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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt Mr die «reise Marburg utt> Kirchhain.

Onrck »d Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversttätS-Buchdrnckerei io Marburg. Verantwortlich fürden allgemeinen Theil: Redakteur Friedrich Colbatzky

Reaktion «ab Expedition: Markt 21, wU I v für den Inserat en theil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg

M 231

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quattal-AbonneroentS-PreiS bei der Expe­dition L Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld) ZnsertionSgebühr für di, gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di« Zeil« 25 Pfg.

Marburg,

Donnerstag, 1. Oktober 1896.

Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte«, sowie di« Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Lasse!, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosir in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. 8. Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., B«rlin, Hannover, Paris.

XXXI. Jahrg.

Bestellungen

für das vierte Quartal auf die sechsmal wöchentlich erscheinendeO b e r h e s si s ch e Zeitung" wersen zu den in obigem Kopfe bemerkten Bedingungen noch jederzeit bei den Postanstalten, den Boten sowie in unserer Expedition entgegengenommen.

Die Zukunst der deutschen Landwirthschaft im Spiegel der englischen Verhältnisse.

Aus der englischen Agrarstatistik für das Jahr 1896 ist das Folgende zu entnehmen: Bis 1894 war ein unterbrochener Rückgang des beackerten .md von diesem namentlich des mit Weizen bestandenen Landes gewesen. Von 1873 hatte sich das mit Weizen bestandene Areal von 3 253 000 Acres auf 1799 000 in 1893 vermindert; 1894 war eine kleine Steigerung auf 1980228 erfolgt, hinter welcher 1895 dann ein großer Abfall auf 1456 024 Acres kam. Für 1896 ist nun wieder eine geringe Zunahme auf 1693 957 Acres erfolgt, was immer­hin noch weniger ist, wie die Zahl für 1893. Die gesammte mit Weizen, Gerste und Hafer bepflanzte Fläche verminderte sich seit 1893 von 7144 377 auf 6 894209.

Der Abnahme des bebauten Landes entspricht nicht etwa eine Zunahme des Viehstandes. Das Rindvieh hatte sich seit 1873 von 5 965 000 Stück auf 6 700 676 Stück in 1893 vermehrt; seit der Zeit aber verminderte es sich wieder, sodaß 1896 mir noch 6 493 582 Stück gezählt wurden. Die Zahl der Schafe hat, mit geringen Schwankungen, konstant abgenommen, von 29 428 000 in 1873 auf 26 705 329. Schweine gab es 1873 3 564 000, 1896 nur noch 2 878 801 Stück.

Mit geringen Schwankungen, die gar keine Be- deutung haben, wird also der Boden Eng­lands immer mehr und mehr seiner Aufgabe entfremdet, die Lebens­mittel für das ihn bewohnende eng­lische Volk hervorzubringen. Die Ursache liegt an dem Sinken der Preise und dem Steigen der Pro -

(Nachdruck vrrboten.)

Martha und Maria.

Roman von Arthur Zapp.

(Fortsetzung.)

Die Erregung litt Marie bei keiner Arbeit. Un­schlüssig ging sie von einem Zimmer in's andere. Ob sie einmal an seine Thür klopfte und ihn ge­radezu fragte? Aber die Scheu, für neugierig oder zudringlich gehalten zu werden, hielt sie zurück.

Stunde auf Stunde verrann. Sie hatte den kleinen Willy zu Bett gebracht. Endlich konnte sie 1k dumpfe Angst, die qualvolle, spannende Unge­wißheit nicht länger ertragen. Leise, auf den Zehen­spitzen, schlich sie an seine Thür und legte, was sie »it in ihrem Leben gethan, ihr Auge spähend an das Schlüsselloch.

F Robert saß an seinem Schreibtisch, und an btt gleichmäßigen Bewegung seiner Hand erkannte sie, daß er schrieb. Er schrieb emsig und lange. Einige Male hielt er in seiner Beschäftigung inne, stützte die Sttrn in die Hand und starrte grübelnd in die Flamme der Petroleumlampe. Auf seinem von der Lampe hell beschienenen Antlitz sah sie eine düstere, sorgenvolle Miene.

Da dmchbebte sie mst einem Male der Gedanke: Es ist ein Duell, zu dem er sich vorberettet. Darum das Alleinsein tat verschlossenen Zimmer, darum das emsige Schreiben, darum das schwermüthige, kummer­svolle Gesicht. Daß sie nicht gleich daran gedacht hatte. So ullerfahteu und unbewandert mit den Gepflogenheiten des Offizierstandes war sie doch nicht, daß sie nicht wußte: in einem solchen Falle war der Zweikampf unausbleiblich.

[ Während sich diese Reflextaueu gedankenschnell in

)uktionskosten in ihrer Rückwirkung auf den Privatbesitz am Boden.

Ganz verständig mit Bezug selbstverständlich aus die englischen Grundbesitzer bemerkt hierzu die Sächsische Arbeiter-Zeitung":

.Wenn die Preise sinken, so fällt, wenn Alles gleich bleibt, die Rente. Die Besitzer gehen alsdann zu extenfiveier Kultur über, durch welche die PioduktionskosteH erniedrigt werden. Sie verwandeln ihre Felder in Weide, ja, wenn der Besitzer reich dazu ist, macht er daraus Jagdgründe, verzichtet also überhaupt darauf, seine» Grundbesitz kapitalistisch zu verwerthen. Das hat dann eben den in den obigen Zahlen geschilderten allgemeinen Rückgang zur Folge. Die nächst« Konsequenz ist das Uebrrflüssigwerden ländlicher Arbeiter.

Nun kam gerade gleichzcstig mit dem allgemeinen Preis­fall landwirthschaftlicher Produkte ein Aufschwung der länd­lichen Arbeiterklasse, große Abwanderung in die Städte, und das Resultat früherer unmenschlicher Politik der Grund- btsttzer gegen ihre Arbeiter in Gestalt einer Abnahme von ländlichen Arbeitern. Trotz des Rückganges der landwirth schaftlichen Kultur war demnach keine Krisis auf dem Arbeittmarkt zu spüren. Seit etwa 1890 hat sich das ge­ändert. In immer steigendem Maße werden Landarbeiter entlasten und das Land entvölkert. Der nächste Censu? wird ganz überlastende Resultate in dieser Hinsicht ergeben. Es findet eine Abstoßung der Arbeiter in die Städte statt, wie sie ihresgleichen nur in den ersten Zeiten des Kapitalismus stattgefunden hat, nur daß bei der in­zwischen immer mehr bedrohten Landbevölkerung dieser gegenwärtige Prozeß dazu führen muß, daß überhaupt nur menschenleere Wüsten übrig bleiben.

DievomLande vertriebenen Arbeiter suchen Beschäftigung in der Industrie. Aber wir haben gesehen, daß die englische Industrie sich nicht mehr ausdehnt und sogar in einer Rückbildung ihres Absatzes begriffen ist. So lauge der gegenwärtige Geschäftsaufschwung anhält, mag das Leiden nicht so offenkundig werden.....

Es ist selbstverständlich, daß die zu erwartenden Er­schütterungen ihren unmittelbaren Widerhall auch bei uns finden werden. Außerdem aber muß man immer bedenken, daß auch in diesen Dingen England das Beispiel ist, welches den kontinentalen Ländern ihre Zukunft zeigt. Wie lange wird es dauern, bis wir bei uns in Deutschland dieselben Verfallersche.inungen zu konstatirrn haben?!"

Das sozialdemokratische Organ ist sich, wie aus den obigen Bemerkungen hervorgeht, ganz klar darüber, daß der Verfall der Landwirthschaft geradezu v e r- hängnißvolle Folgen auch für die Arbeiter nach sich zieht. Wäre die deutsche Sozialdemokratie eine faktische Arbeiterpartei, so würde sie es als ihre Hauptaufgabe betrachten müssen, Deutschlands Land- wirthschast vor dem Schicksal der englischen Land­wirthschaft zu bewahren. Zum Glück ist bei uns der Verfall noch nicht soweit fortgeschritten, daß ihm nicht noch Einhalt zu gebieten wäre, zum Glück ist auch an maßgebender Stelle der feste Wille vor­handen, die deutsche Landwirthschaft nicht so wie die

ihr vollzogen, siedete brennende Hitze in ihr auf. Eine wahnsinnige Angst packte sie. Er wollte sich vielleicht schon am kommenden Morgen, vor die Mündung der Pistole eines rücksichtslosen, erbitterten Gegners stellen sein Leben in Gefahr bringen! Rein, nein, das durfte nicht fein. So lange noch ein Athemzug in ihr sein würde, wollte sie nicht auf­hören, ihn zu bitten, daß er fein schreckliches Vor­haben aufgebe.

Und ohne weiter zu überlegen, klopfte sie mit züternder Hand an die Thür. Ein hastiges Auffahren und Rücken mit dem Stuhl, das leise Rascheln zu­sammengeschobener Blätter, dann ertönte seine Stimme: Wer ist da?"

Ich bin es, Marie I"

Eine kleine Pause. Dann die Frage:Was wünschen Sie, Marie?"

Ich bitte, öffnen Sie mir, Robert. Ich möchte Sie etwas fragen."

Sie hörte seine Schritte, und nun öffnete er und ließ sie eintreten. Ihr umnhevoll flackernder Blick schweifte zuerst nach dem Schreibtisch hinüber, wo sie mehrere Briefbogen, die nur flüchtig zusammen- gelegt waren, bemerkte. Dann richtete er sich auf Robert, ängstlich, forschend und flehend. Die ta ihr gärende Sorge trieb sie, ohne weiteres zu sagen: Robert, Sie haben etwas Schreckliches vor. Ich weiß eS. Berbergen Sie es mir nicht! Sie wollen sich duelliren."

Er zaudette eint Sekunde. Dann nickte er stumm.

Sk mochte doch wohl tat Stillen gehofft haben, daß sie täuschte, denn nun, da er ihre Befürchtung selbst betätigte, schreckte sie heftig zusammen. Im Rn füllten sich ihre Augen mit Thränen, ein un­säglicher Schmerz durch fuhr sie, und ihre Stimme versagte, als fie nun den Mund öffnete. Sie brwichte

englische verfallen zu lassen. Die Sozialdemokratie ist aber keine Arbeiter-, sondern eine reine Revolutionspartei, darum unterstützt sie alle Aktionen und Maßregeln, die der Landwirthschaft schädlich sind und ist etne konsequente Gegnerin jedes Schutzes für heimischen Ackerbau und heimische Viehzucht; gleichviel ob dadurch die Arbeiterschaft geschädigt wird oder nicht.

Gerade aus den vorstehenden Ausführungen der Sächsischen Arbeiterzeitung" geht hervor, daß die Sozialdemokratie darauf ausgeht, die Produktiv­gewerbe dem Ruin zu überliefern, um bann bie auf diese Artproletaristrten Massen" als gefügige Werk­zeuge in der Hand zn haben. Wenn ihr bei diesem Bestreben die Arbeiter oder gar verblendete Klein­gewerbetreibende durch Zuwendung ihrer Stimmen bei Reichstagswahlen Beistand leisten, so führen sie ihren eigenen Ruin herbei.

Deutsches Reich.

* Berlin, 29. Septbr» (Tagesbericht.) Se. Maj. derKaiser empfing heute in Routiniert eine Deputation der Lithauer in Audienz. Auf der Rückreise von Rominten in den ersten Tagen des Oktober wird der Kaiser dem 1. Leib-Hnsarenregi- meut in Danzig einen kurzen Besuch abstatten und mit demselben die Einweihung des neuen Kasinos verbinden. Das Befinden des Prinzen Eitel Fritz ist noch immer nicht zufriedenstellend; der Prinz ist noch am Gehen verhindert. Der Kaiser von Rußland wird, wie jetzt mit Sicherheit verlautet, bei der Rückkehr vom Darm­städter Hofe in Berlin verweilen. Kaiserin Friedrich legte heute Vormittag, am Jahrestage ihrer Verlobung und der Konfirmation Kaiser Fried­richs, den Grundstein zu einem Kronberger Land­krankenhause. Kriegs-Mini st er von Goßler vollendete heute sein 55. Lebensjahr. Der langjährige Vertreter des Landtags-Wahlkreises Rotenburg - Hersseld, Oekonom Seyfarth (kons.), hat seines vorgerückten Alters wegen fein Mandat niedergelegt. Prinz Max von Sachsen ist im östlichen Stadttheil Londons in seine priesterlichen Funktionen eingeführt worden und hat speziell die Seelsorge für die in dem Arbeiter­viertel Whitechapel lebenden zahlreichen Deutschen übernommen. Das dänische Königspaar ist in Gmunden zum Besuche des Herzogs und der Herzogin von Cumberland angekommen. Der PariserSoleil" meldet aus C open ha gen, die

ein paar Sekunden, bis es ihr gelang, die Worte hervorzustammeln:

Sie dürfen nicht, Robert, Sie dürfen Ihr Leben nicht aufs Spiel setzen. Haben Sie Mitleid mit Willy!"

Er bewegte verneinend sein Haupt und erwiderte ernst und bestimmt:Soll ich meinem Kinde einen entehrten Namen hinterlassen? Wissen Sie nicht, Marie, daß mit die Ehre gebietet, den, bet mich beleidigt hat, mit bet Waffe zur Rechenschaft zu ziehen?"

Eine leidenschaftliche Empörung flammte in ihr auf.Die Ehre!" sprudelte sie, außer sich, heraus. Die Ehre! Um einer Unwürdigen willen, die Ihrer längst nicht werth, nie werth gewesen, wollen Sie Ihr Leben hingeben I Ist das nicht ein überflüssiges, unnützes Opfer? Steht Ihnen die Liebe für Ihr Kind nicht höher, als der kalte, starre Ehrbegriff?"

Robert wat erstaunt und zugleich bewegt von diesem ganz ungewöhnlichen Ausbruch des stillen, scheuen, ta sich gekehrten jungen Mädchens. Er faßte nach ihrer Hand, drückte fie herzlich und sagte: Seien Sie vernünftig, seien Sie tapfer, Marie I Machen Sie es mir nicht unnütz schwer, was doch sein muß und was kein Gott von mtt nehmen kann!"

Sie aber ließ sich nicht abweisen und hob stumm flehend bie Hänbe. Ihre Augen blickten mit unsäg­licher Liebe zu ihm auf. Es burchschauerte ihn eigen, unb eine süße Wallung ta ihm verdrängte Trauet und Sorge, bie noch eben sein Herz erfüllt. Er sah, wie schwer sie um seinetwillen litt, unb bie Erkenntniß, daß fie ihn liebe, stieg in ihm auf. Wußte et boch nun auch, daß auch ta ihm ein heißes übetsprubelnbeS Gefühl gärte.

(Fortsetzung folgt.)

Verlobung beS Prinzen Christian, ältesten Sohnes bes dänischen Kronprinzen, mit der Prinzessin Pauline von Württemberg stehe bevor, ebenso sei bie Verlobung bet Prinzessin Jngeborg von Dänemark mit dem Erb­prinzen von Wied beschlossen.

* (Nochmals das Kaiserbild.) Die Nat.-Ztg." stellt, da die Zeitungen sich immer noch nicht beruhigen können, hinsichtlich des Kaisergeschenks an den Sultan auf Grund zuverlässiger Informationen den Thatbestand fest. Im Frühjahr 1896 bereits hatte der Sultan gegenüber dem deutschen Botschafter den Wunsch geäußert, ein Bild der Kaiserlichen Familie zu erhalten, einen Wunsch, dessen Erfüllung Kaiser Wilhelm sogleich zusagte. Da die Herstellung des Bildes sich bis in den August verzögert hatte, glaubte man um so mehr Veranlassung zu haben, keinen weiteren Aufschub in der Ueberreichung an den Sultan eintreten zu lassen, als es sich lediglich um einen von diesem erbetenen Aki der Freundlichkeit zwischen beiden Monarchen handelte. Der Sultan beeilte sich, telegraphisch seinen Dank für diese Freundlichkeit abzustatten, die auch nicht im leisesten Zusammenhänge mit den bellagenS- werihen Vorgängen in Constantinopel steht.

* (Marine.) Die 4 deutschen Schulfregatten sind nun sämmtlich nach den türkischen Gewässern abgedampft. Die abgelösten Mannschaften der KriegsschiffeKaiser" undPrinzeß Wilhelm" in Stärke von 12 Offizieren und 275 Mann sind mit dem LloyddampferSachsen" wohlbehalten in Bremer­haven etagetroffen.

* (Begnadigungsfall.) lieber einen an­geblichen Begnadigungsfall hat sich die gefammte deutsche Presse mit wenigen Ausnahmen ungeheuer aufgelegt. Es hieß, ein Polizeisergeant, Florenz aus Altdamm, den die Sttafkammer in Stettin zu einem Jahre Zuchthaus verurtheilt hatte wegen schwerer Mißhandlung von Gefangenen unb wegen des Ver­suches, Geständnisse zu erpressen, sei begnadigt worden, nachdem er kaum vier Wochen seiner Sttafe abgebiißt. Die Sache schien uns, trotzdem die Tagesblätter sich in spaltenlangen Erörterungen über den Fall er­gingen, unglaublich; sie ist denn auch in der Thai nicht wahr. Wie nämlich derN. Stett. Zig " von der Staatsanwaltschaft in Stettin mitgetheilt wird, liegt ein Gnadenerlaß des Kaisers z. Z. überhaupt nicht vor. Der Veruitheilte hat dagegen, wie das schließlich jedem Verbrecher unbenommen ist, ein Gnadengesuch eingereicht, so daß die Strafvollstreckung

(Nachdruck verboten.)

Himmelserscheinungen im Ottober.

Hn. Bunt stehen schon die Wälder, gelb die Stoppel­felder, der Herbst ist da! Die Sonne wendet sich mehr unb mehr von uns ab, immer geringer wird die Höhe, zu der fie am Mittag emporsteigt, immer kürzer der Bogen, den sie über unserm Horizont zurücklegt. Am ersten Ottober steht sie Mittags noch 34 Grad hoch, am letzten nur noch 23 Grad! Der Sonnenaufgang erfolgt am 1. Ottober kurz nach 6 Uhr, der Sonnenuntergang nach 6 i Uhr. Arn 31. Ottober geht die Sonne erst gegen 7 Uhr auf und schon gegen 4 k, Uhr unter. Der Tag ist also um zwei Stunden kürzer geworden. - Der Mond ist am 6. Oktober rott der Sonne in Konjnnttion, eS ist Neumond. Am 13. ist dann erstes Viettel, am 21. Vollmond und am 29. wieder letztes Viertel.

Merkur im Sternbild btr Jungfrau ist zunächst noch am Abendhimmel. Er kommt am 8. Ottober in unter« Konjunktion mtt der Sonne und geht dann an den Morgen- Himmel über. Hier erreicht «r am 29. Oktober seine größt« westlich« Elongation, bei der er indessen nur etwas über 18 Grad von der Sonne absteht. Da er sich aber um diese Zett gerade in seiner größten nördlichen »rette befindet, so geht er fast zwei Stunden vor der Sonne auf und ist daher mit freiem Auge gut zu sehen. Venus, die zuerst in der Jungfrau, dann in der Waag« und schließlich im Skorpion steht, finden wtt am Abendhimmel. Sie ist noch licht- schwach, wird aber allmählig Heller, ta fie uns näher kommt. Ihre Entfernung von der Erde beträgt am 1. Oktober 230-, am 31. dagegen nur noch 208 Millionen Kilometer. Ihr scheinbarer Durchmeffer nimmt infolge deflen von 11 auf 12 Bogeusekunden zu Am 8. Ottober Abends sechs Uhr steht fie etwa« mehr al» 5 Grad nördlich von der ganz schmalen Mondsichel.

Mar», zuerst im Stier, dann in den Zwilling«», nimmt an Helligktit zu. Er geht am Anfang des Monats um 8/», am Ende vor 7 Uhr Abends auf. Seine Entfernung von der Erd« nimmt von 124 auf 100 Millionen Kilometer ab, fein scheinbarer Durchmeffer wächst daher von 11 auf 14 Bogensekundev. Jupiter steht im Stern! ild deS Löwen am Morgenhimmel. Er geht zuerst gegen 2 Uhr, zuletzt vor 1 Uhr Morgens auf, ist aber noch sehr lichtschwach, sein scheinbarer Durchmeffer wächst jedoch im Laufe der