öchcntliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
Druck»»»»«!«,: Ioh. «»S «oa, Univerfitäts-Buchdruckerei ta Marburg, (ShlYttttftfttftäftY/t'H’ v«mtw»rt»ch für dm allgemetaeu Thrü: Rtdakteur M. Hartmau»,
Redaktion md Expedition: Martt 21. VVUUlUyPV4llll* für dm »srratmthril- Ioh. »ug. Koch, beide ta Marburg.
J« 68.
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Marburg
Sonntag, 21. MäH 1897.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«, sowie bk Slnnoncm-Bnreaur von Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf YYY1I Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. *
Daube & So. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Pari«.
Hundert Jahre
»«de» eS am nächsten Montag sein, daß Kaiser Wilhelm I. das Licht der Welt erblickte. Ihm war es an der Wiege nicht gesungen, daß er einst die Krone einer der mächtigsten Reiche der Welt tragen würde. Als nachgeborener Prinz erlebte er in seiner Jugend alle die Schicksalsschläge, welche über die preußische Monarchie hereinbrachen, als ihr Heer und ihre Beamtenschaft verlernt hatten, ihren höchsten Stal; in die peinlichste Erfüllung der Pflicht zu setzen. Die Eindrücke jener Tage find auS der Seele des nachdenklichen Prinzen nie verschwunden und so mag mü auf fie die Thatsache zurückzuführen sein, daß der gereifte Mann, als er nach traurigen Tagen im Hohenzollernhause selbst, erst zur Regentschaft, dann auf den preußischen Thron gelaugte, auch keine Stunde seines Lebens mehr die Erfüllung der Pflicht aus dm Augen gelassen hat. Er wollte lieber abdanken, als daS aufgebm, was er einmal als seine Pflicht erkannt hatte.
In seiner ersten RegierungSzeit find ihm hieraus schwere Tage und bange Sorgen erwachsen, aber er hatte die Genugthuung, daß nach verhältnißmäßig kurzer Zeit seine Mitwelt ihm für seine Standhaftig. kett dankbar war. In Jahren, wo anderer Menschen Leben zur Rüste zu gehen anfängt, hob das Schicksal dm Mann, besten hundertsten Geburtstag ganz Dmtsch- land zu feiern fich anschickt, auf die Höhe des Ruhms. Drei fiegreiche Stiege erhöhten Preußens Stellung im Konzert der europäischen Mächte und schufen das neue Deutschland. Kaiser Wilhelm I. hatte den Deutschen triebet ein Vaterland gegeben, die bange Sehnsucht von Millionen seiner Landsleute erfüllt. Die Erfolge, welche die Vorsehung an seine Siege geknüpft hatte, hättm ihn stolz machen können.
Es wäre menschlich gewesen. Das Gegmtheil war bei Kaiser Wilhelm der Fall. Seine Belcheibm- hett ist sprüchwörtlich geworden, „Gottes Führung* dankte er Alles, was er erreicht. Und doch hatte er einen Vorzug, der bei Könige« Alles bedeutet, er befolgte im Leben den Spruch: „Beharrlich und treu." Wie ihn die ersten Jahre seiner Regierung als Willensstärken Mensche» sahen, so hat ihn der Tod noch angettoffen. Gewiß ist es für eine Ration ein unermeßliches Glück, wenn an ihrer Spitze ein Monarch steht, der mit Energie auch herrliche GeisteS- gaben verbindet. In Friedrich dem Großen erlebte Preußen ein solches Glück. Aber die Willmskraft bleibt beim Monarchen die Hauptsache, nur fie befähigt ihn, ein gedeihliches Regimmt zu führen, ohne
(Nachdruck verboten.)
Um Wappen und Krone.
Original-Roman von La Roste.
(Fortsetzung.)
„Ach, Sie denken noch immer an mich,* rief der Herr, der seine Schmerzensausbrüche zu unterdrücken suchte, als der Diener den Fuß berührte. „Sie sind ein Engel von einem Menschen! Wahrhaftig, so viel Nächstenliebe ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekomme», und doch ist es schon eine lange Zeit, daß ich auf Erdm wandle. Junger Manu, wer find Sie? Ich habe Ihnen noch nicht einmal meintn Dank ausgesprochen, kennen Sie mich?*
„Nein,* antwortete Wolfgang, „aber ich bitte Sie, mir ei» Glas Wein gebe» zu lasse», ich habe furchtbaren Durst, ich bin vom Schweiß am ganzen Körper naß, als wäre ich eben in dm See getaucht worden.*
„Alles, Alles, mein Bester! Natürlich I Frau Stetten, sorgen Sie auch für gewärmte Wäsche und Kleider für den jungen Herrn und laflm Sie asten Tokayer und das Beste, was im Hause ist, bringen.*
„Sehr wohl, Durchlaucht*
Wolfgang horchte auf, er hatte eine Durchlaucht getragen. „Wenn ich nicht so todtmüde wäre,* lächeste er frmndlich dem alten Herrn zu, „so würde ich jetzt Mfstehen und mich als Lieutenant Witpolds. rieb vorstellen.*
„Also habe ich mich doch nicht geirrt,* sagte der alte Herr, „ich habe Sie schon irgmdwo gesehen, und jetzt weiß ich auch wo, in Graseck.*
Wolfgang bewunderte die reiche Pracht und dm |Oliben Luxus, der hier herrsch». Er setzte fich «eben
sie wird auch der geistreichste Monarch keine Leuchte i« der Geschichte. Kommt dazu noch die ausgeprägte Treue, wie fie Kaiser Wilhelm gegmüber seinen Rathgebem bewies, die er, wie kein Anderer, auf die richtigen Plätze stellte und die er, wie kein Anderer, ihrm Verdienstm gemäß anerkannte, so erklärt fich erst die Liebe «ad Berehmng, die dem Kinde des 18. Jahrhunderts der Ausgang des 19. und nicht blos in der dmtschen Nation entgegenbrachte. AIS in dm ersten Märztagen des Jahres 1888 die Nachricht von der emstlichen Erkrankung des alten Helden die Runde um die Erde machte, stockte der Athem der Welt, «nd als die ritterliche Gestalt von uns geschieden, war die Trauer eine allgemeine. Weit über die Grenzen seines eigenen Vaterlandes hinaus hatten seine Tugenden die gebührende Anerkennung gefunden.
Jetzt wird er von Neuem gefeiert, seine Verdienste von Neuem hervorgehoben werden. Die Nachwelt könnte ihn nicht bester ehren, als wenn fie in seinem Sinne Handeste. Pflichterfüllung, Bescheidenheit, Energie und Treue waren die Leitsteme seines Lebens. Würde ihnen überall so gefolgt, wie er es gethan hat, so würde fein Andenken nicht bloS in Worten, sondern auch in der That gewahrt bleiben.
Umschau.
Im vorigen Jahre find ans den von dem Land» tage bewilligten 50 000 Mk. auch in unserer Provinz einige Oberlehrer st eklen gegründet worden. In die Freude hierüber mischte sich aber sofort ein Wermutstropfen, sobald bekannt wurde, daß diese neuen Stellen wieder eingehen solltm, wann an der betreffenden Anstalt eine andere Anstalt eine andere Oberlehrerstelle durch Tod oder Pen- sionirung frei würde. Kürzlich find nun an zwei Gymnasien der Provinz, an denen solche Stelle» eingerichtet waren, in Caste! und in Fulda, Professoren gestorben, und man ist in Folge besten in ben beteiligten Steifen sehr gespannt barauf, ob nun wirklich biefe beiden Stellen eingehen und wieder zwei Hilfslehrer auf der Bildfläche erscheinen werden. Unzweifelhaft hat dir Behörde nach der erwähnten Klausel ein Recht dazu, die Stellen einzuziehen. Aber abgesehen davon, daß diese „Nmgründungen* der Gesammtheit der Oberlehrer keine Vermehmng der sogenannten „festen Zulagen* gebracht haben, so würden fie auch, sollten fie jetzt wieder verschwinden, nur ben beiben alten Hilfslehrern, bie voriges Jahr grabe an bei Reihe waren, zur Anstellung verhalfen
ben Pattenten, ber ihn fortwährend mit wohlwollendem Lächeln betrachtete, und ließ sich bas köstliche Souper vortrefflich munden.
Als der Arzt kam und den Fuß der Durchlaucht untersuchte, erklärte er es für eine Sehnendehnung, welche schmerzhaft und in der Heilung auch langwierig wäre.
Wolfgang wollte fich mit dem Arzt verabschieden, allein bie Durchlaucht hielt ihn mit beiben Händen fest und bat ihn zu bleiben. Als Wolfgang sagte, baß ihn feine Tante erwarte, da bat bie Durchlaucht, er möge ihr einige Zeilen ber Erklärung seines Verbleibens schreiben, ein Diener werbe ben Brief sogleich in bas Hotel tragen. Er habe ihm nämlich etwas zu fagen, was ihn sehr interesstren werde. Wolfgang nahm dm Vorschlag ohne Zögern an, denn es war ihm nur angenehm, jetzt noch nicht vor das jürnenbe Auge Ruths treten zu müssen. Daß fie ihn trotz der spätm Stunde noch erwarte, glaubte er sicher annehmen zu dürfen.
* « *
Die Schwestern Wolfgangs hatten fich uuterbeffen in Thalham prächtig amüsirt. Theklas Wangm erblühten in dm ftischesten Farben, und ihre hübschen blauen Augen, die so sehr an die ihres älteren Bruders erinnerten, blickten so lustig darein, wie die feinen. Agnes und Gertrud glaubten sich noch immer in ein Paradies versetzt und freuten sich Über ben Glanz uub ben Reichthum, ber im Hanse ber Tante herrschte, noch immer in gleicher Weise wie am ersten Tage. Nur Isabellas Augen sahm trüb und verweint aus. Sie hatte geftern zum zweiten Male eine schriftstellerische Arbeit zmückerhalten. Die Schwestem batten fie trösten wollen, aber bie gutgemeinten Worte verflogen an ihrem Ohre. Was
haben. Es ist aber sattsam bekannt, daß bei dem nachgerade beängstigenden Hilfslehrerelend jene 50 000 Mk. überhaupt nur ein Tropfen auf den glühenden Stein gewesen find. In Hesten-Naflan warten allein noch vier Altphilologm aus 87 aus Anstellung, zehn aus 88. Wäre es da nicht billig, jene beiden Stellen auch wetterhin durch Oberlehrer zu besetzen? Geschieht es nicht, so find den vielen allerältesten Hilfslehrem nur trügerische Hoffnungen erweckt. Ein Bedürfniß, wieder Oberlehrer einrücken zu lasten, liegt aber an den beiden Gymnafien anerkanntermaßen vor. Auch fehlt eS nicht an Präcedmzfällm. Im Jahre 1883 find 30 000 Mk. bewilligt worden zu Gründnngm mit derselben Klausel. Aber als z. B. am Marzellengymnasium in Köln in Folge von Pensionirung die neue Stelle hätte eingehen können, ist sie doch vom Minister wieder durch einen Oberlehrer besetzt worden, Such in Lyck ist eine solche Stelle bis jetzt geblieben. Bei dm letzten Berathungen des Eisenbahnetats am 12. ds. hat es sehr wohlthuend berührt, daß die Abgeordneten so warm für die Beamten eingetreten find. Sie haben wmigstenS erreicht, daß die Regierung es alsemöglich hingestellt hat, daß fie von jenem „Vermerk* bei dm neubegrünbeten 135 Stellen Abstand nehme für „alle diejenigen Jahre, in benen er für die Au- stellungsverhältniffe der technischen höhern Beamten von Bedeutung ist.* Da die Gymnasiallehrer die Zurücksetzung gegenüber ben Juristen bei ber Besoldungsverbesserung mit ben technischen Beamten tijeilen, so möge man fie wenigstms innerhalb bes Etats mit bcmfelben Entgegenkommen behandeln, wie bie Baumeister Die Abgeordneten würben fich um ben höhern Lehrerstand ein großes Verdienst, wenn fie recht kräftig dafür eintteten wollten, daß jene im vorigen Jahre gegründeten Stellen wenigstens so lange bleiben, bis die Hochflnth der auf Anstellung Wartmdm sichtlich nachläßt.
Bei ber Diskussion über die Bäckerei-Verordnung im Reichstage äußerte Herr Staatssekrctär v. Bötttcher selbst, ein sicheres Urtheil über die Wirkungen der Verordnung hätten auch die befragten Behörden „noch nicht* abgeben können; dennoch mußte er zugeben, daß ein Theil seiner Berichte das Vorhandensein schwerer wirthschastlicher Schädigung des Bäckereigewerbes, namentlich in Mecklenburg- Schwerin, Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Rmß; einz-lnm Disttikte» Bayerns; Thüringen, Lippe und Hamburg koustattrt, und daß aus Preußen bie Präsibmtm von nur 17 Regierungsbezirken, also
sollte fie nun beginnen? Sie mußte etwas ergreifen, irgend einen Erwerbszweig; aber welchen? Sie war mutvloS aus dem Schlosse geschlichen und hatte bann stnnnmb ben Weg nach bem Paulusberg eingeschlagen.
„Fräulein Isabella!* rief eine Stimme, bie ihr Herz schneller schlagm machte, „ich laufe Ihnen schon lange nach. Sie haben eS ja heute sehr eilig, wo wollen Sie beim hin?* fragte Doktor Wirkheimer theilnehmenb, „Sie weinen?! Hat es irgenb einen Verbruß mit ben Schwestem gegeben ?*
„O nein, o nein.*
„Nun, was ist es benn? sagen sie mir Alles, Bella. Sie wissen, ich meine es ehrlich. Vielleicht kann ich Ihnen ratheu ober Ihre Bürbe etwas tragen helfen.*
„Ja, wahrhaftig, bas könnten Sie, Herr Doktor, Sie finb so gut, Ihnen kann ich Alles fagen, Sie werben mir einen ehrlichm Rath geben. Sehen Sie, Wolfgang will, baß wir Schwester» bei ein anber bleiben sollen. Es ist bies von ihm ein recht schöner Gedanke, aber es ist schwer anSzuführm, es sollte bann auch jebe etwas erwerben, unb fie ihnn es auch Alle, nur ich nicht. Deßhalb habe ich gemeint, wen» ich mich als Bonne ober Jungftau verbi» en könnte, aber bavon will ber Bruder absolut nichts wiffm. Thekla ist bie älteste, fie führt ben Haushalt, unb hat bie Oberaufsicht über Alles, fie kocht unb besorgt bie täglichen Arbeiten, fie kann also kein Gelb »erhielten. Agnes unb Gerttub haben baS Kleidermachen erlernt, fie erwerben das Meiste. Pettonella giebt Stunden; fie plagt fich vom frühen Morgen bis in bie finkende Nacht. Es ist nicht viel, was fie bekommt, aber immerhin ist es doch etwas. Klothilde malt für eine Fabrik Heiligenbilder: es ist ein schlechter Verdienst, aber doch einer, Margarethe
ber kleineren Hälfte ber Monarchie, fich dahin ausgesprochen hättm, daß bie Bäckereiverorbnnng nicht mit schweren (also doch wohl mit getoiffen) wirth- schaftlichkn Schädigungen verbunden sei. Angesichts dieser — wenngleich angeblich nicht allmthalbm vor- handmen — üblen Wirkungen, die, wie ans dm Evqneteberichtm hervorgeht, tat wesentlichen bie kleineren Betriebe treffen, ist er boch wohl bie Pflicht ber Volksvertretung, wie ber Regierung auf schleunigen Wanbel zu bringen, unb es ist keinesfalls sozialpolttisch korrekt gehanbelt, wenn mau feinen Kopf ta ben Sand steckt unb sich hinter eine motivierte Tagesordnung verkriecht, um bie Diskussion, bie vermuthlich auseinandergehende Ansichten in feiner Partei zu Tage geförbert haben würde, zu verhindem. Bon ber konservativen Fraktion sprach Herr von Pobbsilski, ber bie Gesinnungen ber Sozialbemokrate», bie ben vollen materiellen Ruin bes Hanbels herbeizu- führen fich bestreben, zugleich bie Gesellen gegen bie Meister aufhetzen unb aus biefent Grunde bie Bäckereiverordnung gutheißen, zeichnete. Herr Dr. Hitze behauptete, die Konservattven habm die Bäckermeister durch ihre Agitationen und ihre Anttäge erst in bie Obstruktionspolitik hineingetrieben. Diese Behauptung ist unbegründet unb wiberstnnig. Die konservativen Anträge — von Agitation im Lanbe kann keine Rebe feilt — finb erst burch vielfache Zuschriften au8 ben Kreisen ber Bäckermeister hervorgeiufm worben. Die Mißstimmung über bie Verorbnung also war längst ba, bevor biefelbe in'S Leben trat unb von konservativer Seite angegriffen würbe.
Es gehört gegenüber ben Allüren ber Börseninteressenten unb bei Börsmprefse nicht gelinget Muth bazu, bie Blößen bei Spekulation unb bie Machenschaften bei „börsenmäßigen" Geschäftskunst aufzudecken. Wer dies einmal gethan, der weiß von ben unablässigen persönlichen Verfolgungen burch jene Inter ffenten unb bie von biefen abhängigen „Federhelden* ein Sieb zu fingen. Es ist ein Terrorismus, ber gegen alle, bie an bie Börse rühren, ins Werk gesetzt wird, ber gar nicht zu beschreiben ist. In ber letzten Zeit habm unter ben Anfällen ber gesamten Börsenmeute — um uns „Eugen-Richtersch* aus- zudrücken — bie unermüdlichen Vorkämpfer für ben «blichen Han bei unb für ein vertrauenswürdiges Verhältniß zwischen diesem und den nationalen Produzenten, namentlich bie Herren Grafen von Amim, von Klmckowstroem, von Mirbach unb von Schwerin schwer zu leiben gehabt. Hatte man aber ben Zweck verfolgt, durch diese Angriffe die genannten Männer
ist Buchhalterin; fie bringt alle Monat ein hübsches Sümmchen heim, unb Philippine stickt für ein Weiß- waarmgeschäft Es ist wenig, was fie erwttbt, aber es ist doch ein Beittag. Nut ich bin nichts. Ich allein kann nichts verdienen. Wolfgang hatte vor einigen Jahren den Einfall, ich hätte Talent zum Schreiben. Meine Briefe, meine Schildernngm gefielen ihm, unb so gab er mir ben Rath, ich sollte einen Versuch machen. — Ach! seit Jahim schreibe ich, aber ich erhalte kein Gelb. Es muß ein Fehler an meinen Arbeiten sein, weil jebes Manuskript nn« gekauft zmückkehri. Ich bin am Ende meiner Kraft, ich bin ganz muthlos, ich muß an eine andere Arbeit denken. Glauben Sie nicht auch, daß das Schreiben eine Thorheit ist?*
Doktor Wttkheimer lächelte, »ahm ihre Hand und sagte wie ttöstmd: „Arme Kleine! Rein, es ist keine Thorhett, das heißt, wmn Sie Talent habm.*
„Aber ich habe keines,* rief sie, „sonst würde nicht Alles zurückkommm."
„Desim ungeachtet können Sie Talent haben, es ist in vielem Fache wie überall eine Uebeifüflung an Arbeitssrästm*.
„Ach, ich kann nichts,* jammerte Isabella, „das ist es*.
„Ich wache Ihnen einen Vorschlag,* sagte er, „lafien Sie mich die Arbeit, die Ihnen retournirt wurde, lesen; ich will, wenn ich fie gut finde, für einen Ser- leger sorgen, ich schicke fie dem meinigen und bitte iq», sie zu prüfen und womöglich zu verlegen. Es ist ja nur ein Versuch, vielleicht gelingt er. Wenn nicht, so biete ich Ihnen einen anderen Verdienst an, werde» Sie mein Reinschreiber Ich brauche nothwendig einen und kann hier absolut keinen finden.*
(Fortsetzung folgt)