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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnb Kirchhain.

d. Jllustrirtes Sa««tagsblatt. für dr^JnseraterithrU: Joh. Aug. Koch, beü>« in Marburg!

M 218

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagm. Quartal Abonnements-Preis bei der Expe­dition L Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jusertionsgebühr für di, gespaltene Zeil« »der denn «amu 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 16. September 1896

Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition diese« Blatte», sowie di« Anuonnn-Bunanx von Haasrnstrin u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel. Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iaüra Mosfe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. "

Daube u. 60. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Zur amerikanischen Präsidentenwahl.

] Während die amerikanische Präsidentschafts Campagne zuerst unter dem Zeichen der Frage:ob Schutzzoll oder Freihandel" stand, hat sich in letzter Zeit die Währungsftage derartig in den Vordergrund gedrängt, daß sie das alleinige Feldgeschrei ge­worden ist.

In ftüherer Zeit hat der republikanische Kandidat Mc Kinley in der Währungsftage eine etwas unsichere Stellung eingenommen. Man wußte nicht recht, bei welcher Partei man ihn unterbringen sollte; gewöhn­lich wurde er aber für einen Bimetallisten gehalten. Als nun die Entscheidung näher rückte und sich der republikanische Konvent in St. Louis versammelte, um dort einen Kandidaten aufzustellen, ergab sich indessen bald, daß die Goldpartci bei den Republikanern ein großes Uebergewicht besaß. Nur ein Theil der Republikaner huldigte dem Bimetallismus, andere waren reine Silberleute. Um indessen diese Dissenters auch bei der Fahne der Partei festzuhalten, nahm man ein Platsoi m an, die im Wesentlichen bimetallistisch klang. Man eröffnete die Aussicht, daß die Union auch den Bimetallismus acceptiren würde, wenn die übrigen Länder es thäten. Indessen hatte man den Hintergedanken, doch an der Goldwährung festzuhalten. Dies ging schon aus der Erklärung der republikanischen Drahtzieher hervor, Amerika müsse immer von allen Ländern der Welt mit das beste Geld haben.

Die Bimetallisten und Silberleute verstanden den Plan wohl und traten aus der republikanischen Partei aus. Wäre Mc Kinley, wie hie und da auch noch in Europa angenommen wird, wirklich ein Bimetallist, so wäre es übrigens auch ganz unverständlich, weßhalb gerade die Bimetallisten von ihm abgerückt wären. Mc Kinley ist ein politischer Gauner, dem es nur daraus ankommt, zur Macht zu gelangen und der zu diesem Zweck Allen Alles versprechen würde. Ferner dars man wohl auch darauf Hinweisen, daß die große republikanische Parteipresse, welche Mc Kinley imterstützt, nicht etwa bimetallistisch ist,sondern in der eiftigsten Weise für die reine Goldwährung Partei nimmt. Dies thun auch die Organe der Mc Kinley unterstützenden demokratischen Abtrünnigen, wie z. B. dieNew-Iork. Staatsztg.", die den Bimetallismus geradezu alsverrückt" bezeichnet.

Ist Herr Mc Kinley unserer Auffassung nach der smarte Geschäftsmann, der sich zufällig statt Woll- oder Eisenwaaren die Politik als Arbeitsfeld ausersehen hat, so darf man den demoftatischen Herrn

(Nachdruck verbot«».)

Martha und Maria.

Roman von Arthur Zapp.

(Fortsetzung.)

Martha beugte sich über den Kranke», horchte auf seine Athemzüge, befühlte seine Stirn und er- klärte, zu Robert gewandt, von dem Bestreben ge­leitet, sich selbst zu beruhigen:ES scheint mir nichts von Bedeutung. Findest Du nicht auch, daß das Fieber gar nicht so stark ist?"

Er zuckte mit den Achseln und verließ das Zimmer, um nach dem Arzt zu senden. Kaum hatte sich die Thür hinter ihm geschlossen, als Martha sich mit der heftig herausgestoßenen Frage au Marie wandte:Hast Du's ihm geklatscht?"

Marie wäre am liebsten hinausgeeilt. Die Brust war ihr wie zugeschuürt, eS schien ihr unmöglich, nach dem, was vorgefalleu, noch eine Lust mit Martha athmen zu köuneu.

Nein," stammelte sie endlich, als die Andere sie ungestüm am Arm ergriff, und wich einen Schritt zmück, um sich der Berührung, die sie wie Feuer brannte, zu entziehen.

Nun, nun," lachte Martha und athmete auf. Noch immer empfindlich? Ich bi» wohl ein bißchen sehr heftig gewesen? Na, das mußt Du nicht so genau nehme». Unter Cousinen ich bitte Dich! Komm, sei wieder gut!"

Sie sagte das Alles in ihrem einschmeichelnden Ton. Jetzt näherte sie sich der Cousine mit aus­gestreckter Hand. Marie aber wich entsetzt noch weiter zurück. Es wäre ihr um Alles in der Wett nicht möglich gewesen, einzuschlageu.

Wie? Du willst nicht? Auch gut! UebrigenS,

Bryan ruhig als einen Fanatiker bezeichnen. Herr Bryan geht noch weiter als die Anhänger ein.s internationalen Bimetallimus. Nach ihm gilt von Amerika das Wort:farä. da se". Nach seiner Ansicht kann sich Amerika seine Währung selbst schaffen und braucht sich um die ganze übrige Welt nicht kümmern. Der Hauptpunkt seines Programms ist die Durchführung der freien Silberprägung. Es soll Jeder kostenfrei Gold- und Silberdollars prägen können und das Werthverhältniß von 16:1 wieder bergestellt werden. Dabei durchzieht Bryan das Land und fordert in heftiger Weise zum Kampf gegen das Großkapital auf, welches die Menschheit an ein goldenes Kreuz schlagen wolle. Wenn indessen Mr. Bryan in deuffchen Blättern alsSilbermann", nicht als Bimetallist bezeichnet wurde, so ist darauf hinzuweisen, daß er selbst in einer am 12. August zu New-Iork im Madison Square Garden gehaltenen programmmattschen Rede sich als Bimetallist be­zeichnet und bimetallistische Gmndsätze vertreten hat.

Von der demokratischen Partei hat sich die Gold­garde abgegliedert. Sie nennen sich Gutgeld-Demo­kraten und reichen den Republikanern die Hand, da­gegen findet Bryan Unterstützung in der sogenannten dritten" Partei, den Populisten. Die Populisten stehen fast genau auf demselben Standpunkt, wie in Deutschland die Christlich-Sozialen, nur sind sie weit agrarischer gefärbt, wie sie denn auch ihre Anhänger haupffächlich unter den Landwirthen haben. Man befürchtet nur, daß der Gegensatz wider das Groß­kapital schließlich die Partei Bryan's zu weit treiben könnte. Es giebt unter ihnen Leute, die schon fast mit der Konfiskation der großen Vermögen drohen. Ein Bericht desDaily Chronicle" aus Amerika steht sogar schon eine Revolution am Horizonte auf­tauchen, auch sind noch dieser Tage aus Chicago von zuverlässiger Seite Meldungen eingegangen, wonach dort in einem großen Arbeiterviertel die größte Noth herrsche und die Stimmung unter den Massen derart sei, daß es nur eines geeigneten Funkens bedürfe, um dieses Pulverfaß aufflammen zu lassen. Wir reihen hieran noch folgende bemerkenswerthe Aeußerung derSt. James Gazette":Man darf nicht ver­gessen, daß der chronische Konflikt zwischen Kapital und Arbeit in den Vereinigten Staaten sich mehr zu­spitzt als irgend wo anders. Die Arbeiter sind nicht nur gründlich organisirt, sondern treten auch ver langender und tyrannischer auf als in anderen Ländern. Zugleich haben sie mehr Macht, ihre Forderungen durchzusetzeu. Andererseits machen sich die Mißbräuche des Kapitals und seiner Riesen-

daß Du für Robert schwärmst, ist doch wahr. Man müßte ja keine Augen haben aber ich bin nicht eifersüchtig" sie lachtenicht 'ne Spur. Offen gestanden, ich glaube nicht, daß Du mir je ernstlich gefährlich werden könntest."

Sie warf noch einen Blick nach dem kleinen Patienten und verließ höhnisch auflachend das Zimmer

Eine halbe Stunde später erschien der A^t, und nachdem er den Knaben sorgfältig untersucht, den Herzschlag behorcht und Brust und Rücken beklopft hatte, gestand er, daß er selbst noch nicht wisse, was die Erkrankung zu besagen habe. Es sei möglich, daß es nur ein vorübergehendes Erkältungsfieber sei, aber es sei auch nicht ausgeschlossen, daß das Fieber der Vorbote einer schwereren Krankheit sei. Darüber würden erst die nächsten Tage Aufschluß geben könne».

Als Robert deS Msttags nach Hause kam und sogleich voll Sorge in das Krankenzimmer eilte, regte fich das Gewissen in Marie, und schnell faßte sie den Enffchluß, ihn über da» Ereigniß der ver­gangenen Nacht aufzuklären. Aber als sie seine tiefe Bekümmeiniß, seine Unruhe und Angst ge­wahrte, ließ sie die Jdex schnell wieder fallen. Es dünkte ihr grausam und unmenschlich, zu Allem, was ihn bedrückte, noch dieses neue große Leid hinzu­zufügen.

Drei Tage lang hielt das Fieber au, zuweilen au Heftigkeit nachlassend, dann aber wieder ohne jede erklärliche Veranlassung zu einer besorguiß- erregenben Höhe an wachsend. Erst am vierten Tage trat eine so entschiedene Besserung ein, daß Alle aus athmetm. Am andern Morgen war der Kranke fast ganz fieberfrei, und der Arzt erklärte jede Gefahr für geschwunden. Ein paar Tage Bettruhe und

concentration in den Vereinigten Staaten stärker fühl­bar als anderswo. Die großen Trusts, Syndikate, Korporationen und Gesellschaften lachen cynisch über jeden sittlichen Grundsatz und über jedes öffentliche Recht. Die Massen glauben in den Vereinigten Staaten, daß sie das Opfer derGold-Wanzen" (gold bugs) des Ostens geworden sind."

Komisch ist angesichts dieser Verhältnisse das Ver­halten unserer Freisinnspresse. Sie möchte so gern die Bryan'sche Scylla vermeiden, wenn sie dann nur nicht mit unfehlbarer Sicherheit der Mc Kinley'schen Charybdis verfallen würde.Mc. Kinley's Name" so hört man ein Blattist mit dem schlimmsten Schutzzoll und der Prohibitivpolifik verbunden, wenn der republikanische Präsidentschafts - Kandidat auch wiederholt versichert hat, an eine Wiederbelebung des früheren Tarifs in alter Strenge denke ich nicht." Dies ist richtig, jedenfalls würde Mc Kinley Alles thun, um dem deuffchen Export nach Amerika die Adern zu unterbinden. Ebenso ist die Partei Mc Kinley's eine leidenschaftliche Feindin der Ein­wanderung, sie huldigt der Temperen; und bekämpft die antitemperenzlischen Deutschen. Grund genug für uns Alle, den Sieg Bryan'8 zu wünschen. Allein unsere Goldpresse ist so in Animosität gegen das weiße Metall besangen, daß sie sich nicht entschließen kann, für einen Mann einzutreten, dessen Panier ohne Zweifel das des Friedens, der Freiheit und der sozialen Ausgleichung ist, wenn er in letzterer Be­ziehung auch zu weit geht was uns aber nichts kümmert. Sehr richtig wiesen dieHamb. Nachr." kürzlich darauf hin, daßriesengroß die Gefahr heranwachse", die dem gesammten Europa in witth- schaftlicher Beziehung von den Vereinigten Staaten von Amerika drohe, wenn mit der bevorstehenden Präsidentenwahl die Europa feindlicheall­amerikanische" Partei zur Herrschaft gelange. Das ist eben die Partei Mc Kinley's, der gegenüber die Interessen aller europäischen Staaten solidarisch sind, während man von Herrn Bryan wie er auch sonst sein mag wenigstens das weiß, daß er keinen Konflikt mit europäischen Staaten vom Zaun brechen wird.

Deutsches Reich.

* Berlin, 14. Septbr. (Tagesbericht.) Die Kaiserlichen Majestäten besuchten gestern Vormittag den Gottesdienst in der Friedenskirche. Zur Feier des 4. Geburtstages der Prin­zessin Viktoria Luise fand Nachmittags im

sorgsame Pflege würden den Kleinen sehr rasch wieder die Folge» des Fiebers überwinden lassen.

Martha umarmte jubelnd den wieder mit klaren Augen dreinblickenden und freundlich lächelnden kleinen Kerl und herzte und küßte ihn, und kaum hatte Robert mit dem Arzt das Zimmer verlassen, da warf sie fich im Ueberschwang deS Entzückens der Cousine an die Brust, drückte sie heftig an fich und rief:

Du glaubst nicht, wie glücklich ich bjp, wie herzensfroh lNa, nun fei wieder gut und zeige mir wieder ein freundliches Gesicht. Ich nehme ja Alles zurück, es war ja Alle» Unsinn! Ich freue mich ja so sehr so sehr!"

Marie war selbst so ftoh bewegt, daß sie ohne Widerstand die ihr mehr peinlichen, als angenehmen Liebkosungen über fich ergehen ließ.

Wie ich mich in all de» Tagen gefürchtet habe," fuhr die Andere fort.Ich dachte schon wahrhaftig, nun wäre eS mit dem Ball nichts und nun doch doch!"

Marie entwand fich mit jähem Ruck den sie noch umklammernden Armen.

Wie?" stieß sie bebend hervor, alle Scheu über­windend.Du wolltest nun doch"

Den Ball mstmache»? Na selbstverständlich! Jetzt erst recht, jetzt, wo Willy wieder besser ist. Warum sollt' ich denn nicht? Das Kostüm ist ja da. Freüich, Du weißt'» ja noch nicht. Gestern Abend ist's gekommen. Entzückend, sage ich Dir, einzig! Willst Du's mal sehen?"

Eie sprang ans die Thür zu. Marie wehrte heftig ab. Ihre Enttäuschung und Erschütterung war so groß, daß sie nur schwach zu stammeln ver­mochte:Aber Robert wenn Robert'

Marmorpalais ein Festessen statt. Heute hörte der Kaiser nach einer Spazierfahrt den Vortrag des Chefs des Civllkabinets v. Lucanus und sodann Marine­vorträge. Dem kommandirenden General des 5. Armeekorps v. Seeckt ist anläßlich der Kaiser­manöver der Schwarze Adlerorden und Seitens des Zaren der Weiße Adlerorden verliehen worden. Die Söhne des Prinzregenten von Braunschweig, die Prinzen Friedrich Heinrich und Joachim Albrecht, Premierlieutenants im 1. Garderegiment, sind unter Stellung L la suite des Regiments m das 1. Garde-Dragonerregiment versetzt. Frhr. v. Kotze hat, wie dieStaatsb.-Ztg." versichert, von der Festung Glatz aus an den Kaiser das Gesuch gerichtet, ihn von seinem Amt als Ceremonunmeister zu entbinden. Se. Majestät habe diesem Gesuche auch enffprochen, dagegen bleibe Herr von Kotze Kammerherr und ge­höre auch ferner der Reserve der Kavallerie als Ritt­meister an. Der gestern geplante nächtliche An­griff der Manöverflotte auf Helgoland mußte wegen eines hefttgen Sturmes auf See unter­bleiben. Die Heibstübungsflotte ist daher heute Nach­mittag nach Wilhelmshaven zurückgekehrt.

* (v. Hahnke.) Bezüglich deS Chefs des Militär-Kabinets Generals der Infanterie v. Hahnke wurde kürzlich das Gerücht verbreitet, daß er infolge der Angriffe, die aus Anlaß der Verabschiedung des bisherigen Kriegsministers Bronsart von Schellen­dorff gegen ihn gerichtet wurden, auS seiner jetzigen Stellung ausscheiden und als kommandirevder General an die Spitze des IV. (Provinz Sachsen) Armeekorps treten werde. Diese Nachricht ist, so schreibt der B. L.", in jeder Beziehung^v^ichtig. Sie dürfte zum Theil dadurch entftanben sein, daß der jetzige Kommandeur jenes Korps General von Hänisch nächst dem Generaloberst Grafen Waldersee bei bienstälteste kommanbirrnbe General ist; General von Hänisch hat aber gerabe im letzten Manöver eine cmßer- orbentliche Frische^unb Dienstfähigkeit gezeigt, so baß er mit bem Schwarzen Ablerorben ausgezeichnet wurde. Er denkt durchaus nicht an's Abschiednehmen. General v. Hahnke aber besitzt nach wie vor das allein ausschlaggebende Vertrauen des Kaisers. Diese Thatsache ist besonders in der Rede zum Ausdruck gekommen, welche der Monarch nach der Parade auf dem Tempelhofer Felde an die höheren Offiziere richtete. Der Kaiser sprach es direkt aus, daß er dem wohlverdienten General sein ungeschmälertes Ver- ttauen gegenüber den Verdächtigungen und Angriffen, die er anläßlich der Verabschiedung des Kriegsministers von Bronsart erlitten, durch die Ernennung zum

Robert?" lachte Martha leichtsimiig.Ah bah, der wird's nie erfahren, da sei nur ganz unbesorgt! In acht Tagen kommt ja das Geld aus Alt-Föhre». Wirklich, Du nimmst es viel zu schwer. Ob es nun da liegt die Zeit über, ober ob ich--es ist ja

boch nur geliehen, begreifst Du denn das nicht? Also willst Du das Kostüm sehen?"

Marie verneinte noch einmal und wandte fich nach dem Bett des Kindes um. Martha aber warf empfindlich die Lippe auf und entgegnete :

Na, denn nicht! Weißt Du, man könnte wahr­haftig denken, Du Du gönntest mir's nicht!"

Sie nickte nachlässig und ging. Marie aber sank vor dem Bett des Keinen Schläfers auf die Knie nieder, legte die Arme auf den Bettrand, preßte das Gesicht darauf, und die Stufregungen und Er­schütterungen der letzte» Tage lösten fich in einem krampfhaften Schluchzen.

Der Tag des Maskenballes war gekommen. Marie hatte sich nach reiflicher Ueberlegung und qualvollen Seelenkämpfen entschlossen, auch ferner zu schweigen. Was sie gern verhütet hätte, war bereits geschehe». Ihr Reden hätte sie also nichts nützen können, sonder» hätte nur dazu gedient, Robert, der fich von der eben gehabten Aufregung und dem Schrecken kaum erholt, von Neuem Kummer und Sorge zu beretten. Hoffentlich ging in Erfüllung, was Martha annahm: da» Geld au» Alt-Föhren traf rechtzeitig ein und Robert brauchte von der schmachvollen That nie zu erfahre». Sie selbst aber woltte Haus und Stadt verlassen, sobald Willy wieder völlig hergestellt.

(Forffetzuug felgt)