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Zweites Blatt.

Ȇ eitere Anmeldungen von Dckmen und Herren zu dem

1897 stattfindenden

2. Harms.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 9 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). Jnserlionsgebübr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für di« Zeil« 25 Pfg.

SJei Ergänzung und Verbesserung der Bockhaltung kommt aber die Anschaffung reinrassiger Schweizer­ziegenböcke in erster Linie in Betracht. Daraufhin sollten die Gemeinden wirken. Als Bezugsmaterial sollten hierbei vor allem die jährlich von den Ziegen­zuchtgenossenschaften abzusetzenden Bestände zur Be­rücksichtigung kommen. Diese Thiere sind im Land ausgewachsen und an unsere Haltungsverhältnisse ge- 'nt, sie verbinden mit den Vorzügen der Schweizer­ziegenrassen vor allem den des geringen Risikos. Gerade jetzt im Frübjahr haben die Zuchtgenoffen- schaften junge Lämmer abzugeben, ihre Preise sind niedriger gegenüber denen der importirten und ihre Aufzucht für die Gemeinden leichter als für die Leute, die sie aus Futter- oder Platzrücksichten ab­geben müssen. Möchten die Gemeinden diese Worte nicht übersehen, sondern sich zu überzeugen suchen, daß es eine der dankbarsten Aufgaben ist, nach dieser Richtung für die weniger Bemittelten etwas zu thun. Möchten sie sich das Absatzmaterial der bcstehcnden Zuchtgenossenschaften an sehen und für ihre Zwecke nutzbar mache». Sie erfüllen hiermit ihre Pflicht ihren Gcmeindeaugehöiigen gegenüber und tragen zum Gedeihen der bestehenden und zur Entwickelung neuer Ziegenzuchtgenossenschaften bei.

Nachdem die Herren Recknagel, von Pappenheim, v. Schwertzel, Bicrschenk und MertenS in längeren Ausführungen den Vorrednern ganz beigestimmt hatten, erhi lt der Vertreter des Landwirthschaftsministeriums das Wort und sprach in überzeugender Weise von dem Jntereffe, welches der neuen Verkaufsgenossen-

Studierenden werden in meiner Wohnung, Rothergraben 11>/2 ^'Uags von 1 2 Uhr und Roihergraben I I jederzeit entgegen-

Easscl, 27. April. Einen bedeutenden Schritt hat die in Hessen so blühende Org anisation Rai ffeisen 'scher Genossenschaften wieder vorwärts gethan. Unter dem Vorsitz unseres allver- ehrten Herren O. erpräsidenten Magdeburg tag e am 23. im Regierungsgcbaude eine Versammlung, die beit Zweck hatte, die Bedürfnisse und den Werth der Kornhaus-Genossenschaften klar zu legen. Abwesend waren der Vertreter der schon gegründeten vier Ge­nossenschaften, vom landwirthschaftlichen Ministerium Herr Geheimer Ober-Regi rungsrath Conrad, der Präsi'ent der Centralgenossenschaftskasse Freiherr von Huene, Vertreter hiesiger hoher Regieiung, Ver­treter der Eisenbahndirektion, d r Vorsitzende und Generalsekretär der Landwirthschaft-kammer, sovie der Verbandsanwalt Raiffeisen'scher Organisation. Herr Oberamtmann Oldenburg schilderte in längerer Rede ausführlich die Nothlage ter hessischen Landwirthschaft, betonte besonders, daß dieselbe ebenio leide wie die ostpreußische und durchdringende Hilfe für dieselbe Roth thuk! deßhalb sei die Gründung einer Fruchtverwerthungsgenossenschaft als Anfang zur Verbesserung freudig zu begrüßen. Der Verbandsanwalt Rexerodt pflichtete dem Vor­redner voll und ganz in seinen Ausführungen bei, erwähnte, daß lidigl-ch nur durch das bescheidene, anspruchslose ße?en unseres hessischen Baueinstandes die trostlose Lage der Landwirthschaft nicht noch be­merkbarer sich mache und der Ruin vi ler Existenzen dadurch aufgehalten würde. Sodann ging derselbe über zur Erläuterung der Bedürfnißfrage, Borthcile und geplante Organisation der Silogenossenschaften für Hessin und schließt seinen Vortrag mit der Bitte um Genehmigung der Mittel gegen angemessene Ver­zinsung von Seiten des Staates.

Landwirtschaftliches.

Zur Hebung ver Ziegenzucht.

(Schluß )

In dem Maße aber, als der Einkauf in Schweiz schwieriger wird, steigt der Werth des

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bat mir den Verkauf ihrer sämmtlichen-.Fabnkate übertragen.

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Haspelstratze 7.

etwa hundert Schritt nach eilenden Schutzmann Kroppen eingeholt. Infolge der Anstrengung stellten sich bald darauf bei dem Beamten Athemnoth und Brustbeklemmungen ein, die sich derartig steigerten, daß er nach Verlauf einer Stunde im Beisein eines Arztes an Herzlähmung starb.

Avenir militaire, ein in Paris ernsthafter als andere genommenes militärisches Blatt, erdreistet sich, seinen Landsleuten über diewirklichen Absichten des deutschen Kaisers" bei seinem Aufenthalt in U r v i l l e das Folgende zuenthüllen":Der deutsche Kaiser beabsichtigt im nächsten Monat sich nach Metz zu begeben. Als Anlaß zu dieser Reise muß die Einweihung eines protestanttschen Spitals in Curzel herhalten. In der That handelt es sich um etwas ganz Anderes. Zunächst will sich der Kaiser von der Verfassung des XVI. Corps, welches er sein I. Corps d'invasion nennt, überzeugen, dann aber will er gemeinschaftlich mit dem General v- Haeseler die Mittel und Wege studieren, welche cs ermöglichen sollen, im Kriegsfälle schon wenige Stunden nach, womöglich noch vor der Kriegser­klärung in Nancy zu sein." Franzosen glauben solche Dinge besonders gern.

Ernst Schwaner,

Barfüßerstraße 49.

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Vergnügungsanzeiger.

Rep«rtoir-Entw nrf der Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch, den 18. April .Die KönigSkinder." Donnerstag, den 29. April .Die luftigen Weiber" Sonnabend, den 1. MaiDer Pfeifer von Hardt." Sonntag, den 2. MaiTannhäuser."

Schauspielhaus.

Mittwoch, den 28. April .Frauenkampf", vorher .Das Gewitter." Donnerftag, den 29. April .Marcelle" Freitag, den 80. April .Die Braut von Messina" sonnab-nd, de» 1 Mai .Goldfische." Sonntag, den 2. Mai .Schule der Frauen."Der eingebildet» Krank«.' Montag, den 3. Mai .Roman einer Soubrette."

: Ms bereits eingeführten und nachgezüchteten Zucht­materials. Es ist als ein großer Vortheil für die Weiterbeförderung unserer Ziegenzucht zu betrachten, daß wir bereits mehtere reine Stammherden von Schweizerziegen in den Ziegenzuchtgenossenschastsorten haben, die in der Lage sind, bereits Zuchtmaterial abzugeben. Zwar dürfte es für jede, für manche dec kleineren Ziegenzuchtgeiiossenschaften unseres 'Landes aber ganz besonders gefährlich fein, ihr bestes M Nachzuchtmaterial zu verkaufen, und wir möchten W dringend rathen, durch Statuten- und Prämiirungs- M bedingungen, event. Aufzuchtsprämien vor Allem für D die Erhaltung und die Verbesserung der Qualität W ihres Mutterstammes zu sorgen.

M Gleichwohl wachsen j des Jahr Zuchtthiere heran, die als überschüssig für bett Absatz bestimmt sink». Es läßt sich auch b i den kleinen Leuten, die der Zuchtgenossenschaft angehören, mit den besten Maß­regeln nicht verhüten, daß sie, angelockt durch starke ^Nachfrage und hohe Preise, zum Verkaufe gar zu gerne bereit sind oder in beit kleineren Zuchtgenossen­schaften, bie weniger Absatzverbindungen haben, daß leider mitunter recht schöne Ziegenlämmer, die großen Zuchtwerth besitzen, geschlachtet werden, weil der be­treffende Ziegenbesitzer für die Aufzucht keinen Platz oder kein Futter hat. Gerade letzteres und die That- sache, daß der größte Theil des absetzbaren Ziegen­materials unserer hessischen Ziegenzuchtgenossen­schaften nach außerhalb Hessen verkauft wird, ver- !Mlaßt mich, an die Gemeinden unseres Landes ein Wort zu richten. Gar manche Gemeindeverwaltung steht noch auf dem Standpunkte, den ich Eingangs geschildert habe. Damals war es entschuldbar.

' Heute aber, wo die Nothwendigk-.it der Unterstützung der Ziegenzucht allgemein anerkannt wird und Bei- -spiele schönster Erfolge auf diesem Gebiete bereits

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wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. ^Ä'u,ra,h*,buri Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

------- ____________________ ~ o _________ftr den Meratmthtil: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg.

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Vorgehen in anderen Provinzen und drückte schließlich seine Freude darüber aus, daß sämmtliche Vertreter der Landwirthschaft ihm ein so klares Bild über den Stand der hiesigen Verhältnisse und über die Noth- wendigkett der neuen Genoffenschaft gegeben hätten, freute sich über die Einmüthigkeit und den seiner Ansicht nach gut ausgearbeiteten und praftischen Plan über die Errichtung der Kornhäuser. Er versicherte, daß er dem Herrn Minister für Landwirthschaft den günstigen Eindiuck mittheilen und derselbe jedenfalls den jetzt schon bestehenden Genossenschaften eine Staatsbeihilfe in Form billigen Geldes gewähren de, vorausgesetzt, daß der Landtag die schon bean­tragte weitere 2 Millionen zu dem Zwecke verwillige.

Freiherr v. Huene sprach gleichfalls seine Zu­stimmung zu der Gründung von Silo-Genossenschaften aus, erwähnte, daß er das Geld zum Lombardiren des Getreides zu höchstens 3 x/s Prozent zwar nicht an einzelne Vereine, wohl aber an den hessischen Verband geben würde. Nachdem dann die Herren Vertreter der Eisenbahndirektion in der entgegen­kommendsten Weise ihre Unterstützung durch Hergabe von Lagerplätz-n zugesagt hatten, schloß der Herr Oberpräsident mit warmen, von aufrichtigem Wohlwollen für den hessischen Bauernstand zeugen­den Worten die hochinteressante und jedenfalls der Landwirthschaft Vortheil bringende Sitzung. Die derselben beiwohnenden Landwirthe traten sodann zu der Gründung einer Bezirks - Pro- duktions- und Ankaufsgenossenschast, einer Genossen­schaft mit beschränkter Haftpflicht für Hessen, zu­sammen und wällten zum Vorsitzenden den Verbands- anwalt Rexerodt, als Stellvertreter Generalsekretär Gerland und Gutsbesitzer Recknagel-Hofgeismar. Zu Aufstchtsraklismitgliedern wurden Oberamtu-ann Olden­burg, Gutsbesitzer Bi.rschcnk, Gutsbesitzer Mertens und der Landtagsabgeordnete von Baumbach gewählt. Vorstand und Aufsichtsrath sind Ehrenämter.

Zweck der neuen großen Genossenschaft ist, bett lanbwirthschaftlichen Verkaufs-, Meliorations- unb Zuchtgenossenschaften bas zu ihren Zwecken nöthige Gelb zu 31/3 Prozent zu verschaffen unb ihre Pro« bukte zu verwerthen. Mitglieder können werden land- wirthschaftliche Aktiengesellschaften, obengenannte Ge­nossenschaften und Einzelpersonen, für deren Auf­nahme besondere Gründe sprechen. Bedingung ist, baß sie sich bem Revisionsverbanb Neuwied anschließen. Es ist somit dem hessischen Bauernstand Gelegenheit gegeben, sich zu seinem bei heutigen Verhältnissen so nöthtgen intensiven Betrieb billiges Geld zu ver­schaffen, die Produkte besser zu verwerthen und durch genossenschaftliches Zusammengehen sich vor Ueber- vo theilung zu wahren. Möchten dies Alle erkennen und Gebrauch machen von dem Vortheil, der ihnen geboten, es würde bi s einmal einen sicheren Erfolg garantiren unb vor allen Dingen der beste Dank für diejenigen fein, die zum Gelingen dieses großen Fort- schrittes auf dem G: biete des Genossenschaftswesens beigetragen haben.

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-vorhanden sind, ist es unverantwortlich, wenn Ge- -rneinden aus Gleichgiltigk it ober Sparsamkeitsrück- r Achten sich jeder Anregung ob r Maßregel zur Ver­esterung ber Viehhaltung der kleinen Leute verschließen. Solche vcikennen ihre Pflichten ganz und gar; sie haben diiAufgabe, für die Ziegenhaltung ebenso besorgt zu sein, svie für bie Rinbviehdaltung. Zum Mindesten muß |Bedangt w Iden, daß die Gemeinden für eine gesunde -Bockhaltung Sorge tragen, daß sie dieselbe entweder Mbst übernehmen bezw. die Böcke selbst ankaufen ""ai){r aber die Bockhalter durch angemeffene Bezahlung WM den Stand setzen und verpflichten, nur vorzügliches ----Bockmaterial anzuschaffen und zu halten.

. W ist eine Schande, daß in den meisten Ge- Vieinden heute noch gar nichts für die Bockhaltung aus der Gemeinderasse bezahlt wird, und die Ziegen- besitzer der Willkür der jetzigen Bockhaltung ganz und gar preisgegeben find. Die Nachtheile, die durch eine schlechte Bockhaltung entstehen, werden u°n den kleinen Ziegenbesitzern schwerer empfunden, als eine schlechte Bullenhaltung von den Großvieh-

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