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Marburg,
Sonntag, 1. November 1896.
Anzeigen nimmt entgegen di, Expedition dieses Blattes, sowie di« Slrmonc«n-Bur«anx von Haasenstein u. Vogler in Sr«kfurt «. M., Tafsel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI Most« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. 8. -v5tllsLg.
D«b« n. So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg mt> Kirchhain. Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Freiwillige Krankenpflege.
** Die Geschichte der fteiwilligen Krankenpflegt im Kriege beginnt mit der Genfer internationalen Konferenz vom Jahre 1863, dem unsterblichen Werke Heinrich Dumonl'S in Genf. Der Beschluß dieser Konferenz, in jedem Lande ein Comitö zu gründen, welches in Kriegszeiten durch im Frieden schon vorzubereitende Hilfe mit allen Mitteln im strengen Anschluß an die Militärbehörden für die verwundeten und kranken Krieger eintreten sollte, wurde in Preußen m dem am 6. Februar 1864 in's Leben gerufenen Central - Comitö zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger ausgeführt. Als die Be schlösse der Konferenz in der Genfer Konvention vom 22. August 1864 zu völkerrechtlichen Grundsätzen erhoben und als solche proklamirt waren, war die Grundlage für die Entwicklung der freiwilligen Kriegskrankenpflege gegeben.
Um für diesen Zweck eine fest geschlossene Genossenschaft zu bilden, wurde im Mai 1886 in Berlin eine Konferenz von Vertrauensmännern abgehalten. Bald darauf wurde eine umfaßende Agitation in die Wege geleitet. In den Provinzialstädten fand die Sammlung von Mitgliedern anfangs große Schwierigkeiten, allein durch ein Hand in Hand gehen der Genossenschaftscomites mit den Provinzial- und Zweigvereinen vom Rothen Kreuz wurden die vorhandenen Schwierigkeiten glücklich überwunden. Es bildeten sich zunächst 15 organisirte Genossenschaftsverbände, nämlich auf den sämmtlichen preußischen Hochschulen mit Einschluß von Münster, dann in den Städten Hamburg, Frankfurt a. O., Cassel und Stettin. Die Verbände werden von Comite's geleitet. Unter den Comitsmitgliedern befinden sich Professoren aller Fakultäten, hohe Staats- und Re- giemngsbeamte, Pastoren, Rechtsanwälte, Aerzte, Kaufleute, Handwerksmeister. Unter den akttven Mitgliedern bilden die Kandidaten und die Studenten bei Weitem die Mehrzahl, außerdem befinden sich aber auch Gymnasiallehrer, Elementarlehrer, Kaufleute, Handwerker u. A. darunter.
Von vornherein war man sich darüber klar, daß die Entwickelung der Genossenschaft wesentlich durch eine sorgfältige technische Ausbildung der Mitglieder gefördert würde. Zunächst wurde die Rothwendigkeit eines einheitlichen Unterrichts buch cs für die Krankenpflege festgestellt. Dieses vom preußischen Kriegs- mintsterium herausgegebene Buch wird bei sämmtlichen Kursen zu Grunde gelegt und befindet sich in
der Hand eines jeden Arztes und eines jeden Mit- gli des. Außerdem werden die Mitglieder auch mit der Krisgs-Sanitätsordnung bekannt gemacht. So'ann wurde weiter eine theoretische Vorbereitung eingerichtet. Die Mitglieder erhalten sechs Wochen lang wöchentlich in einigen Abendstunden theoretischen Unterricht, verbunden mit Hebungen an gesunden Personen. Diesem sogenannten Vorbildungskursus folgt auf den Hochschulen ein mehrwöchiger Pflegekursus in einem Krankenhause oder einem Lazareth. In den Provinzial- städten haben die Militärärzte diese Ausbildung übernommen.
Alle akttven Mitglieder der Genossenschaft haben sich einer offiziellen Prüfung zu unterziehen. Sie erhalten nach bestandener Prüfung von dem ausbildenden Arzte ein Zeugniß, welches dem Vorstande der Gesell chaft eingereicht wird.
So sind nun schon mehr als 2000 junge Leute theoretisch und praktisch ausgebildet, die bereit sind, wenn das Vaterland ruft, zwar nicht unmittelbar unter den Fahnen, so doch an den Verwundeten und Kranken, im Felde ihm mit Einsetzung aller ihrer Kräfte zu dienen. Von hohem Werl he ist es, daß gerade durch die Heranziehung der gebildeten Volksschichten zu diesem Werke die Bürgschaft geboten wird, daß die fteiwillige Krankenpflege im Kriege die Höhe ihrer Aufgabe erreicht und daß ihr jener patriotische Zug nicht fehlt, der diese ganze Thätigkeit beherrschen und durchgkistigen muß, wenn sie leisten soll, was von ihr erwartet wird.
Deutsches Reich.
* Berlin, 30. Oktober. (Tagesbericht.) Se. Maj. der Kaiser nahm heute an den Hofjagden bei Blankenburg am Harz theil. Zuerst wurde im Revier von Wienrode zwischen Blankenburg und dem Bodethal gejagt, dann im Wildpark. Der Monarch erlegte 10 Stück Rochwild und 68 Stück Schwarzwild. Um 6 Uhr Abends fand im Schlosse Tafel statt, der sich eine Vorstellung im Theater anschloß. Die Rückreise des Kaisers nach Potsdam erfolgte um 11 Uhr Abends. Se. Majestät verlieh den Rothen Adlerorden zweiter Klasse mit dem Stein dem Hofmarschall v. d. Mülbe und dem Oberstallmeister Freiherrn v. Girsewald, den Rothen Adlerorden dritter Klasse dem Burghauptmann v. Trauwitz und dem Hoftheaterintendanten Freiherrn v. Wangenheim. — Der als Militär- chriftsteller bekannte General - Lieutenant z. D. Koehler, welcher im Feldzuge 1870 71 die Korps-
Artillerie des 5. Korps führte, ist gestern in Breslau am Herzschlag gestorben.
"(Dementi.) Der K a i s e r sollte, wie die „Zukunft" wissen will, in Gemeinschaft mit einem jungen Dichter, den Herr v. Hülsen, Intendant in Wiesbaden, empfohlen und dem Monarchen zugeführt hat, jetzt ein Drama schreiben, ein Kaiserdrama, das zum Theil im Baseler Land spielt. Der Kaiser habe im Casseler Hause des Prof. Knackfuß seinen Mitarbeiter empfangen und mit ihm den Plan des Werkes berathen. Hierzu wird dem „Rheinischen Courier" aus Berlin telegraphirt: Diese Angaben sind irrthümlich. Der Kaiser ist an der Abfassung des Dramas nicht betheiligt, welches der b-kannte Kölner Dichter Joseph Lauf schreibt. Den Stoff zu seinem Drama „Inez de Castto" hat Herr Lauff dem bekannten Gemälde entnommen. Der Handlung des historischen Dramas liegt u. A. eine geschichtliche Episode zu Grunde, die in einem Knack- suß'schen Bilde, dessen Original sich in dem Königl. Schlosse zu Berlin befindet, gleichfalls verwerthet ist. Vielleicht hat dieser Umstand in Verbindung damit, daß der gelegentlich der Aufführungen in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers im Theater hier anwesende Dichter Lauff Sr. Majestät dem Kaiser und König vorgestellt worden ist, Veranlassung zu derartigen Gerüchten gegeben.
* (Kaisergeschenk.) Allen deuffchen Bundesfürsten hat der Kaiser, wie es heißt, ein Widmungsexemplar der neuesten, nach seinen Angaben entstandenen Knackfuß'schen Zeichnung übermitteln lassen. Der Sendung dieser Zeichnung, die bekanntlich den Sieg des deutschen Michael über die die Friedenswohlfahrt bedrohenden Mächte der Finsterniß darstellt, ist eine erklärende Auseinandersetzung des malerischen Vorgangs beigefügt.
* (Kein konservativer Delegirtentag.) Die „Kreuzztg." berichttgt ihre gestrige Meldung dahin, daß hier am 19. November nicht ein Delegirtentag der, konservativen Partei, sondern nur eine Vorbesprechung behufs näherer Bestimmungen über den konservativen Delegirtentag statt finden soll.
* (R e i ch s t a g s e r s a tz w a b l.) Das Resultat der Reichstagsersatzwahl in Brandenburg-Westhavelland, welches mit großer Spannung erwartet wurde, ist bereits telegraphisch mitgetheilt. Es erhielten der Sozialdemokrat Peus 7859, der Konservative von Loebell 6286 und der Freisinnige Blell 4807; es ist demnach eine Sttchwahl zwischen dem konservativen und dem sozialdemokratischen Kandidaten er
forderlich. Bei der Reichstagswahl im Jahre 1893 tombe der sozialdemokratische nur mit ganz geringer Majorität aus dem Felde geschlagen; bei der gegenwärtigen Wahl liegen die Verhältnisse noch ungünstiger und der Sieg der Ordnungsparteien wird nur dann möglich sein, wenn diese bei der Stichwahl entschlossen und einmüthig für den konservativen Kandidaten eintteten. Es ist dringend zu wünschen, daß die Erbitterung, mit welcher sich die bürgerlichen Parteien bei der Hauptwahl befehdet, bei der Stichwahl bei Seite gelassen wird, da sonst der Sieg des Sozialdemokraten unvermeidlich ist. — Die „Kreuz- Ztg." hat gute Hoffnung für den Sieg des" Hemi von Loebell, da sie überzeugt ist, daß die Ordnungs- Parteien gegen den Sozialdemokraten einhellig Front machen werden.
* (Oberst Liebert.) Die Ernennung des Oberst Liebert (Frankfurt a. O.) zum Reorganisator der chinesischen Armee ist, wie verlautet, nunmehr perfekt geworden. Der Oberst wird binnen Kurzem mit einer (Anzahl Offiziere Deutschland verlassen, um mit Genehmigung des Kaisers die Reorganisation des chinesischen Heeres in die Hand zu nehmen.
o * (Zum Zarentoastprozeß.) Zum Fall Lutzow-Larjen ist zu melden, daß der Sttassenat des Kammergerichts die Beschwerde des in Untersuchungshaft befindlichen Heinrich Leckert - Larsen gegen den Beschluß des Landgerichts I, daß die Haft fortbauern solle, zurückgewiesen hat. Dagegen ist Karl v. Lützow von Neuem verhaftet und heute Vormittag nach dem Untersuchungsgefängniß traneporttrt worden.
* (Lippe.) Tas Schiedsgericht betr. die lippesche Thronfolge trat Freitag Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Königs Albert im Gebäude des Gesammtministeriums in Dresden zusammen. Die Verhandlungen werden vorläufig geheim gehaltem Im Spiegelsaale des Residenzschlosses fand später für dre Theilnehmer an den Verhandlungen und für einige andere Gäste Tafel statt.
* (Deutschlands auswärtiger Handel) Die Einfuhr belief sich im September d. I. auf 33,32 Millionen Doppelcentner, gegen 29,27 im September 1895. Die Ausfuhr wird auf' 22,55 Mill. D.-C. angegeben gegen 19,40. Vornehmlich ftnb die hohen Ziffern auf die erhöhte Braunkohlen-, Getteide- und Holzeinfuhr zurückzuführen, während an der Zunahme der Ausfuhr fast nur Steinkohlen, sowie Zucker, Erze und Steine betheiligt sind. Nicht wenige wichtige Ausfuhrartikel, z. B. Eisen, zeigen einen Rückgang der Ausfuhr. In den ersten 9
(Nachdruck verboten)
Waisenkind.
Von Mary Widdern.
(Forffetzung.)
„Ich sehe, Ihnen komme ich nicht gelegen, mein Fräulein?" sagte Konrad von Steifen zu Hildegard. „Ich hätte auch nicht so voreilig der Einladung Folge leisten sollen," setzte er hinzu und fuhr gleich darauf leiser fort, „lag der Gedanke nicht nahe, Frau von Hilgenstein hätte Sie mich verachten gelehrt?"
„Herr Doktor!"
Es war eine unwillkürliche Bewegung, gewiß, aber ihre beiden Hände stteckten sich ihm doch entgegen, er fühlte, wie sich die weißen schlanken Mädchevfinger um die seinen legten in warmem Druck und auch jetzt erröthete er, wenn diese Röthe auch nur schattenhaft über sein Gesicht glitt und so schnell, wie sie gekommen, auch wieder verschwand.
„Sie werden nie wieder so zu mir sprechen, dicht wahr?"
Um die bärtigen Lippen des jungen Mannes Mckte es leise: „Nein — denn diese Minute überzeugt mich, Hildegard Winter steht über jedem Vor- uttheil — sie achtet s.lbst — den Sohn eines Zuchthäuslers — wenn er ihr als Mensch achtungs- wmh erscheint."
„Den Sohn eines Zuchthäuslers? Ihr armer, «wer Vater," sagte sie leise, „ach möchte doch bald, recht bald die Stunde kommen, in der das furchtbare Räthsel, unter dem er und die Seinen, gleich schmerzlich, gewiß leiden, gelöst wird! Glauben Sie es wir, Herr Doktor," setzte sie dann hinzu, „ich nehme aufrichtig Theil an Ihrem Schmerz und,, wenn je
ein Mensch, — ich zweifle keinen Augenblick an der Unschuld Ihres Vaters."
„Dank tausend Dank!"
Er kam ihm aus vollem tiefem Herzen, „aber," fefete er dann leise hinzu, „wissen Sie auch, wessen Sie dann die Frau Obrist anklagen?"
Sie neigte bejahend das Haupt: „Es ist furchtbar, aber ich bin mir vollkommen bewußt, daß die alte Frau da oben, der ich fteilich diese neue Heimath verdanke, nicht blos das Lebensglück meiner Mutter und Tante Ludowikens gestört, sondern auch durch falsches Zeugniß bas Ihres armen Vaters untergraben. Aber haben Sie Muth, Herr Doktor, — die Wahrheit läßt manchmal lange auf sich warten — aber sie kommt doch."
„Si^ kommt doch — ich weiß eS und ich fühle es und an jedem Morgen, an dem ich in dieses Hsus trete, frage ich mich: Werde ich heute bestättgt finden, daß mein Vater in dieser Unglücksstunde hier gewesen, wird mir der Zufall nicht irgend etwas in die Hand spielen, daS sein Alibi beweisen könnte?"
„Und was dann?"
Er sah verwundert in das plötzlich todtenbleiche Gesicht.
„Wie Sie fragen!" erwiderte er, „dann wird ber unschuldig Verurtheilte frei und wenn auch der wahre Thäter nicht gefunden, so überliefert das Gesetz doch die Meineidige ihrer gerechten ©träfe die —•
„Halten Sie ein, Herr Doktor! Himmlischer Vater, das — darf nie geschehen! Bedenken Sie doch, wie alt die Tante ist'"
Er machte eine leise abwehrende Handbewegung: „Mein Vater ist noch älter und doch schcure man sich nicht vor seinem weißen Haar. Aber weßhalb jetzt weiter darüber reden. Jedes Wort ist über-
lüssig, wenn mir der Zufall nicht hilft! Sagen Sie mir lieber, Fraulein Hildegard", fuhr er nach einem schweren Seufzer fort, „Sagen Sie mir lieber, ob Sie sich hier schon ein wenig eingelebt? — Ach," etzte er leiser hinzu, „wie anders hätte sich auch für S'e Alles gestaltet, wenn die Obristin, von ihrem tarren Haß geleitet, nicht jenen fürchterlichen Eid gebrochen! Ich habe meinem armen Mütterchen und Schwester Lida von Ihnen erzählt," sagte er, „und nun möchten Sie gar zu gern mit Augen sehen, be- onders die Kleine, welche nicht genug erfahren kann. Aber wir dürfen Sie ja nicht einmal ersuchen, uns zu besuchen, — was würde die Obristin dazu agen? — Und dann," eine dunkle Wolke beschattere ein Gesicht, .und dann, wie könnten wir Ihnen zu- muthen, in ein Haus zu treten, von dessen Schwelle lene fürchterliche Verurtheilung jedwede Freundschaft verjagt!"
„O, Konrad, sprich nicht so!"
Die Arme des Knaben hatten sich um die Hüfte des Doktors geschlugen und seine thränenfeuchten Augen blickken beinahe flehend in das schöne ernste Mannesgesicht empor. Hildegard aber sah traurig zu Boden. Wie gerne hätte sie erwidert: „Und ich komme doch, Herr von Steifen — was kümmert mich das schnöde Urtheil der Wett, was die An- ichten, der Haß meiner Tantel" Dennoch aber zögerte sie, ein Wort auszusprechen, mit dem sie den Doktor doch erfreut haben würde.
Ob Conrad ahnte, was in der Seele des jungen Mädchens vorging, ihm der Gedanke kam: Sie würde von Herzen gern Deiner Mutter, den Deinen überhaupt Theilnahme erweisen, ohne jedes Bedenken über die Schwelle des nunmehr so gemiedenen Hauses treten, wenn — sie nicht eben von der Obristin bevormundet würde, in einer gewissen Abhängigkeit
von ihr lebte! Genug, die Wolken aus seiner Stirn zerstreuten sich — nnd nun war er es, der ihr seine Hand entgegenstreckte. „Ich will nicht als Versucher an Sie herantreten," sagte er warm, „durch mich sollen Sie nicht Gefahr laufen, diesen letzten Zufluchtsort zu verlieren."
„Aber ich selbst möchte so gern Ihr Mütterchen kennen lernen," sagte Hildegard lebhaft, „und ehne mich überhaupt danach, mit irgend einem weib* "chen Wesen in Verkehr zu treten — wir Frauen laben so Manches zu denken, für das eben auch nur Kenner Verständniß haben, — und da —" ihre Figur schien höher zu werden — und da werde ich auch dem Drang meines Herzens folgen," sagte sie plötzlich mit aller Energie. „Die Tante," setzte sie dann hinzu, „kümmert sich ja so wenig um mich, fie fragt nicht, wohin ich gehe; wenn sie nur weiß, daß ich meine Fächer nicht vernachlässige, kann ich mtt volle Freiheit gestatten — ich darf ja nicht ein- mal zu einer Lüge meine Zuflucht nehmen, nur verheimlichen muß ich meinen Besuch bei Ihrer Frau Mama — und das, bäucht mich, ist keine Sünbe."
„Hilbegarb!" rief Konrad von Steifen.
Wie jubelnd war es fast über seine Lippen gekommen und ein Strahl unsäglicher Freude zuckte in bem großen dunklen Auge des Mannes auf, bann aber breitete sich von Neuem jener Schatten über fein Gesicht, ber es schon vorhin so büfter hatte er» scheinen lassen. „Aber bas Anbere, haben Sie auch an bas anbere gebucht? Fürchten Sie bie Schmach nicht?"
Sie ließ ihn bas böse Wort nicht aussprechen. „Still, still, Herr von Steifen, ich bitte Sie, keine Silbe weiter! Ihr Mütterchen aber grüßen Sie mir unb sagen Sie ihr, bie erste freie Minute werbe ich benutzen, um zu ihr zu kommen — o, wie ich mich