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Marburg

Dienstag, 2 März 1897.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux vou Haasenstein & Vogler in

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf YYY1I

Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.

Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover; Pari».

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

Druck und Berlag: Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg, it'H' Verantwortlich für den allgemeinen Theil. RedEeur M. Hartmann,

Redaktion «nd Expedition: Markt 21. ^4444144-44,4W WV4444444yy V44444* für den Iaseratentheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg.

Bestellungen auf die ^rhess. Leituug für den Monat März

«ebst deren Gratisbeilage«

Kreis blatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain,Illustriertes Sonntag-, blatt" undVerloosungsliste bei preußischen Klassenlotterie"

werden von allen Postanstalten, Lant, briefträgern, in der Expedition (Martt 21), sowie von unseren Filial- Expeditioner in Kirchhain, Neustadt und Wetter ent gegengenommen.

Die Ansprache des Kaisers, welche Se. Majestät bei dem Festessen des branden­burgischen Provinziallandtages gehalten hat, lautete wie folgt:

In herrlichem, bilderreichem Schwung hat soeben der Herr Oberpräsident in Ihrem Namen Ihre Huldigung Mir entgcgengebracht, und Ich kann nur von ganzem Herzen und tiefgerührt dafür danken. Ich komme eben aus der alten märkischen Haide, wo Ich umrauscht war von den alten märkischen Liefern und Eichen, zu ihrem lebendigen Ebenbild, zu den märkischen Männern, und Ich freue Mich, wieder ein paar Stunden unter Ihnen zubringen zu können, bcnn der Verkehr mit den Söhnen der Mark ist für Mich stets wie ein neubelebender Trank. Was die märkischen Eichen und Kiefern Mir vor­gerauscht haben, das hat in sinniger Weise schon der Herr Oberprästdent erwähnt. Mit hohem Rechte haben Sie speciell Meines hochseligen Herrn Groß­vaters erwähnt, Mein lieber Achenbach. Unser heutiges Fest, wie auch die ganze Zeit, stehen sie doch schon unter dem ausgehenden Frühroth des anbrechenden Morgens, des hundertjährigen Geburtstages dieses hohen Herrn. Da wird der Blick eines Jeden von Ihnen zurückschweifen in die Vergangenheit. Denken wir zurück in der Geschichte. Was ist das alte deutsche Reich gewesen! Wie haben so oft einzelne

(Nachdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Qriginal-Roman von La Rosse.

(Fortsetzung.)

Die Schwester ihres Herrn Gemahls war eifer­eifersüchtig, scheinheilig und lügnerisch," fuhr der Pfarrer in seiner Erzählung fort,er war wahrheits­liebend, ehrlich und einfach. Seltsam war es auch, daß trotz der häßlichen, abstoßenden Eigenschaften des Mädchens ihre Mutter für sie eine besondere Vorliebe besaß, sodaß, weil der alle Graf schwach und nachgiebig war, und wie man zu sagen pflegt, ganz unter dem Pantoffel seiner Frau stand, Marie das ganze Haus beherrschte und thrannisirte. Der Herr Graf hingegen hatte eine tiefe Abneigung gegen diese Tochter. Er sah mit klarem Auge die Vorzüge seines Sohnes und liebte diesen über Alles, aber gegen die rohe Herrschsucht Mariens konnte er nicht aufkommen. Später hat wohl die Frau Gräfin auch die Unwürdigkeit ihrer Tochter eingesehen, aber, o Mutterherz l geliebt hat fie fie doch bis zu ihrem Ende. Als Anton größer wurde, da war auch zwischen den Kindern ein ausgesprochener, wenn auch ungleicher Krieg. Marie bekam stets Recht, Anton wurde stets unterdrückt, und daher entstand haupt­sächlich der Widerwille des Grafen gegen die ältere Schwester. Die Ungerechttgkeit'te den Haß und machte ihn wachsen. Anton kannte die Fehler seiner Schwester und schämte sich später nicht wenig ihrer Liebeleien, die sie mit Männern unter ihrem Range unterhielt. Ich sage es nochmals, ein Glück war ihre Verheirathung, wenngleich große Summen be­zahlt werden mußten, um die Schulden des Freiers zu decken. Und auch nach der Vermählung fielen noch ansehnliche Kapitalien in den Säckel des ver­

Theile desselben gestrebt und gearbeitet, zusammenzu­kommen zu einem einigen Ganzen, um theils für das große Ganze ersprießlich zu wirken, theils um den Schutz des gesammten Staates gegen äußere Eingriffe zu ermöglichen. Es ist nicht gegangen: Das alte deutsche Reich wurde verfolgt von außen, von leinen Nachbarn, und von innen, durch seine Parteiungen. Der Einzige, dem cs glang, gewisser­maßen das Land einmal zusammenzufassen, das war der Kaiser Friedrich Barbarossa. Ihm dankt das deuffche Volk noch heute dafür.

Seit der Zeit verfiel unser Vaterland, und es schien, als ob niemals der Mann kommen sollte, der im Stande wäre, dasselbe wieder zusammenzufügen Die Vorsehung schuf sich dieses Jnsttument und suchte sich aus den Herrn, den wir als den ersten großen Kaiser des neuen deutschen Reiches begrüßen konnten. Wir können ihn verfolgen, wie er lang heranreifte von der schweren Zeit der Prüfung bis zu dem Zciipunkte, wo er als fertiger Mann, dem Greisenalter nahe, zur Arbeit berufen wurde, sich Jahre lang auf seinen Beruf vorbereitend, die großen Gedanken bereits in seinem Haupte fertig, die es ihm ermöglichen sollten, das Reich wieder erstehen zu lassen. Wir sehen, wie er zuerst sein Heer stellt aus den dinghaften Bauernsöhnen seiner Provinzen, fie zusammenreiht zu einer kräftigen, waffenglänzenden Schaar; wir sehen, wie es ihm gelingt, mit dem Heer allmählich eine Vormacht in Deutschland zu werden und Brandenburg-Preußen an die führende Stelle ?u setzen. Und als dies erreicht war, kam der Moment, wo er das gejammte Vaterland anrief und auf dem Schlachtfelde der Gegner Einigung herbeiführte. Meine Herren, wenn der hohe Herr im Mittelalter gelebt hätte, er wäre heilig gesprochen, und Pilgerzüge ans allen Ländern wären hingezogen, um an feinen Gebeinen Gebete zu verrichten. Gott sei Dank, das ist auch heute noch so! Seines Grabes Thür steht offen, alltäglich wandern die treuen Unter- thanen dahin und führen ihre Kinder hin, Fremde gehen hin, um sich des Anblickes dieses herrlichen Greises und seiner Standbilder zu erfreuen. Wir aber, meine Herren, werden besonders stolz fein auf diesen gewaltigen Mann, diesen großen Herrn, da er ein Sohn der Mark war. Daß Gott sich einen Märker ausgesucht hat, das muß etwas Besonderes bedeuten, nnd Ich hoffe, daß es der Mark Vorbe­halten sein wird, auch fernerhin für des Reiches Wohl zu sorgen. Zusammengeführt wie Eins ist das Hohenzollern'sche Hans und die Mark, und aus der Ttaif stammen und in der Mark wurzeln die Fäden

schwenderischen Schwiegersohns, während der junge Graf jeden Pfennig sparte und sich keine der Freuden seiner Standesgenossen gönnte. Als dann die beiden Eltern gestorben, da war die Kluft, welche die Ge­schwister trennte, unüberbrückbar. Ich bin ein Priester und kenne den schönen Spruch: Wenn Dein Freund Dir auf die rechte Wange lchlägt, so reiche ihm auch Deine Linke. Graf Anton reichte der Schwester die linke nicht, und ich gab ihm recht, ich hätte es an feiner Stelle auch nicht gethan; im Gegentheil, ich bewunderte seine Großrnuth, die er bitfem heuchlerischen Weibe gegenüber zeigte, von all dem Verbrüh, all dem pekuniären Schaben, ben er durch sie hatte, ganz abgesehen."

Sie stimmen also nicht für diesen Adopttvsohn?" fragte Ruth,Sie glauben, der Apfel fällt nicht weit von Stamme?"

So ist es in der Regel, allein es giebt auch Ausnahmen. Ich rathe Ihnen, stellen Sie einen Versuch an, aber so, daß Ihnen immer freier Rück­tritt bleibt."

Wieso?" fragte sie.

Lassen Sie den jungen Menschen kommen, lernen Sie ihn kennen und erst, wenn Sie ihn für würdig erachten, daß er den Namen Sondheim tragen darf, erst bann bürfen Sie feine Bitte erfüllen. Ich wünsche, ber junge Mann wäre dieser hohen Ehre würdig, dann stürbe doch der Name Sondheim nicht ans, ein neues kräftiges Reis sproßte frisch, und das ganze Erbe fiele nicht auf jene fremde, aus­ländische Familie des Fürsten Than-Lengdorf. Aber eins, gnädige Gräfin, hüien Sie sich vor der darf ich den richtigen Ausdruck wählen? hüten Sie sich vor der Schlange. Lassen Sie nie Ihre Schwägerin in's Haus, Sie war immer ein böses Weib und wird es bleiben, so lange fie athmet.

unserer Kraft und unseres Wirkens. So lange der märkische Bauer noch zu uns steht und wir dessen gewiß sein können, daß die Mark unserer Arbeit ent­gegenkommt und uns Hilst, wird kein Hohenzoller an seiner Aufgabe verzweifeln.

Schwer genug ist sie und schwer wird sie ihm gemacht:" Ich meine eine Aufgabe für uns Alle, mögen wir sein, wer und wo wir wollen. Zu dieser Aufgabe ruft uns das Andenken an Kaiser Wilhelm den Großen, und in dieser wollen wir uns um ihn, um sein Andenken schaaren wie die Spanier einst um den alten Eid. Diese Aufgabe, die uns Allen ausgebürdet wird, die wir ihm gegenüber ver­pflichtet sind, zu übernehmen, ist der Kampf gegen den Umsturz mit allen Mitteln, die nnS zu Gebote stehen. Diejenige Partei, die eS wagt, die staatlicben Grundlagen anzugreifen, die gegen die Religion sich erhebt und selbst nicht vor der Person des allerhöchsten Herrn Halt macht, muß überwunden werden. Ich werde Mich freuen, jedes Mannes Hand in der Meinen zu wiffen, sei er Arbeiter Fürst oder Herr wenn mir nur geholfen wird in diesem Gefechte! Und das Gefecht können wir nur siegreich durchführen,, wenn wir uns immerbar beS Mannes erinnern, bem wir unser Vaterland, das deuffche Reich verdanken, in dessen Nähe durch Gottes Fügung so mancher brave tüchtige Rathgeber war, der die Ehre hatte, seine Gedanken ausführen zu dürfen, die aber alle Werkzeuge seines erhabenen Wollens waren, erfüllst von dem Geiste dieses erhabenen Kaisers. Dann werden wir richtig wirken und im Kampfe nicht Nachlassen, um unser Land von dieser Krankheit zu befreien, die nicht nur unser Volk durchseucht, sondern auch das Familienleben, vor allen Dingen a6er. das Heftigste, was wir Deutsche kennen, die Stellung der Fran, zu erschüttern trachtet. So hoffe Ich Meine Märker um Mich zu sehen, wenn sich die Flammenzeichen enthüllen, und in diesem Sinne rufe Ich: Die Mark, die Märker Hurrah! Hurrah! Hurrah!"

Umschau.

Zur Lage auf Kreta wurde derKöln. Ztg." unterm 27. Februar aus Kandia gemeldet:Das Innere der Insel ist überall, mit Ausnahme des Bezirks Selino, von griechischen Truppen oder die griechische Besitznahme anerkennenden Banden besetzt, denen Zeichen der Zngehörigk-it zu Griechen­land, wie Militärmützen und ähnliches, durch Oberst Vassos übersandt wnrden. Kandia ist durch zahlreiche

Ihre Kinder mögen ganz anders fein, ich wünsche dies um Ihretwegen."

Ruth eilte fröhlich heim. Der Pfarrer hatte Recht, sie mußte erst den Menschen, den fie als Sohn annehmen wollte, kennen lernen. Ihr kleiner Fredi sollte also einen Nachkommen erhalten. Die Idee machte ihr Herz rascher klopfen. Lange blieb sie vor dem Bilde ihres Gatten stehen.Ich hätte Dir, Du treuerer Mann, nie und nimmer einen Nachfolger geben können; einen Manu an Deine Stelle zu setzen, wäre mir unmöglich gewesen, aber den Sohn gönnst Du mir doch! Der Sohn darf mir eine Familie schaffen, daß ich nicht so allein bin, Dein Platz, Anton, bleibt in meinem Herzen ewig unbesetzt." Die ganze Nacht fand sie keinen Schlaf, wie sollte sie den Brief schreiben? Und wie würde dieser Sohn fein? war er würdig, ben eblen Namen Sondheim zu fragen, oder war es ein achtes Kind feiner Mutter, ein Intrigant, ein herzloser Egoist, dem es mehr um das Geld, als um die Ehre zu thun märe. Erscheint ein berechnender, intelligenter Mensch zu fein. Sie wollte ihm den Vorschlaa machen, nach Thalham zu kommen, hier in der Einsamkeit des Landes könnte sie ihn am besten kennen lernen, am leichtesten prüfen. Doktor Wirk- Heimer würde ihn bewachen und der Pfarrer ihn be­obachten, und Förster Röslau würde ihr fein derbes, aber fast immer richtiges Urtheil über den neuen Sohn sicher nicht vorenthalten. Diesen Männern und ihrem eigenen Ermessen, ihrem Feingefühl wollte sie es überlassen, ob fie wieder den süßen Namen Mutter hören, ob fie wieder ein Kind besitzen dürfte, oder ob sie ben Neff-n des Gatten mit einem schweren gefüllten Gelbsack fortschicken mußte, unb der Name Sondheim erlöschen sollte.

Banden unter dem Befehl des griechischen Arffllerie- < Offiziers Korakis eingeschlossen, die Wasserzufuhr war I abgeschnitten, ist über wieder hergestellt. Die Lage * der mohamedanischen Bevölkern'«g ist ' traurig. Soweit unter diesen Umständen eine ruhige Erwägung möglich ist, hört man unter ben Mohamme­danern hier und da die Hoffnung laut werden, daß jetzt eine vollkommen griechische Besitznahme die Er- lösuung bedeuten würden. Vor Kandia liegen drei Kriegsschiffe. In der Stadt ist es heute ruhig; gestern fand ein Vorpostengefecht statt." Der türkische Mi­nister des Aueßeren erklärte mehreren Diplomaten, der Sultan werde in zwei bis drei Tagen ein Jrade erlassen, wodurch Kreta Autonomie gewährt werde. Unter den Türken herrsche große Begeisterung für Kaiser Wilhelm und über die Haltung des Berliner Kabinets. In mehreren Moscheen sind während der vorgestrigen Feiertagsgebete Fürbitten für das Wohl des deutschen Kaisers erfolgt. Das Petersburger Kommunique wird verschiedenartig fommentirt. In diplomatischen Kreisen wird betont, das Kommunique wäre eine genau erwogene Kundgebung gegen eine gewisse Ver­zögerungspolitik, welche durch Hintanhaltung eines energischen Vorgehens gegen Griechenland de« Ver­dacht des Einverständnisses erwecken müsse. Anderer­seits wird auf dem Umwege über Budapest durch eine Note desLloyd" verlautbart, das Kommunique fei in der Sache durchaus gerechtfertigt, einzelne Ausdrücke wären allerdings befremdend und unge­rechtfertigt, diese Ausdrücke wären in dem ursprüng­lichen russischen Vorschläge nicht vorgekommen, das Kommunique sei also eine journalistische Arbeit, keine Regierungserklärung. Es abstrahire von England und Italien, deren Zustimmung «zu dem russische« Vorschläge zur Zeit bet Abfassung i>es Kommuniques vielleicht noch nicht vorlag, seither aber eingetroffen sei, so baß bic Arbeit auf russischen Vor­schlag thatsächlich eine europäische bleibt. In Syra würbe berKaiserin Augusta" die Ein­nahme von Kohlen unb Lebensrnitteln verweigert. Vor Sitia lommanbirt ein französischer, vor Kandia ein englischer, vor Rethymo ein russischer, vor Kama ein italienischer, vor Selino ein österreichischer Offi­zier. Die Aufständischen vor Kanbia wurden ver- ftänbigt, daß bie Schiffe ein weiteres Vorbringen verhinbern würben. Der Berichterstatter des Eclair" meldet aus Kreta, in den letzten Tagen hätten die Geschwader vor Kanea zu leiden gehabt, weil dort der Ankergrund nicht sicher sei. Ein großer Theil der Mannschaften hätte daher stets im Dienst

Ruth saß an ihrem Schreibttsch, tauchte die Feder in die Tinte und versuchte zu schreiben, aber das rechte Wort wollte ihr nicht kommen. Wie sollte fie ihn anreden? Lieber Neffe? Unmöglich, er war ihr noch nicht lieb, obgleich sie sich sehnte, ihn lieben zu dürfen. Er hatte sie Geehrte Tante! genannt. Ja, sie war ihm freiliche Geehrte, weil sie Geld befaß und die Macht, ihm es auch zu geben. Seine Bitte hatte Sie aber nicht veranlaßt, ihn zu ehre«. Im Grunde genommen kam ihr bei genauerer Ueberlegung während der Nacht das Ansuchen ja ftech vor. Ei« fremder Eindringling begehrte ungenirt mit wenigen Worten etwas so Großes die Rechte eines Sohnes, einen alten ehrwürdigen Namen und ein reiches Erbe! Er begehrte es, ohne auch nur die Frau zu kennen, von ber er es verlangte. Ist er so leichtsinnig ober so berechnenb. NeinGeehrter Neffe!" konnte sie nicht schreiben. Sie liebte nichts so sehr, als bie Wahrheit, selbst in so kleinen Dingen wollte fie auf­richtig fein. Warum etwas sagen ober schreiben, was nicht so war? ES kam ihr unwürbig vor. Also wie soll ich diesen Glücksjäger Htuliren, fragte sie sich und sah sinnend zum Himmel auf. Was wohl bie Zukunft bringt ? Unwillkürlich gebuchte sie bes Aberglaubens ihrer Mutter unb ber Songlau mit ihren Karten. Gelb, viel Geld, hatte biefe gesagt, einen Wittwer, ein Kinb. Alles war eingetroffen. Unb nun war wieder eine Wittwe, unb das Kinb kam auch, ach! Ob er ihr ein Kinb fein würde? Ob, wenn sie ihm auch alles gewährte, was er von ihr wünschte, ob er sie ein wenig lieben würde, so wie ein guter Sohn seine Mutter liebt. Thorhett das sind Naturbande, Bande des Blutes. Mit all ihrem Geld, mit bem Wappen unb ber Krone ihres Gatten, sie konnte sich das Heißersehnte bamit doch nicht verschaffen. Aber wenn auch nicht ein