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Wöchentliche «eilngenr KreiS-lntt f8t Ne Kreise Mnrknrg mt> Kirchhain.
Jllnstrirte» S-nntns-rlatt.
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* durch Zusammenstellung unterhaltender verschiedener
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grammen die neuesten Ereignisse im In- und Ausland« erzüglich zur Kenntniß zu bringen.
Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem
«d S«rl«,l Ish. ««,. Ssch, UniverfttätS-Buchdruckerri in Marburg, »»efhen und Sxpeditis»: Markt äi.
Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur M. Hartman» für den Jnseratentheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg '
Presse, immer und immer wieder zur Wamung unerfahrener Personen auf das schmähliche Treiben solcher Agenten hinzuwcisen.
Die Gefahren, denen ein unbescholtenes Mädchen durch solche Stellenverschaffer entgegcngeht, wenn es ihnen traut, sind ja für Leib und Seele entsetzlich. Verloren für die Angehörigen wird solch' ein unglückliches Geschöpf schließlich für sein ganzes Leben, seine ganze Zukunft auf das Bitterste enttäuscht. Häufig geradezu gewaltsam von der Möglichkeit zurückgehalten, sich an die Außenwelt und an die Ihrigen um Hilfe zu wenden, der Freiheit beraubt werden solche Mädchen durch Hilflosigkeit und dann durch Verlockungen auf den Weg des Lasters geführt, den, wenn sie ihn einmal betreten, wieder zu verlassen ihnen in den seltensten Fällen gelingt. Welche Mühen haben oft Eltern und Verwandte aufgewendet, um die Spur des Verbleibes solcher vermeintlich in guter Stellung nach der Großstadt gegangenen Töchter zu finden; sie bleiben verschwunden, auch die polizeilichen Nachforschungen bleiben in den meisten Fällen vergeblichI Es können deshalb die jungen Mädchen, wie die Angehörigen derselben, wenn sie Stellungen in der Großstadt oder im Auslande annehmen, garnicht genug gewarnt werden, auf bloße Annoncen oder Angaben von Stellenvermittlern hin die Ihrigen zu verlassen und in die Fremde zu reisen. Es ist heutzutage die Organi- sation der deutschen Hilfsvereine und der Vereine, welche die in den Großstädten ankommenden, dort fremden jungen Mädchen zum Auffinde« guter Stellen und in moralischer Hinsicht unterstützen, auch gern alle nöthige Auskunft geben, eine so gute und weitverzweigte, daß es unverzeihlich ist, wenn junge Mädchen sich, ohne sich durch diese Hilfsvereine oder im Nothfall auch durch die Polizei zu erkundigen, zum Antritt vermeintlich glänzender Stellen in fremde Hände begeben.
jZeitung" in der Lage, ihren Lesern in Original«
heute Vormittag das in diesem Jahre eröffnete zweite „Marienheirn" (Wasserthorstraße 35), eine Anstalt d-s unter ihrem Protektorat stehenden Vereins zur Fürsorge für die weibliche Jugend, und besuchte danach die Kaiserin Augusta-Sliftung in Charlottenburg.
* (Diner beim Reichskanzler.) Seine Majestät der Kaiser sagte sein Erscheinen zu einem Diner zu, welches am Donnerstag Abend beim Reichskanzler stattfindet. Zu diesem Diner sind auch Einladungen an die Präsidien des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses ergangen.
* (Der Buudesrath) hat in seiner heuttgen Sitzung der Vorlage, betr. eine Erklärung zwischen dem Reich und Frankreich wegen Tunis, die Zustimmung ertheilt und von einer Mittheilung, bett, die Zusammensetzung der Kommission für Bearbeitung des deutschen Arzneibuches, Kenntniß genommen. Der Antrag Preußens, betr. die Ausführung des Reichsbörsengesetzes vom 22. Juni 1896, und die Vorlage, bett, die Anwendung desselben Gesetzes auf die Börse in Straßburg (Elsaß), sowie der Beschluß des Reichstags zu Petitionen wegen gesetzgeberischer Maßregeln gegen unsittliche Schriften, Kuppelei und Prostitutton wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Schließlich wurden Eingaben behandelt.
* (Neues Richterbesoldun^sgesetz.) Nach der Weihnachtspause wird sicherem Vernehmen nach dem Landtage auch der Entwurf eines Richterbesoldungsgesetzes zugchen. Bei der Fassung desselben ist darauf Bedacht genommen worden, die Klippen zu vermeiden, an welchen der gesetzgeberische Plan in der letzten Session scheiderte.
* (Der Seniorenkonvent) beschloß, den Reichstag spätestens bis zum 18. Dezember tagen zu lassen; die Weihnachtsferien werden bis zum 12. Januar dauern. Vor den Ferien sollen nur noch Wahlprüfungen, sowie die Zwangsversteigerung in Elsaß-Lothringen berathen werden.
* (Keine Artillerie-Vorlage.) Die Gerüchte über eine neue Artillerievorlage sind wohl zurückzuführen auf vertrauliche Erklärungen, die der Kriegsminister vor einigen Tagen in der Budgetkommission abgab. Aus diesen Erklärungen, die anscheinend hier und da mißverstanden sind, geht jedoch nur hervor, was ohnehin bekannt war, daß über die Umgestaltung der Artillerie Erwägungen stattfinden, die noch zu keinem bestimmten Resultat geführt haben. Die Frage ist schwerlich schon jetzt spruchreif. Auch erscheint ausgeschlossen, daß Deutschland eher als andere Staaten die Jnittattve zu einer völligen Neubewaffnung der Artillerie giebt.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Dezember. (Tagesbericht.) Se Majestät der Kaiser empfing gestern Mittag im Neuen Palais den Fürsten zu Stolberg - Wernigerode, welcher die Ehre hatte, die Orden seines jüngst verstorbenen Vaters in die Hände Sr. Majestät zurückzulegen. Nachmittags begaben sich Ihre Kaiserlichen Majestäten nach Berlin, wohnten der Vorstellung im König!. Opernbause bei und übernachteten im hiesigen König!. Schlosse. — Heute Vormittag nahm Se. Majestät von 9 Uhr ab den Vortrag des Civilkabinets und sodann die Marine - Borttäge entgegen. Ihre Majestät die Kaiserin besichtigte
h. Die Verlockung weiblicher Personen in das Ausland zu unlauteren Zwecken, die sogenannte Seelenverkäuferei, steht anscheinend auch in Deutschland wieder in rechter Blüthe. Erst jüngst wurde gemeldet, wie die Polizei zwei oberschlesische Mädchen, welche unter Versprechung glänzender Stellungen nach der Schweiz gelockt worden waren, dort aber mit 15 anderen Unglücklichen nur Kost und Unterkunft, jedoch keine Stellung erhalten hatten, wieder in ihre Heimath befördert hatte, um sie aus den Händen gewissenloser Agenten zu retten. Jetzt wird wieder die Verhaftung zweier solcher Seelenverkäufer gemeldet, die in der Umgebung Dresdens eine ganze Anzah! Frauenspersonen unter glänzenden Versprechungen für angebliche Stellung im Ausland angcworben, eines angeblichen Pariser Kaufmanns M. und eines gewissen Konett, der 17 falsche Legitimationen mit sich führte. Solche Subjekte suchen nach und nach alle Gegenden unseres Vaterlandes auf, um leichtgläubige weibliche Personen in's Elend zu bringen, indem sie sie namentlich auch nach Paris und London locken. Man muß uur in diesen beiden Städten die Erfahrungen kennen, welche in dieser Hinsicht die deutschen dortigen Hilfsvereine machen, und man wird sich nicht mehr wundern, daß düse Thätigkeit solcher Agenten nach wie vor viel einbringt. Aber nicht blos in die öffentlichen Häuser zu Paris und London, wie nach den holländischen und belgischen Seestädten wird solch' ein Handel getrieben, sondern namentlich nach Südamerika und nach dem Orient erstreckt sich zur Zeit wieder stark dieses Geschäft.
Wenn nun auch eine größere Anzahl der von den Kupplern nach dem Auslande verbrachten Frauenspersonen solche sein mögen, welche schon in der Heimath der Prostitution ergeben gewesen, so fallen doch auch viele andere, häufig durchaus unbescholtene junge Mädchen in die Hä de jener nichtswürdigen Agenten. Es sind leider aber auch bei der Verkuppelung solch' unschuldiger Personen diese selbst und ihre Angehörigen häufig von Mitschuld insofern nicht freizusprechln, als sie in höchst leichtfertiger und unvorsichtiger Weise den Anerbietungen in Zeitungen von angeblich glänzenden Stellen im Auslande als Gouvernanten, Haushälterinnen, Erzieherinnen usw., Glauben schenken oder zweifelhaften „ Stellenvermittlern" verttauen.
Wir unsererseits sind der Ueberzeugung, daß Seitens der Polizeibehörden das Möglichste geschieht, um zu verhindern, daß Unerfahrenheit und Leichtsinn olcher Art verbrecherisch ausgebeutet werden. Wir halten es aber namentlich auch für eine Pflicht der
Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und Itaner, unttr ihren Bekanntenkreisen für die Weiterver- tnituug der .Oberhessischen Zeitung" thunlichst Mitwirken und s» auch ihrerseits Helfer und Förderer «dl« nationalen und loyalen Politik fein zu wollen, einer Politik, die sich aller umstürzlerischen Tendenz der heuttgen iel gegenüber treu bleibt in der hohen Devise: .Mit Gott
M Kaiser und Reich, für König und Vaterland 1"
lbstverlE"chrrcht°ii für ihr« Leser Sorge tragen, sondern, wie eineS- z70 ls den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und '• iffenschaft, so andererseits dem volkSwirthschastlichen und wirthschaftlichen Interesse durch einschlägige Ver- iffeutlichungen thunlichst entgegenzukommen allzeit be- t sein.
Inserate finden, pro sechispaltige Zeile 10 Pfg„ eislagäkt der ansehnlichen Auflage der .Oberhessischen Leitung" in derselben die geeignetste und weiteste Ver-
, ”,aItn Theile wird die .Oberhessische MIW Zeitung" ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, auch N-Kreis^jrd st« nicht nur durch «in g«diegenrs Feuilleton,
*taMi|«n nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blatt«, VUIUi sowie di« Snu»ucru-B»r«anr von Haasenst«iu n. Vogler in
_ v . _ _ _ Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Mw; Rudolf XXXI. SVafira. Dezember 1896. Moss« in Frankfurt a, M., Berlin, MSnchm u. Köln, C. 8. ' -*>U9r9*
0 Daub« u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
Crschtint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und rwi
HZ» nnr Feiertagen. — Ouartal-SlbounemrntS-PreiS bei der Sxpe- Ml
J12. &ÖU sitton L ML, bei allen Postämtern 3 Mk. 25 Pfg. («xkl. **
Bestellgeld). JnferttonSgebühr für die gespalten« Beile MittMncki »der d«r«n Raum 10 Pfg., Rellamm für di« Zell« 85 Wg. -VUU1UUUJ,
[ Abonnements - Einladung.
s Mit dem 1. Januar 1897 beginnt ein neuer Vtertel- Kchrr-Abonuement auf die
J „Oberhejsische Zeitung"
hott den wöchentlichen Beilagen: KreiSblatt für die Kreis« Werburg und Kirchhain und JllustrirteS Senn tags blatt.
Di« „Ober hessisch« Zeitung" hat »S sich in ßrster Reihe zur Aufgabe gestellt, einzuttrten für d:e Macht und
Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vaterland hb Altar! Die .Oberhessische Zeitung" ist be- Webt, überall, wo ste nur gelesen wird, dar nationale Bewußtsein, Treue zur Monarchie, Liebe zum Vaterlar.de, Doüekfurcht und religiösen Sinn, wie Achtung vor unseren Besetzen und bewährten staatlichen Einrichtungen zu fördern I
Die .Oberhessische Zeitung" sucht dies Ziel tet<6 gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene Leit- Attikel zu erreichen. In einer neuen Rubrik.Umschau" ckrd ste überdies eine Uebersicht über die wichtigsten Tages- “ 'zuifle auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tages- deiichte wie bisher zusammenstellen.
Durch ihre Verbindung mit der Continent. - Tel.- mpagnie in Berlin ist di« .Oberhessische
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SBulf willfahrte ihr und fand bald die Lichtung,
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als sie mit verstötten Augen wieder aufblickte, hiel Wulf sie mit beiden Armen umschlungen und ihr
«Man muß nur recht vorsichtig sein, dann laufen -licht fort," sagte Wulf. .Ich weiß eine Wald- , da äsen täglich die Geisen mit ihren Kitzchen. Mchmal kommt auch der Bock aus dem Dickicht läßt fich's schmecken. Wenn Sie sich nicht chten, führe ich Sie dahin?"
«Ich fürchte mich nicht!" rief sie und sprang
dichtem schwarzem Gewölk umhüllt war. Sie hörten das hohle Brausen des Sturmes nicht, der durch die Tannenwipfel raste. Erst dann, als mit blendendem Flammenschein jähe Blitze durch die Luft züngelten und das dumpfe Rollen des Donners an ihr Ohr klang, erwachten sie ans ihrem ttäumerischen Sinnen.
Unter dem plötzlich ausgebrochenen Gewitter beugten sich alle Wälder und hundertjährige Tannen brachen nieder. Es »ar gerade, als wären die ge- heimnißvollen Mächte, die fett Jahrtausenden im Harzgebirge schlummerten, mit einem Mal zum Leben erwacht und stürmten nun mit zerstörender Gewall über Berge uud Thäler.
Starr vor Schreck standen Wulf und Hilde nnd blickten durch daS dichte Gezweig zum Himmel auf, von dem sich eine ungeheure schwarze Wolke langsam zur Erde" niedersentte. Und jetzt stürzten auch schon mit fürchterlichem Geprassel gewalttge Regenmassen herab, jeden Weg, jeden Steg überschwemmend.
Kaum eines Wortes mächtig, ergriff Wulf den Irm des zitternden Mädchens und riß sie mtt sich ort, des Weges nicht achtend, den er nahm.
In jagender Eile stürmte er vorwärts und ge- chüttelt von Angst folgte sie ihm, bis ihre Kraft zu §nde war. Dann brach sie lautlos an seiner Seite n die Kniee. Wohl versuchte sie sich wieder auf- Maffen, aber sie schwankte und schlug hmt mit dem Kopf an einen Stein.
Minutenlang schwand ihr das Bewußtsein nnd
wo eine Ricke mit zwei jungen Kitzchen anmuthig im «rase äste. Hilde konnte die hübschen Thiere eine Weile beobachten. Einmal trat auch vorsichtig ein starker Hirsch aus dem Tannendtckicht, streckte die große Ramsnase vor und sicherte. Eine Minute blieb er so stehen. Dann fuhr er mit kurzem Ruck herum und flüchtete auf den flinken Läufen blitz- schnell in die Wildntß zurück. Dann kam ein Fuchs durch das Unterholz geschlichen, äugte mit leisem Knurren umher und schob sich langsam durch Haidc- kraut und Karren, bis er in einer Erdhöhle verschwand.
Nun zeigte ihr Wulf noch ein Uhunest, das an einer zerklüfteten Felsenwand hing. Die Jungen waren noch nicht flügge und die Alten hockten daneben. Als sie die Beiden gewahrten, schlugen sie wild mit den Flügeln und stießen ein zorniges „Kiwitt! Kiwitt!" aus. Schaurig klang der Schrei durch die Lust.
Hilde zuckte zusammen. „Ach Gott," jammerte sie. „Da ruft der Todtcnvogel! — Gilr's mir ober gilt cs Ihnen? — Mir graut vor dem häßlichen Geschrei!"
Er lachte laut auf. „Wie kann man nur an solche Ammenmärchen glauben."
Aber Hilde schüttelte die Aufregung wie ein Fieber. „SBitte, bitte, lassen Sie uns wieder zu den Andern gehen," bat sie.
Er nickte stumm, faßte sie bei der Hand und folgte einem schmalen Pfade, der quer durch den Bergwald sti's Thal führte.
(Nachdruck verboten.)
Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.
Langsam, in Gedanken verloren, schritten sie
unter den hohen Bäumen dahin. Sie sahen nicht, | Kopf ruhte an seiner Brust. Sein Gesicht wär daß die Sonne verschwunden und der Himmel von'bleich, er schaute in banger Sorge auf sie nieder.
. (Fortsetzung.)
“8” Wulf erzählte Hilde die Mär, daß an sonne». ! «armen Tagen Prinzessin Ilse ihre schneeweißen i »Hebet in der Oker bade. Dann redete er vom ” Jäger und seinem Troß, vom getrexen Ecke- «t und Knecht Ruprecht, der in der Adventszeit M den Harzwald schreitet, um Auswahl unter « Tannen für das WeihnachNfest zu halten.
Und Hilde erzähtte ihm, wie sie sich als Kind «r den düsteren geheimnißvollen Märchenwäldern ■ ® Gebirges gefürchtet hatte, in welchen, wie sie «W, Riesen und Zwerge, Hexen und feuerspeiende preisC häuften, und daß sie jetzt keinen höheren f fdenuß kenne, als in dieser Märchenwelt urnher- hf$t "dein. »Nur möchte ich gern öfter das Wild die Hirsche und Rehe," fügte sie hinzu, «ber sie sind so scheu und flüchttg. Ganz in der sah ich noch kein!"
WM »Es wechselt auch Schwarzwild dort!"
- «ÜlLfi beffer' bas möchte ich auch sehen! Ach, (71Ä ^tn Sie uns gleich hingehen!"
»Haben Sie sich sehr wehe gethsn?" fragte er erregt.
»Nein, o nein! — Aber der Uhu hat den Tod über uns gerufen," schluchzte sie nervös auf. »Darum fort! fort! Um Gottes willen fort, ehe der Blitz uns erschlägt!"
Ihre «Stimme klang erstickt. Wie ein Alpdruck lag es ihr auf der Brust. In wahrer Todesangst umkrampfte ste mit den Fingern seinen Arm und drängte ihn mit Ungestüm weiter.
Immer wüthender tobten die entfesselten Elemente. Mit unsichtbaren Händen faßte der sausende Sturmwind die beiden fliehenden Menschen und trug sie im Fluge Wetter, daß ihnen beinahe der Äthern v.rging.
Wulf fühlte, wie Hildes ganzer Körper zitterte nnd bebte und ihre Finger immer fester feinen Arm umklammerten. Ab und zu brach ein leises Weinen aus ihrem erblaßten Mund. Als er sah, daß sie nicht mehr gehen konnte, hob er sie auf und trug sie auf feinen Armen fort. Mühselig und langsam chritt er mit feiner Bürde weiter. Seine Brust keuchte und große Tropfen perlten auf feiner Stirn.
Die Luft war dunkel vom strömenden Regen, welchen der Sturmwind in fein Gesicht peitschte und immer von Neuem zuckte Blitz auf Blitz. Mit gewaltigem Wiederhall rollte der Donner in den Bergen, Zahllose Gießbäche stürzten von den steilen Felswänden herab und füllten das Thal mit tosenden Wellen. Dumpf rauschte die Oker. Ihre weißen Wasserdünste fliegen empor und zogen durch Bäume und Gebüsch wie riesige Gespenster.
(Fortsetzung folgt.)