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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnb Kirchhain.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Quattal'AbonnementS-Preir bei der Expe­dition u M, bei allen Postämtern 2 Mk 25 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für di« gespaltene Zelle »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Marbuvg,

Mittwoch, 14. Oktober 1896.

Anzeigen nimmt entgegen di« EMdition dieses Blattes, sowie di« Annonceu-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Eassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mofse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube u. 60. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXXI. Jahrg.

Wer trägt die Folgen?

Wenn die sozialdemokratische Presse gegen die Besitzenden hetzt, so thut sie dies meist aus sicherer Entfernung. Die eigentlichen Hetzer trifft nicht einmal die verhälmißmäßig geringe Gefängniß- oder Geldstrafe. DasBrummen" besorgt der Sitzredakteur und die Geldstrafe bezahlt die von wohllhätigenBourgeois" gespickte Parteikasse Wenn, aber gutgläubige Arbeiter durch aufhetzende Zeitungsartikel oder Reden von sozialdemokratischen Abgeordneten, die nur so lange tapfer auftreten, als sie durch die Immunität gedeckt find, sich verführen lassen und in derselben Tonart sprechen, müssen sie natürlich so will es das Gesetz bluten. ES ist also immer die alte Ge­schichte, die Folgen von revolutionären Hetzereien tragen niemals die Führer, fonbern stets die Ver­führten. Allein auch ganz Unschuldige haben häufig unter den sozialdemokratischen Verhetzungen zu leiden. Folgende Begebenheit zeigt das auf das Deutlichste:

Der Pächter eines bei Dresden gelegenen Gutes hatte als warmherziger Mann armen Leuten gestattet, auf einem Stücke Kartoffellandes, das er nicht wie sonst Üblich nach erfolgter Ernte noch einmal nach­lesen ließ, nach Kartoffeln nachzuhacken. Die Aus­beute war nicht unerheblich; in großen Mengen strömten die Bedürftigten herbei. Da auch Kinder sich unter diesen befanden, entschloß sich der Gutspächttr, ihnen die Möglichkeit des Geldverdienens ohne be­sondere Anstrengung zu gewähren. Er ließ sich von den Kindern das Auslesen der Kartoffeln besorgen und bezahlte dafür korbweise. Dabei verdienten einzelne Kinder bis 1.50 Mk. täglich. Man wird nun doch unter allen Umstanden zugeben müssen, daß die Handlungsweise des Gutspächters eine durchaus wohlgemeinte und gemeinnützige war. Die Sächsische Arbeiterzeitung" aber faßte die Sache natürlich anders auf und bemerkte u. A.:Diese lltztereWohlthat" (nämlich die Beschäftigung der Kinder) hat für den Pächter außer dem Ruhm noch den Vortheil, seine Arbeit billig gemacht zu erhalten." Kann man cs nun dem wohlthätigen Manne verdenken, daß er durch diese nichtsnutzige Verlästerung unwillig geworden ist? Leider aber hat er seinen Unwillen an den Armen ausgelassen und seine Felder den Kartoffelsuchem ge­sperrt. Es sind also die Bedürfttgen, die die Folgen der sozialdemokratischen Hetzerei zu tragen haben; hoffentlich aber läßt der Gutspächtec es bei eitum Schreckschuß" bewenden und giebt sein Kartoffelfeld wieder frei. Die Lehre, die sich aus der vorstehenden

Geschichte ergiebt, sollte von den nichtzielbewußten" Anhängern oder Mitläufern der Sozialdemokratie im eigenen Interesse wohl beachtet werden.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Oktober. (Tagesbericht.) Frhr. v. Landsberg-Velen, der Vorsitzende des westfälischen Bauernvereins, ist anläßlich der Feier an der Porta Westfalica am 18. Oktober zu einer Audienz beim Kaiser befohlen worden. Das ist darum bemerkenSwerth, weil Frhr. v. Landsberg erst vor Kurzem in einer Sitzung des Bauern- Vereins ausdrücklich gegen den Antrag Kanitz und gegen ein Zusammengehen mit dem Bunde der Land- wirthe sich erklärt hat. Der Herzog und die Herzogin von Koburg-Gotha werden sich nach Darmstadt begeben, um mit dem Zarenpaar zusammen­zutreffen. Sein 50jähriges Militärdienst­jubiläum feierte am Sonntag Generallieutenant Landgraf Alexis von Hessen. Außer dem Kaiser sandten zahlreiche deutsche Fürsten Glückwünsche. Generaloberst Graf Waldersee hat soeben in Itzehoe das ihm vom Kaiser verliehene Schleswig- Holsteinische Feldattillette - Regiment Nr. 9 über­nommen. Dr. Chrysander, der Sekretär des Fürsten Bismarck, der vor Kurzem in Jena die ärztliche Staatsprüfung abgelegt hat, hat sich, nach den amtlichen Mittheilungen des Medizinalministeriums, in Frtedrichsruh als Arzt niedergelassen.

* (Schischkin.) Die Meldung, daß der gegen­wärtige Leiter des russischen Ministeriums des Aeußenr, Herr Schischkin, heute Abend auf der Rückreise von Paris hier ein treffen und morgen einer Einladung des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zur Früh stücks taf el Folge leisten wird, darf zunächst als neuer Beweis dafür gelten, daß durch die Ereignisse in Cherbourg, Paris und Chülons an den Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland nichts geändert worden ist. An der Seine dürste man mit dem Abstecher, den Herr Schischkin jetzt nach der Wllhelmsstraße macht, weniger zustieden sein. Der WienerR. Fr. Pr.' wird aus Paris die Ernennung Schischkin's zum russischen Ministcr des Auswärtigen bestästgt.

* (Bäckereiverordnung.) Bezüglich der Bäckereiverordnung des Bundesrathes empfiehlt die Post" den Bäckerinnungen, es nicht zu unterlassen, mit größtem Nachdruck auf die Veranstaltung von Erhebungen über die Wirkung der Verordnung

zu dringen und zu diesem Zweck unter Beifügung des erforderlichen Beweismaterials die zu ihrer Kenntniß gelangten Thatsachen vorzubringen, welche die schädliche Wirkung der Verordnung nachzuweisen geeignet sind. In Bayern sind bereits Erhebungen in der angegebenen Richtung im Gange.

* (Reichstag.) Den deutsche» Reichstag werden, demHamb. Korr." zufolge, in seiner kommenden Session beschäftigen: Novellen zur Gerichtsverfassung und Strafprozeßordnung, das Auswanderungsgcsetz, der Entwurf des Militärstrafprozeffes, die Handwerker­vorlage und die Abänderung der Arbeiteroersicherung.

* (P a r t e i t a g e.) Die Zarenwoche ist vorüber und die S o z i a l i st e o w o ch e beginnt. In Paris reißt man die Altäre nieder, die man dem jungen Autokraten errichtet, in Gotha baut man die Tempel, in denen der heilige Singer seines Amtes wallen wird über Gerechte und Ungerechte, während die Ge­nossen in eifriger Rede sich geschminkte und un- geschminkle Wahrheit sagen. In Paris werden nach bekanntem Muster die Leute sich ssteiten um die Ehre, sich auf einen Sessel zu setzen, den Väterchen geweiht, nnb um die Knochen der vom Zaren ge­speisten Koteletten wird man ringen, wie einst in Olympia die Diskuswerfer und die Wagenlenker. In Gotha aber wird man umgekehrt herumzerren an den Götzenbildern, und vor Allem demgreifen gerenischen Nestor" der Partei, Wilhelm Liebknecht, wird manch heißes Stündlein schlagen. Die Theil- nehmer aber an dem Tage in Gotha werden am Schluß, wenn die Stimmen heißer geworden sind und das Bier zur Neige ging, ebenso wie dir Bürger der Stadt Paris in jubelnden Lärm ausbrechen und der Welt verkünden, daß nun das Heraufziehen einer schönen, neuen Morgeuröthe mit Brief und Siegel garanttrt sei. Die deutsch-soziale Re f o r m p a r t e i hat ihren Parteitag in Halle a. S. abgehalten. Angenommen wurde ein Antrag bett, die Heranziehung der Radfahrer zur antisemitischen Agitation, deßgleichen alle wetteren noch zur Organi­sation und Agitation vorliegenden Anträge und Be­schlüsse. Der Parteitag der deutschen Volkspartei zu Ulm nahm einstimmig eine Resolution übtr die Militärgerichtsbarkeit an.

* (Russische Anleihe.) Die hiesigeVolks­zeitung" will aus Petersburg erfahren haben, daß die Verhandlungen über eine neue russische Anleihe von 1200 Millionen (3'/z«/§) in Paris beendet seien. Die Rothschildgruppe über­nehme die Emission nach der Rückkehr des Zaren.

* (Kolouialgesellschaft.) Die Ab- theilung Berlin der Deutschen Kolouialgesellschaft hat an Dr. Peters ein Schreiben gerichtet, worin es heißt:Ihr Entschluß, den Vorsitz in unserer Ab- theilung endgiltig niederzulegen und aus dem Vor­stande auszutteten, hat uns mit tiefstem Bedauern erfüllt. Bei Ihrem Scheiden aus unserer Mitte ge­statten Sie uns. Ihnen unseren herzlichsten und wärmsten Dank auszusprechen, nicht nur für Alles das, was Sie für unseren engen Abthciluugs- und Gesellschaftskreis gethau haben, sondern aud) für die großen Dienste, welche Sie durch Wort und Schrift im Jnlande und im Auslande und nicht zum Wenigsten durch Einsetzen ihrer ganzen Persönlichkeit, aller Gefahren und Schwierigketten ungeachtet, trotz der gehässigsten Angriffe von allen Seiten, dcm Vaterlaude und dem Deutschthum auf der ganzen Well geleistet haben. Lassen Sie uns Ihnen die stohe Hoffnung ausdrücken, Sie recht bald wieder in aller Frische und Unermüdlichkeit für die Bethätigung deutschnationaler Bestrebungen wirken und kämpfen zu sehen. Unbekümmert um die gegen Sie geschleuderten Anklagen und Verdächttgungen werden wir auch ferner unbeirrt und ohne Zweifel fest zu Ihnen stehen, wo es auch immer unseres Vaterlandes und Volkes Ehre und Ruhm gilt."

* (Marine.) Kontteadmiral v. Diedrichs ist von der Stellung als Chef des Stabes des Oberkommandos der Marine entbunden und der Inspekteur der 1. Marine - Inspektion Kontteadmiral Barandon hierzu ernannt, sowie ferner Kontteadmiral v. Arnim zum Inspekteur der 1. Marine - Inspektion ernannt und Kapitän Kirchhoff mit der Wahrnehmung der Ge­schäfte des Inspekteurs der Marineartillerie beauftragt worden. Das KanonenbootHabicht" ist am Montag nach Kamerun in See gegangen.

*Darmstavt, 12. Oktober. (Der Kaiser von Rußland), der Großherzog und der Großfürst -ergius folgten heute Vormittag 11 Uhr einer Ein­ladung des Offizierkorps des Großherzoglich Hessischen Leib - Dragoner - Regiments Nr. 24 zur Frühstücks- täfel im Kasino des Regiments.

Ausland.

Italien.

* Rom, 12. Oktbr. (Der Ehevertrag) des Kronprinzen von Italien und der Piiuzessin Helene von Montenegro ist gestern unterzeichnet worden.

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(Nachdruck verboten) Waisenkind.

Von Martz Widder«.

(Fortsetzung.)

Ein Zug unsäglichen Wehs zeigte sich plötzlich » den kleinen Mund.Du fürchtest für das Eolms-Hegendorf'sche Majorat," sagte der Enkel mit mühsam unterdrückter, Bitterkeit. . .Ach, Groß­mutter," fuhr er sich schnell ihrem Platze nähernd mit hervorbrechenden Thräneu fort,gieb doch den Gedanken auf, mich als Herrn der reichen Besitzungen p sehen ich bin nicht dazu geschaffen, glaube «8 mir, und werde es auch nie erleben, daß das Najorat eines neuen Herrn bedarf."

Aber Du sollst es erleben, Harald, nnb wenn ich noch zehn Aerztt annehmm müßte, ich £ Der Kleine unterbrach sie, indem er sich rasch i »ach dem jungen Mädchen umwendete und sich vor j; ihr verbeugend mit leise bebender Stimme sagte:

Aber lassen wir das doch heute, Großmutter, jetzt, wo es mir hauptsächlich gilt. Deiner Schwester Tochter zu begrüßen!"

Und so schnell eS ihm möglich war, an das junge Mädchen hermzutreten, streckte er ihr fetm beide» Hände entgegen:Wie gut, daß Sie ge­kommen, Hlldegard! Ach gewiß, nun werde ich «ich nicht mehr so allein fühle» in diesem alten Hause und nicht wahr. Sie wolle» eS auch ver­suche», den armen Krüppel itn wenig lieb zu haben?"

Sie hatte sich bei seinen Worten schnell erhoben »d schlang ihre beide» Arme um den Hals des unglücklichen Knabe».

Welch ein rührend liebliches Bild: Der 'munder- \! schöne Kopf des Kranken an der Brust der jungen

Mädchens seine großen blauen Augen mit dem traumhaften Ausdruck zu den ihren erhoben!

Aber die Obristin war keine Freundin von der­gleichen:Macht ein Ende, Kinder," sagte sie barsch und auf den zweiten Sessel deutend (die stolze Be­nennung paßte eigenllich wenig für den zerbrochenen Polsterstuhl mit feiner geborstenen Lehne und dem zerfetzten Ueberzug), setzte sie hinzu:Da, Harald, laß Dich nieder."

Die schöne Gruppe hatte sich gelöst, aber Haralds Blicke hingen noch an dem liebreizenden Gesicht seiner jungen Tante, er wandte fein Auge von ihr und als er jetzt dicht neben ihr Platz genommen, legte er zärtlich seine Hand auf ihren Arm.Er wird Dir lästig werden, Httdegard," meinte die Obristin.

»Lästig, Tante? O nein, im Gegentheil, eS beglückt mich, daß ich mir so im Fluge sein junges Herz gewonnen. Nicht wahr, Harald, das habe ich doch?" sagte sie zn ihm gewendet und wie sie da einen Blick that in feine feuchtschimmemden Äugen, ba schlang er laut auffchluchzenb bie Arme um ihren HalS.

Ach Hildegard, Du bist so gut, so gut!" Wie Jubel klang's unter ThräneuAber," sagte er bau» und fein Auge senkte sich,wirst Du auch nicht aufhöreu, barmherzig zu fein, wenn Du mich einmal von meiner schrecklichen Krankheit befallen ge­sehen? Doch das sollst Du nicht nie, nie," sagte er leidenschaftlich,ich fühle eS ja, wenn der Krampf naht und dann will ich mich in den dunkelsten Winkel deS HaufeS zurückziehen, um daß Dich mein Anblick nicht ängstigt, Granen »nd Ekel vor mir Deine Seele faßt."

Das wirst Du hübsch bleibe» lasse», Hmald," unterbrach ihn die Großmutter schneidend,während Deiner epllepttsche» «»fälle gehörst D» nirgenb

anderswohin als auf Dein Bett, das merke Dir. Und nun auch genug des fentimentalen Unsinns, in dem Du ihn übrigens nicht bestärken darfst, Hildegard wir haben allen Grund, gegen der­artige Weiblichketten anzukärnpfen, denn für den künftigen Majoratsherrn paffe» sie nicht der muß eisern" sein; aber da kommt Johann," unterbrach sie sich selbst mit einem erleichternden Athewzug, »thut mir den Gefallen und laßt den Alten nicht zum Zeugen irgend welcher Scene werden, wenn er auch mit Blut und Leben an den Hegendorf's und Allen, die ihnen verwandt sind, hängt, so ist er doch iwmcr nur ihr Bedienter."

Die Thür öffnete sich nach respettvollem An- klopfen, der Alte kam rntt dem Kaffee, Hildegard bemerfte dabei, daß er auf Strümpfen ging. Freilich die hatten Holzpantoffeln, die ihm sein geringer Lohn nur zu tragen gestattete, paßten ja auch nicht in das Zimmer der Frau Obrist, das ein Ungeteilter frei­lich eher für die Stube eines Tagelöhners gehallen hätte.

Unhörbar nähette er sich so dem Tisch, an dem seine Herrschaft saß und ebenso unhörbar stellte er das Theebrett mit dem piimittven Kaffeeservice auf die Platte. Hildegard warf einen verwunderten Blick auf die braune irdene Kanne, die de» Henkel verloren, auf die abgeschlagenen Töpfchen von Fayence, denen die Untersätze fehlte», nud den befetten Teller mit Zwiebäcken daneben, welche ihr zu Ehren vom Konditor geholl wurden. Wie anders batte sie sich doch Alles im Hanse der Taute ge­dacht, denken müssen nach de» Erzählungen der Mutter, die sie überraschtt Bllcke thuu ließ in eine Häuslichkeit voll Glanz und Pracht.

Frettich, die Verstorbene hatte ihr auch gesagt, die Tante hätte gewisse bedeutsame Zulagen zum

Geize gehabt; aber zu Lebzeiten ihres Gatten, als sie noch mit ihm in der Residenz wohnte, war ihre Umgebung wenigstens immer noch standes­gemäß, wenigstens erzählte die Mutter von der Eleganz des Gemachs, in dem sie damals vor acht­zehn Jahren die Schwester empfangen, nur freilich, um sie schon in der nächsten Minute wieder daraus zu verweisen. Wie konnte Hildegard sich da denken, daß das, was zuerst nur spärlich im Verborgenen wachsendes Unkraut gewesen, zur verderblichen Wucher­pflanze emporgeschossen war.

Bei der Obttsttn konnte man jetzt nicht mehr allein vonAnlagen" zum Geiz sprechen, sondern daß der Geiz in der Seele derselbe» alle guten Eigenschaften, wenn sie überhaupt je solche besessen, erstickt hatte und die Pietät vor dem Heimgegangene» Gatte» selbst sie nicht davor zurückschrecken ließ, sich um des leidigen Mammons willen von all dem zu trennen, was ihn in ihrer Ehe umgeben und ihm thener gewesen.

(Fottsetzung folgt.)

Wissenschaft, Kunst und Leben.

** Frankfurt a/M., 12. Oft (Prof. Johann«» Eisenhard f.) Gestern starb wenige Tage vor Vollendung seine« 72. Lebensjahre» Professor Johann Sffenhard, der bekannte Frankfutter Kupferstecher. Er war in Frankfutt iw Jahre 1824 geboren und studttte feine Kunst fieben Jahre lang am Städel'fchen Institut unter E. E. Schiffer. Al» Kupferstecher hat er sich durch seine Stiche nach Burger, Steinle, Laufberger u. A einen bedeutenden Namen gemacht. Auch eine Anzahl Kompofittonen zu deutschen Dichtung« nach Zeichnungen von I. 8. Scholl stammt von feiner Hand. Auch verschiedene Oelmalereieu sühtte er mtt gutem Gelinge» an«. 1863 nah« er eine Stellung iu der österreichischen Staat»'Druckerei ein. die ihn künstle ttsch nicht befriedigte. Er kehrte »»rück und lebte seitdem wieder iu Frankfurt. Bi» vor vmigw Tag« war er körperlich vollständig rüstig.