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M Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnivrrsitätS-Buchdrücke n in Marburg. Verantwortlich für den allgemeinen Theil: Redakteur Friedrich Colbatzlv
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Sonnabend, 15. August 1896.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie dir Annouceu-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln, C L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXXI. Jahrg.
Der Wahlkampf in Nordamerika.
»|* Die Wogen des Präsidentschafts-Wahlkampfes in Nordamerika gehen höher und höher. Der 2?er lauf dieses Kampfes wird von den interessirten Kreisen der ganzen civilisirten Welt mit täglich sich steigern- ' der Aufmerksamkeit verfolgt: die Spannung auf den endlichen Ausfall der Wahlen erscheint ungeheuer. Noch nie zuvor, so kann man ohne Uebertreibung behaupten, beanspruchten die Elektoralfehden der Repu hlikaner und Demokraten um den so begehrten Präst- dentenstuhl eine derartig fieberhaft erregte Beachtung für sich außerhalb der Grenzen der amerikanischen Union. Doch, wie die Verhältnisse nun einmal liegen, ist das nur zu leicht erklärlich. Als republikanischer Bewerber um die Würde eines Staatsoberhauptes von Nordamerika tritt ein McKinley auf, ein Mann, dem weder hervorstechende geistige noch auch Charakter-Eigenschaften nachgerühmt werden, dessen so bekannter Name aber ein politisches System bedeutet: Die Monroedoktrin übersetzt in's Wirth- schaftliche. „Amerika der amerikanischen Industrie", daher thunlichste Sperrung der amerikanischen Grenze gegen die europäischen Industrie-Erzeugnisse, das ist das Ankereisen in seiner Wahlplatform. Jene Wahlparole ist zugkräftig in Amerika. Man weiß das auch in Europa und die europäischen Großindustriellen und Exporteure sahen ihn, den Hochschutzzöllner, in ihren übertriebenen Befürchtungen bereits den Präsi- dentenstnhl besteigen. Da erscheint sein demokratischer Gegenkandidat Bryan. Kaum in Amerika selbst bekannt, lassen ihn seine jugendlich ungestüme, hinreißende Beredsamkeit, seine imponirende, eigenartig vertiefte und weitblickende Auffassung von der Währungsfrage — volle gesetzliche Anerkennung des Silbergeldes neben dem Goldgelbe — spielend über seine demokratischen Mitbewerber triumphiren. Mit einem Schlage verändert sich jetzt das Gesammtbild der Lage. Die bimetallistische, bezw. Silberfrage schiebt die Schutzzollftage in den Hintergrund, während gleichzeitig der SUbcrmann Bryan den Schutzzöllner und Goldwährungsmann McKinley in ein, diesem nicht vorthcilhaftes Dunkel rückt. McKinley, vorher ein Gegenstand der Beklemmung für die Industrie der allen Welt, wird als Monometallist, als Hort des rothen Goldes, zum ausgesprochenen Schützling der europäischen Unternehmerschaft. Ter bloße Gedanke schon, daß der Bimetallist Biyan bei der Präsidentenwahl ernstlich in Frage kommen könnte, ist dazu angethan, bei jener Gefühle des lebhaftesten Zornes und der trostlosesten Niedergeschlagenheit zugleich zu erregen. Unterdessen sehen wir die Propaganda für
(Nachdruck verboten.)
Lf Martha und Maria.
Roman von Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
Marie erröthete b-i Herbig's Lobe und senkte be- . schämt die Augen. So anerkennende Worte hatte |tfte wenig in ihrem Leben gehört. Sie wußte nichts zu erwidern, und nur mit einer stummen Geberde wehrte sie bescheiden ab. Aber als nun Martha ihr das Kind auf dm Schooß setzte mit den Worten: „Bitte die Tante, daß sie bet uns bleibt, Willy!" und als ihr der Kleine die kurzen, drallen Aermchm -• am dm Hals schlang, da gab sie sich überwunden, üc- Noch in derselben Woche fand die Ueberstedelung iiftott und bald halte sich Marie so in die neuen Verhältuiffe eiugelebt und im Haushalt sowohl, wie tm Kinderzimmer sich unentbehrlich zu machen verstanden, daß Martha und Robert von dersclbm Ueberzeugung durchdrungen waren, ohne Marie überhaupt gar nicht mehr bestehen zu können.
Martha genoß die Freiheit, die ihr durch Maries Anwesmhell erwuchs, in vollem Maße. Nie war sie so viel aus dem Hause gewesen, wie in dieser Zeit, ... um so mehr, als Willy inzwischen entwöhnt worden war und der direkte» mütterlichen Fürsorge nicht mehr bedurfte. Auch die gelegt ntlichen Ausflüge »ach Berlin wurden wieder aufgenommen, und in der Gamisoa selbst fand in den Kreisen ihrer auS- gebreitetm Bekanntschaft keine Festlichkett statt, bei der die schöne Frau Lieutenant Herbig nicht den Riüelpurckt der Gesellschaft gebildet hätte.
Die Zett, die zwischen dm einzelnm Festivüäten Md dm Vorbereittrngm zu denselbm lag, füllte sie
den demokratischen Kandidaten im ganzen Lande gewaltig anschwellen; namentlich im Westen der Vereinigten Staaten dominirt die Bewegung zu seinen Gunsten fast unumschränkt. Verfehlt aber wäre es, wollte man etwa bei uns in Deutschland, wo Agrarier und Bimetallisten naturgemäß den sich abspielenden Kämpfen — welche als fern abliegend schwer zu überblicken sind — ein besonders hochgespanntes Interesse entgegenbringen, die Währungsfrage im gewöhnlichen Sinne als die alleinige Ursache des Aufkommens der Demokraten ansehen. Nein, die Bedeutung der diesmaligen amerikanischen Präsidentenwahl hebt sich hoch hinaus über die Wichtigkeit jener Frage, wenn man sie so eng faßt, wie es allgemein geschieht. Hierüber läßt sich die „Münch. Allg. Ztg." aus Amerika berichten:
„Die Opposition gegen die Goldmänner hat sich zu einem sozialen Kriege gegen die durch ihre Bonds, Trusts und Ringe das wirthschaftliche Leben beherrschende Pluto- kratie erweitert, in welcher die Farmer, die Arbeiter, überhaupt die Masse der mittleren und kleinen Leute ihre Ausbeuter erkennen, deren Herrschaft sie beseitigen wollen."
Des Weiteren wird rnitgethellt, daß die Großkapitalisten und Geldmächte Amerikas ungeheuerliche Anstrengungen im Interesse McKinley's machten; man spreche von 50 Millionen Dollars, welche aus- geworfcn seien, um das Inland und die europäischen Zeitungen (!!) zu bestechen. Man fürchtet von jener Seite nicht so sehr die gesetzliche Herstellung des Werthverhältnisses von 16:1 von Silber zu Gold, als die nicht unbegründete Möglichkeit: die siegenden Demokraten könnten eine Reichsbank zur Versorgung der staatlichen Finanzgeschäfte gründen, die Eisenbahnen und Verkehrsinstttute verstaatlichen, sowie dem ganzen Aktienschwindel und Korruptionswesen ein Ende machen. Die Bauernschaft, so heißt es dann, nicht weniger die Arbeiter nebst den Schichten der sogenannten Enterbten ständen in der Hauptmasse auf Seiten Bryan's, darum erscheine ein Unterliegen desselben fast ausgeschlossen. Welch' eine Perspektive von Konsequenzen eröffner sich uns da! Amerika, das Land der sogenannten Freiheit und des Geldes, tritt ein in die Reihen der Kämpfer gegen die Individua listische WirthschaftZordnung, es verlangt nach einer gesunden Sozialreform, es will den Schutz des Bauern, wie überhaupt des kleinen Mannes! In diesem Sinne betrachtet, zeigt diese Präsidentenwahl einen für die modernen Zeitbestrebungen symptomatischen Charakter, daher wird die speziell amerikanische Angelegenhett zu einer allgemeinen, welche auch uns nahe angeht. Ob Bryan siegen wird? Wer weiß es, seine Besttebungen aber werden einst sicherlich siegen.
mit Besuchen in der einen oder anderen der ihr befreunde en Famüien aus. Hiervon dispenfirte sich Robert meist, und in solchen Fällen pflegte er Marie im Kivderzimmer Gesellschaft zu leisten und an ihrm Tändeleien und Spielen mit dem Kinde theil- zunehmen. Ereignete es sich gelegentlich, daß Willy schon zu Beit gegangen war, so unterhielten sie sich mit Kartenspiel oder sie plauderten miteinander. Und Robert hatte, mehr ihre anfängliche Schüchternheit und Scheu in seiner zur täglichen Gewohnheit gewordenen Gesellschaft wich, je öfter Gelegenheit, über die Sicherheit ihres Urtheils und die Tiefe ihrer Anschauungen zu staMen, die in einer fteudlos unter Fremden hingebrachten Jugend vorzettig gereist zu sein schiene«.
Eines Abends befMden sich Robert und Martha in einer Gesellschaft bei seinem Oberst. Robert war nur Myern gegangen, unb er hätte am liebsten ab- sageu lasieu, wenn es nicht gerade bet seinem Regimentskommandeur gewesen wäre. Willy war den Tag über Mpäßlich gewesen unb nun, während er konventionellem Geschwätz zuhörte und ein amüsittes Gesicht zeigen wußte, quälte ihn die Unruhe um seinen Liebling. Mit jeder verrinnenden Stunde wuchs sein Unbehagen, unb er stand mehr als einmal auf dem Sprunge, sich zu verabschieden. Aber er sagte sich, daß er, ohne unhöflich zu sein, vor den älteren Kameraden keinesfalls nach Hause gehen dürfte. Da kam ihm endlich ein hilfreicher Gedanke. Wie, wenn er sich heimlich, ohne daß es Jemand merste, von der Gesellschaft wegstahl und auf ein Viertelstündchen nach seiner nahen Wohnung eilte, nur um sich zu überzeugen, daß zu Hause Alles in Ordnung?
Er gab dem Burschen des Obersten einen Wink,
Deutsches Reich.
* Berlin, 13. August. (Tagesbericht.) Aus Cassel wird berichtet: Se. Majestät der Kaiser und Ihre Maj. die K a i s e r i n mit Gefolge unternahmen heute Vormittag einen längeren Spaziergang durch die Parkanlagen nach der Löwenburg Zur Mittagstafel hatte wieder der kommandirende General des 11. Armeekorps, General v. Witttch, Einladung erhalten. — Infolge der Anwesenheit des Kaisers von Rußland bei den Manövern in Breslau soll, wie aus Rom gemeldet wird, an Stelle des Grafen von Turin der Kronprinz Viktor Emanuel nach Breslau entsendet werden. — Die große Herbstparade der Berliner Garnison vor dem Kaiser wird am 1. September auf dem Tempelhofer Felde stattfinden. — Der Prinz von Wales ist heute Nachmittag in Homburg v. d. H. eingettoffen. Sein dortiger Aufenthalt ist auf 3 Wochen bemessen. — Professor Schweninger befindet sich seit mehreren Tagen in Friedrichsruh. Die geplante Reise nach London zu Lihungtschang hat er bisher noch nicht ausgeführt.
* („Kolonialskandal.") Nicht Herr v. Stetten, welcher- bekanntlich verabschiedet ist, sondern Gouverneur v. Puttkamer selbst ist amtlich auffordert worden, sich zu den gegen ihn erhobenen Angriffen zu äußern. Er ist bereits heute in Berlin eingetroffen und hat sich sofort in's Auswärtige Amt begeben. — Die „Post" spricht die Erwartung aus, daß gegen die Urheber der Beschuldigungen gegen den Gouverneur v. Puttkamer mit allem Nachdruck vor- gegangcn werden wird.z
* (Zur Bearn tenbesoldungsverbesserring) schreiben die „Berl. Polit. Nachr.": „Auch während des Urlaubs des Finanzministers ruhen die VerhandlMgen über die Durchführung der Beamtenbesoldungsverbesserung nicht. Nachdem die bei dem Ressort des Ministers des Innern begonnenen Einzelverhandlungen zwischen dem Finanzministerium und den anderen Ressorts bezw. Kommissaricn derselben zum Abschluß gebracht sind, ist vom Finanzministerium ein bis in's Einzelne durchgeführtcr Gesammtanschlag für die Gehaltserhöhung in allen Ressorts ausgearbeitet und den anderen Ministerien vorgelegt worden. Für die Aufstellung desselben waren einerseits die Rücksicht auf die Lebenshaltung anderer, den be- theiligten Beamtenklassen sozial vergleichbaren Kreise der Bevölkerung, andererseits die Höhe der für die Maßregel bestenfalls verfügbaren Mittel maßgebend. In letzterer Hinsicht kommt in Betracht, daß unter
Helm und Säbel draußen für ihn bereit zu hatten, und so entwich er, ohne daß es der Gastgeber oder auch nur Martha gewahr wurde. Zu Hause betrot er geräuschlos, um die Schlafenden nicht zu stören, zuerst sein Zimmer und von da tappte er sich leise auf den Zehenspitzen in den Salon, der dicke Teppich dämpfte seinen Schritt. Das Wohnzimmer, das nun kam, war rasch durchmessen und auf der Schwelle der zum Kinderzimmer führenden Thür stand er lauschend still.
Ein unerwarteter Anblick wurde ihm zu Theil. Marie saß an dem Bett des Knaben, der in ruhigem Schlummer zu liegen schien. Ihr Kopf ruhte auf der Brust, sie schlief. Schweigend bettachtete er sie. Ihre Lippen bewegten sich leite und ihre Züge verzogen sich zu einem stillen Lächeln. Sie träumte. Es mußte etwas sehr Schönes sein, das ihrer Phantasie vorschwebte, denn es lag ein Ausdruck innigster Glückseligkeit in dem Lächeln. Die schmalen Wangen färbte ein mattes Roth.
Doch nun schlug sie mit einem Male die Augen auf, ohne ihre Stellung zu ändern. Nur den Kopf hob sie ein wenig in die Höhe, und den Blick richtete sie lächelnd zur Decke empor. ES schien, als ob ste den Traum noch immer fortspiuue, denn der schwärmerische Zug um Mund und Augen war noch immer vorhanden. Unb nun senkte sie bie großen wettgeöffneten Augen zu bem kleinen Schläfer herab. Sange sah sie so regMgslos zu ihm hernieder und von ihrem Gesicht strahlte ein so eigener Glanz, ein so inniges Empfinden, daß es den Lauscher eigen» thümlich ergriff. Wie lieb sie das Kind hatte! ?
(Fortsetzung folgt.)
Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere auch des Mehrbedarfs im Reiche für Beamten- unb Offiziersbesoldungen, der von Anfang an für die Erhöhung der Bcamtenbesoldung in Aussicht genommene Betrag von 20 Millionen Mark nicht erheblich überschritten werden darf, ohne das dauernde Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe ernstlich zu gefährden. Soweit daher die Wünsche der verschiedenen Ressorts die unter Beachtung möglichst gleichmäßiger Ordnung der Gehaltsveihältniffe der nach Vorbildung und Amtsthättgkeit vergleichbaren Beamten der verschiedenen Verwaltungszweige sich hieraus ergebenden Grenzen übersteigen, werden sie sich eine entsprechende Beschränkung gefallen lassen müssen. Bekanntlich herrscht Uebereinsttmmung innerhalb der Regierung darüber, daß der Schwerpunkt der Verbesserung auf die höheren Dienstaltersstufen zu legen, dagegen in der Regel von einer Aufbesserung der Anfangsgehälter Abstand zu nehmen ist. Aber dieser Grundsatz ist nicht schematisch durchgeführt, sondern da, wo für einzelne Beamtenklassen das Bedürsniß für die Er- höhMg des Anfangsgehalts anzuerkennen war, ist eine solche auch vorgesehen."
* (Sozialdemokratisches.) Ei» geradezu vernichtendes Urtheil über den Londoner internationalen Sozialistenkon- greß fällte der bekannte Gewerkschaftsführer, Uhrmacher Naether, in einer zu Berlin abgehaltenen Metallarbeiterversammlung. Der Kongreß habe die in ihn gesetzten Erwartungen in keiner Weise erfüllt. Die wichtigsten Fragen seien oberflächlich behandelt und durch debattelose Annahme langathmiger Resolutionen erledigt worden. Es sei nicht zu scharf ge- urtheilt, wenn man sage, der Londoner Kongreß habe nichts weniger als Alles zu wünschen übrig gelassen. So urtheilt ein Sozialdemokrat!
* (Militär st rafprozeßordnung.) Zur Frage der Militärstrafprozeßordnung beginnt der Ober» Auditeur a. D. Geh. Justizrath Solms in der deutschen Juristenzeitung einen Aufsatz, der in der vorliegenden ersten Hälfte die jetzige Einrichtung schildert und kritisch würdigt. Die Frage der Reform der Militärstrafprozeßordnung hat an sich schon ein hohes Interesse, das dadurch noch vermehrt wttd, weil bekanntlich von ihr das Verbleiben oder Scheiden des Reichskanzlers sowohl als des Kriegsministers abhängig gemacht werden. Freilich wollen gut unterrichtete Blätter wissen, daß nicht sowohl die Frage des zu verbessernden Militärstrafverfahrens, als vielmehr der Umstand, daß neben dem Kriegsministerium das Institut des Militärkabinets eine von ersterem
(Nachdruck verboten.)
Auf der Teuselskanzel. -
Novellette von Otto Elster.
(Schluß.)
Der Profeffor stand auf dem Gipfel der Teufelskanzel und blickte aufathmend auf den steilen, gefahrvollen Pfad zurück, den er soeben erklommen. Die Felsenwildniß, die ihn umgab, war ihm verirant geworden. In den zwei Wochen, die er in der Pension weilte, war er fast jeden Tag zur Teufels- mauer hinaus gewandert unb hatte alle Schluchten, Felsspalten und schwindelerregenden Saumpfade durchforscht. Jetzt stand er auf der höchsten Höhe! Ein stolzes Gefühl fast schwellte feine Brust; Niemand von ihnen hatte das Wagniß unternommen, die Teufelskanzel zu erklimmen, selbst die Laubeseinwohner riethen ihm dringend ab, aber er hatte solange gesucht, bis er einen Aufstieg gefunden. —
„SBo waren Sie heute, Herr Profeffor?" fragte Henni, als sie sich am Abend im Speisesaal der Pension trafen.
„Auf der Teufelskanzel," entgegnete er.
Einen Augenblick sah sie ihn erstaunt, fast erschreckt an. Dann lachte sie belustigt auf.
„Sie scherzen, Herr Professor . . . hüten Sie sich, daß ich Sie nicht beim Wort nehme unb Sie bitte, mich zur Teufelskanzel zu führen."
„Ich stehe zu Ihren Diensten, gnädiges Fräulein, ich fürchte nur, daß Sie nicht die Kraft dazu haben."
In ihren Ange» blitzte es auf. ......
„Mein Arm ist wieder gesund und kräftig — vollen Sie mich morgen zur Teufelskanzel führen?"
„Mtt Vergnügen," sagte Norden.---
Am andern Morgen, pinklich zur festgesetzte»