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SchMliche Beilage«: Kreis-latt für >te «reife Markte- **> Kirchhain.
Post" noch mittheilen, daß für die Feststellung der
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im spamschen Volke entgegcnzutreten, die nicht blos auf revolutionärer Unterwühlung der Volksmassen,
und der nächsten Session Reichstage zugehen würde, weiß der Freisinn schon Millionen-Forderung. Wer
gewiß noch nicht dem Und bei dieser Sachlage ganz genau eine 200 an dieselbe nicht glaubt,
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XXXI. Jahrg.
katholische Hierarchie noch heute auf die Dinge im öffentlichen Leben der Spanier aurübt.
gegen die im Machtbesitz befindlichen Castilianer und nicht zum letzten auf dem mächsigen, aber endlich doch unerträglichen Einflüsse beruht, den die römisch-
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In allen unparteiischen Schilderungen spanischer Verhältnisse noch in den letzten 4 Decennien, von der Beschreibung der kolonialen Verhältnisse Spaniens durch Kommodore von Wülleretorf nach der Welt- «mskgelung der österreichischen Fregatte „Novara" im Jahre 1858 an bis auf die Schilderungen der neuesten Zeit, ist jener Einfluß der Römischen Hierarchie als ein Hauptgrund des sich nur langsam mtwickelnden Handels und Wandels Spaniens angegeben. Der unheilvolle Einfluß dieser Art erstreckt sich dort auch noch auf die Justizpflege, und schon hieraus sind so manche unhaltbare Verhältnisse erklärlich. Die Last der Steuern ist überdies nebst den sonstigen Abgaben eine enorme, besonders auf der Insel Cuba gewesen, und weiterhin beuten viele Beamte Spaniens ihr Amt in einer Weise aus, die gewissen russischen Verhälinisfen nichts nachgiebt. Außerdem hat Spanien in jetziger Lage den Umstand zu fühlen, daß es seine Kriegsmarine nicht auf der entsprechenden Höhe erhalten hat. Dies Moment benutzt namentlich die der Monroe-Doctrin in Amerika ergebene Partei, welche sich zu Gunsten Cuba's zu einem, dem Frieden mit Spanien sehr gefährlichen Spiele hinreißen läßt, um das zu Amerika gehörige Cuba lediglich den Amerikanern überlassen zu sehen.
Daß die Spanier den Aufstand auf Cuba gänzlich unterdrücken können, daran glaubt man nicht
h. Die Verhältnisse Spaniens
gehen nicht nur in den spanischen Kolonien, auf Cuba, auf den Philippinen und Manila schweren und leicht oerhängnißvollcn Krisen entgegen, sondern auch im Znnern Spaniens selbst sieht cs durchaus nicht befriedigend aus. Wenn es auch die dem österreichischen Kaiserhause entstamWnde Königin-Regentin Hehr bald verstanden hat, sich bei den allem Nichtspanischen recht vielfach abgeneigten Bewohnern der 'iberischen Halbinsel beliebt zu machen, wozu von ihr
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bevor. In Betreff der Berliner Börse kann die
Knseigei nimmt «aigezen die Expedition dieses Blattes, svAie die Ämrsnem-Burern; vsn Hsafeustein u. Vogler in Frankstrrt a. Dl., Caffrl, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffr In Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube «. So. in Frankfurt «. M., Berlin, Hannover, Pari».
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die spanischen Sitten und streng ceremoniellen Hof- !eu! hräuche gar manches Opfer liebgewordener Gewohn- heiten forderten, so wird doch ihre jetzige Regierung es .schließlich nicht vermögen, Ausbrüche» einer Gährung
Umschau.
Die freisinnige Presse weiß ihren Lesern ganz gruselich mit einem angeblichen Postulat von nicht weniger als 200 Millionen für Beschaffung neuer Kanonen zu machen. Wir erinnern dem gegenüber daran, daß, als jüngst in der Presse schon einmal von einer fertigen sogenannten „Artillerie-Vorlage" die Rede war, von berufenster Seite diese Fertig stellung d e m c n t i r t wurde. ES wurde nur konstatirt, daß in den maßgebenden Kreisen au einer solchen Vorlage gearbeitet würde, die aber in dieser
kann zum Glück auch in den Himmel kommen.
Im Ministerium für Handel und Gewerbe sind nunmehr die B ö r s e n o r d n u n g e n für stimmt liche preußischen Börsen genehmigt. Besonders wegen der Umgestaltung der Berliner Börse haben noch bis zum letzten Augenblick mit den Aeltesten der Kaufmannschaft Verhandlungen geschwebt, die indessen noch kurz vor dem Feste zum Abschluß gebracht worden sind. Es sind bereits sämmtlichen Börsenorganen die neuen Ordnungen zugegangen. Ihre Veröffentlichung steht unmittelbar
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Ätbatttott >md Expedition: Markt 21. für dm Jnsiratenthrtl: Joh.cMug. Koch, berd« in Marburg
J sondern auch auf spanischen Volksunterschieden, na- knsta» mentlich auf Eifersucht der intelligenteren Catalanen
ab in Wirksamkeit treten kann, weil mit diesemZeit- runkt auch das Notirungswesen an den Börsen eine veränderte Gestalt annimmt. Die Erfahrung wird ergeben, was zum weiteren Ausbau der Einrichtung noch geschehen kann, wobei namentlich die von Seiten der landwirthschaftlichen Vereinigungen etwa zu äußernden Wünsche zu berücksichtigen sein werden.
Ueber die Entwickelungen der Dinge auf den Philippinen bringt der „Shanghai Mercury' bemerkenwerthe Mittheilungen; es heißt darin: „Die Spanier scheinen fähiger zu sein, kriegerische Reden zu halten, als zu kämpfen; sie sind erfolgreicher in dem Arrangement von großartigen Empfängen zu Ehren ihrer Soldaten, als in ihrer Verwendung zur Unterdrückung von Rebellionen; auch sind sie wohl muthiger, wenn es sich darum handelt, unbewaffnete Personen, die man in Verdacht hat, zu martern, als entschlosiene Aufständiche anzugreifen, gleichviel wie schlecht diese bewaffnet sein mögen. Es hat den Anschein, als ob wir im fernen Osten ein Cuba haben werden mit einer Rebellion, die sich in die Länge zieht und allmählich den Handel ruinirt und die Hilfsquellen der Insel erschöpft, ohne daß dabei diese oder jene Seite etwas gewinnt. Doch darf man hoffen, daß sich irgend eine zivilisirie Macht im Interesse der Menschlichkeit dazwischenlegt, ehe die Dinge jene Lage erreicht haben. Wenn nicht die Spanier größere Fähigkeit und Muth zeigen, als dies bislang der Fall gewesen ist, und diese Niederlage durch Stege schnell wieder gut machen, so werden wir auch wohl bald hören, daß die Rebellen durch Verstärkungen aus anderen Theilen sehr an Stärke zugenommcn haben, und daß die Rebellion anfängt, sich auf alle größeren Inseln zu verbreiten.
Zu den diplomatischen Vorgängen in Konstantinopel wird in Ergänzung der bisherigen Nachrichten der „Voss. Ztg." aus London depeschirt: Nach einem Konstantinopeler Telegramm des „Daily Telegraph" war die vom Botschafter von Nelidow vorige Woche überreichte Note in sehr feierlicher Sprache gehalten. Unter anderen wurde die Pforte gewarnt, jede Beeinträchtigung der Staatsgläubiger, aus den in Gemäßheit des Muharem - Dekrets abgetretenen Einkünften ober aus den Eisenbahngarantien zu vermeiden. Sie würden das Signal für die Annahme der von Graf Corti im Berliner Kongresse gemachten : Vorschläge für die Herstellung einer internationalen 1 Finanzkontrole in der Türkei bilden. Nelidow's : Audienz beim Sultan folgte eine Privatunterredung, im Verlaufe welcher Nelidow die Nothwendigkeit von
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! Zroduktenbörsenpreise die Landwirlh schäft zu i einer Vertretung zugelassen worden ist, und 1 zwar weil diese dem Geiste des Börsengesttzes ent- zricht, während bekanntlich eine ausdrückliche Verminung darüber in das Gesetz selbst nicht aus
genommen und deßhalb auch ihre Zuziehung von den Aeltesten nicht vorgesehen worden war.
Vor einiger Zeit ist mitgetheilt worden, daß zwischen der Reichsverwaliung und den Bundesregierungen Verhandlungen darüber eingeleitet wordcn seien, in welcher Weise ein umfassenderes Nachrichtenwesen über die in den Prodnktions- gebieten des Reichs, außerhalb des Großverkehrs an der Börse, gezahlten Getreidepreise sich Herstellen lasse. Diese Erörterungen haben nunmehr zu einer Auswahl von Ortschaften geführt, von denen derartige Nachrichten eingesammelt werden sollen. Berücksichtigt sind nach Thunlchkeit solche Plätze, deren Preisbildung, ohne von den täglichen Schwankungen an der Börse unmittelbar beeinflußt zu werden, für einen größeren Wirtschaftsbezirk als typisch gelten kann. Es sind vorläufig ausgewählt: für Preußen Allenstein, Insterburg, Graudenz, Elbing, Thorn, Prenzlau, Frankfurt a. O., Stolp, Stargard, Lissa, Bromberg, Breslau, Liegnitz, Ratibor, Aschersleben, Erfurt, Kiel, Flensburg, Hildesheim, Emden, Paderborn, Dortmund, Cassel, Limburg a. L., Neuß, Aachen, Mayen; für Bayern München, Straubing, Regensburg, Schweinfurt, Landshut, Lindau, Nürnberg, Speyer; für Sachsen Pirna, Döbeln, Bautzen, Plauen i. V., Meißen, Borna; für Württemberg Ulm; für Baden Pfullendorf, Bruchsal, Mosbach; für Hessen Mainz; für Mecklenburg - Schwerin Schwerin; für Braunschweig Braunschweig; für Elsaß - Lothringen Saargemünd, Brumath, Mülhausen. Tic Marttkommissionen rc. dieser Plätze werden alsbald nach Schluß des Marktes ihre Preisermittelungen über Roggen, Weizen, Gerste und Hafer (je den niedrigsten und höchsten Preis für geringe, mi tlere und gute Sorte), soweit thunlich unter überschläglicher Angabe der gehandelten Mengen, telegraphisch dem Kaiserlichen Statistischen Amte mittheilen, welches die einzelnen Nachrichten ohne Verzug durch den „Reichsanzeiger" veröffentlichen und übersichtliche Zusammenstellungen der Wochen-, Monats- 2C. Preise ausarbeiten wird. Die Bundesregierungen sind vom Reichskanzler ersucht worden, die erforderlichen Anordnungen so schleunig zu treffen, daß die Einrichtung möglichst vom 1. Januar 1897
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«mehr; ebensowenig ist anzunehmen, daß sie in Manila oder auf den Philippinen dauernde Ruhe herzustellen vermöchten. Nun gährt es jetzt in Spanien auch bedeutend in der Umgebung Barcelona's und in dieser Stadt selbst. Flugblätter erinnern die Regierung und die Königin-Regentin daran, wie Dom Pedro den Thron Brasiliens wohl behalten hätte bis zu seinem Tode, wenn nicht der G:af von En und seine nächsten Verwandten unter ihm dort die Herrschaft katholischen Pri-sterthums die Bevölkerung in einer Weise hätten fühlen lassen, die zu seiner Entthronung früher oder später führen mußte. Ueberall ist jetzt in Spanien selbst, wie in seinen Kolonien ein solcher, zum Theil sich die staatliche Macht für seine Zwecke dienstbar machender geistlicher Druck , Roms fühlbar und fest steht schon,, daß das Blut- , vergießen auf der iberischen Halbinsel selbst und in : den spanischen Colonien immer von Neuem beginnen i wird. Nicht die durch die römisch-katholischen , Hicrarchen dagegen angefachte Grausamkeit der । spanischen Regierung ist dort aber das rechte Heil- ; mittel, sondern die feste Abgrenzung der staatlichen , Macht gegen die Hierarchie Roms.
Erscheint täglich -nßer an Werktagen nach Sonn- und .
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t^si-LgÄd) 3-isetti-FS-öühr für di, grspaltene Mittwoch, 30. Dezember 1896 »der deren Ran« 10 Prz,. Reklamen für die Zelle LS Pfg. '' 0
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(Nachdruck verboten.)
Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.
(Fortsetzung.)
„Pferde und Pferde und wieder Pferde," sagte Lothar von Emmerstein zu Sorgfeld. „Haben Sie denn kein anderes Interesse?"
„Selbstverständlich! Jnteressire mich riesig für Damenwelt. Fragen Sie nur Graf Mhl."
„Stimmt!" antwortete dieser. „Sorgfeld ist ein richtiger Don Juan. Augenblicklich wieder verliebt und kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß."
„Darf man erfahren, wer die Dame ist, die sein Herz in Brand gesetzt hat?" lachte Lothar, t Sorgfeld ließ sein Monocle aus dem Auge fallen, warf den Kopf zurück und flüsterte: „Pst, nichts verrathen, Rühl, das ist mein Geheimniß."
„Es giebt Geheimnisse, die keine Geheimnisse find," versetzte Lothar mit Betonung. Ich wette sechs Flaschen Champagner, daß Kamerad Sorgfeld eine Kunstreiterin liebt. Vielleicht die reizende Miß Zephyra vom Circus Renz? Ist da nicht so?"
Sorgfeld blinzelte mit den blaßblauen Augen zu Mhl hinüber und machte eine bezeichnende Bewegung mit der Hand. „Fehlgeschossen, Herr Kamerad! Sie können gleich die sechs Sprudelköpse bringen lassen, die Sie verloren haben. Ich gebe Ihnen | gelegentlich Revanche. Sie haben sich fürchterlich geirrt! Circusdame ist nicht die Glückliche. Denke nicht daran, mein Herz an Damen zu verschenken, die nicht für's Regiment paffen! Weiß, was ich meinem Stande schuldig bin! Bin nämlich ernstlich verliebt, will heirathcn!"
„Na, na! — Sie — und in's Ehejoch kriechen? Wer das glauben soll?" lachte Lothar achselzuckend.
„Aber warum denn nicht gar?" sagte Sorgfeld und warf sich in die Brust. „Dame wie geschaffen für mich, Fabelhaft schön, pikant und chick! Vater doppelter Millionär, Börsengröße, Konsul, Ritter rc. Hat zwei Güter in der Provinz und Villa im Thiergarten! Werde nächstens um die Tochter bei ihm anhalten. Bin sicher, keinen Korb zu bekommen!"
„Da Sie so viel gesagt haben, können Sie auch Alles sagen." warf Lothar ein. „Wer ist das Weltwunder, dem Sie Ihre goldene Freiheit zum Opfer bringen wollen, Herr Kamerad?"
Sorgfeld lächelte geschmeichelt und räusperte sich. Dann flüsterte er geziert: Ich will es den Herren anvertrouen, bitte um Discretton. Die Zukünftige ist Gisela Arnheim, die gefeiertste Schönheit in Berlin. Sie theilt täglich Körbe aus, nicht allein an Löwen in Civil, sondern auch an Offiziere von jungem und altem Adel. Ist etwas übermüthig und graziös, das süße kleine Geschöpf. Wird sich aber ändern, wenn sie meine Frau ist!"
In Lothars hübschem Gesichte malte sich ehrliches Erstaunen, er wurde ganz roth. „Sorgfeld, Sie hätten einen großartigen Türkei, wenn Gisela Arnheim Sie nimmt," sagte er kurz. „Sind Sie Ihrer Sache schon ganz sicher?"
„Welche Frage! Bin ich etwa kein annehmbarer Freier? Die schöne Gisela wird ohne Bedenken Ja sagen." Er lehnte sich mit selbstbewußter Miene in seinen Sessel zurück und zwirbelte den Schnurrbart in die Höhe.
Lothar zog finster die Brauen zusammen murmelte leise vor sich hin: „Der Kerl hat ein Heidenglück, die Arnheim wäre eine Parthie für iWulf gewesen. Jammerschade!" Dann befahl er
dem Kellner ein halbes Dutzend Flaschen gekühlten Sekt zu bringen, um seine Wette einzulösen.
Er konnte Sorgfeld nicht ausstehen und verkehrte nur gelegentlich mtt ihm. Auch Wulf dem der flotte Gardeoffizier anfangs imponirt hatte, mochte ihn nicht. Er war zu fade, zu blassirt, zu eitel, um ihm sympathisch zu sein.
Zehn Minuten später stand der Champagner auf beut Tische. Damm entstand ein lebhaftes Gläser- klirren und Durcheinanderreden. Sorgfell» ließ feine Zukünftige leben und die anderen Herren stießen darauf an.
Nachdem Lothar mit dem Kellner wegen der Zeche verhandelt und diesem reichliches Trinkgeld gegeben hatte, verabschiedete er sich von den Kameraden. Er hatte noch ein Rendezvous mit Mietzi, der Soubrette, verabredet.
Die drei Offiziere brachen gleichfalls auf und gingen zu Bauer, um die Übliche Tasse Kaffee zu ttinkcn. Wulf trennte sich bald von den beiden jungen Lebemännern und eilte auf die Straße. Es schwindelte ihm und der Kopf that ihm weh. Das viele Weintrinken hatte seine Wirkung gethan.
Da ihm bleierne Schwere in den Füßen lag, ging er auf die nächste Droschke zu und stieg ein. Nach ku^er Zett war er zu Hause, wo er sich zu Bett begab und sofort einschlief.
Am folgenden Tage versäumte er zum, ersten Mal seinen Schuldienst. Es war beinahe Mittagszeit, als er noch immer auf seinem Lager ruhte. Ihm war eigenthümlich zu Muth, halb froh, halb beklommen. Noske brachte frisches Wasser in die Stube, kochte auf der Maschine Kaffee und legte die Uniform und was dazu gehötte, zurecht.
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.)
Sylvesternacht.
Von G. Cchätzlcr. Perasini.
(Fortsetzung.)
Anna war gegangen mit gesenktem Haupte, aber keine Thräne im Auge.
„Es muß, es muß sein!" murmelte die Mutter.
Dann kamen schlimme Tage. Mit blassem Antlitz schritt Anna umher. Nie mehr erwähnte sie ihres Kummers. Aber der wilde Kamps tobte um so heftiger in ihr. Die jüngere Schwester bemerkte dies Alles, auch ihr gegenüber schwieg Anna und Emilie that keine Frage. Aber sie ahnte ein schweres Geheimniß.
Da kam der Sylvestermorgen und als letzter Tag im Jahre brachte er unnennbares Leid.
Anna war fort. Ihr Zimmer war leer und auf dem Tische lag ein kleiner Zettel.
„Mutter, Schwesterchen! Vergebt, o vergebt einer Unglücklichen, die in dunkler Nacht daS Heimath- haus verläßt, um dem Manne zu folgen, für den allein jeder Pulsschlag in meinem Herzen pocht. Wir sind zusammen hinaus in die Well, vielleicht dem Glück, vielleicht dem Unglück entgegen. Aber einmal wird ja wohl auch noch der Tag kommen, wo ich vor Dich hkntreten darf, Mütterchen, und bitten: lege Deine Hand auf meinen Scheitel, segne mich. Für jetzt aber, vergebt, vergebt! Alle Tage meines Lebens denke ich Euer!"
Sie war fort, wirklich fort! Anna Buchwald war hinaus in die Welt zu Sylvester vor einem Jahre, mit einem fremden Manne, dessen Namen man nicht einmal wußte.
Alle Nachforschungen waren nutzlos.