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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für >te Kreise Markier- mt> Kirchham.
9>:üi «Rh SitlM’ 3»h. ilRg, Koch, UniorrfitätS-Brchdruckrrel in Marburg Verantwortlich für den allgemeinen jThell: R.datteur M. Hartmann,
Achaüion und Expedition: Markt Lt. für dm Jnseratentheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg
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Erscheint täglich «her an Werktagen nach Sonn- und 8«i«rt»grn — Quartal-NbsnnMentS -Preis bei der Expedition if ML, bei aEtti Postämtern £ Mk. 25 Pfg. lexkl. Keftsllgeld) JnsertionSgrbühr für bi« aespaltene Zeil« »der der«: Raum 10 Pfg., Reklamen für di« Zeil» 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 24. Dezember 1896.
«nzeigeu nimmt «ntgegrn di« Expedition biefi's Blattes, sowie di« Nunruceu-Bureaux von Haasenstein «. Vogler in Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg und Wi«n; Rudolf Stoff« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Laube u. Co. in Frankfurt «. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Der Reichstag
ist in den Serien, daß er sie jedoch mit großem Kehagen genießt, ist nicht recht wahrscheinlich. Ferien sind nur dann angenehm, wenn sie auf eine Zeit treuer Pflichterfüllung folgen. Der Reichstag ist jedoch von dieser Pflichterfüllung, was die Mehrzahl seiner Mitglieder angeht, weit entfernt gewesen. Es ist ja auch schon früher vorgekommen, daß die Reichstagssitzungen hin und wieder von den Mitgliedern spärlich besucht waren, so andauernd leer aber, wie in der jetzigen Tagung der Sitzungssaal war, so war er es früher noch nie. 'Es wird darüber geklagt, daß man im Volke den meisten Reichstags- Verhandlungen wenig Interesse entgegenbringe, der Reichstag selbst ist schuld daran und zwar deshalb, weil die Mehrzahl feiner Mitglieder den Pflichten nicht genügt, die sie mit der Wahl übernommen hat.
Es wird diesen Vorkommnissen gegenüber wirklich Zeit, die Frage zu prüfen, ob es nicht angezeigt ist, daß die Wähler bei den nächsten Reichstagswahlen die Kandidaten eine ausdrückliche Verpflichtung zu regelmäßigem Besuche der Sitzungen abgeben lassen. Die Volksinteressen sind in diesem oder jenem Sinne bei allen Gesetzgebungsakten engagirt, und da der einzelne Abgeordnete das ganze Volk vertritt, so soll er auch, wenn ihn nicht Krankheit oder ein sonstiger schwerwiegender Grund abhält, jede Gelegenheit be-
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nutzen, diese Interessen zu vertreten. Fühlt er sich dazu aus irgend welcher Ursache, materieller oder sonstiger Natur, nicht im Stande, so soll er sich eben nicht wählen lassen. Auch die besten Abgeordneten nützen dem Volke nichts, wenn sie dem Reichstage die größte Zeit der Tagung fernbleiben. Jedenfalls hofft das Volk, daß der Reichstag nach den Weihnachtsferien etwas erfreulicheren Besuch Seitens der Abgeordneten aufweist, als vor denselben. Stehen doch auch die wichtigsten gesetzgeberischen Aktionen in Aussicht. Die zweite Lesung des Etats wird wahrscheinlich schon die Entscheidung über die Marineforderungeu geben.
In der Zeit seit Einbringung des Etats hat die jeder neuen, von der Regierung ausgehenden Forderung abholde Presse mit den raffinirtesten Mitteln Stimmung gegen die Forderungen für neue Schiffe M machen gesucht, wie sie sich im Etat für 1897/98 vorfinden. Glücklicherweise ist der Erfolg, den sie
(Nachdruck verboten.) Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.
(Fortsetzung.)
Wulf versäumte niemals die wissenschaftlichen Vorlesungen in der Kriegsschule zu besuchen, welche der erste Jnstructeur, Oberstlieutenant von Alberti über Strategie, Taktik und Völkergeschichte dort abhielt. Die genaue Schilderung von Inner-Aftika und des Gebietes, welches dem deutschen Vaterlande einverleibt war, sowie die Beziehungen der Schutztruppen zu den afrikanischen Stämmen erregten ganz besonders sein Interesse.
Der Oberst bezeigte sich sehr wohlwollend gegen chn und zeichnete ihn häufig durch Einladungen zu seinen Gesellschaften aus.
Zuerst fühlte sich Wulf bedrückt unter den Grafen, Baronen, Exellenzen, die er in den glänzenden Salons des Freiherrn von Alberti antraf, aber er gewöhnte fich bald an die exqnisirten Kreise und war entzückt davon. Was wußte er — der junge unerfahrene Artillerielieutenant aus der Provinz von dem Talmiglanz der großen Welt l Er glaubte, was er sah, u»d beugte seine Kniee vor dem glitzernden Flitter Mrd unechten Schein. Er sah keine Schwächen, nur dröße und Verdienst, denn die mit Titeln und Orden ausgezeichneten Menschen, mit denen er verehrte, standen auf der Höhe, die er für sich erstrebte. Wie viel moralisches Elend, wie viel hohler Wust sich darunter versteckte, ahnte seine unverdorbene Seele nicht.
Wulf wurde durch sein anziehendes Wesen, seine hervorragende Männerschönheit bald der Liebling dieser feudalen Gesellschaft. Man lud ihn überall ein und verfügte über seine Abende. Es gab kein
erwartet hat, bisher ansgel lieben. Daß die alt gewordenen Schiffe durch neue ersetzt werden müssen, wenn unsere Flotte auf der einmal erreichten Höhe gehalten werden will, braucht nicht bewiesen zu werden, und daß die beiden geforderten neuen geschützten Kreuzer bewilligt werden müssen, zu dieser E.nsicht bedarf es doch nur eines Hinweises auf die nun hoffentlich nicht mehr sich wiederholenden Vorgänge, wo Deutschland sich wegen Mangels an geeigneten Schiffen außer Stande sah, die Interessen seiner Angehörigen im Auslande genügend zu schützen. Eine Macht, wie Deutschland, hat auch vom Standpunfte der nationalen Wohlfahrt, das größte Interesse daran, selbst in den entferntesten Weltwinkeln seine Flagge wehen lassen zu können. N.ben diesem Etatstheile wird dann hauptsächlich die Militär st rafprozeß- orbnung die Gemüther erregen. Die Grundlagen derselben, soweit sie bisher in den BundeSraths- auSschüssen festgestellt sind, sind nicht bekannt. Man wird die Einbringung- der Vorlage an den Reichstag abwartcn müssen, um sich ein Urtheil zu bilden. Außer diesen Gegenständen werden andere wichtige nach Weihnachten zur Entscheidung d äugen. Die Konvertirung der 4 % Reichsanleihe wird dabei keine besonderen Schwierigkeiten machen, vielleicht aber noch die Denkschrift über die Gehaltserhöhung der Beamten und Offiziere. Unfallversicherung und Handelsgesetzbuch sind weitere Gebiete, auf denen eine Einigung erzielt werden soll.
Jedenfalls ist der Stoff der nächsten Berathungen so reichhaltig und wichtig, daß ein Hinweis auf die geringe Wichtigkeit der Verhandlungsgegenstände für das Fernbleiben von den Reichstagsfitznugen noch weniger wie sonst als Entschuldigung wird angesehen werden können. Auch thuu die Reichstagsmitglieder im Interesse des Reichstages selbst gut, sich öfter in Berlin einzufinden. Eine Institution, die von dm eigenen Mitgliedern nicht des Besuches gewürdigt wird, wird im Volke auch keinen Anspruch auf großes Ansehen erheben dürfen.
Deutsches Reich.
~ Berlin, 22. Dezember. (Tagesbericht.) Se. Majestät der Kaiser kehrte gestern Abend von hier nach dem Neuen Palais zurück. Heute Vormittag von 9 Uhr ab arbeitete Se. Majestät mit dem Chef des Militärkabinets vertretenden Obersten von Billaume.
* (Zum Scheitern der Justiznovelle.) Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt folgende offiziöse
Fest mehr, bei dem er fehlen durfte. Er fühlte wohl, daß diese ewigen Soireen und Bälle betäubend auf ihn wirkten und ihm die Freude und Sammlung zu ernstem Schaffen raubten; demimge- achtet trieb er immer weiter auf der glänzenden und schimmernden Fluth des Genusses und leerte in vollm Zügen den Becher mit dem süßen und ver- derblichm Gift.
Nur wenn ein Brief aus der Heimath kam, wenn er die treuen Mutterworte las, bann zog er sich für kurze Zeit von allen Gesellschaften zurück und arbeitete von früh bis spät. Dann strebte er wieder mit Eifer vorwärts, wie er es der Mutter und sich selbst gelobt hatte.
Allmählich traten materielle Sorgen verschiedener Art an ihn heran. Trotzdem et sich mit seinem Erhalt und der monatlichen Zulage, so gut er konnte, einrichtete, litt er an beständigem Geldmangel. In seiner früheren Garnison hatte er noch gespart, aber in der Weltstadt, wo Alles theuer war, mußte er oft Nothwendiges entbehren, um mit seiner Einnahme auszukommen. Aber er kam niemals aus. Die Gesellschaften kosteten viel Trinkgelder für die Diener- fdjaft. Den Damen des Hauses mußten zuweilen kleine Aufmerksamkeiten erwiesen werden, welche darin bestanden, daß er ihnen ihre Lieblingsblumen zu Füßen legte. Dann hatte er auf Lothars Zureden einen feinen Civilanzug gegen monatliche Abzahlung vom Schneider entnommen. Nun waren auf Monate hinaus dreißig Mark weniger für die täglichen Bedürfnisse vorhanden. Wenn Wulf daran dachte, gab es ihm einen Stich in's Herz. Bei seiner Wirthin, beim Kaufmann und bei kleinen Handwerkern hatte er schon Kreditschulden gemacht, das peinigte ihn furchtbar. Manchmal fuhr er des Nachts im Schlaf empor und überlegte, wie er sich Geld verschaffen
Auslassung: „Die Mittheilungen für die Vertrauensmänner der nativnalliberalen Partei" haben, nach der „National Zeitung", in einer Erörterung über das Scheitern der Justiznovelle hervorgehoben, daß die Möglichkeit einer Verständigung zwischen Regierung und Reichstag „in dem Augenblick unerreichbar erschien, als der Staatssekretär des Reichs- Justizamts sich lediglich an die Vertrauensmänner der Centrumspartei gewendet hatte, um den Preis eines etwaigen Kompromisses zu erfahren." Diese thatsächliche Angabe ist unrichtig. Der Staatssekretär des Reichsjustizamtes ist an irgend eine Partei mit Anfragen oder Kompromißversuchen nicht herangetreten. Nachdem die verbündeten Regierungen ihre Stellung zu den Beschlüssen des Reichstages im Laufe der Verhandlungen bestimmt und unzweideutig kundgegeben hatten, lag für ihre Vertreter kein Grund vor, um unter Preisgabe einzelner als unerläßlich bezeichneter Forderungen mit Kompromißverhandlungen vorzugehen."
* (Zur Landtagssession.) Außer den bisher bekannt gewordenen gesetzgeberischen Plänen für die jetzige Landtagssitznng befinden sich, so schreiben die „Berl. Pol. Nachr.", noch einige weitere Vorlagen in der Bearbeitung, von denen wenigstens die eine oder die andere etre größere Bedeutung beansprucht. Dies gilt allerdings nicht von den Plänen, welche die Zulässigkeit vorläufiger Straf- setzuugen bei Verstößen gegen ström- und schifffahrtspolizeiliche Vorschriften auf der Elbe und am Rheine und di« Ordnung der materiellen Sage der Kommunalförster zum Gegenstand haben. Neben der letzt- gedachten Vorlage wird im Ministerium für Land- wirihschafi dem Vernehmen nach aber auch eine Gesetzesvorlage von größerer Bedeutung und allgemeinem Interesse für die laufende Session vorbereitet.
* (Von der Marine.) Nach telegraphischen Meldungen an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Bussard", Kommandant Korvetten- Kapitän Winkler, gestern in Auckland angekommen; S. M. S. „Stein", Kommandant Kapitän zur See von Ahlefeld, ist gestern in Alexandria eingetroffen und beabsichtigt, am 14. Januar nach Athen in See zu gehen. — Die „Kieler Zeitung" erklärt eine von uns garnicht erst berücksichtigte Meldung von der beabsichtigten Entsendung der ersten Panzer- Division nach Tanger für jeder Begründung entbehrend.
Eckernförde, 22. Dezbr. Die Kaiserin Friedrich ist in Begleitung des Prinzen Heinrich
könnte, um Alles zu bezahlen. Aber woher nehmen, ohne zu stehlen, oder neue Schulden zu machen?
Wulf hatte anfänglich alle vierzehn Tage an seine Mutter geschrieben, heitere glückliche Briefe. Jede einzige seiner Zeilen war von Freude, Licht und Frohsinn erfüllt. Er erging sich in glühenden Schilderungen der feenhaften Feste in den beftinguirten Kreisen, welchen er durch Geburt und Stand angehörte. Später schrieb er seltener, manchmal nur auf Postkarten, was der Majorin Kummer machte. Nun drängte ihn Sorge und Noth dazu, einen Bettelbrief zu schreiben. Es war der erste und er wurde ihm bitterschwer. Es sollte auch der letzte sein, das nahm er sich vor. Er wollte von jetzt an jeden gesellschasti chen Verkehr aufgeben und seine Kasse in strengster Ordnung halten.
Als die Majorin den Brief erhielt, strich sie liebkosend mit den weißen Fingern über das Couvert, sie freute sich so. Dann las sie hastig, fast athem- los die wenigen, aber inhaltsreichen Zeilen. Die Buchstaben tanzten und flimmerten vor ihren Augen und sie ließ seufzend das Papier zu Boden fallen. Mit zitternden Knieen schlich sie zum Sopha und drückte sich in eine Eck« hinein. So saß sie lange mit krampfhaft gefalteten Händen und starrte so in das Leere.
War es denn möglich? Ihr Sohn, ihr Einziger, hatte Schulden gemacht. Und nun hatte er Noth hinter sich, Noth vor sich — zwingende, quälenbe Noth, von der er feinen Ausweg fand. Jetzt kam er und bettelte bei ihr, trotzdem er wußte, daß sie keinen Deut Vermögen hatte und nur von ihrer knappen Pension lebte. — Aber war er nicht berechtigt, von ihr, der Mutter, Hilfe zu verlangen?
Ja, wenn sie nur helfen könnte, wie gern würde sie da» Opfer bringen! (Fortsetzung folgt.)
heute Mittag, von Kiel kommend, hier ein getroffen und auf dem Bahnhofe von dem Landrath Frhrn. v. b. Recke empfangen worben. Die Kaiserin und Prinz Heinrich begaben sich sodann zu Wagen nach Hemmelmark, von wo die Rückkehr nach Kol Nachmittags erfolgt.
Ausland.
England.
London, 23. Dezember. Wie die Zeitung „Daily News" erfährt, war der Botschafter Nelidom, abgesehen von den Vorschlägen, die er dem Sultan unterbreitete, auch der Ueberbrwger eines Handschreibens des Zaren.
Bulgarien.
Sofia, 22. Dezember. Der Gerichtshof im Prozesse gegen die Mörder Stambnlow's besteht aus drei Richtern und drei Geschworenen. Die drei Angeklagten, wovon Tufektschiew bishcr gegen Kaution auf freiem Fuße war, sich jetzt aber in Haft befindet, erklären sich für nichtschuldig. Tufektschiew sagt aus, er sei an der Ermordung nicht beteiligt, hätte jedoch Siambulow getöbet, wenn er ihm begegnet wäre, denn Stambulvw sei ein Tyrann gewesen, der Tufektschiew's Bruder zu Grunde gerichtet habe. Die Zeugenaussagen bieten nichts Neues. Petkow bekundet, Stambulow habe Halm und Tufektschiew als Mörder bezeichnet. Grekow erklärt, Stambulow sei stets besorgt gewesen, daß sein HauS mitttlst Dynamit in die Lust gesprengt würde. Es wird ein Brief Stambnlow's vorgelegt, welcher erst nach seinem Tode geöffnet ist und worin der Ermordete die damaligen Minster beschuldigt, mit Tufektschiew den Anschlag gegen sein Leben verabredet zu haben.
Amerika.
Washington, 22. Dez. Zur Stellung des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, McKinley, gegenüber ter cubanischen Frage erfährt man, daß dieser mit größter Aufmerksamkeit der Weiter- eutwickeluug jener Frage und den Besprechungen im Kongreß folge. Zu erwarten stehe, daß McKinley bei Uebernahme der Regierung durch sofortiges Jn- angriffnehmcu der cubanischen Frage sich bei einem Theile des amerikanischen Volkes beliebt machen werde. Man glaubt nicht, daß Cleveland während seiner nur noch kurzen Amtszeit die Verantwortung für einen Krieg mit Spanien auf sich nehmen werde. Daß man indeß in amerikanischen
(Nachdruck verboten.)
Der Weihnachtsengel.
Eine WeihnachtSge schicht«.
Von G. Echätzler. Perafini.
(Fortsetzung.)
„Mein Gerechtigkeitsgefühl!" sagte Martha. „Ich habe bis heute geglaubt, Du stündest so! hoch über uns allen —! Jetzt aber weiß ich, daß Du schwächer und schlechter bist, wie wtt, denn Du willst daS heiligste Fest des Friedens durch einen Mord entweihen; wo andere Kinder jubelnd den Tannenbaum umspringen, willst Du Dein Herzblut dazwischen werfen. O, wie elend! Worum willst Du Deinem Kinde die Reinheit stehlen, weßhalb Deiner Familie das Furchtbare anthun? Bist Du ein Mann? Hörst Du — da —! Sie läuten bereits von St. Maria! Dringen Dir diese Klänge nicht in's Herz? Rühren sie Dich nicht? Und an diesem Tage willst Du Dich aus dem Leben stehlen, allen den Jammer als Weihnachtsgeschcnk zurück- lassend? O, Ewald — Ewald!"
Sie schlug die Hände vor das bleiche Gesicht und wankte.
Und Thorner? Er hatte seine Lieblingsschwester niemals so sprechen hören. Ein wildes Stürmen wogte durch seine Brust. Krampfhaft schloß er die Hände.
„Wo ist Dein Kind? Weßhalb giebft Du ihm nicht, was selbst das Aermste an diesem Abend erhält, eine einzige, wahrhaft glückllche Stunde im Jahr?" fragte Martha.
„Hans wird schlafen; ich — weiß es nicht!" sagte er dumpf.
„Armer Mann! Du hast niemals noch das u