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Wöchentliche Beila-e«: Kreisblntt für He Kreise ®Ur»ut< **> Kirchham.
Verantwortlich für dm allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartmann, für dm Inseratmthril: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg
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Marburg,
Freitag, 18. Dezember 1896.
Anzeigen nimmt mtgegm di« Expedition dieses Blatter, sowie di» Annoocm-Bnreanx von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt «. M-, Caffel, Magdeburg und Mm; Rudolf XXXI. Iabra Mofse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, 6. 8.
Daube k. Co. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Paris.
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l Das Scheitern der Justiznovelle in der vorgestrigen Sitzung des Reichstags, welches die Erklärung des Staatssekretärs des Reichsjustizamtes Niebcrding, daß nach erfolgter Ablehnung der Wiederherstellung des Dreirichllr-Collegiums in der ersten Instanz die verbündeten Regierungen auf die weitere Berathung der Novelle einen Werth nicht mehr legten, bedeutete, muß und wird vielfach bedauert werden. Es wurde zwar dieses Scheitern schon vorausgesehen, aber man gab sich doch in allen Kreisen noch bis zur vorgestrigen Berathung der Hoffnung hin, daß zwei so populäre, aus dem Lolksgefühl entsprungene Forderungen, wie die Wieder einführung der Berufung gegen die Urtheile der Strafkammern und die Entschädigung unschuldig Ver- urtheiltcr doch noch eine Einigung des Reichstags in den bezüglichen Fragen, in denen die verbündeten Regierungen nicht nachzugeben beschlossen hatten, herbeizuführen im Stande sein würden. Diese Hoffnung ist nun vernichtet und es wälzt natürlich ein Theil der Presse sofort die gesammte Verantwortung hierfür den verbündeten Regierungen zu.
Aus den bezüglichen Leitartikeln so mancher Blätter ist geradezu herauszulesen, als habe die Be- ,Handlung der Vorlage' Seitens der verbündeten Re-
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(Nachdruck verboten.)
i Zwischen Lipp' und Kelchesrand. Roman von I. Berger.
gierungen bewiesen, daß man in Bezug auf die bessere Ausgestaltung unserer Justizpflege auf den finanziellen Standpunkt den Hauptwerth legen wolle. Hiergegen hat der Staatssekretär des Reichsjustizamtes ganz entschieden protestirt. Aber wie natürlich bei Aenderungen, Neuorganisationen usw. in jedem Reichsressort eine gewisse Rücksicht auf die Ge- sammtgestaltung des Etats der Ausgaben zu den Einnahmen zweifellos genommen werden muß, so hat ( dies auch bei der Justizpflege im Reiche nicht zu unterbleiben. Viele gerade derjenigen Blätter, welche heute gegen die verbündeten Regierungen zu Felde [ ziehen, würden, wenn sie dann aus den Justizetats r der Einzelstaatcn ersehen müßten, welche großen Kosten ihnen bei Fünftichterkollegien in erster und zweiter Instanz deren Organisation macht, Zetermordio über solch' ansehnliche Neupostulate für die Justiz schreien. _ Ueberdies haben ja die vorgestern auf einmal so wenig auf Sparsamkeit bedachten Abgeordneten der den Antrag von Manteuffel ablehnenden Majorität ‘ selbst den finanziellen Gesichtspunkt, den die verbündeten Regierungen erst in zweite Reihe gestellt i hatten, an die erste Stelle durch die Diskussion gerückt. Sie werden, wie der Staatssekretär des Rcichs- justizamtes ihnen andeutete, auch noch andere Opfer
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(Fortsetzung.)
Konnte Hilde jemals wieder froh werden? — Konnte sie Wulf vergessen? Nein, niemals, niemals! Immer würde sie an ihn denken, immer würde sie sein Bild int Herzen tragen. Ganz heimlich wollte fie ihr Leid überwinden nnd äußerlich gefaßt und ruhig sein.
Sie schreckte plötzlich auf aus ihrem grübelnden Sinnen. Der Wagen hatte die Stadt erreicht und rumpelte über das holprige Pflaster. Vom Kirchthurm schlug es zehn, als er vor dem Hause des Senators hielt.
Wulf sprang vom Bock, verbeugte sich vor dem alten Herrn und murmelte etwas von großem Dank und so weiter. Dieser drehte sich nach ihm um und sagte: »Seien Sie doch mal so freundlich, lieber Schollermark, helfen Sie der Hilde beim Aussteigen und führen Sie fie nach oben. Ich suche blos die Siebensachen zusammen und komme gleich nach!"
Wulf streckte, Hilde die Hand hin. Als sie dieselbe nicht ergriff, legte er schnell den Arm um ihre Taille nnd hob sie vom Wagentritt herab. Er fühlte ihr Herz heftig schlagen.
Im matterleuchtetcn Flur sah er zum letzten Mal ihr holdes Gesicht und die von Weinen ge- rötheten Augen. „Hilde," stieß er hastig hervor. »Hilde, sei stark, ich leide eben so sehr wie Du — Doch das wird vorübergehen. Wenn wir in Jahr und Tag wieder zusammeukommcn, dann haben wir Alles vergessen und werden so glücklich sein, wie wir es msteinander nie hätten werden können. Und nun leb wohl, leb wohl theure, liebe Hilde!"
für die Justiz zu bringen haben, da weitere Forderungen in Bezug auf das Strafensystem und die Behandlung jugendlicher Verbrecher in absehbarer Zeit an sie herantreten dürften.
Die Frage, an der die Vorlage direkt gescheitert ist, ist die des Fünf- oder Dreirichter-Kollegiums in erster Instanz nach Einführung der Berufung gegen das Urtheil der Strafkammern. Zn dieser Frage führte der Staatssekretär des Reichsjustizamtes aus:
2Bie_ sind wir denn zur Besetzung der Strafkamimrn mit fünf Richtern gekommen? Ueberall, wodie Berufung bestand und besteht, hat man sich mit dem Treiwänner- Kollegium begnügt. Erst jetzt wird behauptet, daß die deutschen Richter nicht sckbstitändig und charakterfest genug seien, um in e mm Kollegium von drei Richtern ihre Meinung aufrecht zu erhallen. Wenn man gleichwohl beiden großen Justizgeietzen zu der Fünfrichteibesetzung der Strafkammern gekommen ist, so ist unbestritten der Grund der gewesen, daß wir eine Garantie schaffen wollten an Stelle der in Wegfall gelangten Berufung. Leitender Grundsatz roai»6en: fünf Richter ohne Berufung, dr>i Richter mit Berufung. Diesen Siandpunkt haben die verbündeten Regierungen seil den letzten, zwanzig Jahr n sestgehalten und ebenso der Reichstag bis auf die letzte Z:itr Als Anfangs der achtziger Jahre b;r Abg. Reichensperger, em unabhängiger und erfahrener Mann und hervorragender Parlamentarier, die Wiedereinführung der Berufung befürwortete, erklärte er, die Besetzung der Strafkammern mit drei Richtern sei ein« genügende Garantie für die Unabhängigkeit und Seit ft- ständigkert der Urtheile. Die Stommbfion und der Reichstag selbst schlossen sich dieser Auffaffung an. Wenn damals die Regierungen auf den Beschluß des Hauses eingegangen waren, dann hätten wir seit zehn Jahren als geltendes Recht, was die großen Parteien des Hauses jetzt als unannehmbar bezeichnen.
Der Reichstag hielt in feiner Majorität diesmal an einer Forderung fest, die den Abg. Träger-Munckel schon Anlaß gegeben hatte, zu beantragen, für die Strafsenate der Oberlandesgelichte sieben Richter zu verlangen. Dann erklärte es die Majorität des Reichstages für eine Einschränkung im Wiederaufnahme - Verfahren, die eine Verschlechterung bedeute, wenn die verbündeten Regierungen Garantien dafür verlangten, daß bei Einführung der Entschädigung unschuldig Vermtheilter auch nur wirklich Unschuldige Entschädigung erhalten, nicht aber auch solche Angeklagte, die freigesprochen werden mußt n, weil die Beweismittel verschwunden sind, auf Grund deren jte früher vernrtheilt worden waren. Wenn diese Stellung in den beiden obigen Fragen von den verbündeten Regierungen festgehalteu worden ist, so meinen wir nicht, daß die Majorität, welche den Antrag v. Manteuffel ablehnte, irgendwie etwa weniger schuldig am Scheitern der Novelle fei, als der Bundesrath.
Er küßte ihr flüchtig die Hand und eilte davon.
Sie sprach kein Wort, sie blickte ihn nicht einmal an. Mit ihrem Mädchenstolz drängte sie jede weiche Empfindung zurück. Er durste nicht ahnen, daß ihre junge Seele mit trostloser Verzweiflung rang. Wie eine Heldin trennte sie sich von ihm.
Wulf sprang fast athemlos die Treppen hinauf und zog an der Glocke. Es wurde sogleich geöffnet und die Majorin stand vor ihm. Sie hatte auf ihn gewartet.
- »Komm noch ein bischen herein lieber Sohn, Anne Marie hat Thee gemacht, das bekommt gut nach der langen Fahrt."
Er folgte ihr stumm in die Wohnstube. Die Hängelampe verbreitete ihr stilles Licht durch den gemüthlichen Raum. Auf dem runden Tische vor dem Sopha stand das altmodische Theeferviee mit der Zuckerschale und den Löffeln von schwerem Silber. Alles war blank, einladend und sauber.
„Da, setz Dich auf's Sopha, hier in die Ecke, nte'n Junge," sagte die Majorin und füllte eine SEaffe mit heißem Thee. „Und nun trinke ein paar Schluck und zünd' Dir eine Cigarette an."
JS6er er dankte. Er hatte heute kein Verlangen nach Rauchen. Dann nahm er Platz.
Inzwischen betrachtete sie ihn still. Er war verändert. Sein Gesicht war blaß, die äugen hatten einen abwesenden unsteten Blick. Im der sonst fo schneidigen energischen Haltung lag etwas Schlaffes und Müdes.
Sie neigte sich zu ihm unb faßte feine Hand.
„Aber, was hast Dn denn, Wulf?"
„Nichts, Mama," antwortete er.
„Doch, Wulf, ist was!"
Cr schüttelte den Kopf und saß wieder, wie er
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Dezember. (Tagesbericht.) Se. Majestät der Kaiser nahm im Neuen Palais heute Vormittag um 9 Uhr den Vortrag des Geheimen Ober-Regierungs-Raths Scheller vom Civil kabinet entgegen und empfing hierauf den Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe zum Vortrage. Später hatten der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Oberst Liebert, der preußische Gesandte am Grobherzoglich badischen Hofe, Admiral ä la suite der Marine von Eisenbecher und Mr. Allan aus Glasgow die Ehre des Empfanges.
* (I n t e r p e l l a t i o n.) Im Herrenhause ist vom Grafen Udo zu Stolberg-Wernigerode folgende Interpellation eingebracht worden: Beabsichtigt die Königliche Staatsregierung an den größeren Börsenplätzen eine Trennung der Produktenbörse von der Fondsbörse in der Weise herbe'znführen, daß der die Produktenbörse leitende Vorstand zu gleichen Theilen aus Vertretern des Handels, der Landwirthschaft und der Müllerei zusammengesetzt wird?
* (Zur Margarine-Gesetzgebung.) Der Initiativantrag Frhr. von Manteuffel-vr. Bachem bezüglich der Wiederembringung des vom Bundesraths abgelebten Margarinegesetzentwurfs ist, mit zahlreichen Unterschriften ans der konservativen, deutschen Reichspartei und Centrums- fraksiom_ verschen, heute im Reichstage eingebracht worden. Er stützt sich im Wesentlichen auf die früher vom Reichstage beschlossene Vorlage, behält das vom Bundesrath namentlich beanstandete Färbeverbot aufrecht und schränkt nur die Bestimmung bezüglich der Trennung der Verkaufsräume für Natur- und Knnst- butter auf Ortschaften über 5000 Einwohner ein.
* (Sparen nnd Sozialdemokratie.) Das „Lcipz. Tagebl." erhält die nachstehende, einem „Bourgeois" zugegangene Offerte, welche die „Volks- ftimmeT sozialdemokratisches Organ für Main und Rheingau, Wetterau und Taunus versendet: „Frankfurt a. M., im Dezember 1896. P. P. In der Zeit vom 13. bis 20. d. M. findet in den hiesigen und benachbarten Weihnachtssparkassen die Auszahlung der Jahreseinlagen an die Mitglieder statt. Da die Mitglieder der ca. 100 Weihnachtskassen meist der Arbeiterbevölkerung angehören und die Summe der vertheilten Gelder pro Kasse auf mindestens 1500 Mk. zu beziffern ist, so dürfte eine Geschäftsempfehlung in dieser Zeit speziell in unserem
von Anfang an gesessen hatte, vornübergebeugt und sah auf die Erde.
Die Majorin frag'e nichts mehr, sie ging in der Stube auf und nieder und machte sich mit dem Theegeräth zu schaffen.
Eine Weile blieb es ganz still. Dann stand Wulf auf und trat an's Fenster.
„Um welche Uhr morgen ftüh geht wohl ein Zug nach Berlin ab?" sagte er plötzlich.
„Nach Berlin? Warum fragst Du?"
„Ich will fort!"
Die Majvrin schaute mit einem eigentümlich weichen Ausdruck in ihrem Gesicht vor sich hin. „Kann mir's denken, weßhalb Du fort willst, das Mutterauge blickt tief," sagte sie bewegt. „Wie kann man aber so zaghaft sein? Wenn Du die Hilde liebst, bann halte doch mnthig um fie an."
»Das wirb nie geschehen, Mama! Nie!"
„O Wulf!"
„Nein, nein, Mama! Unb wenn ich sie tauscnb- mal mehr liebte wie jetzt."
»Ach Gott, bas ist doch schrecklich! Ich hätte mich doch recht gefreut und Euch so gern meinen Segen gegeben. Die Hilde ist ein liebes herziges Geschöpf, Du würdest auch unsagbar glücklich mit ihr werden."
Es zuckte schmerzlich über sein Gesicht. „Ja, ja, das glaube ich auch. Aber sie hat kein Geld — und ich habe auch kein Geld. — Woher soll das Commißvermögen zur Kaution kommen. Von was sollen wir später leben?
»DaS Mädchen steht mir zu hoch, um das Martyrium einer ewig langen Brautzeit über sie zu verhängen. Unb nachher eine Ehe mit Knapsen in allen Ecken — ober Schulden!" '
(Fortsetzung felgt.)
Blatte sich für Sie als sehr lohnend erweisen, und bitten wir, uns Ihren geschätzten Jnsertionsanftrag möglichst umgehend zugehen zu lassen. Hochachtungsvoll Expedition der „Volksstimme"." Hiernach ist zweierlei sestzustellen. Erstens die erfreuliche Thatsache, daß nach sachverständigem sozialdemokratischen Urtheil allein im Verbreitungsbezirk der Frankfurter „Volks- stimme" lediglich in Weihnachtssparkassen fast ausschließlich von Arbeitern 150 000 Mk. gespart werden; zweitens die erfreuend Thatsache, daß ein echter Sozialdemokrat, der das Sparen an sich nicht leiden ^ann, deshalb nicht verhindert wird, die Ersparnisse Anderer für sich geschäftlich nutzbar zu machen.
Breslau, 16. Dezbr. Wie die „Schlesische Volszeitung" aus Opalenitza meldet, ist der Distrikts -K o m m i s s a r von B e r n st o r ft ft ans Glisnitza im Kreise Adelnan zum Nachfolger des Distrikts - Kommissars von Carnap ernannt worden.
^57'amelltarisches.
Deutscher Reichstag.
* Berlin, 16. Dezember. (148. Sitzung.) In der wütigen Sitzung, welcher der Staatssekretär des Reichs- Justizamts Dr. Nieberdtng beiwohnte, stand auf der Tagesordnung zunächst die erste Berathung der Erklärung zwischen dem Reiche und Frankreich, betreffend die Regelung der Vertragsbeziehungen zwischen Deu schland und Tunis.
Abg. I)r. Hasse (natlib.) spricht seine Befriedigung darüber cu8, daß der Vertrag mit Tunis nur bi« 1903, bts zum Ablauf der Handelsverträge abgeschloffen sei. Der Vertrag selbst, führt Redner aus, bringt eine Benach- tbetliflung Deutschlands mit sich. Frankreich nimmt für sich da« Recht in Anspruch, französische Waaren zollfrei einzu- suhrrn, wahrend andere Waaren verzollt werden müssen. Deutschland erhält mit den übrigen Staaten das Recht der MerMegunstigung. Etwas mehr war wohl jetzt nicht zu en eichen. Bedauerlich ist, daß Deutschland nicht auf anderer Gebieten eine Kompensation dafür erhalten hat.
Die Erklärung wird darauf in zweiter Lesung ohne weitere Debatte genehmigt.
ES folgen Wahlprüfungen. Tie Wahl des Abg. spies (b. k F) im sechsten elsaß-lothringischen Wahl- kre se wird nach dem Anträge der Kommisficn für gültig erklärt.
Bezüglich der Prüfung der Wahl der Abg. Holtz (Rp.) beantragt
Abg. GaINp (Rp) wegen der wichtigen Fragen, die dabet zuMMscheidung kämen, die Absetzung von der TageS- otbnungTiamit die Wahl von einem beschlußfähigen Hause f^dlgt werde. Redner lezweifelt zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses.
Namensaufruf wird vorgenommen und ergiebt die Anwesenheit von nur 194 Mitgliedern; das Haus ist also n i ch t beschlußfähig Di- Sitzung wird abgebrochen.
Nächste Sitzung Nachmittags L", Uhr. (Dritte Se= rathung der Erklärung bezüglich Tunis; erste Berathung
(Nachdruck verboten.)
Der Weihnachtsengel.
Eine WeihnachtSgi schichte.
Von G. Echätzler-Perastui.
Es ist heiliger Abenb!
So weit bas Ange blickt, beckt ber Schnee Weg unb Steg, Wiesen unb Felber, Busch unb Baum. Eine empfinbliche Käste herrscht; lustig knistert ber krystallbesäete Boben unter ben Fußtritten.
Die Sonne ist heruntergesunken, ein rothes Leuchten fluthet noch eine kurze Weile am Horizont entlang, bann ist es ebenfalls erloschen. Nun beginnt es langsam zu schneien, ganz sein unb zart, als schütteten bie Engel broben ein Federbett aus. Die kleinen Flocken tanzen hin unb her in lustigem Reigen um bann zur Erbe zu sinken, ober sich an Busch unb Baum anzuhängen.
Zehn Minuten von ber eigentlichen Stabt entfernt vergnügte sich bie junge Welt ben Nachmittag über mit Schlittschuhlaufen. Es war keine künstliche Eisbahn, sondern etwas orbentliches, ein richtiger, großer Weiher, tief unb breit unb mit einer Spiegel« stäche, daß es ein wahres Vergnügen war, barüber hinwegzugleiien.
Mit ber sinkenden Sonne aber waren sie nach unb nach alle aufgebrochen, bie sich hier fröhlich getummelt. Bis auf einen Einzigen. Der war geblieben.
Unb bas war ber kleine Hans, nenn Jahre ast, Sohn bes reichen Großkaufmannes Ewalb Threner.
Der Kleine, in ein warmes Pelzkostüm gehüllt, bie Mütze heruntergezogen, so baß nur ein winziges Stückchen bes rosig angehauchten Gesichtes heraus-