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Wöchentliche Beilagen: KreiSölatt für die Kreife Marhnrg und Kirchhain.
jmagarto -*» Zllnftrirte- S-nntag-Blatt.
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Erstes Blatt
U.VU.VV uuueuiuitn, oic unjere Harzoerge oe;ucyen.i 7°7 , ' . ,7
Drüben .im alten Gildenhause sind vierzig Zimmer inbelnd tm Kreise herum.
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Gleich darauf erschien eine ältliche Person in
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und ging un- Sie erwartete kommen wollte war. — Was war sonst die
Die Majorin hatte sich erhoben ruhig im Zimmer auf und nieder, ihren Sohn, der mit dem Frühzuge und jetzt um Mittag noch nicht da mochte ihm nur geschehen sein? Er Pünktlichkeit selbst.
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still in ihrem Lehnsessel und blickte träumerisch auf das sich vor ihr entwickelnde Marktgetriebe hinab. Ueber der Erscheinung der alten Dame lag ein Hauch von Vornehmheit und sanfter Würde. Das feine, etwas blasse Gesicht war noch immer schön und die dunkelblauen Augen strahlten die Milde und Güte eines edlen Herzens aus.
Das Zimmer war behaglich mit altmodischen, glänzend polirten Nußbaummöbeln ausgestattet. Ein großer persischer Teppich bedeckte den Boden. An den Winden hingen einige Kupferstiche von Werth und Etageren mit kleinen Statrietten, Figürchen und Nippes. Eine alterthümliche Pendule nebst mehreren wunderbar geformte» Majoliken standen auf dem Kamin. Im ganzen Zimmer war nicht der geringste Luxus der herrschenden Mode zu finden. Die Majorin war mit der Einrichtung, die sie einst zur Ausstattung erhalten, alt geworden. Sie fand Alles schön und praktisch und konnte sich mit dem unbequemen Hausrath der Jetztzeit nicht befreunden.
Die Uhr an der Klosterkirche schlug zwölf, und als die Glocke zum letzten Male angeschlagen hatte, klang hoch vom Thmm der langgezogene Ton des Thürmerhorns. Das geräuschvolle Treiben auf dem Marttplatz verstummte allmählich, nur das Spatzen- voll lärmte noch und belustigte sich auf der verödeten Stätte.
SrschttM täglich «6«: an Wrrttagrn nach Sonn- und »«ertagto, - Quartal - AbmmnnentL-Preis bei der Erpe- bttton L M, bei allen Postämtern 2 Mr. 36 Pfg. (exkl. Bestellgeld) JnsrrtionSgebühr für die gespaltene Zeile -der deren R-mn 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 26 Pfg.
luder ja keine Rücksicht, und die Unterstützung aus den Strcikekassen, die ja nur eine Weile vorhält, hebt sie über dieses Gerechttgkeitsgefühl nur um so leichter hinweg. Es kann und wird auch, wenn diese Art des einfachen Bruches des Arbeitsvertrages Seitens des Arbeitnehmers zu Erzwingung höheren Lohnes ohne Rücksicht auf die Covjunctur des Unternehmers in Massen weiter erfolgt, die Arbeit- gcberschaft allmählich die Lust zu Erweiterung ihrer Unternehmen und damit zu Schaffung neuer Arbeitsgelegenheit verlieren. Ja, manche Arbeitgeber werden es überhaupt vorziehen, lieber, wie man sagt, die Bud: zuzumachen, als sich von den Arbeitern, für die sie schon genug Lasten durch die sozialreformerischen Gesetze zu tragen haben, drangsaliren zu lassen!
Wie man durch Ruhe und Vernunft viel eher etwas erreicht, als durch Poltern und Trotz, so wird auch jeder Arbeiter auf obigem Wege weit eher zur Aufbesserung seiner Lage Beitragen können, als durch Kontrakibruch und Maffenstteik. Es ist der letztere ja auch insofern ein völlig unrichtiges Mittel, als es für alle Arbeiter, die in den Ausstand getreten sind, für die guten und fleißigen, wie für die geschickten ebenso die Lohnerhöhung fordert, wie für die schlechten, taulen und ungeschickten. Fleiß und Geschick haben sich allerdings bisher zum Glück in Deutschland noch immer gelohnt, aber für Arbeiter von gegenteiliger Beschaffenheit auch Lohnerhöhung erzwingen zu wollen, das allein macht in der Praxis schon die Masscn- Ausstände aussichtslos.
bestellt und man erwartet die Gaste schon seit vier Stunden. Aber bis jetzt ist fein einziger von ihnen eingetroffen!"
Er errötete wie ein junges Mädchen und blickte stolz auf das von einem büftern Trauerflor verschleierte Porträt seines Vaters, welches über dem Schreibtische der Mutter hing.
Ganz strahlend bot er ihr den Arm und führte sie zum Sopha an den gedeckten Tisch, wo sich beide niederließen. Anne Marie servirte das Mittagsmahl, dem Wulf zur Freude der alten treuen Dienerin alle Ehre auihat. Die Majorin ließ noch eine Flasche Moselwein ans dem Keller holen und so floß eine Stunde voll ungetrübter Heiterkeit sehr rasch dahin.
(Fortsetzung folgt.)
Die Dienerin schüttelte lebhaft den Kopf.
„Aber nein! — Gnädige Frau ängstigen sich ganz unnöthig. Was soll dem Herrn Lieutenant denn passirt^sein? Die Züge verspäten sich doch immer am Sonnabend vor Pfingsten, wo so viele Fremde mittommen, die unsere Harzberge besuchen.
virmtworÜich für dm eKgemeincn Thril: Redakteur M. Hartmann für dm Juseratmthett: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg
„Dann bin ich beruhigt," sagte die alte Dame und nahm ihren gewohnten Platz im Erker wieder ein. „Schau nur ordentlich nach dem Effen, Anne Marie, damit gleich angerichtet werden kann, wenn mein Sohn kommt. Jedenfalls wttd er tüchtigen Hunger mitbringen!"
„Na, na, das wird wohl so sein, gnädige Frau! Ich habe auch recht was Gutes gekocht. — Dem Herrn Lieutenant sein Leibgericht. Geräucherte Schweinerippcheu mit Erbsen und Sauerkohl. Und noch eine Extraspeise, — Käsetorte mit Schlagsahne! Alles ist fix und fertig und wohl gelungen, gnädige Frau!"
In demselben Moment fuhr rasch eine Droschke vor das Haus. Die Majorin zuckte zusammen, ihre Augen leuchteten, ihre Lippen zitterten vor Erregung. Sie streckte unwillkürlich beide Hände gegen die Thür, durch welche ihr Sohn ein treten mußte.
Wulf lachte und küßte ihr wiederholt Mund und Hände. Danach schwenkte er sie ein paar Mal
Marburg,
Freitag, 4. Dezember 1896.
Sie trat zu einem Tische und läutete zweimal hastig mit einem silbernen Glöckchen.
„Um Gotteswillen, laß mich! — Du bringst mich um!" rief sie athemlos. „Niemals wirst Du vernünftig werden, Wildfang Du!" Dann schob sie ihn ein wenig von sich fort und sah ihm zärtlich in das vollendet schöne Gesicht, in die übermüthig blitzenden braunen Augen. „Wie ähnlich Du dem Vater bist, mein Sohn. Jeder Zug, jede Mene Deines Gesichts erinnert mich an ihn. Selbst die Gestalt, die Sprache hast Du mit ihm gemein. Ja, Alles, Alles, mein Junge!"
• • * • Deutsches Reich.
Berlin, 2. Dezember. (Tagesbericht.) Se. Majestät der Kaiser hörte heute Vormittag von 9 Uhr ab im hiesigen König!. Schlosse den Vortrag des Reichskanzlers und des Geheimen Ober- Reg.-Rathes Scheller vom Geheimen Civilkabinet, unternahm dann eine Spazierfahrt durch den Thiergarten und trat um 12 Uhr 15 Mn. vom hiesigen Lehrter Bahnhof die Reise über Stendal nach Hannover an. — Punkt 4i/r Uhr lief in Hannover der aus sechs Wagen bestehende Exttazug in die in üblicher Weise mit Fahnen und Guirlanden geschmückte Bahnhofshalle. Im vorletzten Wagen befand sich der Kaiser; als der Zug hielt, grüßte er mit der Hand nadj den am Zuge stehenden Eisenbahnbeamten hin und schritt dann auf den in Uniform erschienenen Polizeipräsidenten Grafen Schwerin zu, denselben begrüßend. Der Kaiser trug die Uniform seines Ulanen-
Lnz«i««n nimmt «utgegtn di« Expedition dieses Blatte«, sowie di« Auuoucm-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iaüra. Ätoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.
Daube u. Eo. in Frankfutt c M., Berlin, Hannover, Pari«.
Arbeitnehmer und Arbeitsgelegenheit.
b. Der Streik in Hamburg und Bremen, dem die Berliner Gewerkschaften sowohl, wie der englische Agitator Tom Man, der Vorsitzende des Ceniral- raths des internationalen Verbandes der Schiffs- Dock- und Flußarbeiter, bekanntlich ihre Unterstützung leihen, wird denselben traurigen Erfolg zeitigen, wie afl diese vom Zaun gebrochenen Ausstäitte: die Arbeiter und ihre Familien, die am Streif betheiligt sind, werden eine sehr empfindliche Summe an Arbeitsverdienst cinbüßen, und überdies wird durch Einschränkung und Stockung des Verkehrs den dortigen Verkehrs - Interessenten gleichfalls ein erheblicher Verdienst - Ausfall bereitet. Es steht nun Natürlich vor allen Dingen zu erwarten, daß es die Hamburger und Bremer Arbeitgeber an der »iihigen Energie gegen die Streikenden, namentlich durch Nichtwiedereinsttllung der Haupthetzer, nichr schien lassen. Die Behörden werden sicher nicht «mangeln, die noch Arbeitenden und die von aus- »örts zum Ersatz der Ausständigen zuziehenden Arbeiter vor gewaltsamerAbhaltung Seitens derStteikenden b-n der Arbeit zu schützen. Man sollte doch auch meinen, daßdieempfindlichenStrafen, welche in der letztenZeil von den Gerichten gegen solche Vergewaltiger von „Sttike- brechcrn" vielfach verhängt worden sind, die Excenttischen müer den Ausständischen allmählig Ilüger machen müßten.
Wir sind wahrlich nicht gewonnen, jedem Mit MNschen, auch dem Arbeiter irgendwie die Gelegen- hnt verkürzen zu wollen, seine materielle Sage durch erhöhtes Arbeitsverdienst zu verbessern. Wir schmälern den Arbeitern auch ihr Coalitionsrecht nicht. Was wir aber verlangen, das ist, • daß sie von diesem Rechte einen vernünftigen Gebrauch machen. 68 ist für einen jeden Arbeiter, der gerecht und »attisch denken zu können glaubt, doch vor allem in Setradjt zu ziehen, daß derjenige, von dem er die Arbeit nimmt, meist an die Scholle gefesselt bleibt, oo diese Arbeitsgelegenheit geschaffen wurde. Er mt daselbst seine Rhederei, seine Speicher, seine Fabrik, r muß sich nach her geschäftlichen Conjunctur dieses Platzes auch auf dem Arbettsmartte richten. Hierauf aber nehmen die Arbeiter-Coalitionen, aufgehetzt durch sozialdemokratische Führer int In- und Auslande,
(Nachdruck verboten.) I Zwischen Lipp' und Kelchesrand. Roman von I. Berger.
lieber der uralten Kaiserstadt war ein wnnder- »ller Frühlingsmorgen angebrochen. Die Glocken tt verschiedenen Kirchen läuteten das Pfingstfest ein. ht vollen Glanze der Sonne, wie eingetaucht in Maragbne Farbengluth schimmerte das schöne Goslar leich einem köstlichen Juwel aus den grünen Harzigen hervor. Hinter den gewaltigen Thorthünnen «d Zwingern reihten sich die alterthümlichen Giebel- «iser nut ihrem architektonischen Zierarth und ciginellen Schnitzereien. Und inmitten dieser »ofanbauten ragten die Ueberrefte von Klöstern, stiften, Kapellen und die alte einzig in ihrer Art gehende Kaiserpfalz, ein hochhervorragendes Denk
romanischen Baustils, stolz in die Luft empor.
Auf dem Marktplatz der Stadt, hauptsächlich bei iu in der Mitte desselben befindlichen Brunnen «g es heut sehr lebhaft zu. Dort saßen Händler Ä Marktftanen in bunter Reihe und boten ihre waren aus. Rings umher war ein Dust von ^chen Birkenzweigen. Ueberall Maien, Maien, so- est das Auge blickte; vor den Buden derlVer- «fer, vor den alten Bürgerhäusern, in den Händen tt Käufer und zahlloser jubelnder Kinder, welche »ch die Gassen ftrömten und sich der kurzen mngstferien erfreuten.
Das Haus des Senator Lindner, eines der Glichen Gebäude am Martte, war von ollen bis «en mit grünen Maien geschmückt; selbst auf dem ^gieblichen Dacherker war eine junge schlanke Birke •fgefteeft, gleich einer Fahne, und die Schwalben hweiften mit fröhlichem Zwitschern darüber hin.
Am Erkerfenster der zweiten Etage di'.ses Hauses 4 die verwittwete Majorin von Schollermark ganz
Regiments, darüber grauen Mantel mit Pelzkragen Durch das mit Blattgewächsen beforirte Fürstenzimmer begab sich Se. Majestät zum Wagen. Beim Ans- ttitt aus bem Bahnhossgebäube unb aus bent Wege zum Schloß wurde er mit lebhaften Hurrahs begrüßt. Nachdem der Kaiser verschiedene militärische Meldungen entgegengenommen hatte, folgte um 6 Uhr das Diner. Die Tafel war im goldenen Saal gedeckt; auf derselben prangte diesmal ein Theil des großen silbernen Tafelschmuckes, den die Städte dem Kaiser zu seiner Hochzeit darbrachten, In der Mitte dir langen Tafel hatte der Kaiser Platz genommen, ihm zur Rechten saß der kommandirende General des X. Armeekorps, General der Infanterie von Seebeck, links, vom Kaiser saß der Oberpräsident Dr. von Bennigsen. Nach der Tafel erschien der Kaiser um 7 */2 Uhr in der Uniform seines Ulanen - Regiments in der großen Mittelloge des Theaters und wurde mit lebhaften Hurrahs begrüßt, wofür er durch Verneigen freundlich dankte. DÄndrade fang den „Don Juan." Er deftrifirte die Hörer so, daß sie ihren Beifall nicht zurückhalten konnten. Nach dem in rasendem Tempo vorgettagenen Champagnerlieb applaudttte auch ber Kaiser so lebhaft, baß ber in der Mittelloge toeilenbe Intendant das Zeichen zur Wiederholung gab, die dankbar entgegengenommen wurde. Vor Verlassen ber Loge verabschiedete sich Se. Majestät durch Verbeugen vom Publikum, das von Neuem in Hochrufe ausbrach. Nach kurzem Aufenthalt im Schloß begab sich der Kaiser zum Kommandeur seinesManen-Regiments, um dort den Thee einzunehmen. — Der Schul-Unterricht fällt auf höchsten Befehl heute unb Freitag aus.
* (Dr. Miquel.) Sicherem Vernehmen nach hat bas Befinden des Finanzministers Dr. Miquel sich zwar gebessert, er ist aber immer noch nicht in der Lage, ausgehen zu können.
* (Die Novelle zum Unfallver- s i ch e r u n g s g e s e tz) bringt bekanntlich eine Erweiterung ber Unfallversicherungspflicht auf häusliche und andere Dienste, zu denen versicherte Personen neben der Beschäftigung im Bettiebe von ihren Arbeitgebern oder deren Beauftragten hinzugezogen werden. , Hierzu wird u. A. offiziös bemerkt, daß die Unfälle, die sich bei häuslichen Verrichtungen, Botengängen rc. ereignen, zwar mit den Gefahren der modernen Betriebsart nichts zu thun haben. Trotzdem ist der überwiegende Theil der deutschen Industrie zu Gunsten der Arbeiter für diese Neuerung. Allerdings wird blendend weißen Hausschürze darüber, aus der Thitt- schwelle und fragte bescheiden:
„Gnädige Frau befehlen?"
„Eigentlich nichts, Anne Marie! Ich bin nur f° unruhig! Ich begreife nicht, wo mein Sohn bleibt! Gott, Gott, wenn ihm doch nur nichts passirt ist!"
gewünscht, daß nicht durch das Gesetz unmittelbar, sondern mittelbar durch die Satzungen der Berufsgenossenschaften diese neue Verficherung ausgesprochen wird. Mau geht dabei von dem Gedanken aus, daß die einzelnen Berufszweige besser die Kategorien der unter den Begriff fallenden Arbeiten begrenzen können, als eine Instanz, wie das Reichsversicherungsamt, das unmöglich in alle einzelnen Berufszweige so eingeweiht sein kann, daß es weiß, welche Beschäftigungen hier in Frage kommen können. Die Regierung wünscht, daß diesem Wunsche der Industrie im Reichstage Ausdruck gegeben und daß er die Zustimmung der Mehrhett finden wird.
* (Der preußische Städtetag) hat nunmehr seine Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des Lehrerbesoldungs-Gesetzes in einer langen Petition an den Landtag formulirt Der Ausstellungen an dem in Rede stehenden Entwürfe sind so viele, daß dadurch die Behauptung, man werde verzichten müssen, die Zufriedenheit der Großstädte überhaupt einmal eintreten zu sehen, in bester Form bestätigt wird. Es ist zu bedauern, daß diese Kommunen so wenig Einsehen und soviel Egoi mus bekunden, anstatt den heutigen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Unbestreitbar ist es doch, daß die Großstädte nicht allein durch den massenhaften Zuzug kräftiger Arbeiter vom platten Lande, sondern auch durch die ganze wirthschaftliche Entwickelung der letzten Zeit ganz gewaltig bevorzugt sind vor den Landgemeinden. Wenn die Großstädte also auch daS Lehrerbesoldungs-Gesetz als Anlaß benutzen, um neue Vortheile einznstteichen, so muß auf das entfchiedenste dagegen Widerspruch erhoben werden. Sollte die kurzsichtige Großstadtpolitik, wie sie der Städtetag vertritt, jemals zur Durchführung gelangen, so würde das Platte Land auf Kosten der Großstädte verarmen, und der von der Sozialdemakratie ersehnte Tag des „großen Kladderadatsch" stände dann vor der Thür. Es wäre wünschenswerth, wenn die Bürgerschaft der Großstädte sich diesen Erwägungen nicht verschließt u und der Politik der Eigensucht, welche ihre freisinnigen Häupter treiben, einen Riegel vorschieben wollten; insonderheit sollten die Lehrer aus b’.m Vorgehen des Städtetages eutnehmen, wo diejenigen zu suchen sind, welche der nothwendigen Besoldilugsausbesserung aus egoistischen Gründen Hemmnisse zu bereiten nicht müde werden.
N-Uving-n, 2. Dezember. Die Leiche des Fürsten von Fürstenberg ttaf Nachmittags
Nun scholl Helles Lachen auf dem Gange, im nächsten Augenblicke wurde die Thür aufgeriffen und ein schlanker junger Mann, der die Uniform eines Arttllerie-Lieutenants trug, eilte mit auggebreiteten Armen auf die alte Dame zu und schloß sie zärtlich an seine Brust.
„Wulf, lieber Wulf!" stammelte sie. Dann brach sie in herzbrechendes Weinen und Schluchzen aus.
Die Majorin empfing ihren Sohn immer so. — Aber es waren Freudenthräneu, die ste vergoß.
Gleich darauf erschien eine ältliche Person in Da schellte es auch schon im Korridor. Anne einem sauberen steifgestärkten Kattunkleide mit der s Marie lief hinaus und öffnete.