Einzelbild herunterladen
 

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

M 59.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Prcis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 11.^ 1897.

Anzeigen nimmt entgegen die Expeditiou dieses Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux vou Haasenstein & Vogler in

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XXXIIWirrt

Moss« m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. AAA41

Daube & Co. in Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Paris.

Zweites Blatt.

Umschau.

Es ist jüngst die Stellung desBundes der Landwirthe" zu den Parteien von den Gegner der Mitglieder des Bundes vielfach Gegen­stand von Entstellungen gewesen. Hierzu erklärt jetzt der Bundes-Vorsitzende Herr von Ploetz:Der Bund der Landwirthe ist in Bezug auf die nationalen Parteien unpolitisch. Mit den Konservativen und anderen staatserhaltenden Parteien kämpfen wir gegen die Sozialdemokraten und den Freisinn männlicher und weiblicher Linie, die ja nur dem Judenthum dient. Ebensowenig wie die Konservative Partei sind wir demagogisch. Demagogie ist laut und unehrlich. Laut sind wir zwar auch, aber immer offtn und ehrlich. Stets treiben wir eine staatserhaltende Politik durch Förderung der Landwirthschaft, des christlichen Kleingewerbes und des Handwerk, s. Der Bund hat schon zehntausend Mitglieder ans Gewerbe kreisen, und wir sind immer für die Interessen des Handwerkes, auch für den Befähigungsnachweis eiu- getreten. In einer Bezi.hung sind wir regierungs- fteundlicher als die Regierung selbst und wollen scharf für die Autorität der Regierung in Durchführung der Börsenreform eintreten. Wir wünschen eine starke Regierung, wie sie in Sachsen ist Waium können die sen dort nach dem neuen Gesetz arbeiten? An Ehre denken die Leute überhaupt nicht, sondern nur an das Geschäft. Wir sind nicht gegen die Industrie und ihren Aufschwung. Aber wir wollen eine Wüthschaftspolitik, die sich auf nationale Gesichtspunkte stützt und nicht aufs Ausland blickt. Wir müssen das Vertrauen behalten zu Gott, zu unserem Kaiser, zu unseren Fürsten, daß sie im richtigen Moment helf.n werden. Die Regierungs- vertreler müssen das Kaiserliche Wort einlösen, daß der Landwirthschaft und dem Handwerk geholfen werden muß. Auch das Vertrauen auf uns selbst dürfen wir nicht verlieren, dann gehört uns die Zu­kunft."

Der englische Premierminister Lord Salis­bury hat vorgestern erklärt, die Botschafter Deutsch­lands, Frankreichs und Rußlands glaubten, daß diese drei Mächte die Blockade der griechischen und fre tischen Küsten billigten, da die Antwort Griechenlands, obwohl sie einige Hoffnung auf eine Verständigung biete, dennoch nicht die Forderung der Mächte erfülle. Nach Meldungen aus Santa von gestern Vor­mittag 10v,2 Uhr haben die Türken gestern früh 2 Uhr die bei A k r o t i r i lagernden Griechen ange­griffen. Ein ernster Kampf, der noch fortbauere, habe sich entspannen. Die telegraphische Verbindung mit der Sudabai sei abgeschnitten.

Gegenüber der Drohung des Königs Georg von Griechenland mit einem Kriege in Thessalien sagt das .Fremdenblatt": Wenn dies mehr ist als eine Drohurg mit dem Selbstmorde, könne sie rur bedeuten, daß ein griechisch-türkischer Krieg einen serbische türkischen und einen bulgarisch-türkischen zur Folge haben müsse. Das hänge aber wohl von andern ab, als von Griechenland.Wir würden wünschen, daß dm Griechen bice Täuschung durch ausdrückliche Kundgebungen von Sofia und Belgrad benommen würde. Aber schon aus dem, waS bisher von dort zu hören war, und mehr noch aus dem, was den beiden nördlichen Balkanstaaten ihr Inter­esse offenbar vorschreibt, kann man in Athen ersehen, daß man sich im Jrithurn befindet. Die bulga­rische Regierung würde im Falle eines Zusammen stoßes zwischen der Tüikei und Griechenland ruhig ihren Vortheil wahrnehmen und die Gunst des Augen­blicks benützen, um mit Hilfe der Pforte friedliche Eroberungen in Makedonieu zu machen. Eine Kirchen vrovinz nach der andern würde durch Berats von Konstantinopel her den Hellenen entwunden werden und in die Hände der Bulgaren übergehen. Aehnliche Erfolge würde die Belgrader Regierung in Alt'erbien erzielen. Während Griechenland die Wucht der her­ausgeforderten türkischen Uebermacht zu tragen hätte, würbe zugleich der Hellenismus außerhalb des König reichs vollständig an Boden verlieren; die Griechen würden eine doppelte Niederlage erleiden, und der

Zug zur Eroberung Kretas würde mit schweren, nicht wieder gutzumachenden Einbußen enden. Schon bieie einfache Erwägung zeigt, baß ein Verzweiflungsschritt Griechenlanbs nur zu seinem Schaden ausschlagen kann und daß es, aller Vorausficht nach, die Kosten eines solchen allein zu tragen gaben würde. Da? Land zwischen dem Aeuäischcn Meere und den Grenzen Serbiens und Bulgariens ist ein national so viel umstrittenes Gebiet, daß die Griechen schon darum nicht hoffen können, durch einen in jeder Hinsicht un gleichen Kampf dort zu etwas anberm, als zu schlimmen Enttäuschungm, zu gelangen." Der letzte Satz bürste auch für bie neuerlichen Versuche ber Serben unb Bulgaren in Sofia, sich gütlich über Makedonien auseinanderzusetzen, gelten. Mit einem Strich auf ber Karte in's nicht gethan, benn Serben unb Bul­garen ftnb in Makedonien vielfach so durcheinander gewürfelt, daß Theilnngsversuche in der Praxis wohl wieder zu Berufungen auf die stärkeren Kräfte führen würden. In der Nacht zu gestern traf die Nachricht beim Kommando in Kanea ein, daß die Insurgenten Hierapetra angriffen. Die Muselmanen erwiderten das Feuer, und die im Hafen liegenden Schiffe nahmen am Kampfe Thcil. Aus Sanbia telegraptiirt man von gestern Mittags: Korakas hat mit 5000 Insurgenten Hierapetra bombarbirt, nach­dem er eine vierstündige Frist zur lieber gäbe gegeben hatte. Das Bombardement wurde von der Festung und dem dort stationi ten italienischen Kriegsschiff heftig erwidert. Es gab viele Tobte und Ver­wundete. Ein englisches Kriegsschiff ist nach Hiera- petra unterwegs. Der Kommandant der gemischten Besatzungstruppen, Amoretti, fügte der Anf- fotbeiung an den griechischen Vizekonsul Baraklis, Kreta mit erster Gelegenheit zu verlassen, die Mit­theilung hinzu, er werde bis zum Augenblicke seiner Abreise als Gefangener betrachtet werden. Hierauf erwiderte Baraklis, er werde sich nur der Gewalt unterwerfen. Amoretti eikläne alsdann, daß er nicht zögern werde, Gewalt anzuwenden. Diese Maß­regel wird auf alle in Kanea wohnenden griechischen Untertanen, darunter drei Ze'tungsberichterstatter und das Personal des Konsulates, ansg-dehnt. Die Antwortnote der griechischen Regierung wird auch in Londoner diplomatischen Kreisen als unbc- friebigenb ang sehen unb als" nicht bazu angetan, die Beziehungen zwischm den Mächten und Griechen­land zu bessern. Die anscheinende Geneigtheit Griechenland», seine Flotte von Kreta zurückzuziehen, dürste die Seitens der Mächie beschlossenen strengen Repressivmaßnahmen in gewissen Maße mildern. Es bestehe kein Grund zu der Annahme, daß bie Mächte die Anwesenheit ber gr ech scheu Armee auf Kreta dulden werden. Sobald die Regierungen ihre An­sichten über die Antwort ausgetauscht haben werden, werde die Mittheilung an Griechenland erfolgen, daß die Mächte sofort Maßregeln ergreifen werden, um die Ausführung ihrer Beschlüsse zu erzwingen.

Hessen-Nassau und Nachbar ^iete.

-f- Elnhausen, 8. März In Mitten der Dorflage von Elnhausen befindet sich eine große Wiese, welche tiefer liegt, als das unmittelbar anstoßende Gelände. Um nun zu verhindern, daß sich das von den benachbarten Höhenrücken hcrad- ftrömenbe Regen- unb Schneewasser auf biefer Wiese awammelt, um bort einen See zu bilben, hat man schon vor Jahren einen längs ber Dorfstraße laufen« ben Graben angelegt unb ferner auch von ber tiefsten Stelle ber Wiese aus eine Rohrleitung zum sofortigen Abführ n bes sich etwa dennoch ansammelnben Wassers hergcstellt. Mag es nun daran liegen, daß die Sohle des Grabens nicht tief genug gelegt ist, oder daß man es unterläßt, den letzteren zu räumen. Thai- sache ist, daß schon feit Jahren alljäh lich große Wafsermassen über die Dorfstraße hinweg auf die Wiese fluthen und dort weil auch die Rohrleitung ihre Schuldigkeit konsequent versagt so lange stehen bleiben, bis sie verdunstet, bezw. vom Erdboden aufgesaugt sind, d. h. bis in's späte Früh­jahr hinein. Iw Winter tummelt sich die Dor'- jugend beim Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren auf der Wiese und bei offenem Wetter dient sie den Gänsen als angenehmer Aufenthalt, was zwar sehr pläsirlich arzusehen ist, dem eigentlichen Zweck einer Wüse jedoch nicht entspricht. Daß die Besitzer der einzelnen Parzellen, in welche die Wiese zerfällt, mit

ben Händen in den Hosentaschen zusehen, wie ihre Grundstücke von Jahr zu Jahr weniger Gras, aber desto mehr Schilf und Binsen hervorbringen und wie sich die ganze Fläche unter ihren Augen allmählig in Sumpf unb Morast verwandelt, ist zwar zu ver­wundern, kann ihnen aber von Niemandem verwehrt werden. Von allgemeinem Interesse jedoch ist der Umstand, daß die Sache nebenbei auch g e - sundheitsschädlich ist. Denn daß die Dünste, welche ber, nach Verschwinben bes Waffers mit schwarzem Schlamm überzogenen großen Fläche wochenlang entftrömen, der Gesundheit zuträglicher sind, kann nur derjenige behaupten, der sie nicht mit bat aufriechen müssen. Hierauf aufmerksam zu machen, ist der einzige Zweck dieser Zeilen.

m. Fritzlar, 8. März. Sonnabend Nach­mittag fand imEnglischen Hof" hier eine General- Versammlung der Pferdezucht-Genossenschaft für ben Kreis Fritzlar statt. Bei Besprechung über die onzukaufenden Füllen beschloß die Versammlung, dieselben von dem Pferde-An- und Vcrkaufs-Ver- mittelungs-Geschäfc bes Herrn v. Plötz-Beilin zu be­ziehen. Die Abnahme ber Thi.re erfolgt vom Bahnhofe Fritzlar. Die angeregte Verauktionirung ber Thiere unter den Bestellern fand keine Annahme, da auf ben Bestellzetteln besondere Wünsche ange­geben werden können, welchen Herr v. Plötz in jeder Beziehung bestrebt ist, nachzukommen, wodurch eS ermöglicht ist, baß jeher Besteller Thiere wie er sie wünscht, auch erhält. Besonders wird noch erörtert, daß Nichtgenossen durch die Genossenschaft keine Pferde beziehen können. Ferner beschloß die Ver­sammlung d n Anschluß d r Genossenschaft an die lanbto. Centrolkasse des Bundes der Landwirthe zu Berlin. Die in Folge ber Maul- unb Klauen­seuche über bie Gemeinben Ubenbor», Wabern unb 3ernem verhängte Sperre ist seitens bes Königlichen Lanbrathsamtes zu Fritzlar aufgehoben.

Koblenz, 8. März. Der 26 Jah-e alte Fabrikarbeiter Jos'ph Schilling aus Mülhau en in Thüringen ftanb heute vor bem Schwurgericht unter ber Anklage ber absichtlichen Gefährdung eines Eisenbahntransportes. Schilling hatte sich am 29. November vagabunbirenb zwischen Bacharach unb Bingen herumgetti ben. Um während des Winters Unterkommen im Gefängniß zu finden, unb, wie er erklärte, um einmal zu sehen, wie es zugehe, wenn ein Zug aus bem Geleise springe unb bie Wagen in Stücke gingen, hatte er unterhalb Trechtingshausen eine Anzahl schwerer glatter Steine auf bie Schienen gelegt. Bald barauf kam ber Nachmittags - Schnellzug Köln-Frankfurt a. M. an. Der Lokomotivführer Neuhaus aus Lützel - Koblenz bemerkte zum Glück bie Hinbernisse, unb es gelang ihm, ben Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen unb so ein Unglück zu vermeibm. Schilling war g?=j stänbig unb wurde zu einer Zuchthausstrafe! von 3 V. Jahren, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei - Aufsicht verurtheilt

Vermischtes.

Vom Hunde zerfleischt. Ueber ben bereits ge­meldeten Unfall des Knaben Mieth in Wilmersdorf, der von einem Hunde derartig zugeiichtet wurde, daß er bald darauf verstarb, berichtet dasTelk. Kieisbl." noch: Auf einem in der Wilhelms-Aue liegenden Grundstücke betreibt der Viehhändler G. eine Schlächterei. Durch einen hohen Bretterzaun wird das ganze Gehöft, auf dem sich nur kleine Baulich­keiten, das Schlächtereigebäude, Stalle ufw. befinden, eingefriebigt. An ber Eingangsthür befinbet sich bie AufschriftAchtung Hunbe!" Am Sonntag, Nach­mittags gegen 6>/,Uhr, sollte ber Knabe, ber an bem bezeichneten Grundstück viel ein- und ausging, und auch wußte, daß der Hund bösartig ist, einen Riemen nach dem Stall tragen. Ob er, wie cr es früher schon häufig trotz aller Ermahnungen gethan hatte, auch bei jener Gelegenheit Wieser den an einer Kette liegenden Hund gereizt hat, ist bisher nicht aufgetldrt, da Augerzeugen nicht vorhanden waren. Jedenfalls steht fest, daß sich der Hund von der Kette losgerissen und den Knaben am linken Arme unb am Unterleibe schreck! ch zerfleischt hat. Der Unglückliche hatte noch Kräfte genug, sich in ben Stall zu schleppen unb bort auf ein Bett niederzulegen, wo er etwa eine halbe Stunde später von seinem älteren Bruder gefunden wurde. Dieser wickelte ihn in eine Decke und trug ihn nach seiner elterlichen Wohnung. Der hinzuge­zogene Arzt erkannte die Lebensgefahr und ließ ihn ins Elisabeth-Krankenhaus bringen, wo der Knabe schon gegen 4 Uhr Morgens durch den Tod von einen qualvollen Schmerzen erlöst wurde.

Eine angemessene Zurechtweisung erfuhr vor­gestern ein blutjunger Iu st i z a n w -i'r t e r in ber Strafkammersitznng am Landgericht II. in Berlin. In einer Belrugssache war unter Anderen ein 74jähriger G^is geladen, der vom Angeklagten während der Vernehmung als Zeuge heftig angegriffen und darüber so erregt wurde, daß er einen leichten Ohnmachts­anfall erhielt. Der Gerichtsdiener mußte den alten Mann auf bem Stuhle festkalten, bamit derselbe beim Fallen nicht zu Schaden kam. Die Verhandlung mußte daher auf einige Zeit unterbrochen werden, die Richter blieben aber auf ihren Plätzen. Während dieser Pause rief ein Justizanwärter, ber eben seine ersten Versuche machte, Nebenprotokoll zu führen, bem bejahrten Gerichtsdiener in befehlcnbem Tone zu: .Holen Sie boch bem Manne ein Glas Wasser 1" Das ging nun absolut nicht, denn der Gerichtsdiener konnte den Ohnmächtigen nicht loslassen; da rief aber einer ber Richter, bem wohl ber befehlende Ton des jugendlichen Zivilanwärters aufgefallen war:Sie junger Mann! Holen Sie boch selbst ein Glas Wasser!" Diesem maßgebenden Befehle konnte sich der angehende Kanzleirath nicht entziehen, unb zum Gaudium des ganzen Auditoriums mußte er ein Glas Wasser bringen.

Mysteriöse Krankheit. Im Dorfe Ar sie bei Feltre im Landbezirk Venedig ist, nach dem BlatteLa Sera", eine mysteriöse Krankheit ausge­brochen. Vier Todte gab es in wenigen Tagen. Die Kranken und Leichen zeigen sonderbare Flecken. Die Bevölkerung befindet sich in der höchsten Aufregung.

Der Pianist Georg Liebling stand in Berlin am 8. d. wegen Mißhandlung vor bem Amtsgericht I. Anfang Januar b. Js. erschien imBerliner Tage blatt" ein Reklameartikel über Liebling's Leistungen. Diese Abhanblung geifelte im Magazin für Literatur am 22. Januar d. I. ber Musikrecensent Loewengard mit scharfen Worten, er bezeichnete bann ben Virtu­osen als einenmittelmäßigen Pianisten unb Mi­kroben." Zufällig traf Liebling Löewcngarb in bem von ber Musikwelk freguentirten Restaurant zum Kurfürsten in ber Potsdamerstraße, unb nach kurzer Vorhaltung verabfolgte Liebling bem bisher ihm un­bekannten Loewengarb eine Ohrsiige; Letzterer er­widerte mit einem Schlag in's Gesicht. Herbeieilenbc Gäste verhinderten weitere Ausschreitungen Unseren Lesern sind der Vorfall und die Begründung des Standpunktes der anständigen Deutschen Presse gegen­über Liebling, von diesem Pianisten nicht mehr Notiz zu nehmen, näher bekannt. Der Staatsanwalt nahm in Berlin vorgestern Körperverletzung an unb beantragte 200 M. Geldstrafe oder 30 Tage Gefängniß. Für angemessen hielt aber der Gerichtshof eine Freiheitsstrafe wegen öffentlicher Beleidigung und erkannte ans zwei Wochen Gefängniß und Publikatton.

Bom Büchermartt

** Eine intereffante Mittheilung 5 ber ben Cirku« entnehmen wir der von derUnion Deutsche VeilagSgestll- Aaft in (Stuttgart herausgegebenenJllirstrirten 6hronlf bei Seit". So grob ber Unterschied bes modernen CirkuS von demjenigen früherer Zeiten auch ge« T^n 'ine Einrichtung ist unberührt geblieben von allem Wechsel ber Seranberungen: wir meinen ben inneren Kreis, bie Manege, beren Durchmesser stets unb überall 13 m beträgt. Sei es in China ober Pein, in einer ber Sroßen europäischen Haupstädte oder in einem kleinen Marktflecken niemals wird man einen Ci, las antreffen mit einem anderen Ringe, als dem von 13 m.

*** Tief in der Häuslichkeit wurzelt ber Inhalt und daS Streben ber.JllustrirtenWäsche-Zeitung", Verlag r'ohn Henry Schwer n, Berlin W. b5, welche in ihrer soeben zur Ausgabe gelangten Märznummer in vor- zuglichster Ausführung eine muftertafte Zusammenstellung olle» dessen bringt, was zur äußeren Ausstattung eines Bette« gehört, ferner eine selbst anzufertigenbe aarnirte Tecken°'ÄandarbeUsf^i, Ritt tisch und andere

. i^o^rbeittkorb. Zertungsmappe 2C. rc. und vor- zuglich lebe Art von Marche für jebeS Alter unb Geschlecht, in nenestkn Tersius unb bei genauester Beachtung alle, --parsamker Sregeln, bie ja bekanntlich bie goldenen Sprüche tm Haushalte und. Abonnements zu 60 Pfg. vierteljähr- ld> nehmen außer sämmtlichen Buchhandlungen der Verlag ., ®il*e beide auch Giatisprobei ummern liefern und die Postanstalten entgegen.