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mit ihrem Gesammteinkommen erreichen und noch viel weniger die Extraordinarien daS der Bibliothekare. Ja es könnte vorkommen, daß ein Ordinarius, der nur ganz geringes Honorar bezöge, wenn er auch bis über sein fünfzigjähriges Jubiläum hinaus in Thätig- keit bliebe, nicht einmal mit seinem Gesammteinkommen das höchste eines Gymnasiallehrers (6000 Mk.) erreichte, und die Gymnasiallehrer sehen sich zurück- gesetzt.

Wir hegen gar keinen Zweifel, daß schließlich doch eine gerechtere, würdigere und heilsamere An­ordnung getroffen werden wird, als die, welche jetzt die Staatsregierung vorgeschlagen hat.

folgten. Dann übermannte ihn die Müdigkeit und er entschlummerte sanft.

war mein bester Freund, wir dienten bei einem Regi­ment und machten zusammen den Feldzug gegen die Franzosen mit. Auf dem Schlachtfelde von'Gmve- lotte wurde Ihr armer Vater von einer feindlichen Kugel niedergeschmettert und ich vermochte leider nichts mehr für ihn zu thun, als ihm die brechenden Augen zuzudrücken."

Der Major hielt inne, eine tiefe Bewegung malte sich aus feinen jovialen Zügen. Nach einer Weile begann er wieder:

Es liegt mir gänzlich fern, mein lieberSchollcr- mark, das herauf zu beschwören, was Sie dazu ge­trieben, die Pistole zu ergreifen. Was Sie gefehlt, haben Sie mit tausend seelischen und körperlichen Schmerzen gesühnt und ich wollte Ihnen nur sagen, daß keiner der Kameraden um die dumme Geschichte weiß und daß ich dafür sorgen werde, daß sie auch ein Geheimniß bleibt."

»Herr Major ich ich" stammelte Wulf. Dann übermannte ihn die fürchterliche Erinnerung an die dunkelste Stunde seines Lebens. Er schlug beide Hände vor sein Gesicht und stöhnte.

Der Major trat dicht neben ihn und legte die Hand auf seine Schulter.

»Na, na, nur nicht verzagen, mein Sohn. Die Vergangenheit ist abgethan und muß begraben und vergessen werden. Weg mit allem, was Sie drückt und quält und frisch hinein in ein neues und besseres Fahrwasser!"

Wulf schüttelte heftig den Kopf.Ich kann nicht, ich kann nicht, Herr Major, meine Zukunft ist vernichtet, meine Karriere verpfuscht," fließ er leiden- chastlich hervor.Ich habe leichtsinnig Schulden ge­macht, die ich nicht bezahlen kann. Ich muß den Abschied nehmen und des Königs Rock ausziehen."

Ach, warum nicht gar!" Der Major lächelte

Umschau.

Wie erst jetzt bekannt wird, hat Se. Majestät der Kaiser anläßlich der Eröffnung der direkten unterseeischen Telegraphenverbindung zwischen Deuffchland und Spanien, Portugal sowie darüber hinaus mit Afrika, Asien und Südamerika an den Staatssekretär Dr. v. Stephan unter dem 4. Januar ein Allerhöchstes Handschreiben gerichtet, das, wie aus demArchiv für Post und Telegraphie" zu ersehen, folgenden Worllaut hat: Ich habe von den Ausführungen Ihres Berichts vom 20. Dezember v. I. über die Legung des unterseeischen Kabels zwischen Emden und Vigo mit lebhaftem Interesse Kenntniß genommen und begrüße es mit Freuden, daß das durch die Initiative des Reichspostamts ins Leben gerufene Unternehmen nunmehr den direkt n Telegrammverkehr Deutschlands mit der iberische,i Halbinsel ermöglicht und besonders auch den Verkehr mit den deutschen Schutzgebieten vereinfacht und von der Vermittelung durch Frank­reich und Spanien befreit. Indem Ich Ihnen zu diesem Ergebniß jahrelanger und mühevoller Arb.it Meinen Glückwunsch ausspreche, gebe Ich der Hoff­nung Ausdruck, daß die Weiterführung des Kabels nach Nordamerika in gleicher Weise gelingen und damit das große Werk feiner Vollendung entgegen­geführt werden möge. Wilhelm J. R."

Nach derKöln. Ztg." ist die Entlassung des verantwortlichen Redakteurs derFranks. Ztg.', A. Giesen, aus der Zeugnis z w a n g s h a f t auf das directe Einschreiten des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zurückzuführen. Der Fürst hat sich dieser Tage über die Sachlage eingehenden Bericht erstatten lassen und dann die Aufhebung der Zwangs- haft angeordnet. Auch der preußische Justtzminister

1 em wenig, aber seine Augen blieben ernst und ge- : dankenvoll. Dann einen Stuhl herbeiziehend und 1 sich an Wulfs Seite niederlassend, fragte er:

1 »Haben Sie denn gar keinen reichen Onkel in 1 Amerika oder eine liebevolle Erbtante, die für Sie einstehen könnten?"

Nein, Herr Major überhaupt Keinen auf der Welt, der das thim würde."

Oho nur nicht so voreilig! Wenn Ihre Verpflichtungen nicht so groß find, können Sie das Geld^von mir kriegen. Da meine Stelle ziemlich einträglich ist und wir keine Kinder haben, die ein Heidengeld kosten würden, sind meine Fran und ich in der glücklichen Lage gewesen, ein kleines Kapital |u ersparen. Ich will Ihnen gern das Nöthige vor­strecken Sie geben es mir später einmal zurück. Ich weiß, daß Sie viel zu sehr Cavelier sind, um es geschenkt von mir anzunehmen, ttotzdem ich Ihr väterlicher Ihr bester Freund bin und bleiben werde."

Die Brust des jungen Offiziers hob und senkte sich vor tiefer innerer Bewegung. Er griff nach der Hand des älteren Kameraden, preßte sie gegen fein Herz und stammelte in abgebrochenen hastigen Worten feinen Dank.

Und dann schütteüe er ihm fein ganzes Herz aus und alles Leid, was ihn bedrückte.

Der Major hörte still seine Beichte an, strich sich nachdenklich den starken grauen Schnurrbart und schwieg eine Weile. Dann begann er wieder:

»3hre Lage ist schlimmer, als ich dachte, aber immerhin nicht zum Verzweifeln, denn Ihre Ehre als Soldat, als Offizier ist rein geblieben. Da ist mir eben ein glücklicher Gedanke gekommen, der Ihnen zu Nutz und Frommen dienen kann.

(Fortsetzung folgt.)

hat in der Reichstagssitzung, veranlaßt durch eine Rede des Abg. Munckel, unumwunden zugegeben, b& * Aerabe Zeitungsredakteuren gegenüber eire höchst peinliche Zumuthung fei, über Dinge Zeugnis abzulegen, die ihnen unter dem Siegel des Redak- tionsgeheimniffes anverttaut worden sind. Er hat eine solche Sage mit Recht als eine Collission von «ten getennäei$net, und wenn er hinzusetzte, daß heest Colllsston nicht zu beseitigen sei, so geht doch ans dieser Kennzeichnung h-rvor, daß von einem Zwangsverfahren, das einen Ehrenmann vor einen ?ÄrettZn ^cht-n stellt, nur in dringenden Nothfallen Gebrauch gemacht werden darf Es ist um so erfreulicher, daß gerade der preußische Justizminister fich in dem bemerkten Sinne ausae- sprochen hat, als Preußen bisher der einzige Bundes- & putschen.?°iche war, der zu deiarttgen Zwangsmitteln gegriffen bat.

Die Gerüchte von der Abberufung des russischen Botschafters von Nelidow scheinen nach derPost" doch nicht unbegründet zu fein. Nach b°r einen Version sollen Zwistigkeiten zwischen dem Botschafter und dem ersten Dragomau Maximow eine Knfis heraufbeschworen haben; nach der anderen soll sich Nelidow durch die Ernennung Murawiews zurück- gesetzt gefühlt haben. Als Nachfolger Nelidows werden Schischkin und genannt. Letzterer, gegenwärtig Gesandter in Aihcbird in Konstantinopel sthr gefürchtet. Eine offizielle türkische Mittheilung verkündet, daß in Konstantinopel am heutigen Geburtstage des Sultans nur Mittags eine Geschütz­salve abgegeben wird. Das Abbrennen von Feuer­werk bei der Abends stattfindenden Illumination ist verboten. Als Zweck dieser Verfügungen wird an­gegeben, daß dem Publikum kein Anlaß zu Beun­ruhigungen geboten werden solle. Einige Botschaften haben die zur Bewachung der Botschaftsgebäude ver­wendeten Matro'endetachements verdoppelt, da gerücht­weise »erlaufet, es seien morgen Unruhen fettens der Türken zu erwarten.

DieHamburger Nachrichten" halten alle Be- orgnisse, die sich an die Ernennung des Grafen Mur aw i ew zum Verweser des russischen Mi­nisteriums des Auswärtigen knüpften, für vollständig unbegründet. Murawiew werde natürlich russische Polittk machen, aber nur russische, und sich nicht in den Dienst irgend welchen Einflusses stellen.Mu- rawiew ist unseres Erachtens ein Politiker, mit dem inej® eschäfte, welche man Überhaupt zu machen

h. SiC OJCflClltnfl ber 33rüf£ffDreit=L « he" Professoren abzuziehenden Collegimgelder " Ken °uch dazu bien.n, hervorragenden Lehrkräften MclMier, I höhere Einkommen zu gewähren, theils um sie neu

wie sie jetzt in Preußen geplant ist, bildet ein nach I ^ranzuziehen, theils um sie den preußischen Universi- mserer Ansicht ganz'eigenartiges, aber Derselben Zweckbestimmung aber

deutliches Vorhaben. Die Universität Halle batlil^V^ ®.tat des Kultusministeriums aus- bereüs petitionirt, das Abgeordnetenhaus möge ber S^ 6^0"08 s9pttcI 119 Titel 13 von 175 000 geplanten Umgestaltung nicht zustimmen und daraufI 3~e den vorenthaltenen Collegrengeldern hmwirken, daß die König!. Staatsregierung davon I» Hellen sich daher, worauf sehr mit

Abstand nimmt. Die Regierung solle ersuch/ werden I^^^wsewiesen wird, als eine Verstärkung eines km Landtage baldigst den Entwurf eines Gesetzes ^e!?8 °us md6t im ®tat stehenden Mitteln dar vorzulegen, durch welches Mindestgehälter und Dienst-1 ben richtigen Grundsätzen der

ttterszulagen für die Professoren der Universitäten I Etatsausstellung und der FinanzkontroK nicht im eiogeführt werden. Es sei, so motivirt die Petentin,I t

in dem Allerhöchsten Erlasse Sr. Majestät des Kaisers I k . ^nb 9"3 mißzubilllgende Ungleichheiten, die mb Königs vom 20. Juli 1894 ausgesprochen daß!?" Regt-rungs - Vorschlag mit sich bringen ,A die Universität Halle gewesen ist welche zuerst den r ^*nUtm herausgegriffene Vcrgleichs- «senllich n Zusammenhang und die fruefitbrnaenbe Wechsel-1 m^pl,C $tol,$en Professoren und Bibliotheksbeamten, oirkung zwischen akademischer Lehre und freier Forschung Pet letzteren haben wir außer höhern Durchschnitts- to,1 "rannt und damit eine Grundanschauung zur Geltung I gehalterir, bei den Direk oren 6000 Mk. bii den Eigenart zu einem guten Theil ausmacht ' haltet, bet den Direktoren 4800 bis 7200 Mk., bei

Diese Eigenart könne aber auf die Dauer nurI 2700 6i8 5100 Mk., dazu ein

«hatten werden, wenn den Professoren rechtsverbind- m"""?8 Aufsteigen nach Stufen des Dienstalters, lich ein Mindestgehalt und Dienstalterszulagen iuae= Psn tS b°J? cto-?b 9?lemanb das Wirken eines sichert werden und ihnen das Recht des Honorar-1 9cnn9cr schätzen, als das

" bezuges (mit den etwa nothwendig erscheinenden ae Bibttotheksdirektors, und das eines außerordent-

. schlichen Abänderungen) verbleibt Hierin erblickt ba8 Bibliothekars; und doch

die Petentin eine Grundbedingung und eine Stütze! Durchschntttsgehalt eines solchen Direktors

str Erhaltung der Lehrfreiheit, des höchftm S|m * atä ba8 eines ordentlichen

bet deutschen Universitäten. ! Professors, das zudem der Minister diesem bis an

mch dem neuesten Plane bie^fflemeS? hlSt fef9'8 Dbcr gan5 unbedeutendes Honorar zukommt. Sänfter Allaewalt ö?-? r" «»be-1 ordentliche mit 1800 anzustelleu? So auSgeftattete mßer Berlin durchaebenden Uebertraab^e^^"I H°uorar erwerben, wenn sie mit ihrem Gesammt- ftine Rücksicht auf Zne ebenso durck2»k^ elnkommen das Anfangsgehalt eines 8i6Iiot6ef8= --°n Dienstaltersstufen festgesetzt ist l/ebt ihm die elbe erreichen sollten, und bei den Exttaordi- pachtfülle auch bezüalich des Ver^ltn!ssä Iben'n nur in ben s-ltensten Fällen ein er-

--------I Bestimmungen manche ordentliche Professoren niemals

Wöchentliche Beilage«: Kreisölatt für öie Kretfe tm> Kirchhai«. --------°t l*,;-u__JUttstrirte- SONNtagrVlatt. " -

«rschttut täglich «tzn Werktagvr »ach Sonn- und _ . ______ , . =====

Ou'rtal-AbonnnunUS-PreiS bei der ®nx. F-mt «ttgegm die Srpeditiou dieses Blatte»,

^tion L ML, btt «ü»u Postämtern L M. 25 Pfg. di« Amum«u-B»re«»i von Haaseustttn i. Vogler in

Bestellgeld) JnsertiorSgebühr für di. gstpaltm. Zttli M., Laffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXII

k«r deren Raum 10 Pfg., Reklamen für ».Zeile 25^ L)0NNCrstag, 21. ^lMUllr 1897. Most, in Frankfurt e. M., Bnlin, München *. Köln, 6. & AAA11, *>9*0« _ Daub« u. So. in Frankfurt «. M., Bnliu, Hannover, Pari».

Roman von Z. Berger. " I an f^tt Wulfs Genesung stetig fort

(Fortsetzung.) Iunb. e8 9ab ^um eine glücklichere Zeit für Hilde-

S)ie Besserung in Wulfs Befinden nahm einen {fangen, schweren Krankheit^seines^Herrn Lieutenants »7?'«5 Men M« ft-h- Stund- »ch- ,ch«, chwte st» »

gA.( Als er zum ersten Mal mtt vollem Be-{Glückseligkett kaum lassen. Man hörte ihn in der die Augen aufschlug, da fiel sein erster {Freude seines Herzens häufig leise vor sich hin h at b,e Aäue zarte Mädchengestalt, die er in pfeifen und fingen und wenn er Wulf ansah sttablte '--ft-oq-n »nd bk ibn km ch-li«-r, taiks G,stcht v°, «!!gn",L

XfOTMa»),?'" Slnt"6,n f« Mi«, f» Sm d-I Fl-n SBInjarin [amm Ikt.iolk 791 I m 3 nWutcn\ Briefe an. Man hatte ihr die ganze Schwere des

LUI |ih, r,ar opc u»d wo war er? Was war mit Unglücks und die Größe der Gefahr verheimlicht, um

, blickte verwundert im Zimmer ihr Mutterherz nicht zu verwunden und mit Angst

unLbatff ,fttne abgezehrt-n durchsichtigen »» erfüllen und nur von einem leichten Erkältungs-

61 suhlte eine bleierne Schwere in allen fi-b-r berichtet. Nun freute sie sich, daß ihr Sohn

*W.'n'iLer tooE[te Haupt heben, aber er Urlaub erhalten hatte und seine ReconvaleScenz ganz -^-sute nicht. in der Heimath abwarten durste.

! ®n paar Sekunden starrte er Hildegard unver l Eines Tages trat auch Major Brandt über die f^tot an. Sie hatte fich über ihn geneigt unb I S^todIe b^ Krankenzimmers. Wulf gerieth in pein- ' bre Lippen mit starkem Wein aus einem ~$e B-rwirrnng unb schlug bie Augen nieber. das sie in ber Hanb hielt. Plötzlich zog ber|etumm, wie gebrochen, ertoiberte er ben freundlichen des freudigen Erkennens über seine 6raffen|^änbebtf bc8 älteren Kameraden, der voll Weh- IA " lächelte. Und dann hauchte er ihren Namen unter buschigen Augenbrauen scharf hervor- M»de, liebe Hilde!" 'I blickenden Augen auf seine abgemagerte Gestalt und

s Er wollte fich in die Höhe richten, aber sie drückte 1^" blasses, eingefallenes Gesicht heftete.

i * sanft in die weichen Kiffen zurück I '^un, tote steht es, lieber Schollermark?" fragte

°a ,prä,t .34 beule, i» Weib« balb »kbet

.D-- Ito. »I», f-e«. mich-test-. De-N sehen überkam tou unb ftiö mit mein U-h-r Schollermark, ich bin eigentlich

h währenb seine Blicke I t °r Schuld baran, daß es Ihnen so hundeelend gebt und | ? 1e 6t aßcn^ren Bewegungen! habe viel bei Ihnen gut zu machen. Ihr Hm Vater