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kommenhett vieler Familien. Und der Geist, der in ihnen lebt, verdirbt natürlich auch die Kinder im Keime, sodaß die Einwirkung der Schule ergebnißlos bleibt. Es kommt hinzu die falsche Humanität unserer Zeit gegenüber dem Verbrecherthum und der Einfluß schlechten Umgangs und sittenverderbender Lektüre.

So lange es nicht gelingt, den hier treibenden Kräften das Handwerk zu legen, wird die Sitten­verwilderung der Jugend eine soziale Gefahr bleiben. Die Besserung kann also nur von einem geschlossenen Vorgehen der bürgerlichen Gesellschaft gegen die systematische Volsvergiftung erfolgen, hat aber zugleic zur Voraussetzung, daß das Bürgerthum Selbst- erkenntniß und Selbstsucht übt und selbst mehr den Geboten christlicher Gesittung und Nächstenliebe, sowie den von dem praktischen Leben gestellten Forderungen Gehör giebt. Die Aufgaben der Volksschulen müssen durch zweckmäßig eingerichtete Fonbildungsschulen erweitert werden; es bedarf ferner einer noch um­fassenderen Thäligkeit in der Verbreitung guter Schriften und Gegenwirkung gegen die Erzeugnisse )er schlechten Presse, es bedarf einer besseren Pflege der Rettungsanstalten für sittlich verwahrloste Kinder und einer Verschärfung der strafgesetzlicheu Be­stimmungen über das jugendliche Verbrecherthum. Mit Worten allein wird nichts gebessert; ermannen wir uns zu Thaten und Opfern, so wird auch hier der Erfolg nicht ausbleiben.

Sychnnt täglich außer an Werktagen nach Sonn- und F«erlagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe- ditwn L Ml, bei allen Postämtern 2 M. 25 Pfg. (erkl Bestrllgeld) Jniertionsgebühr für di» gespalten« Zeil« -der deren Raum 10 Pfg Reklamen für die Zelle L5Pfg

dem Großherzog und der Großherzogin von Hessen empfangen. Die Rückreise nach Kronberg erfolgte Nachmittag. Für eine glückliche Entbin­dung der Prinzessin Heinrich vonPreußen werden die kirchlichen Fürbitten in den neun älteren Provinzen mit dem nächsten Hauptgottesdienst be­ginnen. Die Redemptoristen sind heute in ihr Kloster zu Trier zurückgekehrt.

* (Zur Handwerkerorganisationsfrage.) Der preußische Handelsminister Brefeld hegt die Er­wartung, daß der Entwurf über die Zwangsorgam- sation des Handwerks dem Reichstage noch vor Weih­nachten wilde vorgelcgt werden können. Der Mi­nister scheint demnach überzeugt zu sein, daß sich im Bundesrath eine Mehrheit für den preußischen Ent­wurf finden werde. Uns will es nach' alle dem, was über die Stellungnahme der Bundesregierungen zu der in Rede stehenden Vorlage bekannt geworden ist, bedünken, als seien die Hoffnungen des Herrn Handelsministers etwas optimistischer Natur.

* (Beschlagnahmt.) Die antisemitische Staätsbürgerzeitung" ist jetzt zum zweiten Male beschlagnahmt worden. Die erste Beschlagnahme er­folgte bekanntlich wegen eines den Staatssekretär des Auswärtigen Frhrn. v. Marschall beleidigenden Artikels, wegen dessen vom Herrn Reichskanzler auch Strafanzeige gegen das Blatt erstattet worden ist. Die zweite Konfiskation erfolgte wegen der Veröffent­lichung des Beschlusses des Amtsgerichts über die erste Beschlagnahme.

* (B u n d e s r a t h.) In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurde die Vorlage betreffend den Freundschafts-, Handels-, Schifffahrts- und Konsular­vertrag zwischen dem Reich und Nicaragua den zu­ständigen Ausschüssen überwiesen. Der Resolution des Reichstags wegen Aenderung der Ausführungs- bestimmungcn betreffend den Verkehr mit denaturirt.m Spiritus wurde keine Folge gegeben. Dem münd­lichen Bericht des III. und IX. Ausschusses über den Entwurf eines Gesetzes für Elaß-Lothringen be­treffend die Besteuerung der Bergwerke wurde die Zustimmung ertheilt.

* (Kolonialrath.) Der Kolonialrath erledigte gestern die Berathung der ostastikanischen Landftage. Die Vorschriften in der Verordnung des Gouverneurs, die den Schutz der Eingeborenen bei der Schaffung eines Kronlandes betreffen, wurden angenommen, dagegen der übrige Theil der Verordnungen nicht gebilligt, vielmehr gegen eine Stimme beschlossen, daß wirthschaftlichen Unternehmungen alle thunlichen

Erleichterungen zu gewähren seien. Der Gouverneur soll eventuell für die Ueberlassung als Kronland von einem Kauf, oder Pachtpreis absehen, bei Ueber­lassung des Grundeigenthums soll die in dem Ent­würfe vorgesehene Ausdehnung von 100 ha er­heblich überschritten werden. Ferner beiieth der Kolonialrath, den vom Ausschuß vorbereiteten Ent- Wurf betr. die Vorbildung der Kolonialbeamten. Der Ausschuß hat dem Plenum eine Resolution vorgelegt. Die Kolonialverwaltung hat nämlich die Blldung eines Kolonialseminars in's Auge gefaßt und hofft so geeignete Arbeitskräfte auf dem Kolonialfelde sich zu verschaffen. Der Ausschuß hat sich mit dieser Idee grundsätzlich befreundet, dieselbe aber noch erweitert. Als Hauptgesichtspunkt soll die wirthschastliche Vor­bildung der Kolonialbeamten in den Vordergrund treten, und von den Kolonialbeamten soll noch ein praktischer Vorbereitungsdienst in den Konsulats­geschäften gefordert werden. Es entwickelte sich eine lebhafte Generaldebatte; für die Idee, einen beson­deren Kolonialbeamtenstand zu bilden, zeigte sich keine Geneigtheit. Wie derReichsanz." berichtet, nahm der Kolonialrath einen Antrag an, daß ihm der Ent­wurf des Auswanderungsgesetzes in seiner jetzigen Form von der Regierung nochmals vorgelegt und ihm Gelegenheit gegeben werde, sich erneut über denselben zu äußern.

* (England und der Dreibund.) Gegenüber der Behauptung englischer Blätter, Deutsch­land sei nur deßhalb so schlecht auf England zu sprechen, weil sich die englische Regierung geweigert habe, dem Dreibuittre beizutteten, ist der Londoner Berichterstatter derAllg. Ztg." in der Lage, gerade das Gegentheil festzustellen. Als der deutsche Kaiser während des vorjährigen Sommers England besuchte, habe Lord Salisbury ihm dm Abschluß eines Bünd­nisses mit England mehr als nahcgelegt, ohne jedoch für seine Wünsche einen günstigen Boden zu finden. Sehr gut unterrichtete englische Persönlichk-.iten wollten damals wissen, daß der deutsche Kaiser die ganze Verhandlung mit einer scherzhaften Bemerkung ein- für allemal von der Hand gewiesen habe.

* (L i p p e s ch e r T h r o n st r c i t.) Die Ge­setze betreffend die Erledigung des Thronstreits in Lippe durch ein Schiedsgericht und bett, die Ver­änderung des Regentschaftsgesetzes find in der vom Landtag beschlossenen Form vom Regenten vollzogen worden. Sie werden soeben veröffentlicht.

* Darmstadt, 22. Oktbr. (Vom Zaren.) Der Großfürst Wladimir ist vom Zaren gebeten

Anzeigen nimmt «ntgigen di« Expedition biefeS Blatter, sowie di« Armoncrn-Bureaux von Haasenstrin u. Vogler in Frankfurt e. M Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Jalira. Moste in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln, C L.

Daube u. Co. in Frankfutt <u M Berlin, Hannover, Paris. <

Marburg,

Sonnabend, 24. Ottober 1896.

des Dottors Ausbleiben konnte ich mir gar nicht erklären. Einen Augenblick dachte ich schon," setzte er hinzu und legte seine Hand in die von Konrad dargereichte,Du kämst überhaupt nicht mehr. Aber ich wäre gestorben, wenn ich Dich wirklich nicht mehr hätte sehen sollen." setzte er hinzu.Doch nein, nein'er sah mit feuchtem Blick zu dem jungen Mädchen hinüber, dem er jetzt rasch seine fteigelassere Linke entgegcnstreckte,Du bist ja da, Hildegard, und hast mir versprochen, mich lieb zu haben aber gefehlt hättest Du mir, Konrad an jedem Tage immer neu!"

Er legte den schönen Kopf an die Schulter des Mannes und die traumhaften Kinderaugen versenken sich in die dunklen ernsten des Lehrers, der jetzt seine Hand wie segnend auf die Locken des armen Krüppels gelegt:Ich danke Dir, mein Knabe, für so viel Liebe und bitte Dich nur, Deiner jungen Tante alle Zeit mit einer gleichen anznhangen. Gewiß, sie wird Dich immer verstehen, denn ich weiß cs ja, auch an fie rst der Ernst des Lebens und sein Leid schon getreten und wer selbst nicht immer glücklich gewesen, dessen Herz öffnet sich am theilnahmSvollsten dem Unglücklichen. Nicht wahr, mein Fräulein," wandte er fich dann bittend an das junge Mädchen, Sie geben diesem armen, so ftüh schon verfallenen Leben ein wenig Halt, lehten es einem Ziel ent- gegenstrelen, dessen auch nur zu erwähnen er mir nicht gestattet. Und nun komm, Harald, die Zeit irängt; was würde die.Eroßmmter nur sagen, fände sie uns noch hier, anstatt hinter unfern Büchern."

Er verbeugte sich tief und achtungsvoll vor Hilde­gard, dann wollte er mit Harald die Treppen hinauf­steigen, aber noch cirmal sah er sich zurückgehalten: Werden Sie mich nicht zudringlich schelten, Herr Dottor," flüsterte das junge Mädchen,wenn ich

Deutsches Reich.

* B-rli«, 22. Ottober. (Tagesbericht.) Als das Kaiserpaar heute ftüh 8 Uhr auf der Wildparkstatton eintraf, wurde es dort von den fünf ältesten Kaiserlichen Prinzen empfangen. Zu Wagen erfolgte die Fahrt nach dem Neuen Palais. Der Kronprinz und Prinz Eitel Fritz, sowie Piinz Hein­rich von Preußen waren bereits um 7 Uhr in Pots­dam augekommcn. Der Geburtstag der Kaiserin wurde in der üblichen Weise gefeiert. Schon vom frühen Morgen ab liefen im Neuen Palais zahlreiche kostbare Blumenspenden, briefliche und telegraphische Glückwünsche für die Kaiserin ein. In Potsdam und Berlin hatten alle öffentlichen Gebäude und viele Privat- häuier Flaggenschmuck angelegt Um 11 Uhr Vor­mittags fand bei der Kaiserin kleine Gratulation statt, welcher Familien-Frühstückstafel folgte. Abends war in derJaspis-Gallerie größeres Diner. Kaiserin Friedrich traf heute Mittag in Darmstadt ein und wurde auf dem Bahnhof vom Zarenpaar, von

eine Bitte an Sie richte; ich bin durchaus nicht so unterrichtet," setzte sie mit glühendem Erröthen hinzu, als man in diesem Hause annehmen wird und da" sie senkte das Auge,würde es mich so glücklich machen, an den wissenschaftlichen Unter­weisungen, die Sie Harald geben, theilnehmen zu dürfen; besonders gern ließe ich mich noch in der deutschen Literaturgeschichte unterrichten."

So viel Verttauen haben Sie zu mir?" Der dunkle Blick des Mannes leuchtete beinahe ftendig auf, um sich doch schon wieder im nächsten Augen­blick zu umdüstern.Wie gern willfahrte ich Ihrem Wunsche" und das leise Vibiiren seiner Sttmme ver- ricth deutlich, er sprach nur aus, was er fühlte, leider muß ich schon die Ueberzeugung haben, daß Frau Obrist dieser Ihrer Theilnahme an Haralds lnterricht ihr entschiedenstesEs soll nicht sein" entgegensetzen wird. Sie hegt einen so hohen Grad von Abneigung gegen mich," setzte er mit seltsamer, zürnender Leidenschaftlichkeit hinzu,daß fie schon, weil sie annehmen dürfte, es mache mir Freude, Sie auf keinen Fall durch mich belehren ließ."

Hildegrad sah ihn einen Augenblick ganz erschrocken an, auch er sprach ja von dieser Abneigung gegen ihn, die Harald gestern geradezu Haß genannt was war's denn, das dieses Gefühl in dem Herzen der alten Frau aufblühen gemacht, gegen ihn, der ihr sie zitterte ein wenig und wogte den Schluß nicht anszudenken aber ihr kam ein neuer Ge­danke, hieß er nicht Steifen und war die arme ver­laßene Tante Ludowika nicht auch eine geborene von Steifen? ihretwegen haßte sie ihn, es konnte nicht anders sein und doch wie ungerecht war das und wie wenig christlich. Sie sah theil- nehmend wieder zu ihm auf und nun wußte sie es auch mit einem Blick, wem dieses schöne ernste Ge-

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sicht so ähnlich es waren Tante Ludowikens Augen, in die sie sah, ihre reinen klassischen Züge, nur in das Männliche übersetzt und von dem Hauch des Düstern umweht.

Leben Sie wohl, mein Fräulein!"

Leben Sie wohl, Herr Doktor!"

Er hatte sich noch einmal vor ihr verneigt und dann stieg er langsam in die Höhe, von dem Knaben gefolgt, her sich, oben angekommen, aber noch einmal rach Hildegrad umsah:Klopfe jetzt an Großmutters Thür," rief er ihr zu:Um halb Neun pflegt sie ihren Kaffee einzunehmen, und ich denke, sie würde Dir zürnen, wenn Du es nicht mtt ihr thätest.

Ein paar Minuten stand das junge Mädchen regungslos auf der Stelle, von welcher aus fie Harald und den Dottor ihren Blicken enffchwinden gesehen, dann hob ein tiefer Athemzug ihre Brust: Wer begreift es," flüsterte sie für sich, bann setzte le lebhafter hinzu:Nun, die Zett löst gewiß auch dieses Räthsel." Und die wirren Löckchen aus der reinen weißen Stirn streichend, ging auch sie jetzt je näher fie aber ihrem Ziel, dem Zimmer ihrer llante kam, desto langsamer ward ihr Schritt, bis e ihn zuletzt ganz anhielt:Ist das Furcht?" lüsterte sie vor sich hin und fuhr im Moment doch chon mit trotzig in den Nacken geworfenem Köpfchen Dit:Pfui, schäme Dich, Hildegard, von solcher Seite habe ich Dich noch nicht kennen gelernt, und nun vorwärts und hurtig angeklopft, im Grunde ge­nommen ist ja nichts so schlimm, wie es uns an- änglich erscheint und die Tante Obrist wird gewiß auch manche gute Seite haben nur hat fie i i- her Niemand entdeckt. Aber vielleicht gelingt es mir," uhr sie in ihrem Raisonnement fort,wenn ich hübsch geduldig bin und ohne Vorurtheil hineinschaue in

Jugendliche Verbrecher.

* Der entsetzliche Mord an dem Justizrath Levy in Beilin hält die Bevölkerung der Reichshaupfftadt »och immer in Äthern. Das Furchtbare liegt nicht allein in der Schwere des Verbrechens, dem ein an­gesehener Mann zum Opfer fiel, sondern mehr noch in den handelnden Personen, die kaum dem Knabenalter entwachsen eine unglaubliche sittliche Verkommenheit an den Tag gelegt haben. Zwei »urschen von 16 Jahren bereiten mit kühler Be­rechnung einen Raubmord vor. Vor der Begehung treffen sie auf der Friedrichsttaße zwei ihnen unbe­kannte Altersgenossen, die mit ihrem Vorhaben bekannt gemacht, sich sofort zur Theilnahme be­reit erklären. Alle Welt fragt sich, wie das jugend­liche Gemüth der vier Verbrecher, die um eine Hand voll Geld kaltblütig dr i Morde auszuführen planen, zu der Stufe des Verbrechens gesunken war, daß sie gemeinsam und ohne jede Gewissens bedenken ihre Thai ausführen konnten. Man fühlt, daß hier Um­stände zusammengewirkt haben, die keineswegs nur in der verbrecherischen Anlage der Uebelihäter, sondern zugleich in sittlichen Zuständen der Gegenwart liegen.

In der That hat sich dem prüfenden Auge schon lange die bettübende Wahrnehmung aufgedrängt, daß die Lockerung der sittlichen Bande in weiten Volks­kreisen ihren Widerschein in erschreckender Weise auf die Jugend zurückwirft und hier sittliche Schäden erzeugt, welche jeden wahren Volksfreund zur Abwehr auftufen. Das jugendliche Verbrecherthum wächst in steigenden Zahlen; aber diese bedauernswerthe That- sache ist die unvermeidliche Folge des Geistes der Rohheit und Zuchtlosigkeit, der Genußsucht und Un- fittlichkeit, welcher in der der Schule entwachsenen Generation sich in unfern Tagen häufig findet.

Das klingt wie eine Anklage gegen die Leistungen unserer Volksschule. Aber auch die beste Schul- (^iehung scheitert, wenn sie keine Unterstützung im häuslichen Familienleben erhält. Und hier ist dec eigentliche Sitz des Uebels. Das Familienleben weiter Kreise isi namentlich in den Großstädten vielfach vergiftet. Die sozialistische Lehre und Agitation, die sich frei auf die Massen überträgt und die ärmeren Elemente systemattsch mit Widerspruch gegen alle menschliche und göttliche Autorität, mit Verachtung von Recht und Gesetz, mit Haß und Neid gegen den besser gestellten Nebenmenschen erfüllt und dem Spiel aller schlechten Begierden preisgiebt, fie trägt eine große Mitschuld an der sittlichen Ver-

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für >ic Kreise Marburg rrrrb Kirchhain.

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ganze Schaar junger Geschwister zu unterhalten, da können Sie sich wohl denken, daß das Einkommen des geringsten Lehrers am Gymnasium nicht aus­reichend ist. Und überdies," es lag in diesem Augenblick ein so überwältigender Ausdruck von Verzweiflung in dem männlich schönen Gesicht, daß dem jungen Mädchen die Augen feucht wurden,und Überdies, geistige Arbeit ist das stärkste Opiat, läßt wenigstens während ihrer Dauer vergessen, was sonst vielleicht uns wahnsinnig machen würde."

In diesem Augenblicke hätte man es von draußen km Viettel nach acht Uhr schlagen, fast zu gleicher Zeit öffnete fich eine Thür ganz im Hintergrund des Hausflures und die verkrüppelte Gestalt zeigte sich den Blicken der beiden, die der Zufall hier zusammen- gcfiihtt. Als der Knabe seinen geliebten Lehrer sah, »ahm sein müdes Gesicht, das heute noch mehr als sonst den Stempel körperlichen Leidens trug, den Ausdruck der Freude an, welcher sich noch erhöhte, als er im nächsten Augenblick auch Hildegard be­merkte.Da seid Ihr ja beide," sagte er herzlich, "idem er sich näherte,Gott sei Dank!. Dich hab ch schon im ganzen Hanse gesucht, Hildegard, und

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Von Mary Wik der».

(Fortsetzung.)

Hildegard machte ein sehr verwundertes Gesicht. Aber mein Gott, Herr von Steifen, wie halten Sie das ans leidet Ihre Gesundheit nicht unter so aufreibender Thättgkeii?"

Ich weiß es noch nicht im Uebttgen aber denke ich, matt kann so ziemlich Alles, was man ernstlich will und muß. Und ich muß eben, mein Fräulein, denn ich habe eine Mutter und eine