MchM IMmg.
«öcheMiche Beilage«: Kreisblatt für Nie Kreise Marburg tm> Kirchhain.
Cr >md »"lag « 8^® H^b«W^te4bnKttrti in Marburg. Verantwortlich füt.ben allgemeinen Thetl: Redakteur Friedrich Colbatzky
—————————__für den Jnseratentheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und ZZZZ Z ___, „ ... .. ==.
am Feiertagen. — Quartal»Abonnements-Preis bei der Erve- Mil (WllltVlV "trantt di» EMedttion dieses Blatte»,
Jl2. 24U dition 2 ML, bei allen Postämtern 2 ML 26 Pfg. (ZI <oVlU¥vm<fp blmumcen-Bur«mr von Haasensteiu u. Vogler in
Bestellgeld) JnsertionSgrbühr für bi« gespaltme Zeil« (^ntrnfnrr 11 Offnfior 1 QQß “• M- Eafiel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI ^flßTQ
oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die steile «5 Ma övliniuy, 11. iJltOuCr lö96. Moffr in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.
——^__ J ^T8, ____________________ Daube u. So. m Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Bestellungen
für das vierte Quartal auf die sechsmal wöchentlich erscheinende „Oberhessische Zeitung" werden zu den in obigem Kopfe bemerkten Bedingungen noch jederzeit bei den Postanstalten, den Boten sowie in unserer Expedition entgegengenommen. Die bereits erschienenen Nummern werden auf Wunsch kostenfrei nachgeliefert
Konservative Partei und Bund der Landwirthe.
3n der freisinnigen Presse zerbricht man sich heute schon den Kopf über die Frage, ob die konser- vattve Reichstagsfraktion den Antrag Graf Kanitz demnächst wieder einbringen werde oder nicht. Diese Frage ist durchaus müßig, ta die Antwort darauf erst erfolgen kann, wenn die Fraktion sich darüber schlüssig gemacht haben wird. Wenn nun die freisinnig-demokratische Presse ohne weiteres versichert, die konservattve Fraktion werde den Antrag Graf ' Kanitz „selbstverständlich" auf's Neue im Reichstage einbringen und diese Behauptung dadurch motivirt, daß sie — wie das beispielsweise die „Frankfurter Zeitung" thut — behauptet, die Konservativen seien, „nichts als eine Nuance innnerhalb des Bundes der Landwirthe", sie müßten also dessen Anordnungen folgen, weil er sonst den „Bestand der konservativen Partei zu bedrohen gedenke", so ist das ganz widersinnig. Die Konservativen haben schon vor Bestehen des „Bundes der Landwirthe" hinsichtlich des Schutzes für die Agrarerzeugnisse genau so gewirkt wie heute und wie sie dies auch in Zukunft thun werden.
Der „Bund der Landwirthe" ist eine Berufsorganisation gerade so wie der Handwerkerbund und der Bund der Industriellen. Durch die Zusammenfassung der Berufsgenosien auf breitester Grundlage ßsoll die parlamentarische Aktion zu Gunsten des Schutzes der Pmduktivgewerbe gekräftigt und unterstützt werden. Die Berufsorganisationen sind ohne den Hinterhalt, den ihnen eine große Partei zu bieten - vermag, ohnmächtig; demgemäß ist nicht die konscr- j vative Partei auf eine solche Berufsorganisation an-
(Nachdruck verboten) Waisenkind.
Von Mary Widdern.
t (Fortsetzung.)
i Damit war denn auch Ottiliens Entschluß ge- I faßt. Schon von den Schauem des Todes umweht, schrieb sie an die Obristin und bat mit rührenden s Worten um Schutz und Obdach für ihr Kind.
Hildegard befahl sie, erst wenn das Auge der Mutter i sich für immer geschloflen, den Brief au seine Adresse Mu senden.
Es warm kaum acht Tage vergangen, so sah sich das arme Kind an einem frischaufgeworfenen Erdhügel stehcn, unter dem das Liebste, was es auf der Welt besessen, im starren Todesschlaf ruhte — und nun war auch der Moment gekommen, wo ^Hildegard der Mutter Gebot erfüllen und ihre Zeilen Jan die Tante, für die sie so gar keine Sympathie hegte — ja, vor der ihr eigentlich graute, abschicken mußte, wie wenig trostreich dem jungen Mädchen auch der Gedanke war, das Städtchen, in dem sie so lange Jahre verlebt, für immer zu verlassen, . um es mit der Großstadt und dem Hause der stolzen jFrau, die ihrem tobten Mütterchen so bitter weh ' gethan, zu vertauschen. Und doch mußte sie nicht 'Gott danken, wenn die Hoffnung der Verstorbenen sich überhaupt doch erfüllte? Wo sollte sie denn hin, -so jung wie sie war, und so ganz ohne Schutz? "Und nun bangte ihr fast, die Tante könnte unversöhnlich sein, wie vor 18 Jahreu, als sie doch auch sie von der Schwelle gewiesen, hart und mitleidslos I— und qualvolle Angst griff in ihr Herz, „was rdann?" ftagte sie sich, „was dann?"
Aber es vergingen wettere acht Tage, da klopfte
gewiesen, sondem umgekehrt, der Bund der Landwirthe, der Handwerkerbund und andere Organisationen, die sich gegen die Manchesterpolitik wenden, bedürfen der parlamentarischen Arbett der konservativen Partei, wenn sie ihren Zielen näher kommen wollen. Wird in der mehr oder weniger temperamentvollen^ Presse dieser Berufsorganisationen einmal eine unwirsche Andeutung oder gar eine offene Drohung laut, so ist dies nicht ernst zu nehmen. Denn durch Verminderung der konservativen Mandate würde nur die Gegnerschaft der schutzbedürftigen Berufe gestärkt und den Interessen der Organisattonsmitglieder direkt entgegengearbeitet. Nimmt gleichwohl die fteiflnnig - demokratische Presse solche durchaus unangebrachte Drohungen scheinbar ernst, so beweist dies, daß den „Agrargegnern" nichts Angenehmeres widerfahren kann, als derartige Angriffe. Die Konser- vattven, die das Gros des Bundes der Landwirthe bilden, werden lächeln, wenn sie lesen, daß die „Frankfurter Zeitung" schreibt, „die Agrarier fühlen sich nicht ohne Berechtigung als Herren und Gebieter der konservativen Partei und in diesem Gefühle fordern sie unentwegte Nachfolge, widrigenfalls sie den Bestand der konservativen Partei zu bedrohen gedenken". Vermuthlich will das Frankfurter Blatt durch diese unsinnige Bemerkung die Konservativen reizen, damit sie die Bundesleitung für derartige „Drohungen" verantwortlich mache und ihr Fehde ansage. Dieses Bemühen ist vergeblich. Jeder Konservative kennt die geringe Tragweite von „Drohungen", die nur der Freisinn ttagisch zu nehmen vermag. Möge darum die freisinnig- demokrattsche Presse über diese Sache sich beruhigen und davon überzeugt sein, daß die Frage, ob der Antrag Gras Kanitz konservativerseits eingebracht werden solle oder nicht, von der konservattven Reichstagsfraktion, nicht aber vom Bunde der Landwirthe entschieden werden wird.
Deutsches Reich.
* Berkin, 9. Oktober. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majestäten, welche sich in Hubertusstock des allerbesten Wohlseins erfreuen, werden voraussichtlich noch bis gegen Ende der nächsten Woche daselbst verweilen. Wie der „Staatsb.-Ztg." gemeldet wird, ist nach dem Kronrath am Mittwoch das Reiseprogramm des Kaisers so geändert worden, daß das Kaiserpaar nach der Feier an der Porta Westphalica nicht, wie ursprünglich beabsichtigt war,
es an ihre Thüre — noch war es „ihre" Thüre, aber nach drei Wochen mußte sie die kleine Wohnung räumen, sie allein konnte nicht so viel erschwingen, um auch den Miethspreis zu bezahlen, trotzdem sie jetzt Tag und Nacht arbeitete; sie machte Fächer für eine Großhandlung in der Residenz, aber wenn auch die Arbeit lohnend war und gut bezahlt wurde, ganz konnte sie das junge Mädchen doch nicht erhalten und Almosen hinzunehmen — für sich selbst! dagegen bäumte sich ihr Stolz.
Da klopfte es also an Hildegards Thür, und wie sie öffnete, da stand der Briefträger vor ihr und überreichte ihr ei» großes Schreiben mit mächtigem Wappen darauf — und der Brief von ter Tante. Ihre Hände zitterten, als sie das Siegel löste, wie sich ihr Ange auf die breiten unschönen Buchstaben senkte, vermittelst deren die Obristin sie ersuchte, sofort ihre Habe zusammenzupacken und nach D—selb abzureifen, wo sie von ihr bereitwillig ausgenommen werden sollte. Das war gewiß fteundlich, und doch wehte es Hildegard wie mit kaltem Hauch aus den Worten entgegen, welchen ja auch nicht ein einziges folgte, das irgendwie Theilnahme verrieth an dem Leid der trauernden Tochter, und doch war die Frau, mit deren Absterben Hildegard ihr höchstes Glück, ihren Schutz und ihren Schirm verloren, der Obristin einzige Schwester gewesen, welcher sie noch dazu so bitter wehe gethan, so viele Schmerzen bereitet hatte.
So viele Schmerzen bereitet hatte. Wie ein Alp lag der Gedanke auf der Seele des jungen Mädchens, als sie ihr Köfferchen packte; Mobilien und Haus- geräthe hatte sie bei einer bekannten Familie unter- gebracht, sie konnte eS ja nicht über das Herz bringen, sich ganz der lieben Sachen zu entäußern, an denen ihre schönsten Erinnerungen hingen, und wie ein Alp lag derselbe Gedanke ihr auch jetzt auf der
nach Wiesbaden, sondern erst nach Schloß Friedrichs- kron fahren und von dort sich am nächsten Tage nach Wiesbaden begeben wird. Daß ZarNikolaus die Absicht hat, am 18. d. M. die Kaiserin Friedrich zu besuchen, ist bereits früher gemeldet worden. Damit fallen die Nachrichten über den Besuch des Zaren in Potsdam in sich zusammen.
* (Die Zarenbegeisterung der Franzosen), so schreibt die „Post", verleiht der Phantasie der Preßpolittker Flügel, mittels deren sie sich, unbehindert durch die Gesetze logischen Denkens, kühn in den Bereich der willkürlichsten Zukunftsspekulationen emporschwingen. Es besteht kein Anlaß, den Parisern ihren Spaß zu verderben, dagegen muß aber konstatirt werden, daß die Petersburger Blätter in Sachen des ftanzösischen Zaren- taumels eine Zurückhaltung beobachten, die zu den Ueberschwänglichkeiten der Pariser Publizistik in scharfem Gegensätze steht. — Die „Kreuzztg." schreibt zu dem Zarenbesuch in Paris: Das Kaiserpaar Rußlands hat sich in Paris prächttg amüsirt, die Rückwirkung davon war eine entsprechende Liebenswürdigkeit und die nachdrückliche Versicherung des Zaren, daß er die Werth vollen Bande, welche beide Nationen vereinen, auftecht erhalten wolle. Anders ist aber nach dem Besuche nichts geworden. Man hat genau mit denselben Verhältnissen zu rechnen, wie vor dem Besuche und kann in dem Verhältniß der beiden sich für einander so begeisternden Völker gar keine Wandlung erblicken.
* (Die Gegenbesuche am Zarenhofe.) Gegenüber der Meldung von dem angeblichen Besuch des Präsidenten Faure in Petersburg erfährt der Petersburger Korrespondent eines offiziösen Blattes, daß bereits bei den sehr eingehenden langwierigen Vorverhandlungen zum jetzigen Pariser Zarenbesuche von einem Gegenbesuche Faure's endgiltig Ab st and genommen worden sei, entgegen den dringlichen Wünschen des französischen Botschafters Grafen Montebello. Für den Gegenbesuch des Kaisers von Oesterreich wird der Monat Mai als der bereits in Wien beim Zarenbesuche vereinbarte Zeitpnntt angegeben, um welche Zeit auch Kaiser Wilhelm mit Gemahlin als Gast des russischen Kaiserpaares an der Newa weilen wird, vorausgesetzt, daß das im April zu erwartende Familienereigniß in dem Zarenhause keinen Auffchnb nöthig macht.
( Eine Niederlage des H 0 f - p r e d i g e r s a. D. S t ö ck e r.) In Herford fand
Seele, wo sie die harte Sttmme hörte, die sie doch zum Eintreten in die eigenen Gemächer der Herrin des Hanfes einlud.
Hildegard bezwang gewaltsam die tiefe innere Erregung und kaum eine Sekunde später stand sie vor der Tante, die, um viele Jahre älter als die Verstorbene, beinahe die Mutter derselben hätte sein können, und ja auch zum Thett ihre Erziehung geleitet hatte, vor der Tante, an die sie all' die Jahre hindurch nur mit einem Gefühl des Abscheues gedacht und welche doch jetzt ihre Hoffnung geworden.
Einen Moment, ober auch nur einen Moment iegegneten sich die Blicke der beiden Frauen, es lag eine stumme Frage, ein aufmerksames Forschen darin, und wenn Hildegard leise in sich hinein seufzte, die Frau da vor ihr mit langer, straff aufgerichteter Gestatt, dem starren, gefühllosen Gesicht, das ttotz- dem doch noch deutlich genug von einstiger Schönheit prach — die Solms-Hegendorf waren ja Alle schön, wie sollte auch sie allein eine Ausnahme gewesen ein? — glich doch so wenig der theuren verstorbenen Mutter, versprach so wenig, dem jungen Mädchen das zu ersetzen, was sie verloren: ein treues liebendes Herz — so schien sich die Obristin dagegen durchaus befriebigt zu fühlen, so biftinguirt aussehend hatte sie sich des „Musikanten" Tochter nicht gedacht — sie glich ihm eigentlich auch gar nicht. Zug für Zug des feinen liebreizenden Gesichtes gehörte zu den Solms-Hegendorf, und nun die Gestalt. So zierlich und schlank war auch Ottilie gewesen, bsr te ja auch, wie ber Alte ganz richtig bemerfte, so ähnlich sah, wie ein Ei bem andern, nie hatte die Verstorbene in ihren jungen Jahren heiterer geblickt; es lag mehr Uebermnth um die frischen Lippen, ein Zug von Leichtsinn säst, der dem Gesicht ber Tochter burchans fehlte, zu ber Obristin Freude.
am Montag eine Versammlung christlich-konservativer Männer statt, zu welcher auf besondere Einladung Hofprediger Stöcker erschienen war. Wie die „Neue Wests. Volkszeitung" berichtet, betonte Stöcker, nachdem er fein Verhältniß zu „den alten Freunden in Minden-Ravensberg" beleuchtet hatte, daß tiefere prinzipielle Gegensätze zwischen ihm und der konservativen Partei in Minden-Ravensberg nicht vorhanden seien". Wenn solche Gegensätze nicht vorliegen, bann muß es um so mehr Wunder nehmen, „baß Herr Stöcker in einer Zeit, wo Alles barauf ankommt, daß bie konservative Partei kräftig unb geschlossen bleibe, mit einer neuen fßarteigrünbung, bie von ben Konservativen zehren soll, vorgeht. Der Hofprebiger hat allerbings auch bafür einen Grund, er äußerte nämlich, die konservative Partei könne in den Arbeiterkreisen . nicht diejenige Werbekraft entwickeln, deren es bedürfe, um der Sozialdemokratte entgegenzutteten. Dasselbe Argument aber legen die Herren Naumann und Göhre ihren auf demokratischen Boden wurzelnden Agitationen unter, und wenn man nur die Werbekraft, nicht aber die Grundsätze in's Auge faßt, wenn man seine politische Thäiigkett nur danach einrichtet, wie sie der großen Masse gefällt, dann geräth, man, wie die „Nationalen Sozialisten" so deutlich beweisen, auf eine abschüssige Bahn. Stöcker konnte darum auch auf seine Bitte, die Minden - Ravensberger Konservativen möchten „den Gedanken in Erwägung nehmen, ob nicht neben der christlich-konservattven Partei eine christlich- soziale Raum habe", keine andere Antwort erwarten, als ihm ertheilt worden ist. In der Versammlung kam nämlich, wie das obengenannte konservattve Organ mitihkitt, beinahe, einmütig die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß die Konservattven Minden- Ravensbergs auf dem Standpunkte stehen: „Wir bleiben, was wir bisher gewesen sind, christlich- konservativ", und deßhalb die Bildung einer christlich- sozialen Partei ablehnen.
* (Schuldentilgung.) Der Finanzminister Miquel wird im Landtage bekanntlich sein Schulden- ttlgungsgesetz einbringen. Im „Hamb, dorr." wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Schulbenttlgnng im Reich noch viel dringender als im Staate sei. Denn in Preußen habe man seit Beginn der Eisenbahnverstaatlichung 900 Millionen Mark, etwa 12 Prozent der ganzen Schuld zurückbezahlt. In Preußen bestehen schon in beschränktem Maße gesetzliche Bestimmungen, die zur Tilgung nöthigen, im Reiche nicht. Angesichts der Dringlichkeit ernstlicher Tilgung der Reichsschuld ist es durchaus berechtigt, Mehr-
„Du bist mir willkommen Hildegard!",
Da faßte eine kleine Hand nach der ihren und zog sie an die Lippen und bann sagte bie sanfte Stimme bes jungen Mädchens: „Ich danke Ihnen, gnädige Frau."
„Gnädige Frau!" Sie hotte wirkliche Tatt — eine Andere würde sich vielleicht gleich mit ihren verwandtschaftlichen Beziehungen gebrüstet — auf sie gefußt haben, Hildegard dagegen wartete, bis die Tante ihr zur vertraulicheren Anrede die Erlaubniß gab, das mußte belohnt werden und zwar sofort! Und mit der knochigen freigelassenen Linken fuhr die alte Tante liebkosend über das dunkle Lockengeringel der anmuthigen Nichte. „Ich bin Deiner Mutter Schwester, Hildegard, Deine Tante, nenne mich so — und auch mit dem verwandtschaftlichen „Du" barfft Du mich anreden. „Ich hoffe," setzte sie dann wieder schroffer hinzu, „Du wich mir nie Grund geben, dieses Entgegenkommen von meiner Seite zu bereuen, und nun nimm Platz da auf bem Sessel meinem Sopha gegenüber," und sich plötzlich nach ber Thür toenbenb, wo ber alte Johann noch immer ihrer Befehle harrend, stand, sagte sie: „Er aber beeile sich, uns den Kaffee hereinzubringen," und dicht an ihn heranttetend, flüsterte sie ihm zu: „Er kann auch schnell noch nach drüben zum Konditor Prinzen und für einen Groschen Zwieback holen — >as Mädchen gefällt mir und ich blamire mich nicht, wenn ich sie eine Solms-Hegendorf heiße."
Wie Wetterleuchten hatte es da über das gute alte Bedientengeficht gezuckt — von der Obristin ungesehen, warf er Hildegard einen freudig viel- agenben Blick zu, bann verbeugte er sich ceremoniös, währenb er aber langsam in feiner feierlichen Weise nach ber anberen Seite des Zimmers schritt, wo er auf ein schlechtes, wurmzerfressenes Tischchen die