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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für >ie Kreise Marburg unb Kirchhai«.
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(Nachdruck verboten)
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Generalgouverneurs Grafen Schuwalow hat sich wieder verschlechtert. Professor Gerhard ist auf Ansuchen der Familie gestern zu einer Konsultatton nach Warschau abgereist.
* (Kronrath.) lieber den Kronrath in Hubertusstock erfahren die „L. N. N." von unanfechtbarer Seite Folgendes: Innerhalb des preußischen
Vertrag bestände. Daß ein Krieg nicht nur von weiten Kreisen Frankreichs, sondern auch von solchen Rußlands lebhaft gewünscht wird, ist bekannt; die leitenden und die besonneren Elemente in beiden Staaten verhehlen sich jedoch keineswegs, daß Krieg noch lauge nicht gleichbedeutend mit Sieg für sie ist.
Die Wirkung dieses dreiakttgen Schauspiels darf man aber immerhin nicht im Auslande und am wenigsten in Deutschland unterschätzen. Es ist leichter die Geister zu rufen, als sie wieder zu bannen; auch die Macht des Selbstherrschers aller Reußen dürfte sich außer Stande erweisen, die Leidenschaften zu zügeln, welche der Zarenbesuch erweckt hat, erweckt hat sowohl in Frankreich als auch in Rußland. Sollte es aber zum Schlimmsten kommen, dann haben wir die feste Zuversicht, daß Deutschland mit seinen Verbündeten siegreich auf dem Plane bleibt, ttotz Angriffen aus Ost und West. Der Dreibund ist der Bund des Friedens, wünscht der Zweibund den Krieg, gut, so soll er ihn haben. Wir Deutschen fürchten Gott, sonst Niemand in der Welt.
Druck xnb Verlag: Foh. Aug. Koch, Universttäts-Buchdru-kerei in Marburg. Redaktion und Ea>«dition: Markt 21.
werden als die denkbar günstigsten gefeiert. Der Ton ist hier offenbar viel wärmer als in Cherbourg und der Hinweis auf die unvergeßlichen Ueber- li ferungen, d. h. also auf die Franzosenfi eundschafl Alexanders III., war wohl dazu geeignet, nicht nur in dem französischen Volke, sondern auch über die blau weiß-rothen Grenzpfähle hinaus, den Glauben zu erwecken, daß thatsächlich zwischen dem russischen und dem französische Volke eine feste Abmachur g, vielleicht gar ein geschriebener Vertrag bestände. So ist der Toast allgemein aufgefaßt worden, und sogar führende deutsche Blätter haben sich angesichts der Zarenworte zu dieser Annahme gedrängt zu sehen geglaubt. Der Jubel, welcher in Paris den Worten des Zaren folgte, ist noch in frischer Erinnerung. Trotzdem der Dauer des Aufenthalts und der Großartigkeit und Menge der festlichen Veranstaltungen zufolge eigentlich Paris den Höhepunkt des Schauspiels bilden müßte, so istdies doch nicht der Fall, der Höhepunkt liegt in Chälons. Hier hat der Zar das Alles gesagt, was die Franzosen von ihm erwarteten. Er beglückwünschte Frankreich zu seiner Armee, auf die es stolz sein könne, er versicherte dem Präsidenten Faure, er habe ein Recht zu sagen, daß die beiden Länder durch unwandelbare Freundschaft verbunden sind, er verkündet, daß ein tiefes Gefühl der Waffenbrüderschaft zwischen den beiderseitigen Heeren bestehe, und er erhob sein Glas zu Ehren des französischen Landheeres und der französischen Seemacht, also des kriegsgerüsteten Frankreichs, indem er auf das Wohl des Präsidenten trinft.
Die Chälouser Worte des Zaren, das muß man sagen, werden in Frankreich dem Revanchegedanken neue Nahrung zuführen, die französischen Blätter gebärden sich wie unsinnig vor Freude; allgemein hegt man im Volke die Erwartung, die Stunde sei nicht fern, wo die russischen Truppe mit den französischen vereint das Elsaß und Lothringen zurückerobern werden. Auf das tiefe Gefühl der Waffenbrüderschaft wird man immer auf's Neue pochen, wenn man seine Stimme nach Rückeroberung von Elsuß- Lothringen erhebt. Es scheint in der That, als habe sich der Zar durch seinen Trinkspruch in Chälons die Hände gebunden, und als könve ihn das ftanzösische Volk zur gelegenen Stunde uöthigen, ein Versprechen einzulösen, das er mit seinem Kaiserwort gegeben hat. Anderseits ist aber jedes Wort ängstlich vermieden, was auf das Bestehen eines förmlichen Bündnißver- ttages einen Schluß zuließe. Die Fürsten des Dieibundes sprechen von ihre Bundesgenossen, weßhalb sollte Frankreich diese Genugthuung nicht von Rußland erfahren, wenn wirklich ein franko - russischer
lang kommen und im nächsten Augenblick öffnete sich schon die Thür und ließ eine seltsame Gestalt ein. Auf dem winzigen erwachsenen Figürchen, von dem man im Augenblick nicht hätte sagen können, ob es einem Kinde angehöre oder einer älteren Person, saß ein im Berhältniß zu dem übrigen Körper wohl etwas zu großer Kopf — aber die Gesichtszüge desselben waren von so idealer rührender Schönheit, daß man darüber nur zu leicht die Mängel der Figur vergaß.
Auf der Stirn der Obristin zeigte sich sofort eine dunkle dräuende Falte: „Wie Du Dir nur immer wieder erlauben kannst, ohne ein vorheriges Anklopfen bei mir einzutreten/ sagte sie scharf, und ein böser Blick traf den Unglücklichen. „Dabei siehst Du so bleich aus! — Ich will doch nicht hoffen/ setzte fie hinzu, „daß Johann sich unterstanden hat, mich zu belügen und Du wieder — Deine Anfälle gehabt hast?"
Sie sprach die letzten Wotte mit so bemerkbarem Ekel, daß das Gesicht ihres Enkels noch um eine Nüance bleicher wurde und die wachsbleiche Hand sich wie im plötzlichen physischen Schmerz auf daS Herz drückte, dann schüttelte er traurig den blonden Kops: „Nein, Großmutter, ich befinde mich ganz wohl und würde auch gesunder aussehen, wenn Du mir gestatten wolltest, hin und wieder iu freier Luft einen Spaziergang zu machen. Denke doch nur, ich bin schon seit Ende September nicht aus dem Zimmer gewesen und" —
„Und Du wirst so gut sein, Dich auch fernerhin meinen Befehlen zu fügen," sagte fie hart — dann setzte fie lebhafter als es sonst ihre Art war hinzu; „Tein Leben ist mir doch viel zu kostbar, als daß ich Dich jeder Erkältung aussetzen sollte."
(Fortsetzung folgt.)
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Von Cherbourg nach Chulons.
* Der Zarenbesuch in Frankreich war das bedeutungsvollste Ereigniß der vergangenen Woche, das in ganz Europa mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wsrden ist. Der Rausch der Festtage seiber gestattete kaum eine ruhige Bettachtung der einzelnen Vorgänge, ein Ereigniß drängte das andere und unter der Fülle der festlichen Veranstaltungen, die einander folgten, war es schwer, eine Würdigung und Sichtung der Ereignisse vorzunehrnen. Jetzt, nachdem die Reihe der Vorgänge klar vor unseren Blicken liegt, lohnt es sich wohl, das Wesentliche von dem Bedeutungslosen aus den französischen Zarentagen zu scheiden und in eine genauere Bettachtung des Hauptsächlichen einzutteten.
Der Zarenbesuch in Frankreich ist einem dreiakttgen Schauspiel vergleichbar, welches sich aus dem Aufenthalt des Kaisers in Cherbourg, Paris und Chälons aufbaut Das ganze Stück ist ein wohl vorbereitetes gewesen und ermangelt nicht der für den dramattschen Erfolg so wesentlichen Steigerung der Handlung. Der Höhepuntt der jeweiligen Handlung ist aus dem Trinkspruch des Zaren in jedem der drei genannten Orte zu ermessen.
In Cherbourg erklärte sich der Zar gerührt von dem wohlwollenden und herzlichen Empfange, betonte, daß er sich über das ftanzösische Geschwader, als er den Boden der befteundeteu Nation betrat, sehr gefreut habe, und sprach dem Präsidenten Faure seinen Dank für die Willkommens grüße aus, indem er fein Glas zu Ehren der französischen Nation und ihrer Flotte erhob. Das Wort befreundet war in Wien und Breslau nicht angewendet worden, in Cherbourg kam es zum Ausdruck, dennoch herrschte nnr eine Stimme darüber, daß der Toast des Zaren über alles Erwarten gemessen und kühl war. Und dennoch muß man sagen, der Trinkspruch war in seiner Art ein Meisterwerk; freilich hatte sich der Zar gehütet, sein Pulver auf einmal zu v.rschießen, er setzte seine Worte vielmehr mit großem Geschick so, daß sie mehr besagten, als in Wien und Breslau ausgesprochen wurde, daß sie andererseits aber noch einer mäßigen Steigerung fähig waren.
Auf Cherbourg folgte Paris mit bene offiziellen Toast im Elysüe. Getreu unvergeßlichen Ueber- lieferungen erklärte der Zar dort, sei er nach Frankreich gekommen, mit dem Rußland durch kostbare Bande vereinigt würde. Die Folgen des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen beiden Ländern
Mama sprach von Allem," sagte fie bann — „ich kenne natürlich nur ans ihren Erzählungen Onkel Kurt, ber bas Majorat übernahm, als Großpapa starb — auch von Onkel Hans hat sie manchmal gesprochen — er ist ja wohl ber Nachfolger seines älteren Brubers, Tante — so viel ich weiß, blieb seine Ehe kinberloS — stirbt er, wer tritt bann in leine Rechte?" fragte das junge Mäbchen plötzlich intereffut.
Die Obristin sah Hildegarb starr an, in ben tieftiegenben Augen flau feite es unb es war, als ob ber Blitz plötzlich vor ihr eingeschlagen, so verstört sah sie ans. Eine Mimrtt verging bann, ein tiefer Athemzng, ein fonberbar zischender Laut und sie sagte mit vollkommen fester Stimme: „Kunkellehen wird das Gut nie, meine Liebe, Hildegard Winter hat also keine Aussicht, SolmS-Hegendors'sche Reich- thümer zu erben!"
„Aber, Tante, um Gotteswillen, w-r spricht davon, wer denkt nur im Entferntesten daran? Ich weiß überhaupt nicht, wie ich auf die Frage gekommen," sagte fie bann hinzu, „im Grunbe, was kümmert es mich, in wessen Hänben das Majorat ist oder kommt —?"
„So — nun, das gefällt mir noch weniger — ich verlange, daß Du Dich für Solms-Hegendorf'sche Veihältniffe interefprt — was aber ben künftigen Erben anbetrifft," setzte sie mit einer gewissen fieberhaften Hast hinzu, „so wirst Du ihn sogleich begrüßen können — mein Enkel Haralb tritt, wenn seiner armer, geisteskranker Onkel gestorben, in bie Rechte desselben."
„Aber er ist auch so leidend — mit epileptischen Krämpfen behaftet," hätte Hildegard beinahe gesagt — sie besann sich aber doch noch zur rechten Zeit, überdies hörte man auch Schritte im Korridor ent-
Deutsches Reich.
* Berlin, II. Oftober. (Tagesbericht.) Der Aufenthalt des Kaisers in Hubertusstock ist ftüher beendigt worden, als man bisher angenommen hatte. Während der Kaiser nach den bisherigen Dispositionen bis zum 17. ds. Mts. dort zu verweilen gedachte, erging gestern plötzlich die Besttmmung, daß heute früh die Abreise nach Schloß Liebenberg bei Liebenwalde erfolgen sollte. Der Kaiser entsprach hiermit einer Einladung des Botschafters in Wien, Grafen Philipp Eulenburg. — Das nicht gerade sehr verläßliche Bukarester Blatt „Epoca" bringt die der Bestätigung bedürftige Meldung, daß Kaiser Wil- Hel m int nächsten Frühjahr Rumänien besuchen und am 20. Mai in der rumänischen Hauptstadt ein- tteffeu werde, um bann von bort über Con- stanza unb Odessa nach P e t ersbürg zu reifen. — Wie verlautet, wurde zwischen dem Neuen Palais bei Potsdam und dem Grobherzoglichen Palais in Darmstadt eine besondere Telephonvcr-
Marburg,
Dienstag, 13. Oktober 1896.
stein, geborene Solms-Hegendorf, machte eine kurze befehlende Handbewegung und war in diesem Augenblick — Baronesse vom Scheitel bis zur Sohle, ttotz des zerrissenen, beschmutzten Kleides und der unsauberen Haube, daneben aber noch die beleidigte Respektsperson und diese war es wohl hauptsächlich, welche aus ihr sprach, als sie ziemlich scharf sagte:
„Ich muß Dich schon in ber ersten Minute Deines Hierseins bebetrten, Kinb, baß ich von Denen, welche mein Brot essen, unbebingttn Gehorsam verlange, nnbebingten, versteht Du?"
_ lieber bas Gesicht ber Gemaßregelten zuckte eine glühenbe Röthe, fie fühlte, wie fie zu wett gegangen war — zu wett gegangen dl Anbetracht besten, baß sie ja hier noch gar nicht festen Fuß gefaßt, unb doch hätte sie um feinen Preis ber Welt bas anf- braufenbe Wort zurückgenommen — sie liebte das Andenken ihres Vaters, ja fie weihte ihm, vereint mit dem ber Mutter einen reichen Herzenskultus, trotzdem sie den theuren Tobten kaum gekannt, sich wenigstens in keiner Weise seiner erinnern konnte; aber bie Mutter hatte ihr dafür umsomehr von ihm erzählt, ihr auch sein Bild hinterlassen.
O, unb er war so schön gewesen, so männlich — unb bann — im wohlverschlosienen Kästchen bewahr« fie die Lorbeerftänze des Verstorbenen, per- gttbte Zeitnugsblätter, bie alle so begeistert von seinen Tttnmphen sprachen und —
Die Obristin unterbrach ihren Gebankengang: „Du hast meine Frage von vorhin noch nicht beant- wottet," sagte fie und bie mühsam niedergehaltene Empfindlichkeit Dibrirte noch immer durch die Stimme ber alten Dame — „ich meine, daß ich bis jetzt nicht erfahren, wie weit Tu über bie Verwandten Deiner Mutter informirt bist."
„Wie weit." Hildegard seufzte leise — „meine
Ministeriums war eine Einigmg über die Frage der Konversion trotz wiederholter Sitzungen nicht zu Stande gekommen. Mit dieser Frage in engstem Zusammenhang stand die zweite Frage, ob der preußische Landtag im November, oder erst im n-ueu Jahre einzuberusen fei; siegten die Vertreter der späteren Einberufung, so war die Durchführung der Konversion, die Verabschiedung des Lehrer- besoldungsgesetzes und die Lösung der Be• amtengehalts frage unmöglich. So weit sind die Dinge bekannt. Nicht bekannt aber, doch That- sachc ist es, baß die Gegner der Konversion und der Einberufung des Landtags die Herren v. Boetticher und v. Marschall waren, während Herr Dr. Miquel, der überdies eine Herbstsession als sicher versprochen hatte, die beiden Minister auf das Heftigste bekämpfte. Herr Miquel hat einen entscheidenden Sieg davongetragen, nicht ohne daß es vorher zu sehr erregten Auseinandersetzungen kam. Die Niederlage der beiden coalirten Minister und der Sieg des preußischen Finanzministers bildet die Signatur des Tages. Ob und welche Folgerungen sich aus ber Sachlage noch ergeben werben, steht dahin.
* (Handwerkervorlage.) Nach der „Post" steht die Handwerkervorlage int Bundesrath auf des Messers Schneide. Es hat zwar den Anschein, als ob Preußen auf die Unterstützung Bayerns wird rechnen können; dagegen gilt es als absolut sicher, daß Württemberg unter allen Umständen auf feiner ablehnenden Stellung bebauen wird. Daß aber Preußen, wenn cs nicht auf erheblich weiteren Succurs zählen kann, selbst im Verein mit Bayern die Verantwortung für eine das gefammte Wirthschaftsleben des Handwerkerstandes in so tief einschneidender Weise berührende Maßregel zu übernehmen be eit ist, gilt in Bundesrathskreisen als zweifelhaft. Vielmehr glaubt man dort, daß Preußen, den ablehnenden Erklärungen folgend, auf Vorschlag der Gegner der Vorlage diese zurücklegen und zustimmen wird, daß dem Reichstag noch einmal den sog. Bötticher'schtr Entwurf unterbreitet werde.
* (Zinsreduktion.) Für die durch die Zinsherabsetzung geschädigten kleinen Rentner soll eine besondere Entschädigung zur Auszahlung gelangen. Wie verlautet, soll zu diesem Behuf aus den ZmS- ersparnissen eine Art Dispositionsfonds für diesen kleinen Rentner abgezweigt werden.
* (Kein Sieg über die Wahehe.) Die auch von uns wiedergegebene Mittheilung eines Berliner Blattes, der stellvertretende Gouverneur von Ostafrika,
Von Mary Widderu.
(Fortsetzung.)
„Mein verstorbener Bruder," sagte bie Obristin, „ber Einzige au8 ber Familie, ber mich treu unb aufrichtig geliebt hat — bis an's Enbe," setzte sie
lttse, wie nur zu sich, hinzu. Dann richtete
fie sich plötzlich straff in bie Höhe, als schämte
fie sich, nirgenb welches frauenhafte Empfinden gezeigt zu haben, unb ben Kopf ein wenig in ben Nacken
werfend, sagte fie in ihrer alten Weise: „Du hast wohl von Deinen Verwandten blutwenig zu hören bekommen, Hildegard — ich denke, Deiner Mutter fehlte der rechte Sinn für dergleichen Beziehungen, sonst hätte sie ihnm — ja die Schmach nicht an» tzethan, ihren Gatten aus niederer Sphäre zu wählen."
„Tante!"
Wie das schöne dunkle Auge des jungen Mädchens aufleuchteu konnte? Und wer hätte es diesem holden kindlichen Antlitz zugettaut, daß eS solches Ausdruckes stolzen Zürnens fähig wäre, mit welchem eS sich jetzt zn der Obristin hob. Hildegard Winter wußte daS Andenken ihres Vaters in Ehren halten und die Worte der Taute mußten fie in ihren heiligsten Empfindungen beleidigt haben, denn sonst hätte fie sich wohl schwerlich unterfangen, dieser Frau gegenüber, zu der fie in das Verhältniß gänzlicher Abhängigkeit treten wollte, hinzuzusetzen:
„Meinen Vater nannte noch Jedermann einen ehrenhaften Menschen — und daß er ein Künstler war, ein echt gottbegnadeter, dem nur ein langes Leben fehlte, um sich berühmt zu machen, wie Mozart vielleicht —"
Sie kam nicht weiter, die Frau Obrist von Hilgen
Verantwortlich für den allgemeinen Th eil: Redakteur Friedrich Colbatzky »HW für den Jnseratentheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedttion bitseS Blatte», fomtt di« Auuonern-Luceaux von tzaafenstrin u. Segler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Mra. Masse in Frankfurt a. M., Berlin,^lunchen u. Köln, C. L. “
Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.