d
n
M 99.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Jllustrirtcs Sonntagsblatt.
Znidgtn nimmt entgegen die Expedition dieser Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasmstein & Vogler in__
Sranffnrt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXII M°ss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. *
Daube & So. tn Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari«.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und CITI -.
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- wlQI'Vlll'U
dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. D
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile *7)0 tl HClft (1(1 29 AvNl 1897
»der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg. Ä/VUHt*|iuy, an. lon l.
Erstes Blatt.
ereii
i 181 lug Kalb eubit grui, en.
s 9H tbahch Gieß« der i - n Liß and.
te A bereit
9 !Y
sang
Vom Kriegsschauplätze liegen nachstehende weitere Meldungen vor: Das Athener Blatt „Asty" veröffentlicht folgende Note: Nach den jüngsten Ereignissen, welche die Oentliche Meinung erregen, hatte der Ministerpräsident Delyanni8 am 27. d. M. eine lange Unterredung sh dem Könige. Bei derselben wiederholte der Zöllig Delyannir gegenüber, daß er bereit sei, jede Niischeidung der Regierung anzunehmen, die geeignet sei, eine bessere Lage herbeizuführen. Nach der lbuerredung wurde der Ministerrath zu einer Sitzung cinberufcn, welche Mittag begann und um 5 Uhr Nachmittag noch fortdauerte. Der Ministerrath solle energische Maßregeln ergreifen.
Das griechische halbamtliche Blatt „Puri a" veröffentlicht in einer besonderen Ausgabe folgende Miühcllung: Oberst S o n a t e w i tz, welcher bei Nivenin eine Brigade befehligte, und seit der Ver- cheidigung von Revenin bei den Truppen sehr beliebt ist, ist zum Chef des Generalstabes der Armee in Thessalien ernannt worden mit der Ermächtigung, die übrigen Mitglieder des Generalstabes selbst aus- Mählen. Der Generalstab der Armee beräth über die Vertheidigung von Bolo und über die Einnahme einer staffelförmigen Vertheidigungsstellung der Armee bei Tharsala. Nach Einvernehmen mit dem Kriegs- Nlnister wurde der Befehl ertheilt, die Höhen zwischen
lges 6 Lelestinas und der Kaserne Pilaf - Tepe durch eine [27« _ unabhängige Brigade zu besetzen und ferner auf den Wen von Konos Kephale in Epirus Stellung zu
nehmen. Nachdem die türkischen Truppen Pentepigadia
■. M ahlrei [276
es ereilt
bsarzi
wiedererobert hatten, besetzten die griechischen Truppen alle diesen Platz umgebenden Höhen, um ihren Marsch ms Sanina zu sichern. Oberst Maros machte gestern und heute darauf aufmerksam, daß seine Armee noch verstärkt werden muß. Infolgedessen ist Oberst Beikiaris mit 2000 Mann ausgewählten Soldaten nach Epirus abgegangen. Es find Maßregeln für die Entsendung wetterer Verstärkungen getroffen. Das Gerücht, Oberst Mafios habe Befehl erhalten, Mruckzugehen, ist unbegründet.
idtfchk
Das türkische Hauptquartier ist von Larissa und Elassona nach K a z a k l a r verlegt worden. Bei Mezzovo und Luros in Epirus er-
(Nachdruck verboten.)
Du nur sprichst, Käthe,
M
sagte
Axel.
t Ge- (276? e sel.
(16< ie W
Roman von Clarifsa Lohde, (Fortsetzung.)
indlich ?bre» chwer- ilteten chen i
»2Bie »u. IV* e.uiyt, juyic «4«.
,'bleibt mir etwas Anderes? Ich muß mich glück- ;rch schätzen, wenn ich überhaupt so bald schon eine faße Anstellung erhalte. Und ich meine, eine Frau, ihren Mann liebt, folgt ihm überall hin, wo es ?uch fei. Das Glück liegt doch nicht in dem Ort, m bnn wir wohnen, wir tragen es in uns. Traurig llvmg, wenn es nicht so wäre!*
Käthe sagte nichts mehr. Wozu auch das Herz “«n Armen noch schwerer machen, als (8 vielleicht Wm war?
Äl München erhielt sie noch einen Brief von au8 Magdeburg, der auch durchaus ruhig und ^Mt erschien. Er theilte ihr mit, daß er seine und der Mutter noch selbst auf den Bahnhof habe. Sie seien dirett nach Riva am *®Mee gegangen, wo sie sich einige Wochen auf- ?HErn gedächten. Er selbst benutze jetzt seine freie Au zu einer wifienschasilichen Arbeit, für die er lange den Plan in sich getragen habe. So ®®btn denn auch diese bitteren Tage der Trennung dorübergehen.
Als fix heimkehtte, und nach Begrüßung von und Cousine in ihr Zimmer trat, war das 2p worauf ihr Blick fiel, das Bild Adelinens, A der Staffelei, uneingerahmt, wie sie es am letzten /^unsstage in der Wohnung der Grahams zurück- hatte.
$ ?$er hat das Bild hierher geschickt? Ich glaubte, «faßte jn einem von mir schon ausgesuchten psien Axel zugesandt werden?* wandte sie sich Aeud an Elly, die sie begleitet hatte, um ihr beim »batten ihrer Sachen behilflich zu sein.
>h«s t SU* t. (2?« tM 00/ \ auf 1
"M jg.
ßW rmg ' ftraßf,;
(2"
greifen die Türken die Offensive. Die Einnahme von Larissa hat lebhafte türkische Begeisterung hervor- gerufeu. Die Bevölkerung beruhigt sich mehr und mehr. Drei englische und ein französisches Kriegsschiff werden vor Saloniki erwartet. Ein türkisches Torpedoboot hat ein griechisches Segelschiff, welches in den Hafen einfuhr, mit Beschlag belegt.
Nach einer Meldung der „Times" aus Larissa ist am 25. d. M. Morgens 7 Uhr ein türkisches Kavallerie-Regiment, welchem sich Mustapha Natik Bei, ein Adjutant des Sultans angeschlossen, nach einem kurzen Gefecht am Peneus in Larissa einmarschiit. Das Regiment erbeutete 6 schwere Geschütze im Fort sowie eine Gebirgsbatterie und machte verschiedene Griechen zu Gefangenen, darunter auch Offiziere. Metzeleien oder Gewaltthätigkeiten sind nicht verübt worden. Einige Griechen hatten an ihre eigenen Häuser Feuer gelegt. Die von der Kavallerie zersprengten griechischen Truppen flohen in die Berge. Natik-Bei, welcher zum Kommandanten von Larissa ernannt ist, nahm Besitz von der Bank und den in derselben befindlichen Beständen.
Eine Depesche der „Times" aus Athen meldet, daß die Türken eine Stunde Weges von Bolo entfernt stehen und daß die griechischen Truppen sich unter Mitnahme der Verwundeten aus der Stadt zurückgezogen haben.
Der „Standard* meldet aus Athen: „Die Lage der Königlichen Familie ist unleugbar kritisch. Von zuverlässiger Seite wird versichert, daß Vorkehrungen getroffen werden, damit die Königliche Familie int Falle der Noth in aller Elle das Land verlassen könne. Die Einwohner schieben dem Kronprinzen die Schuld en den Niederlagen Griechenlands zu." Auch die Pariser Blätter halten die Lage des Königs Georg von Griechenland für schwer bedroht. Obgleich die pessimistischen Gerüchte über den Ausbruch einer Revolution und über die Proklamation einer Republik in aller Form dementirt seien, scheine doch eine bedenkliche Volksbewegung, wie sie König Georg schon gelegentlich seiner letzten europäischen Reise befürchtete, seit den Niederlagen der thessalischen Armee nahezu unvermeidlich. Der „Mattn* glaubt, der König sei gegenwärttg der Spielball in den Händen der Nationalliga, mit welcher die Mächte zu rechnen hätten, sobald es sich um die Regelung der Friedensbedingungen handle.
Gestern wurde in Athen die Kammer Nach-
„Da Axel nicht hier ist," entgegnete Elly, „haben es die Grahams wohl hierher geschickt. Uebrigens kam es erst vor wenigen Tagen an. Ein Dienst- manu brachte es mit der Karte der Dame, bei der sie gewohnt haben, und jenem Briefchen von Adeline selbst."
Käthe erbrach das Letztere sogleich und las die wenigen Worte kopfschüttelnd. Sie verstand nichts.
„Mit besten Danke sende ich Ihnen Ihr Meisterwerk zurück, da ich unter den obwaltenden Umständen nicht glaube, es behalten zu dürfen!*
„Unbegreiflich," rief Käthe. „Da muß etwas Besonders vorgefallen sein. Ist denn von Axel keine Nachricht da?"
„Nein, keine.*
Käthe, dachte in diesem Augenblick gar nicht daran, daß diese Zurücksendung des Bildes an sie einen großen Verlust für sie bedeute. Das Bild sollte, wie ihr bei der Bestellung gesagt worden war, ein Geschenk für Axel sein. Sie erwattete ein ihrer Arbeit entsprechendes Honorar dafür, und sie, die von dem ©rtrage ihrer Kunst lebte, hatte sich feste Rechnung darauf gemacht. Ihre Sorge drehtt sich nur um den Freund. Sie sandte sogleich einige Zellen nach Magdeburg mit bei Nachricht, daß sie heimgekehrt sei und zu ihrer Ueberraschung das Bild seiner Braut in ihrer Wohnung vorgefunden habe; ob er das so bestimmt habe.
Die Antwort erfolgte prompt.
„Lies einliegenden Brief von Adeline, den ich am selben Tage wahrscheinlich erhalten habe, als las Bild an Dich abgesandt worden ist. Er sagt Dir Alles. Käthe, ich war ein Thor! Die Leidenschaft hat mich blind gemacht. Ich wähnte hinter diesem schönen Antlitz, hinter dieser süßen Miene, diesem verführerischen Lächeln eine Seele. Maske, alles Maske! Ich bin geheilt für alle Zeit; aber
mittags zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenberufen. Mehrere Führer der Opposition sind dringend ins Palais gerufen worden. Der Abgeordnete Rallis, der bei dem Kampf zu Mati zugegen war, vermtheilt in jeder Hinsicht die jämmerliche griechische Kriegführung. Ueberdies berichtet der Kriegsberichterstatter der dänischen, also griechenfrenndlichen „Pollliken" über den Rückzug von Tyrnovas am 23. d. M.: „Der Rückzug vollzog sich in guter Ordnung, bis die Dunkelheit eintrat. Da näherte sich die griechische Cavallerie von hinten den sich zur ückziehenden Infanterie kolonnen. Die griechische Infanterie glaubte, es wären Türken, und feuerte auf die eigene Kavallerie. Nun entstand eine unbeschreibliche Verwirrung und Panik. Die Finsterniß vergrößerte die Panik. Die Soldaten warfen ihre Waffen weg und stürzten in wahnsinniger Flucht nach Tyrnovas. Ueberall erscholl der Ruf „Turkos!" Die Soldaten liefen zwischen Weibern und Kindern durch die Sttaßen Tyrnovas. Die Offiziere waren machtlos, die Ordnung wieder herzustellen. Alles war in eine große Staubwolke gehüllt. Mit leichenblassen Gesichtem kamen um Mitternacht die ersten Flüchtlinge in Larissa an, Kavalleristen ohne Pferde, waffenlose Infanteristen liefen durch die Stadt, die Panik auch hier verbreitend. Unter der größten Verwirrung wurden 1000 Verwundete auf den Bahnhof gebracht."
Eine griechische Abordnung aus Volo hat in Larissa von türkischer Seite beruhigende Versicherungen darüber erhalten, daß die Truppen der Juvasiousarmee gegen die Bevölkerung Thessaliens nichts Feindliches im Schilde führen. In Larissa herrscht vollständige Ordnung. Türkische Soldaten pattouilliren in den Sttaßen. Leben und Eigen- thum der Einwohner sind völlig gesichert und auch einige Läden bereits wieder geöffnet. Es heißt, bevor die griechischen Truppen geflohen, habe der Kronprinz gebeten, zu bleiben und dem Feinde die Spitze zu bieten, aber sie hatten sich defien geweigert. Edhem Pascha hat in Larissa sein Hauptquartier aufgeschlagen. Eine Division ist nach Volo abgeschwentt, eine zweite nach Trikkala. Ghasi Osman Pascha begiebt sich sofort nach Epirus. Grumbckow Pascha geht ebenfalls dorthin. Die türkische Flotte ist mit geheimen Ordres ausgelaufen, vermuthlich nach Saloniki, woselbst ein Zusammenstoß mit der griechischcn erfolgen dürfte.
die Wunde brennt, und der Schmerz wird bleiben, so lange ich athme Wie bevorzugt ist Wolf, und wie kann er seinem Schöpfer danken, daß er vor einer Erfahrung, wie ich sie gemacht habe, bestell geblieben ist. Und er glaubte, so sehr mein Glück mir neiden zu müssen, daß es ihn nicht mhen ließ, ehe er Blut fließen sah. Jetzt wünschte ich lieber die Äugel in der Brust zu tragen, als so mit dieser nie heilenden Wunde fortleben zu müssen, ein um ein den Glauben an Liebe und Treue für immer Betrogener. Bitte, vernichte ihren Bries. Möchten die Flammen auch die Erinnerung an diese Sirene aus löschen, die anzog, 'um zu verderben. Auch Du arme Käthe, hast unter der elenden Gesinnung dieser Fremden zu leiden. Monate lange Arbell umsonst! Aber nein, nicht umsonst! Dein Porttall ist ein Meisterwerk, nimm ihm das Individuelle und schicke es in die Welt, es wird Dir einen Rus machen, davon bin ich überzeugt."
Käthe legte anffeufzend den Bries fort und ent» entfaltete dann ein zweites Blatt, das mll der lang- gezogenen englischen Schrift Adelinens bedeckt war.
„Mit bekümmertem Herzen, mein guter Axel, setzte ich mich nieder, um Dir diesen ersten Bries aus der Fremde zu schreiben, der leider auch der letzte sein muß. Ich habe Dir ein Geständniß zu machen, das mir, weiß Gott, nicht leicht wttd. Aber weder meine Mutter, noch ich wagten Dtt mündlich zu sagen, was doch gesagt werden muß. Wenige Tage, ehe wir Berlin verließen, erhielten wtt eine Nachricht aus New-Iork, die uns beinahe zerschmetterte. Unglückliche Spekulationen haben uns beinahe um unser ganzes Vermögen gebracht. Wir sind jetzt arm, und es bleibt uns nichts, als sobald als möglich den Heimweg nach Amerika anzutteten, um zu retten, was noch zu retten ist. Nur so lange bleiben wir noch in Europa, bis der Aufenthalt in der milden Luft des Südens meine sehr angegriffene
lieber Wien endlich wird vorn Kriegsschauplatz telegiaphitt: Bei der Concenirirung der griechischen Truppen bei Pharsala wurde entdeckt, daß eine Abtheilung von 1 0000 Mann fehlte. Man nimmt an, daß dieselben bei Nezero von den Türken eingeschlossen sind.
Umschau.
In der Reichshauptstadt begann gestern der deutsche Handwerkertag unter guter Be- theiligung seine Verhandlungen über die Hand- werker-Organisations-Vorlage. An den Tafeln der Ehrengäste saßen die ReichStagsabgg. Jacobskötter, Dr. Vielhaben, Euler, Metzner u. A. Als Vertreter der hanseatischen Gewerbekammern waren Schonr, Er. Brehmer, H. Merths, F. Schwartz aus Lübeck, I r. Jacobi, Dr. Feldmann, H. Sttuck- mann und Joh. Brinckmann aus Bremen, Dr. Hempke, C. H. M. Bauer und E. S. Schmidt aus Hamburg erschienen. Das Reichsamt des Innern war durch den Geh. Regierungsrath Dr. Wilhelmi und den Regiemngsasstssor Dr. v. Sydow vertreten, der Handelsminister durch den Geh. Rezierungs- rath Sieffert. Die Vertreter des Allgemeinen deutschen Handwerkerbundes Nagler, Leib, Baum u. A. haben eine Erklärung erlassen, wonach sie die Vorlage auch in der Regierungsfassung annehmen würden und sich dem Handwerkertage nicht anschließen. Gleichzeitig legen sie den Delegllten an's Herz, sich nicht zur absoluten Ablehnung der Vorlage verleiten zu lassen, sondern das Erreichbare anzunehmen. Obermeister Faster-Berlin eröffnete die Verhandlung mit dem Hinweis auf den Umschwung der Verhältnisse seit dem letzten Handweikertage. Der Berlepsch'sche Entwurf habe die Frage der Jnnungsbildung wieder in's Rollen gebracht, mb die Septemberkonferenz hätte Abänderungsvorschläge dazu gewacht. Der Bundesrath habe aber jene Vorlage verworfen und eine neue gemacht, die, da sie den Abänderungsvorschlägen der Handwerker nicht entspreche, vom Handwerk bekämpft wird. Der Redner schloß mit einem Hoch ans Se. Majestät den Kaiser und die Bundesfürsten und begrüßte dann die Vertreter der Regierung. Jn deren Namen antwortete Geh. Regierungsrath Dr. Wilhelmi: Der Vorstand habe den Staatssekretär des Innern und den Minister für Handel und Gewerbe gebeten, Vertreter zu entsenden. Die Herren Minister hätten diesem Wunsche
Gesundheit wieder gekräftigt haben wird. Ich setze dem nichts hinzu. Du wirst mir mit Deinem bedächtigen Sinn zustirnmen, daß ein Band, unter dem wir beide uns gedrückt fühlen würden, wenn es weiter festgehalten würde, gelöst werden muß. Denn Axel, auch Du bist ja vermögenslos, wie Du es neulich erst meiner Mutter ausemandegergesetzt hast, hier hatte Axel mit einem Bleistift an bett Rand geschrieben: Das ist des Pudels Kern! weder ich, noch Du sind aber gewöhnt, uns einzuschränken; wtt bedürfen eines gewissen Luxus, um das Leben erträglich finden zu können. So - giebt es für uns nichts Anderes, als von einander zu scheiden. Möge es von Deiner Seite ebenso ohne Groll geschehen, wie von der meinen. Das ist der letzte Wunsch, die letzte Bitte von Adeline."
Es dauerte lange, Käthe mit dem Lesen des Briefes fertig war. Immer wieder überflog fie die Zeilen. Giebt es denn keinen Ausdruck von Gefühl, von Wärme in ihm, der, wenn auch nur ein wenig mll dieser eiseSkallen Absage an einen Mann versöhnt, von dem sie sich wahr und auftichtig geliebt weiß? — Nein, fie fand einen, nur wohlgesetzte, mll Bedacht ausgeklügelle Worte. Axel hatte recht, dieses Schriftstück mußte vernichtet werden. Jedes Wiederlesen würde den Schmerz ja nur verschärfen, die Wunde toieber aufreißen. Mechanisch fast zünbete sie die auf ihrem Nachttisch stehende Kerze an unb hielt bas Papier an bte aufblitzenbe Flamme. Dann trat fie vor bas Bilb Abelinens hin unb betrachtete es lange nachdenklich:
„Sirene," murmelte sie leise. „Ja, Axel hat recht, sie ist eine Sirene, bie anlockt, um zu verderben. Unter keinem beffaren Titel werde ich dieses unselige Werk meiner Hände in die Welt schicken können."
(Fortsetzung folgt.)