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Präzedenzfall schassen würde. Ferner aber ist vor jEintritt in jene Vcrhandlungtn der Völkerrecht s- iwidrigen Aktion Gr ienchenlands ein Ende zu machen, deren Fortdauer eine ste'aende Kriegsgefahr enthält."

DieAgcnzia Stefani" verbreitet folgende Mit- theilung: Gegenüber den Schwierigkeiten der orienta­lischen Frage hatte die italienische Regierung beständig zur Verhandlungslinie die Aufrechterhaltung der Uebcreinstimmung aller Mächte, als des besten Diittels, die von der Bevölkerung verlangten Reformen zu sichern und den europäischen Frieden zu gewähr- leisten. Nach dem Ausbruch der gegenwärtigen Krise auf Kreta setzten die Mächte durch, daß die Türkei sich der Gegenmaßnahmen enthielt. Zugleich sandten sie ein Geschwader nach Kreta und beschlossen, ver­schiedene Orte zu besetzen, in der Absicht, daß für den Zweck der zukünftigen Regelung der Verhältnisse der 3nfel eine llebereinstimmung geschaffen werde. Nachdem das griechische Operationskorps auf Kreta ausgeschifft war, war Europa die Aufgabe gestellt, gegenseitige Angriffe zwischen Christen und Türken und Griechenland zu beseitigen. Unter den gegen­wärtigen Umständen dürfte und könnte Italien nicht aus dem europäischen Konzert ausscheiden. Die italienische Regierung hat sich ohne Zögern dem gemeinsamen Friedenswerke angeschlossen und schließt sich auch weiter- diesem Friedenswerke an, das allein für Kreta eine allen legitimen Interessen und den Forderungen der Civrlisation entsprechende Lösung ermöglichen kann.

Nach einer Petersburger Zuschrift der ,Pol. Konew. ' sind die Mächte nicht gewillt, eine An­gliederung Kretas an Griechenland zuzulassen, da die Gesammtwge die Aufrechterhaltung der Integrität der Türkei gebiete. .Das Gegenthei! würden, indem es Bulgarien, Serbien und G iechenland nur noch er- muthigte, jene für den allgemeinen Frieden gefähr­lichen Verwickelungen fördern, deren Verhütung seit Jahren das Hauptziel der europäischen Diplomatie sei. DieNowoje Wremja" betont, daß Rußland und Frankreich in der kretischen Frage, was die Integrität der Türkei betreffe, derselben Ansicht seien wie Deutschland. Daraufhin müsse Griechenland sein Eingreifen in die orientalische Frage unterlassen,- es dürfe keine Hofftung auf die verwandtschaftlichen Beziehungen seines Herrscherhauses setzen, nachdem Kaiser Wilhelm Europa so energisch gezeigt habe, wre er sich zu der ganzen Frage stelle.

Infolge der bei der Pforte eingelaufenen Be­uchte, welche die Anwendung der Blockade gegen

Marburg

Dienstag, 23. Februar 1897.

(Nachdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Qriginal-Roman von Va Rosör.

(Fortsetzung.)

Schmerzenslager und seiner unermüdlichen Pflege und Sorgfalt allein verdank- ich mein Leben. End­lich wurde mir die Binde von dem Kopfe genommen.

Ich durfte mich erheben. Die freie Bewegung meiner Glieder hatte ich nicht eingebüßt. Meine Braut war wunderbarerweise beinahe unversehrt ge­blieben, und hatte mich mit ihrer Mutter jeden Tag besucht. Als aber die Binde von meinem bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gesichte fortgenommen war, verbot Rudolph ihr den Einlntt in mein Zimmer. Bin ich denn so zugerichtet?" fragte ich ihn. Statt aller Antwort zog er einen Spiegel aus der Tasche und reichte ihn mir hin. Ich stieß einen Schrei aus und ließ den Spiegel zu Boden fallen, daß er klirrend zerbrach.Allmächtiger, welch' ein Gesicht! und das soll das meine sein?!"Ein Wunder, daß Du nicht beide Augen eingebüßt hast," uchte mein Bruder mich zu trösten. Ich gab keine Antwort, mit Grauen dachte ich an das Gesicht, das ich, in dem Spiegel gesehen hatte. Die einst so schöne glatte, weiße Stirn war von farbigen, rothen Narben entstellt, keine Augenbrauen, keine Wimpern hatte ich mehr. Die eine Augenhöhle war leer, eine blutigrothe, lange Narbe durchquerte die bartlose Wange.Wie wird sie es aufnehmen?" fragte ich wlt bangem Herzklopfen.Ah Pah, das wäre das Geringste," ruf der Bruder,wenn Adelgunde ist, wre em- brave Frau sein soll, so wie unsere Mutter eine war, dann wird sie beim ersten Anblick zwar weinen, aber sie wird den Schreckensschrei unterdrücken. .-,7 Ak Arme nehmen und Deine Darben s» k Tilr Wauberte selbst, wenn ich an diese ^.bc" -Nein," seufzte ich,das kann sie nicht das ist ihr unmöglich."Ja, küssen!" schrie Rudolph und stampfte mit dem Fuß.Freilich, wenn sie so ist, wie ich gl-ube, und diesen Glauben

Die Lage im Orient

Noch immer ist eine Einigung in der Kretafrage fischen den Großmächten nicht erzielt. Es sind im Einzelnen divergirende Meinungen aufaetaucht, die zu einer schleunigen Erledigung der Kretafrage b.izuttagen wenig geeignet find. So z. B. möchten wir g'auben, daß die Forderung Englands, daß zunächst eine Ent­scheidung über die zukünftige Gestaltung der Dinge auf Kreta getroffen werde, bei anderen Mächten auf sehr energischen Widerstand stoßen wird. Ganz besonders-fte die deutsche Regierung nicht gewillt sein, in die Erörterung über diese Frage einzutreten, ohne daß man sich mindestens zur selben Zeit über die Mittel schlüssig macht, wie min dem Willen der Kroßmächte Anerkennung Griechenland gegenüber ver­schaffen soll.

Wenn übrigens von einzelnen Seiten imm r noch km Wunsche Ausdruck verliehen wird, Griechenland solle Besitz von Kreta erhalten, so darf doch nicht außer Augen gelassen werden, daß eine Zustimmung der deutschen Regierung dazu in Anbetracht des Um- ßandes kaum zu erwarten sein dürfte, daß Griechen­land vollständig bankerott ist und seine Unfähigkeit wf das deutlichste dargethan hat, innerhalb seines jetzigen Besitzstandes eine geordnete Wirtschaft zu ähren. Die Massaercs von Türken auf Kreta, für ie man zweifelsohne Griechenland wird verantwortlich |u machen haben, dürften nebenbei auch wenig ge- kignet sein, die Ueberzeugung zu erwecken, daß man ruhigen Herzens die Verwaltung Kretas der griechischen Regierung wird anvertrauen können.

Die am Sonnabend Abends in Beilin ausßr- gebeneNdd.-Allg.-Ztg." schreibt in gesperrter Schrift: .Die von Reuters Bureau gebrachte Nachricht, Lord Salisbury habe den deutschen Blockade- korschlag dahin beantwortet, daß, bevor eine lltion gegen Griechenland unternommen würde, die ukünftige Verfassung Kretas unter en Mächten zu berathen und dabei eine Autonomie er Insel nach dem Vorbilde von Samos ins Auge u fassen sei, ist nach unseren Informationen zu­reffend. Wie wir hören, ist die deutsche legieru ng, getreu ihrer bisherigen Haltung, ereit, mit den Mächten in Verhandlungen über die ukünftige Gestaltung Kretas unter zwei Voraus- tzungen einzutreten: Einmal muß dabei eine A n- eki0u Kretas durch Griechenland außer betracht bleiben, welche keinerlei Gewähr für die Erstellung geordneter Zustände auf der Insel bieten, «gegen für die übrigen Balkanvölker einen gefährlichen

Lann - ?lC?nUty w-in-r Bewerbung, ja Leben wanden/mußt." Und dft Stunde der Ent- b"n kaltt sie in eine fingtrte Ohnmacht undI scheidung kam. Der Bruder führte meine »x.« ää

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Ehedem 'Du"wÄt Dick <toiemdncm Anblick in heftige Weinkrämpfe verfallen und

MWMMML a SEB« SS*lolch em brav r Kerl, besucht und es ihm nahe gelegt habe, daß er um s ch ein Prachtmensch, wie Du über den elenden! seine Tochter anhalten solle aber Rudolvü batte firfi Ful^anz zu GrundeO, mein Gott, was ftir ein solches Glück bedaM Me ne Sttlluna suchend nach dem Bruder, dem emzigen Menschen, stellungs- und glückslos, ein Abscheu für jedes Auae' der mich m meiner Roth nicht verlassen würde, das mich erblickte. - Nach meiner G-n6una L Wir werden es überlegen, sagte er,laß das I ich in das bayerische Gebirg, wo ich mick fachen meme Sorge sein. Vor allem müssen wir wissen, einsamsten Berghö en verbarg, bis iir £ tote toir mit dem Fräulein daran find. Ich will sie schrieb, daß er ein hübsches Haus in Tbnlbnm » °d-- -6 Ä L Lchh,"" ,w,Sen b*X!Ä*w.)

Griechenland und die Entfernung der griechischen »Posens und Westpreußens vor. Unzweifelhaft find Truppen aus Kreta als noch keineswegs gesichert er- die Sokol-Turnvereine gemeint, die laut Ge­scheinen lassen, wurden wettere maritime Maß-I fettigem" offenbar die Grundlage für eine künftige Escad«s fall genommen. Außer den zwei polnische Armee zur Wiederherstellung eines polnischen Escadres soll eine Reserve - Division soimirt werden. Reiches bilden sollen. Darauf deute schon ihre 2)ie erste Escadre soll m acht Tagen auslaufen, in! Turnern geradezu hindeiliche Kleidung die der Jn- emem Monat sollen 35 Kriegsschiffe um Kreta ver- fanterieuniform der letzten polnischen Jnsurrekttons- sammelt toerbem Dem Marineministerium wurde armer nachgeahmt ist. Dann heißt es weiter- Das v°rlauftg ein Kredit von 50000 Pfund eröffnet.»ganze polnische Vereinssysteni gehört so sagt der Die Annahme, daß die beschlossene partielle Mobil-Ges.", unseres Erachtens zünden Vorbereitungen ® " 9 d" Land armee M als schwer für eine künftigeKündigung" des staatsbürgerlichen

dritten"^Kmvsbe^ick^ insbesondere im Verhältnisses bei passender Gelegenheit! Es handelt

dritten Koipsbereiche die Verpflegungslieferanten m!sich bei der polnischen Organisation wie sie in hm rückftänhe" rni-h Llefervngen wegen großer Schuld- letzten Jahren in einem Vereinsnetze über deutsches uckstande wiedcrlolt eingestellt haben, erweist sich als! Gebiet ausgeworfen wird, um Vorbereitungen zur vorläufig grundlos «»dem bte bringend nothwendigen Losreißung deutscher Gebietsthette. Tas ^ist ein 5" bestehenden geheimen Kriegsschatze von revolutionäres Beginnen, und nur ein schwächlicher 450 000 Pfund entnommen werden Ein außer-!Staat wird sich dcraleicken Gefallen faffr« $ orbentlidjer Ministerrath beschloß, wenn nöthig, 250»polnischen Feindseligkeit muß scharf Entgegengetreten Batailwne auf der westlichen Balkanhalbinsel zu Iwerden, alle gesetzlichen Mittel zur Unterdrückuna 7n7n^m>E°zk ba?^ "^glich Make- dieses polnisch^' Ve?eivsw^s L^gewL D @ OÜUM zu halten. »werden, und jeder Deutsche, der seine nationale Pflicht

Auch Karatheodory Pascha lehnte eine!erfüllen will, muß auch seinen ganzen versönlicken hnw _.. *.,. «p , j . I darauf verwenden, die Verführung der Mit-

von Kreta ab. Der griechische Konsul in»bürger polnischer Zunge durch die panischen Wühler Kan ea begab sich als Königlicher Kommissar nach »Hetzer und Organisatoren zu verhüten " '

dem griechischen Lager des Oberst Vassos. | 1

In Wien wird behauptet, in den nächsten Tagen Bekanntlich hatte der englische Unterstaatssekretär sei eine beruhigende Lösung der kretischen Frage zu des Krieges Mr Brod- ick

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Bufr w? .H100 toc^ die alten Reformen durch-!d e u t s ch e n volksparteilichen und sozialdemokratischen TnrnnmemKrhmbCn b<r griechischen!Zeitungsorganen geschöpft haben. Der Stuttgatter

------1Verlangen und ruft demBeobachter" nur einige

Umschau. re"i0e fces bori0en Wahres ins Gedächtniß

fieirifft" Hnheh-Üel^e'f>r-?t?<1^smi<be Bereinelfordert und behauptet, daß das bestehende System" Betreff ihres äu b^n A u sb e n s'b " ^ unrichtige Entscheidungen? Mißhandlungen," Äran-

v1. äußeren Aussehens beschrankt, kungen nnd Selbstmorde nur allzuviel gezeitigt babe Diese Verordnung liege bereits zur Bekanntmachung An anderer Stelle saate der 6efannf,S* 6£to fetoff..b.n WHIMc U»d ür.I.bch-,d,j,<w-E« schm-chlich- tat, »Ä

«hnmt °"igegen die Expeditiou dieses Blattes, ^noncen-Bureaur oou Haasenstein & Vogler in

^ntfart a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf 7YVIJ

' Berlin, München u. Köln, C. L.

»aub« & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und * s» Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe- 40. bitten 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.

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Unser Brautstand wähtte drei Monate," Shumer in seiner Erzählung fort,ich hatte keine rsache, mich der trüben Prophezeihung des Bruders i ängsttgen, denn mit jedem Tage deuchte mich »elgnnde lieblicher und reizender zu werden. Sie äte einen anschmiegenden Charakter, meine Schön- tt war ihr Stolz, sie bewunderte mich mit leiden- hastllchem Enthusiasmus. Der Polterabend wurde » Hause der Eltern meiner Braut mit vielem Prunk getert. Sämmtliche Zimmer des erster! Stockes «reu zu diesem Feste beforirt worden, bte Schlaf- Echer wurden in den zweiten Stock verlegt. Es üen sich bereits die Gäste versammelt, in den F-st- «men schwirrten die Stimmen durcheinander, man hte, schwätzte und flüsterte sich zu. Plötzlich erscholl l lauter Ruf, bet Alles übertönte. Mir staub i Herz still, bet Angstschrei kam von oben. Muer Sinne nicht mehr mächtig sprang ich bie Mppe hinauf in bas Schlafgemach Adelgundens. Mmächttger Himmel! eine lichte Feuersäule stürzte M entgegen. Rasch nnd fest drückte ich sie mit Men Armen an mich, riß sie zu Boden und bedeckte M mit dem eigenen Körper. Wie lange ich mit den fernen kämpfte, .ich weiß es nicht. Die ßeute 801 herbe', mir in dem furchtbaren Kampfe bei- Uehen. Ich hatte entsetzliche Brandwunden erhallen W^war dem Tode nahe. Was ich gelitten, wie Wüe ich es sagen! Unter qualvollen Schmerzen yb-be ich in's Krankenhaus gebracht, wo ich lange M mit dem Tode rang. Mein Bnrder kam den Wsten Tag zurück, er wich nicht von meinem

_ _ Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain

Redattion und Expedition: Martt 21. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantworüich für den allgemeinen Theil: Redatteur M Hartmann

....................------- ö ^r den Sls-ratenthell: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg.