twortltch fürben allgemeinen Thell: Redakteur Friedrich Colbatzkv für den Jnseratenchril: Joh. Ang. Koch, beide in Marburg.
Redaktion und Ewedttion: Markt 21.
Anzeigen nimmt entgegen bi« Expedition dieses BlatteS, sowie bte Snuoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cafiel, Magdeburg unb Wien; Rudolf XXXI. CY Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- unb rwr» '«
M. 223 Marburg,
M’ÄSÄÄ £ Dienstag, 22. September 1896
Abonnements - Einladung.
Die herannahenbe Winterszeit unb ber Eintritt in ein «ues Lesevierteljahr mahnt wieber bie Leser von Zeitungen, bei Bestellungen auf solche die richtige Wahl zu treffen. DaS Längerwerben ber Abenbe zeitigt von Neuem bas Bc- dürfniß nach ZeitungSlektüre unb nach Aussprache über dar, was in ber Welt fich ereignet. Man bekommt wieber Mußt unb Gelegenheit, fich mehr um bie Weltbrgebenheiten zu bekümmern als im Sommer. Der Deutsche hat keinen Anlaß, über bie Maßen betrübt in bie Zukunft zu schauen. Von ber Möglichkeit eines neuen Kanzlerwechsels wirb immer wieber gesprochen, ben Kaiser unb bie Kaiserin von Außlanb wirb Anfang Oktober ihr«, europäische Runbreise nach bem republikanischen Paris bringen, bas dann der ironisch lächelnden Menschheit zeigen kann, was nicht Aller e^avagante Tollheit zu vollführrn vermag. Für ben bereits am 10. November sein« Sitzungen wieberaufnehmenben deutschen Reichstag sinb, wie bekannt, wichtige Gesetzentwurf« in Vorbereitung resp. schon aurgearbeitet, obenan solche über bie Neuorganisation bes Handwerks unb über die Verstärkung unserer beutschen Kriegsmarine. Unb zum Glück kann an alle biese Erörterungen ohne ernste Befürchtung für bie Gefahr bes Friebens herangetreten werben, denn «weit hinten in ber Türkei, wo bie Völker noch immer aufeinander schlagen* unb sich mit Nasen- unb Ohren abschneiden, Rauben nnb Brennen in wenig einmüthiger Weise unterhalten, wirb boch auch enblich wieber Ruhe .kommen müffen. Die Tage, In welchen »nichts los war*, sind eben vorüber unb bie Zeitung wirb nun wieber in jedem Hause nicht bloS ein gern gesehener, sondern auch «in uothwendiger Gast fein.
Sehr geeignet ben Leser zu unterhalten unb mit allem WffenSwerthen bekannt zu machen, ist die »Oberhessische Zeitung*, baS einzige täglich erscheineub« Blatt bei Kreises Marburg, das, auf königStrener Grundlage stehend, an ben Grundfesten unseres Staatswesens nicht rüttell nnb bie Bekämpfung aller auf ben Umsturz bei bestehenden Ordnung abzielenden Ideen fich zum Ziel gesteckt hat; ein Blatt, da» es schon infolge dieser Bestrebungen verdient, in jedem Haus« gelesen und in jede Familie eingeführt zu werden.
Die .Oberhessische Zeitung* ist das einzige Organ, durch das di« Bekanntmachungen der Behörden der Kreise Marburg und Kirchhain veröffentlicht werden. Die Redaktion ist stets befleißigt gewesen, in allen Angelegenheiten, sei eS auf dem Gebiete der Polittk, des KommunalwesenS, der Kunst und Wiffenschast, sowie bei allen Vorgängen in unserer engeren Heimath und der ganzen Welt eine schnelle, sorgfältige nnb allseitig
orientirenbe Berichterstattung zu üben unb wirb auch in Zukunft so hanbeln.
Der f e u i l le t o n t st i s ch e T h e i l soll auch künftighin burch Veröffentlichung nur guter Romane, Novellcu, Humoresken, wissenschaftlicher uub schöngeistigerAufsätze zu einem intereffanten gestallet werben.
Unsere Verbinbung mit bem in aller Welt bekannten Wolff-Bureau fichert ben Abonnenten bie Gewähr, daß sie über bie neue st en Vorkommnisse stets sofort burch Telegramme unterrichtet werben.
Wir finb ber festen Ueberzeuguug, Alles gethan zu haben, war geeignet ist, baS Vertrauen unserer bisherigen Leser zn bewahren unb baS ber neu hinzutretenben Abonnenten zu erhalten. Erfreulicherweise ist bie Zahl »er Abonnent«« der »Obe> hessischen Zeitnng* im steten Wachse« begriffen*), ein Umftonb, ber uns zur Aufstellung einer weiteren Druckmaschine nöthigte.
Die Unterhaltungsbeilage »JllustrirtesSonn- tagsblatt* wirb auch fürderhin unser» Abonnenten kostenfrei geliefert werben.
Der AbonnementSpreiS für bie „Oberhessische Zeitung* beträgt nur 2 Mark pro Quartal einschließlich Bringei lohn. Zu bemselben Preise, zuzüglich 25 Pfg. Postgebühr, abonnirt man auch bei allen Postanstalten nnb Lanbbriefträgern.
Bestellungen werben jetzt schon entgegengenommen l»b erhalten all« neu hiuzutretenbeo Abonnenten biS zum 1. Oktober bie »Oberhessische Zeitung* gratis.
ÖC* Anzeigen jeder Art *Wg . finde» bei der allgemeinen Verbreitung der „Oberhesfischeu Zeitung* nachhaltigen Erfolg uud empfehlen wir den An- ,eigentheil Jedermann auf'S Angelegentlichste.
Hochachtend
Verlag und Redaktion.
*) Alle entgegengesetzt lautenden Ausstreuungen der auf unsere Erfolg« neidischen »Heff. LandeSztg.* find erdichtet.
Der Bürgermeister Kümmert in Colberg
st gegenwärtig zu einer gewissen Berühmtheit gelangt. Wie erinnerlich, hatte derselbe seiner Zeit das der Stadt gehörige Strandschloß zu einer sozial- demokrattschen Versammlung hergegeben. Die Folge davon war die Einleitung eines Disciplinarverfahrens gegen den Bürgermeister. Herr Kümmert wurde zur
Zahlung von 30 Mark Geldsttafe verurtheilt. Tie Angelegenheit wäre längst vergessen, wenn nicht neuerdings Kummert's Name auf's Neue in die Oeffent- lichkeit gedrungen wäre. Kümmert bekleidet neben seinem Bürgermeisteramt nämlich noch eine militärische Charge, er ist Landwehroffizier. In dieser Eigenschaft besitzt er auch das Jntereffe der Militärpersonen. Seine Standesgenoffen im Heere stießen sich an dem Entgegenkommen, das Herr Kümmert als Bürgermeister von Colberg den Sozialdemokraten bewiesen, und erwirkten das Verbot Seitens des Oberkommandos an Herrn Kümmert, dem zufolge diesem das Tragen der Landwehr uniform untersagt wird.
Ein großer Theil der Presse benutzte diese Maßnahme des Oberkommandos, um Herrn Kümmert als Märtyrer zu verherrlichen. Man war stark Willens, ihm eine Entschädigung für seine schlimmen Erfahrungen dadurch zu leisten, daß man ihn für die nächsten Wahlen zum Reichstagsabgeordneten aufstellen wollte. Es hieß, sämmtliche freisinnigen Parteien würden mit Unterstützung der Sozialdemokraten die Wahl Kummert's betteiben. Nun denft man fteilich in der liberalen Centrale so wenig an ein gemeinsames Vorgehen mit den Sozialdcmottaten in Sachen einer Reichstagswahl Kummert's, wie man von sozialdemottattscher Seite nicht von einem Zusammengeht n mit dem Freisinn in dieser Angelegenheit wissen will; aber daß ein bezügliches Gerücht weite Verbreitung und allgeme'nen Glauben fand, ist doch schon bezeichnend.
Viel, vielleicht das Meiste an seiner plötzlichen Berühmtheit hat Herr Kummett jedenfalls der politisch stillen Zeit zu danken. Das Mättyrium des Herrn Kümmert gab die gewünschte Gelegenheit, eine aktuelle politische Frage herzustellen und zu behandeln. Daß die liberale Presse mit großer Entrüstung die aufgerollte Frage bespricht, bedarf keiner Versicherung; eine objektive Erwähnung wird dagegen an den Fall Kümmert nicht gar soviel Sensationelles konstatiren können.
Auf der Stärke unseres Heeres beruht nicht nur die Sicherheit unseres äußeren Friedens, sondern, wie das von allerhöchster Stelle nicht einmal, sondern viele Male hervorgehoben worden ist, auch die Gewähr für die Dauerhasttgkeit und Unantastbarkeit der inneren staatlichm Ordnung. Wer dem Heere angehört, hat daher in diesem Sinne zu wirken, seine Thätigkeit im Großen wie im Kleinen danach zu gestalten. Nun ist aber die Sozialdemottatie die aller Welt bekannte, offene Bekämpfen» der gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftsordnung und als solche offenbar mit anderem Maße zu messen als
alle bürgerlichen Parteien, welcher Richtung diese auch angehören mögen.
Wenn ein Bürgermeister, der Landwehroffizier ist, diese Thaffache verkennt und in einem übel angebrachten Humanitätsdusel dem Einen nicht vorent- halten will, was er dem Anderen gestattet, so setzt er sich in Widerspruch mit den Ordnungen und Aufgaben der Kreise, denen er als Offizier der Landwehr angehört, und es ist nichts natürlicher, als daß ein Regiment die Gemeinschaft mit einem Angehörigen aufzugeben genöthigt ist, der von den Grundsätzen, die im Heere maßgebend find, so bedenklich abweicht. Die Entziehung der Berechttgung, des Kaisers Rock hinfort zu tragen, darf deßwegen auch keineswegs als Willkür oder Härte ausgelegt werden, sondern muß vielmehr als die natürliche und unvermeidliche Folge des Gegensatzes angesehen werden, in den sich der Gemaßregelte mit den Satzungen und Anschauungen des Regiments gesetzt hat.
Ein Bürgermeister, der nicht Landwehroffizicr ist, kann nach seinem eigenen Ermessen handeln, derjenige, der es ist, darf seine militärische Charge nicht der- geffen. An dieser Thatsache ist nicht zu rütteln, sie ist für die Wähler wie für die Gewählten maßgebend und gegebenen Falles nicht außer Acht zu lassen.
Deutsches Reich.
, * Berlin, 19. Septbr. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majestäten machten Heu!e Vormittag einen gemeinsamen Spazierritt nach dem Bornstedter F-lde. Von demselben zurückgekehrt, arbeitete der Monarch im Neuen Palais mit dem Chef des Militärkabinets von Hahnke und nahm militärische Meldungen entgegen. Nachmittags besuchte das Kaiserpaar in Berlin das Atelier des Bildhauers Unger. — Um sich nach dem Befinden des Prinzen Eitel Fritz zu erkundigen, war Generalarzt Dr. Zuncker im Auftrage des Kaiserpaares in Plön anwesend. Der Prinz bedarf, wie berichtet wild, noch großer Schonung. Das Gehen wird ihm schwer; er unternimmt daher tägliche Spazierfahrten. — Der konservative Landtagsabgeordnete Amtsrath Hogrefe in Schwägerau ist im 78. Lebensjahre gestochen. Er verttat seit 1882 den Wahlkreis Gumbinnen-Insterburg. Deßgleichen ist der konservative Landtags- abgeordrete für den Wahltteis Namslau-Oels-Gr. Wartenberg im Alter von 55 Jahren gestorben.
* (Polnischer Frevelmuth.) Polnische Ausschreitungen auf dem Bahnhofe zu Opalenitza haben an maßgebender Stelle Veranlassung gegeben,
(Nachdruck verbot«».)
Martha und Maria.
Roma» so» Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
IX.
Am anderen Tage, in früher Nachmfttagsstunde, tlingelte eine ftemde, mit etwas gesuchter Eleganz güleidete Dame an Lieutenant Herbig'S Thür. Marie öffnete. Bet dem Anblick d:S ihr völlig unbekannten Sesichts fühfte sie, wie eine unbestimmte Furcht in tzr wach wurde, ohne daß sie fich Rechenschaft über las Motiv derselbe» geben tonnte. Waren eS die dunklen, stechenden Augen, die sich nach einem neugierigen dreisten Blick rasch in erheuchelter Bescheiden- Jeit wieder senkten? Oder war eS der hämische Zug an den Mund, die drohenden Falten zwischen den !ar$tn, starken Brauen, die eine instinktive Abueigimg iu ihr erweckten ?
Noch ehe sie fich recht in'S Klare über ihre Empfindungen kommen tonnte, nahm die Andere mtt süßlicher, leiser Stimme das Wort:
»Könnte ich den Herrn Lieutenant Herbig spreche» ?' Marie hätte die Unbekannte am liebsten zurück- gewiesen. Aber fteilich, dazu hatte fie kein Recht.
„WaS wünsche» Sie?* fragte sie kalt.
Ein boshafter, ärgerlicher Blick aus den von den Ader» halb verdeckten Augen ber Fremden zuckte zu Karie hinüber.
„Das kann ich nur dem Herrn Lieutenaut selbst sagen,* klang es malüiös
Marie stand einen Augcnblick unschlüssig. Sicher- lich war es nichts Gutes, das die Fremde da brachte. Eine lebhafte Unruhe bemächtigte fich ihrer. Ob dar verlangen der Dame nach einer Unterredung
mit Robert nicht in Zusammenhang stand mit Matthas gestrigem, räthsclhaftem Ausgang?
Das laute, mahnende Räuspern der ihr Gegenüberstehenden machte ihrer Unentschlossenheit und allem Grübeln ein Ende Mit innerem Widerstrebe» trat sie von dem Spalt der halb geöffneten Thür zurück und schritt der ihr auf dem Fuße Folgenden voraus, Robctts Zimmer zu. Sie öffnete und ließ die Frcmde einttete». Dann schritt fie in de» Korridor zurück, bis zur Thür des Wohnzimmers. Hier stand re, die Klinke in der Hand, den Kopf vorgereckt, nach Roberts Zimmer hinlauschend.
Robert erhob sich erstaunt, als er eine, ihm gänzlich ftemde, junge Dame sein Zimmer betreten uh. Die Unbekannte wachte unweit der Thür eine tage Verbeugung, schritt dann, ohne eine Spur von Unbefangenheit zu verrathen, auf Robert zu und sprach in schnellem Fluß, wie man etwas Auswendig zelerutes hersagt: „Sie entschuldigen, Herr Lieutenant, wenn ich Sie störe. Aber ich hielt es für meine Pflicht, das hier in Ihre — nur in Ihre Hände zu legen.*
Sie griff in die Tasche unb überreichte ihm ein weißes Dametaascheutuch.
Der Offizier blickte verwunbert halb auf baS Taschentuch, halb auf bie Dame vor ihm. .
„Wa — was soll bas?" brachte er enblich heraus.
Die Frembe lüstete einen Zipfel des in Roberts Hand ruhenden Tuches uud deutete stumm auf die zierlichen, roth gestickten beide» Buchstaben: „M. H.*
Stöbert zuckte zusammen, und wie die Ahnung von etwa» Furchtbarem kam es plötzlich über ihn. Aber schon im nächsten Augenblick hatte er fich gefaßt.
„Ich verstehe Sie nicht,* entgegnete er kalt. „Uebrigens, mit wem habe ich die Ehre?*
„Mein Name ist Elise Behr, ich bin die Tochter der verwittweten Rechnungsräthiu Behr, Langesttaße drei. Herr Lieutenant von Holleben wohnt bei uns zur Miethe.*
„Ich begreife noch immer nicht — WaS — was ich mit dem Tuche zu schaffen habe?*
„Das Tuch wurde gestern irn Zimmer des Herrn Lieutenant von Holleben v.rgeffe».*
„Unb — ?"
Mtt zorniger Ungebulb stieß es Robert heraus, seine Augen blickten bie ihm Gegenüberfteheude so inster unb drohend an, daß die junge Dame unwillkürlich die Farbe wechselte und einen Schritt zurück- ttat. Aber sehr rasch machte die Miene des Schreckens wieder dem rachsüchtigen Zuge Platz, mit dem fie das Zimmer betteten. Sie that einen tiefen Athemzug und stieß bann entschlossen hervor: „Das Taschentuch gehört bei Frau Lieutenant.*
„Mei—uer Frau?*
„Sa.*
Kurz, scharf unb bestimmt kam es aus bem Munde »er Fremden. ES war offenbar, daß ihr diese Mtt- theilung eine große Genugthuung bereitete. Von Müleid mit dem Manne, der entsetzt zurücktaumelte und schwach nach der Lehne des nächsten Stuhles griff, war in ihren Mienen keine Spur, nur Haß und das Gefühl beftiedigter Rachsucht leuchtete daraus hervor.
Für ein paar Sekunden herrschte eine drückende, unheimliche Stille in dem Zimmer, die nnr durch das schwere, röchelnde Athemholen des Offiziers unterbrochen wurde.
(Fortsetzung folgt.)
Zwei Begegnungen mit Napoleon IIL
Wie Ludwig Pietsch zweimal ein« Begegnung mit KaiserNapoleon III. hatte, erzählt der berühmte Schrfft- teller jetzt, bei der 25 jährige» Wiederkehr jener Tage, in denen die napoleonisch« Herrlichkeit zusammenfiel, i» einem höchst intereffanten Feuilleton unter dem Titel »Zwei B«fltanungen*, das in Nr. 49 der vortrefflichen Zeitschrift: die »Rom an Welt* erscheint.
, ~ 31utrit s"h Pietsch den Kaiser der Franzosen am 1. Juli 1867, während ber Pariser Weltausstellung. Pietsch chlldert die wahrhaft großartige Scene, wie im Industrie- Palast unter Vorsitz de, Kaisers und der Kaiierin die Preise an die Künstler und Industriellen aller Völk r der Erde vertheilt werden. Der leuchtende Glan, dieses Festes, der au» der Schilderung von Pietsch mtt glühenden Farbe» wieder strahlt, wirkt wie eine Symbolifirung der Herrlichkeit, z» der da, französiche Kaiserthnm in jenen Tagen empor» gestiegen war.
Pieffch schreibt: »Während jener Mnfikvorträge war ans der Thronestrad« plötzlich eine lebhaftere Bewegung in die dort versammelten Gruppen gekommen. Nicht lange, so trat da» Kafferliche Paar mtt dem jungen Prinzen Lout«, den Prinzen und Prinzessinnen de» Napoleonischen Hanse» und den erlauchtesten Gästen durch eine Seitenthür in den Raum der Loge, um nach ben ersten Begrüßungen mit den dort Anwesenden die Plätze in der ersten Reihe einzunehmen, stopoleon III. trug die französische Marschalls uniform. Von einer zwei Jahre später anSbrechenden Krankheit l eß seine »amalige Erscheinung noch keine Spur er kenn, n. Er hielt ich straff anfgerichtet unb auch von dem Eindruck der an diesem Morgen eingelassenen, erschütternden telegraphischen Nachricht von der zu Queretaro erfolgten Erschießung Kaiser Maximilian» von Mexiko verriethen die unbeweglichen Mienen seine» ruhig und fast ttäumerisch blickenden Angesichts nicht das geringste. Die Kaiser in in lcmgschleppiger, weitbauschiger, weißer AtlaSrobe, die vom Haar über den Rücken hinab von einem langen weißen Schleier überwallt wurde, erschien damals im vierzehnten Jahr ihrer Ehe noch wahrhaft jugendschön. Da» elfjährige »Kind von Frank- reich', dem man lächerlicherweise die Würde eine» Ehren- Präsidenten der WeltauSsttllung verliehen hatte, ein schlank und fein gebauter Knabe mit anziehendem Gesicht, war in et» schwarze» Sammetjaquett, Weste nud Kniehose von dem-