öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
LrockmL Verlag: Ioh. A»g. Koch, UnivtrsitätS-Buchdruckerri in Marburg. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann,
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Jä 56.
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Marburg
Sonntag, 7. März 1897.
Anzeigen nimmt entgegen die EüNditiou diese» Blatte», sowie di« Annoncen-Bureaux vou Haasensteio & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXII. Icchra Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. A ‘
Daube & So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
Der- beste Trost.
h. Die Wirren unserer Zeit, die Entwickelung de» modernen öffentlichen Lebens hat in den letzten Jahrzehnten von zwei Seiten her eine Erschütterung tz«S Gottesglaubens und der Religiosität in unserem deuffchen Volle versucht, wie solche dasselbe wohl schon vorher bei der französischen Republik wahrgenommen, damals aber nur als eln sicheres Zeichen d«S Niederganges dieser Nation betrachtet hat. Einmal ist es eine politische — im Grunde aber unpolitische Lehre, denn ihre Ziele lassen sich zum Heile deS Ganzen nicht verwirklichen — nämlich die der Sozialdemokratie, welche geflissentlich den Leuten ihre» festen und zuversichtlichen Gotte sglauben aus dem Herz n reißen möchte, andererseits ist es eine falsche wissenschaftliche Lehre, welche sich auf die Naturwissenschaft zu stützen versucht und die Menschen zu Gottesleugnern machen möchte. Es ist hierbei die Wahrnehmung auffallend, daß gerade so, wie die Sozialdemokratie bekanntlich von nichtchrist- lichrr Seite in Agitation und auch in malerieller Hinsicht zweifellos thätlichst unterstützt wird, auch jene falsche wissenschaftliche Richtung ihre Verttetung in den linkslideralen Blättern und der modernen großstädtischen „schöngeistigen" Litteratur aus der Feder „hypergeistvoller" Nichtchristen zum weitaus größten Lheile stndet.
In so mancher Hinsicht hat, das ist leider ganz zweifellos, dieses atheistische Treiben beklaaenswerthe Früchte gezeitigt. Nicht nur beklagenswerth für alle christlich gesinnten Kreise, sondern in erster Reihe be- dauernswerth um des Seelenlebens derjenigen willen, welche sich solch' atheisttschen Lehren zugewendet ha^en. Die unhetlsamen Früchte haben wir ge ehen »ach Einführung des Gesetzes über den Personenstand — schon so mancher Ehemann und Familienvater hat es seitdem bei der Civilehe, bei dem Leben seiner Kinder ohne Taufe belassen, wir haben diese Früchte gesehen in der Verhöhnung der christlichen Religion, wie man sie neuerdings in einer gewissen Berliner Presse findet und wie wir sie jüngst mit einem geradezu skandalösen Vorgänge aus einer Berliner „liberalen" Versammlung in unserem Blatte mitgetheilt haben.
Daß diejenigen, die solche atheistische Agitatton, politische und wissenschaftliche, betteiben, zu dem wahren «nd reinen Christenglauben noch zurückzuführen seien, das erwartet für's Erste wohl Niemand. Anders aber ist es wohl mit der größten Zahl von denen, welche sich auf Grund solcher Lehren, auf Grund atheistischer Schriften und Phrasen belhören ließen. Steht man
(Nachdruck verboten.)
Um Wappen und Krone.
Qriginal-Roman von Ve Rosse.
(Fortsetzung.)
„Gehst Du auch heute wieder auf die Jagd?" ftagte Ruth ihre» Neffen.
„Ich habe dem Förster versprochen, mit ihm auf die Geschwendwiese zu steigen. "gK
„Ich bitte Dich, Wolfgang, bl ibe da."
„Soll ich den armen, alten Förster allein gehen lassen?" fragte er.
„Ja, ich bitte Dich, bleibe da."
„Aber Tante, das wäre ja unverantwortlich. Bedenke doch, auf dem Berge treiben sich gefährliche Burschen umher."
„Röslau war auch allein, ehe Du kamst."
„DaS ist allerdings richttg, doch der Gedanke, ihn ohne Schutz in die Gefahr zu schicken, ist mir peinlich."
„So geh," sagte sie.
„Tane, bist Du mir böse?" schmeichelte er und küßte ihr die Hand.
„Das wird Dir gleichgülttg sein," erwiderte fie, ihm die Hand entzieheud.
„Ruth! das glaubst Du nicht. Sage, glaubst Du es?" fragte er zärtlich flüsternd.
Ihr Herz pochle ungestüm, sie hätte aufschreien mögen vor Aeger über sich selbst. Ohne ein Wort zu erwidern, eilte fie rasch aus dem Gemache. Er blieb und sah gedankenverloren auf den Boden, ein Lächeln schwebte um seinen Mund, dann hob er den Kopf und seufzte. „Wer hätte das gemacht, als ich mich auf den Weg hierher machtet Es muß überwunden werden.--Ich gehe mit dem Förster
auf die Jagd." --
diese Leute fich des Näheren an, so find es meist solche, die schon einmal auf der Bahn des Lebens gescheitert, denen schon vorher Groll und Unzuftieden- heit in der Seele wohnten, weil ihnen eben in den rauhen Tagen, die ihnen das Leben gebracht, bereits jeder innere Halt fehlte. Je weiter fie ober, das müssen und werden sie alle an fich zu erfahren haben, sich von ihrem Gottcsglaubeu trennen, um so weniger werden sie auch Grund für ihre trügerischen Hoffnungen finden, bis fie nach gründlichster Enttäuschung im Leben ohne jeden inneren Hall und Trost aus dieser Welt scheiden.
Deshalb ist es die heilige Pflicht eines Jeden, in dem ein wahres Christenherz schlägt, diese Jrre- geführten, von Gott Abgewendeten zurückzuführen zu suchen zu den Tröstungen unseres christlichen Glaubens. Nichts auf der ganzen GotteSwelt ist trostspendender und stärkender für den Menschen, als der unerschütterliche, feste und zuversichtliche Glaube an unseren Gott, an unseren Heiland. Von allem Erdenglück, von aller Menschenhöhe vermag uns der Tod hinwegzuführen, nicht aber vermag er uns selbst im Sterben den Glauben an unsereu Heiland und Erlöser zu schwächen. Wehe aber Demjenigen, der von dieser Erde zu gehen hat ohne diesen Glauben! DaS herrlichste Beispiel, wie auf der höchsten Stelle menschlichen Sein'S ein weiland Kaiser Wilhelm I. allzeit zuerst die Ehre seinem Gott gegeben, wie er der bekannten Depesche über den glänzenden Sieg bei Sedan die im Herzen empfundenen Worte: „Welch' eine Wendung durch Gotte» Führung" an- gesügt, wie er in wahrer Demuth seine Erfolge allzeit als das Gnadenwerk Gottes gegen ihn und sein Volk angesehen, dies herrliche Beispiel sollte jeder Deutsche sich stets vor Augen halten. Wie ein Kaiser Wilhelm I., so gießt auch unser Kaiser Wilhelm II. mit erhebenden Beispielen Zeugniß von dem zuversichtlichen Gottesglauben und dem Gott- verttauen, mit dem er seine hohe Mission erfüllt! Das aber ist das Erhabene und Große dieses Glaubens, daß er von Grund aus geigt ist in die erkennende Seele jedes Menschen, daß er zum besten und stärksten Tröste wird auch für den geringsten unserer Brüder, sofern er nur glauben will an die Heilswahrheit, die uns unsere Religion verkündet. In dem Bewußisein, diese göttliche Heilswahrheit in fich aufgenommen zu haben, fie zu besitzen in allen Lebenslagen bis zu unseres Erdendaseins Ende liegt des Menschen größter Reichthnm. Wer ihn sich rauben läßt durch Verführer und atheistische Lehren, der ist ein wirklich so armer und
Sechzehntes Kapitel.
Im Gatten Wirkheimer's saß dieser mit seinem Bruder in eifrigem Gespräche. „Nein, nein, Rudolf, ich rattie Dir dringend ab von diesem Gedanken," sagte Wirkhrimer, „so wie ich Dich kenne, würdest Du es bitter bereuen."
„Warum?" fragte der Arzt, hast Du Deine Ansicht geändett? Als ich Dir meinen Entschluß schrieb, Schwanfelden zu verlassen und hierher zu ziehe», riechest Du mir doch nicht ab."
„DaS war einfach niederer Egoismus von mir, lieber Bruder," sprach Joseph, „der Gedanke, daß ich Dich für immer bei mir haben sollte, hatte mich förmlich berauscht. Aber dann, als ich an Alles dachte, Alles genauer überlegte, gewann die bessere Ueberzengung die Oberhand. Nein, hierher kannst Du nicht. Du hättest nicht genügend Arbeit, in unserer Gegend find die Menschen gesund, und wenn je einer der Bauern oder ein Mitglied seiner Familie tränt wird, furiti er sich gewöhnlich selbst mit den im Sommer gefummelten Krämern, oder et stirbt, ohne vorher einen Arzt beigezogeu zu haben. Der hiesige Dollar war ein alter Herr, der eigentlich nur privmisirte. In keinem Falle ist für einen so thättgen und geschickten Mann, wie Du einer bist, genügend Arbeit. Laß ab von diesem Gedante», es ist ein Unsinn. Aber daß Du da bist, das freut mich von Herzen. Vielleicht verhütet Dein Kommen auch ein Unglück, daß allem Anschein nach der Gräfin Ruth beoorsteht."
„Was ist denn mit Ruth?" fragte der Doktor erschrocken.
„Sage es mir aufrichtig Rudolf, Du hast die Liebe in Deinem Herzen für fie wohl längst Sbei- tounb.n?"
elender Mensch, daß es für ihn nichts flieht, als die harten und erbarmungslosen Seiten dieses Erden lebens, gegen die er ohne Gott im Kampfe um's Dasein schließlich zu Grunde geht. Deshalb ist cS nöthig, daß wir auch in Fährnissen unseres politischen Lebens unseren Gott vor Augen behalten und ihm vertrauen; so,' wie Er es mit uns herrlich hiuauS- gesühtt in den Jahren der Einigung Deutschlands, so wird Er es auch ferner hinausführen mit unserem Volke, wenn es allzeit bei Gott bleibt!
Umschau.
Der Herausgeber der „Deuffchen Zeitung", dem es leider nicht gelungen ist, durch die Gründung seines geheimnißvollen „Deutschbundes" das Vaterland zu retten, hat nunmehr die Organisation einer „Deutsch - Kartell" - Bewegung in Angriff genommen. Herr Dr. Lange ist als Politiker stets von dem Gedanken ausgegangen, dte „allen" Parteien haben sich überlebt; die „Deutsch-soziale Reformpattei" fand indessen Gnade bei ihm und auch die anderen sozialistischen Nengründnngen, wie in ihren Anfängen die des Herrn Naumann, konnten auf seine Unterstützung rechnen. Wenn also Herr Lange jetzt die Gründung eines Kartells unternimmt, so ist das nur cnm g ano salis zu verstehen; thaffächlich eignet er fich den Ausdruck Kartell wohl nur an, um zunächst einen günstigen Boden für seine „Deutsch"-Bestrebungen sich zu schaffen. Uns kommt, so schreibt die „Kons. Korresp.", das Langesche Unternehmen so vor wie ein Pendant der Rickertscheu Kartellbestrebungen. Hier und dort künstliche Mache, hier und dort Bekämpfung des „Frallions- geistes" und Versuche, das Land gegen den „verknöcherten FrattionSegoismuS" aufznrufen. Indessen auch hier zeigt fich wie dort wiederein besonderer Egoismus, der nur darjenige für richtig gelten lassen möchte, was er selbst für richtig erklärt. Herr Lange hat am Sonntag eine Versammlung abgehalten, um seine Kartell-Organisation in die Wege zu leiten; er wunderte fich, daß „kein einziger" konservaffver Abgeortneter erschienen war. Das ist doch aber gar nicht zu verwundern. Wenn in konservativen Kreisen der Wunsch besteht, ein Kartell einzugehen, und wenn die nöthtgen Vorbedingungen dazu gegeben find, so brauchen sie dazu keine „Deu!sch"-Bewegung. Herr Lange aber täuscht sich vollkommen, wenn er meint, „bei der Jugend" werde er dasjenige „Verständniß" für seine allerneuesten Kartellpläne finden, das man ihm in der .Fraktionen" versagt. Gerade was die konservattve Partei betrifft, so find die „Unter«
„Darauf ist schwer eine Antwort zu geben," erwiderte dieser. „Ruth war ein Mädchen, das man, wenn man es einmal geliebt hat, überhaupt nie ganz vergessen kann; aber fie hat mich schwer beleidigt, und das habe ich auch nicht vergessen. Daß ich ihr nicht gleichgültig war, wußte ich recht gut, und wäre nicht ein so vornehmer Freier damals gekommen, fie würde auch die Meine geworden sein. Einem Grafen natürlich mußte ich weichen."
„Glaubst Du?" fragte sinnend Joseph. „Ich denke, Du thnst ihr unrecht, fie ist keine Frau, der Wappen und Krone mehr gelt n als die Siebe ihres Herzens."
„Die Thatsache hat eS doch bewiese». Inwiefern aber steht ihr jetzt ein Unglück bevor?"
„Sie ist auf dem besten Wege ihr Herz zu verlieren und zwar an einen GlücksjSger, einen Neffen ihres verstorbenen Mannes. Die Gräfin lebt hier in solcher Einsamkeit, daß der junge Mensch leichtes Spiel haben wird bei Erreichung seines Zieles. Da Du mir einmal gesagt hast, daß fie Dich liebte, so dachte ich, Du könntest mit dem Lieutenant in die Schranken treten."
„Wo denkst Du hin?" rief der Doktor, „mit einem Aristokraten l"
„Er ist nicht adlig," unterbrach ihn Joseph.
„Nein," sagte Rudolf, „ich habe es überwunden, fie hat mich zu schwer gettänll, das vergißt I in Mann, wie ich bin. Hätte ich ihrer noch in Liebe gedacht, in heißer, begehrender Siebe, bann würde ich meine Werbung wiederholt haben nach dem Trauerjahr. Habe ich so lange ohne fie leben können, werde ich sie diesem Herrn Lieutenant jetzt auch nicht streitig machen."
„Arme, unglückliche Gräfin!" seufzte Joseph.
Der Doktor lächelte spöttisch. „Ich kenne Dich
strömuugen" für volle Wahrung der Selbständigkeit, und ebenso steht es, wie wir wissen, auch bei den Nationalliberalen. Darum hat auch Fürst Bismarck ganz recht, wenn er Herrn Lange zu bedenken gibt, daß die Verwirklichung seiner Kattellbestrebungeu an dem Selbstständigkeitsgt fühl der Frakttonen scheitern werde. Wenn Herr Lange davon spricht, die „klapprigm Hürden" und „morschen Zäune" der Parteien ans der Rechten müssen umgeworfen werden, so legt er eine sehr geringe Kenntniß der realen Verhältnisse an den Tag und überschätzt den Einfluß der von ihm geleiteten „Dentsch"-Bewegung vollständig. Er verrechnet fich ober auch, wenn er glaubt, den Bund der Landwirthe in seine „Organisaffon" hineinbeziehen zu können. Der Bund der Landwirthe bildet trotz der .Hürden" und „Zäune" der Patteien selbst heute schon ein witthschastlicheS Kartell und darüber hinaus geht der Ehrgeiz deS Bundes ficher nicht. Was aber die Geringschätzung betrifft, mit welcher Herr Lange von den Parteigrenzen spricht, so wird er gar bald eines besseren belehrt werden. WaS will eigentlich das „Deutsch-Kartell" ? Herr Lange gießt auf diese Frage die Aniwott, er wolle kein „rein äußerlich zusammengeleimtes" Kartell, sondern sagt:
»DaS Deutsch-Kartill mit feinem GesinrmngSgehalt an erhöhtem nationalen Bewußtsein und feiner Hi fSbereitschaft für die ehrliche nationale Arbeit jeder Art, vor allem aber de» gefammteu Mittelstandes, würde Zugkraft üben auf manchen bisher freisinnigen Wähler und bi« in die Reihen derer, die bisher ans Rathlosigkeit oder allgemeiner Unzufriedenheit für Sozialdemokraten stimmten. Und für die Regierung würde ein lolche« Kartell viel im Vergleich zu der heutigen Parteizeriplitterung bedeuten, auch wenn e» acht die absolute Mehrheit de» Reichstages erreichte. Denn mit der Organisation eires solchen Kartells hn Hintergründe könnte der Kaiser getrost eine kräftige nationale Losung für die Wahlen ausgeben."
Hieraus geht hervor, daß das „Deutsch-Kartell" eigentlich kein Kartell, sondern eine Partei werden soll. Den Mittelpunkt dieser neuen Pattei aber soll die „Deutschsoziale Reforrnpattei" bilden. Das ist des Pudels Kern! Die alten Patteien brauchen daS Langc'sche Unternehmen also nicht zu fürchten, es trägt den Keim des Todes in fich. Sollte es einer änderen Stile gelingen, ein Wahlkartell unter voller Wahrung der Selbstständigkeit der Parteien zu Stande zu bringen, so würde das unendlich mehr bedeuten, als die phantastischen Pläne, denen der „Deuischbund" nachjagt.
Das „Journal de St. Pötersbourg", das Organ des Kaiserlich russischen Auswättigen Amtes, schreibt: „DaS Kaiserliche Kabinet, von dem lebhaften
kaum wieder, Bruder, was geht denn Dich diese Frau an? Sie ist alt genug, für fich selbst zu sorgen oder? hm?"
Joseph sah seinen Bruder traurig an. „Du meinst, ich liebe fie selbst?"
Der Doktor nickte.
„Und wenn eS so wäre —" rief Joseph auf- springend, „wäre es ein Wander?! Sie ist so lieb, so gut mit mir gewesen, ja, Du sollst es hören, ich liebe fie. Nimmer vergönne ich dieses Weib dem hergelaufenen Fant, den nur nach ihrem Gelde gelüstet. Die ganze Geschichte macht mich rasend. O, Rudolf, Du weiß ja, daß ich hoffnungslos bin, denn wenn die Gräfin fich auch an meinen Anblick gewöhnt hat, lieben würde fie mich niemals können, daS weiß ich recht gut. Wenn Du fie errungen hättest, wäre fie mir gänzlich entfrembet. Ich werde für immer von ihr getrennt, ich werde sie nie Wiedersehen, nie mehr den süßen Ton ihrer Stimme hören. Ich versichere Dich, Rudolf, ich könnte wahufiunig darüber werden. Erst jetzt begreife ich die Macht der wahren Liebe, und wie fie uns beherrschen und verändern kann."
„Armer Joseph," sagte mitleidig der Doktor „Du meinst also eigentlich, ich sollte Ruth Deinetwegen heftathen?"
„Und ihretwegen," schrie Joseph, „mit Dir würde fie glücklich werde», fie würde Dich gefehlt haben. Mit diesem Glncksjäger wild fie todtunglücklich."
„Woher weißt Du denn das, kennst Du den Menschen?'
»Nur oberflächlich., unterbrach ihn Joseph etwas kleinlaut.
„Aus Dir spricht die Eifersucht," sagte Rudolf, „Dein Uitheil scheint mir getrübt."
„3a, ich leugne es nicht, ich bin eifersüchtig, abe