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Erstes Blatt.

Absnacmcuts - Einladung

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fährlicher Mensch erfahren haben, chöneren Man», walt über mich.

bis zum 1. Zeitung"

der Continent. - Tel.- Oberhessischr Lesern in Oiiginal-

lnge derOberhesfi scheu Zeitung" die geeignetste und weiteste Verbreitung.

Neu hinzutretend« Abonnenten erhalten 8»ril von jetzt an dieOberhessische gratis übersandt.

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alljährlich giebt. Welch' ein ge- er ist, werden Sie an sich selbst Ich wenigstens sah nie einen und seine Augen haben eine Ge-

sagen, was mir auf dem Herzen liegt, ich halte es für meine Pflicht, Sie austuklären, dann bin ich mir teinii Schuld mehr bewußt."

.Ich bitte, kommen Sie nun zur Sache," bat sie Ruth.

.Ich bemühe mich, die Operation, denn eine solche ist es im Grunde, so rasch als möglich zu vollführen, aber gar so schnell, wie Sie denken, geht es doch nicht, Sie müffen sich schon ein wenig ge­dulden. Die Wahrheit wird Ihnen immer noch zu stütz kommen, obwohl es immer ein Segen ist, die Wahrheit kennen zu lernen. Also sehen Sie, Fran Gräfin, ich muß abermals zurückschweifen zu meinen Worten über das Glück. So verschieden, so grnnd- verschieden wir beide auch sind, nicht nur in unserem Aeußern, das eigentlich nichts damü zu thun hat, sondern auch in unserem Innern, in unfern Ansichten, unserem Gemüth und nuferem Charakter und so weiter, unser Begriff vom Glück ist doch ein und derselbe. Nufer beider Glück ist Lientenant Wit- poldsried." Kuni schwieg einige Minuten und sah träumerisch auf den von den letzten Strahlen der Sonne pupurerglühten See.Ich habe ältere Rechie auf Wolfgang als Sie, Frau Gräfin, denn ich bin seine Verlobte."

.Ahl" entfuhr es Ruth, indem sie jäh von ihrem Sitz anfsprcwg.

Aber Kuui faßte sie bei der Hand und zog fie wieder zu sich nieder.Seine Beilobte eigentlich mcht, das heißt nicht vor der Welt, weil Papa feine Zustimmung noch nicht geaeben hat. Aber daß er sie giebt, das liegt nur an Ihnen."

An mst?l Sie scheuen!"

O nein, es ist bitterer Ernst, und wäre ich klug und diplomatisch, nnd hätte ich es in Parten.

berichte wie bisher zusammeustelleu.

Durch ihre Verbindung mit Lompagnie in Berlin ist die Zeitung" in der Lage, ihren

kirchen über mich gebracht, mich zu bessern, so wäre ich vielleicht eher zum Ziel gekommen, ich hätte Sie dann in Unwissenheit lassen müssen, aber ich Bin ein Weib und ein liebendes obendrein. Ich hatte eine heftige Szene mit Wolfgang, und diese Szene ist die eigentliche Ursache, daß ich Sie aufsuchte, daß ich Ihnen die Wahrheit sage, daß ich, obwohl wir Rivalinnen find und denselben Mann lieben doch an Ihren Edelsinn appelliere. Sie werden mir Lieutenant Wolfgang Wttpoldsried lassen, denn er ist meta ganzes Glück."

O, Sie brauchen nicht so viele Worte zu machen," lachte Ruth bitter auf.Ich bin nicht die Frau, die wstbt oder gor kämpft um die Liebe eines MauneS, der einer anderen sein Herz schon ge» geben hat."

»Das ist es," rief Knni,aber Männer find Männer! Wolfgang ist wie alle andern auch. Er hat mich geliebt, aber sett ich ihn in Partenkirchen wieder sah, wußte ich, daß er jetzt für Sie schwärmt. Erst war ich wüthend, aber bann kam die Hoffnung, daß es nur Polttik bei ihm ist, die ihn so verändert gegen m>ch erscheinen ließ. Ich dachte mir, daß Sie sich in ihn verliebt hätten, und daß er deßhalb klug handeln müsse, sich sein Spiel nicht zu ver­derben, oder anch, daß er Sie in sich verliebt machen möchte, damtt er erreicht, wonach er strebt, und wozu ihm mein Bater selbst geratheu hat."

Sie sprechen in Räthseln, die ich nicht länger mehr anhören will," sagte Ruth mit bebender Stimme.Lassen Sie mich gehen, ich gebe Ihnen meta Ehrenwort, und dem können Sie ttauen, ich taste Ihre Rechte niemals an. Bon meiner Sette haben Sie für Ihr Glück nichts zu fürchten."

O alles, alles," rief Kuni,ta Ihrer Hand

Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und Gönner, unter ihren Bekanntenkreisen für die Wetterver­breitung der .Obrrhessischeu Zeitung" thunlichft mttwirken und so auch ihrersettS Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Polittk sein zu wollen, einer Polttik, die sich allen umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zett gegenüber tteu bleibt in der hohen Devise: .Mit Sott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland !"

Unterdrückung der Volksfteiheit ist so schreibt derVorwärts" ttadttionell Polttik im deutschen Junkerthum." Was versteh denn ober die Sozialdemokratie unterBolksfteihett? In dem sozialdemokratischen Zukunftsstaate wird be kanntlich mit einer ganzen Reihe von Freiheüen, d man heute als herrliche Errungenschaften preist, au geräumt werden. Es wird dort weder wirthschaf liche Freiheit, noch Freizügigkett geben und die politische Freiheit wird die sozialdemokratische Diktatur auf das Aeußerste beschränken.

Schon heute giebt es innerhalb der Sozialdemo- kratte keine Bolksfteihett in landläufigem Sinne. Wer sich nicht dem Diktum der Patteileitung fügt fliegt hinaus; das ist das oberste Gesetz der Partei. Die Preßfreiheit wird von der Sozialdemokratte der Staatsautorität und den bürgerlichen Parteien gegen­über auf das Aeußerste ausgenutzt, in sozialdemo­kratischen Dingen aber giebt es für dieGenossen" keine Preßfteihett. Einigermaßen unabhängige Parteiblätter werden von der Parteilettung aufge­kauft oder solange geschuhriegelt, bis fiemürbe" werden.

Auch die Freizügigkett wird heute schon durch die Sozialdemokratte für dieGenossen" stark beschnitten. Wenn Stteiks ausgebrochen find, wird der Zuzug Arbeitsuchender nicht allein durch Zeitangsnottzen, sondern auch durch allerhand gewaltthätige Mittel verhindert. Sodann wttd auch die Freiheit der Ge­nossen bei der Auswahl von Zeitungen und Bttdungs- mitteln terroristisch vernichtet. Es dürfen nur sozial- demokrattsche Organe mitgehalten und nur Bücher ge­lesen werden, die durch die Parteiobersten gutge- heißen find. Sozialdemokratische Gewerbetteibende werden in ihrer wirthschaftlichen Freiheit auf das Aeußerste bedrängt, und der Terrorismus, der bei den Wahlen in Fabriken und Werkstätten auf die Arbeiter ausgeübt wird, ist bekannt, ebenso wie die liebliche Art und Weise,ft eiwillige" Geldbeittäge für die Parteikaffen einzutteiben.

Wenn also von einer Partei behauptet werden kann, fie strebe nach Unterdrückung der Vvlksfteiheit,

(Nachdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Original-Romau von ta Rosöe.

(Fortsetzung.)

Ich bat und beschwor meinen Vater, uns zu helfen, uns einen Ra h zu geben, wie wft das Testament umgehen könnte». Wäre Wolfgang selbst reich ge­wesen, damals, hören Sie wohl, Gläfin, damals hätte ich auf meine zwei Millionen Thaler verzichtet nnd wäre feine Frau geworden. Zu der Zett aber wußte ich noch nicht, daß bei ihm das Sprichwort gilt: Aus den Augm ans dem Sinne. Heute denke ch anders. Nicht daß ich damtt sagen will, ich ebe ihn nicht mehr, o nein, aber ich gestehe es, as unbegrenzte Vertrauen fühle ich nicht mehr zu hm, wie ich es früher hegte."

(Fortsetzung folgt.)

Umschau.

Es ist hinlänglich dargethan, daß die konser­vative Partei die Forderungen der Marine- verwaltung aus rein sachlichen Gesichtspunkten heraus beurtheilt und lediglich auf Grund dieser Prüfung die Nothweudigkett der verlangten Schiffs-

Telegrammen die neuesten Ereigniffe im In- und Ausland« Wverznglich zur Kenutniß zu bringen.

Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Theile wird die .Oberhessische Zeitung" ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, auch tard fie nicht nur dnrch ein gedicgenes Feuilleton, *ie durch Zusammenstellung unterhaltender verschiedener »achrichten für ihre Leser Sorge tragen, sondern, wie eineS- theüs den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und Sissrnschast, so andererseits dem volkswirthschaftlichen und landwirthschaftlichen Interesse durch einschlägige Veröffent- lichungen thunlichft entgtgenzukommell allzeit bestrebt sein.

Inserate finden, pro seckSspaltigr Zeile 10 Pfg., bei der ansehnlichen und fortwährend noch steigenden Auf-

Mtt dem 1. April 1897 beginnt ein neues Vierteljahrs- Lbounement auf die

Oberhessische Zeitung"

tat den wöchentlichen Beilagen: Kreisblatt für die Kresse Marburg und Kirchhain und JllustrirteS Sonntags blatt.

Li«O b e r h r s s i s ch e Zeitung" hat eS fich in erster Reihe znr Aufgabe gestellt, einzutreten für die Macht «ta da« Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater­land und Allar! Die .Oberhessische Zeitung" ist bestrebt, überall, wo sie nur gelesen wird, das nationale Sewnbtsein, Treue zur Monarchie, Lieb« zum Vaterlande, SotteSfurcht und religiösen Sinn, wie Achtung vor unseren Sifttzeu und brwähtteu staatlichen Einrichtungen zu fördern!

DieO brrh«s fische Z«ituug" sucht dies Ziel durch gediegene, sachlich grhaltene, populär geschriebene Lett - Artikel zu erreichen. In einer Rubrtt .Umschau" bringt fie überdies eine Uebersicht über die wichtigsten Tages-Ereignisse auf dem Gebiet« der inneren und äußeren Politik nnd deren Besprechung, und wird di« Vorgänge in ko Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tages-

Marburg

Donnerstag, 18.^ 1897.

allein liegt es ja. Haben Sie nur noch ein klein wenig Geduld und lassen Sie fich meine Geschichte erzählen. Ich lernte ihn auf einem Balle kennen, >en fein Oberst .......

die wirklich fasctairend ist. Ich verliebte mich auf den ersten Blick, und er mm ihm ging es wohl kaum anders. Ich bin, wie man zu sagen pflegt, eine sogenannte brillante Parthie, denn ich verfüge über ein Vermögen von zwei Millionen Thaler. Dieses Bermögen ist von meiner Großtante väterlicherseits, fie hat aber in ihr Testament die Klausel gesetzt, daß ich diese zwei Millionen als Mitgift nur bann erhalten solle, wenn meta fflnftiger Gotte adelig ist, und mein Vater meine Wahl genehmigt. Als nun Wolfgang bei bem Vater um meine Hand anhielt, erfuhr er von der Testamentklausel. Was war da zu thun? Ich war außer mir, weinte, tobte und mürbe krank.

neubauten anerkannt hat. Die gegnerische Presse HW dies jedoch keineswegs ab, diese zustimmende Haltung ausNebenabsichten" der Konservativen erklären zu wollen, deren Haltlosigkeit fie selbst allerdings dadurch am schlagendsten beweist, daß sie in dieser Suche nach geheimen Motiven zu ganz entgegengesetzten Er- gebnsssen gelangt. Während nämlich der eine fest­stellt, daß auf agrarischer Sette vor einer Reichstags­auflösung, bei der die Flotten Vermehrung zur Wahl­parole gemacht würde, ausdrücklich gewarnt wttd, liefert einem anderen Organ diePresse der Agrar­demagogie" geradezu den Beweis, daß die Konser- vattven auf eine Krisis, eine Auflösung des Reichs­tages hinarbeiten. Die Thatsachen werden hier ein­fach auf den Kops gestellt. Die Organe des Bundes der Landwttthe haben von Anfang an keinen Zweifel darüber gelassen, daß ihnen die Ablehnung der Marineforderungen nicht als genügender Anlaß für Ausschreibung von Neuwahlen erscheinen tonnte; wenn die Mitglieder der Parteien, aus denen sich der Bund der Landwttthe der Hauptsache nach zusammen­setzt, die Konservative,', die Reichstagspattei und die Nattonalliberalen in der Budgeikommisston ttotzdem der verlangten Flottenverstärkung zugestimmt haben, so har sie eben lediglich die Ueberzeugung ihrer un­umgänglichen Nothwendigkeit, vor der alle onbereu Bedenken zurücktreten mußten, geleitet. Dagegen ist gerade auf jener Seite, von der den Konservattven und Agrariern die Unterstellung eines Hindrängens auf eine Krisis gemacht wird, deutlich die Absicht hervorgetteten, die Regierung wegen ihrer Mattue- forberung in einen Konflikt mit dem Reichstage zu stürzen, von dem fich der extteme Liberalismus wohl eine Verstärkung feiner eigenen Stellung versprechen mag. Eine Reichstags-Auflösung würde auch vor Fertigstellung des Etats durch den Reichstag recht bedenklich fein und ist sicher nicht geplant.

Ans Kreta geht unter Christen und Musel­manen die gegenseitige Niedermetzelei und Plüu- delung ruhig Wetter. Nachrichten aus Kandia melden, die Christen hätten 960 Muselmanen in Sitia nieder­gemetzelt. Es scheine sicher, daß einige dreißig Männer, Frauen und Kinder in dem Dorfe Daphnes gelobtet feien. Die Muselmanen behaupten, bie Christen hätten sich verschworen, bie Muhammebauer auf ber ganzen Insel auszurotten. In Folge dessen sei die muselmanische Bevölkerung in Kandia in höchstem Grade aufgebracht und gebe sich mehr als je zuvor Plünderungen hin. Die Stadt Kandia selbst ist jetzt gänzlich der Plünderung überliefert. Es ist überhaupt keine Autorität mehr vorhanden. Ein

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exü. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zette 25 Pfg.

n ßn9 Eo peinlich es für Ruth auch war, folgte fie ' «ch bem Wunsche KuniS unb setzte fich mit ihr auf 10. Ne bezeichnete Bank.

,So," sagte Kuni,mm kann ich Ihnen endlich

Ich liebe Offenheit und Wahrheit und habe «ir gedacht, es sei am klügsten, wenn ich Ihnen klaren Wein einschenke," sagte die Gräfin Pretzfeld M Ruch.Sie schauen mich zwar so strafend, so pstnmig an, als ob ich im Begriffe stünde ein Ver­brechen zu begehen, allein dies ist nicht der Fall; im Gegenthell, ich vollführe nur ein gutes Werk. 34 weiß recht gut, daß Sie mich hassen, ich finde dies ta Ihrer Sage auch ganz begreiflich, und da- tat Sie scheu, wie aufrichtig ich bin, so sage ich Ihnen offenherzig, daß Sie nun, daß Sie mir «ch nicht besonders sympathisch find. Das aber s»ll mich nicht verhindern. Ihnen die Wahrheit zu iekenuen, die Sie allerdings schmerzen wttd, die Änen aber doch erwünscht sein muß; denn' Sie Heinen mir durchaus nicht die Frau zu sein, die laue mit fich spielen, die fich zürn Besten haben

Staufen nimmt entgegen di« Spedition diese« Matt«, Jo»« bi« Annoncen-Bnrvmx von tzaasenstein & Vogler ta Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf YYYII W ta Frankfurt a. M., Berlin, München u. «Sin, C. L. AAAU* D«ub« & So. ta Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««d Kirchhai«.

JllustrirteS Sonntagsblatt, -krL r

Rothe cksamste (646 nseife resdeu. j. bei: ie.

( Ruth zuckte zusammen. Das, was fie ahnte 8 ®b was ihr doch so peinlich war, daß sie die anf- teBuM senden Gedanken immer zu verdrängen suchte, arte die Wbe nun doch kommen.

zltag«Wollen wir uns da auf diesem Plätzchen --- Neberlaffen, Gräfin Sondheim; hier find wir ganz > j «gestört."

ja, sie übe fie nach Kräften heute schon aus, so i das die Sozialdemokratie. Die konservative Patte benft gar nicht daran, bie Volksrechte und Volksfte beiten zu unterdrücken. Der Kampf gegen die Sozial­demokratte, den die Konservativen auf ihre Fahne geschrieben haben, hat das Hauptziel, der von der Sozialdemokratte angeführten Arbeiterschaft die Freihe t des Handelns und Denkens wiederzugeben, und sie vor der Bevormundung und Bedrückung durch die Schaar gewerbsmäßiger sozialdemokratischer Agitatoren, die sie noch dazu aus ihrem eigenen Geldbeutel er­halten müssen, zu schützen. Die Arbeiter muffen wieder frei werden, um mit den Arbeitgebern im Einvernehmen über die Verbesserung ihrer Lage ver­handeln zu können, fie müssen befreit werden aus der bedrückenden sozialdemokratischen Organisation, die fie in Klaffenkampf und Streik hetzt, um für bie Heeresfolge behufs Verwirklichung der revolutionären Ziele der sozialdemokratischen Führer reif zu weiden. Der Kampf gegen die Sozialdemokratte ist also kein Kampf gegen die Volksfreiheit, sondern ein solcher für die Volksfteiheit.

Indessen auch die übrigen polittschen und wttth- schastlicheu Besttebuugen der konservativen Partei find in keiner Weise gegen Volksrechte oder Volksfteiheiten gerichtet. Wenn die Konservativen gegen die Gewerbe­freiheit ankämpfen, so ist das kein Angriff in Volks­fteiheiten, denn bie Gewerbefteihett ist eine Freiheit, die nur den witthschaftlich Starken im Unterdrückuugs- kampfe gegen die witthschaftlich Schwachen zu gute kommt. Ebenso ist der konservattve Feldzug gegen die Verfälschungsfteihett, gegen die überhandnehmende Surrogatwirthschast, gegen bie Schwtadelfteihett usw. gewiß kein Angriff auf Volksfteiheiten.

Die Sozialdemokratte hat eben ganz eigentüm­liche Anschauungen von dem Wesen der Volksfteiheit. Sie versteht heutzutage unter solcher Freiheit vor Allem die unbeschränkte Bewegnngsftttheit der Umstnrz- ogttatton und möchte diese sogar durch Zwangsmittel gegen die staatserhaltenden Kräfte noch erweitern. Auch die bürgerliche Demokratte faßt den Begriff Freiheit" anders auf als wir. Die Konservativen urtheileu darüber aber jedenfalls so, wie man in den breiten Schichten des Volkes selber fühtt.