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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für >ie Kreise Marburg «nb Kirchhain.
"■ -*» Zllustrirtes Sonntagsblatt.
Berartwortlich für den allgkmeimn Th«il: Redakteur M. Hartmann, für den JnseratencheU: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg
Snzeigeu nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blatte», sowie bi« Aunoncen-Bureaux von Haasenstrin u. Vogler iu _____ Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Aaüra Moff« in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C. 8. ‘ <0**M*B<
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und «
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ÄS'suS'ÄÄÄ n, J&g Somabend, 5. Dezember 1896.
Die Handwerksorganisation
ist, wie nun nicht mehr anzuzweifeln ist, im Bundes- rathe auf Widerstand gestoßen, und wird im Bundes- rathe umgearbeitet. Angeblich hat sich ein starker Widerspruch namentlich von Seiten süddeutscher Bundesstaaten geltend gemacht. Wir sind der Ansicht, daß bi.fer Widerspruch bei festem Willen, den Wünschen der Handwerker gerecht zu werden, wohl überwunden »erden könnte; denn die Bedenken, die jetzt von süddeutscher Seite geäußeit werden, sind nicht erst neuerdings laut geworden, sie waren schon vor dem Einbringen der Handwerksvorlage im Bundesrathe bekannt. Wollte man also vor diesen Bedenken einfach die Segel streichen, so hätte man besser gcthan, den Entwurf überhaupt gar nicht einzubringen; war er aber einmal eingebracht, so müßte das Bundesrathspräsidium Alles aufbieten, um die Bedenken zu be- stegen. Statt nun den Entwurf einfach nach den Wünschen der süddeutschen Regierungen umzu- modeln und die Handwerker vor den Kopf zu stoßen, sollte man nnn wenigstens einen Ausweg suchen, um beiden Theilen gerecht zu weiden. Unseres Erachtens würde ein solcher wohl zu finden f.in, wenn der Bundesrath sich auf den Standpunkt stellte, gewisse Befugnisse in der Organisationsfrage der Kompetenz der Landesgesetzgebuvg zu übe lassen. Dann könnten die süddeutschen Länder sich die Sache einrichten wie sie wollen und würden nicht das Schwergewicht bilden, das immer wieder die Erfüllung berechtigter Handwerkerforderungen zurückhält.
Zur Handwerkerfrage im allgemeinen sind wir der Meinung, daß es nicht heilsam sein kann, den Befähigungsnachweis, der ja für einzelne Gewerbe, wie z. B. für das Baugewerbe, sehr erwünscht ist, für alle Gewerbe einzufüyren. Hoffentlich aber wird M dem Jnnungszwange festgehalten. Wir setzen dann fieilich voraus, daß eine größere Zahl der jetzt im Entwürfe aufgeführten Gewerbszweige aus dem Jnnungszwange fortgelassen würden. Viele davon gehören ja zum allergrößten Thcile gar nicht mehr zum Handwerk. Sie in die Organisation mit Gewalt hineinpressen zu wollen, ist doch weder für die Gewerbszweige, noch für die Organisation von Vor- cheil. Außerdem aber hat die im Sommer vorigen Jahres vom Reichskanzler veranstaltete Statistik ergeben, daß nur die wenigsten der im Entwu'fe aufgeführten Gewerbszweige eine einigermaßen in Betracht kommende Anzahl lebensfähiger Innungen bilden können. Den Jnnungszwang auf solche Gewerbszweige auszudehnen, die nicht einmal
(Nachdruck verboten.)
Zwischen Lipp' und Kelchesrand.
Roman von I. Berger.
(Fortsetzung.)
Nachdem Anne Marie den Tisch abgeräumt und den Kaffee gebracht hatte, blieben Mutter und Sohn un traulichen Gespräch beisammen, das keinen Augenblick stockte. Er hatte ihr viel mitzutheilcn und sie Mte voll Theilnahme zu, ohne seine Rede zu unterbrechen.
.Ich versichere Dich, Mama, geradezu gräßlich M es dort hinten an der russischen Grenze,' be- cheuerte er, „kaum zum Aushalten! Theater und Konzerte existiren nicht in meiner Garnison, Bälle «d Gesellschaften ebensowenig. Zeitungen sind vremals vorhanden und in der Leihbibliothek nur aste Schmöker von anno dazumal zu finden. Der «nzige Lichtblick in dem Nest ist Mittags und Abends vn Kasino, denn die Kameraden sind ohne Ausnahme vngänglich und nett. — Kowmißdienst bei der Batterie hatten wir die schwere Menge und kam Man zum Manöver hinaus, dann wurde die Situation wch schauderhafter. Abscheuliche Quatiere in Lehmhütten, nasse Biwaks, schlechte Kost — Ja, auf «!)re, manchmal war's zum Todtschießen, rein zum «erücktwerden. — Dabei nicht den geringsten Verehr mit den benachbarten Gütern, weil die Besitzer Polaken find, die nichts von uns wissen wollen. Die Civilisten im Städtchen meistens Spießbürger. Habe mich scheußlich über die Kerle geärgert I'
Wulf schlug zornig mit der flachen Hand auf Tisch. Die Majorin griff nach der Hand und areichette sie sanft mit ihren weichen Fingern.
„Na ja, na ja, Mama, ich brauche Dir nicht ^st zu erklären, was für ein Hundeleben -ich in
leb,nsfähige Innungen bilden können, das zeugt etwas zu deutlich von Schablone. Die Schablonistrung sollte überhaupt aus dem Entwürfe entfernt werden. Es ist gemeldet, daß die Handwerks- ausschüsse beseitigt werden sollen. Auch das wäre nur von Nutzen. Wenn die Organisation auf das wirkliche Handwerk beschränkt würde, so wäre sie noch immer nicht geeigntt, dem Handwerk den früheren goldenen Boden wieder zu verschaffen, denn dazu sind die Handwerker nur allein fähig, jedoch es würde wenigstens d njenigcn weiten Kreisen der erwerbenden Bevölkerung kein Unrecht zugefügt, welche durchaus nicht in die Zwangsinnung hineingepreßt werden wollen und auch diese Institution garnicht mehr paßt.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Dezember. (Tagesbericht.' Ueber den Aufenthalt Sr. Majestät deS Kaisers in Hannover wird von heute berichtet: Bereits von 1/t 10 Uhr ab zog daS Publikum nach dem Waterlooplatz, wo um 11 Uhr die Parade über sämmtliche Truppenkörper der Garnison stattfinden sollte; in einem dichten, vieltausendköpfigen Kranz umgab die Volksmenge, in welcher die Schuljugend besonders stark vertreten war, den Platz. Kurz bevor Se. Majestät das Schloß verließ, wurden die am gestrigen Nachmittag vom Generalkommando- Gebäude nach dem Königlichen Schloß überführten Fahnen und Standarten durch eine Kompagnie des Füsilier-Regiments Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen Nr. 73 und eine Escadron des Königs- Ulanen-R.giments vom Königlichen Schloß wieder abgeholt und nach dem Waterlooplatze gebracht. Die Aufstellung der Truppen Uit-te der Kommandeur der 19. Division, Gencrallieutenant von der Mülbe. Bei seiner Ankunft auf dem Platze begrüßte Se. Majtstät die Truppen mit einem „Guten Morgen", das laut schallend erwidert wurde. Nach dem Abreiten der Front fand ein zweimaliger Vorbeimarsch statt, und zwar zunächst von sämmtlichen Truppen in Zügen, hierauf in Kompagnie-, Escadrons- und Batterie-Fronten. Nach dem letzten Vorbeimarsch rückten die Truppen ab, wählend der Kaiser die Kommandeure silbständiger Truppcntheile zur Kritik um sich versammelte, und dann Meldungen beförderter oder versetzter Offiziere entgegennahm. Nach Beendigung des militärischen Schauspiels ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie in's Schloß zurück, wo um 1 Uhr Frühstückstafel statt-
diesem gesegneten Neste geführt habe: Stelle Dir einmal vor, daß die Hälfte Einwohnerschaft aus polnischen Schacherjuden besteht, die mit langen Seitenlocken in denkbar schmierigen Kaftans in den Gassen nmherlungern, den Offizieren die alten Kleider abkaufen und ihnen Gelder zu sehr hohen Prozenten leihen.'
Die Majorin zuckte zusammen und blickte Wulf mit großen erschreckten Augen an.
„Leider sind viele Kameraden In der verzweifelten Laae, sich dieser Kerle bedienen zu müssen,' fuhr er ernsthaft fort. „Gott fii Dank habe ich nicht nöthig, Geld zu borgen. Im Gegentheil: ich habe gespart und mir dafür Bücher angeschafft zum Studium für die Kriegsakademie. — Meine gute liebreiche Mama sorgt schon dafür, daß ich keinen großen Mangel leide.'
Er beugte sich über die Hand der alten Dame und preßte die frischen Lippen darauf.
„Aber jetzt will ich Dir noch etwas Gutes erzählen, was Dich erfreuen wird," sagte er mit einem glücklichen Lächeln. „Nämlich, ich habe Ordre erhalten, nach Berlin zur Arttllerie - Ingenieurschule, wo ich am 1. Juli ein treffen muß. Seitdem träume ich jede Nacht von diesem Wechsel und kann die Zeit kaum erwarten. Ich möchte die ganze Welt umarmen vor Freude!'
Er sprung auf, feine Lippen waren ganz blaß vor Erregung. Dann trat er aus offene Fenster und starrte in's Weite. Vor seinen träumerischen Augen gaukelten alle möglichen schönen Zukunftsbilder.
„So — so gern gehst Du nach Berlin?" fragte die Majorin.
Wulf wandte sich hastig um „Unendlich gern! Alle Kameraden beneiden mich darum. — Nur eins bedrückt, ängsttgt mich, macht mir Unruhe." — Die
fand. Während derselben hatte der Männergesangverein wieder die Ehre, seinem hohen Protektor verschiedene Gesänge vorznttagen. Der Verein erhielt daraus als Beweis besonderer Anerkennung das vom Kaiser entworfene Bild „Niemand zu Liebe, Niemand zu Leide" zum Geschenk. Francesco d'Andrade wurde zur Erinnerung an seine Darstellung des Don Juan eine goldene Vorstecknadel zugestellt, welche den Namenszug des hohen Spenders in Brillanten trägt. Um 5'/, Uhr begab sich Se. Majestät nach der Kaserne des Königsulanen-Regiments, um mit dem Osfizierko ps zu speisen. Nach Beendigung des Essens, gegen 7*/2 Uhr, traten die Mannschaften des Regiments mit Magnesiumfackeln aus der Kaserne, um au beiden Seiten der Straße Spalier zu bilden. Be der Abfahrt brachten die Ulanen ihrem hohen Che ihre Huldigung durch ein dreifaches kräftiges Hurrah dar. Im Theater das gleiche Bild wie Tags zuvor. Die Ouvettüre zum Mozart'schen „Titus" leitete die Vorstellung des von der Pfordten'schen Schauspiels „1812" ein, in dessen Zwischenakten historische Märsche erschallten. Der Kaiser gab mehrmals Zeichen des Beifalls. Bei der Verabschiedung des Kaisers vor Verlassen der Loge erneuerten sich die Hochrufe. Wie bekannt wird, hat der oberste Kriegsherr eine Anzahl von Beförderungen verfügt. Die Abreise des Kaisers nach Springe ist auf morgen 12 Uhr 45 Min. Mittags festgesetzt; gleich nach der Ankunft im Jagdrevier soll ein Jagen stattfinden. Sonnabend ist ebenfalls Jagd, nach deren Beendigung die Gäste des Kaisers He Heimfahrt an treten, während der hohe Jagdherr bis Sonntag Nachmittag im Jagdschloß weilen wird, um dann die Fahrt nach Bückeburg zu unternehmen, wo am Montag ebenfalls gejagt wird.
* (Ueber Reisepläne des Kaisers) wird aus Konstantinopel gemeldet: In türkischen Kreisen will man wissen, daß der deutsche Kaiser die Absicht bekannt gegeben hätte, zu Ostern 1898 nach Jerusalem zu reisen, um der Einweihung der neuen, protestantischen Kirche beizuwohmn. Der Kaiser würde von dcm Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenraths Barkhausen begleitet werden. Bei dieser Gelegenheit dürfte der Kaiser eine Einladung des Khedive zum Besuche Kairos erhalten und annehmen.
* (Der Bundesrath) hat in seiner heutigen Sitzung dem Anträge Sachsens, betreffend die Ermächtigung des Steueramts zu Riesa zur Eingangs- adfertigung von hartem Kammgarn aus Glanzwolle,
Worte kamen jetzt leise, fast schüchtern von feinen blassen Lippen. „Es handelt sich nämlich — nm — um —"
„Was meinst Du, Wulf?"
„Es ist Alles so theuer in Berlin, liebe Mama, und — wir müssen doch darüber sprechen — daß —"
»Daß Du dort mit Deiner kleinen Zulage von 60 Mark nicht auskommen kannst,' fielj rasch die Majorin ein. „Sorge um nichts, lieber Sohn! J^ konnte in den letzten Jahren eine kleine Summe zurücklegen — ich brauche so wenig. Werden Dir monatlich 120 Mark genügen, um den Anforderungen der Großstadt nachzukommen? — So viel kann ich Dir geben.'
Der junge Offizier stürzte vor der Mutter auf die Knie und preßte feine Hand m ihren Schoß.
„So viel, — so viel! süße Mama,' stammelte er. „Wie soll ich Dir danken? — Wie Deine Güte vergelten?— Doch Du wirst Ehre von mir haben — nur Ehre und nur Freude! — Das verspreche ch Dir."
Er hob die schönen braunen Augen zu ihr empor und legte betheuernd die Hand auf fein Herz.
Die Majorin blickte gerührt auf ihn nieder und treichelte seine heißen Wangen.
Inzwischen war der Nachmittag vergangen.
Anne Marie kam herein und deckte den Tisch zum Abendbrod. Sie richtete Alles nett nnd zierlich her, wenn auch nichts toiiter zu serviren war, als Thee, Brod, Butter und etwas kalter Aufschnitl. In den hübschen rnsfischen Theegläsern von geschliffenem Krystall und den blanken Messingkelchen über der züngelnden Spiritusflamme spiegelte sich das Licht der Hängelampe, und das brodelnde Thee- wasser summte leise mit geheimnißvollen Melodien.
sowie den Ausschußanttägen, Betreffend die Verarbeitung von Tabak zu Lauge und von Mehl zu Backwaaren im Wege des Veredelungsverkehrs, betreffend eine Ergänzung der Anleitung zur Prüfung des als Denaturirungsmiitel zugelassencn Essigs, betreffend Aenderung des statistischen Waarenver- zeichnisses und des Verzeichnisses der Massengüter, betreffend den Bezug und die Verwendung von zollbegünstigtem Skidenzwirn und betteffend den Zoll- verwaltungskosten-Etat für das Königreich Sachsen, die Zustimmung ertheilt. Der Ausschußbericht, betreffend die gemeinschaftlichen Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie die in Anrechnung zu bringenden Verwaltungsausgaben für 1892 93, wurde genehmigt. Die Einträge Badens nnd Württembergs, betteffend die Ausführung des Börsengesetzes, und die Vorlagen, betreffend die Revision des internationalen Uebereinkommens über den Eisenbahn- frachtverkehr und betteffend die Zulassung älterer Maße, Meßwerkzeuge und Gewichte zur Wiederholung der Aichung und Stempelung, wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Schließlich wurde über einige Eingaben Beschluß gefaßt.
* (3m Prozeß Lützow-Leckert) tagte der Gerichtshof heute ohne Pause von 9t/2 bis nach 7 Uhr Abends. Außer der Aussage des Reichskanzlers sind die Erklärungen des Staalssettetärs v. Marschall, dessen Verhör zwei Stunden dauerte, besonders hervorznhen. Es handelt sich um Verleumdung höherer Hofbeamten, die angeblich diesem Redakteur die bekannte falsche Version des Breslauer Z a r e n t o a st e s in die Feder diktirt hätten. Leckert, von jüdischem Aussehen, will in Breslau den Reichskanzler „interviewt" haben. Der Reichskanzler sagte als Zeuge aus:
„Ich kann keine bestimmte Ansknrift geben. Ich weiß nur, daß ich im Vorzimmer meiner Wohnung in Breslau erneu jungen Mann gesprochen Hube, der vielleicht bei Angeklagte gewesen sein tonn. Was er mir gesagt hat, weiß ich nicht mehr, ebenso wenig, was ich ihm gesagt habe. Ich habe aber meinen Kammerdiener gefragt, ob ihm etwas von dieser Begegnung noch im Gedächtniß geblieben ist. Nach dessen Erinnerung ist fistzustell.n, daß, während ich ui ch ankleidete, um auszugehen, an die Thür geklopft wurde; der Kammerdiener sah nach und sand einen jungen Mann vor, welcher eine Karte und eine Manöverkarte vor- wies und von mir empfangen sein wollte. Ich ließ ihm sagen, daß dies nicht angehe. Er erwiderte aber, daß er mir wichtige Mittheilungen zu machen habe. Als ich aus meinem Zimmer kam, fand ich den jungen Mann im Vor- jimmer. Er theilte mir etwas mit. Ich kann jedoch mit Sicherheit darüber eine Auskunft nicht geben."
Staatssekretär v. Marschall bekundet, er habe Lützow niemals gesehen. Einen so jungen Mann
ES war reizend gemüthlich in dem bescheidenen Wohnzimmer der alten Dame.
„Es thut mir recht leid, lieber Wulf," sagte sie nach einer kleinen Pause, „daß ich Dir diesmal nur das kleine Hmterstübcheu anbieten kann. Ich habe den größten Theil unserer Wohnung abgegeben. Anne Marie hatte zu viel Arbeit mit dem Reinmachen der vielen Räume, da ich kein zweites Mädchen mehr halte. Ich muß sie ein bischen schonen bei ihren Jahren. Drin Stübchen ist aber freundlich und hat die schöne Aussicht auf Senator» Garten.
„O, ich schlafe überall wie ein Murmelthier und ich bin mit allem zufrieden, beste Mama! Daheim ruht sichS noch besonders gut und drei Wochen, drei ganze Wochen habe ich Urlaub. Welch köstliche Zett des Beisammenseins wird das für uns fein!"
Die Majorin nickte beglückt, ihr Gesicht strahlte in mütterlicher Freude.
Du wirst doch morgen Deinen Besuch bei Senators machen?" fragte sie nach längerem Schweigen.
»Aber ganz bestimmt! Es find doch unsere älttsten liebsten Freunde! — Ist bei der Familie Alles beim Alten geblieben?'
,3a! — das heißt ttr der Hauptsache. Herr Senator ist nach wie vor der unermüdlich thättge, tets um das Wohl der Stadt besorgte Mann. Fräulein Jakob führt den Haushalt mit gewohnter Umsicht und Pflichttreue. Die Zwillinge, Kurtchen und Fritzchen, sind Ostern nach Quarta versetzt worden und das kleine Gretchen hat eine englische Bonne bekommen."
(Fortsetzung folgt.