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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «»b Kirchhai«.

_________ 8 »«Witon 3ßarbnra' B-raotwottlichfürd-noügwirinm Th->l: REvir Friedrich Colbatzly

für den Jnseratenthril: Joh. Aug. Koch, beide in Marburg. * 9

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses BlatteS, -wW-HvvU-VlI» sowie di« Annoncen-Bureaux von Haasenstrin u. Vogler in

HO ar rx Frankfurt a. M Gaffel. Magdeburg und Wien; Rudolf XXXI

Freimg, 28. SfUGUft 1896. Mofle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C. L. _________________________________ Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Versandtgeschäfte und Großmagazine.

Die Schädigungen, die durch den Betrieb der Versandtgeschäfte und Großmagazine dem seßhaften Kleingewerbe zugefügt werden, sind vielfach erörtert und müssen selbst von den, den Anfsaugungsproze; kleinerer selbstständiger Existenzen durch den Groß- kapitalismus begünstigenden demokratischen und sozial­demokratischen Politikern zugegeben werden. Viel zu wenig wird indessen der große und unersetzliche Schaden beachtet, der durch die erwähnten Betriebe der Allgemeinheit, dem Staate selbst, zugefügt wird.

Wenn die demokratischen Parteien, die das Ver­schwinden der Kleinbetriebe als einen Fortschritt in der wirthschaftlichen Entwickelung betrachten und die Sozialdemokratie, deren endgiltiger Sieg von der Proletarisirung des gewerblichen Mittelstandes in Stadt und Land abhängt, in eine gewissesittliche" Entrüstung ausbrechen darüber, daß Kleinhändler und Handwerker einerseits und Landwirthe andererseits, um Staatshilfe betteln", so ist das von dem Standpunkte dieser Parteien aus wohl zu verstehen. Ganz unverständlich ist es aber, wenn Politiker, die für die Erhaltung der heutigen Staats- und Gesell­schaftsordnung mit voller Ueberzeugung eintreten, ebenfalls gegen solche angebliche Jnteressenpolitik zu Felde ziehen.

Der wirthschaftliche Kampf gegen die Begünstigung des Großkapitals, der die Stellungnahme gegen das Großmagazinunwesen in sich schließt, ist kein ein­seitiger Jnteresscnkampf, sondern ein Kampf im Interesse des Gemeinwohls. Es ist nicht wahr, daß es für die Gesammtheit gleichgiltig sei, ob ein kleiner Kaufmann, der mühsam und sorgenvoll aus seinem Geschäftsbetriebe nur den Lebensunterhalt für sich und seine Familie gewinnt, das selbstständige Geschäft aufgiebt, wofern er . nur als Angestellter eines Großmagazins dasselbe oder ein höheres Ein­kommen, als er bisher erwarb, zu erzielen vermöge. Bis zur Aufgabe seines Geschäfts war der kleine Kaufmann ein Besitzender, als Angestellter des Großmagazins fällt er unter die Besitzlosen.

Ein selbstständiger Kaufmann, auch wenn er nur seinen Lebensunterhalt herauswirthschaftet, ist schon als Steuerzahler ein wichtiger Faktor des Staats­und Gemeindelebens. Die Großmagazine mit ihren hohen Umsätzen, die den 50 bis 100 fachen Umfang eines Kleingeschäfts haben, bringen dem Staat bezw. der Gemeinde keineswegs das 50 bis 100 fache an Steuern ein. Doch abgesehen von dieser finanziellen

(Nachdruck vrrbot«n.)

Martha und Maria.

Roman von Arthur Zapp.

(Fortsetzung.)

Ja, ja, hörte von Ihrem fabelhaften Glück," fiel Robert ein,gratulire, lieber Holleben. Aber nun lassen Sie uns eine Friedenscigarre zusammen rauchen! Du gestattest doch, liebe Martha?"

Sie nickte kühl, während fich Robert erhob, um in's Nebenzimmer zu gehen, wo er eine Extrakiste verwahrte für vorkommeude Fälle. Kaum hatte sich die Thür hinter ihm geschlossen, als die beide» Zu­rückbleibenden ä tempo ihre Augen zu einander er­hoben. Der Blick Marthas gab dem Ulanenoffizter den Muth, sich mtt raschem Griff ihrer Hand zu bemää ttge», und dieselbe mit innigem Druck in der seinen festhaltend, raunte er ihr leidenschaftlich zu: Um Ihretwillen geschah'S, Martha, nur, um wieder in Ihrer Nähe athmeu zu können!"

Sie erwiderte nichts und wehrte ihm nicht, als er fich jetzt blitzschnell beugte und mit heiße», zuckenden Lippen ihre Hand berührte . . .

Roberts Freude über die Versetzung Holleben's, von deflen einstigen Beziehungen zu Martha er ja »icht die geringste Ahnung hatte, war eine unge­heuchelte. Mit stiller Genugthuung nahm er wahr, wie Martha förmlich wieder auflebte uud wie ihre Verbitterung uud Verdrießlichkeit einer frischen, heiteren Stimmung wich. Er fand es ganz natürlich, daß die Erinnernngen, in denen sie fich mit Holleben an die sorglose, fteudenhelle Vergangenheit erging, fie die Drangsale der Gegenwart vergesse» machten und ihre Brust mit neuem Lebensmuth erfüllten.

Es befremdete ihn, daß Marie, als fie die erste

Seite ist der s e l b st st ä n d i g e Kaufmann, als Besitzender eine kräftige Stütze des Staatswesens. Sein Geschäft bildet sein Vermögen, das er seinen Hinterbliebenen zu vererben vermag. Er ist also im Stande, seinen Kindern eine Existenz, und zwar eine selbstständige Existenz, zu schaffen. Als Angestellter des Großmagazins würde er bestenfalls seine Kinder wieder nur zu abhängigen Angestellten erziehen können. Kaufm nnS -Proletariat" ist aber heute schon recht reichlich vorhanden und bei dem Ver­schwinden des kleineren, seßhaften Handels würde dasselbe einen riesengroßen Umfang annehmen.

Indessen nicht nur die Kleinbetriebe werden von den Großmagazinen aufgesaugt, sondern auch die Industrie wird dadurch in eine sehr unsichere und abhängige Stellung gedrängt. Je mehr nämlich der Handel mit bestimmten Maaren in einzelnen groß­kapitalistischen Händen konzentrirt wird, desto mehr wird der Fabrikant gezwungen sein, sich dem Diktum des Großmagaziniers nicht nur hinsichtlich der Preis­bestimmung, sondern auch der FabrikafionSart zu unterwerfen. Thut er das nicht, so fabricirt der Großkapitalist diegangbare" Maare selber und setzt den Industriellen auf das Troeckne.

An der kräftigen Beschneidung der Groß­magazin- und Dersandtgeschäftsbetriebe hat also, wie aus diesen kurzen Bemerkungen zu ersehen, nicht etwa nur der Kleinhandel Interesse, sondern die unge­säumte Eindämmung dieses gemeinschädlichen Ge­schäftsbetriebes liegt im Interesse der Ge- s a m m t h e i t. Es nützt gar nichts, das kaufende Publikum darauf hinzuweisen, daß es durch seine Unterstützung des Großmagazinwesens am letzten Ende sich selber schädigt. Die baa- en Pfennige anscheinen­den Vortheils bei einem Einkäufe wiegen in der Hand namentlich der Frauenwelt viel zu schwer, als daß eine auf Erkenntniß auch nur der, jeden Steuer­zahler, also jeden Haushalt treffenden materiellen Schädigung durch die Großmagazine gerechnet werden könnte.

Dankeswerth war es darum, daß von Seiten >er konservativen Partei im preußischen Abgeordneten­hause Vorschläge gemacht worden sind, um das Groß- magazinwesen einzudämmen. Es wird nicht angehen, daß die Staatsregierung jene Vorschläge igrorirt; ein gesetzgeberisches Vorgehen auf diesem Gebiete ist unabweisbar. Durchaus logisch und auch prak­tisch ist der Vorschlag, den Großmagazinbetrieben durch kommunale Steuererhöhungen, die je nach der Zahl der Zweige, die ein solcher Betrieb in sich schließt, progressiv steigen und bei denen der Geschäftsumsatz

Kunde von Holleben's Versetzung erfuhr, deutlich etwas wie ein Erschrecken an deu Taz legte, und daß sie ihm, so oft er sich zu einem Besuche eiu- stellte, mit sichtbarer Kälte, ja, mit fast feindseligen Blicken begegnete. Es würde eine noch größere Befremdung bei ihm erweckt haben, wenn er Maries Verhalten hätte beobachten können, ereignete es fich einmal, daß Robert bei einem der Besuche Lieutenant Holleben's zufällig nicht zugegen war. Trotz ihrer offenbaren Antipathie gegen Lieutenant von Holleben wich fie in solchem Falle nicht aus dem Zimmer, obgleich ihr doch Niemand gezürnt haben würde, wenn fie, ihrer Abneigung folgend, der Cousine allein die Aufgabe, den Lieutenant zu unterhalten, über- lassen hätte.

Als Robert einmal gelegentlich an Marie die Frage richtete, was fie denn zu ihrer Feindseligkeit veranlafle, da fuhr fie erschreckt zusammen, wechselte die Farbe und heftete einen ängstliche» Blick auf ihn. Ind dann stotterte fie verlege», mit einem unwill­kürlichen Blick auf Martha, die ruhig, anscheinend gleichgiltig dasaß:Ich ich weiß nicht ich bin mit nicht bewußt"

Da mischte fich Martha in's Gespräch und be­merkte lachend:Die Frage ist naiv, lieber Robert Der Grund von Maries Antipathie liegt klar auf »er Hand. Herr von Holleben hat ihr nie den Hof gemacht. DaS ist eine Unterlassungssünde, die ein junges Mädchen nie vergißt."

Marie zuckte empfindlich zusammen uud eine jähe Röthe schoß ihr in's Gesicht Sie athmete heftig, ihre Lippe» bewegten fich und es hatte den Anschein, als ob fie etwas entgegnen wolle, aber der strenge, »urchbohreude Blick, den MarthaS Augen zu ihr herüberschickteu, schien ihr die Zunge zu bannen.

Robert räusperte sich und seine Augenbrauen

in Rechnung gezogen wird, auf den Leib zu rücken. Nothwendig wäre es dann aber auch, die Filialen solcher Magazine mit der Zuschlagstcuer besonders zu treffen, sie also nicht als selbstständige Be­triebe, sondern als Zweige der Stammgeschäste an­zusehen.

Neben diesen Steuern, die die Betriebe treffen, wäre aber unseres Erachtens eine Auflage, die den Konsumenten trifft, nicht unangebracht. Der Konsument, der die seßhaften Händler umgeht, also die kommunalen Einkünfte schädigt, um im Groß- magazin einzukaufen, ist dafür der Kommune Ersatz schuldig Ein solcher könnte dadurch geschehen, daß alle Bezüge aus Versandtgeschäften einer kommunalen Verbrauchssteuer unterworfen würden. Die Erhebung einer solchen würde wohl Anfangs Schwierig­keiten machen; allein wenn in den Großmagazinen selbst Steuerbeamte stattonirt würden wie dies früher in Mühlen geschah und heute in Spiritus- fabriken der Fall ist, so könnte dieses Geschäft erheblich vereinfacht werden.

Deutsches Reich.

* »erlitt, 26. August. (Tagesbericht.) Se. Maj. der Kaiser hielt gestern in der Nähe von Potsdam eine Besichtigung des 1. Garderegiments ab und nahm später im Neuen Palais den Vortrag des Staatssekretärs des Reichsmarineamts Hollmann entgegen. Zur Tafel waren Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, Prinz Sizzo von Leutenberg und Admiral Hollmann geladen. Heute Vormittag hörte der Monarch die Vorträge des Chefs des Civilkabinets v. Lucanus, des Staatssekretärs des Auswärtigen v. Marschall, des Eisenbahnministers Thielen und des Präsidenten des Evangelischen Ober­kirchenraths Barkhausen. Nachmittags wohnte der Monarch in Berlin dem Abschiedsessen für den Kommandeur des Garde-Füsilierregiments v. Krosigi im Kreise des Offizierkorps bei. Tie Kaiserin stattete heute Mittag dem Kinderheim in der Moltke- straße zu Potsdam einen längeren Besuch ab. Wie diePolit. Son." bestätigt, kommt der Zar auf ausdrücklichen Wunsch Kaiser Wilhelms nach Breslau. Alle Deutungen von einem ab­sichtlichen Vermeiden Berlins sind unbegründet.

* (Zentenarfeier.) Der Reichsanzeiger" djreifit: Für eine Centenar-Feier zum Ge- »ächtniß Seiner Majestät desHochseligen Kaisers Wilhelm !., am 22. März 1897, er­geht ein Aufruf, der darauf hinweist, daß schon vor

zogen sich mißbilligend zusammen, während er ent« gegnete:Deine Bemerkung erscheint mir in diesem Falle nicht zutreffend. Marie ist viel zu vernünftig, als daß sie Gewicht darauf legte, ob ihr ein Aller- welts-Courmacher, wie Holleben, den Hof macht oder nicht."

Es war ein warmer, dankbarer Blick, mit dem Marie ihrem Vertheidiger dankte. Martha aber biß ich auf die Lippen, dann sagte fie mit beißender 3ronie:Du hast recht, und Marie kann fich um o leichter trösten, als sie fich durch die Verehrung »es dicken Müntmann reich entschädigt. Er schneidet hr mit einem Eifer die Cour, der bei seiner Korpulenz und Bequemlichkeüsliebe geradezu erstaun­lich ist."

Robert sah ftagend, erstaunt nach Marie hm. Diese aber stand in peinlichster Verwirrung, und Scham und Entrüstung trieben ihr die Thräne» in »ie Augen. Aufschluchzend stürzte sie aus dem Zimmer, chr nach schallte Marthas schadenftohes. höhnisches Lachen.

Diese Scene mit dem so unerwarteten dramatischen lbschluß blieb nicht ohne Eindruck auf Robert. Marthas Aeußerung ging ihm im Kopf herum. War es nur ein Ausfluß chrer üblen Laune gewesen, oder beruhte die Bemerkung auf wirklicher, ernster Wahrnehmung? Es verlangte ihn, in dieser Be- biebnng klar zu sehen, denn die Sache interesfirte ihn »icht wenig. Marie war ihm lieb und werth ge­worden, und Willy hing mit abgöttischer Liebe an hr; uud deßhalb konnte es ihm nicht gleichgiltig ein, wenn die Möglichkeit vorhanden, daß fie seiner Familie für immer entrissen werden könnte. Außer- »em war fie ihm im Interesse seines Ehefriedens ast unentbehrlich geworden, uud ihren Einfluß auf ! startha hätte er nicht missen mögen.

einiger Zeit patriotische Bürger die Anregung gegeben haben, den 100. Geburtstag des Gründers der deutschen Einheit als National-Gedenktag sowohl in der Reichshauptstadt wie in ganz Deutschland in würdiger Weise zu feiern. Es soll danach in Berlin im Anschluß an die Enthüllung des Denkmals an der Schloßfteiheit ein historischer Festzug stattfinden; ferner sind Festgottesdienste, Schulfeiern, öffentliche Speisungen, Kinderfeste, Festvorstellungen, Festver- sammlungcn, Illumination, sowie ein Fackelzug der Vereine geplant. Das Comitö, welches sich zu dem Zweck bildete, hat die ehrenvolle Aufgabe in dem Be­wußtsein übernommen, durch die Lösung derselben eine vaterländische Dankespflicht zu erfüllen. Der noch lebende Mitbegründer des deutschen Reichs, Seine Durchlaucht der Fürst von Bismarck, hat sich dem Comit« als Ehrenmitglied angeschlossen. Somit ist zu hoffen, daß sich der 22. März 1897 m würdigster Weise zu einem National-Gedenktag ge­stalten werde. Für die Feier bestimmte Beiträge werden an die Depositenkasse der Nationalbank für Deutschland, Berlin SW., Belle-Allianceplatz Nr. 3, erbeten.

* (Fürst Bismarck und Kreta.) An den Fürsten Bismarck hat der Erzbischof zu Patras und Elis, Hieroth eos, als Antwort auf dessen jüngste Aussprüche über bieSretereinlängeres Schreiben gerichtet, worin der Fürst im Namen des Christenthnms beschworen wird, sein die türkische Gewaltherrschaft auf Kreta beschönigendes Urtheil vor der Oeffentlichkeit zurückzunehmen. Der Erzbischof erklärt hierbei, alle Grausamkeiten und Blutthaten der Türken, welche während der letzten Jahre verübt wurden, hätten die orientalische Christenheit nicht so tief erschüttert als das Wort Bismarck's, wonach ihn ganz Kreta mit seinen Leiden weniger intereffire als der letzte Erdhaufen seines Gartens. Dabei habe der Erzbischof selbst seinen Gemeinden den deutschen Staatsmann um deßwillen als leuchtendes Vorbild dargestellt, weil er sich stets, auch inmitten seiner größten Erfolge, die tiefe Gottesfurcht bewahrt habe; und von den Kanzeln Griechenlands seien unzählige Male jene vielbewnndeiteu Worte Bismarck's über die Demuth des wahren Christenherzens den Gläubigen zugerufen worden. Diesen seinen Ruhm aber möge Fürst Bismarck nicht selbst zerstören: und wenn er sein bedauerliches Wort gegen die leidenden Kreter auf einen Ausspruch des Apostels stützen zu können glaube, so müsse ihn der Verfasser an zahl­reiche andere Aussprüche des Apostels und Christi selbst erinnern, in denen geboten wird, auch der

Auf der anderen Sette freilich sagte er fich, daß es für Marie ein großes, wohlverdientes Glück wäre, wenn ein so glänzend fituirter und zugleich so ehren- werther, ttefflicher Mann, tote Lieutenant Müntmann, sich ernstlich um fie bewürbe.

6r fing an, Marie und Müntmann zu be­obachten, aber es fiel ihm nur auf, daß Marie dem Offizier scheu aus dem Weg ging und in der Ge­sellschaft ängstlich vermied, fich mit ihm zu isoliren. Die Erklärung für Maries Verhalten war leicht ge­funden, fie fühtte sich beobachtet. Matthas bos- hafte Bemerkung hatte ihr die frühere Unbefangenhett ttn Verkehr mit dem dicken Lieutenant geraubt.

Auch Müntmann entging diese plötzliche Ver­änderung in dem Benehmen des jungen Mädchens nicht, und eines TageS, als es der Zufall wollte, daß er fich mit Robert Herbig allein an einem Tische tm Kafinorestaurant sah, hielt er den Augenblick für günstig, einmal seinem bedrückten Herzen Luft zu machen. Und so hob er denn, etwas kleinmüthig und mit einem hörbaren Sender an:Ich hätte eine Bitte an Sie, Kamerad Herbig."

Und die wäre, lieber Müntmann?"

Der dicke Lieutenant räusperte fich und ant­wortete dann:Ich weiß nicht, ob es Ihnen aus­gefallen ist, daß die Cousine Ihrer Frau, Fräulein Marie, mir feit einiger Zett geflissentlich ausweicht, mich förmlich flieht?"

Roberts volles Interesse erwachte nach dieser Ein­leitung, und gespannt aufhorchend, beugte er fich zu dem ihm Gegenüberfitzenden hinüber.

Wenn fie mir gleichgttttg wäre," fuhr Rünt- mann in lebhaftem Ton fort,so würde ich einfach keine Nottz davon nehmen und würde denken: wenn ch Dir nicht paffe, na, denn nicht! Aber so, sehen Sie" dem Sprechende» stieg die Röthe