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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhai«. Jlluftrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Sonntag, 7. Februar 1897.
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditiou dieses Blattes, sowie bie Annoncen-Bureaux vou Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Cassel. Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
nxil. Jahrg.
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Zur Gehaltsfrage der Universitäts- Professoren.
AuS den Petitionen der verschiedenen Rektoren
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nab Senate preußisch er Universitäten, (bekanntlich habe» auch Rektor und Senat der Universität Marburg st das Abgeordnetenhaus petilionirt), geht der Wunsch
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aßet Betheiligten nach einem festen, der Willkür entzogenen Gehaltssystem, das die Selbständigkeit der tiuzelnen Hochschulen wahrt und ihnen ihre tüchtigen ; giäffe nicht schon mit Rücksicht auf finanzielle Vor : chelle durch Wegberufung in die großen Ceutren ent» zicht Das deutsche wissenschaftliche Leben hat sich iri der früheren kulturellen Decentralisation in segens- reicher Weise entwickelt; soll das auch in Zukunft der Fall sein, so müssen die gesetzgeberischen Körperschaften hinreichende Bürgschaften gegen eine einseitige and willkürliche Bevormundung schaffen. Dieser -»ficht sind wir als Conscrvatioe auch.
Es ist nun gegenüber den irrthümlichen Ansichten, sie jüngst in der öffentlichen Diskussion über die Gehaltsverhältnisse der preußischen Univerfitätsprofessoren i havorgehoben find, und die namentlich die Höhe der Megienhonorare betreffen, sehr interessant, daß der Kittinger Nationalökonom Lexis seine Aufzeich- nimgen über die wirklich bezogenen Kolleghonorare m dem letzten Heft der „Akademischen Revue" (München, Januar) der Oeffeutlichkeit zugänglich ge macht hat und damit noch zur rechten Zeit einer für die Interessenten recht verhängnißvollen Mythenbildung entgegengetreten ist.
Nach den Ergebnissen des Studienjahres 1894,95 haben von 418 ordentlichen Professoren 86 unter 300 Mk. 56 unter 600, 49 unter 1000, 48 unter
8.“
1500 und 39 unter 2000 Mk. Kollcghonorare ver
einnahmt, also 44 Prozent aller Ordinarien bezogen weniger als 1900, 55 Prozent weniger als 1500 Mk.
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I Machdruck verboten.)
ii Um Wappen und Krone.
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(Fortsetzung.)
»Daß ich so spät noch ein solches Glück erleben darf," jubelte Sondheim, Ruths Hände küssend. «Goü sei Dank! Nun bleibt Thalham doch bei toi Namen Sondheim."
»Aber Anton," lachte sie, „es kann ja and) ein Mädchen sein."
I »Das ist wahr, daran habe ich noch gar nicht Macht. Nnn, wer weiß, vielleicht könnte man sich
mit dem Fürsten Than-Lengdorf arrangiren, >ohl ich selbst kaum glaube, daß dies geht. Aber i könnte doch wenigstens einen Versuch machen, iger. i ?! heißt, so lange das Mädchen eine Sondheim > E, so lange verbleiben ihr anch die Güter und fäjl Vermögen, wenn sie sich aber vermählt, dann — " müßte der Gatte, natürlich mit Einwilligung ende. Fürsten Than-Lengdorf, den Name« Sondheim tohmen, denn nur ein oder eine Sondheim darf
Plham besitzen. Aber abgesehen von Gut und Wb ist es denn nicht ein großes Glück, ein Kind haben? Ich kann Dir nicht sagen, wie sehr ich ^vr kleinen Sohn geliebt habe und wie furchtbar ich litt, als ich ihn in's Grab legen mußte. W zweites Mal könnte ich einen solchen Schlag mehr überwinden. Ich habe über Nacht graue ’to« bekommen."
an Vorlesungshouoraren. Am wenigsten Kollegien- gelder bekamen die Mitglieder der philosophischen Fakultät. Von 262 Professoren dieser Fakultät hatten 85 oder 32 Prozent weniger als 300 und 165 oder 63 Prozent weniger als 1000 Mark. Scheidet man Berlin, mit seinen durchaus exccptionellen «erhältnisseu — es hatte im Sommersemester 1896 Mer 8300 Studenten — aus, so kommen auf 219 Mrofessoren der Provinzial-Universitäten nicht weniger IM 148 oder 68 Prozent mit weniger als 1000 Mk. Wllegiengeldern. Was die wirklich großen Honorar- Winnahmen anbetrifft, so haben von 418 Professoren
21 oder 5 Prozent über 8000 Mk., nur 18
. -Aber Du liebtest Deine Frau nicht, deßhalb nch. fc* mit dem Kinde Alles, während jetzt — , A h2ö'5gc es verhüten, daß wir also geprüft werden! (6^. ^sDu hättest doch mich xnb ich Dich."
drückte sie an sein Herz. Nach einer Weile «Ne et;
oder 4,3 Prozent über 12 000, nur 11 über 15000 Mark. Von diesen 11 kommen übrigens allein 10 auf Berlin.
Was die Besoldung der außerordentlichen Professoren anbettifft, so sollen fie auch in Zukunft ebenso wie jetzt nur die Hälfte der Gehälter der Ordinarien beziehen. Schon hierin liegt eine durchaus unberechtigte Anomalie. Die große Mehrzahl derselben sieht auf eine mehrjährige Privat- docerten-Thätigkeit zurück, die sie als unbesoldete Volontäre versehen mußten. Sind fie erst Extta- ordinarien geworden — und in dieser Stellung können fie ohne ihr Verschulden ihr Lebtaglang bleiben —, so unterscheidet sich ihre Lehrthätigkeit von denjenigen der Ordinarien wenig oder nicht. Sie halten ebenso gut Vorlesungen wie diese und halten ebenso gut ihre seminaristtschen Uebuugen ab, sie beziehen aber keine Examensgelber unb haben nicht selten nur beswegen weniger Zuhörer, weil sie nicht den Prüfungskommissionen angehörcn. Ihre unzulängliche finanzielle Stellung wird noch dadurch verschärft, daß sie regelmäßig gradezu kläglich zu nennende Kollcgiengelder vereinnahmen. Von 162 außerordentlichen Professoren, die Vorlesungen ge- halten hatten, nahmen 63 oder 39 Prozent weniger als 300 und 111 oder 681 2 Prozent weniger als 1000 Mk. an Kollegiengcldern ein.
Es ift, eine bekannte Thcrtsache, baß man nur in seltenen Fällen vor bem vierzigsten Lebensjahre Ordinarius werden kann. Exttaordinarien, die nach zehnjähriger Arntsthätigkeit mit Einschluß der Collegiengelder nicht über 3000 M. einnehrmn, sind durchaus keine Seltenheit. Ohne Privatveimögen ist es meist schlechterdings unmöglich, das Dasein als Extraordinarius zu fristen. Man gehe auch vielfach darin fehl, in dem außerordentlichen Professor einen jungen Anfänger zu sehen, der erst beim Aufrücken zum Ordinarius als wirklicher Beamter existcnzbe- rcchttgt wird. Nehmen wir als Sttchprobe eine bestimmte kleinere preußische Universität mit 16 etatsmäßigen Extraordinarien. Das Durchschnittsalter derselben Beträgt 44 Jahre, die Durchschuittsgesammt- einnahme dieser Universitätslehrer einschließlich der Collegiengelder beträgt rund 2800 Mk. Man vergleiche damit die Anfangsgehälter der Gymnasiallehrer und der Richter, die in Zukunft 2700 bezw. 3000 Mark betragen sollen, und man wird sich einen Begriff machen können von der krassen Ungerechtigkeit der Gehallszumessung. Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß in Baiern für die Exttaordinarien aller Hochschulen ein Mindestgehalt von 3600 Mark
„Da fällt mir eben ein, ich habe die ganze Zeit über nichts mehr davon gehört und es auch vergeffen aber nun dürfen wir nicht länger mehr zögern, die Stelle des Arztes in Thalham muß wieder besetzt werden. Bedenke, der nächste wohnt vier Stunden entfernt! Hat Deine Mutter nichts mehr darüber geschrieben?"
Sie erröthete und schüttelte verneinend den Kopf. „Die Mutter hat nichts mehr erwähnt, aber für mich — und Du dachtest doch eben an mich? — wäre Doktor Wirkheimer so viel wie nicht anwesend, das wirst Du begreifen, daß ich —"
»Du hast ganz recht, mein Kind, es soll ein älterer, erfahrener Arzt nach Thalham kommen; ich werde die Sache selbst in die Hand nehmen." —
Die Beiden ahnten nicht, daß in derselben Stunde Wirkheimer bei Frau Meinroth saß und mit ihr den Kauf des Hauses in Thalham abschloß. Er zahlte eine hübsche Summe und sie rieb sich vergnügt die Hände. Das Haus hatte ja doch keinen Werth mehr für sie, wenn fie nach Thalham wollte, stände ihr jetzt das Schloß zur Verfügung, denn der gräfliche Schwiegersohn hatte fie zu wiederholten Malen eingelanden.
„Da fieh selbst," rief Ruth mit Thränen des Zornes in den Augen, „und das ist meine Mutter."
Sie reichte ihrem Mann den Brief der Doktorin worin ihr diese mit der größten Freude von dem vottheilhaften Berkaus des Hauses mittheilte. „Zum Glück ist Dein Mann nicht eifersüchtig," schrieb sie, „Du hast es ja bewiesen, daß Du Dir nichts aus Wirkheimer machst. Hier fteilich zischeln sich die Frauen in die Ohren, Du hättest immer etwas Besonderes im Sinne gehabt und Wappen und Krone hätten eine große Macht über Dich."
„Gräme Dich nicht, mein Liebling," tröstete sie
mit gesetzlichen Dienstalterszulagen vorges hen ist. Demgegenüber hatte man, daß man im neuen preußischen Etat für dieselbe Beamtenkategorie ein Durchschnittsgehalt von 2750 Mk. eingestellt hat.
Die Verhältnisse der Exttaordinarien sind hier besonbees ausführlich behandelt worden, weil in allen Denkschriften und Petitionen ein billiges Eingehen auf dieselben vermißt wird. ES erklärt sich dies u. A. daraus, daß jene nur von den Senaten ausgegangen sind, denen ja die außerordentlichen Professoren bekanntlich nicht angehören.
Umschau.
In einer im konservattven Verein zu Leipzig vor einigen Tagen gehaltenen bedeutungsvollen Rede über „Die soziale Frage und die sächsische Wahlreform kam der Vorttagende Justizrath Opitz-Treuen auf das Neugebilde des Nationalsozialismus zu sprechen. Er machte, offenbar die Auffassung der Regierung und der konservativen Partei zum Ausdruck bringend, ihm den Vorwurf, daß er weit schädlicher als die sozialdemottasische Agitatton wirke, da der größte Theil der Arbeiter in dem Aufkommen dieser Bewegung ein Fortschreittn der Umsturzideen und ein Eindringen derselben in immer weitere Kreise der Bevölkerung erblicke. Die Männer, die sich an die Spitze dieser neuen sozialen Gruppe gestellt, seien so, wenn auch wider Willen, die eifrigsten Zerstörer des Christenthums unb des monarchischen Gedankens. Anstatt bte Arbeiter barüber aufzuklären, daß der Zukunftsstaat ein unerreichbares Phantom sei, würden sie nur im Glauben an dieses Wahngebilde bestärkt. Leicht sei cS möglich, daß der dadurch angehäufte Zündstoff zum vernichtenden Brande antzbreche, den zu bekämpfen bann anbere Faktoren berufen seien. Der vollstänbige Schiffbruch ber sozialdemokratischen Ideen sei zu Tage getreten auf dem Londoner Kongreß, wo die handgemein gewordenen Genossen nach der Polizei gerufen hatten, er zeige sich tagtäglich in dem Ausbeutung?system, daß in sozialbemokratischn Genossenschaften, Konsumvereinen, Zeitungsredaktionen u. s. w. herrsche. Wenn trotzdem dem deutschen Arbeiter die Augen nicht aufgehen wollten, so sei nicht in letzter Linie Schuld daran, daß Leute wie Sohm und Organe wie die Zukunft, die Preußischen Jahrbücher Seite an Seite mit den Umstürzlern mar- schirten, indem sie den Unterschied zwischen sozial und sozialbemokratisch verwischten. Ja, sie unterstützten geradezu die Umsturzagitation, denn wenn auf jener Seite ber unausbleibliche Triumph ber Arbeitcrsache
Sonbheim, „wir ziehen nach München unb bleiben dort so lange es Dir gefällt. Bist Du bamit einverstanden?"
Und so geschah es auch.
In München wurde eine kleine Villa gemietet welche er fürstlich einrichtete. Sondheim selbst ordnete Alles für die größte Bequemlichkeit seiner Gemahlin an und sie konnte ihm nicht genug danken für all die Liebe und Sorgfalt, die er ihr bezeigte.
»Ich hätte nicht nöthig, die Mutter kommen zu lassen," sagte sie, „ich möchte ihr aber doch die Freude nicht nehmen, obwohl sie mehr die Eitelkeit als die Besorgniß zu mir führt. Weißt Du, fie will ihren Frenndinnen in Schwanfelden erzählen, mit welch' einer Pracht die Gräfin-Tochter umgeben ist," lachte sie.
Fünftes Kapitel.
Pfarrer Meier hielt einen Brief Sondheim's in der Hand, welchen er dem Förster mit bewegter Stimme vorgelefen hatte. In seinen Augen glänzten Freudenrhränen.
„Also ein heißersehnter Knabe, ein Erbe ist ihm geschenkt! Gott sei Dank, der Mann verdient die Freude, hätte eS selbst nicht mehr gedacht, daß ihm noch in so späten Jahren ein solches Glück erblühte."
„Hab ich es nicht immer gesagt" rief Förster Röslau, „daß Ruth ein wahrer Sonnenstrahl ist und daß Niemand sie sehen kann, ohne sie ins eigene Herz zu schließen. Erinrern Sie sich, wie rasch es beim Herrn Grafen Flammen schlug, lichterlohe Flammen. Die Geburt des Erben ist nicht nur für ihn ein Glück, sondern für das ganze Thal; nun bleibt das Gut der Familie Sondheim. Es ist doch was anderes, wenn die Herrschaft im Schlosse ist, da geht kein Armer unbeschentt von der Thür, guten Rath xnb
geprebigt werde, so verständen die Arbeiter darunter nicht das, was „hoffentlich" die Naumann, Göhre, Sohm rc. meinten, d. h. die soziale Hebung, sondern den großen „Kladderadatsch", Alle bisher erfolgten Verbesserungen ihrer Lage verdanke die Arbeiterschaft lediglich der Regierung und den Ordnungsparteien. An ihnen sei es auch, alle Kraft aufzubiettn, um gegen jene Chimären anzukämpfen und die Arbeiter zu einer besseren Einsicht zu bringen.
Nachdem die Regierung in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Maßregeln ergriffen hat, um der Landwirthschaft im Osten förderlich zu sein, beschäfttgt sich das Ministerium für Landwirth- schaft nun auch mit Mitteln zur Hebung der Land- wirthschaft in den westlichenProvinzen. Es sind in den letzten Monaten bereits in verschiedenen Gebirgsgegenden bezügliche umfassende Ermittelungen angestellt. Wenn diese nun auch ergeben haben, daß nirgendswo ein so akuter Nothstand zu verzeichnen ist, als in der Eifel im Jahre 1893 gefunden wurde, so hat man doch die Ueberzeugung gewonnen, daß es nothwendig ist, die Bewohner gewisser wirthschaftlich zurückgebliebener, geographisch in sich abgeschloffener Bezirke in der Weise staatlich zu unterstützen, daß bestehende Nothstände, die fie heute aus eigenen Kräften nicht überwinden können, beseitigt werden. Es handelt fich dabei ganz besonders um Ent- und Bewässerungen, Feldgrasbau, Moorkultur, Einführung des Flachs-, Hanf- und Obstbaues, Ausbreitung der Milchwirthschaft, Hebung der Viehzucht, Anforstung von Oedländereien und Anlage von Straßen. Als besonders bedürftig sind befunden worden, der Hochwald, Hunsrück, Westerwald, Sauerland, Rhön, Vogelsberg, Eichsfeld, Lorharz, Strecken des Thüringer Waldes unb des Hohenzollernschcn Landes. Es schweben zur Zeit mit den Provinzialverbänden Verhandlungen, daß auch sie für eine längere Reihe von Jahren außerordentliche Mittel zur Hebung der Landwinhschaft in jenen Gebieten zur Verfügung stellen. Sobald diese gesichert sind, sollen auch von Seiten der Staatsregierung Mittel für dieselben Zwecke hergegeben weiden und zwar in ähnlicher Weise, wie bas bisher zur Hebung ber Verhältnisse in ber Eifel ber Fall war.
Der Ham bürg er Hafenarbeiter aus stand scheint nach den letzten Meldungen nun endlich dadurch, daß die Arbeiter die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen, b e e n d i g t zu sein. Der Aus-
Hilfe findet Jeder der hiesigen Gegend. Die Leute hätten es erst nach dem Tode des Grasen erfahren, welch ein Unglück es für sie wäre; da würde ein Administrator des Fürsten ins Schloß ziehen, der nur auf seinen Nutzen sähe. Von einem Nachlaß der Pacht bei schlechter Ernte oder von einer Hilfe mit Geld und gutem Rath bei UoglückSfällen, Viehseuchen, Hagelschlägen rc., wie der Herr Graf es immer tijut, wäre keine Rede mehr. Ich will gleich ins Wirths- haus hinüber unb den Leuten die ftohe Kunde vermelden."
„Halt, Förster, erst trinken Sie mit mir ein Gläschen alten Deidesheimer auf das Wohl deS jungen Gräfleins l"
Die Gläser klangen und ein Toast aus dem warmen, treuen Herzen des Pfarrers wurde dabei gebrochen. Darauf erhob fich auch der Förster und trank sein Glas auf das Wohl der Gräfin Ruth, >ie so viel Glück und Freude nach Thalham gebracht, )ann lenkte sich das Gespräch auf andere Dinge. Der Förster berichtete, daß in den Bergen die Wildschützen recher denn je ihr Unwesen trieben, er sehne den Grafen herbei, denn wenn er anwesend sei, wären >ie Burschen weniger verwegen, „obschon er nach- ichttger ist mit den Kerl», als ich," sagte er, „denn re wiffen, daß, wenn ich einem begegne, ich ihn ohne Gnad' und Pardon zusammenschieße."
„Glauben Sie, daß der Herr Graf, wenn er einen erwischt, ihn laufen ließe?" ftagte der Pfarrer.
„Ich weiß es nicht, aber ich glaube, er würde keine Kugel abfeuern.*
»Und keiner würde auch seinen Lauf auf den Grafen, wohl aber auf Sie richten, Röslau."
„Das ist sicher, ober ich lhue meine Pflicht, Herr Pfarrer, ich wette zehn gegen eins, baß ber verendete Bock, den ich gestern fand, vom Tttolerftanz geschossen