Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
««/mrdBerl»»: 2oh. A»A Koch, UniverfitätS-Buchdruckerri in Marburg, Vrr-ntw-rÜich für den eHgtntfintn Thril: Redatteur 371, Hartmann,
Redaktion und Expedition: Marti 21. für den Mnatmth.il- Joh. «»g. Koch, bald« l« Marburg.
M 100.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exll. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeil» »btt deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.
Marburg
Freitag, 30. April 1897.
»nimmt entgegen die Expeditiou dieser Blatt«», i Annoncot-Bureaux von Hsasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moff» in Frankfurt a. M., Bnlin, München u. Köln, C. L. Vemb»»Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hanuova, Pari».
um. Jahrg.
Erstes Blatt.
h. Aus Griechenland
[natai die Nachrichten immer bedenklicher. Die xolksstimmung» gegen die Dynastie j» im Wachsen. Der König lehnt entschieden
Verantwortlichkeit für den Rückzug der Armee ti. Ralli hat vorgestern dem König gesagt, daß tzas Ministerium das Vertrauen des Volkes nicht »ehr besitze.
Der „Times" wird aus Athen telegraphirt, dort gerbe überall davon gesprochen, daß ein Koalitions- Nmisterium oder ein Ministerium der Vertheidigung «bildet würde.
Die ftanzösischen Blätter find der Ansicht, daß die Athener Zustände eine Vermittelung der Mächte »rch dringender erscheinen lassen, obgleich der Beschluß der griechischen Regierung, den Krieg fortzusctzen, eine wf die Herstellung des Friedens abzielende Jnter- mition sehr erschwere. Der „Mattn" weint, die ßnrhebung des Kronprinzen vom Oberkommando sei mit dessen eventueller Verzichtleistung auf die Thronfolge. Mehrere Blätter halten üvrigens die Ab- bMkllng des Königs Georg zu Gunsten seines zweiten Sohnes Georg für wahrscheinlich. Die Nachricht von einer Demission des Minister-Präsidenten Delyannis iS bisher nicht bestätigt, doch glaubt man, dieselbe werde eine Folge der heuttgen Kammersitzung sein. Ter Znttansigeant meldet aus Athen, der Bankier Äweroff habe der Regierung dreißig Millionen Drachmen für Kriegszwecke zur Beifügung gestellt.
Die Führer der Opposition in Athen, Mi, Jmopulo, SkonlondiS und Karapanos hatten -nt dem König eine längere Unterredung. , Die Parteiführer erklärten, die Entscheidung über die zu ergreifenden Maßregeln sei Sache der Regierung. Aach längerer Berathung schlug der König die Einberufung d e r K a m m e r vor, die von den Parteiführern gutgeheißen wurde, da sie eine Klärung kt Lages herbeiführen könne. Die Kammer wurde denn auch bekanntlich auf vorgestern Nachmittag zu ewer außerordentlichen Sitzung zusammenberufen, es ift aber keine besch lußfähige Anzahl von Teputttten erschienen. Deswegen war auf gestern Vormittag um 10 Uhr eine neue Sitzung einberufen Wan glaubt, daß der Rücktritt des Ministerpräsidenten Telhannis eine Folge dieser Sitzung sein wird.
Hauptmann Morgen vom Grenadierregiment Prinz Karl von Preußen (2. Brandenburgischen) Nr.
15 ist der kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel beigegeben worden, um sich als militärischer Berichterstatter auf den griechisch-türkischen Kriegsschauplatz zu begeben.
Eine Depesche des „Jkdam" meldet: Die griechischen Truppen sowie der größte TheU der Bevölkerung haben Trikkala und Volo verlassen. Daselbst find bereits türkische Kavallerie-Abtheilungen eingetroffen.
Der Sultan erklärte stch mit einem weiteren Vormarsch der türkischen Armee nach Mittelgriechen land und auf Athen nicht einverstanden und wünscht nur eine Besetzung Thessaliens. Die eigentliche Kriegspaitei verlangt, da eine Kriegsentschädigung Seitens Griechenlands nicht zu erwarten ist, daß man alle» nördliche Gebiet bis zur alten Grenze von 1831 annektiere. Auch taucht das Verlangen auf, mit den die Türkei schädigenden Kapitulationen aufzuräumen. Der Generalstabschcf der Operattonsarmee Omer Ruschdi Pascha und der Inspekteur der Artillerie von Grumbckow Pascha erhietten den Großkordon des Osmanie- Ordens in Brillanten. Der Souschef des General stabes, Oberst Seifullah, wurde zum Brigadegeneral ernannt und erhielt ebenso wie der Kommandant der Artillerie Riza Pascha den Großkordon des Medschidje- ordens
Das griechische Schiff „Spetsai" ist, vereint mit dem Ost-Geschwader, 75 Seemeilen vor Saloniki gesehen worden. Der Sektionschef Welsersheimb in Wien äußerte in Verttetung GoluchowSkis zu einer Deputation des österreichischen Exportklubs, nach den Erklärungen der griechischen Regierung wäre ein Bombardement Salonikis nicht zu erwarten. Sollte es dennoch geschehen, so sei der Kommandant des österreichischen Kriegsschiffes, vor Saloniki instruirt, den griechischen Schiffskommandanten auf die schweren Folgen eines Bombardements für Griechenland aufmerksam zu machen. In Wien verlautet in diplomatischen Krci'en, Frankreich und Italien hätten vorgeschlagen, die Mächte sollten behufs Beendigung des Krieges interveniren, um Griechenland, welches darum nicht bstten könne, vor der Vernichtung zu bewahren. Die anderen Mächte hätten den Vorschlag abgelehnt.
Nach neueren Nachrichten aus Athen konnte die Kammer auch gestern nicht tagen, da die beschlußfähige Mitgliederzahl nicht versammelt ist. Die Presse bettachtet eine Kabinetsverändemng als unmittelbar bevorstehend. Mehrere Blätter berichten, der eng-
(Rachdruck verboten.)
Schwester Ilse.
Roman von Clariffa Lohde.
(Fortsetzung.)
12.
Ilse lebte wie im Traum. Noch nie aus der «Heren Heimath herausgekommen, sah fie plötzlich =me Wett vor ihr fich öffnen. Erst die großarttge ^lpmnatur, als fie über den Brenner fuhren, dann ®i_8 im Kranze seiner herrlichen Berge wie in einem senden Nest ruhende Bozen.
Wolf fühtte sich angegriffen und machte für einige Tage Rast in dem nahen Gries, wo der Wein eben üppigster Fülle in dichten Trauben in den Reben- Siittt hing und der heitere Herbst seine ganze Farben- wcht entfaltete.
3m großen Hotel Austria wurden einige der «tat Zimmer belegt, von benen fich die herrlichste «Äsicht bot, die man stch denken kann. Selbst «elf, der außer der Schweiz und der Riviera noch A kennen gelernt hatte, konnte fich eines ®58ntf8 der Bewunderung nicht enthalten, als er *® Morgen auf dem an seine Zimmer stoßenden «cUen das Frühstück nahm und das weite vom Aerbach, der Etsch und Eisack wie von einem verband durchzogene Thal zu seinen Füßen fich ^»breiten sah, das die wildzackigen Häupter der .Ernsten, die in blauen Dunst gehüllte, sanft ab« Ade Mendel so malerisch umschließen. Mtt einem ’W des Behagens, das chm bisher fternd ge- lehnte er fich in seinen Stuhl zurück und ließ IMtmdj der Cigarrette, die Georg ihm in silberner gereicht hatte, nachdenklich in die Luft ziehen. .Ase, wie immer sorgend um ihn beschästtgt, eine Decke über seine Füße, um dann in's
Zimmer zu gehen uud mit Georg an dem Gepäck zu ordnen. Wolf's Blick folgte ihrem Men Watten nicht ohne Rührung:
„Wie gut Du bist!" sagte er, als fie zu ihm zurückkehrte, in einem warmen Ton, wie fie ihn nur feiten von ihm hörte, und faßte mü leisem Drucke ihre Hand: „Sri überzeugt, daß ich es voll aner- erkenue, was Du mtt alles LiebeS thust. Ja wenn ich nicht müßte, daß ich Dich nicht mehr zu lange quälen werde, könnte ich mtt Borwürfe machen, Dich an mich gefesselt zu haben."
Sie schüttette mtt leichtem Erröthen den Kopf: „SBie Du nur sprichst!" entgnete fie, ihre guten blauen Augen warm zu ihm auffchlagend. „Dich zu pflegen macht mich glücklich, ich verlange nichts Anderes und bin auch zufrieden, wenn Du nur zu- frieben bist."
„Unb hättest doch so viel Grund, wir zu zürnen. Du, da» selbstloseste Geschöpf der Erde, hast den alleischlimmsten Egoisten neben Dir, der, alle Zett gewöhnt, an stch allein zu denken, ost recht rücksichtslos und unleidlich ift*
„Kranke sind stets wechselnd in ihrer Stimmung —"
„Ja, Du hast immer Entschuldungen für Alles Ilse," sagte er lächelnd, „selbst für Deinen bösen Mann. Das aber ist's gerade, was mich Dir gegenüber in's Unrecht setzt. Indessen, e8 ist nichts daran zu ändern."
„Daß Du so empfindest," sagte sie ernst, „ist ja doch der beste Beweis dafür, wie wenig Du der eingefleischte Egoist bist, als den Du Dich darstellst."
„Doch, doch, ich bin's dmch Natur und Gewohn- hett. Wer kann denn über seinen eigenen Schatten springen? Vielleicht wäre mtt bester gewesen, der Onkel hätte mich nicht als Universalerben seines Vermögens und feiner Güter auferzogen. Die gute
lifche Gesandte hatte beim Könige eine lange Audienz, und sprechen zugleich von einer europäischen Intervention. Diese Intervention ist nur ein von England dazwischen geworfener, von den drei Kaisermächten nicht aceeptirter Vorschlag. Im allgemeinen Interesse liegt es nämlich, daß Griechenland schnell und so gründlich zu Boden geschlagen wird, daß es für alle Zukunft unschädlich bleibt. Griechenland verdient kein Mitleid, und würde, wenn es jetzt mit einem blauen Auge davon käme, bald genug von Neuem Stteit anfangen. Dieser Ansicht ist die Trias der Kaiseimächte, die mit den übrigen Mächten, aber nöthigenfalls auch ohne sie verhüten will und verhüten kann, daß eine vorzeitig heraufbeschworene Katasttophe im Orient zu einer Katastrophe des europäischen Friedens führe. Die Verantwortung für das Elend, das der so vom Zaune gebrochene Krieg über Griechenland bringt, fällt auf die griechische Ethnike Hetairia. Europa muß, während es Griechenland einstweilen dem verdienten Schicksal überläßt, dem Anstifter aller Wirren der letzten Jahre das Handwerk legen, dem r ä n k e - schmiedenden England, das die Griechen seiner Politik ebenso kaltblütig geopfert hat, wie vordem die Armenier, und auch in Serbien und Bulgarien kein Geld spart, um diese ehrgeizigen Staaten ebenfalls zum Kriege gegen die Türkei zu verleiten.
Weitere Nachrichten über die Gährung in Athen gegen die Dynastie lauten bedrohlich und lassen das Schlimmste befürchten. Nach Kopenhagener Meldungen ist dort Alles auf die Ankunft der griechischen Königssamilie vorbereitet; das Schloß König Georgs in Smidstrup wird eiligst in Stand gesetzt, Arbeiter sind im Schloß und im Park eifrig beschäftigt. Es heißt, man sei im Schloß Amalien borg auf alle Eventualitäten gefaßt. Wie aus Athen gemeldet wird, traten die dortigen Vertreter der Mächte zu einer Besprechung der kritischen Lage bei dem Doyen des diplomatischen Corps, dem russischen Gesandten, zusammen, und kamen dahin überein, im Falle des Ausbruches eines Aufstandes den König dadurch zu sichern, daß sie stch in das Palais begeben. Ein österreichisches und deutsches Kriegsschiff wird in Phaleron erwartet; die übrigen Großmächte sind bereits durch je ein Kriegsschiff vertreten. — Mit Bestimmtheit zttkulirt das Gerücht, der Kronprinz mit dem Generalstab sei bereits in Chalkis. Auf die Nachricht von einer in Athen herrschenden Gähnmg erhiett der deutsche Kreuzer „Kaiserin Augusta" Befehl, stch vorübergehend nach Phaleron zu begeben. Die zur Bewachung der
Mutter, deren Einziger ich war, liebte mich abgöttisch. Alles, was ich that und dachte, fand sie gut und herrlich, alles Unangenehme, das ost durch eigene Schuld über mich kam, legte fie dem bösen Wissen Anderer, einem unglücklichen Zufall zur Last. Statt mich zu sttafen, mtt mein Unrecht vorzuhatten, beklagte sie mich und bestärtte mich in meinem Eigendünkel, der mir das Gefühl gab, aber den gewöhn- lichen Begriffen von Recht und Unrecht zu stehen. Dann starb sie, und der Onkel suchte die erschütterte Kindesseele von ihrem Leid abzryiehen, indem er mich zum Genüsse meiner Jugend anspronte. Und was ist das Ende von Allem? Unersättiguug, Enttäuschung, und zuletzt Groll über das ganze Leben, das so viel verspricht und so wenig hüll."
„Du wttst anders denken, wenn Du erst wieder gtfimb bist."
„Was ich nie werben kann, wie Du am besten weißt."
„Im Gegeutheil, Doktor Balzer hoffte viel von bem Einfluß der milden und stärkenden Lust des Südens."
Er wehrte mit einer ungeduldigen Bewegung der Hand. Als wenn das Leben ihm so, wie eS nun einmal war, so sehr wüuschenSwerth fein konnte. Mars denn überhaupt Leben, war eS nicht nur ein Vegetiren? Daß Ilse das nicht begriff!
Ach, fie begriff eS nur zu gut. Seit jener Unterredung mit der Mutter war der Schleier von ihren Augen gefallen. Sie empfand es täglich auf'S Neue mit Schmerz, fie war ihm nichts, seinem Herzen nichts! Hätte er fie bester beobachtet, chm wäre der Zug von Melancholtt, der fich in letzter Zett um ihren Mund eingegraben hatte, nicht entgangen. Aber fie zeigte ihm geflistenüich nur heitere Mienen, und er fing an zu glauben, daß fie in
auf Kreta gehißten deutschen Flagge erforderliche Mannschaft bleibt inzwischen dort.
Umschau.
In Petersburg verlieh am 27. d. M. Kaiser Franz Joseph dem Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch ein ungarisches Regiment. Um 6 Uhr Abends empfing vorgestern Kaiser Nikolaus den Grafen Goluchowski in Audienz. Goluchowski hatte im Laufe des Nachmittags dem Minister des Auswärtigen Grafen Murawirw, dem Finanzminister Witte sowie sämtlichen Botschaftern Besuche abgestattet. Am Abend fand in dem reich mtt Silber aus dem Kronschatz und mit herrlichem Blumenschmuck gezierten Nikolajewski - Saale des Winler- palastes ein P r u n k m a h l zu 223 Gedecken statt. Der währeno desselben vom Kaiser Nikolaus in französischer Sprache ausgebrachte Trink- spruch lautet in Uebersetzung folgendermaßen:
Hocherfreut über di» Anwesenheit Eurer Majestät in unserer Mitte, fühle ich das Bedürfnis, Eurer Majestät für diesen neuen Beweis der aufrichtigen Freundschaft, die uns verbindet, zu danken. Dies» Freundschaft ist durch die Gemeinsamkeit der Ansichten sowie der Grundsätze gekittet, die nur dahin streben, unfern Völkern di» Segnungen des Friedens zu e> halten Eure Majestät weiß, von w lch herzlichen Gefühlen für Ihre Person ich beseelt bin, und welchen besonderen Werth ich auf einer vollkommenen Solidarität zwischen uns zur Erftrebung des hohen Zieles, das wir versolgm, beilege. Ich trinke auf das Wohl Eurer Majestät, auf das Wohl Ihrer Majestät der Kaiserin und der kaiserlichen Famlie.
• Kaffer Franz Joseph antwortete hiernach, ebenfalls in französischer Sprache:
Tief gerührt über den freundlichen und herzlichen Empfang den Eure Majestät mir bereiiet haben, und über die vielfachen Aufmerksamkeiten, die wir seit dem Augenblick-, da ich die Grenzen der Staaten Eurer Majestät überschritten, erwiesen wurden, liegt eS mir ganz besonders am Heizen, Eurer Majestät hierfür meinen lebhaftesten und aufrichtigsten Dank auszusprechen. Zu meiner Freude erkenne ich darin einen neuen Beweis der innigen auf gegenseitigen Gefühlen der Hochachtung und auf treuer Aufrichtigkeit beruhenden Freundschaft, die für unsere Völker eine sichere Bürgschaft des Friedens und des Wohlstandes bildet. Fest entschloßen, diesen Bestrebungen zum Siege zu verhelfen, werde ich mich stet« glücklich schätzen, hierbei auf die kostbare Mitwirkung Eurer Majestät rechnen zu können, und in der festen Ueberzeugung, daß nufere gemeinsamen Bestrebungen erfolgreich sein werden, trink» ich auf das Wohl Ew. Majrstät und drr kaiserlichen Familie.
Zu dem Mahle waren die Großfürsten und die russischen Würdenttäger mit den ihnen verliehenen Ordensauszeichnungen, ebenso die österreichischen Herren mit den ihnen neu verliehenen russischen
ihrer Natur Jgeuug vom Engel habe, um auch mit bem Wenigen, das er ihr gab, zufrieden zu fein.
Zwei Tage darauf, an einem kühlen, aber heitren Morgen traten fie ihre Wetterreise an.
Gerade als sie die nach der Hauptsstraße führende Allee hinunterfuhren, begegneten sie bem von bet Bahn zurückkehrenden Hotelwagen, ber neue Gäste brachte, zwei Damen in grauen Reisemänteln unb blauen wehenben Schleiern. Weder Wolf noch Ilse achteten ber neuen Ankömmlinge; dagegen hatte diese mit neugierigen Augen die VorübeHahrenden gemustert. Mit einem unterdrückten Schrei fuhr die jüngere der Damen von ihrem Sitze empor.
„Wolf — Baron Wolf von Menzelen!" kam es überrascht von ihren Lippen.
„War er eS wirklich?" fragte Mrs. Graham, die, mit ihrer Tochter von Riva kommend, im Hotel Austria Wohnung bestellt hatte.
„Kein Zweifel, Mama!"
„So hätte wirklich nicht viel gefehlt, unb wir wärm mit bem neugebackenen Ehepaar Gäste beS- felben Hauses geworden."
„Hast Du Dir seine Frau angesehen, Mama?" fragte Adeline, ohne auf bie Bemerkung ber Mutter zu achten. „Diese simple bürgerliche Erscheinung!! Unb neben bitfem Manne, bem bie Vornehmheit auf der Stirn geschrieben steht!"
„Ich habe nur ben Baron gesehen," entgegnete bie Mutter kühl, „und sand ihn sehr verändert und krank aussehend."
Der Wagm hielt; der Wirth mit seiner stattliche» Ehehäste stand vor der Thüre des Hotels, bie neuen Gäste zu begrüßen.
(Forffetznng folgt.)