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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbmg «nd Kirchhain.

Redaktion «nd Expedition: Markt 21. Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann

.......... ...... ' ' . .. _ ° __________für den Alseratentheil: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg.

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Zweites Blatt

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Marburg

Freitag, 16. April 1897.

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Methodisten Gemeinde (Ritterstraße 8).

1. Ostertag.

Vormittag V.10 Uhr: Predigt.

11 Uhr: Sonntagsschule.

Nachmittags 2 Uhr: Frauenverein.

Abends 8 Uhr: Predigt.

be8 Körpers leider arg zerstört waren, dagegen war der hintere Theil des Körpers von der Mitte des­selben ab unversehrt. Er zeigte eine birnenförmige Gestalt ohne jedes Anhängsel und besaß eine fast glatte Bedeckung. Messungen ergaben eine Länge von 7, eine Breite von 21/i und eine Dicke von l l/z rn. Das Gewicht dieser Körpermasse wird auf mindestens 10 Tonnen veranschlagt. Zwölf Mann vermochten dieselbe nicht zu bewegen, und erst nachdem man sechs Pferde zu Hilfe genommen, gelang es, den Kadaver auf einen höher gelegenen Theil des Sttandes und auf eine hölzerne Unterlage zu bringen, wo Photographieen angefertigt wurden und der weitere Austrocknungsprozeß durch Anwendung von Kon- servirungsmittcln unterstützt werden soll. Da alle Fangarme des Thieres fehlten, so ist man bezüglich seiner Länge nur auf Muthmaßungen angewiesen. Da die acht Arme aber immer in einem gewissen Verhältniß zum Körper stehen, so nimmt man an, daß sie wenigstens 30 m lang gewesen sein müssen und daß das ganze Thier bei Lebzeiten ein Gewicht von 1820 Tonnen besessen habe. Das Fehlen der Arme wird einem Kampf mit einem der in den Gewässern des Golfstroms nicht seltenen Sperm- walfische zugeschrieben, in deren Magen sehr oft gewaltige Mengen verschluckter Tintenfische bor gefunden wurden. Alle mittelamerikanischcn Ge­wässer find reich an Kopffüßlern, von denen viele eine sehr ansehnliche Größe erlangen. Vor wenigen Tagen hatten zwei angesehene Sportsleute aus New-Haven in Connecticut, die sich auf einer Fischtour an der Küste von Florida aufhalten, bei Miami einen heißen Kampf mit einem derartigen Thier zu bestehen. Dasselbe war von einem Angel­haken erfaßt worden und klammerte sich mit seinen Fangarmeu an das Boot der Fischer an, die Mühe genug hatten, die Arme der Bestie so schnell abzw chlagen, als sie auftauchten.

Krrtenfischcs Studentenlird. Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren, brauchen wir die Mächte noch dazu? Malz und Hopfen sind an uns verloren, den» wir geben nun und nimmer Ruh. Weiß doch Mann und Frau, valleralla! bei uns ganz genau, valleralla! wo die großen Mächte drückt der Schuh! Ganz Europa wundert sich nicht wenig, welch ein neues Reich entstanden ist. Wer die meisten Türken haut, ist König, Bischof, wer die schönste Türkin küßt. Wer da hat kein Geld, valleralla I heißt bei uns ein Held, valleralla! wer da brennt und sengt, wird Polizist. Gebt uns nun den Sultan zum Ge­bieter, oder gebt uns die Autonomie; setzt Euch selber noch dazu als Hüter, Ruhe giebt's auf Kreta nun urd nie! Und der Herr Finanz, valleralla! bankrotttrt mit Glanz, valleralla! unter Türk- und

Kirchliche Nachrichten.

1. Ostertag.

Lutherische Pfarrkirche.

Vormittags: Herr Superintendent Happ ich.

(Abendmahl.)

Nachmittags: Herr Pfarrer Herrmann.

Elifabethkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Manger.

(Abendmahl.)

Nachmittags: Herr Pfarrer Metz.

Reformirte Stadt, «nd UniverfitätSkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Scheffer.

(Abendmahl.)

Nachm: Herr Pfarrer Schindewolf. (Amtswoche).

Katholische Gemeinde.

Um V£8 Uhr heil. Messe mit Frühlehre: Kaplan Dang »l; um % 10 Uhr Hochamt und Predigt: Pfarrer Weber.

2. Ostertag.

Lutherische Pfarrkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Heermann.

Nachmittags: Herr Snpettntendent Happtch.

Elifabethkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Metzi

Nachmittags: Herr Pfarrer Manger.

Reformirte Stadt- und UniverfitätSkirche.

Vormittags: Herr Pfarrer Scheffer.

Nachmittags: Herr Pfarrer Horbach.

Katholische Gemeinde

Vormittags '/,8Uhr: Heil. Messt mit Frühlehr«: Pfarrer Weber; um Viio Uhr: Amt und Predigt: Kaplan Dangrl.

Am Nachmittag vor jedem Feiettag von 3 Uhr ab Gelegenheit zum Beichten.

Vermischtes.

Warum BrahmS nicht geheirathet hat, erzählt Widmann in derNation". Aufgedonnerte und auf­getakelte Dame», besonders wenn er in ihrem Wesen Geziertheit zu bemerken glaubte, kamen bei Brahms schlecht weg; auch den Autographenjägerinnen hat er manche schlimme Tour gespielt. Solche haben sich dann wohl für Nichtbeachtung ihrer Reize und An­sprüche dadurch gerächt, daß sie Brahms für einen rücksichtslosen, unhöflichen, ja unmöglichen Gesell­schafter erklärten, während es bezeichnend ist, daß alle mir bekannten Frauen uud Mädchen von ein­facherem und edlem Wesen Brahms vergötterten und in ihm, auch abgesehen vom großen Meister, den Inbegriff eines echten Mannes sahen. Einen ge­wissen Misogynen Zug etwa so, wie er an Lessing hervortritt kann man allerdings Brahms nicht absprechen. Obwohl ihm wie jedem mit mächtiger Phantasie begabten Künstler das Weib, das man liebt und besingt, unentbehrlich war, liefen seine häufigsten Aeußerungen über die schönere Hälfte des Menschengeschlechts doch so ziemlich auf jenes Hamlet- sche:Frailtyl thy name is woman !il hinaus Dennoch würde er wie Lesfing gern versucht haben, es auch einmal so gut zu haben wie andere Menschen, das heißt zu heirathen, wenn er in seinen mittleren Mannesjahren schon jene unbestrittene Anerkennung der Meisterschaft in seiner Kunst erlangt hätte, die ihm wenigstens im letzten Dezennium seines Lebens voll zu Theil wurde. Es war im Sommer 1887 auf einem Spaziergange mit Widmann längs dem rechten Ufer des Thunersees, daß Brahms davon zu sprechen begann, warum er nicht geheirathet habe. Nicht um die Mittel, durch seine Kunst Frau und Kinder zu ernähren, war ihm bange.Aber," sagte er, in der Zeit, ia der ich am liebsten geheirathet hätte, wurden meine Sachen in den Konzertsälen ausge­pfiffen oder wenigstens mit eisiger Kälte aufgenommen. Das konnte ich nun sehr gut ertragen, denn ich wußte genau, was sie werth waren, und wie sich das Blatt schon noch wenden würde. Und wenn ich nach solchen Mißerfolgen in meine einsame Kammer trat, war mir nicht schlimm zu Muthe. Aber in solchen Mo­menten vor die Frau hin,ut>eten, ihre fragenden Augen ängstlich auf meine gerichtet zu sehen und ihr sagen zu müssen:Es war wieder nichts," das hätte ich nicht ertragen. Denn möchte eine Frau mich noch so sehr lieben und auch, was man so nennt, an mich glauren, die volle Gewißheit meines endlichen Sieges, wie sie in meiner Brust lag, konnte sie doch

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"ichi haben. Und wenn sie mich gar hätte ttösten wollen . . . puh, ich mag nicht daran denken, was das für mich für eine Hölle gewesen wäre! Daß es ihm in seiner Jugend schlecht ging, hat er nie geleugnet.Die schönsten Gedanken fielen mir ein," sagte er zuWidmann einmal, wenn ich mir früh vor Tag die Stiefel wichste." Als ich mich einst wunderte, erzählte W., wie er in einem Tingeltangel- lokal, in dem wir ein Glas Bier tranken, dem am Klavier sitzenden, recht mittelmäßig spielenden Menschen so aufmerksam zuhören konnte, beantwottet er meine Bemerkung mit dem Hinweise, so wie dieser blaffe Mensch habe er in seiner Jugend oft in noch schlimmeren Shteipen zum Tanze aufgespielt.Damals komponirte ich schon, aber nur in aller Heimlichkeit und in den frühesten Morgenstunden, den Tag ü?er arrangirte ich Märsche für Blechmusiken und dergleichen, Nachts saß ich in Schänken am Klavier." Wahrhaftig, das Schicksal scheint gewußt zu haben, warum es diesen Mann mit einer fast bärenhaft starken physischen Konstitution ausstattete. Und er selbst freute sich ihrer.

Urber riesige Kopffüßler an der Küste von Florida wird derKöln. Ztg." aus Neto-Dork geschrieben. Von ihrem Unglauben an außergewöhn­lich große Seeschlangen, Kraken, Tintenfische und andere Seeungeheuer hat die Wissenschaft während der letzten Jahre sich zum Theil bekehren müssen Während man heute noch geneigt ist, das Vorkommen von _ 20 bis 40 Meter langen Seeschlangen anzu- zweiffln, ist dagegen das Vorkommen von außer­ordentlich großen Tintenfischen ober Kopffüßler wiederholt während der letzten Jahre auf bas be stimmteste bewiesen worben unb zwar durch das Auf­finden solcher Thiere, die von schweren Sturmwellen an den Strand geworfen wurden. Vor mehreren Jahren wurde ein Kopffüßler von bisher unerhörter Größe an der Küste von Neu-Fundland angeschwemmt. Naturgetreue Nachbildungen desselben erregen noch jetzt das Staunen aller Besucher der naturhistorischen Museen zu New-York und Washington. Am 5. Dezember vorigen Jahres ward ein noch größeres Exemplar derselben Gattung südlich von St. Augusttne auf die flordtanische Küste geworfen und ist seit jener Zeit mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher Unter­suchungen gewesen. Der erste Bericht über das Monstrum erschien im New-Uoik Herald am 3. Jan., zwei Wochen späler begannen Dr. de Witt Webb und Prof. A. E. Verrill von der Universität zu Aale den gewaltigen, zum großen Theil mit Sand überdeckten Kadaver bloßzulegen, wobei sich heraus­stellte, daß derselbe nicht, tote man befürchtet hatte, dem Verwesungsprozeß anheim gefallen war, sondern

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vielmehr einen Austtocknungsprozeß durchgemacht hatte. Nach der Entfernung des Sandes ergab sich, uuuuuiuu um daß der Kopf des Thieres und der vordere Theil! Griechindynastie.

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