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für dm »seratentheil: Joh. «ug. Koch, Bette in Marburg.

Marburg

Dienstag, 23.^ 1897.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonneuients-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile -der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

nimmt entgegen die Expedition diese- Blatte«, & Vogler in

Magdeburg und Wien; Rudolf YYYH cyrtt;rft

E, Berlin, München u. Köln, C. L AAAU* "OMg»

»mBe LLo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari«.

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbai« "

Redaktion und EWedition: Markt 21. Jlluftrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann

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^orbeigerauscht sind hundert Jahr, Seitdem der Held geboren, Der uns der Wiederbringer war Von vielem, was verloren.

Der jüngst noch schirmend uns bedeckt;

Daß in so ferne Tage

Der Baum die Wurzeln hat ge­streckt,

Dünkt uns wie eine Sage.

*

Als er empor das Auge schlug Zuerst zunr Licht der Sonnen, Da hatte seinen Adlerslug Der Corse just begonnen.

Als Kind der Eltern Fluchtgenoß, Verfolgt von fränk'schem Hohne, Empfing im fränkischen Königs­schloß i

Der Greis die Kaiserkrone.

Zerzaust sah er den einen Aar, Sonst aller Feinde Schrecken, Und eines andern Schwingenpaar Die deutschen Lande decken.

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Er durfte jenes Reich erbau'n. Das Dichtermund verkündet, Und endlich die Getrennten schau'n Für alle Zeit verbündet.

*

Bescheiden gab er Gott die Ehr' Für seine schönsten Thaten, Den Männern, die geführt sein Heer, Und dem, der ihn berathen.

Dem Krieger, der vergoß sein Blut, Neigt er sich voll Erbarmen;

Er linderte gerecht und gut Das harte Los des Armen.

Und haben uns den Blick beirrt Des Tages Leidenschaften, Beruhigter das Auge wird An seinem Bilde haften.

Daß mehr wir unserm Gott ver- trau'n

Und besser sind und weiser. Laßt uns zurück voll Ehrfurcht schau'n

Auf Deutschlands ersten Kaiser.

W. R.

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h. Durch die deutschen Lande mit ihren Eichen, Men und Linden brausten dieser Tage die Stürme werdenden Frühlings; dem Heiden des deutschen Volkes hat dieser Lenz ein Empfinden mitgebracht, es ^erhebender ein Volk kaum zu bewegen ktmoS- Es ist das Empfinde» des Danke» gegen allmächtigen Gott in der Erinnerung an eine tionale L i ch t g e st a l t, die in allen deut­bar Seelen uuerlöschlich fortlebt, in Erinnerung an Verwirklichung des langen einstigen Traumes von Äscher Einheit. 100 Jahre find heute verrauscht « weiland Kaiser Wilhelm der Große $ Hoheuzollernprinz das Licht der Welt erblickte. $3 ihn sein Gott, dem er sein Lebtag allezeit die $e gegeben, uns Allen werden ließ, das bewegt * heute tief in unserem Innern, das läßt uns * Hände falten zu inbrünstigem Gebet, das p Millionen deutscher Herzen heute emporsteigt

zu dem Lenker der Geschicke aller Menschen und Völker.

Ein Menschenleben, so vielgestaltet, so reich an Sinnen und Sorgen um eines Fürstenhauses, eines Volkes und einer Nation Wohlfahrt, so reich an Baugen und Leid, überreich aber auch an Gnaden­beweisen Gottes, an Vertrauen und Pflichtbewußtsein, wie an Freuden, Siegen und Ruhm, ist einem Sterblichen vor Wilhelm I. kaum beschicken gewesen. Als nach den Stürmen, die dem werdenden deutschen Kaiserreiche vorausgegangeu, König Wilhelm von Preußen im Prunkschloß der franzöfischen Könige die deutsche Kaiserkrone aufgesetzt, als bann mit Frankreich Frieden geschlossen war, da war es des Herren Hand, welche den 74jährigen Kaiser noch 17 Jahre hindurch auf Preußens Throne ließ in ehrwürdigster Menschen­gestalt Deutschland sah, wie Gottes gütige Hand durch seines theuren Lebens Erhaltung fichtlich über

seinem Geschicke waltete, wie reichster Segen auf dem Haupte des deutschen Herrschers im Silberhaare ruhte, wie er und sein großer Kanzler unter Gottes Führung noch lange den Ban fester fügen durften des geeinten deutschen Reiches!

Dann ist die Kunde vom Hinscheiden des ruhm­reichsten, gottgesegnetsten Fürsten mit Blitzes Eile über die Erde gedrungen; eine damals so tief trauernde Ration hat seinem Andenken seitdem eine unendliche Fülle von Liebe und Verehrung bewahrt, ui der Seele der Seinen und der Deutschen lebt ewig das Bild fort von den vier Hohenzollern- generationcn, von denen Deutschland auch alsbald den Sieger von Wörth zur Gruft zu geleiten hatte! Heute aber, am hundertsten Jahrestage des Ge­burtstages weiland Kaiser Wilhelms des Großen enthüllt Kaiser Wilhelm II. ein herrliches Denk­mal, welches in des Reiches Hauptstadt die deutsche

Nation 'ihrem ersten Kaiser setzte. Wie einst im Spiegelsaale zu Versailles die deutschen Fürsten und des Reiches Paladine den Kaiser umstanden in Stolz nnb Treuen, so umstehen auch heute bei der Denk­mals - Euthüllung den kaiserliche» Enkel des Reiches Fürsten u»d Große, und während bei dem Falle» der Denkmals-Umhüllung der D,nner der Geschütze in der Reichshauptstadt dasselbe verkündet, weilt unser Gedanke zu des großen HeldeukaiserS Füßen und dabei ist es u«S, als klänge ein Rauschen in in diesem Augenblicke durch die Eichkronen des Sachseu- waldes wie ein Gruß Wilhelms I. aus lichteren H°h" für seinen eisernen Kauzler, den Gott noch diese Tage deutscher Ehrung des Gedächtnisses seines emstigen Kaisers und Königs erschauen läßt. Ein hervorragend schöner Zug unseres ersten deutschen Kaisers fist auch die Dankbarkeit gegen seine große» Mitarbetter, und auch uns geziemt eS, am Tage