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Marburg,
Dienstag, 3. November 1896.
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte», sowie die Annonceu-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XXXI Moss, in Frankfurt a. M., Bttlin, Dtünchen u. Köln, C. L. AA1* Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für sie Kretfe Marbnrg und Kirchhai«.
Jllnstrirtes Sanntagsblatt.
Die Ziehung im November.
Von einem Kenner nordamerikanischer Verhältnisse erhalten die „L. N. N." die nachfolgende amüsante Schilderung:
Immer - näher rückt der große, von Millionen sehnlichst erwünschte und von ebenso viel Millionen mit Zittern erwartete Tag der Ziehung der Amerikanischen Staatslotterie, in welcher der Hauptgewinn weder ein hübsches kleines Vermögen repräsentirt, noch auch eine Pracht- und stilvolle Zimmereinrichtung bringt, sondern nur in einem einzigen unscheinbaren — Stuhle besteht. Und der ihn gewinnt, hat ihn nicht einmal zu eigen, sondern nur den Gebrauch und Nutzen desselben für vi-r Jahre. Aber es lohnt sich schon der Mühe, sich darauf niederzulassen, denn es ist in seiner Art ein Königsthron: der curulische Sessel des Präsidenten der Vereinigten Staaten in Washington.
Inzwischen schreitet der Verkauf der Loose zur großen Lotterie rüstig vorwärts: einer Stuhllotterre im eigentlichsten Sinne des Wortes, denn nach amerikanischem Staatsreglement sind außer dem Präsidentensessel noch eine unendliche Zahl größerer und geringwerthigerer Sitze zu gewinnen, da mit dem alten, ausrangirten Herrscher auch die ganze Re- giemng, die ganze Partei ausscheidet, um dem neuen Könige, der neuen Partei die noch warmen Plätze zu überlassen. So rechnen denn viele Hunderttausende von Spielern auf respektable Gewinnste und achten der Nieten nicht, die ja doch unausbleiblich mitge- zogen werden müssen.
Hand in Hand mit dieser gewaltigen Lotterie, deren Chancen noch gar nicht abzuschen sind, und in der es einem der meistbegünstigten Loosinhaber, dem Herrn Mac Kinley oder Bryan, gar leicht ergehen könnte, wie dem armen Gewinner des großen Looses in der Gewerbeausstellungslotterie in Berlin, der schließlich nur eine „Tafel Chocolade" und eine „Tüte Bonbons" aus dem Schiffbruch seiner Göttin Fortuna gerettet hat — Hand in Hand mit diesem Staatsglückspiel geht auch ein ungeheurer Jahrmai kts- trubel, ein lustiger Karneval.
Dieser Karneval macht sich in unzähligen Auswüchsen und Narrheiten behaglich breit. Zunächst verwandelt sich für die, so nicht das Glück haben, zu den bevorzugten Loosekäufern zu gehören, die aber als Anhänger und Gegner, oder auch als gänzlich Gleichgültige dem wilden Spiel zuschauen, die ganze Wahlaffaire in ein ungeheures Pferdewettrennen, das dem echten Sportsmann Gelegenheit bietet, die witzigsten Spekulationen auf seine Lieblinge zu entriren. Buchmacher und Totalisatoren sind habet in eifrigster Thätigkeit, Unsummen stehen auf dem
(Nachdruck verboten)
Waisenkind.
Von Mary Widdern.
(Fortsetzung.)
Und dann — Hildegard hatte den ganzen Tag auf ihrem Zimmer zugebracht, ausgenommen der Essensstunde unten bei der Obristin, die übrigens heute in ihrer besten Stimmung war. Vom Majorat hatte der Generaldirektor ihr einen ganzen Wagen voll Viktualien geschickt und allerlei Braten, fette Gänse, Puter und Hühner, damit es hoch hergehen konnte im Hause der Frau Schwester seines armen geisteskranken Herrn. Aber die Obristtn dachte gar nicht daran, so viel prächttges Geflügel in ihre Küche zu bringen, Johann hatte ja schon ein Stückcheu Schweinefleisch vom Markt geholt für die Feiertage, da schien es ihr nur ganz natürlich, daß ihm nun der Auftrag wurde, das Weihnachtsangebinde des Majorats nach drüben «'s Hotel zu Frau Jürgens zu ttagen und um einen möglichst hohen Preis los- zuschlagen. Er war wirklich ihrem Befehl gehorsam gewesen und hatte auch ein hübsches Sümmchen mit herübergebracht, das er ehrlich, wie immer, der gnädigen Frau Obrist bis auf den letzten Heller ab« geliefert hatte.
Freilich, ein kleine» Geheimniß trag er neben drm Golde auch noch mit nach Hause, von dem er seiner gestrengen Herrin aber nicht ein Titelchen ver- rieth und da» ihm doch das alte Herz vor Freuden hüpfen machte. Da die Gänse, Puter und Hühner gor so prächtig warm, außerdem aber der Löwen-
Spiel, ja Haus und Hof und Weib und Kind werden auf fremde Chancen gesetzt. Und nicht allein Geld und Geldeswerth sind ausgeboten, auch die verrücktesten Wetten, die abgeschmackiesten Verbindlichkeiten werden eingegangen. Der Eine, der auf Bryan wettet, ist bereit, dem Anderen, der auf Mac Kinley gefitzt hat, falls jener gewinnt, seine Frau abzutreten, der Andere will, wenn er verliert, auf immer in die Verbannung gehen, ein Dritter sein Lebelang den Kopf glatt geschoren ttagen, ein Vierter auf Händen und Füßen eine Kriechreise von New-Iork nach San Francisco antteten.
Zu einem Theater aber, zu einer Allerweltskomödie gestaltet sich die Präsidentschaftswahl für die Meisten. Ziehen doch die Hauptakteure von Land zu Land, von Stadt zu Stadt, begleitet und empfangen^ von Hunderttausenden, und umgellt von Beifallsjauchzen, Zischen, Pfeifen, Trampeln und sonstigem ohrzerreißenden Getöse. Aufzüge werden veranstaltet von den verschiedenen Parteien. Unter den Klängen von Dutzenden von Musikbanden ziehen diese auf den Straßen umher, von Kneipe zu Kneipe; Bierfässer werden aufgelegt auf öffentlichen Plätzen und ergießen ihre kostenfteien Ströme in alle durstigen Kehlen, Speeches werden von den Prellsteinen, von Balkons und Wagenburgen herunter gehalten; hier predigt ein Bryanite, umgeben von einer wogenden Menge, dort drüben ein Mac Kinleyianer, von seinen Satelliten umlagert, die, anstatt ihrem Redner zu lauschen, den Gegensprccher auf der anderen Seite in Radau zu ertränken versuchen, und umgekehrt. Dazu rasseln die Trommeln, schmettern die Fanfaren, krachen die Revolver und sausen die Raketen, und unter Höllenlärm vollzieht sich so die Wahlkampagne. Manirlicher natürlich geht es bei den Versammlungen im Innern der Häuser zu, in den Tanzsälen und Theaterräumen; da ist meistens nur die Freundschaft der veranstaltenden Partei zugegen, und wehe dem Feind, der sich da unangenehm und laut machte/ Und dann die Hauptversammlungen, wo die Koi yphäen elbst ihre Ansprachen halten, da bräche sich das liebe Publikum die Hälse um einen Platz zur Vorstellung, und wäre es auch nur, um stehend im quetschendsten Gedränge den Kämpen um's große Loos zu laus i en. Dreihundert und zwei solcher Staatsreden hat Bryan chon in nahezu ebenso vielen Städten gehalten, und ist damit Mac Kinley weit über, der es erst zu hun- dert und einigen Speeches gebracht hat. Wenn es möglich wäre, die Sttöme der Redekunst, die jetzt in oll' den fünfzig Riesenstaaten Tag und Nacht fließen, n Wasser zu verwandeln, alle Kontinente würden von der Erdoberfläche verschwinden, und die Zeiten der Süudfluth würden wiederkehren.
Nun, die Frist ist kurz, und bald wird der große Wahlkarneval vorüber sein! Darum kann man den
wirthin ganz besonders zu statten kamen, weil auf dem letzten Wochenmarkte das Geflügel so furchtbar knapp gewesen, daß sie ihm lange ihren Bedarf daran nicht entnehmen konnte, hatte die fteundliche alte Dame, der die Gritmüthigkeit schon aus dem rothen fettglänzenden Gesicht sah, Freund Johann versprochen, für „seine lieben Kleinen", wie sie sagte, am Abend einen prächtigen Kuchen parat zu halten und es auch gewiß nicht auf ein Fischgericht ankommen zu lassen, nur müsse er selbst kommen und die schönen Dinge hinüberholeu.
Das war, wie gesagt, fein Geheimniß, aber die Obristin erfuhr nichts davon, „wenn sie zu geizig wäre, um sich ein Festtagsgericht zu gönnen," dachte er, «dann sollte sie sich auch nicht auf Kosten anderer gütlich thnn."
Ihr lag ja auch nur am Geld, und das hatte er ihr ja die Hülle und Fülle auf den Schreibtisch gelegt — sie mochte kaum so viel erwartet haben, denn sie war bei Tisch merkwürdig aufgeräumt, ja sie ging so weit, einmal ihren Enkel „mein lieber Sohn" zu nennen. Als die Tafel aufgehoben, war sie schneller als sonst den Uebrigen voran in das Nebenzimmer geeilt, und als ihr Hildegard unk der ttabe gefolgt, stand sie an ihrem geöffneten Schreib- sch und klimperte in einem Schächtelchen mit kleinen Silbermünzen.
„Wir haben Weihnachtszeit," sagte sie, „es fiel mir eben ein, unb da ich diesen Abend am liebsten einer alten Gewohnheit zufolge) allem in meinem immer zubringe, so — so," setzte sie hinzu, sie prach mit dem Ausdruck einer souveränen Gebieterin,
guten Iankees wohl ihren republikanischen Fastnachtstaumel lassen! Er macht ja doch schließlich der Ruhe und Nüchternheit wieder Platz, sobald die große Ziehung vorüber und entschieden ist!
Deutsches Reich.
* Berli«, 31. Oktober. (Tagesbericht.) Heute Mittag hörte Se. Maj. der Kaiser die Vorttäge des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe und des Staatssekretärs v. Marschall und arbeitete m t dem Chef des Generalstabs v. Schlieffen, sowie dem Generaladjutanten v. Hahnke. — Die Kaiserjagd in Letzlingen (Provinz Sachsen) findet am 13. und 14. November statt. Am ersten Tage erfolgen zwei abgestellte Jagen auf Damwild in den Oberförstereten Kolditz und Plankow und am 14. ein abgestelltes Jagen auf Damwild und ein Jagen auf Schwarzwild in den Revieren der Förstereien Letzlingen und Jävenitz. — Der heutigen Taufe der Tochter des Prinzen Karl Anton von Hohenzollern in Potsdam wohnte auch das Kaisetpaar bei. — Das Befinden des greifen Generalobersten v. Los ist leider so wenig zufriedenstellend, daß er demnächst wohl seinen Abschied nehmen dürfte. — Nach einer Meldung des „Hamb. Korr." soll man an amtlicher Stelle entschlossen sein, Major v. W i ß m a n n zur Dispofition zu stellen. — Hofprediger Fromme!, der sich bekanntlich kürzlich in Plön einer Nierenoperttion unterziehen mußte, befindet sich auf dem Wege fort« chreitender Besserung und dürfte in kurzer Zeit völlig wiederhergestellt sein, um den Kaiserlichen Prinzen den Religionsunterricht wieder zu ertheilen. — Aus dem Gefolge des Zaren ist der Staatsrath von B a r t h o l o m ä i auf der Rückreise nach Rußland n Berlin verstorben.
* (Miquel und Thielen.) lieber die Verwendung der Eisenbahnüberschüsse wird gegenwärtig eine lebhafte Diskussion geführt, die bis in die Ressorts der interessirten Ministerien hinaufreicht. Der Finanzminister wünscht die Ueberschüsse zur Errichtung eines Ausgleichsfonds verwendet zu sehen, der den Schwankungen zwischen den Mattikularbei- ttägen und den Ueberweisungen des Reiches ein Ende machen soll. Herr Thielen, der Eisenbahn- minister, verlangt die Ueberschüsse zur Ausdehnung des Eisenbahnbetriebes. Einer offiziösen Auslassung zufolge Haden sich jedoch über die vermeintlichen Absichten der beiden genannten Minister n der Presse falsche Vorstellungen gebildet, deren Richtigstellung die offiziöse Mitlheilung versucht. Es handelt fich danach nicht um eine Verwendung des anschlagmäßigen Ueberschusses der Eisenbahnen, wie er im Etat zur Erscheinung gelangt,
„so möchte ich Euch jetzt schon mein Angebinde überweisen — es liegt nicht in meinem Charakter, un- uöthigen Tand zu kaufen, wenn ich gebe, so geschieht es in baarem Gelbe und ich hoffe, Ihr werdet diese Gabe in Ehren halten — hier, Hildegard," fuhr sie ort, „sind fünfzehn Silbergroschen — damit läßt ich schon so manches beschaffen und Du mußt einen ganzen Tag angestrengt arbeiten, ehe Du sie verdienst — der Gedanke wird Dir den Werth meines Geschenkes noch erhöhen."
„Du, Harald," wandte sie fich an diesen; der Knabe hatte mit verächtlich zuckenden Lippen mehr tut Hintergründe gestanden und näherte sich jetzt nur widerwillig der alten Frau, die sich selbst doch in diesem Augenblick wie die personifizirte Großmutter erschien, es war ja das erste Mal in ihrem Lebeu, daß sie überhaupt als Gebende vor irgend Jemand hintrat. „Du, Harald, mußt natürlich schon mit Geringerem zuftieden fein," sie hielt ihm ein Fünf- Silbergroschenstück hin, b«8 er jedoch nur mit anfälligem Zögern nahm. „Ich sehe, Du bist über« rascht, mein Kind," setzte sie hinzu, „und ba8 freut mich um so mehr," fie lächelte, „well ich noch etwas Anderes für Dich in Petto habe."
Sie hatte fich unter den letzten Worten an einen Kleiderschrank gewendet und entnahm demselben ein altfränkisches verschossenes Gewand von hellgrünem Tuch mit ungeheuren bunten Glasknöpfen, da» vielleicht dem Großvater der allen Dame als Visiten« ostüm gebient, „ich weiß, Dir fehlt ein Habit, mein find, unb ich kenne auch Deine Anhänglichkeit an das Geschlecht ber Solms-Hegendorf, bessert Reich«
sondern „ nur um die Disposition über diejenigen Ueberschüsse, welche dadurch erwachsen, daß das wirkliche Ergebniß des Finanzjahres sich günstiger gestaltet, als der Etat voiaussieht, wie eben 1895/96 der Fall war und voraussichtlich auch im laufenden Jahre der Fall sein wird. Wie bei dieser Gelegenheit erwähnt sein mag, ist das für die Kommunalbesteuerung im Steuerjahre 1886 97 in Betracht zu ziehende Reineinkommen der gesammten preußischen Staatseisenbahnen vom Eisenbahnminister Thielen auf den Betrag von annähernd 2221/«: Million festgesetzt worden.
Fürst Bismarck contra Reichsanzeiger.
Die Mittheilungen der „Hamburger Nachrichten" über den deutsch-russischen Neuttalitätsverttag hatten bekanntlich eine Erklärung im „Reichsanzeiger" zur Folge, deren wesentlicher Inhalt besagte, die Regierung würde auf eine Erörterung der betreffenden Mittheilungen nicht eingehen, weil die darin erwähnten Vorgänge zu den „strengsten Staatsgeheimnissen" gehören, deren Verletzung eine „Schädigung wichtiger Staatsinteressen bedingen würde". Hierauf antworten nun die „Hamburger Nachrichten" mit einem Artikel, der in Ton und Inhalt seinen Urheber deutlich ver- räth. Mit dieser Erwiderung, die der Altteichskanzler den Verfassern der Notiz im „Reichsanzeiger" ertheilt, wird hoffentlich eine Polemik, die lediglich zum Ergötzen der deutschfeindlichen Presse sich an die Veröffentlichung in den „Hamburger Nachrichten" geknüpft hat, ihr Ende erreicht haben. In der Bismarck'schen Antwort heißt es: Die damaligen russisch-deuffchen Verhandlungen sind keine „strengsten Staatsgeheimnisse". Sie gehören der Geschichte und den Archiven an. Die Geheimhaltung war für Deutschland und den Dreibund fein Bedürfniß, sondern erfolgte lediglich auf russischen Wunsch. Im deutschen Interesse hätte die volle Veröffentlichung gelegen. Der Veröffentlichung lag als Anlaß nur das für alle friedliebenden Bürger bestehende Recht vor, mit Genugthuung auf den Vorgang zurückzublicken. Die Behauptung, die Veröffentlichung des Abkommens sei eine Untreue gegen den Dreibund, ist völlig unwahr. Der Text des Dreibundes gewährt sogar Oesterreich bie Neutralität im Falle eines Angriffs Frantteichs auf Deutschland; auch ein unprovKitter Angriff Deutschlands auf Rußland ließe Oesterreich nach dem Dreibundvettrage neutral. Der ganze Dreibund in corpore konnte, wenn Rußland bereit wäre, dasselbe Abkommen treffen, ohne auf seinen Hauptzweck zu verzichten. Dies würde alle Friedensfreunde beruhigen. Wenn bei Rußland die Neigung dazu vorhanden
thümer auf Dich übergehen werden, wenn Gott meinen armen Bruder, dem das Leben lange schon eine Last ist, abruft, und habe ich Dir deßhalb dieses Gewand vom Majorat schicken lassen. — Aber was machst Du denn für ein Gesicht — versteinert Dich die Freude? — Nimm es doch ernst, Junge, der Rock gehött wirklich Dir, Du sollst ihn Kiegen, und da ich gern sehen möchte, wie Du Dich in ihm ausnimmst, so probire ihn gleich in meiner Gegenwart einmal an."
„Großmutter!"
Es klang beinahe drohend von seinen Lippen, dann trat er hastig ein paar Schritte zurück:
„Laß diesen neuen Hohn," sagte er leiben» chaftlich — „zur Karrikatur »erbe ich mich nicht criiebrigen; lieber mag mir Johann aus bem ersten besten Trödelladen meine Kleidungsstücke erstehen, ehe ch diesen vorsündfluthlichen Rock anziehe, dessen Schöße ich mir aufschürzen müßte, wie Hildegard ihre Kleider, wenn die Sttaßen feucht sind, wollte ch nicht, daß sie wie eine Schleppe einer Theater- irinzesfin hinter mir herrauschten."
„Was höre ich recht — Harald, Junge — un- gcratijener Bube, so lohnst Du mir mit dem krassesten labanf für solche Aufmerksamkeit?" Ihre Augen traten au» den Höhlen, sie erhob die Hand, als wollte fie ihn thatsächlich züchtige», aber im Moment besann fie fich auch wieder. „Nein, an dieser Jammergestall will ich mich nicht bergreifen," sagte
e. — „Nur aus den Augen mit Dir, ich will Dich nicht sehen, nicht morgen, nicht in Wochen —"
(Fortsetzung folgt.)