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Wöcheittliche Beilage«: Kreisblatt für sie Kreise Marimrg ««> Kirchhai«.
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b. w. Deutschlands Seemacht.
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OuD, ■ Seiten» unserer Vorfahren eine anregende historische
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Der Arzt zuckte die Achseln.
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zu dem Kranken
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Mit von Thränen umflorten Augen blickte die Pflegerin ihm nach. Sie schluchzte leise in sich hinein. Durch ihre Seele zog ein heißer wilder Schmerz, doch ihr Beruf hatte sie gelehrt, ihre Empfindungen zu beherrschen und das sinkende Herz aufrecht zu halten. In jener Zeit, wo sie ihr größtes Leid erfahren, wo sie die erste Liebe ihres Herzens begraben mußte, da war ihr dieser selbsterwählte Beruf zum Segen geworden. Sie hatte den Frieden und das mhtge Gleichmaß ihres Innern wiedergefunden.
Sie war in Bethanien in einem halbjährigen Kursus in allen Zweigen der Krankenpflege ausgebildet worden. Jetzt nahm sie einen Platz im städtischen Krankenhause ein, mußte aber zu jeder Zeit bereit sein, einzutreten, wo es irgend eine Familie oder bei einzelnen Kranken an Hilfe und Pflege gebrach. Den Arzt, der die Behandlung Wulf's übernommen, hatte sie im Hospital kennen gelernt, wo gleiche Arbeitsinteressen sie zusammengeführt hatten. Sie schätzte ihn sehr hoch.
Hildegard schob einen Stuhl an das Lager des Kranken und legte ihre kleine kühle Hand auf seine Stirn. Dann ließ sie sich leise nieder und saß still, regungslos da, immer die Augen angstvoll auf sein Gesicht gerichtet. Kein Menschenwort vermochte zu beschreiben, welche Qualen sie litt.
Wulf warf sich unruhig hin und her, flüsterte abgeriffcne Worte und athmete stoßweise und röchelnd. Auf den entfärbten Lippen zeigte sich rölhlicher Schaum.
Die Pflegerin flößte ihm Morphiumttopfen -ein und legte ihm eine Eiskompresse auf die Brust. Nach emi.,er Zeit hörte das Röcheln auf, aber ein paar fteberrothe Flecken zeigten sich auf den Wangen und die Augen flackerten wild.
.Hast mir wehe gethan, Gisela, - furchtbar
Bnxntwortlich für bet «llgemiium Tholl: Redakteur M. H a r t m , n n für dm JnseratentheU: Joh. «xg. «och, beide iu M-rdurg '
noch nicht gethan ist, obgleich die Aufgaben unserer Marine seitdem ganz außerordentlich gewachsen find und — o gleich auch jene Pläne durchaus nicht von einer vollen Erkenntniß der Bedeutung deutscher Seemächtigkeit ausgegangen waren. Mit dankens- werther Offenherzigkeit weist Wislicenus auf die Mängel seemännischen Scharfblickes hin, welcher jenen beiden amtlichen Plänen anhastet. Ihre Verfasser, Offiziere der Armee, sahen offenbar in der flotte nur eine Defensivwaffe „zur Vcrtheidigung der deuifchen Küste", während die Entscheidung nach ihrer Ansicht eben nur auf dem festen Lande bei der Armee liege. Das grundsätzlich Verkehrte, einer Seemacht durchaus den Stempel der Defensive au zudrücken, während sie bis hinunter zum einzelnen Schiff naturgemäß offtisivcn Wesens ist, sowie das einseitig Unrichtige von der übertriebenen Bedeutung der deutschen Landmacht (im Gegensatz zur Seemacht) weist Wislicenus vortrefflich nach. In diesem besonders wichtigen Abschnitt führt der Verfasser die für den Werth unserer Flotte weit überschätzte Bedeutung des Kaiser Wilhelm-Kanals auf ihr richtiges Maß zurück und beleuchtet schließlich die Thätigkeit unserer Kreuzer in den letzten Jahren und den seit langem bis heute herrschenden Mangel an Kreuzern.
Der vierte Abschnitt bringt nnter der Ueberschrist „Die Schlachtflotte" eine genaue Beschreibung der Hochseepanzer und ihrer Bedeutung; der fünfte behandelt „Den Seekrieg und die Küstenvertheidigung", und Abschnitt 6 im besonderen die Kreuzerbauten; der siebente schildert den „Friedensdienst dcr Flotte", und im letzten Abschnitt endlich erhallen wir eine lehrreiche Urbersicht über die Flottenstärken und den Aufschwung unseres Seehandels. Zum Schluß weist dann der Verfasser, ohne zu nah auf die Frage der Beschaffung der Mittel für eine staike deutsche Seemacht eiuzugehen, aus den erstaunlichen Aufwand von Luxussachen aller Art hin, den das deutsche Volk sich jährlich leistet, und der in offensichtlichem Widerspruch zu dem landläufigen Schlagwort von dem armen deutschen Vaterland steht, das vielmehr sehr gut neben der großen Armee auch noch eine starke Flotte hallen könnte.
Das ganze, von dem bekannten Marinemaler Stöwer hübsch mit Bildern geschmückte Werk durchweht ein frischer Geist, der den Leser an jeder Stelle effeln muß, nicht nur den Laien, sondern auch den Fachmann, der überall ein gesundes, richtiges Ler- tändniß der wichtigen Lehren des großen Marine- Klassikers Mahan, und auch die folgerechte An-
welchr asselbe ere ich (392
Marburg,
Mittwoch, 20. Januar 1897.
irgs, ine. (6056 Pfff.
*) Deutschlands Seemacht von Georg Wislicenus mit
s (Nachdruck verboten.)
Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.
(Fortsetzung.)
".^zweifelhaft — wenn nicht eine besonders jMe Krisis «»tritt. Junges Blut hält viel aus Z7 ~ wir wollen beide unsere Pflicht thun, «Ute Natur zu unterstützen. Vielleicht ist er zu
dwsem Titel hat der bekannte Marine- Schriftsteller Georg Wislicenus, Kapitänlieutnant a. D., der uns erst vor Jahresfrist mit dem Pracht- serk „Unsere Marine in Wort und Bild" erfreute dieser Tage ein neues Buch herausgegeben,*) das in acht Abschnitte zerfällt, deren erster lautet: „Seemacht atscheldet Völkergeschicke." Hier werden dem Leser in kurzer, klarer Ueberficht, die zahlreichen geschichtlichen Eaochen vor Augen geführt, in denen die Seemächtigkeit bei den verschiedenen Nationen von ausschlaggebender Bedeutung geworden ist Der zweste Abschnitt, Spuren deutscher Seemacht und Ohnmacht zur See", widmet der Pflege bezw. Vernachlässigung der Handels- und Kriegs - Seefahrt
8to3«i««n nimmt tntgtgtn die Expedition dieser Blatt«, sowie di» Annoucm-Bxreaxx von Haasensteiu x. Vogler in »rmkfxrta. M., Magdeburg und Wim; Rudolf XXXH °tnFirrt Most« in Frankfurt a. M., Berlin, Müuchm x. Köln, 6. L. AAA!1, D«xb« x. Co. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Pari».
wehe", murmelte er. Ja — mein Herz ge-!wo es keinen Schlaf, keine Erholuna für fie nnb S? Circe!* -^LÜaV ^"aÄ" Pe unb toantte E von feinm Bett und
"lies Luge! — Hu — «drängte jede Müdigkeit mit Willenskraft zurück All -ine Teufe-lin--" ihr bewahrheitete sich der fromme Spruch der D!a-
. ^‘fhegatö griff nach einem Glase mit EiswasserIconisstnnen: „Dienen will ich dem Herrn in seinen und schob ihren Arm unter seinen Rücken. Es ge-I Kranken und Elenden und men» i* lang i^r, ettoos Wasser über seine spröden stam-Iund daß sie Wnlf dienen durste prfts
fli'9 ? p» tränen mich^und m-I-d« dmch
hnA nnrfi mKnrwi ‘x s. rnn .etne Hilfe! Fenster des Krankenzimmers und tönten an Wulfs doch noch möglich wäre für ihn, den sie niemals der-1 Ohr wie ferne Musik Er öffnete s>n, . Ul t
geffen hatte, obgleich sie in der Well, in der fie lebte, lächelte mat7 Dann flüstlrte»mi(
Menn to m ihm dienen und! ihre Lippen drängen wollte.
toemt sie selbst darüber zu Grunde ging. Aus ihren | Als am Morgen der Arll kam ninn esm« blauen Augen leuchtete der Opfermut-. Sie kniete gard 0o^Ier 5r u e e^^aeafn unb S
Ä WM L ZK iZÄ S;
Nacht seiner Seele durchdrang. Er rang stundenlang davongekommen — es wird
nach Luftund hatte kaum die Kraft, die schlimmen gut." Er lachte noch einmal ÄenIW Hustenanfälle zu überstehen. Zuweilen fuhr er jäh! und empfahl sich. $ b n
tn bie Höhe, starrte mit glanzlosen Augcn umher! "
und lallte unverständliches Zeug. Es war eine Zeit! (Fortsetzung folgt.)
bei sauersten Pflegearbeit für Hildegard, eine Zeit,! --------------
des Senk» ichten. elltmz tie bie linge»
Z-ß- usen gegen berg
^dung derselben auf unsere deutschen Bedürfnisse I Der Mädchenhandel von Eucopa nach ^•1, , „ . t , IArgentinien unb Uruguay ist längst bekannt und oll
N'chi unbemertt wird dem Leser das Gegentheil! genug gebrandmarkt worden. Trotzdem nimmt die von Vorliebe für England und dessen Politik bleiben; Einfuhr nicht ab und die Besitzer öffentlicher Häuser diejenigen, welche Über das Auftreten I in Montevideo und Buenos Ayres wissen sich unter ÄnMet 'baden wÄ-n 8 nur annähernd allen möglichen Vorspiegelungen weitere „Maare" nachaus Europa zu verschaffen. Deutschland, Ungarn, b ,?rtt 9Ule Deutschgefinnung des Galizien und die Schweiz sind die bevorzugten Be Buches nur fteueu können. zugsguellen. Unter dem Vorwande, Gouvernantt!,
Möge das lehrreiche, schöne neue Werk von! Dienstmädchen für bessere Stellungen rc. zu brauchen, Wislicenus und Stöwer die wohlverdiente Aner-! locken die gewissenlosen Agenten, meist die Besitzer kennung der weitesten Kreise finden, das ist dem! der „Toleranzhäuser" selbst, ihre Opfer in's Ver- Verfasser und unserm Volke, selbst zu wünschen. I derben. In Buenos Ayres hat sich endlich selbst Unftreihg ist das Buch das beste seiner Art, das! ein Hilfsverein gebildet, der dieser weiblichen Sklaven- wlr besitzen. einfuhr auf den Leib rückt. Aus Buenos Ayres
— 1 1 [8-ht der „Voss. Zig." der sehr umfangreiche Bericht
ITmfrfinit des Centtal-Hilfsvereins zu, dem wir mit Vergnügen
UMslljUll. I entnehmen, daß es gerade Deutsche sind, die diesen
Zu der gemeldeten Zwangshastentlassung des IJ161 Nicnschhest zu beseitigen streben. Redakteurs Giesen von der „Franks. Zta." nadiirfL/1^11 ®,n9en. a6er mögen die Behörden rück* lOtägiger Hast theitt genannt-s Blatt nachstehenden,! !.^ °^ ~8e£cn J>i*[e!„.eIenbe” Sklave Händler vorauf Grund eingelegter Beschwerde neuerdings er-r^"' ben Gmschiffungshäfen ist dazu Gelegenheit gangenen Bescheid des Oberlandesgerichts 9^9 9cboteiL mit: „Bei der verschiedenen Festsetzung der Maximal-1 -----------
bauer der Zwangshast aber, je nachdem eine lieberJ tretung oder eine andere strafbare Handlung den, LieMslyes l/lCKp.
b!Ibct' fol9t das Gesetz «erlitt, 18. Januar. Heute Vormittag unter* oem Grundgedanken, daß die Dauer der Haft zur | nahmen beide Kaiserliche M a i e ft ä t”\ n 5?Crr5ä?ni6 bleibe» soll ^gewohnten gemeinsamen Spaziergang durch den S FS Vm b?5 bZnTbaIb?er Maximalgrenze Thiergarten. Nach der Rückkehr in's königliche be8 ®9 blbs- 2 der Strafprozeßordnung vollständig! Schloß hörte Se. Majestät dcr Kaiser den Nortrm» m h ? ^Orbe“ entsprechende des Chefs des Geheimen Zivilkabinets, Wirklichen Anwendung der Unterscheidung von Ueberttetungen Geh. Raths Dr. von Lucanus, und hielt Miit-ms “‘7™ cmf bk U bet »ViÄ*
ft-pikl des hohe» Oede», oom Schwotzen Adlet schlechthin ausgeschlossen erscheinen. Jedenfalls hat! ab. Abends um 7 Uhr fand bei Ihren Kaiserlicben hnft ®tmC b,er 3tltba“er der Zwangs-.Majestäten ein größer s Diner für die Ritter des
t-n-m Grundgedanken des Gesetzes heraus. hohen Ordens vom Schwarzen Adler statt r»
» ber Gegenstand der Untersuchung! welchem auch der gegenwäi tig in Berlin wettende
bildenden strafbaren Handlung streng zu prüfen und! östrereichisch - ungarische Minister des Au«wärtiaen "‘t ?re^r d^ Dauer ber Zwangshaft in Einklang I Graf von Goluchowski, geladen war Der Katter
ju galten. Im gegebenen Falle wird danach zu er-1 saß zwischen dem österreichischen M nister und dem
wagen ftm, daß die von einem Beamten veranlaßte! Reichskanzler. Gegenüber dem Kaiser sastm die
und indiskrete Veröffentlichung einer ohnehin zur «Kaiserin und die Kaiserin Friedrich. Neben der
Veröffemlichung bestimmten amtlichen Drucksache als «Kaiserin saft Prinz Friedrich Leopold neben der «nDienstvergehen von größererErheblich- Kaiserin FriMch Prinz Heinrich. ' "
kert rm Sinne der Unterscheidung des § 76 des " *
Reichsbeamtengesetzes kaum wird erachtet!,. ° , ne Petition, bet.effenb die Aenderung
werden können." !"-s Besoldungswesens ber Univ ersitäts-
__________ «Professoren, haben Rcktor und Senat der Uni* Iversität Halle an das Abgeordnetenhaus gerichtet.
«rfchttut täglich «x6« en Werttxgm nech Sonn» xud H-y 8«ttt«g#L — Qx«tt-l-Abom»mrutS-Pr»iS bei der Sxp«.
*'*=• 10 bttan 2 Mk., bei «llm Postämtern 8 M. 25 Pfg. (exkl. JnsertionsgebShr für die gefpaltme Zeil! ob« deren Reim 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 85 Pfg.
in S-"«9? erJ?r verschiedene Anordnungen Betreff ber Pflege, bebrütete ihr, von Zeit zu ^kompressen auf die Wunde zu legen und dem «Men Morphiumttopfen einzugeben.
unhörbarem Schritt trat Hildegard an Wf 8 Bett und beugte sich über ihn. Als fie ihr aafir: ^°>ieder erhob, war ihr Gesicht leichenblaß unb (393 - iL2bb n.?U?CZl-. Z" "efster schmerzlicher Be- (393 ptgrag preßte sie bte Hand auf ihr Herz.
-- i e dlick des Arztes ruhte forschend auf ihren __1 Wen Zügen.
'Kennen Sie den jungen Mann?" fragte er.
„ »Ja! — wir Jinb aus einem Orte. Großer 3 J * mag ihn zu der unseligen That getrieben
W ar3t ruckte die Achseln. „Weiß nichts, 1 «ar nichts! Sehen Sie, das ist wieder 'mal »naft; r »aunger Fall aus dem Großstadtleben. Ja, Wegei L - W! sehr traurig ! Viel sociales Elend hier, sehr T?: — Im Uebrigen ist für den Augenblick nichts aPPe's s^Ern, geben Sie ihm Eiswasser zu trinfen, wenn : bekommt. Ich komme gegen Mittag wieder."
Find« L, er warf noch einen prüfenden Blick auf Wulf,
^-rsuchung. Gerade für viele Zweifler an b« hohen^Bedeutung einer starken deutschen Seemacht ist W Stuinum ineser beiden ersten Abschnitte des Mslicenusschen Buches von größtem Werth. Möchten ßch doch recht zahlreiche Leser aus ber leider so über» »legenden Menge unseres Volkes, die immer noch ™ b=m ^fränkischen kleindeutschen Gedanken kleben, daß Deutschlands Wohl und Wehe lediglich von eines fctten Landmacht abhängig sei, in dasselbe vertiefen
2^' °uf welche ber Verfasser hinweist, “2'” " bal S^lcksal kleiner unb großer Staaten Schwach- ihrer Seegeltung zum ^ten bezw. Schlimmen gewendet wurde, würden stcherlich jene einfettig kontinentalen Gedanken klären. ,.,^"vb so das Buch in seinem Anfang mehr .Mrisches Interesse bietet, aus dem Wislicenus Mich in sehr geschickter Weise für unsere Segen» »art und Zukunft wichtige Schlüsse, Lehren und ^°ung-n folgert, beschäftigt sich der folgende 'i F^ere ^b«l des Werkes mit der Entwicklung *er jungen Flotte, mit ihrem Wesen, ihrem $refr Organisation und ihrer Stärke im -vergleich mit fremden Marinen.
i 2«? 5?chnttt »Die Thätigkeit der deutschen megsflotte fett Herstellung des Reiches" wird in «apber und doch ausreichender Form eine Schilderung gegeben, was nach dem Stosch'schen Flotteu- Lungsplan von 1873 unb ber Caprioi'schen ^kschnft des Jahres 1883 für bie Flotte Alles g°than werden sollen, thatsächlich ober immer