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Marburg,
Sonntag, 6. Dezember 1896
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Daube ». So. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Pari».
Oßechpsch Ieilmg.
Wöcheutliche Beilage«: Kreißblatt für >te Kreise Marburg un> Kirchhain.
•ort m* Verlag: 3»h. A»g. Koch, Univerfitätr-B»chdruck«r«i in Marburg, Berantworllich für den allgemeinen Thell: Redakteur M. Hartman»,
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Zweites Blatt.
Grimm-Sammlung in Cassel.
In der von unS schon erwähnten Besprechung K« die Errichtung einer Grimm-Samm- san g in Cassel kamen einige zwischen dem Sohne gühelm Grimm's, Herr» Geh. Reg.-Rath Professor Dr. Herman Grimm in Berlin, und Herrn I Oberbibliothekar Dr. Lohmeyer hier gewechselte Briefe gr Verlesung, die auf die ganze Angelegenheit ein s, bedeutsames Licht werfen, daß wir fie, abgesehen tmt einigen unwesentlichen Kürzungen, unseren Lesern im Wortlaute mittheilen zu sollen glauben.
I.
An den ord. Universitätsprofessor
Henn Geheimen Regierungsrath Dr. Herman Grimm Hochwohlgeboren
Berlin W., Matthäikirchstraße 5. Hochgeehrter Herr Geheim: ath!
Die Zeitungen brachten unlängst, kurz nach der Enthüllung des Grimm-Denkmals, die Nachricht, daß man in Hanau beabsichtige, ein „Grimm-Museum" in» Leben zu rufen.
Ich war und bin mit zahlreichen deutschen Landsleuten der Ansicht, daß ein Nationaldenkmal der Lrüder Grimm so wenig in Hanau wie etwa in Eteinau seinen gegebenen Platz habe, sondern, wenn licht in der Reichshauptstadt Berlin, so nur in der Hauptstadt des Hesscnlandes, in Cassel. Als Hessen, nicht als Hanauer oder Steinauer haben sich die Brüder ihr ganzes Leben lang gefühlt; in Kassel haben sie ihre erste höhere Bildung, ihre Vorbereitung für die Hochschule empfangen; Cassel hat ihre literarischen Anfänge gesehen wie die feste Begründung ihres dauernden Ruhmes durch die Märchen, durch die ersten Bände der Deutschen Gram» matif usw.; in Cassel haben sie im Ganzen über drei Jahrzehnte ihres Lebens, mehr als an irgend einem anderen Orte, zugebracht. Deßhalb, meine ich, hätte Cassel besseren Anspruch auf das Denkmal gehabt als Hanau Es kommt hinzu, daß Cassel innerhalb, Hanau außerhalb der großen Verkehrslinien Deutschlands liegt. Es kommt hinzu, daß in vetteren Kreisen der Jndustri.stadt Hanau, wie ich — und nicht ich allein! — neulich in den Tagen der Denkmalsenthüllung wiederholt persönlich wahr- zunehmen Gelegenheit hatte, herzlich wenig Verständ- »iß für die gesammte Stellung und Bedeutung der Brüder vorhanden zu sein scheint: man kennt und schätzt die Märchen, wie man sie überall, wo Deutsche wohnen, kennt und schätzt, damit scheint aber die Sache zu Ende zu sein: der Festzug der Märchenkinder war recht hübsch, die vortreffliche Festrede Edward Schröder's fand man, auch in „besseren Kreisen", „zu hoch"!
I Jndeß, wie dem auch sei, das Denkmal steht in Hanau und ist durch Worte nicht von dort nach Kassel zu versetzen. Wohl! Aber, was für den Platz des vollendeten Denkmals gilt, gilt ebenso sehr »der mehr noch für den Platz deS geplanten »Museums". Eine solche Sammlung persön- Ücher Erinnerungen an die Brüder, die die verschiedensten Setten und Zeiten ihres Wirkens und Strebens, ihres äußeren Lebensganges wie ihres mnersten geistigen Werden und gemüthlichen Seins durch die Reihe der einzelnen Stücke sinnenfällig verkörpert, ist vielleicht noch mehr als das beste Denk- «al geeignet, die ganze Persönlichkeit der Dahingeschiedenen vor dem geistigen Auge, vor dem Herzen des verständniß- und pietätvollen Beschauers lebendig Wiedererstehen zu lasten.
Solcher Beschauer dürften in Hanau sicherlich Wr betrübt wenige sich einstellen, viel mehr gewiß, an Einheimischen wie an Fremden, in Cassel; noch Vehr vielleicht in Berlin. Vielleicht — vielleicht aber auch nicht; in Berlin bestünde die Ge'ahr, daß die Sammlung in der Ueberfülle der Sehenswürdigkeiten verschwände. Und dann ist auch in Berlin meines Wissens eine derarttge Sammlung dis jetzt von keiner Seite geplant. Bei uns in Kastel ist fie schon vor langen Jahren, ehe man in Hanau nur entfernt an dergleichen dachte, in Aussicht genommen, ja ein nicht verächtlicher Grund dazu bereits gelegt worden.
Ist Cassel für die Sammlung der gegebene Ort, o ist die Landes bibliothek, die langjährige Stätte >es Wirkens der Brüder, die gegebene Stelle. Bildet doch die Landesbibliothek mit vielen und wichtigen Theilen ihres Inhaltes schon an sich, gam ohne irgend welches Zuthun, ganz ohne alle Mache, ein natürliches, ein geschichtlich gewordenes Stück Gr^mm - Museum. Schwebt doch der G ist der Brüder noch heute durch die Räume, in denen sie o lange leiblich gewandelt. Der erste Arbeitsplatz, den ich vor nun über zwanzig Jahren in der Landesbibliothek angewiesen bekam, es ist die Stelle, an der Jakob zu arbeiten pflegte; der grüne Tisch mdcmsctben Raume, unserem jetz'genNeukatalogisirungs- zimmer, er steht da, wo Wilhelm seinen Sitz hatte. In unseren Katalogen — auf den Zetteln des alphabetischen wie in den Pergamentbänden des ystematischen —, in den Handschrifkcnvei zeichnissen, n den älteren Akten, überall kehren die auch den ämmtlichen heutigen Beamten wohlbekannt n Schrist- iüge der Brüder wieder. Gar manche unserer Handchristen erinnern an sie, als an ihre verdienten Herausgeber oder Bearbeiter. Die bekannte kurfürstliche Verfügung über die Entlastung der Brüder mit „flachem Abschiede" wird von uns im Original aufdewahrt; eine Reihe von ihren Büchern sind, mit eigenhändigen Widmungen versehen, in der Nach- Casseler Zeit der Anstalt als Geschenke zugegangen Ich könnte noch mehr solcher von selbst sich bietenden geschichtlichen Erinnerungsstücke anführen. Aber auch mit bewußter Absicht sind bei uns die Erinnemngen an die Brüder gepflegt und in sicht- und greifbaren Abbildern zu ihrem ehrenden Andenken gesammelt worden. Ich nenne, was mir als Wichtigeres ein- üllt. Was fie geschrieben haben und was über sie geschrieben worden ist, haben wir in erreichbarer Vollständigkett für die Bibliothek zu erwerben uns angelegen sein lassen. Wir besitzen zahl eiche Originalbriefe (im Ganzen Hunderte!) von Jakob und Wilhelm, auch von Ludwig Grimm eine Anzahl, sowie solche, die an die Brüder von anderen gerichtet sind; wir besitzen eine reichhaltige Sammlung der Radirungen Ludwigs; wir besitzen durch Ihre eigene und Ihrer Geschwister Güte zwei Bände des kostbaren Handexemplares der deutschen Grammattik mit all den zahlreichen Erinnerungsstücken, die Wilhelm Scherer im Vorworte zum neuen Abdrucke der Grammattk so schön beschrieben hat. Eine Reihe.von Bildern der Brüder und derer, die ihnen nahe standen, halten das Andenken an sie und ihre Zeiten wach. Das Modell ihres Denkmals, von der Hand ihres Neffen Hassenpflug für die Hanauer Preisbewerbung ausgeführt, ist in ihrem früheren Aibeitsraume aufgestellt. Ihre Marmorbüsten, von dems. Iben Künstler auf Veranlassung meines verstorbenen Vorgängers Albert Duncker hergestellt, grüßen beim Eintritt in den großen Büchersaal die zahlreichen Besucher, von denen viele, und gerade die unterrichteteren alle, nicht zum wenigsten eben deshalb kommen, um durch eigene Anschauung die Anstalt kennen zu lernen, in deren Räumen die Brüder Grimm als Beamte gewaltet habe .
Es ist nicht ganz wenig, glaube ich, was ich anführen konnte, und doch ist es unzureichend, wenn der Sohn Wilhelms, der Neffe Jakobs, es für unzureichend erachtet. Es ist genug, meine ich, um es begreiflich und natürlich erscheinen zu lassen, wenn wir Leute von Cassel, wir Leute von der Hessischen Landesbibliothek, vom Casseler Museum, vom Hessischen Geschichtsvereine u. s. w. u. s. w. den Wunsch hegen und das Stteben haben, daß eine, daß die dem Andenken der Brüder Grimm gewidmete Sammlung nicht in Hanau, sondern in Cassel ihre Stätte finden möge. Die Grimm-Sammlung — denn zwei, die den Namen vollauf verdienen, find nicht möglich, und die eine ist nicht möglich ohne Sie!
Ich hatte gedacht, daß die hundertste Wiederkehr des Jahrestages, an dem Jakob und Wilhelm zuerst nach Cassel kamen, geeignet sein möchte, um mit dem Plane einer in der Casseler Landesbibliothek anzulegenden und in den Anfängen schon bestehende» Grimm-Sammlung an die Oeffentlichkeit zu treten. Ich würde dann Jahr und Tag vorher, im nächsten Frühjahr oder Sommer, an Sie mich gewandt, um Ihre unentbehrliche Geneigtheit und Beihilfe gebeten daben. Das Vorgehen der Hanauer nöthigt mich, diesen Schlitt schon jetzt zu thun. Um so mehr, da jetzt die Rede geht — Näheres weiß ich nicht und
habe ich nicht erfahren können — Sie hätten schon längere Zeit vor der Denkmalsenthüllung gewissen Hanauer Herren in irgendwelcher Form Anlaß zu der Hoffnung gegeben, daß Sie die Eriichtung eines Giimm-Museums in Hanau entschieden wünschten, begünstigten und dafür eintteten würden.
Ist das begründet, so bleivt nach meinem persönlichen Dafürhalten uns Casselern nichts übrig, als dle Segel zu streichen. Ist es nicht begründet oder haben etwa (der Gedanke liegt ja nahe) die Hanauer Herren eine höfliche, fteundliche Aeußerung von Ihnen mit Unrecht übergünsttg, im Sinne ihrer eigenen Wünsche ausgelcgt, so darf ich wohl Sie, hochgeehrter Herr Geheimrach, im Interesse der Sache, der ich als einer von vielen anderen Hessen und Casselern zu Ehren Ihres Vaters und Ihres OheimS mit bestem Willen und bester Kraft zu dienen strebe, die herzliche Bitte richten, daß Sie unseren Plan mit Wohlwollen aufnehmen und ihm Ihre unentbehrliche Unteistützung angedeihen lassen möchten.
Geschieht das, so halte ich unser Unternehmen für gesichert und verttaue, daß dann auch die Hanauer Herren, die ja gewiß bei ihrem Plane nur von den besten und edelsten Absichten beseelt sind, ein Einsehen haben und sich an dem Denkmale, das ihnen Niemand mehr nehmt n kann, genügen lassen werden. Würde doch — das müssen und werden sie sich selber sagen — ihr „Museum" in Hanau niemals auch nur annähernd so vollständig werden, so für die wettesten Besucherkreise zugän glich sein und damit zu Ehren der Brüder, der Hanauer Kinder, so zur Geltung kommen können, wie eine in der Hessischen Landesbivliothek zu Cassel mit Zustimmung, Unterstützung und Förderung Seilens der Familie angelegte Grimm-Sammlung.
Ich bitte Sie, hochgeehrter Herr Geheimrath, das, was ich im Vorstehenden dargelegt habe, einer gütigen, einer wohlwollenden Erwägung zu unterziehen und deren Ergebniß mir fteundlichst miitheilen zu wollen.
Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Dr. Eduard Lohmeyer, Oberbibliothekar der ständischen Landesbibliothek."
II. In seiner Antwort erklärt Hermann Grimm zunächst, daß, als von einem Denkmale ür die Brüder Grtmm zuerst die Rede gewesen sei, „allgemein angenommen wurde, in Cassel sei die richtige Stelle dafür." Da aber ttotzdcm der Gedanke in Caffel damals nicht zur Ausführung gekommen sei, hätten er und seine Geschwister, als nach ihrer Meinung gefragt wurde, die Aufstellung in Hanau gutgeheißen. Dann lautet das Schreiben wörtlich Wetter wie folgt:
„Als die Vollendung dann herannahte, habe ich in Hanau angefragt, ob man später vielleicht den, nun mir noch meiner Schwester und mir verbleibenden Familienbildern Aufnahme gewähren werde, und es ist darauf in sehr fteundlicher Weise zustimmend geantwottet worden. Nur von diesen Lildem war die Rede, die nur in Hanau geborene Personen darstellen und deren beste von einem berühmten Hanauer Maler, Urlaub ,gemalt worden sind.
Für die Papiere der Brüder, einschließlich der Briese und Handexemplare, war bereits nach dem Tode Jakobs ein sehr großer Eichenschrank auf meine und meiner Geschwister Kosten angefertigt worden, dessen Inhalt nach meinem oder meiner Schwester Tode der hiesigen königlichen Landesbibliothek zufällt. Bis dahin steht er unter unserem Verschlüsse. Als „Grimmschrank" bekannt, wttd er seit Jahren vo» Vielen benutzt und darauf bezügliche Bitten und Anfragen sind bisher stets berücksichtigt worden.
Der Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus hat mir vor kurzer Zeit mttgetheilt, die Absicht bestehe in Hanau, das Geburtstagshaus der Brüder anzukaufen und ein „Grimm-Museum" daraus zu gestalten. Da Herr Oberbürgermeister seine baldige Ankunft hier und einen Besuch bei mir in Aussicht stellte, habe ich sein Schreiben einstweilen ohne Antwort gelassen.
Ich habe seiner Zeit die beiden Bände der Grammatik der Hessischen ständischen Landesbibliothek zum Geschenke gemacht, weil mein Wunsch war, es möchte dieses Zeichen der gelehrten Arbeit Jakobs aus den Casseler Zeiten dort zur Erinnerung an ihn verbleiben.
Ich bitte mir mitzutheilen, hochgeehrter Herr,
was Ihrer Meinung nach von mir noch gcthan werden könnte.
In ausgezeichneter Hochachtung Ihr ganz ergebenster
Herman Grimm."
III. Hierauf antwortete Dr. Lohmeyer Folgendes: Hochgeehrter Herr Geheimrath!
Für die gütigen Mittheilungen Ihres vorgestrigen Briefes meinen verbindlichsten Dank. Wenn „die Papiere der Brüder einschließlich der Briese und Handexemplare später der Königlichen Bibliothek in Berlin zufallen, so dürfte schon damit entschieden sein, daß „die" Grimm-Sammlung, wie ich sie dachte, überhaupt nicht zu Stande kommen kann. WaS Hanau zusammenbringt, was Cassel besitzt und weiter erwirbt, bleibt, jedes für sich und beides zusammen- genommen, Stückwerk. Immerhin wäre Vereinigung auch so noch das Beste, dem gemeinsamen Zwecke Dienlichste, aber sie ist nunmehr ganz ausgeschlossen, da Hanau, wie ich soeben in dem beiliegenden Zeitungsausschnitte lese, die förmliche Begründung einer „Grimms - Museumsgesellschaft" vollzogen hat, also auf seinen Sonderplan nicht verzichten will, während wir an der Casseler Landesbibliothek auf unseren schon vorhandenen werthvollen Bestand natürlich nicht verzichten können. So mögen denn die beiden Sammlungen, so gut sie können, nebeneinander bestehen und wachsen. Daß Cassel seinen bermaltgen großen Vorsprung vor Hanau auch ferner behaupte und ihn zu behaupten auch durch geeignete Zuwendungen zu unserer Sammlung von möglichst vielen Seiten in Stand gefitzt werde, das ist, dabei bleibe ich auch jetzt noch, rein im Interesse der Sache und der Verehrer der Brüder Grimm dringend zu wünschen. Ob Sie, hochgeehrter Herr Geheimrath, in der Lage sind, jetzt oder später durch Zuwendung des einen oder anderen Erinnerungsstückes, über das sie noch verfügen können, unsere Sammlung zu bereichern, kann ich nicht beurtheilen. Ich lege auch, so erfreulich und willkommen solche kleine Gaben sein würden, darauf viel weniger Werth, als auf die Erhaltung Ihrer, wie ich aus den Zeilen Ihres Briefes herauslesen zu dürfen glaube, freundlichen Gesinnung und wohlwollenden Siel-' lung zu unserer Anstalt und unserem Unternehmen. Zn dessen Förderung den Weg einer Zeitungspolemik mit den Hanauer Herren einzuschlagen und in solchem öffentlichen Wettstreit um Gunst weiterer Kreise zu werben, widerstrebt mir. Doch dürfte es vielleicht zur Aufklärung der Sachlage förderlich und dienlich sein, das, was ich Ihnen geschrieben und was Sie mir geantwortet haben, in hiesigen Blättern zu veröffentlichen; mir ist von befreundeter Seite hier dieser Wunsch ausgesprochen worden. Würden Sie damit einverstanden sein? Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
Edward Lohmeyer.
IV. Die Antwort Herman Grimm'S lautet: Hochgeehrter Herr, es erscheint mir als ein schöner Gedanke, in Caffel eine Sammelstelle für Grimmrelignien vorzulegen. Ja, ich würde nichts dagegen haben, wenn dies auch in Göttingen und Marburg geschähe. Diese Vielheit bietet den Vortheil, daß was dahin nicht geht, dorthin vielleicht seinen Weg findet. Gewiß stecken in vielen Familien noch Briese der Brüder, und diese werden durch eine solche Theilung eher hervorgelockt. Ich weise hierbei im Hinblick auf meinen Onkel Ludwig Grimm auf einen Vorschlag hin, den ich schon mehrfach gemacht habe: einen Theil der Casseler Gemäldegalerie zu einer Spezialsammlung der Werke hessischer Künstler zu gestalten. Geschähe das, so würden 58 ö t tn er und Henschel z. B., von denen das größere deutsche Publikum nicht weiß, zu der Ehre gelangen auf die fie Anspruch haben. — I ch werde Ihrer Grimmsammlung meine Thatkrast in öo’IIem Maße zuwenden und bitte Sie, mich von dem in Kenntniß zu erhalten, was geschieht und beabsichttgt wird. I ch fühle mich, f» kurze Zett ich mit meinen Eltern in Caffel, meiner Vaterstadt, zubrachte, durchaus als Hessen und Cassel an er, und die hessische Sprache, der meine liebe selige Mutter bis an ihr Ende treu blieb, klingt mir fteundlicher in den Ohren, als jeder andere vaterländische Dialeft.
Hochachtungsvoll Ihr ganz ergebenster Herman Grimm.
12. November 1896.