder Gattung nebst Universität, die niedrigen Kommunalsteuern, die denkbar günstigsten Verkehrs Verhältnisse, den angenehmen gesellschaftlichen Umgang u. s. w., so muß man verwundert fragen, wie es kommt, daß Marburg nicht soviel von Reisenden besucht und von Familien zu bleibendem Wohnsitz gewählt wird, wie Heidelberg oder Freiburg. Die Antwott ist: man kennt Marburg noch nicht genug in seiner eigen artigen Schönheit, und indem ich versuche, durch vorstehende Schilderung diesem Mangel einigermaßen abzuhelfen, verabschiede ich mich von dir, lieber bkftr- H. H. im „Tourist."