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.31 Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für >te Kreye Marburg tm> Kirchhain.

® I Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

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artigen nimmt mtg«gm di« Expedition dieses Blattes, sowie di« Allnoucm-Bnreanx von Haasenstrin u. Vogler in ... _ Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iaüra Mofir in Frankfurt e. M., Berlin, München u. Köln, C. 8. n

Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, H uuwver, Paris.

Erscheint täglich autzrr au Werktagen nach Sonn- und LNMN <

Feiertagen. Quartal- AdonurmentS-PreiS bei der Erp«- Ifll

dition 2 ML, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg (Al WI-IM'VIll'Jjf

KÄÄ ft ffi« Freitag, 20. November 1896.

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(Nachdruck verboten)

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^gnugungsaufenthalten zu benutzen, darauf aber HU IUI tte Herr von Bardanek nur ein mitleidiges Lächeln.

Gnädiges Fräulein geben, wie mir scheint,

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II-Ai6,1118 6ttIf dason dit*. Was geht uns an' die Anderen sagen, die urtheilslose Menge;

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Dis Tucllwescn und der FM Brüsewitz im Reichstage.

Auf der Tagesordnung des Reichstages am Dienstag zsttn die beiden Interpellationen Munck«l betr. das Dmll- gcfen und den Fall Brüsewitz (Tödtuug de» Technikers Achmann in Karlsruhe). Am BunderrakhStische: Hohen- |W, v. Bötticher, Schönst«dt, v. Goßler. Nachdem der Mchskanzler sich zur Beantwortung bereit erklärt, nimmt

Wort Abg Munckel (freis Vp.): Laut Erklärung M Staatsminifterium» v. Bötticher am 20. April war Mn damals die R.ichsregierung in ernste Erwägungen Mr da» Tuellwesen eingetreten. Man sollte meinen, daß & Zeitraum von 5 Monaten aus gereicht hätte, um jene Wvägungm zum Abschluß zu bringen. Seit jen«r Zeit M zumal das Duell wesen nicht aufgehört, sondern sich noch Mjchlimmert. Es giebt, meine Herrn, nur eine Ehre, und Nt kann kein Standesvorrecht sein und auch nicht mit einem Milchen oder sittlichen Gesetz in W'derspruch treten, oder da» Mhl gewähren, zu eigenen Mitteln der Abwehr zu greifen, l@i giebt vielleicht Fäll«, wo ein richterliches Urtheil zur lMung beleidigter Ehre zu streng oder zu milde ausfällr, Iw j. B. wenn einer seinem geistlichen Amtsbruder die Ehre lchjchueidet. Aber selbst bei mangelhafter Rechtsprechung würde das doch nichts zu thun Haden mit der Reparatur «rEhre durch dal Duell. Auch kein gröberer Muth gehört Mrzu; vielmehr gehört sehr oft ein größerer moralischer Wuth dazu, ein Duell zu verweigern. Letzteres erfordert feenfoH» nur physischen Muth. Und da ist es den Herren Weicht interessant, daß der Statistik zufolge die Zahl der Melle im Ganzen gefallen, aber die Betheiligung der Juden kan gestiegen ist (Heiterkeit). Man theilt bereits die orte in fatirfakiovsfähige und satisfaktionsunfähige. Erstere Uten al» Creme der Gesellschaft. Es liegt darin eine meße Ueberhebung. Zu dieser Eiern« gehören die Offiziere Mbesondere, ich glaube einschlietzlich der Mzefeldwebel Betterfcit) und dazu kommen dann die Reserveoffizieren. p8 sind etwa die Folgen unseres Militarismus. Wie Mr MriitSretat an der Spitz« des Etats steht, so unser Milärstand an der Spitze aller Stände. Das Duell sieht Wm.nicht als ein« infamirende That an, sondern als eine «nfizirend«. Unser früherer Kriegsminister meinte zwar, militärischen Ehrengerichte zwingen Niemanden zum Well. Freilich physisch zwingt man Niemanden; aber wer sich Wht duellirt, muß auf seinen Osfizierrang verzichten. Ist Wh sogar ein Amtsrichter als Reserveoffizier mit schlichtem Wschied entlassen worden, der sich mit Jemandem nicht Wagen wollte, über den er in seiner Eigenschaft als Richter Wenüber dem Angeklagten ein angeblich beleidigendes Wort Wußert hatte. Als Richter wurde er nicht entlassen. Beim Wlle Brüsewitz handelt eS sich wie beim Duell um ein Pbleüetes Ehrgefühl als Ursache. Bleibe denn die Aimee «ch das, was sie sein solle, ein Institut zur Sicherheit, pn Schutze unsrer Bürger, wenn ein Ehrgefühl, wie das Msewitz'sch« um sich greife? Man bedenke die Motive des Wtive. Les Mannes.! Erst der Ausruf: »Wenn ich mich Dchi räche, bin ich ein todter Mann!" Und dann hinterher M Ausruf: »Jetzt hab« ich ihn gestreckt!" Ich kann mir ffcht» Ehrlosere» deuten, als einen solchen Todtschlag en gern Wehrlosen. Wenn so etwa» passirt, dann handelt es M um eine gemeine Gefahr. Und wenn solcher Mann des

Von Mary Widder«.

(Fortsetzung.) liebenswürdig Hildegard Winter

® stehen, meine ich, vermöge imserer Geburt außer- Äd der"

war, heute hätte sie gewiß Niemand so im und die Obristin ärgerte sich nicht wenig : das schroffe Benehmen der Nichte, ja, sie gab allein die Schuld, daß der Gast so früh auf« h, freilich mit der Bitte auf den Lippen, die a j jJmett worgen zu der Fahrt nach dem Waldhäuschen llgl Holen zu dürfen.

' . Hildegard warf ein, daß es in der Stadt wenig

sein sollte, den Ott auch im Winter zu

iflrflL.r@ic vergesse», daß ich bürgerlicher Herkunft Z. warf das junge Mädchen, das schöne Köpfchen I MeP wtzig erhoben, ein.

. «3a, wirklich, das vergaß ich weßhalb auch l «9t? Trotz des fimblen Namens, den Sie führen, 's Mehl Sie doch eine .Geborene" durch und durch, die /4qae Solms-Hegendorf, und kein Pttnz dürste An- j' "w nehmen. Sie au seine Seite zu stellen.' rdiiX.Die gr ßen dunklen Augen in dem kleinen <6t= vt flammten zornig auf, ein' häßliches Wort

Mebte ihr auf der Lippe, aber sie drängte es ge° Mam zurück; warum sich _mtt diesem Menschen «»werfen, dachte sie und legte fngor ihre Finger-

Königs Rock trägt, so ist das eine Majestätsbeleidigung, die schlimmer ist, als alle sonstigen. Ein solcher Mann ist zugleich der Beleidigte, der Richter und. wenn ich Herrn v. Brüsewitz recht verstehe, auch der Henker! Ich geb« mich der Hoffnung hin, ter Herr Reichskanzler werde uns beute eine ähnlich beruhigende Erklärung geben können, wie er das gestern gethan hat.

Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Ich kann die am 20. April vom Herrn Staatssekretär in meinem Namen abgegebene Erklärung nur bestätigen; ich halte eS nach wie vor al» selbstverständliche und unabweikliche Forderung, daß auf dem Gebiet des Duellwesens Vorschiisten erlassen werden, die dem Gesetze in allen Kreisen der Gesellschaft, ohne Unterschied des Standes, Achtung und Gehorsam sichern. Die ernstlichen Erwägungen sind fortgesetzt worden. Ins­besondere hat die preußische Kriegsverwaltung Vorschriften vordere.tet, welche darauf abzielen, den Zweikampf, wenn nicht ganz zu befestigen (Lachen links), so doch auf ein Mindestmaß zurückzuführen. In Anlehnung an die Kabinets- ordre vom 20. Juni 1863 über das Verfahren bei den Untersuchungen gegen Offiziere werden Streitigkeiten und Beleidigungen einem Ehrengericht« unterworfen werden, mit der Maßgabe, daß die Entscheidung niemals auf eine Nöthigung zum Zweikampf oder Zulassung de» Zweikampfes lauten darf. Auf Befehl Sr. Majestät wird der Entwurf jener Vorschrift zunächst einer Kommission zur Begutachtung vorgelegt werden, welche aus 6 sachverständigen Offneren zusammengesetzt ist und in den nächsten Tagen in ihre Be- rathungen eintreten wird. Tas Ergebnis dieser Berathungen und die auf Grund derselben weiter zu fassenden Entschließungen bleiben abzuwarten. (Ge­lächter links.) Ich bin selbstverständlich nicht in der Lage, mich über die endgiltige Ausgestaltung der in Aussicht ge­nommenen Vorlage zu äußern. Aber auch auf dem G>- btete des bürgerlichen Strafrechts sind die Vorbereitungen zu einer wirksamen Bekämpfung des Duells unausgesetzt weiter gegangen. Es darf erwartet werden, daß die be­rechtigten Aenderungen auf dem Gebiete des ehrengericht­lichen Verfahrens eine heilsame Rückwirkung auf diejenigen Kresse üben wird, welche den Milstärehrengerichte unterstellt sind. Falls diese Erwartung nicht in Erfüllung gehen sollte, ist die Reichsregierung der Frage näher getreten, ob e» geboten fe, eine Verstärkung der bestehenden Gesetze wegen Bestrafung deS Zweikampfes sowie in Verbindung damit auch der von fast allen Parteien als mangelhaft be­zeichneten Bestimmungen Über die strafrechtliche Sühne für Beleidigungen hetbeizuführen. Auf Grund eines Beschlusses des Staatsministeriums haben bereits eingehende Vor- berathungen im preußischen Justizministerium stattgefunden Wenn sich dabei ergeben hat, daß eine befriedigende Lösung der gestellten Aufgabe nicht unerhebliche Schwierigkeiten bietet, so ist doch zu hoffen, daß int Falle des Bedürfnisses diese Schwierigkeiten sich schnell überwinden lassen. Aus dieser Erklärung torben die Herren Interpellanten die Ueberzeugung gewinnen können, daß nichts versäumt ist, um , die Tuellfrage, welche weite Volkskreise lebhaft be­schönigt, einer dem öffentlichen Rechtsbewußtsein entsprechende Lösung entgegenzuführen. Wenn die Vorberathungen zu einem Ergebniß bisher nicht geführt haben, so liegt d«s ntcht an einer Versäumniß der verantwortlichen Stellen oder der Reichsregierung, sondern lediglich an dem Umstande, daß die Frage ihrer Natur nach nicht leicht und nicht kurzer Hand zu erledigen ist. Wenn der Herr Vorredner bei der

spitzen in die schon fein behandschuhte Rechte, die er ihr zum Abschied bot.

Herr von Bardanek war von der Obttstin bis zur Ausgangsthür des Zimmers geleitet worden, jetzt schloß sie sie hinter ihm und die beiden Damen waren allein.

Welch ein Mann!" sagte die Obttstin begttstert und dann griff sie in die Tasche und holte ein Etui hervor, das sie mit vor Auftegung bebenden Händen vor den erstaunten Augen des jungen Mädchens öffnete; ein Brillantttng funkelte ihr entgegen, es war ein uraltcs Schmuckstück, man sah es an der wunderlichen Fassung, aber ganz entschieden von großem Wetth.

Den Familienkleinodien der Bardanek's ent­nommen," sagte die Obttstin und ließ die köstlichen Steine in dem Hellen Licht der Lampe aufglühen, so blendend, daß das junge Mädchen erschrocken die Hand vor die Augen legte.

Und das schenkte er Dir, Tante, und Du nahmst es an?" fragte Hildegard gedehnt.

Die Obttstin richtete sich zu ihrer ganzen statt­lichen Höhe auf, ein böser tückischer Zug zeigte sich um ihren Mundwinkel;Wolltest Du mir's wehren," sagte sie,ich denke, noch bin ich Herrin meiner Handlungen und auch der Deinen," setzte sie hinzu, und plötzlich zu hellem Zorn auflodernd, fuhr sie fort:Und bei dieser Gclegenhctt laß Dtt's' ge« sagt fein, wie sehr ich Dein heuttges Benehmen gegen meinen Gast nicht billige. Wenn ein Herr von Bardanek, der unter Fürstiuneu sich die Ge­mahlin wählen kann. Dir, einer fimplm Mamsel Winter, freundliche Wotte gönnt, so solltest Du Gott dafür danken und ihm, indem Du seiner Liebens­würdigkeit mit bescheidenem Freundlichsein und aus- mettender Zuvorkommenhett begegnest. Weißt Du

Begründung der Int rpellation auch über die Ausübung del Begnadigungsrechts sich geäußert hat, so lehne ich ee ab, hierauf einzugehen. Tas Begnadigungsrecht beruht nicht auf der Reicbiverfassnng, sondern ist lediglich ein Recht der Landeshoheit und unterliegt nicht der Kritik des Reichstages. Auf die weitere Frage über den Fall Brüse­witz wird der preußische KricgSminister antworten.

KttegSminister v. G o ß l e r: Der Fall Brüsewitz wird von Niemandem mehr bedauett als von der Armee. Der Thäter wird der verdienten ©träfe nicht entgehen. Ich bin noch nicht in der Lage, Nähere» über die Verhandlung n anzugeben. In d'esen Tagen ist das Urtheil gefällt worden, aber noch nicht bestätigt. Der Kaiser hat aber bereits an- geordnet, daß das Urtheil, sobald eS bestätigt ist, dem Kriegsministerium zugeht. Es wird dann zu erwägen sein, ob es veröffentl cht werden soll. Lieutenant v. Brüsewitz stammt au» einfachen Verhältnissen und hat sich währ end seiner Dienstzeit nichts zu Schulden kommen laffen. Der Siepmann dagegen hat aus einer früheren Stellung ent­lassen werden müssen wegen Bedrohung seiner Arbeiter. Zweifellos lag in dem Karlsruher Fall eine schwere Provokation des Brüsewitz vor. Ich kann nur bedauern, daß dieser Fall so verallgemeinert worden ist in Bezug auf die Armee und daß die Verhetzungen (Lebhafte Rufe: Oho!) in der Presse auch nach hier übertragen worden ist. Diese Verhetzungen zeigen ihre Wirkung in schweren Angriffen auf Offiziere, wie sie in Karlsruhe, Hamburg und Berlin vor­gekommen find. An seinem Ehrbegriff wird das Offizier­korps sicherlich festhalten, denn ein OsfizierkorpS ohne Ehr­gefühl ist wetthlos. Ter Offizier braucht kein Ausnahmerecht, aber er hat das Recht, das jeder Staatsbürger hat, da» Recht der Nothwehr. Ich staun nur wünschen, daß wieder über Alles dies eine objektivere Auffassung Platz greife.

Abg. Graf Stolberg (kons.): Ich muß ebenfalls Verwahrung einlegen gegen jede Verallgemeinerung solcher Fälle wie der des Brüsewitz. Auf jeden Fall setze ich in das Urtheil des Militärgerichts volles Vertrauen.

Abg. Bachem (Ctr.): Es ist anzuerkennen, daß sich die Kriegsverwaltung zu dem Falle Brüsewitz vollkommen auf dem Boden des Rechts gestellt hat. Es würde jedenfalls einen weiteren guten Eindruck machen, wenn das Urtheil in dem Falle veröffentlicht würde. Eine hier und da vor­kommende Ausschreitung darf man nicht dem ganzem Stande zur Last legen. Sehr zu bedauern sind die vom Kriegs­minister erwähnten Ausschreitungen gegen Offiziere. Da die Offiziere mit Recht ein höher gespanntes Ehrgefühl haben, so ist es Pflicht der Personen, die mit ihnen zusammen­kommen, vorsichtig zu fein. (Lachen links.) Aber die Aus­führungen des KriegSmimsters über Nothwehr passen im Fall Brüsewitz nicht, da von einer Nothwehr bo:t keine Rede sein kam. Es war eine Art der Selbsthilfe, obwohl Herr v. Brüsewitz der Sache sehr wohl hätte au» dem Wege gehen können. Es hätte das für ihn nichts Ehr verletzendes gehabt. Daß die Beseitigung des Duells unmöglich sei glaube ich nicht; die katholische Kirche hat dasselbe unter allen Umständen für ein schweres Verbrechen erklärt. Im Kampfe für die Religion darf man nicht Halt machen vor einer solchen Institution, wie das Duell, und daher sollten auch die evangelischen Herrn entschieden« Stellung gegen dasselbe nehmen.

Präsident v. B u o l: Nach Ausweis des Stenogramms hat der Herr Kriegsmiuister vorhin wörtlich gesagt: Er bedaur«, daß die Hetzereien der Presse auch in dieses Haus

denn, Mädchen," fuhr sie in gleicher Extase sott, indem sie sich in die Polster ihres alten Sophas warf,weißt Du denn, ob Du nicht mit so ein­fältigem Gebühren das größte, das ungeheuerlichste Glück, welches sich Dir jemals bieten könnte, von Dir stößest! Du zuckst mit den Achseln, lachst sogar," setzte sie noch leidenschaftlicher hinzu,und doch sage ich Dir, Arnim von Bardanek hegt momentan Absichten auf Deine Hand, er hat mir selbst gestanden,' fuhr sie ttotzdem fort und machte ihren Händen damit ein Vergnügen, vielleicht auch ihren Augen und ihrer Berechnung, daß sie immer das Etui mit dem Ringe auf- und zuklappte,er hat mir selbst gestanden, daß er Dich gestern kurz nach seiner Ankunft gesehen und ganz berauscht gewesen wäre, wie er sich ftttlich ein wenig übcr- ttieben ausdrückte, von so bezauberndem Liebreiz.

Und das hättest Du an Tante, ich hätte ihm Schweigen geboten, ich hätte

Stille!" Die Obristin machte eine gebietttsche Bewegung mit dem Kopfe, dann sagte sie:Ich habe gethan, was zunächst in meinem Interesse lag, das heißt, ich meine, ihn zu noch wärmeren Em­pfindungen angefeuett, indem ich Dich als ei» Muster- bild darstellte, ein Mädchen, das jeden Mann be­glücken könnte und müßte."

Empörend!" Hildegard deckte die Hände über die Augen und brach in Thränen auSdaS hätte mein Mütterchen nie fettig bekommen," schluchzte sie.O, o, wie eine Waare behaudeü man mich, und kennt keine Rücksicht ans meine Empfindungen und meinen Stolz.'

Stolz!?" Die Obttstin lachte hell auf: ;Mon Dien, nur eine Mamsel Winter und man spttcht doch von Stolz!"

(Fprtsetzuug folgt.)

übertragen seien. Meinerseits muß ich erklären: Wenn ein solcher Vorwurf von einem Mitgliede des Hauses gegen einen Kollegen ausgesprochen worden wäre, so würde ich den be­treffenden zur Ordnung gerufen haben. (Beifall.) Es invol- virt jene Aeußerung zweifellos eine Beleidigung. (Beifall.)

Abg. Bebel (Soz): Mit dem, was der Reichskanzler in Aussicht gestellt, wird angesichts des bestehenden Duell­unfug» sicherlich wenig aus gerichtet werden. Eine Ver­schärfung der Strafbestimmungen wegen Beleidigungen find überflüssig. Wenn jeder Angriff auf eine Uniform eine Majestätsbeleidigung ist, dann sind wir ja nicht weiter als im 14. Jahrhundert und brauchen uns über den Geßlerbut nicht zu entrüsten, brauchten vielmehr nur irgendwo eine Dragoneruniform aufzurichten. Der Kriegsminister hatte eine üble Nachrede über Siepmann, trotzdem steht fest, daß grabe Brüsewitz ein Trinker unb Raufbold ist.

Präsibent v. B n o l: Ich ersuche ben Rebner von solchen teleibigenben Aeußerungen abzusehen.

Abg. Bebel: Daß wir noch immer keine Militär­strafprozeßreform haben, ist die Schuld der bürgerlichen Parteien.

Bayesscher Generalmajor Reichlin v. Meldegg: Ich habe zu erklären, daß der Pttnzregent keine Aenderung der ehrengerichtlichen Satzungen verfügt, sondern nur einen Ehrengerichtsspruch umgestoßen hat, weil dem betr. Offiz'er eine grundsätzliche Erklärung über seine Stellung zum Duell abv rlangt worden war, was nach den bestehenden Bestimmungen unzulässig ist

Kriegsminister v. Goßler: Ich gebe zu, daß meine Betrachtungen über Nothwehr auf ben Fall Brüsewitz nicht zutreffen. Die beleibigenben Ausfälle Bebel'S weise ich für bie Armee zurück; mir persönlich find sie glelchglltig.

Abg. Bassermann (nl): lieber die EiHärungen des Herrn Reichskanzlers spreche ich meine Befriedigung aus. Das Verhalten von Brüsewitz ist schwer zu verur« theilen, doch darf man ans dieser Einzelverfehlung keinen Schluß auf den Geist des Offizierstandes im Ganzen ziehen. Das ehrengerichtliche Verfahren und die Begnadigungen brächten im Volke Mißstimmung hervor.

Abg. P f l u e g«r (fr. Vg.): Durch den Uebermuth de» Militärs ist schon einmal ein Reich in den Abgrund ge­bracht worben; man muß dafür sorgen, daß dies Unglück von unsrem Vaterland« fern gehalten werde.

Nach einer persönlichen Bemerkung Munckels vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr. Fortsetzung bet Be­sprechung ; Justiznovelle. Schluß 51/« Uhr.

Deutsches Reich.

* 17. November. (Tagesbericht.)

Se. Majestät der Kaiser empfing heute den kom- mandirenden General des 16. Armeekorps Grafen Haseler zur Meldung, arbeitete mit dem Chef des Militättabinets v. Hahnke, der sich gleichzeitig vor Anttitt seines mehrwöchentlichen Urlaubs abmeldete; hierauf gewährte der Kaiser dem Maler Koner aus Berlin wiederum eine Sitzung und empfing den Land­rath Kögel, welcher die Orden seines verstorbenen Vaters übergab. Mittags gewährte der Monarch dem neuen spanischen MUitärattachee Oberst Reimlein

/Nachdruck verboten.) Bilder aus dem Leben der deutschen Kriegsmarine.

Von Kapitänlieutenant a. D. E. vo« Nleßeu.

(SLlnß.)

Ein ganz anderes Bild zeigt dagegen der Abend! Zwar müssen sich die Leute dann auchfür die Nacht" umziehen, des Tages Last liegt jedoch hinter ihnen, diese Freizeit ist die längste und so sucht sich denn Jeder die Stunden zu vettreiben, so gut es geht. Da steht man die Kattenspieler in vermehrter, wenn auch nicht verbesserter Auflage, dort lauscht ein zahlreicher Zuhörerkreis den abenteuerlichen, nicht immer bei der Wahrheit bleibenden Erzählungen einesSeemanns» d. h. eines weitgereisten Mattosen, zu dem die aus dem Binnenlande stammenden Vier­jährigen wenigstens zuerst mti Respekt emporsehen. An anderer Stelle wieder ist ein Reck angebracht, auf welchem aber diese Vierjähttgen denen von der Seekante ttotz deren sonstigen größeren Gewohnheit über" sind, oder es fechten inmitten eines dichte» Zuschauerkrcises ein Paar Unteroffiziere mit eigenem oder dem Fechtgeschirr der Seekadctten. Dott hinten hat sich ein Auditorium um einen Spaßvogel ge­bildet, dessen Vorttäge, dem fie begleitende» schallen­den Gelächter nach zu schließen, sehr beliebt sind. Dicht daneben fitzt auf erhöhter Stelle, oder einem Bund Tauwett ein Harmonika-Spieler, lustige Weifen zum Besten gebend, nach deren Tatt sich ein Theil der Mattosen im Tanze dreht, und diesen Tanz muß man sehen! Sich ftst umschlungen haltend trippeln diese Paare meist links herum mft einer Geschicklich­keit auf dem, wenn auch nicht pattettitten, so doch wundervoll dazu geeigneten, ebenen Deck dahin, daß man seine Freude daran haben kann. Das Chasstren