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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für He «reffe Marburg «nb Kirchhain.

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Erscheint täglich au&et an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition u M, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl Bestellgeld) Jnsertionsgebühr für di« gespaltene' Zeile oder der«, Raum 10 Pfg., Reklamen für di» Zell« 25 Pfg.

Druck und Berlag. 3 oh. Slug. Koch, UnivrrsttätS-Buchdruckeiei in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21.

> Ko. les lt frei er per lahme Cassa on Co. an.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedüion dieses Blattes, sowie bU Annomen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in _ Frankfutt a. M., Eafsel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iaüra. Moss« in Frankfutt o. M., Berlin, München u. Köln, 6 L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M.» Berlin, Hannover, Paris.

Marburg,

Sonntag, 4. Oktober 1896.

. Verantwottlich für den allgemrineu Theil: Redakteur Friedrich Eolbatzky für den Jnserateutheil: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg

Zweites Blatt.

Eine Kaiserreise.

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Paul Süßfeld, der ständige Begleiter deS Kaisers auf seinen Nordlandsreisen, veröffentlicht eben in der Dtsch. Rdsch." eine Schilderung der diesjährigen Fahrt des Monarchen nach Norwegen, der zwei be­sonders interessante Stellen entnommen ftien. Eine Fahrt der Hohenzollein in dichtem Nebel, die an­scheinend für das Schiff wie für seine Jnsaffen nicht ohne Gefahr war, und die durch die früheren Berichte nicht bekannt geworden ist, wird wie folgt geschildert: Wer einmal dickes Wetter auf See erlebt hat, der weiß, was dieses Spiel der Sirenen bedeutet. Wir waren in eine weit erstreckte Nebelbank eingetreten, welche glücklicher Weise in verükaler Richtung nicht sehr mächtig war. Der Nebel war kalt und rief eine ftöstelnde Empfindung hervor. Dazu trat das Bewußtsein der Unsicherheit; denn in horizontaler Richtung konnte man kaum hundert Schritte weit sehen; wohl aber erklangen auf beiden Seiten die Nebelhörner naher Segelschiffe; auch die Sirene eines weiter ab befindlichen Dampfer wurde gehött. Plötz­lich tauchte ein kleines, mit Holz beladenes Fahrzeug längsseit derHohenzollern", Steuerbord vorn, auf. Nur wenige Fuß von der Schiffswandung entfernt, bedrohte es mit seinem Bugspriet die Gemächer Sr. Majestät. Gleichzeittg ward an Backbord ein zweites Fahrzeug sichtbar, zum Glück noch in etwa 20 bis 30 Fuß Entfernung. Die Kollision wurde durch ein geschicktes und schnelles Manöver vermieden. Auf dem Schiff ging es lebhaft zu: alle Mann waren

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auf Deck gepfiffen, die gesammte Dienerschaft mußte militärisch antreten und wurde für die Rettungs­boote eingetheilt; auch dem Gefolge wurde ein besfimmter Kutter zugewiesen. Es waren dies weise Vorsichtsmaßregeln, denn wenn auch für das Kais.r- schiff wohl nur geringe Gefahr vorlag, so war sie

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doch immerhin vorhanden, und wenn sie ein trat, so stand mehr auf dem Spiele, als meine Phantasie sich auszumalen getraut. Nach Ablauf von andert­halb Stunden wurde der Nebel lichter und damit verschwand auch das Gefühl der Beklemmung.

lieber einen vom Kaiser abgehaltenen Gottesdienst wird berichtet: Die heilige Handlung vollzieht sich genau nach den Normen der evangelischen Landes­kirche. Der Kaiser, umgeben von seinem Gefolge, dem Stabe und den Mannschaften derHohen- zollern", steht entblößten Hauptes vor dem auf Deck erttchteten Altar, über welchem die deutsche KttegS-

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(Nachdruck verboten.) Aus dem Leben der deutschen Kriegsmarine.

Von E. von Ni tzen, Kapitänlleutenant a D. II.

Klar Schiff zum Gefecht!

(L chluß aus Nummer 232.)

ES schaudert Einem, sich das Blld der folgenden Zerstörung auszumalen.

Die Einzelschüsse stehen den Lagen auch nicht so sehr nach! Bedenft man, daß unsere langen 28 cm Kanonen auf den modernen Schiffen eine Schußtafel bis zu 15000 Metern, also zwei deutsche Meilen haben, so wird man sich leicht sagen können, mit welch' wahnsinniger Vehemenz eine fast meterlange Sranatt ein reiner Bolzen aus dem Rohr geschleudert werden muß, um solche Enffernungen zu erreichen.

Dort, dort! Torpedoboote! In einer Lücke deS Pulverdampfes, nur auf eineu Augenblick, kommen diese, sich überall einmengeudeu, unheimlichen und gefürchteten Schnellläufer zum Vorschein. Wie wahn­sinnig feuern Alle darauf los, die Pulse schlagen zum Zerspringen. Leben oder Tod ist die Loosung j tzt! Gelingt eS einem dieser schwarzen Unholde, einen glücklichen Schuß abzugeben, so ist das Schicksal des getroffenen Schiffes wohl meist besiegelt, denn 80100 kg Schießbaumwolle, unter der Wasserlinie am Schiffsboden explodttend, dürften genügen, um den Untergang herbeizuführen. Wenn men die ge> jährlichen Angreifer nur sehen könnte! Meist Kd sie im Moment deS Jnfichikomm«- auch schon

flagge mit dem Eisernen Kreuz gebreitet ist. Der ChoralEin' feste Burg ist unser Gott" ertönt, ge- ttagen von den Posaunen der Musik. Daun wird es wieder still, und man hört nur ten Ruderschlag der norwegischen Boote, welche, angelockt von der gottesdienstlichen Feier, das Schiff umlagern Der Kaiser verliest die Epistel des Sonntags, das Evan­gelium und verkündet hr ber Predigt das Wort Gottes. Das Glaubensbekenntniß ist gesprochen; von Neuem setzt die Musik ein, die Klänge des niederländischen Dankliedes für Errettung aus Feiudeshand erschallen; mit den Stimmen des

Sängerchors vereinen sich die der Gläubigen; noch ein stummes Gebet dann bedeckt der Kaiser sein Haupt, und die Andacht hat ihr Ende erreicht.

Vermischtes.

Eine große Waidmannsfreude hat der Kaiser au der kürzlichen Erlegung eines kapitalen Zwanzig- enderS gehabt, welcher der stärkste bisher in der Rominter Haide zur Strecke gebrachte Hirsch ist. Die Pürsche währte drei Stunden und war sehr be­schwerlich, da sich ausgedehnte Wiesenflächen in dem Revier befinden, auf welches die Hirsche austreten. Der Kaiser wurde während der Pürsche vom Förster Angern geführt. Als der Hirsch im Feuer zusammen­brach, rief der Kaiser ein schallendesHnrrahl" in den Wald. Dem Förster Angern, der ihm zu dem Schuß gratulirte, drückte er kräftig die Hand. Der Kaiser meinte, es sei wohl überhaupt der stärkste Hirsch, der seit längerer Zeit in Deutschland erlegt sei. Die einzelnen Stangen des Geweihes find über 1 m lang und regelrecht gebaut. Die au8 sechs Enden bestehende Krone ist schaufelförmig und sehr schwer. Das schön geperlte Geweih wiegt 18 Pfund. Die Rose der Stangen hat einen Umfang von 26 cm, die Stangen über derselben einen sol. en von 22'/, cm; die Auslage (Entfernung der Stangen von einander) be­trägt etwas mehr als 1 m. Nachdem der Hirsch er­legt war, wurde dem Kaiser vom Oberförster von Minkwitz ein Reis Eichenlaub aus der Spitze des Hirschfängers überreicht. Durch die seltene Jagd­beute war der Kaiser in die fröhlichste Stimmung versetzt worden. Bei dem Diner, an welchem der Chef des Civilkabinets v. Lucanus und die.vier Oberförster der Rominter Haide theilnahmen, tränt der Kaiser auf das Wohl des Försters Angern.

Englischer Spleen. Ein Glashaus unter Wasser das ist die neueste Excenttitttät eines bekannten englischen Millionärs und Sonderlings. Derselbe ließ kürzlich einen großen See auf seinem

wieder verschwunden. Nm aus den Marsen kann man sie längere Zeit verfolgen und da nimmt es denn nicht Wunder, daß jene geradezu Feuer speien.

Jetzt dreht das führende Schiff plötzlich nach dem Gegner zu, der dasselbe Manöver ausführt und von Neuem beginnt der Tanz; wieder passiren sich die Linien, bis die Schiffe im Ernstfälle so zu- sammengeschoffen sind, daß einzelne liegen bleiben und damit der Kampf nach Lösen der Geschwader- Verbände zu einem Einzelgefecht ausartet.

Hier beschäfttgen sich zwei Schiffe damit, ein feindliches klein zu bekommen, das sich heldenmüthig bis auf den letzten Mann wehrt, zuweilen durch geschicktes Manövriren fogar den Sieg an seine Flagge zu bannen weiß; dort wieder braust so ein Panzer-Koloß von über 10 000 Tonnen Wasserwer­ke ängung heran, um mit dem Sporn, der gefähr­lichsten Waffe neben dem Torpedo, seinem hilf- und ßeuerlosen Gegner den Todesstoß zu versetzen.

Da hinten ist ein Schiff in Brand gerathen! Ein Theil der Mannschaft arbeitet an ben Pumpen, von ber Maschine kräftig unterstützt, um bes Feuers Herr zu werben. Die nächste Pulverkammer wird unter Waffe: gesetzt, die Geschütze fahren aber fort }u schießen. Sie erhalten die Munition auf Um­wegen und in den schwarzen Rauch deS Feuers mischt sich der weiße Pulverdarnpf.

Ein grauenhaftes Bild der Verwüstung überall! Was nicht zu formlosen Mafien zusammengeschossen, bank dem Jntaktbleiben seiner Maschine dem Unter­gänge entgeht, fällt nn«bittlich dem Fettide und ter See zum Opfer. Hunderte von Menschenleben, prächttge Schiffe, Kunstwerke der Technik, die mit einem Auf­wande bi» zu 20 Millionen Mark in langen Jahren

Landgute austrocknen und im tiefften Theile desselben ein Hans bauen, welches drei Zimmer besitzt ein Rauchzimmer, einen Speisesaal und eine Bedienten- stube. Das Fachwerk des Hauses ist von Eisen, und der Boden besteht aus Steinfliesen, die auf einem Fundament von Cement aufliegen. Die Seiten und das Dach bestehen jedoch durchweg au8 sehr dickem Glase. Von dem Boothause am Ufer führt ein Gang unter Wasser nach dem Glashause, und Luft wird demselben durch Röhren zugeführt, welche in Form von künstlichen Wasserlilien auf der Oberfläche des Seespiegels ausmündeu. Es soll unbeschreiblich wonnig sein, an einem warmen Tage in einem der Zimmer des Glashauses zu fitzen; die Temperatur ist er­frischend kühl, kein Ton ist hörbar, und es ist äußerst interessant, die Fische zu beobachten, die, angezogen von dem blendenden elektrischen Licht im Glashause, den wunderbaren Feenpalast in neugierigen Schaaren umkreisen. Die Idee ist entschieden neu, und ihre Ausführung kostete nicht viel. Der betteffende Millionär trägt sich übrigens jetzt mit noch ehr­geizigeren Plänen. Auf seinem Gute befindet sich ein ungefähr zwei englische Quadratmeilen großer Forst. Er will denselben nun einschließen lassen, zuerst durch einen breiten und tiefen Graben, sodann durch einen starken, eisernen Zaun und schließlich noch mit einer massiven Steinmauer. In dieser Ein­friedigung will er dann jede Art wilden Gethieres, dessen er habhaft werden kann, loslassen Löwen, Tiger, Elephanien re. rc. um festzustellen, ob sie im hiesigen Klima int Freien leben können und wie sie sich tiertragen würden. Ein Labyrinth von unter­irdischen Gängen soll nach einer großen Anzahl von Steinthürmen führen, die an verschiedenen Stellen des Forstes zu errichten sein würden und von denen herab der Millionär das wilde Gethier in Ruhe und Sicherheit beobachten und dessen Gewohnheiten in solchem, verhältnißmäßig wildem Zustande feststellen will. Auch diese Idee scheint gelinde ausge­drücktneu" zu sein.

Wieder Einer! An der Berliner Börse verhaftet wurde der Bankier Schneider, nachdem es sich heraus­gestellt hatte, daß die ihm anverttauten Depots sich nicht mehr in seinem Besitz befanden. Es sind an dem Zusammenbruch der Firma vorwiegend kleine Leute betheiligt. Beim Verhör erschoß sich Schneider.

Unschuldig verurtheitt. Ein beklagenswerther Fall gelangte vor dem Düsseldorfer Schwurgericht zum Austrag. Am 23. September 1890 wurde B. Stuben ans Burscheid wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit zu 9 Monaten Gefängniß verurtheitt. Er betheuerte zwar auch nach dem Urtheil noch seine

erbaut wurden, find nach wenigen Stunden ver­nichtet, vielfach weniger durch eigenes Verschulden, wie infolge geringeren Glückes, als es dem Gegner hold war.

Natürlich hängt bei gleichen Chancen die Haupt­sache von dem Flottenführer ab! Aber auch dieser mag noch so tüchtig sein, wird er nicht von den Kommandanten seiner Schiffe verstanden und unter­stützt, so kann er auf einen Ettolg nicht rechnen. Nelson verdantte seine großartigen Siege zum größten Theil seinen Unterführern, feinen klaren Dis­positionen und dem Heldenmuthe der Besatzungen. Seine Schiffe waren kaum besser, als diejenigen seiner Gegner.

Vergegenwättigt man sich die Schwierigkeit, durch den Pulverqualm hindurch dem Flaggschiff zu folgen, die Position im Geschwader einzuhalten und unter dem ohrenzerreißenben Getöse ber eigenen und fremben Schiffe, bes Krepirens der aufschlagenden Granaten cm der exponirtesten Stelle kattblüttg auSznharren und seine Befehle zu e theilen, so kann man nicht umhin, diese Kommandanten zu bewundern. Sie haben die größte Verantwortung und den schwersten Posten. Zwar find für die Kommandanten auf allen Kommandobrücken besondere Thüren vorgesehen, in denen hinter mäßigem Panzerschutz Steuerruder, Maschinentelegraphen, Sprachrohre und dergleichen mehr münden; doch was hält solch ein Thurm au8 ? Eine schwere Granate fegt ihn mit allem Inhalte schlank über Bord. Er schützt nur gegen das Feuer aul kleineren Kalibern, behindert dafür aber auch die freie Aussicht.

Solange man diese nur hat, geht e8 aber noch. Die an Deck befindlichen Menschen sehe« wenigstens

Unschuld, mußte aber die Strafe verbüßen. In ber* stoffenem Sommer starb in Burscheid ein Eisenbahn­arbeiter, der auf dem Sterbebette bekannte, jenes Verbrechen, um deffentwillcn damals St. verurthellt worden fei, begangen zu haben. Für Stuben war dieses Bekenniniß Veranlassung, alle Hebel in Be­wegung zu setzen, um seine durch jenes Ur­theil geschädigte Ehre zu retten. Er setzte die Wiederaufnahme des Verfahrens durch, und am 22. September, genau 6 Jahre nach der Verurtheilung, kam die Sache vor das Schwurgericht, das zufälliger­weise wieder unter ber Leitung desjenigen Vorsitzenden stand, wie jenes, das den St. verurtheitt hatte, zur nochmaligen Verhandlung. Unter Ausschluß ber Oeffentlichkeit würbe 6 Stunben verhandelt. Die Geschworenen sprachen nach etwa halbstündiger Be- rathung bcn Stuben für nichtschulbig. Seine Ge« fängnißstrafe hat er bereits abgebüßt.

Eine Erinnerung. Vor fünf Jahren, am 30. September 1891, erschoß sich auf bem Kirchhofe zu Brüssel am Grabe seiner Geliebten ber ehemalige französische Kriegsminister unb fommanbirenbe General Georges Boulanger, nachbem seine politischen Hoff­nungen zu Wasser geworben waren unb er die Gelb­summen, welche feine Anhänger für ihn aufgebracht, verbraucht hatte.

Sittlichkeitsgefährdend". Der Lohrer Stabt» kaplan (Unterfranken) hat einen bärtigen Buchhäubler veranlaßt, bas Bilb berKönigin Luise" von Gustav Richter, wie bekannt bas Muster eines reinen Frauen» bilbes, alsstttlichkeitsgefährbenb" aus bem Schau­fenster zu entfernen. -So berichten bieM N. N.", bie zugleich wissen wollen, baß ber Geschäftsinhaber bem unerhörten Verlangen ftaitgegebeu habe. Jede Kritik an diesen Vorgängen wäre ein Injurie.

Kleine Nachrichten. Der Kaiser hat bem Forst­meister unb ben Oberförstern in Rammten, sowie bem Prebiger Wangnick, je ein Exemplar bes neuen BilbcsNiemanb zu Liebe, Niemanb zu Leide!" geschenkt. Laut Verfügung des Reichsmarineamts soll zur Erinnerung au den heldenmüthigen Tod der Besatzung S. M. Kbt.Iltis" in der Garnison­kirche zu Wilhelmshaven eine Gedenktafel aufgehängt werden, welche die Namen ber verunglückten Offi­ziere unb Mannschaften enthält. Seine Nase beim Rasiren eingebüßt hat in Berlin ein Konditor­gehilfe Wegner. Er mußte plötzlich heftig niesen, wobei er mit ber Nase bem scharfen Rasirmesier zu nahe kam. Vom Kyffhäuser-Denkmal ist eine recht bebenkliche Nachricht eingetroffen. Bei bem orfanartigen Sturm, ber dieser Tage herrschte, wurde wiederholt beobachtet, daß das bekanntlich auf drei

wenn auch nur durch Pforten was rund herum geschieht. Die armen Leute unter Deck aber und namentlich der Heizer bezw. das Maschinen­personal sind ganz unten im Schiff wie lebendig begraben. Alle Luken verschließen Panzergitter gegen Sprengstücke der Granaten. Sämmtliche Kessel sind in Thätigkeit, die Hitzegrade unerttäglich. Die Ventilatoren führen statt frischer Luft Pulverrauch zu unb babei nichts sehen, unbekümmert bie Pflicht nnb Schuldigkeit thun. Fürwahr, das ist kettle Kleinigkeit, zumal wenn man berücksichtigt, daß bei etwa untergehenbem Schiff ein Herauskommen so gut wie ausgeschlossen, ber Tob unvermeiblich ist. Dabei hört man unten bie burnpsen Schläge ber Schüsse eine beredete Sprache reden, die Einen ständig daran gemahnt, was da oben vor sich geht.

Eine moderne Seeschlacht dürste zweifellos den furchtbarsten Kampf vorstellen, den man sich denken kann. Da wetteifern Artillerie, Sporn unb Torpedo miteinander, um den Gegner zu vernichten, ein Ent­rinnen ist so gut wie. ausgeschlossen unb die eine Pattci wird daran gkntben müssen. Was den Waffen der Feindes allein nicht zum Opfer fiel, finkt in die Tiefe des Meeres. Aber auch der siegende Thell wird nur in ttofilofestem Zustande die Kunde von seinem Erfolge bet Heimath überbringen, gar manches stolze Schiff nimmer wieder kehren. Hoffen wir, daß, wenn es in Zukunft einmal zu einer solchen Seeschlacht kowmt, wovor uns ter Himmel bewahren möge, unsere junge Marine all5- Siegerin daran» hervorgeht. Mit Ehven wird fte jeden Kampf bestehen, das unterliegt keinem Zweifel.