in derselben
wir unsere Leser, Freunde und
Abonnenten erhalten .Oberhessische
bis zunr 1. Zeitung'
lag« der „Ob«rh«ssischcn Zeitung die geeignetste und weiteste Verbreitung.
der Continent. - Tel.- .Oberhrssische Lesern in Oiigival-
Neu hinzutreteude April von jetzt an die gratis übersandt.
Schließlich bitten
Gönner, unter ihren Bekanntenkreisen für die Weittrver- brettnng der .Oberhessischen Zeitung' thunlichst mitwirken und so auch ihrerseits Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Polittk sein zu wollen, einer Politik, die sich allen umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zett gegenüber ttru bleibt In der hohen Devise: .Mtt Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland !*
und Deutschland nach innen auszubauen! Eine großartige Sozialreform unter der Devise: .Schutz den Schwachen' hat er ins Leben gerufen und bis an sein Ende eifrig sortgeführt. Aber weniger sind es diese seine unsterblichen Kriegs- und FriedenSthaten, die ihm die gewaltige Liebe des Volkes erworben, als vielmehr der Charakter des Mannes. Wahrlich er war hoch gestiegen und wohl keinem 'lag jemals die Gefahr zum Stolz näher als ihm; aber nie hat er dieser Regung nachgegeben. Er verwerthete seine reichen Gaben und Kräfte treulich; aber er kannte auch die Grenzen seiner Fähigkeiten; er wußte, daß er nicht alles allein auSrichten konnte; er besaß die Gabe der Geisterunterscheidung im hohen Maße und mit bewundernswürdigem Scharfblick, ja man möchte fast sagen, mit einem Seherblick wußte er lange vorher die rechten Leute an die rechten Stellen zu setzen. Je mehr Erfolge er erzielte, je mehr Ehren sich auf seinem Haupte häuften, um so einfacher und demüthiger wurde er. Ein Vater seines Volkes im weitesten edelsten Sinne ging er endlich im höchsten Alter heim; ein ganzes Volkes weinte um ihn Thränen der Wehrnuth und der Liebe.
Was er einst gelobt: „des Reiches Mehrer zu sein", er hat's erfüllt, nicht nur im äußern Sinne, sondern was wett mehr gilt, er hat die Treue des Volkes zum Vaterlande, die Liebe zu ihm, dem kaiserlichen Herrn; er hat das beste, was im Herzen des Volkes lebte, gemehrt und gefördert, und damit seinen Nachfolgern ein Erbtheil hinterlassen, wie es köstlicher noch keinem Herrscher ward. Darum:
.Ewig auf den Lippen schwebend Wird er in dem Volke leben, Bester als in Stein unb Erz'
berichte wie bisher zusammen stellen.
Durch ihr« Verbindung mit Compagnie in Berlin ist die Zeitung" in der Lage, ihren
von seinen Jugendjahren bis zum letzten Augenblick seines gottgesegneten GreisenaüerS gewidmet «ar, dem er den Geist der Zucht, des Gehorsams und der Treue, welcher allein zur großen That befähigt, als köstliches Erbe hinterlassen hat, daß es seines hohen Berufes immerdar eingedenk sein und jede Aufgabe, die ihm anvertraut wird, erfüllen wird. Ihm bestimme ich deßhalb an erster Stelle ein Denkzeichen, welches ich zur Erinnerung an ben heutigen Tag gestiftet habe. Möge jeder, der gewürdigt ist, das Bild des erhabenen Kaisers auf seiner Brust zu trogen, ihm nacheifern in reiner Vaterlandsliebe und hingebender Pflichterfüllung; dann wird Deutschland alle Stürme und alle Gefahren siegreich bestehen, welche ihm nach dem Willen Gottes in dem Wandel der Zeiten be- schieden sein sollten."
Zu der gestrigen Feier der Enthüllung des Denkmals für Se. Majestät den Ka if er Wilhelm den Großen begannen die Tribünen des Festplatzes in B e r l i n sich bereits um 9 Uhr zu füllen. Auch die nahegelegenen Häuser waren bis unter das Dach besetzt. Der Festplatz wachte mü seinem Guirlanden- und Fahnenschmuck und dem im Eosander'schen Portal des Schlosses oufgebauten Fürstenpavillon einen großartigen Eindruck. Das Denkmal selbst war durch ein von Masten getragenes großes Segeltuch verhüllt, das auf der Schloßseite mit einem großen Reichsadler und einer Borde von stilisirten Kornblumen geschmückt war. Dor demselben, ebenso wie vor dem Pavillon, standen je zwei laubumwundene Geschütze nebst einer Ehrenwache. Das Wetter, das zuerst trübe und unfteundlich war, hellte sich allmählich auf, als die Truppen mit klingendem Spiel Unter den Linden Aufstellung nahmen.
Präzise um 11 Uhr traf Se. Majestät der Kaiser an der Spitze der Fahnen und Standarten der auswärtigen Regimenter unter klingendem Spiel ber Musik des 1. Garde-Regiments z. F. und unter dem vieltausendstimmigen Hurrah der aus dem Fest- platzc unb ben Tribünen versammelten Menge mit den begleitenden Truppentheilen auf bem Denkmals- pla?e ein. Im Zelt unb ben beiben Nebenzelträumen, welche im Portal 3 unb vor bemfelben errichtet waren, hatten sich inzwischen bie Herrschaften versammelt, nnb die Truppen nahmen nun vor unb seitwärts des Denkmals Anfftellung. Se. Majestät hatte das Kommando über bie aufgestellten Truppen selbst übernommen nnb gab alsbald das Zeichen znm Beginn der Feier Die Tambours lockten, die Trompeter bliesen zum Gebet. Das Bläserkorps spielte bas Lieb: „Wir treten zum Beten :c." Darauf sprach ber Generalsuperintenbent D. Faber das Weihegebet.
Telegrammen bie neuesten Ereignisse im In- und Auslande uuve^üglich zur Kenntniß zu bringen.
Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Theile wttd die „Oberhessische Zeitung" ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, auch wird sie nicht nur durch eia gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammenstellung unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Leser Sorge tragen, sondern, wie eineS- thells den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft, so anderersettS dem volkswitthschaftlichen und landwirthschaftlichen Jnterefle durch einschlägige Veröffentlichungen thunlichst entgegenzukommen allzeit bestrebt sein.
Inserate finden, pro sechsspaltige Zette 10 Pfg., bei der ansehnlichen und fortwährend noch steigenden Aus-
Marburg
Mittwoch, 24. März 1897.
Ein Schlußwort zur Centenarfeier.
„Ewig auf den Lippen schwebend Wird er in dem Volke leben Besser al« in Stein und Erz.'
Denkmäler haben ihre Bedeutung unb ihre Berechtigung. Wenn bie Nation ihre großen Tobten ehrt, so hält sie bamit auf ihre eigene Ehre. Denkmäler siub ein Stück in Stein unb Erz geschriebener Geschichte. Vom Vater wirb bem Sohn, von bem schwinbenben Geschlecht wirb bem kommenbeu unter ben Denkmälern der Helden ein Bericht von ihren Todten überliefert; unb wenn gestern Kaiser Wilhelm I. in ber Rcichshauptstadt ein Denkmal erhielt, so freuen wir uns von Herzen beffen; beim wenn je einer ein Anrecht auf Denkmäler hat, so ist er es, weil er selbst im Leben sich bas ebelfte unvergänglichste Denkmal setzte in ber unvergänglichen Liebe seines Volkes.
Mit Begeisterung feierte gestern bas ganze beut» sche Volk ben hundertjährigen Geburtstag Kaiser Wilhelm I. Es ist hier n'cht der Raum, dessen Lebensgang vom Anfang bis zu Ende auch nur in großen Zügen zu verfolgen. Das deutsche Volk kennt die Lebensgeschichte seines Kaisers, und in Vieler Herzen wird ihrer stets gedacht werben. Wir ober wollen uns nur immer bie Segnungen vergegen- toärtigen, bie Gott durch ihn seinem deutschen Volke hat zu Theil werden lassen. „Welch eine Wendung durch Gottes Führung", so telegraphiite Kaiser Wilhelm nach dem Siege von Sedan an seine Gemahlin. Steht er selbst, ber ganze königliche Mann, ober nicht ba in ber Geschichte Deutschlands wie eine „Wendung durch Gottes Führung."
„Wohl glaubten sic dein Schwert zerdrocher, Wohl zuckten sie. wrnn du ge prochen
Die Achseln kühl im Völkerrath.'
So schildert Geibel treffend die Mißachtung, die Preußen noch bis in die sechziger Jahre in der Meinung der Großmächte erfuhr. Als Prinz Wilhelm von Preußen durch eine wunderbare Schickung Gottes die ihm ursprünglich nicht zustehende Krone erbte, da wurde es bald anders. In den Kriegeswettern von 1864 und 1866 wehre des alten Friedrich Geist aufs neue, und endlich nach toeiteien fünf Jahren war es erfüllt, was die besten des Volkes feit Menschenaltern erstrebt, ersehnt, erbeten hatten, und woran sie nunmehr fast verzagten. Deutschland, einst ein geographischer Begriff, Deutschland noch vor Kurzem ein Land des Bruderkrieges unb ein Spott ber Völker, Dentschlanb war einig, ein Volk von Brüdern unter seinem Kaiser Wilhelm I. Mit welcher Treue unb Hingebung hat bann im Frieben ber Kaiser baran gearbeitet, bie Errungenschaften des Krieges zu sichern
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Mtt dem 1. Aprtt 1897 beginnt ein neues Vierteljahrs- Abonnement auf bie
„Oberhessische Zeitung"
mtt den wöchentlichen Beilagen: Kreirblatt für bi« Kreise Marburg und Kirchhain unb JllustrirteS Sonntagsblatt.
Ti« .Oberhessische Zeitung' hat eS sich in «rtzer Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für bi« Macht unb baS Ansehen von Kaiser unb Reich, für Thron, Vaterlaub unb Altar! Die .Oberhessische Zeitung" ist bestrebt, überall, wo sie nur gelesen wirb, bas nationale Bewußtsein, Treue zur Monarchie, Liebe zum Vaterlaobe, Gottesfurcht nnb religiösen Sinn, wie Achtung vor unseren Gesetzen unb bewährten staatlichen Einrichtungen zu förbern!
Die „Oberhessische Zeitung" sucht bieS Ziel durch gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene Lett-Artikel zu erreichen. In einer Rubrtt „Umschau' bringt sie überbieS eine Uebersicht über bie wichtigsten TageS-Ereignifse auf bem Gebiete ber inneren unb äußeren Politik unb beten Besprechung, unb wirb bie Vorgänge in ben Parlamenten, in Reich unb Staat, unter bem Tages-
Umschau.
Das „Armee - Verordnungsblatt" veröffentlicht einen, gestern auch hier bei der Parade verlesenen Aufruf des Kaisers „An mein Heer", worin es heißt:
Besondere Weihe will ich dem Jnbeltage dadurch geben, daß mein Heer von nun an auch die Farben des gemeinsamen Vaterlandes anl egt, die Wahrzeichen der errungenen Einheit. Die deutsche Kokarde, die nach einmitthigem Beschluß der hohen Bundesgenossen in dieser Stunde ihren Truppen ebenfalls verliehe» wird, soll ihm für alle Zeiten eine sichtbare Mahnung fein, einzustehen für Deutschlands Ruhm upd Größe, es zu schirmen mit Blut und Leben. Dankerfüllt und voll Zuversicht ruht heute mein Blick auf meinem Heer, denn ich weiß von ihm, dem die fürsorgende Liebe des großen Kaisers
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Anuoneen-Bnreanx von Haasensteiu & Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXII Mosst tu Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. AAAU' ^"lfllj. Saube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
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(Nachdruck verboten.)
Um Wappen und Krone.
Original-Roman von La Rosse.
(Fortsetzung.)
„Es ist sehr peinlich," sagte Thekla, „daß wir so in Ungewißhett der Verhältnisse sind. Offenbar hat ei» Bruch zwischen der Gräfin und Wolfgang stattgefnnde», sonst hätte er uns doch wenigstens durch sie grüßen taffen."
.Ich begreife nicht, daß uns der Bruder nichts darüber schreibt," klagte Agnes, „aber ich bitte Dich, Thekla, laß Dich bei der Frau Gräfin melden und sage ihr, daß wir abreisen wollen."
„Wenn sie aber krank ist, wird sie mich nicht vortassen."
„Wir haben aber dann unsere Schuldigkett ge- than, wir können ihr einen schriftlichen Dank und Lebewohl hinter taffe». Ich bitte Dich, gehe» wir, um keinen Preis will ich länger mehr bleiben."
„Wer hätte das gedacht," senste Gettrand, „daß wir »ns jemals sehnen würde», von hier fort zu kommen; wir glaubten, im Paradies zu sein. Horch, eS klopft! —"
„Herein!" rief Thekla, in der Meinung, der Diener brächte eine Meldung von der Gräfin. Statt dessen aber stand Ruth auf der Schwelle. Sie toarf einen Blick über die rasch sich erhebenden Mädchen, die scheu und schüchtern stehe» blieben und sich lies vor ihr verneigte».
Ruth seufzte. Ach, die Auge» dieser Mädchen hatte» eine merkwürdige Sehnlichkeit mtt denen ihres Bruders, nur war der Blick Wolfgangs ftök.lich und
siegesbewußt, während in dem der Mädchen ängstliche Verlegenheit ausgedrückt war, als sie fragen!) ”°d) ihr sahen. Es sind seine Schwester», ich habe ihn geliebt — die armen Kinder können nichts dafür, sie sollen die Schuld des Bruders nicht büßen. Mit diesem Gedanken trat sie ins Zimmer und reichte mtt der ihr angeborenen Liebenswürdigkeit jeder die Hand.
„Ich bitte um Entschuldigung, daß ich Euch erst heute begrüße, aber ich konnte nicht anders."
„Frau Gräfin," hob Thekla an, „wir empfinden, daß wir ungebetene Gäste sind. Wir danken Ihnen herzlich für ihre große Güte, die Sie uns während Ihrer Abwesenheit zutheil werden ließe», und bäten Sie, uns heute abreisen zu lassen."
„Heute nicht, ich möchte meine Nichten doch ein wenig kennen lernen, obschou ich jetzt keine angenehme Gesellschafterin sein werde, aber der Gedanke würde mir wehe tijun, daß Sie gehen, wenn ich komme."
„O, Frau Gräfin wir find die letzten Menschen auf der Welt, die Ihne» wehe thu» möchte», Sie haben uns ja mit Güte nnb Wohlthate» überhäuft; wir fürchten daß Ihnen unsere Gegenwart lästig fein möchte, und deßhalb können wir Ihre Gastfteundschast nicht langer in Anspruch nehmen."
»Rein, nein, ich bitte, bleiben Sie noch, bleiben Sie wenigstens noch einige Wochen." ,
«Wir find schon lange von daheim fort, wtt bitten Sie, uns abreifen zu lassen."
„Unb ich bitte Sie, wenigstens den Monat Ottober »och in Thalham zu tierbringen, die Herbsttage find hier besonders schön, Sie find die älteste
der Schwestern, die Thekla?" wandte sie sich dann an diese.
„Ja, nnd hier sind die Zwillinge, Agnes und Gerttand, und das ist unsere jüngste, die Isabella."
Nochmals reichte Ruth jrbem der Mädchen herzlich die Hand, nochmals wiederholte sie ihre Einladung, und dann waren die Schwestern wieder allein.
„Sie ist lieb und gut," meinte Gerttand, „ihre Lippe» zitterten, als sie sprach, und wie blaß sie aussieht. Sollte man nicht Dottor Wirkheimer rufen taffen?"
„6ott bewahre!" protestirte Thekla, „das ist ihre Sache, ober ich rathe, trotz ber freundlichen Worte der Gräfin heimzureisen. Es ist feltfam, daß sie Wolfgang gar nicht erwähnt."
Ihr dringender Wunsch der Abreise fand nur schwachen Widerstand bei Ruth, denn der Anblick der Mädchen, die ihr allerdings liebenswürdig vor- kame», schmerzte sie. ES waren immer die treuen, freimütigen blaue» Augen Wolfgangs, die sie so ftagend ansahe». O, wenn sie nur erst diese Augen, die vor kurzem noch ihre höchste Wonne bildeten, nicht mehr zu sehen gezwungen war, bann würde sie >en schlechten Menschen, bem sie nur zu seinem Zwecke biente, leichter aus ihrem Herzen verbannen önnen. O, wie sie ihn verachtete und haßte, biefen cheinheilige» Sünder!
EttnmbzwanzigsteS Kapitel.
Enblich fuhr der Wagen mit ben Mädchen zum Schloßhof hinaus, sie stand am Fenster und sah rhm nach.
„Ihr armen Dinger," seufzte sie, „ich werde Euch
nie wieder in diesem Leben sehen — »je wieder! — wenngleich ich ihn adopttreu werde. Er soll nicht glauben, daß ich an ber Wunde, die er mir schlug, zu Grunde gehe. Ich will ihm nicht hinderlich sei», daß er bie Millionen erlangt um bas große Glück, bie Gräfin Pretzfelb sein nennen zu bürfen. Ich gebe ihm Namen und Rang, obschon er nicht würdig ist, beides zu befitze», er wird dem bisher so hoch geachteten Namen der Grafen Sondheim wahrlich keine Ehre machen. — Wenn er mich nur feiner Familie wegen geopfert hätte! — Ich kann mtt denken, daß die Sorge um feine Geschwister schwer auf ihm tastet, mit ben Millionen kann er ihnen tüchtig unter bie Arme greifen — hätte er mit freimütig bekannt, warum er mein Sohn werben wolle. — Daß aber Hütter all dem ein Weib steckt, daß er mich solch einer Person halber hinterging, bas kann ich nie übertoinben."
Haltlos ihrer Sinne kaum mächttg war Ruth an jenem Abmd, an dem ihr die Gräfin Pretzfeld das Geständniß gemacht, daß sie Wolfgangs Braut sei, in ihr Hotel zurückgekehrt. Sie raffte ihre Kleidungsstücke in die Koffer zusammen und befahl rasch einen Wagen zum Bahnhof. In ihrer Verwirrung unb Eile hatte sie beinahe vergeffm, ihre Rechnung zu bezahlm. Erst als der Kellner ihr diese unter einer tiefen Verbeugung überreichte, warf sie ihm mehrere Banknoten hin, ohne sich ben ziemlich hohen Restbetrag herausgebm zu taffen.
«Schnell ben Wagen, ich muß fort."
„Die gnädige Gräfin kommen noch zu früh," berichtigte der aalglatte Kellner, „der Zug geht erst in einer Stunde."