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Vrrantworttich für dm allgemein«» Theil: Redakteur M. Hartmann, für den Zaseratencheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

Redaktion und Expedition: Markt 21. Jllustrirtes Sonntagsblatt.

M 21.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebiihr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

x Marburg

Dienstag, 26. Januar 1897.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux vou Haasenstein & Vogler in granlfurt o. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf YYYH Mosse m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. AAA11 Daube & Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

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Eine solche Vertretung der deutschen Nation ist also eine unnatürliche, und kann schließlich absolut nicht in ihrer Zusammensetzung als durch den unge­fälschten Willen der Nation bestehend angesehen werden. Die Hauptfälschung, der sie ihre Zusammensetzung vecdankt, sind die Stichwahlen gewesen und dies weist gleich auf das hauptsächlichste Moment hin, welches zu richtiger und erfolgreicher Ausnutzung des Wahlrechts für die Gegner aller umstürzlerischen und das Volk täuschenden Tendenzen bei den nächsten Reichstagswahlen in Betracht zu ziehen ist! All' diejcnigen Kreise des Volks, denen nationaler und Ordnungssinn, denen königstreue und staats- erhaltende Gesinnung innewohnen, haben in d.r nächstjährigen Wahlzeit zuzusehen, sich unter Hintenansetzung ihres Fraktions- Inter e s s e s über' einen Kandidaten für ihren Wahlkreis zu einigen, dem sie sämmtlich ihre Stimme geben, um ihn gleich in der Hauptwahl durchzubringen. Wo in einem Reichstagswahlkreise der Versuch, und zwar der ernsteste Versuch, sich über einen solchenKandidaten zu einigen, von den Vertretern der Ordnungsparteien ver­säumt wird, da begeht man eine Sünde gegen das Reich und gegen die Gesellschaftsordnung im Reiche, die sich bitter rächen muß! .

Wir sind unsererseits als Konservative sicher zu denjenigen zu zählen, die soweit wie möglich ihre Parteipolitik hintenansetzen wollen, um zu solcher Einigkeit zu verhelft n. Wir sind der festen Ueber- zeugung, daß in den meisten Wahlkreisen die wohl­gesinnte Bevölkerung beute noch die Majorität hat und in der Hauptwahl siegen muß, wenn sie einig, ferner im Hinblick auf die Fraktions-Interessen opferfreudig und wahlfleißig ist im Interesse des Ganze». Keiner, der das Wahlrecht hat, darf der Urne fernbleiben, denn heute ist das Wahlrecht mehr denn je Wahlpflicht! In diesem Sinne bitten wir auch alle Ordnungswähler unseres Wahl­kreises, schon jetzt an die nächsten Reichstagswahlen zu denken, sich zu vergegenwärtigen, daß es bei dem gleichen geheimen allgemeinen direkten Wahlrecht heutzutage gilt, einzutreten für die heiligsten Güter der Nation gegenüber einem ganzen Theile politisch verführter und verwirrter Volksmassen, deren gewissenlose, Unzufriedenheit säende Verführer am allerwenigsten das Wohl des Volkes im Auge haben, sondern aus thatsächlich nichts anderem handeln, als aus gewöhnlichstem polüischen, wie materiellen Egoismus!

Frau Meinroth seufzte auf.Ja, meine Liebe', sagte sie,da bin ich selbst im Unklaren, ich meine wegen Ruth. Ich weiß nicht, ob sie den Doktor

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aber auch recht hart für Sie, liebe Frau Doktor", sagte sie.Wir waren so vergnügt, so glücklich mit einander, wir werden Sie schwer vermissen."

Ach!" jammerte Frau Meinroth,und in eine solche Einöde! Ich würde ja nicht geklagt haben, wenn es vor zwanzig Jahren gewesen wäre, da war ich noch eine junge Frau, und wo mein Mann war, da weilte auch ich gern. Aber jetzt mit einer er­wachsenen, hcirathsfähigen Tochter! Was soll denn aus Ruth werden? Wie kann sie in dem Dorfe jemals eine Parthie finden?"

Beruhigen Sie sich, liebe Freundin, Sie sehen ja, die Hochzeit steht deutlich in der Karte", suchte Fran Bonglau sie zu ttösten.

Ich wüßte nicht, wen sie dort heirathen könnte", seufzte Frau Meinroth.

Um Ruth ist mir nicht bang, aber es thut mir von Heiden leid, daß wir Sie, liebe Freundin, ver­lieren werden. Sagen Sie, ist wirklich der junge Dottor Wirkheimer daran schuld? Man erzählt sich, er habe Ihrem Gemahl die meiste» Patienten des Ortes und der Umgebung weggenommen. Und wissen Sie, was man sich noch alle» sagt? Nämlich, daß Doktor Wirkheimer in Ruth verliebt ist. Wir dachten, was macht es auch, wenn der junge Arzt dem ältern Kollegen die Pattenten wegnimmt, er wird doch wahr­scheinlich fein Schwiegersohn. Unter diesen Umständen wird Ruth auch nicht gern von hier fort wollen. Dokior Wirkheimer ist ein schöner, liebenswürdiger Mann, er versteht es, mit Frauen und Mädchen umzugehen.'

(Nachdruck verboten.)

Um Wappen und Krone.

Original-Roman von Va Rosse.

Erstes Kapitel.

dmch die ebenso wohlklingenden, wie natürlich jemals erfüllbaren Versprechungen solch'

erVolksfreunde" täuschen lassen, darauf auf« am zu machen, wie die Dinge in Wahr- eit a u s s e h e n und was in richtiger Würdigung «selben heutzutage politisch anzustreben und zu er« eichen ist. Ein jeder deutsche ehrbare Staatsbürger et heute im Reiche sein Wahlrecht, es war dies »seres Fürsten Bismarck politischer Kitt, mit dem

Mwer mit einem Kind. So schön lagen die Mten noch nie vor mir." Bei diesem klatschte Frau Mglau fteudig in die Hände und sah ttiumphirend K das junge Mädchen, das vor ihr stand.Soll 7 die Karten nochmals mischen, Ruth?" ^»Nein, ich hasse dieses Kartenschlagen", ant- We diese ernst.

"Auch dann, wenn ich Ihnen so schöne Dinge Hchezeie?" lachte Frau Bonglau.

^»Das ist mir gleichgülüg, ich glaube es doch ich finde es unrecht und thöricht."

t»Oho!" rief Frau Bonglau,und Sie? Was I® Sie, Frau Dottor Meinroth? Sie hegen ge- W die Ansichtm Ihrer strengen Tochter nicht?"

Die Geftagte nickte ihr zu.Fragen Sie nur Muials an", bat sie,denn ich muß es gestehen, Wk Prophezeiung, daß eine Reise in Aussicht ist, bereits ein."

»Dann gute Unterhaltung", rief Ruth,ich gehe, ^habe genug gehört. Es wird ja doch nur immer ^Unangenehme wahr. Die Mutter weinte bittere als ihr der Vater sagte, daß wir nach Wlliam zögen." Das junge Mädchen verließ das 81 er.

II r alle deutschen Staatsbürger durch ein gleiches «tti ircht in der Verfassung für die Reicheinstitution isammenfaßte. Freilich mag damals der Fürst das Ctut mische Volk politisch reifer geha.ten haben zur Be- «tzung dieses Rechts, als es sich thatsächlich erwiesen °t. Es hat schließlich mit seinem Wahlrecht den 6CH diM Reichstag gewählt, der sich sogar der Ver- Achtung entzogen hat, den greifen Altreichskanzler i Fttedrichsrnh, dem er doch seine Existenz ver- MaWR, mit der Nation im Jahre 1895 als deren Vertretung" zum 80. Geburtstage zu beglückwünschen.

h. Die Wahlvorbereitungen

h-r die- im nächsten Jahre wiederkehrenden Neuwahlen gimt Reichstage, darüber sind alle Parteileitungen gnig, müssen so zeitig wie möglich betrieben werden, gie immer sind es nun auch diesmal wieder die xozisldemokraten und die Linksliberalen, welche sierza längst im Stillen an der Arbeit sind. Die tzezialdemokraten find, um über ihr ureigenstes Wesen «Leute vor den Wahlen thunlichst hinwegzutäuschen, Wmal auch im Reichstage selbst viel ftiCer, als M; sogar die Interpellation wegen der Arbeits­am, von denen natürlich der größte Prozentsatz M Arbeitsscheue sind, haben sie in diesem Jahre mterlassen. Die Bebel und Liebknecht haben aber jetzt iUnetii die Paroleaufs Land!" ausgegeben und in Beziehung steht ein Erfolg der Umsturzpartei

mal eher als sonst zu erwarten aus einem sehr ernswerthen Grunde: Demagogische Sozial­er und Leute, die Parteilosigkeit vorschützeii, mit nichts Anderem, als demokratischen und rischen Phrasen, geflissentlich falschen Dar-

ngcn staatlicher Verhältnisse und mtt zu ihren :tfen falsch gruppirten Zahlen auf dem Lande um hlstimmen hausiren gehen, verwirren die bäner- iyin He Bevölkerung in den politischen Begriffen in einer kise, die schließlich nur den Umsturzparteilern zu ute kommen kann.

BF.I uwe ners» ihtel

ifcU, W ®flrt£n auf i)en Tisch, -,^1. VHUy. roay nra», oo ]te oen Lwrror Uhlug dte Hände darüber zusammen.Das ist liebt oder nicht. Das Mädchen war zwölf Jahre

e«W 68 'st eine unerläßliche Pflicht der Presse, diesem _ reiben gegenüber die Bevölkerung auch auf dem Wide, wie all' die Leute, die dergleichen polittschen

1 Lerköpfigkeiten nur allzuleicht Glauben schenken und rrao - - - - -

Umschau.

An einer am 22. Januar er. in der Viktoria« brauerei zu Berlin abgehaltenen Hauptversammlung des Bundes der Landwirthe für Teltow und Niederbarnim nahmen etwa 400 Bauern und Handwerker ans beiden Kreisen Theil. Nach einer Ansprache des Abg. Ring stellte der Bauerngutsbesitzer Rohrbech (Buckow) den Antrag, den Vorstand mit der sofottigen Absendung einer Protestdepesche an Se. Majestät den Kaiser zu beauftragen. Die Depesche lautet:Seiner Majestät dem Kaiser. Die heute am 22. Januar 1897 zur Hauptversammlung des Bundes der Land­wirthe für die Kreise Teltow und Niederbarnim ver­sammelten, mehr als 350 Bauern protestiren gegen die ruchlose, fteche, das Andenken weiland Sr. Majestät Kaiser Wilhelms des Großen be­schimpfende Erklärung der Sozialdemo­kratie in der gestrigen Berliner Stadt- verordneten-Versammlungund bethenern, daß sie diese Rotte von Menschen bekämpfen werden bis zum letzten Athemzug!"

Zn einem allgemein und fast täglich beklagten Uebelstande, der Präsenz im Reichstage, äußert sich die Konservative Korrespondenz in einer Polemik gegen dieFreisinnige Zestnng" und sagt u. B.:Von freisinniger Seite wird bestritten, daß die geringe Präsenz ein besonderes Kennzeichnen des im Jahre 1893 gew ählten Reichstags sei. DieFreisinnige Zeitung" insbesondere behauptet, die Grundursache dieser bedauerlichen Erscheinung fe;; die Diätenlosigkeit. Wir bestreiten das entschieden, noch entschiedener aber bestreiten wir die Angabe des Richterschen Organs, daßdie Konservativen in der Regel am schwächsten in den Sitzungen vertreten" seien. Wir haben das Gegentheil dieser Behauptung bereits am Schluffe einiger Sessionen speziell nach­gewiesen und bei dieser Gelegenheit gefunden, daß es keine politische Richtung mit der Ausübung ihrer Pflichten als Volksvertteter weniger genau nimmt, als die demottatisch-sreisinnige. DieFreisinnige Zeitung überhebt uns, ihre Behauptungen als irrig zu kennzeichnen, sie thut dies im Verlaufe ihres Artikels selbst. Während das Blatt anfänglich sagt, die geringe Präsenz sei kein besonderes Kennzeichen des jetzigen Rerchstages, schreibt es etwa sechszig Zeilen später:Man weist auch darauf hin, daß früher int Reichstag trotz der Diätenlosigkeit die Präsenz durchschnittlich größer gewesen sei. Das ist nicht ganz unrichttg". Zugleich erklärt das Richter-

im Institut, sie ist gut und brav, ich habe keine Klage, aber einen Blick in ihr Herz gönnt sie mir nicht. Im Anfänge hegte ich alle Hoffnung, daß ans ihr und dem Doktor Wirkheimer ein Paar werde. Ich glaubte schon, daß meine Tochter eine leiden­schaftliche Neigung für ihn empfände, aber da Wirkheimer ist Arzt, natürlich sucht er sich überall beliebt zu machen, deßhalb thut er mit den Frauen so schön. Amtmanns Lore ist in Wirkheimer ver­liebt und Rettors Trudchen wechselt die Farbe, wenn man von ihm spricht, und so sind noch mehrere, die der Doktor verliebt zu machen verstand, und seitdem Ruth dies gemerkt hat, ist sie kühl gegen ihn ge­worden. Sie glaubt ihm fein zärtliches Wort mehr, denn nicht fein Herz, sondern Eigennutz spricht aus ihm, so sagt sie. Er toill ein Liebling Aller sein, und sie ist in solchen Dingen sehr ernst. Die Liebe ist eine Sache, mit der man nicht spielen darf, es verräth entweder ein schlechtes Herz oder einen thörichten Kops, wenn man daran Gefallen findet. Mein Mann ist auch Arzt, aber das muß ich an ihm rühmen, solch ein verliebter Tollpatsch war er nie."

Hm, hm", machte Frau Bonglan,Sie waren auch nicht immer bei Ihrem Manne, wenn er seine Besuche bei den Damen machte, ich glaube, die meisten Aerzte sind in einer gewissen Hinsicht gleich, weil es eben Männer sind. Sie werden sehen, daß Wirk­heimer nach Thalham kommt und um die Hand Ruths anhält. Und in einem halben Jahr haben wir Ihr Töchterlein hier als Fran Doktor."

Aber ich müßte ttotzdem in Thalham bleiben", seufzte Frau Meinroth,denn mein Mann ist über den Ort und das Hans, das er dort kaufte, ganz entzückt."

sche Organ, woran dieser Wandel zum Schlechteren liege, und äußert ganz in unserem Sinne, früher seien die Reichstagsgeschäfte in besserer Weise geführt worden. AUo ist dochdieser" Reichstag nicht un­schuldig daran, daß ihn die Reichsboten so beharrlich meiden."

DieHamburger Nachrichten" schreiben zu dem Naumann«Egidh'sche» Aufruf zu Geldsammlungen für die Hamburger Streiker: (Als erster Ertrag des Auftufs find von Egidy 3000 Mark dem Streik - Comitö in Hamburg überwiese» worden.)Wer über den sozialdemokratischen Charakter des Auftuses noch im Unklaren fein sollte, wird sich eines Besseren belehren, wenn er erfährt, daß die Proklamation aus dem Lager des Pfarrers Naumann stammt. Wir er­warten, daß die Staatsbehörden endlich gegen den Unfug einschreiten, der von dieser Seite unter Ge­fährdung des öffentlichen Friedens und unter dem Anscheine von Gerechtigkeitsübung begangen wird. 2ßir wollen uns die Namen der Unterzeichner merken, die anstatt ihren Berufsgeschäften obzuliegen, sich um Dinge kümmern, von denen sie nichts verstehen und die sie nichts angehen. Den Schaden, der für unser Erwerbsleben durch die unbefugte Einmischung dieser sozialistisch Gesinnten insofern entstehen kann, als den Streikern möglicher Weise neue Mittel zur Fortsetzung des Ausstandes zugeführt werde», haben die Herren ja nicht mitzuttagen. Wir rechne» bestimmt darauf, daß die zuständige» Behörde» in allen Bundesstaaten die Sammlungen, zu denen Naumann undGenossen" einlaben, verbieten und die Urheber zur Verantwortung ziehen. Die hiesigen Arbeitgeber, die unter großen Opfern die Sache der bürgerlichen Gesellschaft und des Staarcs gegen die Sozialdemokratie führen und beschlossen haben, sich auf keine Verhandlungen vor Wieder­aufnahme der Arbeit einzulaffen, haben ein Recht darauf, ihr legitimes Interesse gegen die Umtriebe sozialistisch - ideologischer Weltverbesserer durch die Staatsorgane geschützt zu sehen." Es ist übrigens die Mittheilung von Interesse, daß in Hamburg am Sonnabend in einer Versammlung der Schauerleute Professor Tonnies, ein Mit­unterzeichner des Aufrufs, diesen Ausführungen der Hamburger Nachrichten" entgegen trat und behauptete, dieHamb. Nachr." und derHamb. Korresp." ver- öffentliche» fortwährend entstellende Streikmittheilungen.

Aber seine Praxis wird sehr klein fein."

Das wohl, dennoch wird die Einnahme unter den jetzigen Umständen viel besser fein als hier. Mein Mann wird gewiß weniger zu thun habe», aber der Gutsherr giebt einen jährlichen Zuschuß von dreitausend Mark. Bedenken Sie, da steht sich mein Mann besser als hier, wo er mit dem jungen Arzte nur Verdruß und Merger hat. Es wäre ja noch Alles recht, wenn wir nur einen geselligen Verkehr in Thalham hätten, aber es ist Niemand in der Nähe, wir sind ganz auf uns selbst angewiesen. O, mein Siegfried hat einen harten, eigensinnigen Kopf. Ich erfuhr die ganze Geschichte erst, nachdem es schon zu spät war, nachdem er das Haus schon gekauft hatte. Und als ich ihm dann Vorwürfe machte, brauste er auf. Natürlich, er hat es in Thalham ganz angenehm, dort ärgert ihn fein junger Kollege, und fein Freund, der Pfarrer, hat ihm geschrieben, daß die Bevölferung gut und nicht roh sei. Der Pfarrer ist ja auch die eigentliche Ursache unsireS Ortswechsels, er hat meinem Siegftied viel von der schönen, gesunden Gegend borgeschwärmt, und von den billigen Lebensmitteln, was er dem Umstande zu- chreibt, daß sich in einem Umkreise von vier Stunden eine Eisenbahn befindet."

Ja, die Männer, die denken immef nur an sich, was aber aus Ihnen in einem so abgelegenen Dorfe werden soll, danach fragt er nicht."

Das habe ich ihm auch gesagt", jammerte Frau Meinroth,aber er schilderte mir, wie _h«bsch und bequem, wie groß und schön der Zier- und Gemüse­garten ist, und suchte mich zu trösten. Mich dauert ja nur mein armes Kind.

(Fortsetzung folgt.)