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neuerdings behaupten, ihre^,Partei sei aus einer Revolutions- eine Evolutionspartei geworden und wenn es verschiedene Politiker gießt, die daran glauben, daß die Umsturzpartei in dne demokratische Arbeiterpartei sich umgewandclt hätte oder doch umzuwandeln im Begriff wäre, so ist daS noch lange nicht wahr. Im Gegenthell, die eigentlichen Führer der Sozial- dimokratie haben den revolutionären Charakter ihrer Partei nie verleugnet und taffen das Gerede von der Evolutionspartei nur zu, weil es für ihre Zwecke, für • die Vergrößerung ihres Anhanges, nützlich ist. Aber vorausgesetzt, es wäre so, die Sozialdemokratie wollte nur die Eroberung der Mehrheit der Sitze im Parlamente. Was würde dann geschehen, wenn sie diese Mehrheit hätte? Die verbündeten Regierungen würden niemals das billigen können, was dann der Reichstag beschlösse. Es gäbe also zwar nur einen, aber einen dauernden Konflikt der gesetzgebenden Gewalten. Wen überhaupt regiert werden sollte, müßte eine dieser Gewalten abgeändert werden und daß dies nicht die verbündeten Regierungen sein könnten, ist doch klar. Wenn nun die Sozialdemokratie die Mehrheit im Parlamente hätte, so würde sie sich einer Aenderung des Reichstags. Wahlrechts entgegensetzen und dann könnte doch nur Gewalt die Frage lösen. Es ist gut, wenn man sich einmal die Frage bis zur letzten Konsequenz ausdenkt. Dann aber bildet das Heer das Boll» werk, an welchem sich die Sozialdemokratte die Köpfe einrennen würde. DaS weiß die letztere natürlich nur zu genau und deßhalb sucht sie die Armee so schlecht zu machen, ihr alles Mögliche anzuhängen, sie zu begeifern und ihr das Renommee zu rauben, das sie gottlob noch immer in dem weitaus größten Theile des deutschen Volkes und selbst unter sozialdemokratischen Wählern hat. Aber wie immer, ist auch diesmal den Herrn Bebel und Genossen vom Kriegsminister und aus dem Reichstage selbst so heimgeleuchtet, daß die sozialdemokratischen Verdächtigungen platt zu Boden fielen. Solange Heer und Sozialdemokratie Gegensätze bilden, und das wird ja glücklicherweise nach menschlicher Voraussicht' noch eine geraume Zeit dauern, wird eS um Deutschland nicht schlecht stehen.
Nachdem durch die Erlasse des Kultus- und Justizministers die mit Rücksicht auf die Einführung des Bürgerlichen Rechts nothwendigen Anordnungen betreffs der Ordnung des Rechtestudiums fiir die Aspiranten des preußischen Juslizdienstes gettoffen worden find, wirft fich die Frage auf, ob der Sta
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zur Zeit 9 englische, 6 italienische, 6 russische, 4 französische und 3 österreichische Kriegsschiffe mit einer Gesammtbesatzung von 11000 Mann in den kretischen Gewässern. Seit dem 16. d. Mts. kreuzen bei K i l i a, eine Stunde von der Mündung des Bosporus entfernt, drei russische Kriegsschiffe. Die russische Botschaft schloß mit Bäckern in Pera Kontratte über die tägliche Lieferung von 5000 Brot» n ab.
Zwischen den Mächten besteht Einmüthigkeit darüber, eine Abttennung Kretas von der Türkei nicht znzu- lossen. Der „Agenzia Stefani" wird ans Konstaniinopel gemeldet, daß bisher noch keine Macht die Frage, ob es angezeigt erscheine, eine europäische Konferenz, ober einen europäischen Kongreß zusammenzuberufen, um die kretische Frage zu lösen, aufgeworfen habe. Fürst Bismarck's Organ, die „Hamburger Nachr." schreiben zur kretischen Frage: „Wir hoffen, daß das Einvernehmen der Großmächte nicht gestört wird. Sollte aber der entgegengesetzte Fall doch eintreten, so halten wir es unter allen Umständen für geboten, daß sich Deutschland nicht von Rußland trennt, so lange dies nicht durch seine eigenen Interessen und seine Würde dringend geboten erscheint." Der „Köln. Ztg." wird aus Wien gemeldet, daß die von Deutschland vorgeschlagene Blockade desPiräus bereits die Zustimmung der meisten Mächte gefunden hat.
Die türkischen Truppen an der griechisch- türkischen Grenze wurden durch fünf Bataillone verstärtt; der Divisionsaeneral Omer Neschad, der bisherige Kommandant der sechsten Redifdivifion von Panderma, wurde znm Oberbefehlshaber der Truppen an der Grenze ernannt. Derselbe reift am Freitag uach Elassona ab. Griechische Truppen marschiren nach Larissa.
Nach Meldungen ans Kreta sind gemischte Truppenabtheilungeu in Herakleion, Retimo und Sitia gelandet. Das griechischeOperations- korps, unter dem Befehle des Obersten Bassos, verharrt einige Stunden von Kanea unthätig. In der Umgebung der Stadt Kanea ist die Ruhe wieder hergestellt. Kriegsschiffe verschiedener Nationen liegen vor Rettmo, Sanbia und Sitia.
Heber die Vorgänge in Kanea vor der internationalen Besetzung wird der „Kölner Ztg." berichtet: „Das Gewehrfeuer in der Stadt dauert fort und wird immer stärker. Die Christen feuern aus den Fenstern auf die Soldaten, die mit Salven gegen die Fenster erwidern. Die Konsulate signalisiren höchste Gefahr. Kriegsschiffe setzen Boote ans mit
Umschau.
Regelmäßig, wenn die zweite Lesung des Militäretats im Reichstage vorgenommen wird, erscheinen die sozialdemokratischen Führer auf dem Plan, um unserem Heerwesen etwas am Zeuge zu flicken. Herr Bebel war in diesen Tagen der lautesten einer dabei und that sich wieder ein Gütchen in Herabsetzung unserer militärischen Einrichtungen. Er ist ja als Abgeordneter vor Gericht nicht zu fassen und so kann er sich denn so recht nach Herzenslust über die Armee in abfälliger Weise aus- lassen, wahr braucht's ja bei Herrn Bebel und Genossen gar nicht zu sein. Weßhalb die Sozial demokratte eine solche Wuth gegen daS Heer besitzt und weßhalb sie ihr an der Stelle, wo sie ohne Verantwortung für ihre Steuerungen ist, Ausdruck flieht, ist klar. Das Heer ist das feste Bollwerk gegen die Sozialdemokratie. Wenn einzelne Sozialdemokraten
»eiteren Flottendemonstration vor Kreta. Es scheint, -ls wolle man, ehe man einen Beschluß saßt, ab- wtten, ob Griechenland fich zu weiteren Gewalt- Mrititn wird verleiten lassen. Die Gesandten zweier Nächte richteten in Athen an den Minister des feileren Skuzes freundschaftliche Vorstellungen, in
/ Zur Lage im Orient.
Die „Neue Freie Presse" erklärt fich die schein- jare Duldung der Großmächte dem Uebermuthe Kriechenlands gegenüber daraus, daß Europa zuverlässige Mittel besitze, um Griechenlands Trotz zu folgen. Hierüber verhandelten die Mächte. Hierfür schlägt das Blatt die engste Umschließung Kretas und dien Druck auf Griechenland durch die Blokade des Piräus und anderer Haupthäfen vor. Griechenlands Spekulation auf die Logik der vollzogenen Thatsachen ßnnte sich als arger Rechenfehler erweisen und m t einer beträchtlichen Einbuße an Sympathie für Kriechenland in Europa schließen. Das Hauptverdienst an der in Europa eingetn tenen Beruhigung schreibt das Blatt der Initiative Sr. Majestät des Deutschen Kaisers zu, dem insbesondere die rasche Verständigung der Mächte zu verdanken sei. 3n einem Artikel des „Neuen Wiener Tageblatts", in dem es auf die Nothwendigkeit der Vermeidung wn Rückwirkungen des griechischen Abenteuers au: die andern Balkanstaaten hinweist, heißt es, Serbien »erhalte sich aus gutem Willen, Bulgarien aus Vorsicht zunächst noch ruhig; aber in Serbien könne sich bei Erfolg des griechischen Abenteuers der Volks- Bffle stärker erweisen, und auch die macedonische Igitotion in Bulgarien hätte bann leichtes Spiel. Daher sei ein rasches Vorgehen bet Mächte noth- vendig.
Der Pariser „Figaro" erklärt ebenfalls, Europa nabe es der Weisheit S. M. Kaiser Wilhelms und Lord Salisburys zu verdanken haben, wenn das 19. Jahrhundert ohne einen blutigen Zusammenstoß p Ende gehe. Zwischen den Großmächten schweben »och for gesetzt Verhandlungen über die Art einer
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Wöchentliche Beilagen: Kreis blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain '*Jllnstrirtes Sonntagsblatt. k***'**.
__ 1 _ ° für den Joseratenthtil: Zo h. Au g. Koch, beide in Marburg.
Revolverkanonen und kriegsmäßig bewaffneter Mannschaft. Es wird finster. Die Schüsse nehmen an Zahl zu. Man nimmt die fremben Untertanen auf. Die Glocken läuten Sturm. Es ist Feuer gelegt worben; turmhoch steigen bie Flammen empor. Wir haben unsere nothwenbigsten Sachen gepackt, um im Augenblick ber höchsten Gefahr ein fremdes Kriegsschiff um Aufnahme zu bäten, da ein deutsches nicht vorhanden ist. Ein großer Panzer kommt in Sicht, wir erkennen die „Maria Theresia" und athmen auf. Dieser österreichische Rammkreuzer elfter Klasse, der uns schon während der Pfingstereignifse im vorigen Jahre seinen Schutz zutheil werden ließ, ist auf telegraphischen Befehl aus dem Piraeus mit Volldam in acht Stunden hierher gefahren. Ein Boot näher sich; wir rufen es vom Fenster aus an. Der k. k. österrkichische Generalkonsul Jul. v. Pinter ist es lelbft, der uns abholt. Wir schiffen uns ein. Man bereitet uns eine herzliche Ausnahme. Der Kommandant ist ber Entdecker von Franz-Josefs-Land, Linien- schiff-kapitän Ritter v. Brosch, ein hochherziger, menschenfreundlicher Manu. Man weist meiner Schwägerin die beste Kajüte des Stabschefs an. Die Offiziere bewirthen uns mit Thee. Vom Deck aus erblicken wir das brennende Kanea. Der Kampf in ber Stabt bauert fort. Der Kommanbaut befiehlt strenge Wache; 32 kriegsmäßig bewaffnete Matrosen und 3 Offiziere werben ttotz hohen Seegangs an Land geschickt znm Schutze deS österreichischen Konsulats. Zwei Scheinwerfer beleuchten den Weg zum Konsulatsgebäude.
Feiertagen. — Ouartal-Abonnemenrs-Prei/bei der Expe- WlütBlttü fototOk AmwncenN^ bt ^F^itton Mefe8 5BIatte8,
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Ü66. welchen sie die Zurückziehung der griechischen Truppen i «ns Kreta verlangen mit dem Bemerken, daß eine Serlänqerullg des Aufenthaltes derselben sicher s Öen griechisch-türkischen Konflikt herbeiführen würde. Ninifler Skuzes erwiderte, die Entsendung der s Truppen habe keinen aggressivenCharakter, sie bezwecke die Pazifikatton der Insel, um den eu- Wäischen Frieden zu befesttgen, den sich Griechenland «fS höchste angelegen sein lasse.
Nach zuverlässigen Meldungen aus Athen sind
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hre Herz, sondern auch die bange, drückende Sorge um das Kind, das schwer erkrantt war. Tag und lacht wich sie nicht von dem Lager des Kleinen, ie pflegte ihn ganz allein und ließ fich nicht einmal von ihrer Mutter ablösen, die gekommen war, um jrer Tochter in ihrem Unglücke beizufiehen. Aber ' ne Trostworte hörte Ruth jetzt nicht und wenn fie dieselben auch verstanden hätte, fie würbe fich boch darüber nur geärgert haben, denn so gut es auch die Mutter meinte, Ruths Charakter war ihr viel zu fremd, als fie ihr Trost hätte spenden können.
„Es ist immer traurig, den Mann zu verlieren," sagte Frau Meinroth, „aber Du darfst noch lange
„Mama, ich bitte Dich, kehre Du nur zurück nach Schwanfelben," unterbrach fie Ruth mit gerunzelter Stirn, „laß mich allein, mir ist am wohlsten, wenn ich keine so unvernünftigen Trostgründe hören muß, die ich boch nicht verstehe."
Frau Meinroth warf ihrer Tochter einen an
hängige Frau; Freier werben genug kommen. Doktor Wirkheimer ist noch immer lebig und sehr beliebt, das kann ich Dir sagen. Du bist wirklich ein Sonntagskind, und der Kleine, ber Dir jetzt so schwere Sorge macht, wird schon wieder gesund werden.
Hätte Ruth aus die Worte ihrer Mutter geachtet, sie wäre empört gewesen, aber sie hörte beinahe nicht auf die wohlgemeinten Reden derselben, sie hatte nur noch Sinn für die Aussage des Arztes, auf den fie ihre ganze Hoffnung setzte und der viermal des Tages in's Schloß kam. Aber so viel Mühe er fich auch gab, er konnte das Kind nicht retten. Die unglückliche Mutter fiel von einer Ohnmacht in die andere, sie sah es nicht, wie man ihren Liebling für immer hinweg trug. Lange Zeit war auch ihr Leben gefährdet, aber ihre gute, kräftige Natur siegte. Frau Meinroth hielt tteulich bei der Tochter aus, obgleich sie den Kreis der Freundinnen sehr schwer vermißte.
„Mein liebes Kind," sagte fie, „in dieser trostlosen Einsamkeit kannst Du niemals wieder froh werben, sei boch vernünftig und geh in irgend eine große Stabt ober auf Seifen. Wenn Du willst, werbe ich Dich natürlich begleiten, aber das Klügste wäre, Du kämest mtt mir nach Schwanfelben. Alles würbe sich freuen, Alles würde Dir schmeicheln, bedenke boch, welch eine Rolle Du in dem Städtchen spielen könntest. Du wärest wie eine kleine Königin — und Doktor Wirkheimer —*
»Frau Gräfin," mahnte der Pfarrer, Sie an Ihr Kind —
Herrn herabbrmgen zu helfen. Ruth sank in die Kniee und umklammerte mit beiden Armen den nächsten Baumstamm. Der Förster fuhr erschrocken zusammen, als er in ihre Nähe kam. Die Männer hielten inne in ihrem Gebete und stellten die Bahre auf die Grbe. Ruth sprang auf, riß das Tuch hinweg und küßte das bleiche Gesicht.
»Anton, Lieber, Guter, nur noch einen Blick!" Röslau zog sie mit fünfter Gewalt hinweg.
»Lassen Sie ihn ruhen, Frau Gräfin, er starb inenl leichten Tod mitten in feinem schönen, geliebten Walde. Das möge Sie trösten, und bann Ihr kleiner Sohn. Männer," sagte er, fich zu diesen wendend und ihnen mtt ben Augen zuwinkend, „macht schnell!"
Sie hoben bie Bahre toieber auf ihre Schultern, nnb Röslau schlang seinen Arm um die krampfhaft bebende Fran und führte fie sorgsam hinab wie ein kleines Kind.
Nu» folgten harte Tage für Ruth, denn nicht nur die Onal um den verlorenen Gatten marterte
-Wo ist denn mein Mann? ich will, ich muß $ ihm."
jUnd ehe der Pfarrer es hindern konnte, war sie Wans geeilt Sie lief den schmalen Weg entlang, J® M) durch Jungholz schlängelte und auf den gtitenftein führte, und den fie schon eft mit ihrem gegangen war. Rasch stieg sie aufwärts, B paar Mal blieb fie stehen, um Äthern zu schöpfen £» schwere, lange Seufzer auszustoßen. Sie war
(Nachdruck verboten.)
Um Wappen und Krone.
Original-Roman von Va Rosse.
(Fortsetzung.)
,O, mein Gott, was ist passirt?" fragte Ruth «t Pfarrer.
.Ein schweres Unglück, der Herr Graf ist mit ** Wilderern oben auf dem Breitenstein zusammen- «Ämmen —"
-Ach!" schrie fie zurücktaurnelnd und mit beiden Wien fich in die Haare fahrend, „ach! mein Gott tr! —*
Wugslos, fie konnte das Entsetzliche noch immer W glauben. Das Zwitschern der Vögel in den ««gen über ihr quälte fie. Plötzlich blieb fie wie s-amt stehen. Sie hörte ein gleichmäßiges Ge- Ppnel. Mit hochklopfeudem Herzen lauschte sie, Augen starrten vor sich hin. Ja es war ein Beten, da kam auch der ttaurige Zug. —
O^au ging mit entblößtem Haupte voran, ihm gten vier Männer, bie eine bedeckte Bahre trugen. P^tr derselben schlichen mit zu Boden gesenkt m juyie yrau
i^ Hunde, dann kamen noch mehrere Männer Micht klagen, er war doch zu alt für Dich — und " $'*8> dl- fr-front ----- D- bist f,6t -i-° «L-, ,i„, X -Md.
willigen Blick zu und verließ dann schmollend das Zimmer.
Förster Röslau kam jeden Tag, fich nach dem Befinden der Fiau Gräfin zu erkundigen. Er schaute ie mit seinen treuen, gutmütigen Augen an und drückte ihre Hand und nickte ihr zu, bann ging er wieder.
»Was könnte ich auch dem armen Weibe sagen?" murmelte er vor sich hin. „Herrgott, wenn ich den Kerl packen könnte, der feine verdammte Hand erhob, um den Schuß abzudrücken, der daS edelste Herz, d«S jemals in der Brust eines Menschen schlug, für ewig still machte."
Auch der Pfarrer kam öfters, um Ruth durch bie Tröstungen der Religion emporzurichten, aber sie achtete ebensowenig feiner wohlgemeinten Wone wie der ihrer Mutter, sie seufzte nur und sah nach dem Himmel auf.
Wirkheimer allein empfand, wie peinlich chr die Trostversuche der Mutter und deS würdigen Pfarrers waren. Einmal, als Frau Meinroth wieder im Begriff war, ihrer Tochter vorzupredigen, fie solle fich in den Willen Gottes ergeben, kam Wirkheimer >azu und bemerkte, daß bei seinem Erscheinen ein Aufleuchten ber Befriedigung über Ruths Züge ging. Sofort begriff er, daß bie Trostworte ber Fran Meinroth nur schmerzlich auf das wunde Gemitth ihrer Tochter wirkten. Er setzte sich zu den Damen, Fran Meinroth nahm das Wort wieder auf und ing ihre wohlelnstudirte und schon so oft dagewesene Rede von neuem an. Wi.kheimer bemerkte das nervöse Zucken der Hand Ruths, fie that inm unendlich leid.
(Fortsetzung folgt.)