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Abonnements - Einladung.

Die Ergebnisse des Frauenkongresses.

* Nicht weniger als acht Tagesfitzungen haben die Besucherinnen des Berliner Frauenkongresses ihren Berathungen gewidmet. Das natürliche Bedürfniß der Frauenwelt zu einer längeren Aussprache über die Frauenfrage ist zu seinem vollen Rechte gekommen. Die Versammlung war auch trotz ihres internationalen Charakters durchweht von einem Zuge jener Be­geisterung, welche der Reiz des Reuen und die wechselseitige Ermuthigung in einer gemeinsamen, anscheinend erfolgreichen Sache zu entfachen pflegt.

Es wurde sehr viel über die Rechtlosigkeit der Frau im bürgerlichen Erwerbsleben, über die Aus-

Rhapsodia carbonica.*)

Grau, teuerer Freund, ist deine Theorie So wachsen Kohkenflötze nie.

Und an der Lahn bei Marburg gar, Wo da» bekannte Wirthshau» war? Da soll sich Sperr- und Spülgut stauen. EinKohlrnflötzchen" aufzubaueu?*) Mein Gott! Wer dieses Spülgut sieht, Das aus der Bopp'fchen Kneipe zieht, Dies Spühlicht mit Kartoffelschalen, Mit HäringSschwänzen, sauren Aalen, DaS dort sich in die Lahn verirrt, Wo Tuczek Geister reparirt Wer das sieht, soll an Kohlen glauben? DaS kann nur Köhlerglaube sein. Die Mähr' verkündest du nur Tauben, Sie kann, mein Freund, nicht Ernst dir sein.

Du hast dich überhaupt vergriffen Zn der Bewerthung deiner Mafien, Drum will ich dir mit ein'gen Kniffen Ein Grubenlichtchen zünden taffen.

DaS beste .Spülgut", theuerer Freund, Gedeiht im Weingau,

Wo gold'uer Sonne Strahl verdichtet Erglüht im Rheingau.

Nach R. I. Mayer'S Theorie Schlägt um die Sonnenenergie In Rebensaft; '

Drum Wein Lebenskraft.

Die herannahende WinterSzett und der Eintritt in ein neues Lesevietteljahr mahnt wieder die Leser von Zeitungen, bei Bestellungen auf solche die richtige Wahl zu treffen. DaS Längerwerden der Abende zeittgt von Neuem daS Bk- dürfniß nach ZeitungSlettüre und nach Aussprache über daS, was in der Welt sich ereignet. Man bekommt wieder Muße und Gelegenheit, sich mehr um die Weltbegebenheiten zu bekümmern als im Sommer. Der Deutsche hat keinen Anlaß, über die Maßen betrübt in die Zukunft zu schauen. Bon der Möglichkeit eines neuen Kanzlerwechsels wird immer wieder gesprochen, den Kaiser und die Kaiserin von Rußland wird Anfang Oftober ihre europäische Rundreise nach dem republikanischen Paris bringen, das dann der ironisch lächelnden Menschheit zeigen kann, was nicht Alle» extravagante Tollheit zu vollführen vermag. Für den bereits am 10. November seine Sitzungen wieder ausnehmenden deutschen Reichstag sind, wie bekannt, wichtige Gesetzent­würfe in Vorbereitung resp. schon ausgearbeitet, obenan solche über die Neuorganisation des Handwerks und über die Verstärkung unserer dentschen Kriegsmarine. Und zum Glück kann an alle diese Erörterungen ohne ernste Be- sürchtuug für die Gefahr des Friedens herangetteten werden, dennweit hinten in der Türkei, wo die Völker noch immer aufeinander schlagen" und sich mit Nasen- und Ohren abschneiden, Rauben und Brennen in wenig einmüthiger Weise unterhalten, wird doch auch endlich wieder Ruhe kommen müssen. Die Tage, in welchennichts los war", find eben vorüber und die Zeitung wird nun wieder in jedem Hause nicht bloS ein gern gesehener, sondern auch ein nothwendiger Gast sein.

Sehr geeignet den Leser zu unterhalten und mit allem Wifienswerthen bekannt zu machen, ist dieOberhessische Zeitung", daS einzige täglich erscheinende Blatt des Kreises Marburg, da», auf köuigstreuer Grundlage stehend, an den Grundfesten unseres Staatswesens nicht rüttelt und die Bekämpfung aller auf den Umsturz der be stehenden Ordnung abzielenden Ideen sich zum Ziel gesteckt hat; ein Blatt, daS es schon infolge dieser Bestrebungen verdient, in jedem Hause gelesen und in jede Familie eingeführt zu werden.

DieOberhessische Zeitung" ist daS einzige Organ, durch das die Bekanntmachungen der Behörden der Kreise Marburg und Kirchhain veröffentlicht werden. Die Redaktion ist stets befleißigt gewesen, in allen An­gelegenheiten, sei es auf dem Gebiete der Politik, des KommunalwesenS, der Kunst und Wifienschaft, sowie bei allen Lorgäugeu in unserer engeren Heimath und der ganzen Welt eine schnelle, sorgfältige und allseitig

(Nachdruck verboten.)

Martha und Maria.

Roman von Arthur Zapp.

(Fortsetzung.)

Robert beugte sich mit jähem Ruck vornüber und sagte mit ironischer Höflichkeit:Gestatten Sie, daß ich Ihrer Thatsache gegenüber eine andere konstatire, nämlich* er legte auf die folgenden Worte eine nicht mißzuverstehende Betonung: .Diejenigen, welche die Tapferkeit am lautesten im Munde führen, pflegen selbst am wenigsten davon zu besitzen."

Der Beleidigte sprang jählings, sich verfärbend, empor. Rede und Gegenrede waren so schnell auf einander gefolgt und hatten sich so rasch und un- vermütelt zugespitzt, daß keiner von den Andern Zeit und Ueberleguug gehabt hätte, den beginnenden Streit zu unterbrechen. Auch jetzt hatte er keinen Erfolg, daß Müntmann, als der Netteste der Anwesenden, sich schwerfällig ansrichtete und begütigend rief: .Aber meine Herren, ich bitte doch sehr--"

Schon hatte der Ulan seinem Gegner in aus­brechendem Zorn zuzurufen: .Herr, wagen Sie es etwa, mit Ihrer uuqualifizirten Aeußcrung auf mich zu zielen?"

Kühl und ruhig, mit fester, lautet Stimme, unter dem athemlosen Schweigen der Andere» entgegnete Robert Herbig: .Es hat Niemand hier, außer Ihnen, die Tapferkeit im Munde geführt."

Ei» sichtbarer Ruck ging durch dm Körper des Ulanen, seine Fäuste ballten sich, ein uvattikulitter Schrei drang aus der gurgelnd« Kehle herauf. Es hatte den Anschein, als wollte er sich auf den hoch­aufgerichtet ihm gegwüberstehendm Trainoffiziet stürz«. Priüwitz aber hielt ihn am Arm zurück und sagte:

.Ruhig, Alfred, hier ist nicht der Ort, einen olchen Handel zum Austrag zu bringen."

Du hast recht," gab Holleben schwerathmend zurück und, vom Tisch zurücktteteud, fügte er u Robert gewendet, hinzu:Sie werden von mir hören, Herr Kamerad."

Ich rechne darauf," versetzte Robert, sich mit kalter Höflichkeit leicht verneigend.

Die Angelegenheit nahm den vorschttstsmäßigen Verlauf. Die beiden Gegner setzten von dem Vor­gefallenen den Ehrenrath ihrer Truppnrtheile in Kenntniß und wählten ihre Kartelltrager. Robert wandte sich an Müntmann nm diesen Freundschafts­dienst. Bereitwillig sagte der alte Premier zu. Bei einer Besprechung, die am nächst« Tage zwischen ihnen staüfand, äußerte Müntmann:

t , tourt«1 Sie sich nur hinreißen lassen, hebet Herbig? Sie, der Sie sonst die Ruhe und Mäßigung selbst sind 1 Ich war einfach starr. Es macht ganz den Eindruck, als wenn Sie geflissentlich darauf ausgingen, dm Kameraden von den Ulanen herauszufordern."

Robert wandte fein Gesicht von dem fragenb auf ihn gerichteten Blick ab und sagte finster: -

.34 habe gegen den dünkelhaften Herm immer eine starke Abneigung empfunden. Er ist mft in tiefftei Seele zuwider."

Der dicke Lieutenant schüttette mißbilligend mft em Kopf. .Aber ich bitte Sie, dar ist doch kein Grund, fein Leben in die Schanze zu schlagen. Be- dmftn Sie wtt wollen es ja nicht hoffen wenn nun die Sache für Sie ein« einen nn- ltcklichm Ausgang nimmt, bedenk« Sie die Lage Ihrer Fran1

Robert zuckte zusammen und machte mit der Hand eine abwehrende Bewegung.

Meine Frau" er lächelte bittermeine Fran wird fich über meinen Tod zu tröst« wissen."

Müntmann sah den Sprechenden «staunt, be»! stürzt an. Robert aber athmete schwer und hastig. Plötzlich trat er dicht an den Kameraden heran und stieß mit zuckenden Lippen hervor:

.Dringen Sie nicht wettet in mich, MüntmannI fragen Sie mich nicht I Nur soviel: meine Frau ist gestern in ihr Eltemhaus zurückgekehrt. Für ein« leichtfinnigen, kindffchm Händelsucher und Raufbold werden Sie mich nicht halten, Müntmann. Glauben Sie mir, ich habe einen vollgewichttgm Grund zu dem Duell. Und nun gehen Sie und verabreden Sie das Nöthige mit Hollebm's Vertreter. Die schärfsten Bestimmungen, hör« Sie?"

Der Besuch Müutmann's und seine lange, ge-I heimnißvolle Besprechung mit Robert erregt« Maries höchstes Befremden. Sett sie sein«, ihr durch! Robert gemachten Antrag abschlägig beschiedm, hatte! der Premierlieutenant seine Besuche eingestellt. Es! mußte eine ganz besondere Veranlassung vorliegen,! die ihn zu einem Abweichm von seinem bisherigen! Verhallen bestimmt hatte. |

Ihre Unruhe wuchs, als sie gewahrte, daß! Robert d« ganzen Nachmittag und Abend zu Hanse! blieb und fich in seinem Zimmer eingeschloff« hielt.!

Was hatte daS zu bedeut«? Sie fragte es fich in| Obig« Rhapsodie geht nn» als Nachklang zur von Stunde zu Stunde wachsend« Aufregung. Die|amtein Versammlung deutscher Naturforscher und Erregung üb« die am Tage vorher stattgehabten! .. .. f

auftrtt« m» »taffe .«tat« »°chi» wuk'iWk»

»ach und nun schr« es, als stände eine neue Störung | Schlammtrübe, Moder, Blätter, Halme. Sperrgut grobe» der kaum errungenen häuslichen Ruhe bevor. I Holzwerk, wie Wurzelstöcke, Stämme, Aeste, Zweige. Roll-

rSitr+tamtn IPJ = Grand, Kies und Sand. Barrikade = Treib-

(Fortsetzung folgt.) I hol,Verschluß in einem Flußarm.

55Sm.t-iCuS.9^nn^8:$IÄS^rn^ Wirt»"zeigen nimmt «ttgegeu die EWedition dieses Blatte»,

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«agFBg Mittwoch, 30. SepteL 1896. £^»3 3*

beutung der Arbeiterinnen in körperlicher, wirthschaft-1 berechtigung zudrängen. Die Frau gehört nicht auf l'cher und sittlicher Beziehung, über die Zurücksetzung! den öffentlichen Markt, auch nicht in eine gegensätz- des weiblichen Geschlechts in der geistig«, wissen- hidje Stellung zum Mann. Die Waffe des Stimm- schaftttchen und künstlerischen AuSblldung gesprochen,! rechts würde ihre Spitze schnell gegen das weibliche und auch der Mängel in den Wohnungsverhältniffen,! Geschlecht selber kehren. Schon d« Mann weiß in der Waisen- und Kinderpflege, in d« Bekleidung usw. | selten einen verständigen Gebrauch von den poltti- gedacht. Viele der hierbei aufgedeckten Mißstände! sch« Recht« zu machen. Einen Sttmmzettel vermag wird man allseitig mit den Damen beklagen.!Jeder, auch die Frau, in die Urne zu werf«; aber Namentlich die Forderung eines umfassenden Frauen-! das Stimmrecht ist mehr als ein mechanischer Hand­schutzes auf sittlichem Gebiete verdient vorbehaltlos! griff. Es erfordert eine geistige, sittliche und Zustimmung. Aber bei den sonsttgen positiven Vor-! politische Reife, wenn es das Staatswohl fördern soll, schlügen zur Hebung der Frau in wirthschastlicher,! Nicht eine Verallgemeinerung, son- rechtlicher und geistiger Hinsicht geht es den Damen! d e r n eine engere Begrenzung der genau wie allen übrigen Weltverbesserern: sie stnd!p o l it is ch e n Rechte liegt im Bedürfniß stark in der Kritik, aber schwach in d« Erkenntniß! u n f e t e r Zeit. Die gegen diese Wahrheit kopf- des prattisch Erreichbaren und Nützlichen. |lo§ vorstoßende Frauenbewegung arbeitet nur dem

Die Frauen hab« Recht, wenn sie größere Be! Umsturz in die Hände. Freilich die Seelenver- wegungsfrciheit und Selbstständigkeit im Erwerbs-1 wandtschaft der in ihr tonangebenden Größen mit leb«, größeren Schutz gegen die Ausbeutung ihrer fre« leitenden Elementen bei den sozialen Tages- Arbeitskraft befürworten; aber die vorgeschlagene Kämpfen trat nur zu oft, und mit fast «schreckm- Anstellnng von weiblichen Fabrikinspettoren und ein«!d« Offenheit in der letzten sozialdemokratischen Ausdehnung der Gewerbe-Jnspcktton auf die Haus-1 Frauenversammlung hervor. Das will ernstlich be- industrie gleichen ganz dem winzig« Mäuschen,! achtet sein, vor Allem im Interesse jener zahlreichen welches der Berg entsteh« läßt. Die Frauen sind! Frauen, die als Trägerinnen edler Weiblichkeit an auch im Recht, wenn sie höherer geistiger Vervoll-jdem wahren Beruf der Frau festhalten und keine kommnung zustreben; aber sie schießen weit über das! Gemeinschaft haben mit dem abschreckenden Ziel, wenn sie den akademischen Wettbewerb mit dem! Mannweib.

männlichen Geschlecht als eine begehrenswerthe, ... 11 -

auch nur mögliche Forderung aufstellen. Eine! Deutsches RtllÜ

Rednerin, die sich bereits der philosophischen Doktor-! * Berlin. 28 (To

würde «freut, war offen genug, zu verrath«, welchen>Se. Maj. der Kaiser wohnte in Romint« ackerndem ttefer« Zweck dieser anscheinend so humane Wunsch! Gottesdienst in der Hubertuskapelle bei Die Offiziere verfolgt: dre Heranbrldung emes geeigneten Stammes! Unteroffiziere und Ebrenkomvooni-n tnnr<. ' «m KSÄ.LS'bt9

V Gleichberechtigung! bei prächtigem Wetter eine Spazierfahrt. Diebisherige

Und m der That, damit hat sie den eigentlichen! Jagdbeute bettug vier Hirsche. Ihre Maj die Kern der Frauenbewegung enthüllt. Die Leiterinnen Kaiserin ttaf heute Vormittag von Plön aus in berjelben wollen hinaus auf die p o l i t l s ch e B ü h n e;! Eckernförde ein und wurde vom Herzog Friedrich weibliche Ertelkett sucht auch dort ihren Tribut,! Ferdinand und dessen Gemahlin, sowie der Prinzessin alternde Frauen zugleich Enffchädigung für versagtes! Karoline Mathilde empfangen. Im Wag« «folgte Eheglück und verschmähte Jungfrauen Genugthuung! die Fahrt nach Schloß Giünholz. Alle Militär- ftir einen verfehlten Daseinsberuf. Alle die schönen! vereine und die freiwillige Feuerwehr bildeten Spalier- Worte von Frauenwohl und Frauenschutz, sie sind! zahlreiches Publikum begrüßte jubelnd die Kaiserin', nur em Umhang, der dies verdecken soll. Das A! Freitag fährt die Kais«in nach Hnbertussiock. und O der strertenden Däm« bleibt dasStimm-!Der Bund es rath wird am Mittwoch seine erste

als Mittel zur Gewinnung von Macht und!Plenarsitzung nach den Sommerferien abhalt«. füglich zur Herrschaft über den Mann. |$er armenische Wanderredner Thumajan ist nach

zeußt mdeß von derselben Verirrung des! der Schweiz ab gereift, wo sich z.Z. eine lebhafte neibh4« SBoIIeng und von derselben Ueberschätzung!antitürkische Bewegung entwickelt. Die Hochzeit des werblichen Könnens, wenn die Frauen dort dem!des Kronprinzen von Italien soll nach einer akademischen Studium, hier der polittschen Gleich-!Meldung aus Rom am 24. Ottob« stattfind«.

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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg ««> Kirchhain. Jllnstrirtes Sonntagsblatt,

orientirende Berichter st attungzu üben und wird auch in Zukunft so handeln.

Der feuilletouistische Theil soll auch künftig­hin durch Veröffentlichung nur guter Romane, Novellen, Humoresken, wissenschaftlicher und schöngeistigrrAufsätze zu einem interefianten geftaliet werden.

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Hochachtend

Verlag und Redaktion.