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Traung wahrlich ist ja die Erscheinung, daß Manner aus dem durch Fürst Bismarcks Staatskunst und Energie geeintem deutschen Volke, voran die Demokraten und sozialdemokratischen Agitatoren, darin wetteifern, Deutschlands größten Geistesheroen auch noch zu der Zeit thunlichst zu verunglimpfen, da er nach Niederlegung des verantwortlichsten Amtes ausruht von all' der unendlich viele» Arbeit, von all' den Sorgen, welche seine Stellung mit sich gebracht. So aber, wie Fürst Bismarck sich durch die vile Geschäftigkeit seiner Ankläffer niemals irritiren ließ, so glauben wir, wird sich auch nicht ein einziger anstandlger deutscher denkfähiger Mann durch das Gerede und Geschreibsel dieser so völlig undeutschen Charaktere irre machen laffen können in seinen Ge- iühlen des innigsten Dankes gegen Bismarck für sein so gewaltiges Werk zur Einigung des Deutschthums. Im Gcgentheil wird auch hier das gewollte Böse das Gute zeitigen, daß sich alle guten Deutschen gegen­über dieser Dcutschlofigkeit nur um so fester vor­nehmen, deutsch zu sein, deutsch zu denken, deutsch zu leben und zu handeln. So wird sich ja allein unser heranwachsendes deutsches Geschlecht gleich denen, welche in großer Zeit an Kaiser Wilhelms I. und Fürst Bismarcks Einigungswerk geholfen, wahr­

über munkelt man auch Allerlei, den Mund verbrennen."

nerftag, L April ,1812.* «.Der

Marburg

Freitag, 2. April 1897.

(Nachdruck verboten.)

Schwester Ilse.

Roman von Llariffa Lohde.

(Fortsetzung.)

2.

Frau von Bellin, die sonst auf dem Kurplatz »irmlich vereinsamt war, da die korrekten Damen i HercheimS sie zu auffallend, zu extravagant fanden, war heute am zweiten Festtage ein Gegenstand all- SMeinster Aufmerksamkeit. Das Duell, daS am Pfingstmorgen stattgefunden, und einen so ttagischen Ausgang hatte, erregte alle Gemüther; man hoffte, ton der Frau Majorin, da die Tochter die Pflege des Verwundeten übernommen, vielleicht Näheres zu «fahren.

.Mrd er durchkommen, der arme Baron? Ist «e Lunge wirklich verletzt? Man sagt, er habe gestern Mn in den letzten Zügen gelegen, was meint denn Fräulein Ilse?"

i So schwirrte es, begleitet von zahlreichen Achs j tod OHS um die Ohren Frau von Bellins, die sich md hierhin, bald dorthin neigte, und mit be- ^tonmertem Ausdruck die Achseln zuckte.

[ . »Sie kennen ja Ilse. Die sagt nichts, oder doch !«chts Anderes als Doktor Balzer. Wen» man >«gt wie es geht, erhätt man stets die gleiche «nt- «tt: nach den Umständen nicht schlecht."

.Nicht schlecht, das heißt dmchaus nicht gut. v«r Gott im Himmel, wenn der Baron stürbe, *ton wäre ja der Vetter, der ihn getödtet, sein Erbe."

.Nun, und wenn er es wäre? Der Affessor M Wenzelen soll ein sehr achtungswerther tüchtiger ««sch sein. Und ein Unrecht war es doch von ton alte» GatterSberger, daß er den einen Neffen *8t dem anderen so zurückgesetzt hat,"

nerflag, . April rophet." bett 5.

1

16.

h. Fürst Bismarcks Geburtstag.

Heute vollendet Fürst Bismarck, DeuffchlandS Einiger und Altteichskanzlcr, den unser Marburg zu ftinen Ehrenbürgern zählt, sein 82. Lebensjahr. Noch find sie kaum verklungen, die Jubelakkorde, welche die Gaue des geeinten Vaterlandes bei der 100. Jahresfeier des Geburtstages weiland Kaiser Wilhelms deS Großen durchhallten, da lenken sich von Neuem Aller deutschen Blicke nach dem Sachsen- valde zu des ersten Kaisers noch lebenden großen Lerather, dem das Deutsche Volk in de» Tagen vom 21.-23. März fast ein und einhalb Tausend Glück­wunsch- und Begrüßungstelegramme dorthin über­sandte. Ihnen folgen heute die zahllosen Glück- und Segenswünsche aller deutsche» Herze», möge die göttliche Vorsehung den greisen Fürsten unserem Volke noch lange erhalten, möge ihm ein unge­trübter sonniger Lebensabend nach so ruhmreicher wie erfolggekrönter staatsmännischer Thättgkeit be- chieden sein!

So lange es ein deutsches Volk giebt, wird dieses niemals das Gedächtniß an seinen großen ersten Kaiser von dem an unseren Fürsten Bismarck zu trennen vermöge». Ja, diese Beiden gehöre» zu­sammen in unseres Volkes Herzen und da Wilhelm I. «cht mehr unter uns weilt, so übertragen wir all' Sie Liebe und unvergängliche Treue, die wir einst pt" Beide» gemeinsam geweiht, nun auf Fürst Bismarck, pen letzten aus dem leuchtenden Heldengestirn von «Deutschlands größter Zeit. Und wenn kleinlicher lUnbanf, Neid und blinder Haß es auch nach wie por versuchen, sein Bild herunterzureißen von der kHöhe, aus welche die Liebe des deutschen Volkes, «dessen Dankbarkeit und Verehrung ihn gestellt, wenn »ach wie vor diejenigen Talmi-Deutschen, die heute »noch selbst den Schatte» des Riesen fürchte», ihn schmähen und begeifern, so wird dies bei dem ge­sitteten deutschen Volke nur das Maß der Verachtung »och zu steigern vermögen, mit der es auf diese Reichsnörgler und Bismarckfeinde von jeher blickte.

AqsiMt nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie tte Amwncen-Bureaux von Haasenstein & Bögler in

Magdeburg und Wien; Rudolf TTTJI CYrtfitrt

M°si« ht Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. S. AAA11< »«be L So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hamwv«, Pari«

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.^utralkasse für Genossenschaftswesen I barer Amtsnachfolger als .unheimlich" erkannt sonder» gegeben, und wie bte Entwickelung des Kleinbahn-1 er hat auch demgemäß gebandelt ES war ihm fw« SeüMungbe ^anÄnn^' vkn

Eintichtnng^nS^

ÄS kommen. In einet ganzen Reihe von Provinzen mit! schmäht wird, desto inniger und dankbarer bänaeü überwiegendem Körnerbau ist man entschlossen, mit!diejenigen Tbeile der beutfrfiMt * -3

d°m Bau von Silos vorzugehen. Neben de! Pr'ovinz di/K? bekähtte

®at^e"z 9"^w Beispiel vorangegangen! und getragen haben, und wir wissen daß ^ürst

ck, steht dabet, wie bei dem Bau von Kleinbahnen, Bismarck diese auft^tige Liebe^und Verebruna 2 $raimeni braat. Dort wird ein System von 12, Herzens würdigt. Möge derersteAvtilna^^^ vahrschetnlich 13 Kornlagerhäusern geplant, welche! großen Kanzler wiederkehren Gottes reichster Seaen b'" * - *!*

würdig »u -m-if-n »ermigm fir di, Sim m«tTtorf5*eniU sSelsonS'bÄffi'", S,4btm borl

*= und zur Erhaltung des nationalen Einheits- Bewegung zur Errichtung von Konllagerbäusern ist 31 ^"fen war, begann am

gebäudes, das mit Gottes Hülfe unter seines Königs überall so stark imSange,ba&biem^h die Beschießung wieder; die Aegide ein Fürst Bismarck aufgerichtet. |3 Millionen Mark länast nickt ansrtick-n ^em Blockhause Kalamia, daS

In der innigen Hoffnung, der Allmächtige wolle!geplanten Anlaaen überall in htm beherrscht, schossen mit Kanonen. Die in der

unseren Ehrenbürger, den AltreichskanzlerFürstin b-Lngen^ Schiffe erwiderten das Feuen

Bismarck noch lange unserem Volk als getreuen Eckart leinen Versuch handelt, wird wie die Berl $ol Ifnlamh«* bem Stande der Orientfrage

belassen, ihn schirmen und schützen im frisch ergrünen-1 Nacht " betvotbeben »miäckst nhmmnrt»« 9^^ Nachrichten vor: Nachdem England sich ge-

Fnedtichsruh untere aufrichtigsten, aus echt deutschem | bewähren, bis über die Bereitstellung weiterer Staats-! selben ^ et\ fora$en andere Mächte den- Herzen kommenden Glück- und Segenswünsche zu! mittel Beschluß gefaßt wi?/ ° weiterer Staats- ftlben Wunsch m unb deshalb ist die Blockade von Golt sei mit unserem Fürsten Bismarck noch lange,! ____________ I . vorläufig aufgegeben. Dagegen wurde auf

lange Jahre! Jeder Tag, den Gott der Herr dem! Die .Konserv Korresv " sckreibt b-^ "^uen Vorschlag der Admiräle nun die Blockade

Fürsten Bismarck noch schenkt, den er ihn in körper-! s ch a f t Fürst Bismarcks für heute in« Ire' rSanÄeno^f5 t Don Athen beschlossen, nur !? Unbt 9dfti0er Rüstigkeit erleben läßt, ist ein Tagebuch:Daß ein leider rtich/unerh^bltibit Tbell Ä ^^ung noch, doch glaubt man, Gewinn für unser Vaterland. Denn unvennindett des Vottes mit Haß und L ? Salisburys Abwesenheit die Verzögerung

hat der bewährte Rath des Eisernen Kanzlers G^Wirkms Bismarcks gedenkt und ibn auck ®e Wunsche der Admiräle auf eine

Umschau

wie lebhaften stnOBfi ,°r «-»-'-fch-f,-. -in!« Sta ES

b/1 d/ng auf dem Gebiete der Landwirthschaft, neuer- hat Fürst Bismarck auch während feine Amt^ei 2 77 b^iligen. Man glaubt

d^-uch di,

öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbain

ül-daMo» mfc EMdÄorn Markt hStefa Jllustrirtes Sonntagsblatt. Bermitw»rüich für ton allgemein»» Theil: Redakteur M. Hartman«

-- ö nir ton Meraterittoll: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg.

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bes tollen Wolf, wre fern Spitzname im Regiment .Seit gestern ist er wieder nach Berlin zurück Nu» ist iS' * f® öefotmnen," schrie er. ttar gegen den bte Familie stets etwas hatte, eben. Der arme Mensch ist ganz geknickt Die iAusXS $<£totfäen un8 zerschnitten für

weil » ber Liebling des Oheims war." sicht stehende Erbschaft Beunruh at ihn üb ! ü blefer Mensch, glaubt et denn, bte

-3a' Ub toarum toar ber Liebling? Dar- .Nun, nun, er wird sich^ja wohl trösten. Wie könmn?^ Was z?vti?tit

.ber wozu M £^nnr? Mlba bo, am i.be au, eineL^n un?Ä^

st?hatte Eri°g-nben Kreise"ftei z^machenl und mit "echer^ttwas ?tonttmrlichm Sfane^^^ner 2ßolf3$Da^^a, ^ig-r Antonius wirb ber tolle pe batie Eile; benn sie erwartete ihren Sohn zum! Schönheit, bie bt ber Berliner Gesellschaft Aufsehen m Ä "icht gewesen fein/ sagte lächelnd Frau Abendessen. erregt hat. Auch Baron Wolf soll zu ihre» Wer" sind hmtzutage alle jungen

. D« jmige Lieutenant, groß, schlank und blond! ehret» gezählt haben. 2Bie dem aber auch fei, ber K« Ä ^Uebrigens, was die Geschichte mtt wie bte Mutter, mit eben so hübschen, etwas nichts-! birekte Grunb war eine Aeußerung des Assessors bie!^^-"^ Mutter anbetrifft, so mag ba doch etwas fagenben Zuge», wartete bereits ungeduldig berler auf bes Grafen verttauliche Frage nach ber Erb-!^,?^^^ 2ch erinnere mich noch ganz yennkehrenden. Der Ttsch in ;ber Beranba stand I schaftsangelegenhett, gar nicht so böse gemeint bin. | fLn,' Hauptmcmn von Wenzelen stand in dem- schon gedeckt man setzte sich sogleich heran. warf, Wolf wäre eben als Sohn seiner Mutter vom 3ie9tmen* mit meinem selige» Manne. Da .. "der erzähle," bestürmte Frau von Bellin Onkel bevorzugt worden. Zufällig stand Baron -V! aE[er^nb, er sei eifersüchtig auf

Sohn, sobalb ber erste Hunger gestillt war. Wolf in ber Nähe. Die Wirkung kannst Du Dir ! etgenen Bruber unb habe Grunb dazu, als e!

»Du bist ja habet gewesen, wie wats benn eigentlich «denken." Ibann tut Feldzüge sechsundsechzig tobrgeschossen wurde

bem Duell?* I .Aber, bas ist ja auch stark. Der AffessorIx rer, absichtlich so exponirt, weil er

.Du btst wohl sehr neugierig, Mama?" stagtelwar wohl angettunkcn?" I den Tod gesucht habe. Aceilich, geheirathet hat der

er mtt ben Augen zwinkeinb, unb gemüthlich fein! .Na, bas waten wir Alle, toll unb voll, unbK'Itter^erg« »oron bie Wittwe seines Bruders WemglaS leerend. «auch Baron Wolf wurde erst ernüchtert, als er bie!«»"!! a°^ 6Qt nach dem Tode des

Ja, gewiß bin ich das! ! Worte hötte, bie ihn wie ein Dolchstich trafen | l-T? "" sehr stilles nnd zurückgezogenes Leben

Bruno zünbete sich eine Cigarre an und blieS furchtbar, sage ich Dir, Mama! DaS Blut schoß s3,? 9 °"^' m Naumburg wohnte sie unb ben Rauch tn bte würzige Abendlust. tthm so jäh ht den Kopf, so gluthrolh brannte er I? ?°rt .0cft°rben- Aber viel war sie auch mit

.Eine ganz dumme Geschichte toar8,. Mama," daß wir Alle dachte», ihn müsse der Schlag rühten' ^m S°bne Gattersberg, und der Aüe hat an agte er dann »ach einer Weile. .Die beide» zärt- .Elender, Du wagst," stieß et hervor" .£ feu,en Narren gefreffen."

baden sich geradezu in de» Haaren Mutter, diese Heilige, in den Staub zu ziehen?" , 'So, so na ja, die Frauen, Mama! Du

gelegen. Das war schon nicht mehr schön; übngeuS i Mit den Fäusten ging er auf de» Vetter los, und I ,enn^ me,e Ansicht, ba kann man auch nie gut

L ®Lift raf dn man weiß nicht, was geschehen wäre, hätten vir faflen' unb wenn sie auch scheinbar bie besten finb/

eöt austanbiger Kerl. Da er Erde seines Vetters lih» nicht gewaltsam zurückgehalte». So gelang es I ..... sFortseMni»

ift, muß es ihm natürlich höchst tzeinlich sei», daß! uns, die Sache wenigstens in fabuliere Bahnen z»! (Fortsetzung folgt.)