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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

««k >wd v«ck»i: Ioh. Llng. »och, UnivrrfitätS-Buchdruckerei tu Marburg. BrraatworÜich für dm allgmtdnu Theil: Redakteur M. Hartman».

Redaktion und Expedition: Markt 91. VVUlllUyPVIUlh für dm Miatmth.il - Joh. «ug. Koch, Bdh. in Marburg.

JK 88.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PreiS bei ba Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnferttonsgebühr für die gespaltene Zeile eb«r deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 14. April 1897.

Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition dieses Blattes, sowie di» Annoncm-Bureaux von Haasmstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln, C. L. Laube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XLXU. Jahrg.

Rechtsgefühl und öffentliche Meinung.

DerDeutschen Juristen-Zeitung" entnehmen wir nachstehende vom Reichsgerichtsrath Er. Stenglein in Leipzig verfaßte Ausführungen, die sich mit einer der zahlreichen Fragen befassen, bei deren Besprechung die Tagespresie, angeblich sich in den Dienst der öffentlichen Meinung" stellend, das heutzutage so beliebteNörgeln" in ausgiebiger Weise betreibt.

Keine Zeit war wohl darin so stark, wie die Mserige, mit gewissen Stichworten die wichtigsten Fragen entscheiden zu wollen, und zwar mit Stich­worten, welche eine ernstere Prüfung durchaus nicht »ertragen, trotzdem aber ihre Wirkung thun. Eines dieser Stichworte, welches das juridische Gebiet be­rührt, ist die Berufung auf das Rechtsgefühl des Volkes. Es wird in Diskussionen über Rechtsfragen benützt, ohne zu prüfen, ob das angebliche Rechts­gefühl überhaupt bestehe, und wenn, in welcher Richtung es sich äußere.

Gefühl ist, praktisch genommen, ein instinktives Uilhell, welches von Logik und Vernunft möglichst wenig beeinflußt wird. Entsprechend ist Rechtrgefühl ein instinktives Urtheil über Rechtsfragen, welches nach Logik und Vernunft absolut nicht fragt. Ob aber im Volke überhaupt ein solches unzulängliches Urtheil bestehe oder nicht, wer von allen Denen will cs beweisen, die es als Stichwort benutzen?

Es liege ferne, auch ein Rechtsbewußtsein des Volkes bestreiten zu 'wollen. Wo aber ein solches im Volke wirklich auftritt, wirkt es so mächtig als Ausdruck des nationalen Urtheils, daß auch die Richter sich demselben nicht entziehen können. Es wird darüber nie zu den kleinlichen Zänkereien kommen, zu denen die Behauptung des Rechtsgefühls in bestimmten Fragen führt.

Aehnlich verhält es sich mit der öffentlichen Meinung. Diese ist überhaupt schwer zu definiren. Häufig handelt es fich um keine öffentliche, sondern um die Meinung bestimmter Stände oder sonstiger Volkstheile, noch häufiger wird der zeitungslesenden Menge in Fragen, über welche sie kein eigenes Urtheil hat, durch die Tagespresse eine Meinung auf­gedrungen, indem gewisse Mißstände oder auch nur angebliche Mißstände möglichst laut und energisch be­kämpft werden, wobei gegenteilige Meinungen ignorirt oder mit der in dem größeren Theil der Presse üblich gewordenen Polemik, ohne sich viel auf Gründe ein­zulassen, niedergeschrieen werden ....

Einer eigenthümlichen Erscheinung dieser Art, die zu obigen Betrachtungen Veranlassung gegeben hat,

begegnen wir in denPreußischen Jahrbüchern", Januarheft 1897, S. 196, 197. Nach einigen ganz vernünftigen Einlestungssätzen, würdig einer ernsten Zestschrist von der Bedeutung derPreußischen Jahrbücher", geht die Besprechung über zu Sünden der Strafjustiz, die nicht etwa eingehend bargelt gt, andern im Tone unfehlbarer Weisheit nur kurz aber erkennbar bezeichnet werden, um das Urtheil zu begründen: Dieses Urtheil giebt aber nicht etwa ein rewiegter Jurist ab, sondern ein Geschichtslehrer, von rem sogar bezweifelt werden muß, ob er nur das Detail der Fälle kennt, über welche er souveaain ab- urtheilt, und deren geringe Zahl im schlimmsten Falle ein Urtheil nicht rechtfertigen würde!

Die Majestätsbeleidigung eines sozialdemokratischen Redakteurs aus Anlaß der Letzlinger Saujagd mag zweifelhaft gewesen sein. Was berechtigt aber den Herrn, ohne Weiteres seine Zweifel höher zu stellen, als den Mangel an solchen Zweifeln bei fünf juridisch gebildeten Richtern, die ohne Zweifel mit der Person des Abgeurtheilten und mit den Verhältnissen ver­trauter waren, als der Redakteur derPreuß. Jahr­bücher?" Die Behauptung, dem verurtheilten Redakteur sei nicht nachgewiesen, daß er von der Anwesenheit des Kaisers bei jener Jagd etwas gewußt habe, ist vollends eine so willkürliche, daß sie sich in einem sozialdemokratischen Blatte besser ausnehmen würde, als in den ernstenPreußischen Jahrbüchern."

Die Anwendung des Groben Unfugs-Paragraphen auf eine Bismarck-Beleidigung in Bayern und die Behauptung eines Gerichtsurtheils, es gäbe keinen Diebstahl an elektrischer Kraft, giebt dem Herrn zu folgendem Ausruf Anlaß:Hier der ödeste Forma­lismus unter absoluter Verachtung der Natur der Sache; dort eine völlig willkürliche Ausdehnung der Strafbestimmungen, die zuletzt jede Rechtssicherheit aufhebt." Die arme Strafjustiz, einmal vertreten durch ein Amtsgericht in München, das andere Mal durch den obersten Gerichtshof des Reichs, kann es dem Herrn nicht recht machen, und es wird ihr wohl nichts übrig bleiben, als sich künftig stets an die Pythia derPreußischen Jahrbücher" zu wenden, um das Orakel zu erholen, ob die Gerichte ausdehnend oder einengenb Gesetze zu interpretiren haben. Nur sollte, bis diese Einrichtung getroffen ist, ber Urheber solcher gründlichen Beurtheilung der Strafjustiz nicht von sich sagen:Ich bin ;ber Letzte, dem es Ver­gnügen macht, an den öffentlichen Einrichtungen in Deutschland hemmzunörgeln." Hat er doch nicht einmal den Widerspruch erfaßt, der darin liegt, daß seine Angriffe gegen die Organe der Strafjustiz und

deren Handhabung ber bestehenden Gesetze gerichtet sind, daß er aber zum Schluß ans dem Einbringen der Slrafgesetznovelle glaubt den Beweis ziehen zu dürfen, daß es auch nach Ansicht der Reichsregierung mit unserer Strafjustiz nicht so stehe, wie es sollte. Novellen suchen die Gesetze, nicht die Richter zu ver- beffem! Den bestehenden Gesetzen find aber bekannt­lich auch die Richter unterworfen.

Schließlich noch ein Wort über die Anwendung ber Strafbestimmung über groben Unfug auf gewisse Preßäußerung,diese willkürliche, die Rechtssicherheit aufhebende Extendimng der Strafbestimmungen." Der § 360 Ziff. 11 unseres Strafgesetzbuches tagt:Es wird bestraft, wer ungebührlicherweise mhestöreuden Lärm erregt oder wer groben Unfug verübt." An­erkanntermaßen bezweckr die erste Alternative den Schutz des Bürgers gegen Störung seines physischen Ruhebedürfnisses. Die zweite Alternative wird u. A. auch angewendet gegen ungebührliche Verunglimpfung der moralischen Gefühle, sowohl religiöser Gefühle, als jener der Pietät, der Dankbarkeü, der Nationalität u. s. w. Darin eine die Rechtssicherheit aufhebende Ausdehnung des Gesetzes zu finden, nachdem das Gesetz keine Definition des groben Unfugs giebt, heißt mit anderen Worten:Daß der Schlaf des ruhigen Staatsbürgers gestört wird, ist strafbar; die heiligsten Gefühle des Staatsangehörigen zu verletzen, muß aber die Presse das Privilegium haben."

Es ist hohe Zett, an die emsten Vertreter der Presse, welche es gut meinen mit der Erhaltung des bestehenden Staates, die Mahnung zu richten: sie sollten nicht fortwährend dem Rechtsgefühle des Volkes oder der sogen, öffentlichen Meinung die An­sicht unterschieben, man sei in Deutschland einer gewissenlosen oder unfähigen Strafjustiz preisgegeben. Glaubt jedoch ein Preßorgan einzelne Vorkommnisse der Kritik unterstellen zu müssen, so möge es wenigstens nach eingehenderer und sachlicherer Prüfung geschehen, als es in diesem Falle diePreußischen Jahrbücher" gethan haben.

Umschau.

In der letzten Sitzung der CasselerHandels- fammei berichtete u. A. Herr C. C. Zickendraht über d i e nachtheilige Wirkung des Consumvereinswesens sowohl für die Ge- sammtheit als auch den ansässigen Kaufmannsstand, und dem gleichzustellende ähnliche Einrichtungen, wie Consum-Anstalten und Canttnen, Beamten- und Offi- eiers-Cousum-Vereine und Waarenhäuser. Der wirth-

(Nachdruck verboten.)

Schwester Ilse.

Roman von Clariffa Lohde.

(Fortsetzung.)

Das gleiche Schicksal, daS Wolf und Käthe be­troffen, so früh zu verwaisen, hatte sie einander noch näher gebracht. Auch in Berlin hielten sie treu zu­sammen, und Axel hatte sie gleich nach seiner Ver­lobung bei seiner Braut und deren Mutter eingeführt, welche letztere sie mit dem angenehmen Auftrage be­ehrt hatte, ihre schöne Tochter zu malen. Da Käthe ziemlich unbemittelt war und von ihrer Kunst der­einst leben mußte, war ihr dieser Auftrag hoch will­kommen, besonders, da die Schönheit Adelinens ihr eine schwere, aber auch im Falle des Gelingens sehr lohnende Aufgabe bot.

Leider war die verwöhnte Amerikanerin launisch nnd sagte nur zu ost, besonders in letzter Zeü, wie auch heute, die Sitzungen ab, was Käthe stets sehr verdroß.

Gut, daß Du zu Hause bist, Käthe," rief Elly ihr schon beim Eintritt heiter entgegen,so kannst Du es doch auch gleich erfahren, das große Er- eiguiß"

Käthe sah bald Elly, bald die Tante an.

Welches große Ereigniß?"

Die Geheirnräthin lachte.

Es ist gewiß nicht viel dahinter, sie will uns nur ein wenig auf die Folter spannen."

Ach, Elly, dazu bin ich heute gar nicht ge­stimmt."

Well Miß Adeline wieder einmal abgesagt hat? Aber daran mußt Du Dich doch schon ge­wöhnt haben."

Käthe zuckte die Achseln.

An Unangenehmes gewöhnt man sich nie. Doch jetzt rede; das Mädchen deckt schon den Tisch, also heraus mit Deiner Neuigkeit!"

Es betrifft Wolf, Vetter Wolf," fuhr Elly nun fort und sah triumphirend von Einer zur Andern. Die Eva van Sttachwitz hat es mir in der Hoch­schule erzählt, und sie hat eS durch einen Brief ihrer Eltern erfahren, deren Gut ja dicht bei Gatters­berg liegt."

Da Du solch ein fröhliches Gesicht machst, muß die Nachricht wohl eine gute sein," meinte die Mutter;es geht dem armen Wolf also bester?"

Dem atmen Wolf? Mama, Du brauchst ihn gar nicht mehr zu bedauern. Einen glücklichen Bräuttgam wirst Dn doch nicht mehr arm nennen wollen?"

Jetzt ließ die Geheirnräthin wirklich vor Ueber- raschnng die Sttckerei in den Schooß fallen, und auch Käthes Augen öffneten sich vor Verwunderung sehr wett.

Unsinn, Elly," sticß sie hervor.Das ist ein Märchen."

DaS glaube ich auch," fügte die Geheimräthin hinzu,und ich bitte Dich, es nicht es nicht weüer zu Derbreiten, auch gegen Axel zu schweigen. Ihn verstimmt jede Erwähnung von Wolf."

Wäre die Nachricht wahr, so würde sie chm angenehm sein,warf Käthe ein, da ich das aber bezweifle, meine ich auch, wir schweigen lieber. Ein Todteskandidat, wie man allgemein sagt, heirathen undenkbar. Und wer sollte die Er­wählte sein?"

Ja, das ist ja eben das Romantische bei der Sache. Der hochmüthige Wolf dem keine schön und vornehm genug war, hat sich jetzt ganz plebejisch in seine Pflegerin verliebt, die fteilich auch ein Mädchen

von Adel sein soll, aber aus ganz unbemittelter Familie

Die Geheirnräthin schüttelte den Kopf:

Nein, nein, das klingt ganz unglaublich. So etwas sieht Wolf gar nicht ähnlich."

Im Eßzimmer, wo der Tisch gedeckt stand, wurde jetzt ein Klappern von Tellern hörbar, das Dienstmädchen rief zu Tische. Als nach beendetem Mahle die Geheirnräthin sich zu ihrem Nachmittags- schläschen zurückgezogen hatte, faßte Elly die Kousiue unter den Arm und zog sie mit fich in den kleinen Erker:

Jetzt ober beichte Du einmal, Käthe. Ich wollte es vor der Mama nicht zu Dir sagen; denn die liebt, wie sie immer sagt, solch Gerede über Dinge nicht, die uns direkt nichts angehen. Du kennst doch Mrs. Graham und ihre Tochter näher. Weißt Du, daß man sich allerhand Über sie erzähll, hier und da hörte ich schon ein Wort fallen, wie Abenteurerinnen

Käthe sah sehr ernst aus:

Freilich, auch mir kommen manchmal solche Gedanken; aber ich verscheuche sic gleich wieder. Um Axels willen würde mir daS furchtbar leid thun."

Liebt er sie denn wirklich? Mir schien in der letzten Zeit öfters, als stimmte es dort nicht mehr recht."

Wohin denkst Du? Axel hat sein Wort ge­geben, und es ist kein Mann, der ein gegebenes Wort bricht."

Wenn aber nun ihr Reichthum auch ein wenig Schwindel wäre? Du weißt, Axel ist auf ihr Ver­mögen mit angewiesen, um heirathen zu können, be­sonders wenn Wolf wirklich, wie man doch annimmt, wieder gesund werden sollte. Weißt Du, daß man übrigens Miß Adeline mit als Ursache zu dem Duell

schastliche Nutzen dieser Vereinigungen sei meistens für die unmittelbar Betheiligten illusorisch, häufig nur ein scheinbarer, da die Maaren bei gleicher Qualität, gleichen Zahlungsbedingungen usw. ebenso vortheilhast bei dem ansässigen Kaufmann zu erhalten wären, während durch das Bestehen und die weitere Ausbreitung dieser Vereine der kaufmännische Mittel­stand in seiner Existenz auf das Empfindlichste be­droht werde. Zur Beseitigung dieser Mißstände stelle der Centtalverband die Forderung:

1) Eintragung ber Konsum- und anderen Vereine in das GenoffenschaftSregister 2) Beseitigung der Bevor­zugungen gegenüber den Einzelkausteuten, wie Befreiung von Staats- und Gemeindeeinkommensteuern, Hergabe von Räumen Seiten« der Behörden ohne angemessenes Entgelt, Befreiung von der Maß- und Gewichtsordnung und dem Gesetz betreffend den Verkelr m t Nahrungsmitteln, wenn nur au Mitglieder verkauft wird. 3) Verbot der Divideu- denvertheilung. 4) Verbot der Beschäftigung von Staats­und Gemeindebeamten in Consum- und anderen Vereinen.

Diesen Forderungen schließt sich Berichterstatter an und befürwortet deren Annahme.

Berichterstatter geht ferner auf die Frage des Lehrlingswesens und der kaufmänni- fchen Ausbildung im Allgemeine» ein. Ein Theil der im Kaufmannsstand hervorgettetencn Miß­stände fei neben den schon hervorgehobenen Ursachen, dem übergroßen Zudrang ungenügend für den Beruf vorbereiteter Kräfte zuzuschreiben. Während z. B. in Hersseld im Jahre 1873 4 Manufaktur - Maaren und 14 Specereigeschäste vorhanden waren, sei diese Zahl jetzt auf 24 bezw. 46 angewachsen, wobei über die Hälfte der Inhaber überhaupt keine gelernten Kaufleute seien. Bei diesen trete Unkenntniß der Maaren und deren Behandlung und mangelnde Be­fähigung zur Leitung eines kaufmännischen Geschäfts hervor, was wiederum eine Hauptursache für die un­genügende Ausbildung des Gehülfen- und Lehrlings­standes, also der zukünftigen Kaufleute, sein müsse, um so mehr, als gerade von dieser Seite Lehrlinge, die sonst lieber zu gelernten Kaufleuten gingen, durch allerlei Vergürlstigungen und Zugeständnisse, wie z. B. Verkürzung der Lehrzeit bis herab auf P/g Jahre und dergl., herangezogen würden. Bei diesen Ver­hältnissen erscheine der Antrag des Centtalverbandes, daß jeder, der selbstständiger Kaufmann werden, bezw. ein offenes Ladengeschäft gründen will, eine Lehrzeit von mindestens 3 Jahren und eine Lehrlings­prüfung zu bestehen hat, als wohlberechttgt, so daß Berichterstatter die Zusttmmung der Handels­kammer zu diesem Puntte befürwortet, bti dem einzelne Ausnahmen (bei höherer Schulbildung usw ) vorgesehen find. Berichterstatter schließt mit dem

der Vettern vermuthet? Wolf soll fich ja auch hefttg um sie beworben haben."

Ja, auch ich hörte davon."

Und glaubst Du nicht, daß es etwas Wahres daran ist?"

Käthe zuckte die Achseln, ohne zu antworten.

Aha, Du willst nichts sagen. Gut, so nehme ich an, es ist so. Dann wundert mich aber nur Eines, daß Wolf nicht der Erwählte wurde."

Ganz einfach, er kam zu spät. Axel hatte sich schon in Kissingen gebunden, wo er mtt den Grahams bekannt geworden ist. Miß Adeline hat ihn geradezu bezaubert, und sie kam ihm außerordentlich entgegen. Seinetwegen find die beiden Damen für den Winter nach Berlin übergefiedelt. Amerikanischer Sttte ist die öffentliche Verkündigung einer Verlobung eigent­lich unbekannt. Weder Mrs noch Miß Graham drangen deshalb darauf, und Axel kam das um so gelegener als er den Wunsch hegte, seiner zukünftigen Gattin gleich eine ihrer würdige Stellung in der Ge­sellschaft bieten zu können."

Unb er ging doch davon ab; denn meines Wiffens hat er noch immer keine feste Anstellung."

Aber die begründete Aussicht, bald eine zu er­halten ; und er wird jede annehmen, die fich ihm bietet, sei es auch als Konsul in dem entferntesten Theile der Welt."

Womit aber die schöne und an Triumphe ge­wöhnte Miß Adeline wenig zufrieden sein dürste."

Vielleicht, ja! Ich zweifle oft selbst, ob ihrt- Liebe soweit reicht, und deßhalb, deßhab thut mir Axel so sehr von Herzen leib."

(Fortsetzung folgt.)