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Gedanke an sein Kind, und schwer auf einen Sessel nieder.
„Willy!"
Was würde aus dem Knaben, Mutter oder wenn ihm der Vater
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sein, so kann Deutschland damit zuftieden sein. Das freundschaftliche Verhältniß zwischen Deutschland und Rußland aber wird sicherlich durch die Zusammenkunft in Schlesien gefördert werden und deßhalb können wir die Festtage von Breslau und Görlitz mit Freuden begrüßen und dem erlauchten Gaste Deutschlands ein herzliches Willkommen zurufen.
nicht, wie Jener, in eine durch den Feind ausgesogene, verarmte Provinz kommen, sondern in ein Land, das sich einer blühenden Industrie und eines gesicherten Wohlstandes erfreut Freilich hat sich auch in anderer Beziehung Manches geändert. Wenn wieder einmal deutsche und ftanzösische Schwerter einander kreuzen sollten, dann wird nicht, wie an jenem 26. August 1813, die russische Lanze den Ztoß des französischen Säbels pariren helfen, denn Rußland und Frankreich sind gute Freunde geworden, und ein bundesgenossenschaftliches Verhältniß zwischen Deutschland und Rußland wird sich in absehbarer Zeit nicht Herstellen lassen.
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mit eisernen Klammem zusammm? War es nicht "eine Pflicht, sein persönliches Wünschen und Wohl» ergehm dem seines Kindes unterzuordnen? Mußte er nicht ihm zu Liebe seine Bürde weiter tragen, so lange eine Kraft ausreichte?
Tief und tiefer sank dem Einsamen das Haupt auf die Brust, und lange saß er so still, fast regungslos vor sich hinbrütend. Schweren Herzens ging er eine Stunde später in das Wohnzimmer hinüber. Als er nur Marie mit dem kleinen Willy erblickte und auf seine Frage nach Martha erfuhr, daß sie zu einem Besuch bei einer Freundin das Haus verlassen, da atbmete er wie erleichtert auf. Freilich, ein Gemüth war noch immer so schwer bedrückt, daß er sich vergeblich bemühte, an dem Geplauder und Gespiel zwischen Marie und dem Kinde Antheil zu nehmen.
(Fortsetzung folgt.)
und zu bestimmen, wie weit ich in meinem Verkehr mit Jemandem gehen darf, ohne mich zu kompro- mitliren."
Ec erwiderte nichts, weil er fürchtete, daß ihre Heftigkeit sie zu erneuten, lauteren Ausbrüchen hinreiben könnte. Aber alle Saiten in seinem Jnnem erzitterten in der tiefen Gemüthserschüiterung, die ihn durchrüttelte und ihn so heiß machte, daß er unwillkürlich ein paar Knöpfe seines Paletots löste. Ein scharfer, schneidender Schmerz durchfuhr seine Brust, und er mußte sich ungeheuren Zwang anthun, um, mit Martha zum Ausgang der Eisbahn zurück- kehrend, den ihnen begegnenden Bekannten eine unauffällige Miene zu zeigen. Schweigend schritten sie auf dem Heimwege nebeneinander dahin. Zu Hause suchte er sogleich sein Arbeitszimmer auf, und nun wanderte er ruhelos, in finsteren Gedanken auf und ab.
Was war aus den Träumen von Liebe und Glück geworden, die einst seine Phantasie umgaukelt? Durste er je hoffen, daß es anders werden würde? War sie nicht ein trotziges, eitles, herzloses Geschöpf, deren äußere Schöuheü ihn nicht mehr über die Häßlichkeit ihres Charakters täuschen konnte? Was war nun die Ehe, an die er einst so hochfliegende Erwartungen geknüpft? Eine ununterbrochene Kette von Streit, Hader und häßlichen Zwisten, die ihm ede Freude vergällten und ihm das Herz, das einst 'o warm und leidenschaftlich für sie geglüht, mit Bitte, kett füllten. Wie lange noch würde es dauern, rnd sie hatte auch den letzten Rest von Zuneigung tn ihm ertöbtet — und dann? ...
Es schauderte ihn. Wie eine dunkle, kalte sternlose Nacht starrte ihn die Zukunft an. Ein Zu ämmeuleben zwischen zwei Menschen, die keinen Gedanken, keine Empfindungen gemeinsam hatten, die
nur noch ein äußerliches Band umschlang, die einander mit geheimem Haß und stiller Erbitterung begegneten, war es nicht das Furchtbarste, das Entsetzlichste?
Konnte er sich länger der Erkenntuiß entschlagen, daß er einen schwere», verhängnißvollen Jrrthum begangen? War es nicht das Beste, ein Band, das unter diesen Umständen zu einer schwer zu ertragenden Fessel würde, entschlossen zu lösen?
Aber da kam dem verzweifelt Grübelnden der
Eine solche Bundesgenossenschast wird aber weder von Deutschland noch von Rußland gesucht, denn keiner der beiden Staaten hat ein Interesse an einer gemeinsamen großen Aktion. Wohl aber haben beide ein dringendes Interesse an der Aufrechterhaltung gesicherter Beziehungen zu einander. Denn Rußland würde in feinen auf Erweiterung des Machtbereichs im Osten und Süden seiner asiatischen Besitzungen gerichteten Bestrebungen, an die es früher oder später mit Energie h-rantteten wird, gelähmt sein, wenn es befürcht» müßte, daß ihm der mächtige Nachbar im Westen in den Rücken fallen könnte, und für Deutschland ist es sehr erwünscht, wenn es sich nur der Macht im Westen zu widmen braucht und vor dem „Kriege nach zwei Fronten" gesichert ist. Auch die schon wegen der langen gemeinsamen Grenze so regen Handelsbeziehungen zwischen beiden Mächten erheischen die Erhaltung guier Beziehungen und die Möglichkeit freundschaftlicher Verständigung.
8ür die Aufrechterhaltung eines herzlichen Verhältnisses ist die Zusammenkunft der beiden Monarchen von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Sie kommen ja auch nicht nur als Herrscher, die sich offiziell „freundlich. lieber Bruder und Vetter" tituliren, zusammen, sondern als wirkliche Verwandte, für die eine persönliche Annäherung schon durch die gemeinsamen Beziehungen erleichtert ist. Zudem sind sie beide noch von jugendlicher Frische, von lebhaftem Temperament, dabei beide ernsthaft um das Wohl ihres Landes bemüht, beide von dem anftichtigen Wunsche der Erhaltung des Friedens erfüllt. So liegt schon in der Persönlichkeit der Herrscher eine Garantie dafür, daß ihr Zusammensein der Wahrung des Friedens und der Bef- ftigung der guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern dienen wird.
Die nähere persönliche Fühlung zwischen den Monarchen dürfte also der wesentlichste Erfolg der Zusammenkunft in Breslau fein. Denn wichtigere bestimmte politische Abmachungen werden voraussichtlich nicht getroffen werden, da in der orientalischen Frage eine freundschaftliche Verständigung zwischen Rußland und Oesterreich, wie sie anscheinend während des Zarenbesuchrs in Wien erfolgt ist, eine Verständigung zwischen Rußland und Deutschland als gegeben erscheinen läßt; jedenfalls wird man deutscher- sei-s mit einer energischen Aktion gegen die Pforte gewiß einverstanden fein. Auch das russisch - französische Einvernehmen wird sicherlich nicht Gegenstand von Erörterungen fein, denn wenn Rußland, wie es gewiß erscheint, mit Frankreich gut Freund fein will, ohne darum aufzuhören, mit Deutschland gut Freund zu
Abänderung von Arbeiterversicherungsgesetzen, nebst Anlage und dem allgemeinen Theil der Begründung. Die ganze Veröffentlichung füllt volle 36 Spalten. Aus der die Abänderungen üorgenommemn e> läuternden Begründung ist Folg-ndes zu entnehmen: Die Schwierigkeiten, welche anfänglich bei der Durchführung dieser völlig neuen und tief eingreifenden Versicherung naturgemäß hervorgetreten waren, sind gegenwärtig zum großen Theil überwunden. Die Jnoaliditäts- und Altersversicherung ist bezüglich der ständigen Arbeiter im Wesentlichen durchgeführt. Bei den unständigen Arbeitern ist dies allerdings noch nicht im vollen Umfange der Fall. Die Grundlagen des Gesetzes haben sich im Allgemeinen bewährt, wenigstens ist es bish-r noch nicht gelungen, etwas Besseres an deren Stelle vorzuschlagen. Nur die Bestimmungen über die Vertheilung der Rentenlast unter die einzelnen Träger der Versicherung haben sich als abänderungsbedürftig erwiesen. Die jetzige Art der Vertheilung der Rentenlast, bei welcher nur die Zahl und Höhe der geleisteten Beiträge, aber nicht die auch vom Lebensalter abhängige Verschiedenheit ihres Versicherungswerthes in Bettacht kommt, hat zu Unzuttäglichkeiten geführt, denen abgeholfen werden muß. Im Uebrigen erscheint die Abänderung verschiedener Einzelbestimmungen des Gesetzes, die aber die Grundlagen desselben nicht berühren, zur Beseitigung hervorgettetener Zweifel und Mängel geboten. Unter den Abänderungsvorschlägen des Entwurfs haben besondere Bedeutung die Verbesserungen «ad. Erleichtovmgen, welche für das Verfahren zur Enttichtung der Beiträge durch in Quittungskarten einzuklebende Marken (Markensystem) in Aussicht genommen sind. Das Markensystem als solches ist in dem Entwürfe beibehalten worden, da eine bequemere Einrichtung, die eine Quittung ersetzt hätte, nicht vorgeschlagen wurde. Die Frage der Reform der gefammten Arbeiterversicherung und deren Vereinfachung durch Zusammenlegung aller ober mehrerer Zweige ber Versicherung kann z. Z noch nicht befriedigend gelöst werden. So wünschenswerth die Zusammenlegung im Grundsätze auch sein mag, so sind doch die Schwierigkeiten und Weiterungen, die einer solchen Maßnahme noch entgegenstehen, zu erheblich. Die ganze Angelegenheit erscheint auch gegentoärtig noch nicht spruchreif. Bis zu ihrer endgiltigen Erledigung können die Aenderungen des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes, die sich in der Praxis als dringlich erwiesen haben, nicht hinausgeschoben werden. Deßhalb wird eine Abänderung in dem oben angegebenen Sinne gefordert.
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Deutsches Reich.
* Berlin, 2. Septbr. (Tagesbericht.) Se. Maj. ber Kaiser ist heute Abenb gegen 7 Uhr von Potsdam aus in Dresden eingetroffen. Aus dem Leipziger Bahnhofe begrüßte König Albert feinen hohen Gast in herzlichster Weise. Nach dem Ab- schreiten der Ehrenkompagnie erfolgte die Fahrt nach dem Königlichen Schlosse, wo um 8 Uhr im Spiegelsaale Familientafel ftattfanb. Morgen ist große Parade auf dem Truppenübungsplatz bei Zeithain. Vor feiner Abreise nach Dresden hörte der Kaiser im Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Civil- kabinets. — Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist von Werki nach Berlin gekommen und begiebt sich von hieraus nach Breslau. Bisher hatte man angenommen, ber Reichskanzler werbe sich von Werkt direkt nach ber schlesischen Hauptstadt begeben. Besondere Vorgänge, die eine Abänderung der Reise- dispositionen des Kanzlers veranlaßt haben könnten, liegen nicht vor.
* (Militärisches.) Eine Extraausgabe des Militär - Wochenblattes bringt größtenthM Beförderungen von Subaltern-Offizieren und Hauptleuten. Von bemerkenswerthen Beförderungen in höheren Stellen seien folgende mitgetheilt: Generallieutenant v. Lignitz, kommandirender General des 3. Armeekorps, der bekanntlich jetzt zum militärischen Ehrendienst beim Zaren kornniandirt ist, wurde zum General der Infanterie befördert. Dem Generallieutenant von Jena, Gouverneur von Sttaßbnrg i. E., ist ber Charakter als General ber Infanterie unb bem General v. Leipziger, Gouverneur von Köln, ber Cha- ratier als General ber Kavallerie verliehen. Prinz Albert von Altenburg, Generallieutenant ä la suite des thüringischen Husaren - Regiments Nr. 12 und des 7. thüringischen Jnf.-Regiments Nr. 96, sowie Fürst zu Schaumburg - Lippe, Generallieutenant und Chef des westfäl. Jägerbataillons Nr. 7, wurden zu Generalen der Kavallerie befördert.
* (Abänderung von Arbeiterver- sicherungsgesetzen.) Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Entwurf eines Gesetzes, bett, die
(Nachdruck verboten.)
Martha und Maria.
Roman von Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
„Selbstverständlich verlange ich so Unmögliches nicht. Wohl aber kannst Du ihm durch die Art, wie Du ihm künftig begegnest, durch ein kühleres, gemesseneres Benehmen anbeuten, Du wünschest Eure allzu lebhaften, freunbschastlichen Beziehungen, bie geeignet finb. Dich zu kompromstttren, in ruhigere, weniger auffällige Bahnen zu lenken."
„Daß ich eine Närrin wär'I"
Heftig, mit blitzenden Augen rief Martha es aus.
„Weil Du einen kindische», eifersüchtigen Groll <mf Holleben haft, soll ich meinen besten, unzigen wahren Freund brüskiren, soll ich einen unterhaltenden, amüsanten, gewandten Gesellschafter ge- Mentlich von mir entfernen, dem ich zum großen Theil verdanke, daß ich in der Atmosphäre von Ein- tönigkeft und Langwelle, mit der Du mich umgiebft, ^ht^ganz zu Grunde gehe. Nein unb tausendmal
„Martha!"
Zürnend und mahnend erhob er seine Stimme. Sie aber hörte gar nicht darauf, und mit heftiger, iorniger Leidenschaftlichkeit, in der der kochende Aerger «ld die geheime Erbitterung zum Ausbruch gelangten, Ke sie seit Monaten still in ihrer Brust gegen ihren Satten genährt, zischelte sie ihm direkt in's Gesicht hinein:
„Ich bin keine Sklavin, ich laß mich nicht wie ttn Kind am Gängelbande führen und lasse mir Aht von Dir vorschreiben, wieviel Worte ich mit Jemandem sprechen, wie viele Blicke ich ihm schenken darf. Ich bin allein imstande, über mich zu wachen
(Nachdruck verboten.) In (Statute. *)
Von Carl Theodor Machert.
Aus dem Marmormeere biegt das Dampfboot in die tiefblaue, hi-r etwa 600 m breite Rhede des Goldenen Horns. Zu unserer Rechten, hinter einem Wald« von Masten und Flaggen aller Nationen erhebt, sich eine Teriassevstadt in der Form eine, auSgebreiteten Fächers. Ein bunter Anblick: Kuppeln nnd MinaretS, moderne Paläste und türkische Moscheen ragen auS dem Häusermeere hervor, und auS der Ferne winkt ein ttotziger alter Rundihurm. Hügelabwärts a er zum Gestade des Go denen Hoi neS und hügelaufwärts über bie Brücke, die aus der Türkenstadt Stambul zum anderen Ufer führt, braust und tobt ununterbrochen ein gewaltiger Sttom von Mensche» und Verkehr. DaS ist Galata.
Galata — die City von Konstantinopel. Wunderliche Schicksale hat dieser Fleck Erde erlebt. Einst prangte er im reichen Schmucke von Feigenbäumen und Weinbergen und wurde der Platz „bei den Feigeu" oder „unter den Weinbergen" genannt. Dann wurde er der Begräbnißplatz der Byzantiuer; eS ist, als ob dem Platze von diesem Charakter bis zum heutigen Tage noch ein unseliges Erb« Mieden wäre. Dann stritten fich Venetianer und Genuesen m Mittelalter um diesen für den Handelsverkehr so wichttge» Punkt; bi- verschmitzten Genuesen behielten die Oberhand und Galata wurde Genuesenstadt. Noch beut zeugen von dieser Epoche alte Mauerwerke und Befestigungen, rin genuesisches Wappen hier, «in italienisch«- Thor dort, und vor Allem der mächtig« Galata-Thurm, auf btfftn Höh« beut der Feuerwärter wohnt, der die zu seine nF äßen liegende Stadt nur zu häufig durch den gellenden Ruf: Jungin war (Feuer ist) erschreckt. Die Fremdenhenschaft in Galata hat längst aufgehört; geblieben ist ihm die Jnternotionoldät seiner Bewohner und der Charakter als Mittelpunkt des Handels.
*) Im Hinblick auf die letzten Vorkommnisse in C nstantinopel dürfte obiger Artikel, der den Theil Constantinopels behandelt, wo bekanntlich der Armenierauftuhr am heftigsten tobte, und der uns einen Einblick in die dortigen Verhältnisse gewähtt, allgemeines Interesse verdienen. D. Red.
Marburg,
Freitag, 4. September 1896.
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Hielt nicht bie Rücksicht auf das Kinb sie beibe wie
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt fübbie Kreise Marburg unb Kirchhain.
JllustrirteS Sonntagsblatt.
II.
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*** Die Besorgniß, als ob in bem Besuche des Zaren in Breslau, statt in Berlin, eine gewisse Verletzung ber Achtung gegenüber bem deutschen Reiche liegen könnte, ist bekanntlich längst widerlegt worden. Aber es schickt sich auch gar nicht übel, daß die Zusammenkunft auf schlesischem Boden stattfindet, denn manche historische Beziehung zwischen Preußen und Rußland r ist mit den schlesischen Landen verknüpft. Wenige Meilen von Breslau, bei Burkersdorf, ertoieien die russische» Truppen, deren Rückkehr nach dem Vaterlande angeordnet war, im Jahre 1762 dem Großen Friedrich einen letzten Dienst, indem sie sich, ohne am Kampfe theilzunehmen, so aufstellten, daß die Oesterreicher ihre Kräfte zersplittern mußten. Auf bem Ringe in Breslau wird der Zar das Denkmal Friedrich Wilhelms III. sehen, der von Breslau aus mit dem Ahnherrn des gegenwärtigen Zaren zum gemeinsamen entscheidenden Kampfe gegen den Korsen auszog; und auf dem anstoßenden Platze befindet sich das Denkmal Blücher's, der mit der Hand nach jenem Flecken Wahlstatt weist, wo preußische Kolbenschläge und russische Bajonettstöße den ersten bedeutungsvollen Sieg über die Franzosen herbeifüh'.ten. s Seit jenen Tagen hat sich gar Vieles geändert. Der russische Zar trifft in Breslau nicht den der Hilfe bedürftigen preußischen König an, dessen Kräfte nicht au-reichten, um allein den Erbfeind aus bem. Lande zu jagen, sondern den Kaiser des mächtigen, geeinten deutschen Reiches; und die Anwesenheit zahlreicher deutscher Prinzen unb Fürsten wirb ihm bie Einigkeit des deutschen Reiches vor Augen führen. Er wird nicht, wie fein Ahnherr Alexander I., Truppen besichtigen, die die schlimme Schmach von Jena erst noch wettmachen mußten, sondern Soldaten, deren Standarten in den Schlachten von Wörth unb Sedan M ruhmreichem Siege geführt wurden. Er wird
Anzeigen nimmt «ntg«gen di« Expedition dieses Blattes, sowie di, Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler tn Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI. Iabra. Müsse in Frankfurt a. M., Berltn, München u. Köln, C L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris.