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(Fortsetzung folgt.)

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quattal-Abonnemenls-Preis bei der Expe­dition 2 M., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Ich wüßte nicht, wen das Fräulein hier heirathe» könnte, ihre Mutter hat mir zwar einmal erzählt daß ein junger Doktor Fräulein Ruth holen werde, mir kommt fie aber nicht so vor, als ob sie eine heimliche Liebe im Herzen hätte, sie ist immer frisch und munter. Der Doktor hat ihr all die Zeit, daß fie hier ist, noch keine Zeile geschrieben.'

Woher wisien Sie denn das, Röslau?*

-Don der Mutter, fie hat es mir selbst gesagt.' Dann haben Sie desto mehr Hoffnung," spöi-

.Schon wieder das Fräulein,' lachte der Graf.

Fräulein Ruth begegnete mir vor langer Zeit, als sie ein Fläschchen Medizin der Paulsbäuerin hin­auftrug, so viel ich aber von Philomele hörte, ist ihre Mutter wieder ganz gesund.'

Was ist jetzt mit der schöne» Philomele?' fragte der Graf,ist an dem Gerede etwas Wahres, daß fie mit dem Tirolerftanz ein ernste« Ver- hältniß hat?'

Daß er im Sommer immer auf ihrer Alm zu finden war, das ist ficher, ob aber aus Lieb zu dem

zu fern für unser einen, sonst könnte cs sein, daß ich in meinen alten Tagen noch eine Dummheit machte. Dem Lehrer geht es nicht anders, der hat sich auch in Fräulein Ruth verliebt.'

Steht es so bei Ihnen, Röslau? Eifersüchtig? Wenn es Hochzeit gibt, bin ich doch auch geladen?'

Nein, wirklich, Herr Graf, es ist mein vollster Ernst, Fraulem Ruth ist viel zu nobel für unser

Di-Zither spielt sie, sag' ich Ihnen, daß mir gleich die Thranen kommen, und fingen kann fie wie eine Lerche! Sie werden fie ja selbst hören fie fingt morgen in der Kirche.'

Mein lieber, guter Röslau, Sie erzählen mir immer von der Tochter des Doktors, darüber ver­gessen Sie die Hauptsache.'

Welche Hauptsache?' fragte der Förster.

Ob der neue Doktor geschickt, fleißig ist, ob die Leute mit ihm zuftieden sind.'

Ja so,' schmunzelte der Förster,Herr Graf, das find Fragen, die noch verftühr find. Die Gegend ist gesund, die Bauern find sparsam, es gibt hier nicht viel z« thun für einen Arzt. Ich sehe den Dottor vormittags ausgehen, ob er Krankenbesuche macht, bezweifle ick, ich weiß nur, daß Fräulein Ruth

kommen, woher sie wollen! Die Worte Sr. Majestät bei Enthüllung des Kyffhäuser - Denkmals klingen wieder in allen pattiotischen Herzen:Möge es dem deutschen Volke nie an Männern fehlen, welche in Treue, Opferwilligkeit und Vaterlandsliebe denen gleichen, welche dem großen Kaiser dienten und dadurch zur Vollerdung Seines Lebenswerkes, der Wiederauf- nchtung des Reiches, mitwirken durften. Das walte

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(Nachdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Original-Roman von Vo Rosöe.

(Fortsetzung.)

Zweites Kapitel.

Marburg

Freitag, 29. Januar 1897.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Januar. Am königlichen Hofe wurde heute das Geburtsfest des Kaisers feierlich begangen. , Um 83/4 Uhr fand die Gratulation im enger» Kreise der königlichen Familie statt. Hierauf wurde der engere Hof empfangen. Tie Gratulation seitens der Kaiserin Friedrich, der Prinzen und Prmzessinnkn des königlichen Hauffs sowie der hier anwesenden höchst, n Gäste fand im Pfeiler'aal des kgl. Schlosses statt, worauf sich die Herischaften nach dem Elisabethsaale und von dort noch dem Ritter­saale begaben, wo die feierliche Nagelung der dem 2. Bataillon des Infanterie-Regiments 13 und dem 1. Bataillon des Infante, ie - Regiments 71 ver- li-h-n-n neuen Fahnen geschah. Hierauf folgte Gottesdienst in der Schloßkapelle und sodann Gratulationscour im Weißen Saale. Mitiags wohnte der Kaiser der großen Parole-Ausgabe im Zeughause bei. Abends 6 Uhr fand bei den Maje­stäten Familientafel zu 38 Gedecken und in der Bildergalerie Marschalltafel statt. Die Herrschaften besuchten dann mit den hier weilenden Gästen abends die Festvorstellung im königlichen Opernhause.

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$ieHamb. Nachr." dementiren eine Mittheilung d-rBerliner Neuesten Nachrichten', wonach Graf Herbert Bismarck die Hochzeitseinladung des Hausministers v. Wedel erst angenommen habe, nach­dem sein Vater seine Zustimmung gegeben. Dies entspreche nicht den Gewohnheiten des Grafen Herbert, ®ren5e der Schwabenmajorennität bereits überschritten habe. Im Uebrigen bi Men dieHamb.

,au?' daß der ganze hiermit in Zusammen­hang stehende Klatsch weder in Schönhausen, noch in Fnediichsruh so wichttg angesehn worden, wie in anderen Kreisen.

Die ländlichen Kreditgenossenschaften mehren sich m erfreulicher Weise, nachdem auch der Bund d-r Landwirthe der Bildung solcher seine besondere Für- sorge zugewendet hat. Von ebenso segensreichem Einfluß, tote diese Genossenschaften auf den Geld-, können auf den Getreibewarkt der Betheiligten ge> nossenschaftliche Getreidelagerhäuser werden. Dafür bieten u. A. lehrreiche Beispiele gewisse Vorkommnisse in Cassel, wie sie dieHannov. land- und forstw. Zig.' aus dem Bericht der Land- wtrthschaftskammer an dcn Minister wittheilt. Ein Landwirth sandte 2(0 Ctr. Hafer an das König!. Proviantamt in Cassel, welches aber die Abnahme les Haftrs ablehnte, weil er zu leicht war. Für den zurückgewiesenen Hafer bot ein menschenfreund­licher Händler nunmehr nur 5,50 Mk. pro Ctr. und dem Besitzer wäre nichts weiter übrig geblieben, als eine Sendung dem ehrbaren Kaufmann für 1100 Mark zu überlassen, wenn nicht die Landwirthschasts- küinmer im Besitz eines gemieteten Speichers in K. wäre, wohin der Hafer nun geschafft wurde. Nachdem w dort noch einmal gründlich gereinigt worden, rahm hn das Proviantamt bereitwilligst ab und löste oer 2anbtnann, nach Abzug aller entftanbenen Unkosten ur Reinigung, Fuhrlohn, Lagergelb re. boch noch 1200 Mk. für seinen Hafer, bas bebeutet einen Reingewinn von 100 Mk. Noch drastischer ist ein

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anderer Fall, wo die Händler die Nothlage eines Dahrlehnskaffen-Vereins, dessen Hafersendung nur , toeg n Raummangels vom Proviantamt abgelehnt 1 w-rdcn mußte, auszubeuten versuchten. Hier wollten ! Getreidehändler für den guten Hafer gar nur 10,75 Mk. I pro 100 Kg. geben können, besannen sich aber'sofort k darauf, daß er doch reichlich 12 Mk. werth sei, als | man begonnen hatte, die Frucht auf den Speicher - der Landwirthschaftskammer zu schaffen. Bei einer ' Welzenlieferung von nur 50 Ctr. brachte das Vor- | handensein des Lagerhauses allein dem Besitzer einen Preisvoriheil von 52 Mk. Solche Beispiele aus der Praxis, die noch um viele vermehrt werden könnten, muffen ein Ansporn zur Nacheiftnng fein. Infolge ber durch Abschluß der Handelsveittäge so bedrohlich geförderten Konkurrenz des Auslandes auf dem Ge- tteidemarkt werden unsere Landwirthe ja nie in ber Lage sein, einen maßgebenden Einfluß auf die Gesammt- Preisvilbung unseres Marktes zu gewinnen; sehr wohl aber werben sie sich burch genoss, nschaftlichen Zusammenschluß unter Fühlung mit ben Lanbwirth- schaftskammern unb bei gemeinsamer Beschaffung von Lagerhäusern an allen geeigneten Orten, vor ber gröbsten Ausbeutung ihrer Nothlage auf dem Ge- treibemarft schützen können.

Mabl, bas ist eine anbere Frage. Ich glaube immer, es war nur ein Vorwanb, benn auf dem Rottacher- berg halten sich die Wilderer von ber brfibern Grenze am litbsten auf. Die Philomele gefällt mir über­haupt gar nicht mehr.'

»Wie?' rief Sonbheirn,sie ist boch bie schönste tn der ganzen Gegend. Dieser prachtvolle Wuchs, dle regelmäßigen Züge unb ihre Auge» funkeln, wie'

-Die einer Teufel!»,' unterbrach ihn ber Förster, Fräulein Ruth' '

Schon toieber Ruth," rief Svndheim neckend.

-Ja, sie giebt ben Mädchen hier Unterricht stn Nähen unb Stricken. Auch Paulus Philomele ist eine Zeit lang herunter gekommen, bie hat aber das Nähzeug auf ben Boden geworfen unb gerufen, daß fie leichter eine Flinte als Nadeln handhaben könnte. Wenn fie eine wirkliche Liebschaft mit dem Franz hat, dann wird es noch eine böse Geschichte, denn der alte Paulus flieht seine einzige Tochter keinem so armen Bursche», wie der Franz ein r ist.'

-Das Mädch-n kann auch noch warten,' meinte Svndheim,erst muß bie Hochzeit der Doktorstochter gefei.ri werben. Nickt Röslau?'

Die Unfallversicherung I derselben Kommission vorberathen würden. Alft eine Be- ..ch--^hun- ,ntalW.

»aficherungsgesetzen mr Reichstage hat neue Gesichts- eine besondere Bedeutung haben, sind ja auch in ber punkte von größerer Tragweite nrcht zu Tage geförbert. I Oeffentlichkett unb von ben interesstrten Kreisen so zz war dies bei der Natur der Vorlage auch nicht oft und so ausführlich durchgesprochen worden daß i°. "warten. Ber ben Modifikationen von Einze -I mon sich in ben betreffenden Reichstagskreisen' über j«ten rst es kaum a»geb-°cht, Prinzipielle Erörterungen die Ansichten der Wäbler nicht lange mehr zu in

?^r soviel ist m allgemeiner Hinsicht! formiren braucht. Allerdings wird^ man stets im Debatte feftgupellen, daß auch nicht im I Auge behalten müssen, daß es nicht gut ist, Neuerungen tofemtefien em Zweifel an der Zweckmäßigkeit der zu treffen, von deren Nützlichkeit g rade dtt maß bemfsgenoffenfthaftllchen Organisation ausgesprochen gebenden Stellen, also diejenigen, welche die Ver- WII5t- Jrn Gegentheil, es wu'den mehrfach gerade! waltung bisher geführt unb geleitet haben nicht die Vorzüge ber Berufsgenossenschafen anerkannt. Iüberzeugt find. 9 9 f ' $

Unbeftreitbnr ist .es auch, daß die berufliche! Im Großen unb Ganzen aber kann man sich ^"L7alw°L7?/^^"97 L^sreich gewirkt der Gewißheit hingeben, baß aus ben bieTafigen K Znerffft ana^asi?wck?^ib^R°^^ genau Berathungen ein gutes Ergebniß herauskommeu wird, lem jnrere|]e angepatzt, weiches ihr Betrieb an h-v I___ _________________

l--vureaux vou yaa;en|tetn & Vogler in

Easiel, Magdeburg unb Men; Rudolf XXIII CYfifinr .. : a. M Berlin, München u. Köln, C. L.

in Franksutt a. M., Berlin, Hannover, PattS.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Redaktion und Expedition: Martt 21. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M Hartmann

------ - -- ° * kür den Jnseratenthttl- Joh. Ang. Koch, beide in Marburg. '

ls demnächst eingebracht werden wirb, eine Er- kämpft Nben unb nun gerüftd fteben * Tb jgung in ber gegentoartigen Tagung finden muß Mächte des Umsturzes. Wir folg" Mserem Kaffer d^doch^gut wäre, wenn beide Vorlagen von,im Kampfe gegen alle Fttndedes Reichs, si? mögen

Unfallversicherung hat. Bei einer territorialen!

Niederung würde dies kaum in demselben Maß der! Umschau.

«-wesen s-in Jetzt kann man von einer Centtale Zu Kaisers Geburtstag schreibt das «ls, auch bei benjentgen Berufen, tn benen ver-Militär-Wochenblatt*- ßeil unb ! ^ebene Beruftgenossenschasten errichtet sind, die möge Gott unseremflaifer

L allgefahrenhöhen genau abschätzen und die Gefahren- wir Soldaten sicher vertrauen! Di se Zuversicht hat mife danach emnchten. Sodann wäre eine Unfall- das Heer in den langen Jahren welche unser 2-iea« Werse eingerichtet ist, ber einer anderen Organisation unter dem Befehl Seiner Majestät gewonnen Das Mnncht möglich gewesen. ^ Erst nachdem alle I Gefühl unauflösl cher Zusammengehörigkeit macht des lliiternehmer einer und derselben Branche zusammen-«Kaisers Geburtstag für das Hcer zu einem besonders gebracht waren, wurde es möglich, eingreifende und hohen, wichtigen Feste; es erinnertTn« imfaffende Unfallverhütungsmaßnahmen zu tteffen,! Pflicht das feste ^Bindemittel zwischen Kaiser^»«! -nd ihre Aus ührung überwachen zu lassen. Wenn Heer ist.9i u n g e 6 e h i n 16 u f ® e i n 5 -d-r «ns tiefen beiden Vorzügen ein allgemeiner Pflicht, wie sii Dir gelehrt w»ben Schluß gezogen werden kann, so ist es der, daß den w i r d. ®ott fei mit ®ir!' Dieft Wort" 8'hU "9en!L-enJ^a en Zukunft gesichert ist. Das! gab vor nunmehr zwanzig Jahren Kaiser Wilhelm I «ederum wurde, wenn einmal der Plan einer Verein- dem damaligen Prinzen Wilhelm bei desftn Dftnf - fachung ber Organisation ber gefammten Arbeiter-1 eintritt mit auf ben Weg Den in ben Worttn werben sollte, bedeuten, daß die! unseres großen Kaisers vorgezeickneten Weg gebt

Lereinheitllchmig nur auf berufsgenossenschaftlichem unser jetziger Kaiser unb unter Seiner Fübruna auch Wen vor sich gehen kann, also auf dem, welchen Sein Heer. Ab!r bie ©eburtgtoSeier rnZ tzla^g°!bracht hat Reichs-Versicherungsamtes in Vor- gleich uns» ganzes Volk:Festhasten zr/Kaiser l^Jm Uebrigen hat bie Novelle zu ben Unfallver- be"n alten 'Zeiten bmffch^HmUchktt^Le^'b ft^" 1 fc9Se69in a5 f-ußernngen in erster deutschen Männer zusammen. ^Die^Sehnsucht ^nach "-suug alle Aussicht auf Annahme. Man wird j dem verklungenen p.V/. . $

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Sie uns immer abgehen. Wo waren Sie benn Heuer gar so lang, Herr Graf?"

In Paus, Berlin unb zuletzt in München. Auch bin ich von Herzen ftoh, baß ich toieber ba- betm bin, unb jetzt erzählen Sie, Röslau, wie steht

Ss , ... i s mit bem Wild?"

»riefe 4 -r,bring m,rlTagen habe ich einen angeschossen, ich glaube nicht,

. M-° d-- Zf.,8X m»X" Ä«.-061'"uw* "" ""

gedacht. Es fft ja eine förmliche Liebeser-1So? und weiter '

«e &Ka mitaer ^bTY ,'WaS weiter. Ich habe von dem Kerl nichts

iL »er wttß, aber «mehr gesehen noch gehört, er ist längst wieder über

ist j» feh; u?b. ,be" Frieden, die Grenze. So lange nn8 die Hände so gebunden

hg,w J-l-sant und hat die schönsten I find, werde» wir der Lumpen auch nicht Herr. Ich H - W W ÄTtae bm" w ",I ,ir -i-d-r

^»^brr Graf, der Förster Röslau bittet, seine Auf-! ©reifem Sie fi» sn , ... ,

, Sörfter Röslau reichte bem Grafe» mit vor!Nein, boch eins der Doktor ift aekomm« *'

^eiembUtoe"toüb9en h^°?'r '®Dtt.®<n-'| -Was ist es für'ein Manu?'^

hrT b 1 .ba ftnb! So lange wie!O, ein prächtiger, ei» ausgezeichneter Tarocker'

^büeben Sie noch nie aus. Wie prächtig SieDa, ist gutt' lachte Sonbheirn

t .wie froh wir finb, Sie endlich wieder!Unb eine Tochter hat er Herr Graf das ift

ftrer Mitte zu haben. Sie glauben nicht, wie, ein herziger Frauenzimmer, dnf feinl Dame, vft!

Eimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, wÄrt ann£er-r-ea-D0UVogler in Masse in Franksutt Daube & Co. in Fv