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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie di« Anuoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iakra. Moss, in Frankfurt M., Berlin, München u. Köln, C. L. *

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Marburg,

Freitag, 16. Oktober 1896.

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Det Bitte istens arten hmen

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für >ie Kreise Marburg ««> Kirchhain.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und n 4 4 Feiertagm. Quartal- Abomiemems-Preis bei der Expe- Jlfi, dition 2 Mk, bei allen Postämtern 2 Mk 26 Pfg. (erfl

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für dir Zeile 25 Pfg

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Von Mary Widdern (Fortsetzung.)

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Partei-Organs an und erklärte, er wünsche, daß sich Liebknecht auf sein Altentheil zurückziehe, da er in keiner Weise seinen Platz als Cheftedakteur und Ab­geordneter ausfülle. Auch die Abgeordneten Fischer und Auer tadelten die Thätigkeit Liebknecht's als Cheftedakteur. Der Abg. Liebknecht verthcidigte sich gegen die vorgebrachten Klagen in bewegten Worten und erklärte, er würde gern einem Andern Platz machen. Darauf ging der Parteitag zur Behandlung der Kassenverhälnisse der Partei über.

* Darmstadt, 14. Oktbr. (Zarenbesuch.) Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland, der Groß­herzog und die Großherzogin, sowie die übrigen Fürst­lichkeiten nebst Gefolge unternahmen heute Vormittag in fünf offenen Wagen eine Fahrt nach dem Jagd­schloß Wolfgarten, wo sie den Thee einnahmen. Abends kehrten die Herrschaften nach Darmstadt zurück. Das russische Kaiserpaar hat den Oberbürger­meister von Darmstadt, Morneweg, beauftragt, der Bürgerschaft für den ihm bereiteten würdigen Em­pfang, für die schöne Ausschmückung der Straßen und Häuser, sowie für den Lampionzug und die Serenade seine lebhafte Anerkennung und Befriedigung auszu­sprechen.

Hildegard antwortete nicht, das Wort, welches auszusprcchen ihr in diesem Augenblick am nächsten lag, das Wort der Empörung wider die Herzlosigkeit ihrer Tante, durste sie ja nicht über ihre Lippen kommen laffen und so preßte sie die kleinen weißen Zähne fest aufeinander und ging leise seufzend und wehklagend wieder zurück an den Tisch, um sich von Neuem der Obriftin gegenüber zu setzen.

Einige Augenblicke beherrschte dann vollkommenes Schweigen den hohen unbehaglich dunklen Raum; ede der beiden Frauen hatte ihre eigenen Gedanken, dann war es die Obristin, welche das Schweigen unterbrach:

»Es muß Euch doch bitter schlecht gegangen sein in der letzten Zeit/ sagte sie lauernd, die Flasche mit dem Licht so rückend, daß der Schein des letzteren das liebliche Gesichtchen der Nichte traf,wo die Mutter krank lag und nicht ihre Stunden geben

mehrere geben, die mit dem eklen Leiden behaftet ind, und ich vermuthe aucb, Haralds Vater war nicht ganz gesund, wenn meine Tochter auch nie darüber geklagt."

nicht!"

Bleibe hier," ras junge Mädchen innerer Angst trug, mit ihm bestellt ist/

aus Barmherzigkeit, folge mir

herrschte jetzt auch die Obristin an, deren Gesicht den Ausdruck ich sehe schon, wie es wieder

. - , ihrem Schreibzeug

starrend, als bemerke sie.dort irgend etwas, was doch den Blicken Hildegards und Harald unsichtbar war, fuhr sie fort,ich hasseihn" nicht, Kind, »,e sollte ich auch, er that mir ja nie etwas zu Leide, und dann, würde ich ihn Dir sonst zum Lchrer gegeben, wenn ich irgend welche besondere Abneigung gegen ihn hegte?"

Und sich nun auch erhebend, wobei sie ihrem Enkel einen Blick unaussprechlichen Widerwillens zu- warf, war sie mit wenigen Schritten an der Klingel, an welcher sie so heftig zog, daß die verrostete Schelle einen grellen, ohrenzerreißenden Laut von sich gab. Man hätte meinen sollen, die ganze Nachbarschaft müßte davon allarmitt werden,Du wirst nicht eher daS Zimmer verlaffen, bis Johann kommt!"

Das klang so befehlend, daß der Kranke, schon au der Thür, doch stehen blieb, am ganzen Körper bebend, mir kaltem Angstschweiß auf der Stirn, den Hildegard, die ihm gefolgt war, trotz seiner leisen Bitte und der Obristin Befehl, ihn seinem Schicksal zu überlassen, doch mit sanfter Hand trocknete.

Glücklicherweise währte es kaum eine Minute und der alte Johann war zur Stelle, ein Blick und er wußte Alles. Seine treuen guten Augen füllten sich mit Thränen, und als die Obristin hefsig sagte: Da hat Er die Bescheerung," zuckte er zusammen und bte Hand, die ihm milftärisch an der Seite hing, ballte sich unwillkürlich, dann aber faßte er mit einer einzigen fast fieberhaft raschen Bewegung den schwankenden Körper seines unglücklichen Lieb­lings, um ihn hinauf zu tragen in sein Zimmer, das dicht neben dem Hildegards lag.

Gott sei Dank," sagte die Obristin, als sich die Thür hinter den Beiden geschlossen und ihren

alten Platz wieder einnehmend, wiederholte sieGott sei Dank" und setzte dann hinzu:Diesmal bin ich glücklich des entsetzlichen Anblickes überhoben, und auch Du kannst ftoh sein, Hildegard," fuhr sie fort, ich an das junge Mädchen wendend, das noch immer an ber Thür stand, die schönen Augen mit Thränen gefüllt,nicht mit ansehen zu müssen, wie sich der verkrüppelte Körper des Jungen windet und krümmt und sein Gesicht verzerrt. Pfui, daß dergleichen Widerlichkeiten einem Glied unserer Familie anhaften müffen! Nein, mein einziger Trost ist's noch, daß das

Deutsches Reich.

* Berlin, 14. Oktober. (Tagesbericht.) Unser Kaiser hörte heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Civilkabiuets und empfing sodann den n besonderer Mission des Sultans eingettoffenen General v. Grumbckow-Pascha, welcher ein Schreiben des Sultans überbrachte. Prinz Heinrich von Preußen ist in Potsdam, Gouverneur von Witz mann ist hier einge-

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Leute unter 16 Jahren nicht bewirthet werden. Alle Wirthschaften sind an Festtagen (nach örtlicher Bestimmung an Sonntagen) bis Vormittags 11 Uhr für Jedermann, mit Ausnahme der Reisenden, geschlossen zu halten.

In jeder Wirthschaft sind Art, Herkunft und Preise sämmtlicher für den Ausschank bestimmte Gettänke durch Anschlag oder Karte in leicht sicht­barer Weise bekannt zu geben. Die einfache Be­zeichnung Wein darf nur demjenigen Gettänke bei­gelegt werden, welches durch Gähren des reinen Traubensaftes ohne irgend einen Zusatz entstanden ist. Weinhaltige Gettänke, welche durch Zusätze zum reinen Traubensaft gewonnen worden sind, wie z. B. gallisirter Wein, sollen nach dem Verfahren, nach welchem dieselben bereitet worden sind, benannt werden. Weinähnliche Getränke, welche durch Zusammenmischen von Weinbestandtheilen oder aus Trestern mit Zusatz von Zucker und Wasser bereitet worden sind, müssen als Kunstwein bezeichnet werden.

Es ist selbstverständlich, daß auf Übertretung des Gesetzes h o h e S t r a f e u gesetzt sind. Im Rückfall kann das Wirthschaftspateut sofort entzogen werden.

Geht das Züricher Wirthschaftspateut auch in mancher Beziehung namentlich was die Be dürfnißftage betrifft nicht weit genug, so wäre es doch für uns Deutsche sehr Wünschenswerth, eben­falls eine derartige Schankstättenreform in die Wege geleitet zu sehen. Das Kneipenunwesen hat sich in den deutschen Landen nahezu zu einem Krebs­schaden entwickelt und niemals ist dabei der Einfluß der Schanfftätten auf unser Volksleben stärker ge­wesen als heutzutage. Wir sollten also meinen, das Bedürfniß für eine solche Reform sei in hohem Maße auch bei uns vorhanden und darum weisen wir auf das Züricher Vorgehen als ein nachahmens- werthes Vorbild hin. Was in derfreien" Schweiz möglich ist, sollte doch auch im deutschen Reiche zu ermöglichen sein!

ttoffen. Die Verleihung des russischen Andreasordens an den Chef des Militär- kabinets v. H a h n k e und des russischen Weißen Adlerordens an den Kriegsminister v. Gpßler wird heute imReichsanzeiger" veröffentli<A7 Der Chef der bayerischen Gensdarmerie, General- lieutenant v. Hellingrath, ist in München gestorben. Der K a i s e r Wilhelm-Kanal ist im September von 1850 Schiffen benutzt worden. Die Gebühren betrugen 65490 Mk.

* (Kolonialdirektor Kayser demis- s i o n i r t.)Wolffs Büreau" verbreitet eine Meldung derFranks. Ztg.", nach welcher Geheim­rath Dr. Kayser, Direktor der Kolonialabthcilung des Auswärtigen Amtes, sein Abschiedsgesuch eiuge- reicht habe. Die Berufung Dr. Kayser's zu einem anderen hohen Amte im Reichsdienst sei in Aussicht genommen.

* (Verweigerte Zuschüsse.) Um dem deutschen Schulunterricht in der polnischen Be­völkerung eine wirksame Förderung angedeihen zu lassen, hatte die Regierung 70 katholische Lehrer aus rein deutschen Gegenden, besonders aus West­falen, nach der Provinz Posen versetzt und ihnen jährliche Zuschüsse bis zu 300 Mk. in Aussicht ge­stellt. Diese Zuschüsse sind nun denB. N. N." zufolge nicht gezahlt worden, dagegen sind die bett. Lehrer sogar im Avancement zurückgeblieben. Das Blatt fordert Aufklärung. Letztere giebt insofern die halboffiziöseBerl. Korresp.", als sie schreibt:Es kann schon jetzt festgestellt werden, daß die Mit- theilung in der vorliegenden Form nicht zu­treffend ist. Eine weitere, nur nach Anhörung der zuständigen Behörden mögliche Aufklärung wird binnen Kurzem gegeben werden können."

* (Sozialdemokratischer Partei­tag.) Die Streitigkeiten auf dem sozialdemokrati­schen Parteitage in Gotha sind recht ergötzlicher Natur und geben einen Vorgeschmack davon, wie es sein würde, wenn die sozialdemoftattschen Genossen einmal an daS Regiment kämen. Dem alten Lieb­knecht, der für die sozialdemokratische Partei doch gewiß viel gethan hat, möchte man am liebsten zum Tempel herauswerfeu. Liebknecht erklärt zwar zum Gehen bereit zu sein; das Bleiben ist ihm jedoch offenbar lieber. Die Parteiführer und Zeitungen wurden bei der gestern beendeten Debatte über Preß- angelegeuheiten mit den auserlesensten Schimpfworteu bedacht. Abg. Schmidt-Magdeburg griff den Abg. Liebknecht als Cheftedakteur des sozialdemottatischen

mich und," setzte er mtt fliegendem Äthern hinzu, indem seine Augen sich unwiderstehlich flehend zu hr erhoben,und " ~

Sie hatte unter den letzten Worten wieder ihre «che zurückerlangt und saß nun kerzengerade auf to Sopha hinter der grünen Flasche mtt dem Licht, bei deflen ungewissem Schein,, ihre Züge etwas geradezu UngeheuerlicheO-«rnahpten.

Der Knabe hatte ttaurig Hm^sich hingesehen, «gelsschön erschien in diesem Augenblick das nieder- tgehaltene Haupt des unglücklii en Knaben, dann Klickte er plötzlich wieder auf in das Gesicht seiner Großmutter.

Sehr wahr," sagte er und seiner Stimmt srhlte momentan jedwede Weichheit,wenn fein «nner Vater Dir nicht verpflichtet gewesen wäre, so gattest Du wohl schwerlich Eduard von Steifen zu «einem Lehrer gemacht, so aber muß er" Harald wterbrach sich plötzlich, mtt einem leisen Schrei "hr er nach seinem Herzen, dann stand er rasch «nf, und als Hildegard es ihm erschrocken nachthat »nd theilnehmend fragte:Du bist unwohl Harald «cht wahr?" schob er hastig die weiche Hand, die stch auf seinen Arm gelegt, fort, und sagte mit «ner gewissen Heftigkeit:Laß mich, Hildegard, laß

Wissenschaft, Kunst und Leben.

, (K lein« Mitteilungen.) Der Wiener Porträt­maler Professor Heinrich von Angelt ist in ftabt emgettoffen! und malt die Kaiserin Alexandra von Rußland. In Gotha starb der Staat-rath Friedrich v. Stein im 80 n0I9hI8IIsiT> Redakteur des Gothaischen HofkaienderS.

»B. T." geschrieben: Signora

.8tfctcrte, Sängerin, hat sich mit einem K-wstnann ra Mmnz verlobt, will aber der Kunst nicht entsagen»

(Der Entdecker des Pestbacillnr.) Dr Bersin hat in Uha-Drang an der Küste von Annam ein bakteriologisches Laboratorium für das Studium der serotherapimischen Behandlung der Pest errichtet und während des diesjährigen Ausbruchs der Seuche in Hongkong und Umgebung praktt'che Versuche mit dem von Pferden gewonnenen Serum angestellt Den Nachrichten zufolge, welche dem französischen Kolonialmillisterium »n- gegangen sind, hat Iersin 25 Fälle von Bnbonenvest ierotherapentisch behandelt und 23 Heilungen erzielt.

Ein Interview des russischen Generals Richter.

Ein Darmstäbter Mitarbeiter desB. L.-A." hatte eine Unterredung mit dem bekannten deutsch- fteundlichen Gcneraladjutantcn des Zaren, General Richter, welcher auf die etwas seltsam sormulirte Frage, ob auch er in den Ovationen, welche seinem Monarchen dargebracht wurden, Demonstrationen er­blickt habe, deren Spitze sich gegen den Dreibund, gegen Deuffchland richtete, Folgendes geantwortet haben soll:

Tas ist durchaus nicht der Fall. Genau das Gegen- theil davon ist wahr. Wir sind auf das Angenehmste gerade dadurch berührt worden, daß stch in den ungeheuren Jubel, mit welchem wir empfangen wurden, kein derartiger Mißton gemischt hat. Bei keiner Gelegenheit ist auch nur eine Anspielung auf Revanche oder dergleichen gefallen. Nein, ich muß dem französischen Volke das Zeugniß ans- stellen, daß es sich ausgezeichnet benommen hat, überaus herzlich und garnicht zudringlich in seinen Ovationen Was Sie m'r da sagen, daß man in Deutschland diesen Ovationen deutschfeindliche Motive unterlegt, das habe ich befürchtet, und es wundert mich deßhalb nicht. Gewiß giebt es in Frankreich, wie Überall, eine Anzahl Schreihälse, aber sie Md in der Minorität, und diesmal sind sie nicht zu Worte gekommem Ja man kann sagen, man hat weniger von ihnen gehört als sonst. Ich wiederhole, in dieser Beziehung konnte ich meine, wie schon gesagt, da habt Ihr wohl ost genug am Hungertuch nagen müssen."

O, nein, so weit ließ ich es benn doch nicht kommen," erroiberte das junge Mädchen mit flüchtigem Erröthen,wenn ich auch nicht der Eltern schönes musikalisches Talent geerbt habe und also auch nicht im Stande war, Klavierunterricht zu geben, so bin ch doch ziemlich geübt in allen feineren Hand- ar6eiten und kann auch ein wenig malen," fuhr ie fort.Die Lehrersfrau, deren Kinder die Mutter unterrichtete, unterwies mich darin und sorgte dann in ihrer Her^ensgüte auch dafür, daß ich die erlangte Fertigkett verwerthen konnte."

(Fortsetzung folgt.)

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Schankstättenreform in der Schweiz.

Eine nachahmenswerthe Schankstättenreform ist in dem Schweizer Kanton Zürich in die Wege ge­leitet. Dort ist seit dem ersten August ein neues Wirthschaftsgesetz" eingeführt, über welches das StuttgarterKonservative Wochenblatt" das Nach­stehende mittheilt:

Wer eine Schankwiithschaft betteiben will, muß ein Jahr int Kanton wohnhaft sein, bevor er ein Patent (eine Schankkonzession) erwerben kann. Wer wegen eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit bestraft worden ist, kann niemals ein Patent erhalten. Auch der ist ausgeschlossen, der keine Gewähr für ordentliche und ehrbare Betteibung einer Wirthschaft bietet, oder wenn Familienglieder schlecht beleumundet sind.

Wenn im gleichen Wirthschaftslokal zu wieder­holten Malen den Patentinhabern aus flttenpolizei- lichen Gründen das Patent hat entzogen werden müssen, so darf für die Dauer von zwei Jahren für das betreffende Lokal keine Wirthschastsbewilligung ertheilt werden.

Die Eröffnung neuer Wirthschaften in einer Ge­meinde oder einem Gemeindetheil.ist zu verweigern, wenn daselbst die Zahl der Wirthschaften bereits das lokale Bedürfniß übersteigt und dem öffentlichen Wohl schädlich ist. Letzteres ist namentlich dann anzunehmen, wenn eine Wirthschaft auf weniger als 200 Ein­wohner entfällt. Viele wollten 250 oder 300 gesetzt haben, was auch entschieden besser gewesen wäre.

Die Wirthschaftspatenie müssen jedes Jahr neu erworben werden. Es ist dabei eine Ab­gabe von 801600 Franken zu bezahlen, je nach dem mehr oder weniger zahlreichen Besuch der Wirth­schaft. Jeder Wirth ist verpflichtet, das Amtsblatt zu halten und in seiner Wirthschaft aufzulegen.

Besonders wichtig sind folgende Paragraphen -ms dem AbschnittWirthschaftspolizei": Der Wirth hat seine Angestellten, sofern sie nicht in ihrer eigenen Familie wohnen, zu beherbergen. Den Wirthschafts- bedimsteten müssen zwischen 8 Uhr Abends und 8 Uhr Morgens mindestens 8 Stunden ununter­brochen Nachttuhe gewährt werden; es dürfen die­selben somit nach 12 Uhr Nachts für keinerlei Dienste in Anspruch genommen werden. Mädchen unter 20 Jahren und Jünglinge unter 9 6 Jahren dürfen nicht zum Bedienen der Gaste verwendet werden.

Das Verabreichen von geistigen Getränken an Betrunkene ist verboten, ebenso dürfen junge