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M'chlW ZeilMg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jllustrirtes Sonntagsblatt.

J2 62.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 14. März 1897.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dies« Blatter, sowie dir Anrwncen-Bureaux vou Haasenstrin & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf YYfll Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. AÄJ1, Daube & So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Parit.

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt zehn Seiten.

Herr v. Gertach und die national-soziale Partei!

(Etwas vom Verwandten.)

Man schreibt uns von hochgeschätzter Seite: Ob­wohl dieOberh. Ztg." über die Propaganda, welche die national-soziale Partei, diese neueste Erscheinung an unserm innerpolitischen Himmel, durch ihren V.r- treter, Herrn v. Gerlach jetzt in unserem und in den Rachbarkreisen betreibt, bereits Bericht gebracht hat, dürfte es vielleicht für manchen Leser dieser Zeitung nicht uninteressant sein, erliche Gedanken und Er­wägungen kennen zu lernen, die dem Einsender in jener Versammlung zu Kirchhain vom 5. d. M. un­willkürlich sich aufgedrängt haben.

Der Vertreter der national-sozialen Partei er- Sffnete seinen Vortrag, indem er annahm, die Ver­sammlung werde sich wohl darüber wundern, daß Jemand von Berlin komme und vor sie hintrete, um ihr eine Rede zu halten Ich muß leider gestehen, daß ich mich darüber gar nicht gewundert habe, auch nicht wundern konnte, denn für blöde und ängstlich habe ich die Berliner nie gehallen, und wenn ich auch weiß, daß es in der großen Metropole, obwohl sie ein Sammelpunkt der Intelligenz und des politi­schen Lebens ist, doch noch vieleLeute giebt, die sehr der besseren Belehrung bedürfen, demnach auch dort noch Feld genug vorhanden ist zum rechten Bekennen, so habe ich mich doch nicht darüber gewundert, wenn H. v. G., mit Hintansetzung seiner lieben Berliner Heimathsgenosfen, zu «ns kam; denn einerseits bleiben in Berlin noch genug Männer zurück, um dort das Nöthige zu besorgen, und andererseits dürfte wohl H. o. G. mit einem gewissen Recht annehmen, daß uns alsblinden Hessen" aufklärende Belehrung besonders noth thue. Gegen diese Annahme kann ich nm so weniger etwas ein wenden, als sie bei wir wenigstens vollständig zutraf; um Aufklärung und Belehrung zu empfangen habe ich an der Versamm­lung mit Hingabe und Eifer theilgenommen.

Aber sobald nun im naturgemäßen Fortschritte die Rede des H. v. G. beginnen sollte, die nöthige

Machdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Original-Roman von La Rosse.

(Fortsetzung.)

Ich sei ein wildes Geschöpf, behauptet Papa," fuhr Gräfin Kunigunde Pretzfeld fort,er liebt mich aber mit jedem Tage mehr und sagt soll ich es Ihnen bekennen, Witpolsried, was er sagt? Ein Königreich wäre ich weith, so meint aber natürlich nur er, aber leider giebt es wenig Königreiche, die mir zu Füßen gelegt werden, und noch weniger Könige, Prinzen oder Fürsten, die mich begehren. Doch Sie wißen es ja, Witpoldsried."

Gräfin Kuni," drohte Wolfgang mit dem Finger man könnte glauben, Sie hätten etwas zu tief in das Weinglas geguckt. Sie find heute von über­sprudelnder Laune."

Papa," fiel Dorothea ein, indem sie de» kleinen Kopf auf dem dünnen, laugen Hals hochreckte,kann es nicht leiden, wenn Kuni sich so lebhaft, so frei benimmt in Gegenwart Fremder," ihr Blick flog uach Ruth hinüber,aber desto mehr amüsirt er sich, wenn fie zu Hause recht ausgelassen ist. Früher war fie oft wie ein ungebärdiger Junge. Sie, Witpoldsried, haben fie schon so gesehen. Aber in letzter Zeit ist Kuni recht einsilbig und oft langweilig. Papa schaut sie dann an und meint, fie wäre krank, aber sie ist ganz gesund, so gesund wie die Forellen im See da. Doch ich weiß schon, was mit ihr ist, aber ich sag es nicht."

Das will ich hoffen, Dorothea," sagte Fräulein Winds heim ernst verweisend.

O, lassen Sie nur das Efant teirible," lachte ftini. Dorothea sprang vom Stuhl auf und hüpfte i» Wolfgang und flüsterte ihm in's Ohr, aber doch

Aufklärung und Belehrung zu geben, fing bei mir, gerade die Verwunderung an, gegen die ich doch in dem Augenblick, als der Redner fie voraussetzte, noch so fest gewappnet war. Herr v. G. motivirte näm­lich alsbald das Auftreten der national-sozialen Partei überhaupt und damit insonderheit sein eigenes mit dem, gelassen ausgesprochenen großen Worte, daß die alten Parteien, wie sie bisher bestanden haben, abgewirthschastet hätten. Noch nicht halb damit fertig denn als Provinziale und zumal als Hesse habe ich zum Denken Zeit nöthig, alle Konse­quenzen dieser erschütternden Thatsache auszudenken, bekomme ich einen neuen Stoß, der mir als konser­vativem Mann besonders tief geht, nämlich die Be­hauptung des Redners, daß die alten Parteien, und, soviel glaube ich mit Bestimmtheit dabei gehört zu haben, ganz besonders die konservative Partei, unfähig seien, die neuzeitlichen Gedanken in sich aufzunebmen. Es folgten nun nicht, wie ich wieder zu neuerVerwunderung erfahren mußte, eine klipp und klare Darlegung der neuzeitlichen Gedanken, womit uns doch vor Allem gedient gewesen wäre, da wir auf Aufklärung und Belehrung hofften, sondern eine kurze Charakteristik bei einzelnen alten Parteien, die im Begriffe stehen abzuwirthschaftcn. Leider ward mir auch da eine ungemischte Freude nicht zu Theil, denn die Charakteristik der konservativen Partei, welche Herr v. G., ich weiß nicht, ob Ehren halber oder wegen seiner früheren nahen Stellung zu derselben, zuerst gab, erfolgte in einer so wenig sachlichen und so sehr persönlich verdächtigender Weise, daß, abgesehen von jeder politische» Parteistellung, mein unmittelbares Gefühl als loyaler Staatsbürger sich dagegen auf- bäumle, und diese Entrüstung, mit der ich nicht sobald fertig werden konnte, beraubte, mich des physiologisch entschuldbaren Genusses (est solamen miseris socios habnise malorum), zu hören, in welcher Weise auch die anderen Parteien ihr Theil erhalten würden; nur das konnte ich noch konstatiren, daß der Redner in diesem Theil seiner Rede von der Sozialdemokratie nicht eine Siloe sprach, sie also in der allgemeinen Charakteristik ausließ, worüber man sich wohl verwundere, was man .ihm aber auch, wie ich selbst es gern thue, als einen lapsus memoriae, als einenHops" in der Rede zu gut halten kann.

Jetzt nun, nachdem das Alte, das Abgewirth- schaftete, abgethan, wäre es meines und auch vieler Anderer Erachtens gemäß an der Zeit gewesen, das Neue, die neuzeitlichen Ideen, vorzuttagen, denen die alten Parteien unzugänglich find, deren Hüterin und

so laut, daß Ruth es Hütte:Sie ist verliebt, und ich weiß auch in wen."

Wolfgang schob das Mädchen unsanft vou sich Schäme Dich, Dora, so etwas von Deiner eigenen Schwester einem Fremden zu sagen."

O, Sie sind uns doch k in Fremder," rief fie schnippisch,was meinst denn Du dazu, Kuni? Aber Sie könnten es werden, wenn Sie »nS so lange nicht mehr besuchen, ich habe Sie beinahe ganz vergessen."

Junge Herren vergeffen schnell, merke Dir das, Dora," lachte die Gräfin und warf Wolfgang einen vielsagenden Blick zu.

Dieser biß sich auf die Lippen und wandte sich ab. Nach einer Weile sagte er, er wolle einige Skizzen vom See aufnehmen, und bath Ruth, ihn zu begleiten. Sie erhob sich rasch, denn fie war froh, von der lästigen Gesellschaft erlöst zu werden.

Bitte", rief die Gräfin,wenn ich nicht stöie, komme ich mit"

Er gab keine Antwort.Du erlaubst?" fragte er Ruth und zündete fich eine Zigarre an.

Nach einigem Suchern fand er eine Stille, die Ruth besonders gut giftel." Während er schweigend dasaß und alle seine Aufmerksamkeit der Arbeit zu- wendete, schwätzte die Gräfin Pretzfeld unaufhörlich fort. Sie erzählte von einer Menge Menschen, die sie kannte, und lachte und spottete über dieselben. Die beide» hörten ihr geduldig zu, ohne zu antworten. Seufzend packte er feine Malerutenfilien zusammen und stand auf.

,Es geht heute absolut nicht, ich bin nicht in der Stimmung, übrigens es wird auch Zeit sein zum H imweg "

Sie gingen alle zusammen nach Ober - Grainau zurück. Wie schön hatte sich Ruth den Tag gedacht

Pflegerin aber die nationalsoziale Partei ist, und von deren liebevoller Erfassung und riefgehendem Ver- ständniß nicht nur die überaus nöthige Aufklärung des politischen Verstandes bei den einzelnen Staats­bürgern, sondern vor Allem das soziale Wohlgedeihen der Gesammtheit abhängt. Ich dachte mir nämlich in meinem, nach Maßgabe meiner bisherigen politischen Erziehung gewiß verzeihlichen Unverstand, es müßten ganz besondere Principien, überaus inhaltsreiche, fruchtbare und zuvor nie gehörte grunblegenbe Sätze fein, in deren Besitz fich die nationalsoziale Partei befinde, auf deren Besitz fie das Recht gründe, den alten Patteien den Vorwurf des Ueberlebtseins in der politischen Unfruchtbarkeit zu machen, Ideen auf die sie, wenn es fich um einen Vorgang im gewerb­lichen Leben handelte, fich gewissermaßen ein Patent geben lassen könnte. Allein zu meiner größten Ver­wunderung wurde meine Erwartung gänzlich ent­täuscht. Herr v. Gerlach zeigte uns vielmehr in koncreten Fällen, wie feine Partei im politischen Denken durchaus liberal, in wirthschastlichen Fragen durchaus sozial sei. Gab ihm nun der erstere Punkt Gelegenheit und Veranlassung, gegen die bösen Konservativen loszuziehen, die das Palladium der Freiheit, die direkte Reichstagswahl, dem Volke wieder nehmen wollen, wobei er allerdings noth- gebrungen keinen Act bei Gesammtpattei, sondern nur Akußernngen einzelner Parteimitglieder als Schwur­zeugen anrnsen konnte, ferner über die neue Ge­meindeordnung für Hessen den Stab zu brechen, weil sie nicht auf dem Grunde des gleichen direkten Wahlrechtes aufgebaut fei, wobei er es allerdings auch unterließ, irgend eine Provinz der Monarchie zu nennen, die bereits eine seiner idealen Anschauung entsprechende Gemeindeordnung besäße, endlich auch gegen die zu erwartende reaktionäre Vereinsgesetz­gebung eine Entrüstungslanze zu schwingen, so war entschieden viel reicher gefüllt das Füllhorn, das er zu Punkt Nr. 2, die soziale Frage bett., ausgegossen hat. Ich möchte sagen, daß Niemand da leer aus­gegangen ist; wenn doch, so lag jedenfalls nicht die Schuld an Herrn v. Gerlach. Die Landwirthschast erhielt die Zusicherung, daß, wenn auch der Antrag Kanitz zur Zeit aussichtslos und unausführbar fei, dennoch die Festlegung eines rentmnden Getteide- preises Bedürfniß und anzustrebeu fei; in der Oel- talg- oder Margarinefrage ging er vollständig mit den neuen Anträgen und ebenso bekannte er sich zur Nothwendigkeit, die Auswanderung aus dem platten Lande in die Städte möglichst zu verhindern. Nicht minder trat er für Konsolidirung des Handwerks

und wie war er ihr vergällt worben! Mit einer zufriedenen Gemigthuung bemerkte fie, daß auch Wolfgang verstimmt war. Nachdem fie den Kaffee eingenommen, fuhren Dorothea und Fräulein Winds- Heim Pattenkiichen zurück, bald darauf machte sich auch Wolfgang mit den Damen auf den Weg. Es war ein köstlicher Abend, der Himmel wolkenlos, die Luft abgekühlt und von einem lieblichen Aroma durchschwängcrt.

Sie werden erlauben mein Herr," sagte Gräfin Kuni neckisch,wenn ich von meiner alten Gewohn­heit Gebrauch mache", mit diesen Worten schob fie ihren Ann in den feinen,es geht so beffer."

Dann wirst Du dem Beispiel der Gräfin folgen, Ruth", sagte er und bet ihr den anderen Arm an. Als Ruth ihre Hand auf seinen Arm legte, warf er einen zärtlichen Blick darauf und drückte fie an fich.

Der Weg kam Ruth sehr lang vor. Wie ist es nur möglich, dachte fie, daß eine gebildete Dame fich so dreist, so aufdriuglich benehmen kann. Er muß viel in dem Hanse verkehrt haben, es ist sehr auf­fallend, daß er mir nie den Namen Pretzfeld nannte. Offenbar ist fie in ihn verliebt es ist wirklich arg, wie sie ihn ansieht eine kecke Person diese Kuni. Sie wurde immer einsilbiger, desto lebhafter sprach Kuni. Endlich lag Pattenkirchen vor ihnen.

Wir werden uns oft sehen," rief Gräfin Pretz­feld beim Abschied.Gute Nacht, Frau Gräfin, Adieu, böser Wolfgang!"

Kennst Du sic denn schon lange?" fragte Ruch mit zitternder Stimme, als fie endlich allein waren.

Ach nein, ungefähr ein Jahr, aber bitte, sprich jetzt nicht weiter von ihr, ich bin schon ganz ärger­lich! Dieses schwatzhafte Ding hat uns den ganzen :2ag verdorben."

durch die Jnnungsgesetzgebung ein, wo er gleichzeitig die besonders in Hessen hoffnungsreich aufblühende genossenschaftliche Zusammenfassung der ländlichen Be­völkerung zum Zwecke der Selbsthülse anerkennend hervorhob; auf derselben Linie bewegten sich auch seine Auslassungen und Forderungen, bett, die Sonn­tagsruhe, besonders eine ftiiftere ' Durchführung derselben für die Post- und Eisenbahnbediensteten. Dann wurde die Ungerechtigkeit der Salzsteuer, des Kaffee- und des Pettoleumzolles hervorgehoben, deren Aufhebung beantragt und als Ersatz dafür, allerdings ohne alle rechnerische Grundlage, nach englischem Muster eine auch bei direktem Erbgang, unter Frei­lassung kleinerer Vermögen zu erhebende prozentuale Erbschaftssteuer vorgeschlagen. Die Judenftage wurde nur als wirthschaftliche behandelt und ihre Lösung mit dem verblüffend einfachen Rezept ge­geben,bei keinem jüdischen Handelsmann zu taufen, »u keinem jüdischen Arzt, zu keinem jüdischen Rechts­anwalt zu gehen!" Und damit schließlich Niemand von Allen, die zu hören gekommen waren, leer ausginge, wurde die bestehendeunnatürliche" Verbindung von Schule und Kirche beklagt, ein Ausdruck, den ich Herrn v. Gerlach als lapsus linguae zu Gute halten will, und die Ungerechtigkeit hervorgehoben, die für Geistliche und Lehrer darin bestehe, daß ihnen auch in der neuen Gemeindeordnung kein Wahlrecht ein­geräumt werden soll.

In der That eine reiche Fülle, die durch Herrn v. Gerlach dargeboten wurde, und wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Ich kann nicht einmal dafür einstehen, daß ich das eine oder andere nicht ausge­lassen oder vergessen habe, denn wenn ich auch eifrig zu- hörte und zur Unterstützung meines Gedächtnißes die nöthigen Stichworte kurz niederschrieb, so stand ich doch immer noch unter dem Bann der Verwunde'nng darüber, daß ich immer noch nicht zu hören bekam, was ich so gerne hören wollte, und daß ich noch ebensowenig aufgeklärt und des Bessern belehrt ober, derb ausgedrückt, noch ebenso klug geblieben war, wie ich von Hause gekommen. Ich muß gestehen, daß mir das allerdings schon öfter passirt ist, allein dann lag die Schuld meistens an mir selber, insofern e§ mir an dem nöthigen Interesse mangelte, und ich es an der gebüh'enden Aufmerksamkeit hatte fehlen lassen; dann bin ich aber auch noch niemals ver­wundert gewesen.

Hier aber lag die Sache ganz anders; ich war gekommen mit der festen Absicht, eine Belehrung und Aufklärung zu holen; meine Ausmerksamkett wurde so­fort zur Spannung, als ich das Wort von den neu-

Sie ermattet Dich sicher, wirst Du fie denn besuchen?"

Ich sollte wohl, ihr Vater ist General, aber wir wollen diesem Zwang ausweichen, wir haben einfach keine Zett, mir besteigen morgen den Schachen. Ich merbe einen Wagen bestellen, der uns bis zum Fuße des Berges fahren soll."

Vor der Villa Ruths augekommeu blieb er stehen, als motte er ihr etwas sage». Sie blickte ihn er­wartungsvoll an, er aber umarmte fie schweigend und küßte fie auf den Mund Sie ließ es willen­los geschehe», es war zu köstlich sich vo« ihm geliebt zu wissen.

Am nächsten Morgen kam Wolfgang früher als gewöhnlich zu Ruth.Es ist nichts mtt unserer heutigen Parthie," rief er ihr lachend zu.

Warum?" fragte fie,der Tag wäre doch wie geschaffen zu einer Bergtour."

»Der Posthalter sagte mir, daß der General den Wagen bestellt habe, er will mit seinen Damen heute den Schachen besteigen. Nun weißt Du, marum wir heute den Schachen meiden."

Auch Ruth lachte.

Ich habe mir gedacht," schlug er vor,den Vormittag auf St. Antonikapelle zu steigen und ein wenig de» Weg zur O'tzlarn zu verfolgen, Nach­mittags geh n wir nach Graseck."

Da Ruth sah, baß er die Gräfin geflissentlich miet, war fie beruhigt. Sie erwähnte auch weiter mit keiner Silbe mehr das schöne Mädchen. Die Klamm fand sie sehr hübsch, aber ihm kam sic klein, unscheinbar, klippenartig vor, er gedachte der schroffen Felsen in der Höllenklamm bei Thalham, die sich zur gähnenden, unabiehbaren Tiefe gespaltet, dachte an den zerschmetterten Leib Franzens, der ihm so ähnlich gesehen hatte. Dabei kam ihm Philomele