ein weiterer Vortheil.
Umschau.
Zjeitnnß
i
eilt zur Thür Here in die Knie, schenkst mir wird
hat auch die Disziplinarkammer angenommen, daß schon diese wissentlich falsche Versicherung die erkannte Straft der Dienstentlassung zur Folge haben müße. Die damit bekundete Nichtachtung voinehmster Pflichten ldes Beamten, als Treue, Gewissenhaftigkeit, Wahrhaftigkeit, insbesondere gegen die vorgesetzte Behörde, enthält eine so grobe Verletzung der Dienstpflicht, daß von einem Vertrauen auf fernere pflichtgemäße Verwaltung eines Amtes ihm gegenüber nicht mehr I die Rede sein kann. Und wer die Anstellung in I einem Amte durch wissentlich falsche Vorspiegelungen ! erschleicht, hat keinen Anspruch mehr auf die Achtung
In Plauen hat vor kurzem der „alte Veteran der Revolution", Herr L i e b k n c ch l eine große
Rede gehalten, in welcher nachstehender Satz be- merkenswcrth ist:
„Zunächst begrüßte Liebknecht die zahlreich anwesenden Frauen, deren Antheilnahme am öffentlichen Set en leider noch eine sehr beschränkte sei; unsere Gesetz- I gebvng sei von Männern für Männer gemacht. Die Frau gehört inS Haus, sagt man, habe a^rr nichts dagegen, wenn sie in die Fabrik gehen muffe; sie 'versteht nichts von Politik, heiße es weiter, und doch gäbe e» viele Männer, die noch weniger davon verstünden. Und Inun gar das Regieren der Frauen; in einem Iguten Haushalt regiere die Frau, und auch die Manner Ibeugten sich gern diesem Regiment, sie würde auck Ihn Staate nicht schlechter regieren als die Danner, be I sonders würde sie nicht jenes Streben nach brutaler Mack, I entfalten wie die Männer. Ein großer Kanzler — nicht Iber kleine Mann im Sachsenwalde — habe zu | seinem Sohne gesagt: Mein Sohn, wenn Du wußtest, mir löte wenig Verstand die Welt regiert wird: die Frauen I würden vielleicht mit mehr Verstand und weniger Grwalr I und Macht regieren.'
aller Arbeiter eingreifen.
Eine praktische Nutzanwendung dieser Politik ist mit dem Bäckerei - Maximalarbritstag gemacht, der 8 Uhr-Ladenschluß, der von der Kommission für ! Arbeiterstatistik vorgeschlagen war, bewegte sich auf demselben Gebiete. Mit dieser Politik glaubte man
die industriellen Und kommerziellen Arbeiter für bu bestehende Staatsordnung zu gewinnen, was durch die Erfüllung der Kaiserlichen Botschaft vom 17.
November 1881 nicht gelang-n, allerdings auch nicht lang'strebt war. Durch die Politik, welche in der ! letzteren inaugurirt wurde, wollte man lediglich der
halten, durch die, welche es überschreiten, geschädigt! werden; das ist nach Ansicht der Zuckerindustriellen nöthig, weil sonst, wenn bei einer etwaigen Krisis, wie früher, eine allgemeine Einschränkung angeordnet werden muß, diese Einschränkung einen Vortheil für die Fabriken bilden würde, die sich nicht einschränken wollen, und denen auf Grund des bestehenden Gesetzes eine Erhöhung des Kontingents um den Betrag der Einschränkung der übrigen zustehen würde. Soweit sich ermessen läßt, ist für diese Forderung das Entgegenkommen der Reichsregierung gesichert, sodaß es nur der Zustimmung der Volksvertretung bedarf.
werden könnte.
tzs scheint sogar, als wenn man die Bahnen jener Politik nicht mehr oder wenigstens nicht mehr in demselben Maße verfolgen werde, wie es früher beabsichtigt war. Darauf d.utete schon die Ver- abschiedung des eigentlichen Trägers jener Politik, des Frhrn. von Berlepsch, vom Posten des preußischen Gewerbe- und Handelsministers. Und neuerdings wird eine Aeußerung des Kaisers verbreitet, die in derselben Richtung zu deuten wäre. Kaiser Wilhelm
in unserer schnelllebigen Zeit eine lange Zeitspanne, jedenfalls haben die letzten 6 Jahre so viele Er-
Hcrz und Sinn berückende Schönheit. In ihrem bald kindlich unschuldsvollen, bald feurig lodernden Blick spielten lauler entzückende, aber unergründliche
„Ruf' sie herein,' bricht es ihrer Brust.
Die Mutterliebe siegte.
Eine dunkelgekleidete Gestalt
Marburg und Kirchhain und JllustrirtrS Son: tags blatt. |
Die „Oberhessifchr Zeitung' hat es sich in erster Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutrtt-u für d e Macht und! das Änsehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vaterland und Altar! Die „Oberheffifche Zeitung' ist bestrebt. überall, wo sie nur gelesen wird, das nationale Be-
und bricht vor bei alten Dame
„O Mutter, Mutter! Du . .
die Heimath, den Segen Deines Augen?'
„Bist Tu nicht mein Kind?" stammelt der ble Mund. „Tu, das Glück meiner einstigen Tag In dieser Nacht des Friedens öffne ich Dir wie
>.
(Nachdruck verboten.)
Sylvesternacht.
Von G. Schätzler - Perastni.
(Fortsetzung.)
Mit erschrockenen Blicken sieht die Mutter i Kind au.
Räthsel. I
Wulf glitt eine Zeit lang, tote magnetisch an-I gezogen, neben ihr her. Ihre blendende Schönheit! ftappirte ihn, er brannte vor Begierde, sie anzn-l sprechen. Auf dem rechten Fuße kühne Bogens schneidend, umspann er sie enger und enger. Und plötzlich stand er vor ihr, legte die Hand an die Mütze und stotterte seinen Namen.
Sie lächelte und schien weder verwundert noch Überrascht. „Gut, daß Sie endlich kommen,' sagte sie unbefangen. „Sie müssen mir helfen! Da steht eine Bank, lassen, Sie uns hingehen und schnallen Sie den Riemen wieder fest.' Und nun stützte sic sich auf seinen Arm und humpelt, ihn mit sich fort» ziehend, auf die Bank zu, auf die sie sich setzte
Er kniete vor ihr nieder, nahm ihren kleinen Fuß in die Hand und schaute bewundernd darauf hi». Solch kleines Füßchen hatte er noch nie gesehen. Verwirrt nestelte er an dem Schlittschuh, ohne mit
(Nachdruck verboten.) I
Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.^ I
(Fortsetzung.) I
„Wollen der Herr Lieutenant nicht aufstehen und! frühstücken?' fragte Noske.
„Warum?" herrschte Wulf ihn an.
Es war eine Ordonnanz da. Herr Baron von Emmerstein lassen Herrn Lieutenant bitten, qeuti Abend zu Steinert und Hansen zu kommen. Die andern Herrn würden auch dort sein. Um acht Uhr vünktlich. Und Frau Leichnam hat ein paar Pfann- brchen geschickt, die sollen Herr Lieutenant nu man
jahrl-Abonnement auf die
„Oberheffifche Zeitung
weisen eifrig umhertummelte. Es war ein malerisches Bild fröhlichen Großstadtlebens.
Ein Gefühl schäumender Lebensfreude hob Wulfs Brust höher und scheuchte mit' einem Zauberschlage alle Beklommenheit von seiner Seele hinweg. Er Ueß sich ein Paar Holländer anschnallen und glitt in I Schlangenlinien auf der bläulich schimmernden Eisdecke dahin. Unter den vielen Schlittschuhläufern thaten es ihm nur wenige gleich und feine exakten Eurven und eleganten Lanxaden erregten Aufsehen. Das war ihm peinlich und er zog sich bis an die äußerste Grenze des Gewässers zurück.
I Hin «ar es still und ftiedlich, nur gedampft l drang die rauschende Musik, das schallende Gelächter lunb muntere Geplauder her. Von den Bäumen l hingen funkelnde Eiskrystalle herab und der Wmd säuselte leise den zaubervollen Behang. Wohl war es Winter, aber die Sonne lachte goldig vom blauen Himmel auf die nordische Landschaft.
Wulf war ftoh, als er hier draußen war, fetzt konnte er ungestört den Sport-treiben. Eine Welle ! blieb er allein, bis plötzlich eine schlanke graziöse Mädchengestalt neben ihm austauchte und mit ruhiger Eleganz auf der glatten Fläche dahinschwebt-. Sre halte rothe Haare, die sich in goldigen Locken um ihr schönes Gesicht ringelten und schwarzstrahlende Augen, von langen Wimpern und ft in geschwungenen Brauen beschattet. IHv Mund war klein und strich, wie eine blühende Rose, die Zähne weißer, wie Perlen, der Teint zart wie ein Lilienblatt. Sie trug ein dunkelgrünes mit Zobel besetztes Sanmetkllid, ^die Füßchen steckten in zierlichen Pelzstiefelcheii. Tas : •______ a«m& AÄtwRfittftff’P HnfHöTttCC
„Was sprichst Du da?'
Da flüstert das Mädchen welch:
„Vergieb, o vergieb! Ich habe hinter Deinen Rücken gehandelt. Ich suchte Anna und fand sie Arm und elend saß sie in Leipzig, von jenem Mann verlassen. Nie mehr kommt fein Name über ihr Lippen. Wir wollen nie auch niemals zu erfahre trachten. Ich wußte ja, woran Dein Herz krankte So hab' ich sie kommen lassen. Nun steht sie dranße vor der Tt.ür und wartet ouf Dein Gnadenwor O, sprich es ans, Mütterchen, laß' den Groll sterben in dieser Nacht, wo alle Glocken Versöhnun predigen. Sie ist Dein Kind, wie ich, und lie uns trotz allem heiß!"
Ein Zittern faßt die Räthin. Ihr schwindel Und nach immer tönen die Glock n: Friede, Friede ' wie Schluchzen ar
Anschnallen fertig zu werden.
„Mein Gott, find Sie nngefchickt, rief sie ungeduldig. „Ziehen Sie doch die Handschuhe anS, bann geht es schneller!"
Wulf würbe roth und stammelte fchnell eine Entschuldigung. Dann beeilte er sich und machte seine Sache gut Er mußre ihr noch das Kle b zurecht zupfen und den Schleier neu bindcn, tmis er mit großem Herzklopfen that. Als wenn es sich_ von selbst verstand, liefen dann beide Hand in Hand miteinander weiter. (Fortsetzung folgt.)
Gesetzen und bewährten staatlichen Einrichtungen zu fördern!!
Di- „Oberhessifche Zeitung" sucht dies Z-l durch gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene.Leit- z Artikel zu erreichen. In einer neuen Rubrik „Umschau wird sie überdies eine Uebersicht über die wichtigsten TageS- Ereignisse auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik und deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in ben Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem TageS-
-leich essen." . ,, ... ,
Wulf lächelte. „Na, dann muß ich aufstehen und mich anziehen. Aber die Pfannkuchen kannst Du behalten, ich habe keinen Appetit!"
„Sind Herr Lieutenant nicht wohl? rief Noske flani §doch?g'anz wohl! Nur ein bischen wüst im Köpft Das wird vorübergehen, wenn ich Kaffee ge-
N-n hinzntretende Abonnenten erhalten bis 1. Januar! 1897 von jetzt an die „Ober hessische Zeitung gratis übersandt.
Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und Gönner, unt.r ihren Bekanntenkreisen für dsi Weil-rver- breitnng der „Oberhessi! ch-n Zeitung thunl'.chst Mitwirken und so auch ihrerseits Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Polirik sein zu wollen, einer Politik, die sich aller umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zeit gegenüber treu bleibt in der hohen Devise: „Mit Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!
Abonnements - Einladung. I
Mt dem 1. Januar 1897 beginnt ein neuer Viertel-,
Der Reichstag wird sich in den nächsten Wochen abermals mit der Zucker frage zu be- S" g# b* w-ich.b-rBtaf
zu weitgehenden Forderungen, wie sie aufänglich wohl! beabsichtigt waren, A'stand zu nehmen, um dadurch nicht jede Reform zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Es soll daher nur der Antrag gestellt! werden, das den betteffenden Zuckerfabriken für 1886/97 zugebilligte Kontingent nicht zu verringern. Dadurch will man vor Allem verhindern, daß nicht
berichte wie bisher zusammenstellen.
Durch ihre Verbindung mit d.r Continent. - Tel.- Compagnie in Berlin ist die „Ob-rhe, fische i Zeitung" in der Lage, ihren Lesern in Origmal- Telegrammen die neuesten Ereignisse im In- und Auslande | unverzüglich zur Keuntnitz zu bringen. ,
Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Th-ile wird di- „Oberhessif 4- | Zritnng" ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, auch
wird st- nicht nur durch ein gediegenes 3 e u tIteton' | Hck't" der Sicherstellung der Arbeiter gegen
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landwirthschaftlrcheu jnteteffe durch -mfch so I Hoffnungen, die mit den Februar erlaßen des öff-ntlichnngen thunlichst ^^üenzu omwe q Pfg.,I Jahres 1890 verknüpft waren, zurückgekommen ist.
b-i der" ansehnlichen "Auflage der „O b - r h e s s i s ch - « Niemand wir!»beut«; nodj sich > dUbri^ die sich innerhalb ihres Kontingents
StitunB" in derselben die geeignetste und weiteste Bei-1bemotratied/'^tigenStaat?, ^GestllschastS- unb’— 'a fietoablQt
Wirthschaftsordnung bewegen, das Wasser abgegrab-n
Als ^Wuls wie gewöhnlich im Easino zu Mittag gespeist hatte, wußte er gar nicht, was er mit dem Nachmittag anfangeu sollte. Nach Hause gehm. Arbeiten? Nein, dazu hat er keine Lust.
Nach kurzem Nachdenken beschloß er, in den Thiergarten zu gehen und Schlittschuh zu laufen, was von klein auf sein Vergnügen war. Mit festen elastischem Schritt durcheilte er die Straßen und kam Ätf MM rata d-n »gen Uta« Rttfü,! (m"g7 Mädchen war "eine mg-w-h»it«-, eigennrtige
Wöchmttiche »eiU« e«: KreiMittsür .
anMiitn nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blattes,
Marburg, SäSäIkStS”! xxxl
M 306 Donnerstag. 31. Dezember 1896. KSaagtffi
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Die Arbeiterfrage. .Lm?°rlamLrWm W- T.Äbktata
Noch nicht zwei Jahre hatte Kaiser Wilhelm II.Isich sehr abfällig über die *"lQ5trauäftan^8|in der Berufungsinstanz ergangenen Entscheidungen den Thron seiner Väter inne, als er die bekanntenIfuhrnng de $ gLrpiniauna der Arbeitgeber!grundsätzliche Ausführungen, deren Mrt- , Erlasse^ vom Februar 1890 veröffentlichen ließ, ml ausgelassen u«d -me Verein 8 8° / Anl theilung von Interesse fein dürfte. Dem betreffenden
> inprnpimme ^cuium" denen eine ganz neue Behandlung der Arbeiterfrage gegen 1°lche frivol n Streits empwen o den!Beamten war zur Last gelegt worden, die vir seiner
„voenjeuw pcuUHB jmen rae^ na bet @eAgebltn“ Htlb $er»aliung mtb für sich steht eine solch- A-uv--ungmttoenI . tii Anstellung amtlich erforderte Versicherung,
»it den wöchentlichen Beilage.,: Kreisblatt furdl-Kr-ff | zzis dahin hatte die generelle Februarerlassent beSk.6 er schuldenfrei sei, wissentlich falsch abgegeben zu
gesetzgeberische Fürsorge für die Arbeiter und deren | sprach, aber I haben. Die erstinstanzliche Entscheidung äußert sich
Angehörige in der Sicherung gegen materielle Noch daß, wenn solch ß 8 Reichs-!hierüber dahin: „Schon die Thatsache, daß der An-
Stan ,u Th,ll woben, al« die Toner Ihrer mb nur afmdl KTÄlw M ba« Urteil be« Merken DisMmrha,,
ArbeMMt geregelt werden falte. Man wallte alsoISchabe ,“*»* ' 1^den letzten Jahre» alelsachl,» Leipzig angefchlaffe». Da« heißt es: .M« Recht
|wn Staatswegen direll I« da« «**fe^K* |
beiterftage sich wieder nach dieser Maxime richtet, so werden die Arbeiter nicht zuletzt den Vortheil davon haben, die Sozialdemokratie allerdings wild sich m ihren Jnteressin geschädigt sehen, aber das wäre ja