MchM IMG
Wöchentliche Beilagen: KreiSblatt für >te Kreise Marvnrg un> Kirchhain.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnivrrsttätS-Buchdruck»!« in Marburg. Verantwortlich für den allgemeinen Thril: Redakteur Friedrich Colbauku
Redaktion und Expedition: Markt 21. V▼ "IwfH für den Jnseratenlheil: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg.
J2 ‘204.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal AbonnemeutS-PreiS bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. Bestellgeld) JnfertionSgebühr für di« gespalten» Zelle oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di» Zelle 26 Pfg.
Maxbnra.
Sonntag, 30. August 1896.
Arqrigtn nimmt entgegen di» Expedition dirsrS Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfnrt a. M., Lasiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Most« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris.
XXXI. Jahrg.
Das September - Abonnement auf die „Oberhessische Zeitung" kann bereits jetzt angetreten werden, da die Nummern bis zum 1. September gratis geliefert werden. Ein Jeder wird sich schon in dieser kurzen Zeit von der ReichhaltiMt der „Oberh. Ztg." überzeugen körnen. Bestellungen nehmen alle Postanstalten, Brief, träger, unsere Boten und die Expedition (Markt 21) entgegen.
Die deutschen Parteien Oesterreichs. *)
ii.
Die Begünstigung der Tschechen nahmen die Deutschen nicht ruhig hin. Nationalgesmnten Männern war es endlich g-fangen, das Nationalbewußtsein bei ihnen wachzurufen. Auch die Erfolge der deutschen Waffen auf den ftanzösischeu Schlachtfeldern unb die Errichtung des deuffcheu Kaiserreiches trugen das ihrige zu diesem langsam sich bemerkbar machenden Umschwünge der Gesinnung bei. Die e sten Anfänge einer schärferen Bethätigung des nationalen Gedankens reichen bis in das Jahr 1870 zurück. Damals wurden in Wien und in vielen Provinzstädten „deutsche Vereine" gegründet, die zum Grundstöcke einer künftigen deutsch-nationalen Partei bestimmt waren. Am 22. Mai 1870 fand zu Wien der erste deutsch-österreichische Parteitag statt, wo auch ein Programm angenommen wurde, welches Folgendes als 1. Punkt enthielt:
„Die Deutschen in Oesterreich stehen für ihren nationalen Verband und ihre nationale Stellung solidarisch ein. Sie »üsien daher wie ein Mann, alle für einen und einer für all», zur kräftigen Abwehr zusammenwirien, sobald ein deutsches Jnteresie in irgend einem Theile des Reiches bedroht ist. Jede auftauchende Frag« ist in erster Linie von dem Gesichtspunkte zu beurtheileu, ob sie den Rechten und Interessen der Deutschen entspricht, und jeder daS ganze Rech berührende Vorschlag, wenn er auch an sich oder für einzrlne Länder zulässig wäre, ist zu verwerfen, wenn er die nationale Existenz auch nur in einem Lande bedroht."
Die-Whrer der Verfassung'Partei blieben dieser Versammlung der Jungen fern. 1871 fand der zweite deutsch-österreichische Parteitag statt, auf dem
*) Vergleiche den Artikel in Nr. 199. D. Red.
(Nachdruck verboten.)
Martha und Maria.
Roman von Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
Am andern Vormittag, nach dem Dienst, hielt Robert zuerst mit Martha Zwiesprache. Als er ihr mit wenigen Worten von seinem Gespräch mit Münt- mann Msttheilung gemacht, brach sie in den halb bewundernden, halb mißgünstigen Ausruf aus: „Nein, hat die Marie ein Glück. Das hält' ich nimmermehr gedacht, und eS war ja reine Neckerei von mir. — Ich begreife Müntmann nicht. Was er nur an ihr finden mag? Geld hat fie keins, na, und hübsch ist sie erst recht nicht."
®n höhnisches Auflachen begleitete diese Worte. Robert, der sich nicht in die Gemüthsstimmung seiner Frau versetzen konnte, schüttelte verwundert den Kopf über diese sonderbare Art, wie fie den ihrer Cousine gewordenen Anttag aufnahm.
„Du vergißt," sagte er etwas ärgerlich, „daß Maries treffliche Gemüthseigenschaftm für andere Mängel reich entschädigen."
Martha zuckte geringschätzig die Achseln, ohne etwas auf die Erwiderung ihre» Gatten zu äußern Als er die Frage aufwarf, ob Marie Müutmann's Antrag annehmen werde, sprudelte sie ganz entrüstet hervor: „Na, höre mal. Du glaubst doch nicht etwa, daß fie sich auch nur einen Augenblick bedenken wird? Ein Mädchen in ihrer Lage! Ich bitte Dich. Auf den Knien kann fie ihrem Herrgott danken für das unverdiente Glück, das ihr da in den Schooß fällt. Frellich, ein Adonis ist er ja nicht, eher ein Fallstaff. Aber er ist doch immer Offizier und obendrein reich, während sie — ein Mädchen, das gar
auch ein Bnndesverhältniß mit dem deutschen Reiche erörtert wurde. Von nun an hielten die „Jungen" und die „Alten" getrennte Parteitage ab. Bei den Reichsrathswahlen im Jahre 1871 fi-len auf die „Alten" 105, auf die „Jungen", später „Fott- schrittspattei", 65 Mandate.
Von größter Bedeutung für die deutschnationale Bewegung wurde das sogen. Linzer Programm, daS im Jahre 1882 ausgearbeitet wurde. Es ent hält bis in's Einz lne gehende Bestimmungen über die Aufgaben einer deutschnationalen Partei in nationaler, wirthichaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht. Punkt 4 lautet:
„Es muß verfügt werden, daß die deut'che Sprocke ausschließlich Sprache des Heeres, der Vertretungskörpei und der öffentlichen Acm'rr sei, daß demnach der gesammlr innere Amtrverkehr. sowie die öffentlichen Bücher und Protokolle auk schließlich in deutscher Sprache geführt werden, und daß Niemand eine Staattanstellung oder sonst ein öffentliches Amt bekleiden könne, der nicht der deutschen Sprache in Wort und Schrift vellkommen mächtig ist."
Das Linzer Programm fordert weiter, daß in gemischtsprachigen Orten an mindestens einer Schule der Unterricht in deutscher Sprache ertheilt wird und daß 'ämrrtlich Staatsprüfungen in deutscher Sprache abgelegt werden müssen. Es enthält ferner die Grundzüge einer sofort einzuleitenden Sozialpolitik und sagt endlich zum Schluffe: „Für die Durchführung der angestrebten Reformen ist die Beseitigung des jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens unerläßlich." Damit war in der inner öfter« reichischen Politik eine Kraft ausgelöst, die in kurzer Zeit das ganze Patteiwesen umgestalten sollte. Der Anlisemitismus entsprang theils aus den sozialen und wirthschastlichen Mißständen, die sich unter der Herrschaft des Manchesterthums ent wickelt hatt n, theils aus dem gesteigerten National- bewußtsein, das in dem Satze gipfelte: „Durch Reinheit zur Einheit."
Der mächtigste Rufer im Streite gegen das Judenthum war dama's Georg Ritter v. Schönerer, der Vater des Linzer Programms. Seine rastlose Agitation brachte die antisemitische Bewegung bald in Fluß, zunächst in Wien und Niederösterreich, dann auch in den übrigen Kronländern. Leider entstand aus diesen Bestrebungen keine einheitliche Partei, sondern sie spaltete sich bald in zwei Fraktionen, in die radikal deutsch-nationale Schönererpartet, die „Unbedingten" und in die „Vereinigten Christen", später „Christlichsoziale" genannt,
feine Ansprüche machen kann. Apropos, Du hast doch Müntmann in betreff des Geldpunktes klaren Wein eingeschenkt?"
Robert machte ein verdutztes Gesicht. „Davon ist zwischen uns noch gar nicht die Rede gewesen."
„Nicht? Na, höre mal, Ihr Männer seid doch oft unglaublich unpraktisch. Als ob die Geldftage gar nicht in's Gewicht fiele!"
Ihre Art verdroß ihn und erfüllte ihn mit lebhaftem Unbehagen und unwilligem Erstaunen.
„Du behandelt ja die Angelegenheit, als handle es sich um eine geschäftliche Abmachung," unterbrach er. „Daß fich Müntmann übrigens irgendwelcher Täuschung in dieser Beziehung hingiebt, ist undenkbar. Für ihn handelt es sich allein um Mattes Neigung und nicht um irgendwelche materielle Nebendinge. Spielt denn bei Euch Frauen in der Heiraths- ftage die matenelle Seite eine so ausschlaggebende Rolle?"
Sein Ton, sowie sein eigenthümlich forschender Blick genirten fie, und sie hielt es für das beste, feine Frage einfach zu ignottren.
.Gut," entgegnete fie. „Dann ist ja die Sache in Ordnung, dann brauchen wft ja nur noch Marie in Kenntuiß zu setzen."
Sie schritt zur Thür, öffnete und tief Maries Namen in das Nebenzimmer.
Eine Minute später trat die Gerufene ein, ahnungslos, mit ihrer gewöhnlichen, ernst-fteuudlichen Miene
„Liebe Marie," redete Robert fie an, „ich habe Ihnen eine sehr wichtige Mittheilung zu machen, hoffentlich eine ebenso angenehme. Lieutenant Müntmann — es wird Sie kaum überraschen — bet mir gestern erklärt, daß er Sie liebt und daß ihn
die unter Dr. Lneger's Führung rasch so glänzende Erfolge erzielte. In wenigen Jahren erobette sie im Verein mit den Deutschnationalen die Hauptstatt Wien und Niederösterreich.
Wie bereits erwähnt, wurden die Deutschen 1879 in die Opposition gedrängt. Geschlossenes Vorgehen gegen die Regierung war die Voraussetzung eines Ersolges und so vereinigten fich am 19. November 1881 der „Klub der Liberalen" und die „Fortschritts- partei" zur „Vereinigten Linken", die 150 Mann stark war. Um den Eingriffen der Slawen ein Ziel zu setzen, beantragte Graf Wurm brand die Erlassung eines S p r a ch e n g e s etz e s und die verfassungsmäßige Festsetzung der deutschen Sprache als Staatssprache. Damit sollte die Unterlassungssünde gutgemacht werden, welche die alte Verfassungspattei in diesem Punkte begangen hotte. Der Anttag wurde aber am 29. Januar 1884 mit! 186 gegen 155 Stimmen abgelehnt. Trotz dieser Versuche konnte die liberale Partei doch keine echt nationale Partei werden, sie blieb stets Staatspartei, deren Lebensaufgabe die Bewachung der Verfassung vor allen reaktionären Gelüsten blieb.
Die nationale Bewegung zog indeß immer weitere Kreise. Dank der unermüdlichen Agitation eines 1 r. Knotz, I ’r. Pickett usw. gelang es, bei den Wahlen 1885 50 deutschnationale Abgeordnete durchzubringen. Diese 50 deutschnationalen Abgeordneten gehörten im Rcichsrath zwei Klubs an, dem „Deutschen Klub" und dem antisemitischen „Verbände der Deuffch- nationalen" unter Schönerer's Führung mit 4 Mitgliedern. Die übrigen fretftnntgeu deutschen Abgeordneten bereinigten sich im „Deutschösterreichischen Klub", da die Vereinigte Linke durch den Austritt ter Nationalen zu bestehen aufgehört hatte. Man beachte, wie von nun an die liberale Partei das Wörtchen „Deutsch" in ihrem Namen führt — ein schwaches Zugeständniß an den Zeitgeist. 1887 wurde der „Deutsche Klub" gesprengt. Ein Thril desselben bildete nun unter Führung Dr. Steinwender's die „Deutsch- nationale Vereinigung". Die übrigen Mitglieder des entschlafenen „Deuffcheu Klubs" vereinigten fich 1888 mit dem „Deutschösterreichischen Klub" zur „Vereinigten deutschen Linken", welchen Namen die liberale Partei bis heute geführt hat. Ihr Programm sagte u. 81.: „Wahrung der Staatseinheit, Schutz des Deuffchthttms und der berechtigten Stellung der Deutschen in Oesterreich". In Bezug auf die innere Politik ist es also dasselbe noch wie 1848,
nichts glücklicher machen würde, als wenn Sie ein- willigteu, die Seine^zu werden."
Tlarie stand wie erstarrt, Alles Blut war aus ihren Wangen gewichen. Ihre Augen suchten den Boden.
Auch über Stöbert kam eine eigenthümliche Bewegung, eine weiche, fast wehmüthige Stimmung. Sie hatte im Laufe der Jahre Alles getteulich mit ihnen ge- ttagen, Leid und Sorgen, und war ihm lieb und unentbehrlich geworden wie ein theures Familienglied, und nun sollte fie — vielleicht schon sehr bald — von ihnen scheiden für immer! Aber er rang diese egoistische Regung mit Kraft hinunter und sagte mit warmem Blick auf Matte: „Ich freue mich von Herzen, der Vermittler eines für Sie so vottheilhasten Antrages zu sein, denn Müntmann ist ein ebenso charaktervoller und zuverlässiger, wie materiell gut situirter Mann, an dessen Seite Sie einer sicheren und sorgenfreien Zukunft entgegengehen."
Ein schmerzliches Zucken lief über Maries Gesicht, und ein Ausdruck von Bitterkeit lag in ihrem Blick und in dem Ton ihrer Stimme, als sie entgegnete:
„Es wäre Ihnen also lieb, wenn ich je eher, je lieber fortginge?"
Robert erschrak über diese, noch nie an ihr beobachtete Empfindlichkeit und beeilte sich, zu versichern: „Aber Marie, ich bitte Sie, wie können Sie so denken! Sfe wissen, wie gern wir Sie haben und wie sehr wir beklagen werden, wenn Sie dereinst von uns gehen, um dem Manne Ihrer Wahl zu folgen."
„Ich werde nie heirathen!"
Das klang fo bestimmt und zugleich fo scharf und schneidend, daß Robert befrembet aufbVcfte unb nicht wußte, wie er sich ihre sichtliche Erregung erklären sollte. Martha aber sprang von ihrem Sessel, auf bent sie bisher anscheinend theilnahmslos geruht,
ber Staat gebt ihr immer noch über bas Volksth um bas erst an zweiter Stelle kommt.
Die liberale Partei verlor im Verlaufe ber letzten Jahre immer mehr an Volksthümlichkeit. Ihre Lauheit in nationalen Fragen (wir erinnern an ihr schmähliches Verhalten in bei ©Hier Angelegenheit), ber mangelnbe Schutz, ben sie ben Interessen des Bauern-, Gewerbe- unb Arbeiter- standes angebeihen ließ, ihr Wiberstanb gegen bie Erweiterung ber politischen Rechte ber Staatsbürger, enblich ihre offenkunbige Semitenfrennblichkeit unb ihr ausgesprochener Haß gegen ben Antisemitismus verminberten ihr Ansehen im Volke berart, daß bie antiliberalen Parteien — bie deutschnationalen unb bie christlich-sozialen vornehmlich — ben größten Gewinn baraus zogen. Da bie Deutschen auch ber Zersplitterung mübe waren, erhob sich immer lauter der Rus nach einer alle Deutschen umfassenden „Deutschen Volkspartei". Die Deutschnationalen nahmen die Führung in die Hand. Nachdem schon im Vorjahre einzelne Landesorganisationen gelungen waren, wurde heuer mit Glück die Rcichsorganisation versucht. Am 7. Juni 1896 wurde in Wien von den t eutschnationalen Vertrauensmännern ein Programm angenommen und am 30. Juni erfolgte in Außig a. E. die förmliche Gründung.
Nun beeilte sich auch die liberale Partei eine Namensänderung vorzunehmen. Tie liberalen Ver- ttauensmänner hielten am 29. Juni zu Prag, am 5. Juli zu Brünn und Wien Versammlungen ab, wo die Gründung einer „Deutschen Fortschrittspartei" beschlossen wurde. Damit sind wir mit unserer geschichtlichen Betrachtung in der Gegenwart angelangt und wenden uns nun der Betrachtung des gegenwärtigen Zustandes des deuffch-östeireichischen Parteigetriebes zu.
Deutsches Reich.
* Berlin, 28. August. (Tagesbericht.) Se. Maj. der Kaiser besichtigte heute Vormittag auf dem Tempelhoier Felde die zweite Garde- Jnfanteriel rigade und fuhr fobarn zur Hühnerjagb nach Rubow. — Die Kaiserin ist nach Plön gereift. — Außer bem Reit skanzler begiebt sich auch ber Staatssekretär bes Aeußeren von Marschall nach Breslau. — Zur Aufführung bes Schauspiels „Im Dienst ber Pflicht" von Ernst Wichert, in welchem König Friedrich Wilhelm I. von Preußen bie Scene betritt, ist Allerhöchsten Orts bie G e - nehmigung ertheilt worben.
lebhaft auf unb rief, zu Marie gewandt: „Laß Dich nicht auslachen! Du glaubst einfach nicht daran, sonst würdest Du Dich wohl hüten ... Ich heirathe nicht — so sagt man, wenn man keine Aussicht mehr zu haben glaubt. Aber Du irrst Dich. Es ist wirklich ernst. Müntmann will Dich wahr und wahrhaftig."
Sie trat dicht an Marie heran, die den Wortschwall widerstandslos über sich ergeben ließ, und bot ihr die Hand.
„Ich gratultte. Du hast unverschämtes Glück.
Der Müntmann soll schauderhaft reich fein."
Marie aber schlug nicht ein, sondern trat unwillkürlich einen Schritt zurück. „Ich tarnt Dir für Deinen Glückwunsch nicht danken," sagte sie kalt, „denn ich kann Herrn Münttnann's Anttag nicht annehmen."
In Marthas Gesicht malte sich zugleich staunendes Befremden und unwillige Enttüstung.
„Na böre mal," rief sie höhnend, „bei Dir rappelt's wohl? Du magst ihn nicht, den reichsten Offizier vom Bataillon? Auf wen wartest Du denn? Vielleicht aus einen Prinzen? Warum magst Du ihn den nicht?"
„Weil ich ihn nicht liebe."
Martha schlug die Hände zusammen.
„Weil Du ihn nicht liebst? So sei doch nicht kindisch."
Zorn und Aerger regten fich in ihr. Maries Worte berührten sie wie eine Herausforderung. Was bildete sich jene denn ein? Wollte sie es besser haben als andere?"
„Ich verstehe Dich nicht, ich begreife Dich nicht," sprudelte sie ungestüm hervor. „Tu in Deiner Lage! — Und bann noch wählerisch, als wenn — wahrhaftig, das nenne ich Uebermuih! Du liebst