Einzelbild herunterladen
 

MechMe ZMU

Wöchentliche Beilage»: Kreis-lntt für die Kreise Mnrvnrg »u> Kirchhain.

9tai md »«des: 3»h. «ug. «och, lluiv<rsttLt,.B»chdr»ck«r«i in Markup. Äitxttion xxb @a>ebttion: Markt 21.

Jllnstrirte- Sonntag-dlatt.

8 für ben ^serattnchell: Joh.^Aug. «och, bJL in'Marburg

Äiqdgtn nimmt tntgegtn di« Sxpebitton di«s«S Blatt«», sowi« di« Annoucen-Bureaux von Haas«nst«in u. Vogler in _____ _

Frankfurt e. M., Kassel, Magdeburg und Wi«n; Rudolf XXXI. Iaüra.

Moff« in Frankfutt «. M., Berlin, München u. Solu, E. 8. B

Daube u. Ko. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Pari».

«rfchrint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und ^11 <

Hfl» S««rtagm. - Quattal-Abonnements-Preis bei bei Exp«- IFHrttnltVrt

J1S, LIA Litton 2 ML, bei alle» Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (erll. wl-Ul'VWVIJ^

Bestellgeld) ^nfEumfribAr für di« g«spaltm« Zeil« 18 OZflbfntbßT 1896

»der der«» Ranm 10 Pfg., Reklamen für di«Zeil« 25 Pfg. -VUUIVUU), ±O. JlUUCUlUCI, -LOtTO.

Des Buß- und BettageS wegen erscheint morgen keine Nummer derOberhess. Zeitung".

Bußtag.

Die Jahreszeit trägt gegenwärtig einen sehr erustkn Charakter. Durch die Natur geht der Vor­bote des Wintertodes; ein allmähliges Absterben tritt ein. Oede liegen die einst grünenden Fluren da, und der Wald steht entlaubt. Todesahnung ist die Stimmung, die dort draußen zum Ausdruck kommt; und im Einklang damit hält sich das zu Ende gehende Kirchenjahr. Die Evangelien reden vom Ende und von den letzten Dingen, und es schließt mit der Gedächtnisfeier für unsere Heimge­gangenen Lieben. In diese ernste Zeit hinein ruft der hemige Tag: Thut Buße! Es ist doch etwas Großes, daß unserem ganzen Volke ein Tag gesetzt ist, de schon durch seinen Namen es an die Buße mahnt. Es giebt ja leider Unzählige, die sonst wohl nie an Buße denken, ja die zum Theil vergessen haben, was das Wort Buße bedeutet. Der heutige Tag legt es ihnen allen nahe, sich auf's Neue darum zu bekümmern und sich zu fragen: Thut auch mir Buße noth ?: In unserem Volke giebt es Niemand, der sich entschuldigen könnte, er habe nie den Ruf zur Buße gehört; wenn sonst wirklich keiner ihm zugerufen hätte, hier steht im härenen Gewände der Prediger in der Wüste, der Bußtag und spricht: Thut Buße, es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Wohl weiß der Christ, daß die Buße nicht das Werk eines Tages ist. Buße ist nicht ein weinerliches rührseliges Bedauern und Beklagen der begangenen Sünde, dem dann oft die nur allzuschnelle Rückkehr zur Sünde folgt. Buße thun heißt umkehren auf dem bösen Wege, heißt brechen mit der Sünde; und deßwegen redet Luther von täglicher Reue und Buße, und deßwegen soll das ganze Leben des Christen ein bußfertiges sein. Gleichwohl hat auch er seine be­sonderen Bußtage, die er in besonders ernster Ein­kehr verbringt; und wenn in dem heutigen Tage allem Volk ein Bußtag gesetzt ist, so will derselbe das Volk nicht auffordern, heute mit der Buße für ein ganzes Jahr sich abzufinden, sondern er will es mahnen, heute mit ernster unaufhörlicher Buße zu beginnen. Und wahrlich wie den Einzelnen sein Gewissen straft, so weiset auch unser Volksgewissen viel Sünde und Unrecht sauf und damit viel Anlaß zur Buße. Möchte sich heute jeder recht besinnen

(Nachdruck verboten) Waisenkind.

Von Mary Widdern.

(Fortsetzung.)

Herr von Bardanek war also ein Dichter, dessen geistige Schöpfungen noch dazu von ver- ständnißvollen Menschen mit Beifall ausgenommen worden, das war immerhin etwas, was den Mann, der neben der Obristin auf dem alten Sopha saß (er hatte seinen Platz bei Hildegards Eintritt verlaffen wollen, war aber durch eine Bewegung der alten Dame zum Ausharren an ihrer Seite ge­zwungen worden) in Hildegards Augen interessant machen könnte sie las ja so leidenschaftlich, be­geisterte sich für Alles Neue auf geisttgem Gebiet, sofern es wirklich einen künstlerischen Werth besaß, dennoch aber kam sie Herrn von Bardanek gegen­über zu keinem rechten Vertrauen, ja als er sie mit b«m bekannt machte, was er außer dem in reichstem Besitz schwelgenden Grundbesitzer war, kam ihr un­willkürlich, sie erschrak selbst davor, die Frage: »Spricht er auch die Wahrheit?*

Ob er ahnte, was in der Seele deS jungen Mädchen vorging? Es schien fast so, denn als ihr forschender Blick in sein dunkles geistvolles Gesicht fiel, sagte er schnell:Sie haben sich in einem Dichter wohl eine ganz andere Peisönlichkeit vor- gestellt, mein gnädiges Fräulein, und sind nun erstaunt, wenn ein so prosaisch aussehender Mensch, wie ich eS doch unzweifelhaft bin, davon spricht, -daß ein immerhin anspruchsvolles Publikum sein Schaffen, seine geisfigen Arbesten mit Beifall auf­nimmt und"

Sie unterbrach ihn mit leiser ablehnender Hand­bewegung, dann sagte sie ruhig:Ich kann mir

auf seine {eigene und seines Volkes Sünde, an der er doch auch mitverschuldet ist; möchte jeder hören, was der Bußtag predigt und thun, was er fordert, nämlich ernste Reue und Buße.

Deutsches Reich.

* Berlin, 16. November. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majestäten besuchten gestern Vormittag den Gottesdienst in der Friedens­kirche zu Potsdam. Heute Vormittag hörte der Monarch von 9 Uhr ab den Vorttag des Wirklichen Geheimen Rathes I >r. v. Lucanus und nahm daran anschließend die Marine Vorträge entgegen. Die mitgetheilten Erklärungen über das Telegramm Kaiser Wilhelms an Präsident Krüger werden von Lord Lonsdale selbst als unrichfig be­zeichnet. Für die Errichtung eines Kaiser Friedrich-Denkmals hat sich in Kronberg ein Comits gebildet. General v. Zeglinski feierte gestern das seltene Fest der diamantenen Hochzeit, das dem Jubilar und seiner Gemahlin große Ehrungen brachte. Herzliche Glückwunschtele­gramme sandten der Kaiser und die Kaiserin. Dem greisen Paare wurde die Jubiläumsmedaille in Gold verliehen. Major Dr. von Wißmann weilte von gestern bis heute in Frankfurt a. O. Er hat u. A. dort auch Herrn Oberst Liebert seinen Besuch abgestattet. Von Dr. Karl Peters ist bei der Abtheilung Berlin der Deutschen Kolonial-Gesellschaft ein Telegramm aus London eingegangen, laut dessen er morgen (Dienstag) Abend nach Berlin kommen wird. Auf Grund Kaiserlicher Ordre wegen der afrikanischen Schutztruppen sind zahl­reiche Beförderungen erfolgt; Oberführer Hauptmann v. Natzmer hat den Charakter als Major erhalten, fast alle Kompagnieführer wurden zu Haupt­leuten befördert.

* (Medizinalwesen.) DieBerl Korr." schreibt: Die wissenschaftliche Deputation für das Medizinalwesen tritt am 25. November im Kultus­ministerium unter dem Vorsitze des Ministerialdirektors Bartsch zusammen. Der Kultusminister wünscht die Frage eingehend geprüft zu sehen, ob der durch die Gewerbeordnung geschaffene Rechtszustand für die Aerzte, wie für das Publikum sich bewährte oder nicht. Aus dieser Erörterung werde sich ergeben, ob etwa eine Aenderung der geltenden gesetzliche» Be­stimmungen rathsam sei.

* (Etatsforderungen.) Für die Provinz Hessen-Nassau und das Herzogthum Hessen

nur den Landwirth in keine rechte Verbindung mit dem Dichter bringen, und ich weiß nicht, w-c es möglich ist, daß man zu gleicher Zeit an Viehzucht, Kornhandel und so weiter denken und doch das Idealste im Menschenleben schildern kann.*

Er lachte leise:Und glauben Sie denn, daß ich es nöthig habe, um das Kleinliche in meiner Wirthschaft, besser gesagt, in der Bewirthschafiung meiner Güter zu bekümmern? Dazu habe ich ja meine Inspektoren, die unter den Augen der Ad­ministratoren stehen, während diese von dem General­direktor der Bardanek'schen Güter konttollirt werden.* Er spielte nachlässig an der schweren goldeneu Kette seiner Uhr, an welcher brillantenbesetzte Berloques befestigt waren, die bei der geringsten Manipulation, die man mit ihnen vornahm, ein beinahe blendendes Licht aussttömten. Seine Blicke suchten dabei ver­stohlen das Gesicht der Obristin, deren funkelnde Augen keinen Moment von ihm abließen; was er da erzählte, war ja Musik für ihr Ohr ihre Seele, der nichts begehrens Werth mehr erschien als Reichthum, immer n ue Summen.

Wenn nun dieser Mann, der so splendid war, so gar nicht an dem Gelbe hing, ihre Nichte heirathete?" Ein Zittern lief durch die straffe Gestalt der alten Frau:Müßten dann nicht auch ihr Vortheile, große Vortheile daraus erwachsen?"

Sie athmete schwer da plötzlich wandte sie den Blick nach der Thür und jetzt erst bemerkte sie, daß der alte Johann da noch immer ihrer Befehle harrte, sie hatte ja ganz vergessen, daß sie den Alten in's Hotel nach der Zeitung schicken wollte; Herr von Bardanek hatte nach dem Opernrepertoire sehen wollen, das sie heute enthalten solle, um eine Aus­wahl zu treffen, er hatte ein Abonnement für mehrere Personen genommen, äußerte er sich und bat nun,

bringt der Militär, und Postetat einzelne größere Forderungen. So werden für das Bekleidungsamt in Cassel als erste Rate 150 000 Mark veranlagt, für den Entwurf einer Kavalleriekaserne in Cassel 18 000 Mark, für Erweiterung der Pionierkaserne zu Kastel 470 000 Mark, für Grunderwerb für eine Arttlleriekaserne in Darmstadt 150 000 Mark, für Grunderwerb für eine Trainkaserne in Darmstadt 400 000 Mark, und der Postetat endlich enthält eine Forderung von 60000 Mark (erste Rate) für den Um- und Erweiterungsbau auf dem Postgrundstücke zu Gießen.

* (Reichstag.) Zu den Verhandlungen des Reichstags über die Centrumsinterpellation war das Haus gut besetzt, die Tribünen überfüllt. Graf Herbert Bismarck lauschte den Verhandlungen mit unabgewandter Aufmerksarnkett. Den vorzüglichen Erklärungen des Reichskanzler wie des Staatsministers des Auswärtigen wurde der lebhafteste Beifall ge­spendet; die Versicherung, daß unsere fteundschaft- lichen Beziehungen zu den Dreibundmächten unver­ändert die Besten seien und daß auch unser Verhälttiiß zu Rußland an Wärme nichts eingebüßt habe, brachte eine mächtige Wirkung auf das Haus hervor, die auch im ganzen Lande nachempfunden werden wird. Auch daß die Befürchtung gründlich verscheucht worden ist, als haben englische Quertreibereien die deutsche Regierung veranlaßt den soliden Boden ihrer bisherigen Polittk zu verlassen, wirkte beruhigend. Nach den einmüthigen Erklärungen der beiden Regierungs- Vertreter darf das deutsche Volk mit voller Zuversicht in die Zukunft schauen und überzeugt sein, daß die Leitung der deutschen Polittk, die Deutschlands Stärke ausschließlich in den Dienst des Friedens stellt, in guten und sicheren Händen ruht. Daß die Regicrungs- bertreter sowie sämmtliche Redner der Ordnungs­parteien jedes persönliche Moment bei Seite ließen, was auch nur im entferntesten einem Angriff auf die Person des unvergleichlichen ersten Kanzler des deutschen Reiches ähnlich gesehen hätte, wird im ganzen Volke mit Genugthnung begrüßt werden.

* (Konservatives.) Zum Delegirtentage der deutschen konservativen Partei, der, wie schon wiederholt erwähnt, am Donnerstag, den 19. d. M. in Berlin stattfindet, vernehmen wir noch, daß der Abg. Frhr. v. Manteuffel über die Stellung zu den Parteien sprechen wird; über Organisation referirt der Abg. Dr. Frhr. v. Langen, während Herr v. Loebell das Korreferat hat; die wirthschaftlichen Fragen wird der Abg. Graf v. Mirbach behandeln; über Schutz der nationalen Produktivgewerbe sprechen

daß die Damen ihm gestatten möchten, fie hin und wieder in das Theater zu führen.

Die Zeitungen, Johann," sagte die alte Dame herrisch, und als er erwiderte, sie wären bereits da und sie dabei auS feiner Tasche zog, fuhr sie ihn wüthend an:

Was fällt Ihm denn ein, sich mit den Blättern herumzutragen und sie nicht sofort mir zu geben?! Hildegard," setzte sie hinzu, ohne den Alten zu Worte kommen zu lassen,nimm ihm die Zeitungen ab und lies unserem verehrten Gast daraus vor, was ihn intereffirt."

Nur das Opernrepertoire, wenn ich bitten darf," sagte Herr von Bardanek, während Johan» sich be- eilte, sofort vor seinem lieben gnädigen Fräulein das Blatt auf ben Tisch zu legen.

Ohne den Einwurf Herrn von Bardanek's zu beachten, hatte sie es nun auseinandergenommen und blickte neugierig in die Spalten des Lokalen und Provinziellen.

Ach, etwas ganz Besonderes!* rief sie plötzlich lebhaft:Ein Räuber Moor in unseren Mauern! Seit einiger Zett wird die Stadt von sich schnell aufeinander folgenden Diebstählen heimgesucht und zwar sind dieselben immer mit den geheimnißvollstm Umständen verknüpft."

Ich habe auch schon davon gehört," sagte Herr von Bardanek, ohne jedoch viel Interesse zu ver- rathen,und infolge dessen meinem Reisebegleiter, er vertrat einst die Stelle eines Mentors bei mir, den ganz bestimmten Befehl ertheilt, mit verdoppelter Sorgfalt auf meine Effekten zu achten, ich führe stets die Familienkleinode der Bardanek's mit mir, sie find gewiß von großem reellen Werth, aber mir noch ganz besonders theuer. Ich bin in jeder Be­ziehung sehr konservativ, meine Gnädige," fuhr er

die Abgg. Fclisch und Jakobskötter; der Abg. Graf Limburg - Stimm wird die Sozialreform behandeln.

* (Dauerndes Schweineeinfuhrverbot in Deutschland.) Mit großer Bestimmtheit wird versichert, die Regierung beabsichtige nicht, an Ruß­land das Zugeständniß der Aufhebung der Schweine­sperre zu machen, im Gegentheil soll die Sperre eine dauernde werden, und die gänzliche Schließung der Grenze werde ein treten, wenn es erst gelungen sei, den Ausfall an Schweinen, der durch den Fort­fall der russischen Einfuhr entstehe, durch Einleitung der einheimischen Schweine nach dem deutschen Grenz­gebiete zu decken. Um aber Rußland jeden Grund zu dem Vorwurfe zu nehmen, daß die Maßregel einfeitig gegen diesen Staat gerichtet sei, werde es sich wahrscheinlich empfehlen, die Sperre allgemein eintreten zu lassen. Hiernach würde auch Oester­reich-Ungarn von der angekündigten einschneidenden Maßregel betroffen fein.

* Ki-l, 16. Novbr. (D eutsch e Arbeit.) Hier erfolgte geftern die Uebergabe des ersten von der Germaniawerft hergestellten brasilianischen Torpedo­kreuzersCaramura", nachdem derselbe Tags zuvor bei der Abnahmefahrt die vorbedungene Geschwindig­keit von 22 Seemeilen überschritten hatte. Später fand der Stapellauf des zweiten gleicharttgen brasiliani­schen KreuzersTupy" statt. Anläßlich des Er- innemngstages der Anerkennung der brasilianischen Republik hatten die int Hafen befindlichen deutschen Kriegsschiffe geflaggt und saluttrten die brasilianische Flagge.

Die HamburgerEnthüllungen" im Reichstage.

Bund SrathStische Reichskanzler Fürst Hohenlohe, bie Staatssekr täte v. Bötticher und v. Marschall, sowie Minister v. jammer ft ein« Loxten. Tas Haus ist gut besetzt. Die Tribünen sind überfüllt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation des Grafen Hompesch und Gen:Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu geben, 1) ob bis zum Jahre 1890 ein geheimer Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Rußland bestanden hat; im Fall« ein solcher Vertrag bestanden hat, welche Vorgänge dazu ge­führt haben, ihn nicht zu erneuern; 2) welche Einflüsse die jüngsten Veröffentlichungen über diese Angelegenheit auf die Stellung Deutschlands im Dreibund und sein Verhiiltniß zu den übrigen europäischen Mächten ausgeübt haben."

Fürst Hohenlohe erklärt sich bereit, diese Inter­pellation sofort zu beantworten

Zur Begründung derselben fühtt Graf Hompesch (Centr.) auS: Ein Hamburger Blatt hat kürzlich die Ent-

sich nun an die Obristin wendend, fort,und da ist es ja natürlich"

Hildegard unterbrach ihn schon wieder.Aus welche Weise sind Sie eigentlich mit den Solms- Hegendors verwandt?" fragte sie und sah fest in fein Gesicht.

Er erwiderte dm kühnen Mädchenblick mit voll­kommener Ruhe.

Mit den Solms-Hegendors?" fragte er ver­wundertgar nicht, mein gnädiges Fräulein, dafür desto näher mit Ihrem verstorbenen Herren Onkel von Hilgenstein, dessen Mutter eine Schwester meiner Großmutter war, eine geborene Freiin von Sardeu-Hamming, der Adel ist Ihnen doch wohl bekannt?*

Sie schüttelte den Kopf und sah erneuert in die Zeitung, in der fie bereits wieder eifrig las, als Herr von Bardanek lächelnd meinte:Aber leben Sie denn von der Lust, verehrte Muhme, Sie haben jedenfalls doch noch nicht zu Abmd gegessen und trotzdem verschmähen Sie es, auch nur einen Blick auf unser kleines Souper zu werfen?"

Ach ja, Hildegard, toarunt ißt Du den» nicht?"

Sie legte das Blatt aus der Hand und nahm von den Speiseresten, die noch reichlich genug zur Auswahl einluden.

So wenig?" fragte er wieder lächelnd.

Ich esse niemals viel," erwiderte sie kurz und führte einen kleinen Bissen Puterbraten an den Mund; er war gewiß trefflich zubereitct, dennoch aber schmeckte er ihr nicht, in dem Gedanken, daß der Mann da ihr gegenüber allein den Tisch so reich besetzt, es sein Geld kostete, was fie verzehrte.

(Fortsetzung folgt.)