Wöchentliche Beiln-e«: Krei-Hlntt für die «reife Merdnr- **> Kirchham.
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Kr>'ch«i«t röglich «tzrr «m 5Bttft«gen nach Soun- und Fritttagm. — Qnartal- Abomr«m»uts-Pr«is bei dir Expedition 2 M., bei allen PoümÄern L 85 Pfg. (exkl. Bestellgeld) InkertisnSgrdühr für bi« gespaltene Zelle »bet deren Ramo W Pfg., Rrklmsm für die Zelle 25 Pfg.
Marburg,
Dienstag, 15. Dezember 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreanr von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt e. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Roffe in Frankfurt e. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube u. So. in Fraukfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXXI. Jahrg.
Fortblldungsschulm.
Einer der wichtigsten Hebel der Volksbildung Md deS fittlichen Schutzes der Heranwachsenden -fugend ist die Fortbildungsschule. Hier soll das in der Volksschule begonnene Werk der Bildung und Erziehung fortgesetzt und damit einer Verwilderung der Jugend vorgebeugt werden. Die Fortbildungsschule ist das Bindeglied zwischen der Volksschule nnd der Schule des Heeres. Dieser hohen Bedeutung entsprechend haben es die leitenden Kreise bisher stets als ihre Aufgabe bewachtet, dafür zu sorgen, daß das Fortbildungsschulwesen allgemein verbreitet werde und daß eS überall den Bedürfnissen entspreche. Die Gewerbeordnung enthält eine Bestimmung, wonach durch Ortsstatut für gewerbliche Arbeiter unter 18 Jahren obligatorische Fortbildungsschulen eingerichtet werden können, und ferner die Bestimmung, daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, die zum Besuch dieser Schulen erforderliche Zeit den Lehrlingen zu geben. Zm Uebrigen ist die Errichtung der Fortbildungsschule der freien Thättgkeit der Gemeinden und Vereine, namentlich der Regierung überlassen.
Wie der Handelsmintster Brefeld neulich im Abgeordnetenhause bei der Bcrathung des Antrages von Schenckendorff mittheilte, bestehen in Preußen für Handwerker und gewerbliche Arbeiter 1120 Fortbildungsschulen, welche von nahezu 116 000 Schülern besucht werden. An kaufmännischen Schulen haben wir 107, wo 12 250 Schüler unterrichtet werden, und an sonstigen Fortbildungsschulen noch 399 mit 20 700 Schülern. Diese Angaben sind umso er- fteulicher, als überall ein Zuwachs sowohl an Schulen als auch an Schülern gegen daS Vorjahr eingetreten ist. Die Behauptung des Abgeordneten von Schenckendorff, daß Preußen gegenüber andern Ländern zurückstehe, dürfte daher nicht ohne Weiteres berechttgt sein. Selbst sein Fraktionsgenosse Wallbrecht erkannte an, daß das, was auf dem Gebiete deS Fort- blldungsschulwesenS bisher in Preußen geschehen ist, alle Anerkennung verdient, und der Finanzminister Miquel erklärte obendrein seine Bereitwilligkett, mit reicheren Mitteln für die Forlbildungsschulen einzu- tteten. Die StaatSregierung thut also in der Thal, was in ihren Kräften steht.
Etwas anderes ist die Frage, ob der Fort- blldungsschulunterricht allgemein obligatorisch zu machen ist oder nicht. Man wird dem Handelsminister darin zustimmen muffen, daß man nicht vom grünen Tische aus schablonisirend vorgreifen und nicht
(Nachdruck verboten.)
Zwischen Lipp' und Kelchesrand. Roman von I. Berger.
(Fortsetzung.)
Da trat plötzlich Fräulein Jakoba auf ihn zu und sah ihn verwundert an. „Was, Sie stehen hier ganz solo, Herr von Schollermark, und haben keine Dame?" sagte sie. „Aber da müssen Sie schnell eine wählen."
„Jawohl, — ich — ich," stotterie er und zupfte verlegen in seinem Schnurrbärtchen.
„Na wissen Sie, Lieutenantche», Sie scheinen sich vor jungen Damen zu fürchten! Sie find wie ein Kind! Da ist es daS Beste, ich sorge für Sie."
Und ihr Blick glttt suchend im Kreise umher, um eine tüt ihn passende Dame zu erspähen. Da sehen Sie wohl! Dort steht die Hilde auch noch ganz mutterseelenallein und hat keine» Herrn. Wollen Sie Hilde eskortiren?"
Bei dieser leichthin und harmlos vorgetragenen Frage fühlte Wulf sein Herz hörbar klopfen. Er wurde abwechselnd roth und blaß. Das hatte er sich nicht träumen lassen, daß er auf solche Weise mit Hilde wieder zusammen kommen würde, nachdem er ihr bis dahin aus dem Wege gegangen war. Jetzt blieb ihm freilich nichts weiter übrig, als fich in sein Schicksal zu finden, es gab keinen Ausweg für ihn. Und die thörichte sentimentale Schwäche, die ihn avgewandett hatte, schnell beherrschend, küßte er Fräulein Jakoba die Haud und sagte:
„Ihr mttleidiger Herz wünscht mir hilfteich zu sein. Ich fürchte nur, Fräulein Hilde wird fich weigern, Ritterdienste von mir anzuuehmen 1"
„3 wo, Gott bewahre l Sie wird sich freuen — ganz gewiß! Sie hat Sie gern, totff en Sie.
eher zu einer gesetzlichen Regelung schreiten darf, bis die natürliche Entwicklung eine getiügende Unterlage gewährt. Der gesetzlichen Regelung stehen aber gegenwärtig noch große Schwierigkeiten entgegen. Nicht nur die Jnnungsschulen bieten solche, die Haupt- chwierigkeit liegt darin, daß der Regierung dann die Pflicht erwächst, ein Minimum dessen festzusctzen, was die Schule den jungen Leuten, die zu ihrem Besuche verpflichtet sind, bieten muß. Dies kann namentlich an kleinen Orten, wo geeignete Lehrkräfte nicht zur Stelle find, recht bedenklich werden. Ferner tft die Thatsache nicht zu vergessen, daß die Fortbildungsschule dadurch, daß fte obligatorisch gemacht wird, in ihren Leistungen nachläßt, weil dann eine g oße Zahl von Stunden auf den Elementarunterricht verwendet werden muß. Deßhalb vertritt auch der Finarzminister die Ansicht, daß es nicht rathsam ist, ohne Weiteres Zwangsfoitbildungsschulen zu errichten. Er hält es ebenfalls für besser, es vorläufig bei dem bisherigen Zustande zu lassen, aber Alles zu thun, was auf die Geneigtheit der Gemeinden, solche Schulen einzurichten, förderlich wirken kann.
In der Anpassung an das praktische Bedürfniß der verschiedenen Berufszweige wird die Fonbildungs- fchule zur Hebung der allgemeinen Bildung viel bei- ttagen können. Die Garantie, daß diesen individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen wird, aber muß bei der Gemeindeverwaltung liegen. Es müssen die Hand werksmkister und die JnnnngSverbände zur eifrigen Mitarbeit bei der Beaufsichtigung dieser Schulen herangezogen werden, der Staat kann ihre Arbeit nicht ersetzen. Hieraus ergiebt sich schon, daß die Fottbildungsschulen Gemeindeschulen bleiben müssen.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Dezember. (Tagesbericht.) Se Majestät der Kaiser hörte gestern Vormittag den Vorttag des Chefs des Generalstabes, Generaladjutanten Grafen von Schlieffen, und arbeitete dann längere Zeit mit dem stellvertretenden Chef des Militär- kabiuets, Obersten von Villaume. Se. Majestät fuhr dann mit dem Adjutanten vom Dienst unangemeldet bei der russischen Botschaft vor und stattete dem Grafen v. Osten-Sacken einen Besuch ab,, der etwa 20 Minuten währte. Abends fand bei Ihren Majestäten eine musikalische Abendunterhaltung statt, zu welcher einige der hier anwesenden Fürstlichkeiten, die Staatsminister und die Präsidenten des Reichstags und der beiden Häuser des Landtags
— Und da wird sie sich auch gern Ihrem Schutz anvertrauen."
„Dann bin ich glücklich, daß mein Wunsch mit dem Ihrigen übereinstimmt. Ich will gleich hineilen und dem Fräulein meine Bitte vortragen!"
Fräulein Jakoba hatte mit ehrlichster Ueber- zeugung daS von Hilde behauptet, da sie natürlich keine Ahnung davon hatte, was zwischen ihr und Wulf vorgefallen war. Ebenso wenig konnte sie ahnen, daß diesem eine Lüge über die Lippen geflossen war. Vom Gesicht hatte sie eS ihm nicht ablesen können, er war äußerlich ruhig und gefaßt.
Und so ging er auch mit möglichst gleichgiliiger Miene zu Hilde und redete fle höflich an:
„Wollen gnädiges Fräulein fich meiner Führung anverttauen?"
In der Form und im Ton seiner Worte lag die Abficht, ihr begreiflich zu machen, daß die Vergangenheit vergessen werden mußte. Doch insgeheim stieg der Wunsch in ihm auf, sich mit ihr auszn- sprechen und um Verzeihung zu bitten.
Sie wendete ihm ihr Gesichten zu/ mit raschem scheuen Seitenblick und nickte leise und ttaurig. Sie sah blaß äns, eine Falte lag über der klaren Kinder- ftirn. Wulf bet ihr den Arm. Da errötheie sie bis unter das goldene Haar, zog ihre kleinen Hände ängstlich an sich und verbarg sie zwischen den Kleiderfalte».
„Ach was thn» Sie?" rief er peinlich berührt. „Lassen Sie uns doch Ann in Arm gehen, wie die Andern. — Es wird sonst auffallen l"
Und rasch entschlossen ergriff er ihre Rechte, «der sie entzog sie ihm wieder.
„Sie wollen nicht? Wenn Sie meine Begleitung nicht wünschen, Fräulein Hilde, sagen Sie
Einladungen erhalten hatten. Das Programm dieser musikalischen Abend-Unterhaltung war ein sehr reichhaltiges und wurde von dem Berliner Lehrer-Gesangverein, von den Mitgliedern des König!. Domchors, sowie von etwa 55 Kammermusikern ausgeführt. Im Ganzen wirften gegen 260 Personen in dieser musikalischen Abendunterhaltung mit. Nach Beendigung des Eonceris wurde daS Souper von den Majestäten, den höchsten Herrschaften und den anderen Gästen Ihrer Majestäten in dem nach der Gartenseite im Parterre gelegenen Muschelsaale eingenommen, und zwar an kleinen Tischen. Die Rückfahrt der Berliner Gäste Ihrer Majestäten erfolgte von der Wilbparkstation mittels Sonderzuges.
* (S o m Hamburger Streik) In 37 Stauereibettieben arbeiteten am Freitag 2352 Arbeiter, während unter gewöhnlichen Verhältnissen eine Anzahl von 3307 Leuten erforderlich gewesen wäre. Die Belästigungen der Arbeiter durch die Ausständigen nehmen einen ernsteren Charakter an. Gestern Abend überfielen am Berliner Bahnhof die Ausständigen 30 aus Magdeburg angekommene Arbeiter, als letztere nach dem Hasen gebracht werden sollten, und rissen sie vom Wagen. Schutzleute zogen blank und säuberten den Platz. Mehrere Personen wurden verwundet und die Rädelsführer verhaftet. Später wurde in einer Versammlung der Ausständigen ein Beschlußanttag angenommen, in welchem erklärt wird, die Arbeiter seien trotz der ablehnenden Haltung des Arbeitgeber-Verbandes bereit, d i e Hand zum Frieden zu bieten. Um zu verhüten, daß eine Zusammensetzung des Schiedgerichts auf einer der beiden Seiten Bedenken verursache, sprechen die Arbeiter den Wunsch aus, daß der Hamburger Senat durch eine, in Gegenwart von Vertretern des Senats erfolgende vorherige Besprechung von Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, über die Zusammensetzung des Schiedsgerichts und über die Voraussetzng für die Giltigkeit der Beschlüsse eine Verständigung herbeiführen möge. Die Ausständigen stimmten dem Vorschläge des Ausstandsausschusses zu, die Unterstützung um 1 Mk. zu erhöhen.
* (Ein britischer Gewaltakt.) Abermals kommt die Nachricht von einem Gewaltakt britischer Behörden gegenüber deutschen Reichsangehörigen aus Ostafrika. In Kau am Ostflusse unferm Lamu ist ein feit fast 20 Jahren im Dienste der Gebrüder Denhardt stehender Suaheli, Namens Said ben, Nachts von britischen Söldnern in seinem Hause überfallen, fortgeschleppt und ohne
es nur dreist. Ich ziehe mich sofort zurück. — Nun, sagen Sie es doch!"
Aber Hilde sagte nichts, sie schüttelte nur leise den Kopf, den sie von ihm abgewandt hielt.
Ernst und beklommen schloffen fich nun Beide dem Zuge an und schritten still unter den Fröhlichen dahin. Keiner sprach ein Wort.
Das beständige Schweigen bedrückte Wulf. Er bückte sich, pflückte ein paar Anemonen, die am Wege standen, und reichte sie ihr hin.
Sie sah ihn verwundert an, aber das stumme Flehen seiner Augen bestimmte sie, dieselben anzunehmen.
Eine Weile gingen sie wieder stumm neben ein« nanber her, währenddem Hilde die Blumen langsam aus den Fingern gleiten liefe. Eine nach der andern.
Ihm wurde heife und katt und er gerieth in begreifliche Erregung. Glaubte sie, dafe fie fich das Alles gegen ihn erlauben durste, weil er einen Ser» stofe gegen die Sitte begangen, indem er fie getüfet, ohne ihr seine Liebe zu erklären und ohne um sie anzuhalten? Nun Überwog der Verdruß jedes andere Gefühl und es drängte ihn, fich vom Herzen zu reden, was ihn quälte.
Dan» sagte er: „Fräulein Hilde, Sie grollen mir? — Sie sind mir böse? — Nicht wahr?"
Es klang bewegt und schreckte sie aus ihren Grübeleien auf.
„Ob böse ober nicht, das wird Ihnen gleich» giltig sein," versetzte fie katt.
„Gleichgilttg? — Nein! Unb Sie glauben baS wohl selber nicht. Leider ist daS Einzige, was id; zu meiner Rechtfertigung sagen kann, dafe ich in jenem Augenblicke die Freiheit meines Willens verloren hattt nnd über meine Gefühle im Unklaren
n
Angabe von Gründen zu lebenslänglicher Deporiatto nach Uganda, um dort am Eisenbahnbau Zwangsarbeit zu thun, verurtheilt worden. Die Proteste des Vertreters der Gebrüder Denhardt Tiede in Lamu beim deutschen Konsul in Sansibar find erfolglos geblieben, weil der britische Generalkonsul in Sansibar liefern eine von Said erpreßte Aussage, er stände nicht in Denhardt's Diensten, unterbreitete. Diese Aussage hat Said, obwohl das Gegeutheil dokumentarisch erwiesen werden kann, anscheinend gemacht, weil er sonst das Schicksal eines anderen Beamten Denhardt's theilen zu müssen fürchtete, der im Jahre 1886 in ähnlicher Weise von Söldnern des Suttans von Sansibar aus feinem Hause geschleppt und abgeschlachtet wurde. Die Prozessimng Saids verstößt gegen den Vertrag vom Dezember 1885 zwischen Deutschland unb Sansibar, wonach Deutsche und bereu eingeborene Bc- bienftete innerhalb des Gebietes des Sultans von Sansibar unter dem Schutz und der Gerichtsbarkeit des deutschen Konsuls stehen, einen Vertrag, der nach ben ausbrücklichsten Erklärungen des Direktors in der Kolonialabtheilnng des Auswärttgen Amtes Dr. Kayser im Frühjahr dieses Jahres tat Reichstag im» verändert in Kraft besteht. Auf die Einzelheiten beS Zwischenfalles werben wir noch zurückzukommen Gelegenheit haben. — Wie wir hören, finb bem Auswärtigen Amte bereits Berichte über biesen Zwischenfall zugegangen unb ist von Seiten ber brutschen Regierung sofort eine Untersuchung ber Angelegenheit in bie Wege geleitet.
* (Koloniales.) In der gestern Abend in Leipzig abgehaltenen ersten Versammlung der deutschen Kolonialgesellschaft Ab- theilung Leipzig begrüßte zunächst ber Vorsitzenbe bie Erschienenen unb forderte zur Mitarbeit an der neuen Abtheilung Leipzig. Der Prästberit der deutschen Kolonialgesellschaft Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin hielt alsdann eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung Leipzigs als Handelscentrum, Uniberfitätsftabt unb Sitz des obersten Gerichtshofes für bas Gebeihen ber neuen Abtheilung hinwies. Lieutenant S ch l o i f e r berichtete in einem längeren Vortrage über feine Reise nach bem Victoria-Nyanza unb über die Dampferfrage. Der Versammlung wohnten Major von Wißmann, der neue Gouverneur von Deutsch-Ost- afrita Oberst Siebert, Generallieutenant v. Hodenberg als Vorstandsmitglied, zahlreiche Offiziere, viele Professoren bei. Zum Schluffe sprachen Major von Wißmann und Oberst Siebert »arm für die Sache.
war. Und jetzt werde ich nicht eher ftoh werden, bis Sie meine Keckheit vergeben haben!"
„Siegt Ihnen daran so viel?"
„Ja, Fräulein Hilde!" sagte er tteuherzig. Dabei blickte er fie mit den schönen Augen flehend an.
„Nun, dann mag alles vergessen sein," erwiderte fte mit halber Stimme.
„Dank! Ja tausend Dank!" Er griff nach ihrer Hand, die er küßte.
Innerlich jubelnd, daß weitere Erörterungen über die fatale Angelegenheit nicht mehr nöthig waren, ging er nun in übermütig fröhlicher Stimmung an ihrer Seite weiter.
„Herr Strube wird wohl wenig erbaut fein, daß er heute auf den Ritterdimst bei Ihnen verzichten mufe," sagte er plötzlich ganz unvermittelt.
Hilde zuckte die Achseln.
„Er scheint Sie sehr zu verehren! Selbst ein Fremder muß baS bemerken l"
Sie antwortete nichts herauf. Sie zauste mit niebergeschlagenen Augen an ben Fransen ihres Tuches.
„Herr Strube ist ein interessanter, hübscher Mann," fuhr Wulf unbeirrt fort. „Natürlich erklärter Sichling der jungen und alten Damen in Goslar!"
Nun hob fie die Wimpern und blickte ihn ttatzig an.
„Interessant? — Hübsch!" rief fie mit bibrirenher Stimme. „Das ist gar fein Ausdruck. — Herr Strube ist der beste, edelste Mensch auf der Welt. Ich verehre und ihn hoch und mir verkehrten immer sehr nett und freundlich mit einander, bis —," fie stockte, „bis etwas dazwischen kam!"
„So! hm!" machte Wulf. Dann trat eine Pause ein.
„Da wäre eS wohl am besten," fing er wieder